John Rambo ab dem 14.02.2008 in den deutschen Kinos

War bislang noch unklar, von wem bzw. ob John Rambo überhaupt in die deutschen Kinos geflogen wird, steht nun fest: Rambos Rettungsmission wird auch bei uns stattfinden, und zwar ab dem 14.02.2008. Als Rambos Auftraggeber ist Warner eingesprungen.

Bleibt zu hoffen, dass Warner nicht auf die Idee kommt, den Film in einer gekürzten Fassung zu zeigen. Diesbezüglich hat sich der Verleih ja schon des Öfteren alles andere als mit Ruhm bekleckert…

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Moritz Bleibtreu im Kampf gegen den TV-Wahnsinn: Free Rainer

Der Alltag bietet heutzutage nicht mehr viele Herausforderungen. Das Alphamännchen erkämpft sich seinen Platz über das modernere Handy und Raubtieren begegnet man(n) höchstens in blondierter Form. Eine der wenigen noch existierenden Herausforderungen ist das Fernsehen. Wer es schafft, sich ohne zu verblöden das aus Call-In-Shows, Richtersendungen und sonstigem Trash-TV bestehende Programm über mehrere Tage anzuschauen, dem gebührt Respekt. „Free Rainer“ verrät, wie es dazu kommt, dass das Fernsehen ist, was es ist.

Worum geht’s

Eine Frau, drei Kandidaten, ein Spermatest. Der Mann, der das beste Sperma bietet, gewinnt eine Reise mit der jungen Frau – Zeugungsakt inbegriffen. Willkommen bei „Deutschland sucht das Superbaby“. Kreativer Kopf hinter dem Konzept: Der arrogante TV-Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu). Ständig unter dem Einfluss von Koks und Alkohol stehend, liefert Rainer seinem Sender die besten Quoten – bis er von der jungen Pegah (Elsa Sophie Gambard), deren Großvater sich aufgrund einer von Rainers Sendungen das Leben genommen hat, beinahe getötet wird. Gemeinsam beschließen Pegah und der ausgebrannte Rainer, dem TV-Wahnsinn entgegen zu wirken und das System hinter den TV-Quoten zu manipulieren, um so ein besseres TV-Programm zu erzeugen…

Meine Meinung

Kennt ihr jemanden, der eine Quotenbox bei sich stehen hat? Nein? Ich auch nicht. Verwunderlich ist das nicht, immerhin gibt es davon in Deutschland nur 5.500 Stück. Diese 5.500 Quotenboxen messen das Sehverhalten von ca. 13.000 Menschen. Und diese 13.000 Menschen entscheiden anhand von Hochrechnungen, was 80 Millionen Deutsche täglich zu sehen bekommen. Klingt abstrus? Ist aber so.

Genau dieses System kritisiert, wenn auch nicht ohne Fehler, Regisseur Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“) in seinem aktuellen Kinofilm. Und das mit Hilfe einer durchaus interessanten Geschichte. Doch nicht nur das TV-System, auch wir Zuschauer bekommen unser Fett weg. Die TV-Macher kritisiert Weingartner dafür, dass sie nur noch auf die Quoten achten und dafür auf Originalität und Vielfalt verzichten. Ganz zu schweigen von dem in Vergessenheit geratenen Informationsauftrag, den die Medien eigentlich erfüllen sollten. Wir hingegen müssen uns die Frage gefallen lassen, wie wir es soweit haben kommen lassen, dass das TV-Programm größtenteils aus einheitlichem Müll besteht. Wissen wir wirklich nichts Besseres mit unserer Zeit anzufangen, so dass wir es vorziehen, selbst den größten Mist zu schauen, statt den Fernseher einfach auszuschalten?

Auch wenn „Free Rainer“ wichtig und richtig ist, so hätte Weingartner dennoch auf die schablonenhafte Charakterzeichnung der Figuren und den doch arg erhobenen Zeigefinger verzichten können. Nötig hätte der Film das nicht gehabt. Auch ohne Moralkeule und mit weniger überzeichneten Figuren hätte „Free Rainer“ seine Wirkung nicht verfehlt. Hinzu kommt, dass der Film mit einer Laufzeit von 138 Minuten die eine oder andere Länge mit sich bringt, was sicherlich zu vermeiden gewesen wäre.

Moritz Bleibtreus Leistung extra zu erwähnen, erspare ich mir an dieser Stelle. Der Mann war schon immer ein Grund, ins Kino zu gehen. Stattdessen spreche ich lieber ein besonderes Lob für Elsa Sophie Gambard aus, die in „Free Rainer“ ihr Leinwanddebüt gibt und eine wirklich tolle Leistung abliefert. Bleibt zu hoffen, dass „Free Rainer“ nicht ihr erster und letzter Film sein wird.

Mein Fazit

Mehr Drama als Komödie, ist „Free Rainer“ eine zwar überzeichnete, aber dennoch erschreckend realistische Medien- und Gesellschaftskritik, die interessante Informationen zum TV-Wahnsinn und dem dahinter stehenden System liefert. Leider können weder das wichtige Thema noch die überzeugenden Darsteller verbergen, dass der Film ca. eine halbe Stunde zu lang geraten ist und der moralische Zeigefinger zu hoch erhoben wird.

Meine Wertung: 7/10

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Wenn Stars Werbung machen…

…muss nicht zwangsläufig so ein Debakel wie die Fonic-Werbung entstehen. Dass auch Werbung durchaus unterhaltsam sein kann, beweisen die zauberhafte Camilla Belle und der für Selbstironie immer offene George Clooney in der Nespresso-Werbung. SO hat gute Werbung auszusehen – dafür bleibe ich in der Werbepause sogar freiwillig sitzen!

[youtube Ax1Z6lRgTDg]

Hier noch eine ältere Variante ohne Camilla (dank Clooneys Mimik aber dennoch sehenswert):

[youtube DfyeXrdZZ1o]

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Auch im Kino fröstelt es: Der Eisige Tod

Auch wenn viele Kinogänger über die ausufernde Gewaltdarstellung in Filmen wie „Saw III“ und „Hostel: Teil 2“ fluchen, so haben solche Filme doch auch etwas positives bewirkt, nämlich dass wir Filme, die mehr auf Suspense und Atmosphäre setzen, wieder mehr zu schätzen wissen. Neben dem herrlich altmodischen Grusler „Zimmer 1408“ buhlt auch „Der Eisige Tod“ um die Gunst des vom Terrorfilm gelangweilten Publikums.

Worum geht’s

Weihnachtszeit. Eine Studentin (Emily Blunt) möchte ihre Familie besuchen und geht dafür eine Fahrgemeinschaft mit einem Kommilitonen (Ashton Holmes) ein. Während der Fahrt muss sie feststellen, dass dieser wesentlich mehr über sie zu wissen scheint, als er vorgibt. Als er von der bekannten Route auf eine abgelegene Landstraße wechselt, werden die beiden in einen Unfall verwickelt und bleiben mit dem Wagen im tiefen Schnee stecken. Während die Studentin mehr und mehr an einem Zufall zweifelt, erscheinen die ersten Fremden auf der Straße…

Meine Meinung

„Wind Chill“, so der Originaltitel, ist ein raffiniertes kleines Filmchen, das geschickt mit den Ängsten des Publikums spielt. Wem wäre nicht mulmig zumute, würde er mit einem Fremden, der offensichtlich etwas zu verbergen hat, auf einer einsamen, verschneiten Straße festsitzen? Geht das erste Drittel noch als Thriller durch, bei dem man sich als Zuschauer fragt, was der Student seiner Mitfahrerin verheimlicht, bekommt der Film mit dem Eintreffen der Fremden eine neue Richtung und entwickelt sich zu einem reinrassigen Gruselfilm. Da ich nicht zu viel von der (ohnehin recht bekannten) Geschichte verraten möchte, beschränke ich mich darauf, dass die Masken der Geister sowie die Effekte gut gelungen sind und Regisseur Gregory Jacobs das Bestmögliche aus dem doch recht beschränkten Grundgerüst der ruhelosen Seelen herausgeholt hat.

„Der Eisige Tod“ bietet mit Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) und Ashton Holmes („A History Of Violence“) zwei ebenso talentierte wie sympathische Jungdarsteller, dank des doch recht unverbrauchten Szenarios eine gelungene Atmosphäre und eine langsam anziehende Spannungskurve – eigentlich alles, was einen guten Gruselfilm ausmacht. Eigentlich. Was ihm leider fehlt, und den Filmgenuss deutlich schmälert, ist ein angemessenes Finale. Dieses wird ebenso schnell wie unspektakulär abgearbeitet und hinterlässt einen gehetzten Eindruck. Es wirkt fast so, als hätten die Macher eine bestimmte Laufzeit nicht überschreiten dürfen und deswegen den Film schnell zu einem Schluss bringen müssen. Nach dem, was in der vorangegangenen Laufzeit geboten wurde, hätte ich ein bißchen mehr erwartet.

Mein Fazit

„Der Eisige Tod“ ist ein durchaus gelungener Gruselfilm, bei dem vorallem die Schauspieler und die Atmosphäre überzeugen können. Die Geschichte ist zwar alles andere als neu, erfüllt aber ihren Zweck, was ich von dem enttäuschenden Finale leider nicht behaupten kann.

Meine Wertung: 6/10

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Bruce Darnell und die berechtigte Sorge um unsere Zukunft

Nichts Böses ahnend sitze ich auf meiner Couch und lasse meine Gedanken schweifen. Es ist Samstag, kurz vor 15 Uhr, Scrubs-Zeit auf ProSieben. Wir schreiben die letzte Werbepause vor dem Beginn der neuen Folge. Doch halt, was ist das in der FONIC-Werbung? Richtig: Es ist ein Bruce. Ein Bruce Darnell um genau zu sein. Jenes Bruce Darnell, das ich dank meiner Abneigung gegen „Germanys Next Topbulimie“ bislang erfolgreich ignorieren konnte.

Ja, ich weiß, Bruce „ihr mackt mick so so glücklick, Baby“ Darnell macht schon länger Werbung für FONIC. Aber mit so einem Bruce verhält es sich bei mir wie mit dem Alkohol: Der erste Schluck schmeckt mir zwar nicht, ist aber auch nicht weiter erwähnenswert. Ich verzichte einfach. Spätestens beim dritten Schluck müsste ich jedoch brechen, würde ich nicht auf den Konsum verzichten. Während ich beim Alkohol wenigstens noch die Chance habe, dankend abzulehnen, ist beim Bruce mit dem aktuellen TV-Spot der dritte Schluck erreicht. Wirklich sensationell an dem Bruce ist, dass es seine Brechreiz erregende Wirkung so dermaßen schnell entfaltet, dass der Griff zur Spucktüte sinnvoller ist als der zur Fernbedienung.

Als wäre es noch nicht schlimm genug, dass ich mich beim Anblick eines Bruce um mein Wohlbefinden sorgen muss, zermartere ich mir mein Hirn auch noch darüber, was genau es in der FONIC-Werbung eigentlich erreichen soll: Die Ausländerfeindlichkeit erhöhen? Den Schwulenhass fördern? Den Naturwissenschaftlern als Beweis dafür dienen, dass die Menschheit sich zurückentwickelt? Die Theologen darauf hinweisen, dass selbst Gott einen recht unkonventionellen Sinn für Humor hat? Oder soll es einfach nur den Zuschauern zeigen, dass Marketingverantwortliche sich mit genügend Koks wirklich alles umzusetzen trauen?

Richtig traurig wird es, wenn ich einen Blick in die Zukunft riskiere. Ich sehe ebenso junge wie abgemagerte verwirrte Seelen, die, vom Bruce-Virus infiziert, ihr Handy anstarren als wäre es ihr Neugeborenes und dabei murmeln „Egal was der Therapeut sagt, du bist labendig, Baby“. Und dann streicheln sie es zärtlich, bis der SIM-Karte gluht.

Eine traurige Vision – und wenn es nach FONIC geht, schon bald die bittere Wahrheit…

[youtube EcpQkwLJZB0]

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Oliver Kalkofe über die Krise im deutschen Fernsehen

Vom 07.-09.11. fanden dieses Jahr die Medientage München statt. Als Gastredner war unter anderem auch Oliver Kalkofe geladen, der Mann, der meine Entwicklung nicht unerheblich beeinflusst hat. Gewohnt treffsicher („gesendetes Vakuum“, „gemordete Lebenszeit“, „Programmersatzstoffe“, …) sprach er dort laut das aus, was jeder geistig normal entwickelte Mensch denkt, muss er sich länger als 5 Minuten dem Fernsehen hingeben.

Seine Bitte an die TV-Macher, der ich mich an dieser Stelle gern anschließe: „Machen Sie doch einfach die Formate, die Sie selber gerne sehen würden. Und seien Sie stolz auf Rückschläge, denn die gehören dazu.“

Der komplette Mitschnitt von Kalkofes Rede inkl. anschließender Diskussionsrunde steht auf der Seite der Medientage zum Download bereit:

Casting plus Coaching und ein Schuss Events: Programmtrend-Cocktail ohne neue Zutaten?

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Highlight-Video-HD-DVDs vs. Xbox360: Highlights Aussage

Ein wenig länger hat es gedauert, aber auch von Highlight habe ich nun eine Antwort auf meine Anfrage bzgl. der eingesetzten Analogsperre aktueller HD DVDs (siehe auch hier und hier) erhalten:

lieber her kietzke,
entschulidgen sie, dass wir erst jetzt antworten. es gab ein missverständnis. meine kollegen vom studio dachten,d ass ich antworte, ich dachte genau dasselbe.
nun antworte ich ihnen wie folgt:
Die Ausgabe von HD-Signalen über den Komponentenausgang hat in der Tat für etwas Aufregung gesorgt. Auf der einen Seite soll ja der Kopierschutz genau dies verhindern, auf der anderen Seite können Sie als XBOX 360-Nutzer wegen des fehlenden HDMI-Ausgangs kein HD sehen.Zukünftig wird der Komponentenausgang für HD freigeschaltet sein. Sie werden also die HD-Auflösung über die Komponentenausgänge der ursprünglichen XBOX 360 bei allen zukünftigen Titeln geniessen können. Zur Zeit ist dies bei den HD-DVD Titeln „Resident Evil“, „Resident Evil -Apocalypse“ und „Hero“ jedoch nicht möglich.

Die neue XBOX 360 (Elite und Premium) verfügt jedoch über einen HDMI-Ausgang, sodass es über diese Geräte keine Einschränkung des HD-Bilderlebnisses über die HDMI-Verbindung gibt.

wir hoffen,d ass wir sie nicht allzu sehr verärgert haben und hoffen sehr, dass wir sie auch weiterhin zu
unseren kunden zählen können.
mit den besten grüßen aus münchen

Das sind doch mal gute Neuigkeiten – zumal mit „Fantastic Four: Rise Of The Silver Surfer“ eine HD DVD in den Startlöchern steht, auf die ich nur ungern verzichtet hätte…

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Von Löwen und Lämmern – Robert Redfords unbequeme Wahrheit

Hollywood wird politisch. Nach dem von Peter Berg so spannend wie oberflächlich inszenierten „Operation: Kingdom“ folgt nun Robert Redfords „Von Löwen und Lämmern“. Ob Redford es schafft, die Probleme unserer Zeit adäquat auf die Leinwand zu bringen, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Worum geht’s

1 Stunde, 6 Menschen.

Senator Jasper Irving (Tom Cruise) bittet Reporterin Janine Roth (Meryl Streep) zu einem exklusiven Interview. Thema ist die neue Strategie in Afghanistan, die Irving dem amerikanischen Volk mit Roths Hilfe als Lösung für den Sieg gegen Terrorismus verkaufen möchte.

Währenddessen geraten die beiden Soldaten Rodriguez (Michael Peña) und Finch (Derek Luke) bei der Umsetzung dieser neuen Strategie in einen Hinterhalt. Verletzt und auf Hilfe wartend, werden sie auf einem verschneiten Berg von Feinden umzingelt.

Zur gleichen Zeit führt Professor Malley (Robert Redford) ein Gespräch mit seinem Studenten Todd (Andrew Garfield). Malley möchte Todd inspirieren, wieder mehr Engagement zu zeigen. Um dies zu erreichen, erzählt er ihm von den beiden hoffnungsvollen Studenten Ernest und Arian, die sich statt für die Politik für den Dienst an der Waffe entschieden.

Nach dieser Stunde stehen vier Charaktere vor einer Entscheidung – und der Zuschauer vor der Hoffnung, dass mindestens einer von ihnen die richtige trifft…

Meine Meinung

Selten steht in Filmen der Inhalt so sehr über der Form wie in „Von Löwen und Lämmern“. Der Film ist eine einzige große Botschaft, eine einzige große Aufforderung, ein einziger großer Spiegel, der uns vorgehalten wird. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass es an der Inszenierung etwas auszusetzen gäbe. Dem ist definitiv nicht so. Handwerklich solide, bisweilen sogar außerordentlich packend und emotional inszeniert und von hervorragenden Darstellern unterstützt, überzeugt der Film formal von der ersten bis zur letzten Minute. Doch ist es nicht die Form, die „Von Löwen und Lämmern“ sehenswert macht. Es ist der Inhalt.

Ehrlich gesagt hatte ich „nur“ mit einem festen Schlag in den Magen der aktuellen Politik gerechnet, doch Redford geht einen Schritt weiter. Einen großen Schritt. Auch wenn die Verlogenheit der Politik angeprangert wird, ist nicht sie es, der Redford die Schuld an der heutigen Situation gibt. Es ist auch nicht die Presse, die ihre journalistische Pflicht mehr und mehr zu vergessen scheint und sich vom enthüllenden Wahrheitsfinder zum tumben Sprachrohr entwickelt hat. Das Problem sind wir. Wir Menschen. Jeder einzelne von uns. Wir, die wir nicht bereit sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wir, die wir zu ängstlich oder bequem sind, für das Richtige einzustehen. Wir, die wir lieber hinter vorgehaltener Hand über all das Schlechte in der Welt reden, statt Courage zu zeigen und sich zu erheben.

Redford entlarvt uns als das, was wir sind. Egoistische Wesen, die wider besseren Wissens falsche Entscheidungen treffen. Sei es aus Bequemlichkeit, aus Angst vor etwaigen Konsequenzen oder aus Gier nach Profit und Macht.

Am Ende des Films ist nur noch ein Charakter von Bedeutung. Ein Charakter, stellvertretend für uns alle. Ein Charakter, der uns die Wahl überlässt: Die Wahl zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg.

Mein Fazit

Außerordentlich engagierter Film, dessen Botschaft den Wenigsten gefallen dürfte. Die Darsteller überzeugen ebenso wie Robert Redfords Regie, was in der Summe einen der besten und wichtigsten Filme des Jahres ergibt.

Meine Wertung: 9/10

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Highlight-Video-HD-DVDs vs. Xbox360: Microsofts (Hotline-)Aussage

Vor ein paar Tagen hatte ich mich über die absolut unnötigen Beschränkungen einiger HD DVDs ausgelassen. Zwischenzeitlich habe ich mir den Spaß erlaubt und eine E-Mail an Microsoft verschickt.

Guten Tag,

wie Ihnen sicherlich bekannt sein wird, versieht Highlight Video seine
HD DVDs (Resident Evil 1 und 2, Hero) mit einem Kopierschutz, der die
Auflösung bei Nutzung analoger Anschlüsse auf PAL-Qualität beschränkt.

Da weder meine Xbox360 Core noch meine Xbox360 Premium über einen
HDMI-Anschluss verfügt, ist es mir nicht mehr möglich, den Xbox360 HD
DVD Player uneingeschränkt zu nutzen. Während die Konsolen heutiger
Käufer über einen HDMI-Anschluss verfügen, schauen Kunden wie ich, die
Ihre Produkte von Beginn an unterstützen, in die (PAL-)Röhre.

Wie sieht Ihre Politik zu diesem Dilemma aus? Stehen Sie mit Highlight
Video in Kontakt, um das Problem softwareseitig zu lösen? Wird es eine
Umtauschmöglichkeit geben, um alte Konsolen gegen Konsolen mit
HDMI-Anschluss umzutauschen? Oder werden Frühkäufer mit diesem Problem
im Stich gelassen?

Mit freundlichen Grüßen
Sven Kietzke

Prompt kam eine Antwort, dass ich bitte die Hotline anrufen möge, was ich auch tat. Flugs das Problem der netten Dame geschildert, diese hielt dann Rücksprache mit ihrer Vorgesetzten. Ergebnis:

Von dem Problem ist Microsoft nichts bekannt. Ob sie mit Highlight Video deswegen in Verbindung stehen, konnte mir dementsprechend auch niemand beantworten. Nur, dass es keine Umtauschaktion für betroffene Kunden geben wird, wurde eindeutig bestätigt.

Nicht, dass mich das großartig überrascht hätte, aber so habe ich es wenigstens offiziell, dass Käufer der frühen Xbox360-Generationen schlicht und einfach die Gelackmeierten sind.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Die nette Dame (bei der ich mich immer noch frage, ob sie mich an- oder auslachte) meinte, dass sich an diesen Tatsachen durchaus etwas ändern könnte, wenn nur genügend Nachfragen eingehen würden. Diesbezüglich sehe ich nur leider schwarz, da sich die meisten Kunden vermutlich einfach damit abfinden werden, statt sich an MS zu wenden…

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Unnötiges Remake: Invasion

Was haben „Die Dämonischen“ (1956), „Die Körperfresser kommen“ (1978) und „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ (1993) gemeinsam? Richtig: Sie alle erzählen eine mehr oder weniger identische Geschichte, angepasst an den jeweiligen Zeitgeist. Wollen wir hoffen, dass unsere Zeit in 20 oder 30 Jahren nicht an der vierten Variante „Invasion“ gemessen wird.

Worum geht’s

Nach dem Absturz eines Space Shuttles beginnt die Psychiaterin Carol (Nicole Kidman), seltsame Veränderungen an ihren Patienten und den Menschen in ihrer Umgebung festzustellen. Das Verhalten der Betroffenen wird zunehmend emotionsloser, ja beinahe seelenlos. Gemeinsam mit ihrem Freund Ben (Daniel Craig) und dessen Kollegen Stephen (Jeffrey Wright) findet sie heraus, dass außerirdische Viren die Ursache für die Veränderungen sind. Ist man mit dem Virus infiziert und schläft ein, übernimmt es mit Erreichen der Tiefschlafphase den Wirt. Ausgerechnet Carols Sohn Oliver (Jackson Bond) scheint gegen das Virus immun zu sein…

Meine Meinung

So sehr es mich ja auch freut, dass der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel es nach Hollywood geschafft hat: Das Ergebnis enttäuscht auf ganzer Linie. „Invasion“ lässt jegliche Spannung, jegliche Bedrohung, jegliche Dramatik der Vorgänger völlig vermissen. Selbst der eher harmlose Ableger „The Faculty“ weiß mehr zu fesseln als Hirschbiegels Version der außerirdischen Übernahme.

Die Geschichte plätschert uninspiriert vor sich hin. Menschen verwandeln sich, fliehen, verstecken sich. Doch das alles geschieht so kühl und emotionslos (eigentlich ja schon fast wieder passend), dass es einem als Zuschauer schlicht und einfach egal ist. Auch fehlt ein durchgängiger Faden, der die Charaktere und die Geschichte zusammenhält. In der derzeitigen Fassung wirkt „Invasion“ wie ein, immerhin gut gefilmtes, Stückwerk.

Da Hirschbiegels Version in den Testscreenings gnadenlos durchgefallen ist, musste der Film mehrmals umgeschnitten werden. Interessant wäre, wie die Originalversion wohl ausgesehen haben mag. Vielleicht kommen wir ja auf DVD in den Genuss beider Versionen, so wie es auch bei „Exorzist: The Beginning“ geschehen ist.

Sicherlich hat der Film auch seine guten Szenen. Wenn während eines Essens im Fernsehen verkündet wird, dass Bin Laden und George W. Bush Frieden ankündigen und der Papst verspricht, für Verhütungsmittel in Afrika zu sorgen, fragt man sich als Zuschauer unweigerlich, ob der Preis für unsere Menschlichkeit wirklich gerechtfertigt ist. Allerdings sind solche Szenen äußerst rar gesät. Zu rar, um noch irgendwas retten zu können.

Mein Fazit

Uninspiriertes und innovationsloses Remake, das zwar schick gefilmt wurde, aber weniger wie ein fertiger Film, als vielmehr wie eine Ansammlung unabhängiger Szenen wirkt. Den Schauspielern ist dabei kein Vorwurf zu machen, liefern sie doch alle eine routinierte Leistung ab. Nicht mehr als Mittelmaß und kein Vergleich zu den Vorgängern.

Meine Wertung: 5/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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