Im Kino gesehen: Akte X – Jenseits der Wahrheit

Ob ihr es glaubt oder nicht: In jungen Jahren sah ich Fox Mulder sehr ähnlich. Heute, etliche Jahre, zahlreiche graue Haare und ein Doppelkinn (für das sich meine Kollegen extra den Doppelkinn-Blues haben einfallen lassen) später, ist von dieser Ähnlichkeit nicht mehr viel zu sehen. Dennoch fühle ich mich mit Fox Mulder nach wie vor verbunden, zumal „Akte X“ auch heute noch eine meiner Lieblingsserien ist. Dementsprechend groß war auch meine Freude über einen neuen Kinofilm. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden und wie stark sich Mulders neue Synchronstimme auf den Filmgenuss auswirkt, erfahrt ihr … jetzt:

Worum geht’s

Sechs Jahre sind vergangen, seit Fox Mulder (David Duchovny) für den angeblichen Mord an einem Regierungsangestellten vor Gericht gestellt wurde, mit Hilfe seiner Freunde floh und untertauchte. Dana Scully (Gillian Anderson) hat das FBI verlassen, arbeitet inzwischen als Ärztin in einem katholischen Krankenhaus und versucht dort verzweifelt, das Leben des todkranken Christian zu retten. Kurz vor einer wichtigen Entscheidung über Christians weitere Behandlung erscheint das FBI und bittet Scully um Hilfe. Im US-Bundesstaat Virginia ist eine FBI-Agentin verschwunden und sollte mit Hilfe des hellseherisch begabten Pater Joe (Billy Connolly) gefunden werden. Doch statt der Agentin wurde im Schnee lediglich ein abgetrennter Arm gefunden, der nicht der vermissten Person gehörte. Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) ist sich sicher, diesen Fall nur mit Mulders Hilfe lösen zu können …

Meine Meinung

Zuerst ein unschönes Detail: Der deutsche Titel „Jenseits der Wahrheit“ ist extrem unpassend. Ganz im Gegensatz zum Originaltitel „I Want To Believe“, der im wahrsten Sinne des Wortes Programm ist und exakt den Inhalt des Films widerspiegelt. Denn wenn es etwas gibt, worum sich der Film dreht, dann ist es der Glaube. Der Glaube an Hoffnung. Der Glaube an Vergebung. Der Glaube an Bestimmung. Der Glaube an Gott.

Nun eine enttäuschende Nachricht: „Jenseits der Wahrheit“ ist nicht mehr als eine solide Doppelfolge, die ohne weiteres auch im TV hätte ausgestrahlt werden können. Aber auch nicht weniger. Der zu lösende Fall ist solide, aber nicht herausragend. Spannung und Atmosphäre sind vorhanden, können jedoch längst nicht mit den Top-Folgen der Serie mithalten. Zumal besonders in der ersten Hälfte die eine oder andere Länge vorhanden ist, der Mystery-Anteil sich auf ein Minimum beschränkt und die Thriller-Elemente geringer als erwartet ausfallen. Stattdessen wird in dem, von einer kurzen Verfolgungsjagd zu Fuß abgesehen, ruhig inszenierten Film viel Wert auf die oben bereits genannten Glaubensfragen und auf die Beziehung zwischen Mulder und Scully gelegt, was sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken wird.

Nun eine schlechte Nachricht: Der Verzicht auf Mulders gewohnte Synchronstimme ist ein herber Verlust für den Film. Auch wenn Johannes Berenz sich bemüht und durchaus eine professionelle Leistung abgeliefert hat, die neue Stimme passt einfach nicht. Zu jung klingt sie. Zu weich. Zu unmännlich. Das ist nicht Fox Mulder. Sehr traurig, was hier aus Geiz und Gier verschenkt wurde.

Und nun endlich eine gute Nachricht: Die X-Akten sind zurück. Sechs Töne. Mehr sind nicht nötig, um das alte Akte-X-Feeling wieder aufleben zu lassen. Schön zu wissen, dass die Akte-X-Titelmelodie auch heute noch eine Gänsehaut verursacht. Ein paar Minuten später erscheinen Mulder und Scully – und es ist, als wären sie niemals von der Bildfläche verschwunden. Etwas reifer sind sie geworden, aber keineswegs müde. Die Chemie zwischen den beiden ist noch immer einzigartig, Mulders trockene Sprüche sorgen nach wie vor für zahlreiche Schmunzler und Scullys innerer Kampf zwischen der Wissenschaftlerin und der gläubigen Katholikin gehört auch heute noch zum Interessantesten, was die Serienlandschaft je hervorgebracht hat. Zahlreiche Details wie an der Decke hängende Bleistifte und Verweise auf die bisherigen Geschehnisse sorgen gemeinsam mit dem einen oder anderen Gastauftritt zusätzlich dafür, dass man sich als alter Akte-X-Fan sofort heimisch fühlt. Toll!

Mein Fazit

„Akte X“ habe ich erwartet, „Akte X“ habe ich bekommen. Mit all den gewohnten Stärken und einigen bekannten Schwächen. Allerdings sollte man nicht mit den falschen Erwartungen in den Film gehen und auf einen mit Überraschungen gespickten Thriller hoffen, sondern sich auf eine solide Doppelfolge in Überlänge einstellen. Auch wenn ich mir insgeheim mehr erhofft hatte, bin ich durchaus zufrieden und hoffe auf weitere Akte-X-Kinofilme – dann aber bitte wieder mit Mulders richtiger Synchronstimme.

Meine Wertung: 6/10

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Buffy – Im Bann der Dämonen: Staffel 8

Passend zu Joss Whedons aktuellem Projekt “Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” hier eine weitere Neuigkeit Information zum Joss-Whedon-Universum, die besonders Fans von Buffy, Willow, Xander und Co. interessieren dürfte (sofern sie es nicht ohnehin schon wissen): Es gibt eine achte Staffel von „Buffy – Im Bann der Dämonen“.

Auch wenn nach der siebten Staffel bekanntlich das TV-Aus kam, hatte Buffy-Erfinder Whedon noch eine achte Staffel im Sinn. Und da er selbst bekennender Comic-Fan ist, passte er diese unverfilmte achte Staffel dem Medium Comic an, um den Fans so das zu geben, was sie wollen: Neue Geschichten rund um die attraktive Vampirjägerin.

Der erste Band der achten Staffel („Die Rückkehr der Jägerin„) erschien im Februar 2008 (was ich vorletzte Woche durch Zufall erfahren habe) und enthält die Episoden „Der lange Weg nach Hause“ und „Die Kette“. Band 2 („Wie tötet man eine Jägerin„) erschien am 16.07. und befindet sich derzeit leider noch auf dem Postweg zu mir, weswegen ich nichts zu den enthaltenen Episoden sagen kann. Band 3 („Wölfe„) wird am 20.11. erscheinen. Insgesamt sind acht Bände geplant.

Die Geschichte führt die TV-Staffeln nahtlos fort und setzt entsprechende Serienkenntnisse voraus: Buffy leitet inzwischen eine weltweit agierende Organisation aus Jägerinnen und gerät dadurch ins Visier des amerikanischen Militärs. Unterstützung erhält das Militär von zwei bekannten Gesichtern, die noch eine alte Rechnung mit Buffy und vorallem Willow zu begleichen haben …

Da ich sonst eher selten Comics lese, maße ich mir nicht an, die Zeichnungen beurteilen zu können. Dessen ungeachtet kann ich sagen, dass mir die Bilder durchaus gefallen, ich mir für die Charaktere jedoch eine größere Ähnlichkeit mit den TV-Darstellern gewünscht hätte. Die Dialoge sind gewohnt locker, auch wenn sie zwangsläufig nie die Dynamik der Serie erreichen. Dennoch erkennt man in jeder Zeile Joss Whedons Handschrift und es macht einfach Spaß, durch die Seiten zu blättern und zu erfahren, wie sich das Leben von Buffy, Willow, Xander und den anderen Haudegen entwickelt. Für Fans von „Buffy – Im Bann der Dämonen“ absolut empfehlenswert (wenn auch ein wenig teuer)!

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Unnötig … unnötiger … "Scream 4"!

Wie Bloody-Disgusting berichtet, wird er tatsächlich kommen, der von wirklich niemanden heiß erwartete „Scream 4“.

Ich meine mal ehrlich: Die Geschichte ist abgeschlossen. Komplett abgeschlossen. Vollständig „fünf-Psychopathen-sind-mehr-als-genug“ abgeschlossen“. Also was soll das? Ja ja, ich weiß: $$$.

Das Lustige daran ist, dass ich normalerweise der Letzte bin, der etwas gegen Fortsetzungen oder Remakes hat. Ganz im Ernst. Ich stehe denen sonst immer sehr aufgeschlossen gegenüber! Aber ein „Scream 4“ möchte ich dennoch nicht sehen. Weil ich die Scream-Trilogie liebe. Weil der dritte Teil ein gelungener Abschluss ist. Weil es eine Trilogie ist. Weil eine Trilogie aus drei und nicht aus vier Teilen besteht. Weil ein vierter Teil einfach unnötig ist, verdammt!

Dass ich mich 2010 dennoch schon im Kino sitzen sehe, muss ich nicht extra erwähnen, oder? Der Geist ist zwar willig, doch das Fleisch wird schwach sein …

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"Terminator Salvation": Erster Trailer

Ein Terminator-Film ohne Arnie? Klar, immer her damit! Wieso auch nicht? James-Bond-Filme funktionieren schließlich auch ohne Sean Connery! Und auch wenn ich zugeben muss, dass ich mit Regisseur McG nicht unbedingt die besten Erinnerungen verbinde, bin ich was den Film angeht dennoch optimistisch, denn die Darsteller können sich durchaus sehen lassen: Christian Bale als John Connor, Bryce Dallas Howard als Kate Connor und Anton Yelchin als Kyle Reese hinterlassen zumindest auf dem Papier einen guten Eindruck. Und die ersten bewegten Bilder in Form eines kurzen Teaser-Trailers sehen auch interessant aus. Aber schaut selbst:

[youtube YRw3AkbtJhQ]

Für den Anfang doch schon mal ganz nett. Mal schauen, wie sich der Film entwickelt …

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Im Kino gesehen: Married Life

Menschen. Wer weiß schon, was wirklich in ihnen vorgeht. Sie lächeln höflich, obwohl sie ihr Gegenüber abgrundtief hassen. Sie sprechen nur selten über ihre wahren Gefühle, aus Angst, etwas zu verlieren oder jemanden zu verletzen. Menschen. Sie machen sich das Leben unnötig schwer. Menschen halt.

Worum geht’s

Harry (Chris Cooper) führt eine glückliche Ehe mit seiner Frau Pat (Patricia Clarkson). So sieht es jedenfalls für Außenstehende und selbst für seinen besten Freund Richard (Pierce Brosnan) aus. Darum ist dieser auch ziemlich überrascht, als Harry ihm seine Geliebte Kay (Rachel McAdams) vorstellt und ihm erzählt, dass er sich von Pat trennen möchte. Doch Harry weiß nicht, wie er Pat das Ende ihrer Ehe beibringen soll, befürchtet er doch, dass sie ohne ihn nicht zurecht kommen würde. Eines Tages hat er die erlösende Idee: Pat muss sterben …

Meine Meinung

Viele Fragen bleiben nach dem Abspann offen. Zum Beispiel was der Film eigentlich sein soll. Eine Komödie? Ein Krimi? Ein Drama? Unentschlossen pendelt „Married Life“ hin und her, ohne Liebhaber der einzelnen Genres auch nur ansatzweise zufrieden stellen zu können. Für eine Komödie nicht lustig genug, für einen Krimi nicht spannend genug und für ein Drama nicht … nun … dramatisch genug. Auch wenn der Film niemals wirklich langweilig ist, bleibt dennoch ein unbefriedigtes Gefühl zurück. Zumal die Geschichte an sich durch zahlreiche Irrungen und Wirrungen glänzt, aus denen man wesentlich mehr hätte rausholen können … und müssen.

Die nächste Frage wäre, was der Film uns sagen möchte. Dass wir einen Menschen niemals wirklich kennen? Niemals wissen, was wirklich in ihm vorgeht? Oder dass wir immer offen und ehrlich sein sollten, um uns das Leben nicht unnötig schwer zu machen? Oder dass wir mit dem zufrieden sein sollten, was wir haben, ohne uns ständig zu fragen, was wir eventuell verpassen? Möglich wäre alles. Oder auch nichts.

Zu guter Letzt bleibt noch die Frage offen, wieso die Schauspieler so lustlos wirken. Eventuell liegt es daran, dass ihre Rollen so ausgelegt sind. Eventuell aber auch daran, dass sie beim Dreh schlicht und einfach lustlos waren. Pierce Brosnan weiß als manipulierender bester Freund noch am ehesten zu gefallen, während Chris Cooper nicht viel mehr macht, als traurig in die Kamera zu schauen. Außerdem fehlt die Chemie zwischen allen Beteiligten. Von Emotionen, Liebe oder gar Leidenschaft keine Spur.

Dafür stimmt die Ausstattung des in den 40er Jahren spielenden Films. Die Atmosphäre von damals wird gut eingefangen und stimmig präsentiert. Und auch die ruhige, aber niemals langweilige Erzählweise ist durchaus eine willkommene Abwechslung zu den sonst doch eher hektischen Filmen von heute.

Mein Fazit

Unausgegorene Mischung aus Komödie, Drama und Krimi, die zwar durchaus unterhält, allerdings weit unter ihren Möglichkeiten bleibt. „Married Life“ ist durchaus anschaubar, aber nichts, was man unbedingt im Kino sehen muss.

Meine Wertung: 5/10

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Im Kino gesehen: Charlie Bartlett

Filme mit Teenagern laufen meist auf dasselbe hinaus: Entweder werden sie von einem psychopathischen Killer gejagt oder sind selbst auf der Jagd, und zwar nach dem ersten, zweiten oder auch dritten Sex. Andere Themen sind in letzter Zeit eher Mangelware. Doch zum Glück gibt es ab und zu auch noch Filme wie „Charlie Bartlett“.

Worum geht’s

Charlie (Anton Yelchin) steht auf einer Bühne und lässt sich feiern. Tausende rufen seinen Namen und bejubeln ihn. Bis er aus seinem Tagtraum gerissen wird. In Wirklichkeit steht er neben dem Büro des Schuldirektors, in dem dieser Charlies Mutter (Hope Davis) gerade erklärt, dass Charlie aufgrund seiner Aktivitäten als Ausweisfälscher der Schule verwiesen wird. Da dies nicht die erste Privatschule ist, von der Charlie geflogen ist, beschließt seine Mutter, ihn auf eine öffentliche Schule zu schicken. Dort macht Charlie Bekanntschaft mit dem Schulschläger Murphey (Tyler Hilton), dem Toiletteninhalt, Schuldirektor Gardner (Robert Downey Jr.) – und dessen süßer Tochter Susan (Kat Dennings). Schon bald merkt Charlie, dass er nicht der einzige Schüler mit Problemen ist. Und macht aus der Not eine Tugend. Von seinem Privatpsychiater unfreiwillig inspiriert, richtet Charlie auf dem Schülerklo eine Sprechstunde ein und vertreibt zusammen mit Murphy die zu den Symptomen der Schüler passenden Medikamente. Doch Direktor Gardner hat Charlie bereits im Visier. Und das nicht nur aus schulischen Gründen, geht Charlie doch inzwischen regelmäßig mit Susan aus …

Meine Meinung

Beliebtheit. Viele Menschen streben danach. So auch Charlie. „Es gibt Dinge, die wichtiger sind, als beliebt zu sein.“ sagt Charlies Mutter einmal zu ihm. Doch auf die Frage, welche Dinge dies sein sollen, hat sie keine Antwort. Am Ende des Films wird Charlie die Antwort kennen.

Wer bei „Charlie Bartlett“ eine typische Loser-kommt-auf-eine-neue-Schule-und-wird-am-Ende-von-allen-geliebt-Komödie erwartet, unterschätzt den Film gewaltig. Sicherlich gibt es auch einiges zu lachen in dem Film, doch wird dabei großen Wert auf die Charaktere und das Zwischenmenschliche gelegt. Hier gibt es keine überflüssigen Erwachsenen, die nur als Stichwortgeber fungieren. Keine Schulrowdies, denen am Ende alles heimgezahlt wird. Kein schönstes Mädchen der Schule, hinter der alle Jungs her sind und die sich am Ende doch für Charlie entscheidet. Es gibt nur Menschen. Menschen mit Problemen. Wie zum Beispiel Charlie, jenen hochintelligenten Jungen, der zwar aus einem reichen Elternhaus stammt, aber viel zu früh erwachsen werden musste und sich seit Jahren um seine labile Mutter kümmert, weil sein Vater im Gefängnis sitzt. Oder Direktor Gardner, der mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat, den Kontakt zu seiner Tochter verliert und sich in seiner Rolle als Direktor längst nicht so wohl fühlt wie in seiner vorherigen Tätigkeit als Lehrer. Oder den labilen Außenseiter, den niemand zur Kenntnis nimmt. Oder die attraktive Cheerleaderin, die zwar jeder Junge haben will, die aber nicht gut genug für eine ernste Beziehung ist. Oder den harten Kerl, der sich selbst schon aufgegeben hat, weil er es eh zu nichts bringen wird. Sicherlich entspringen einige der Figuren der typischen Klischeekiste, doch entwickeln sich Klischees normalerweise auch nicht grundlos. Und so entsteht eine interessante Mischung verschiedener Charaktere, die alle eines gemeinsam haben: Sie brauchen Hilfe. Und auch wenn sie es nicht wissen: Diese Hilfe können sie sich nur gegenseitig geben. Und das tun sie, wenn auch nicht immer bewusst. Genau das macht den Reiz der Figuren und der Geschichte aus. Es gibt niemanden, der ausschließlich Hilfe benötigt, jeder hat auch etwas zu geben. Jeder ist wichtig.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei freilich auf den Titel gebenden Charlie, toll verkörpert von Anton Yelchin. Ein wenig wie eine reifere Version von Ferris Bueller wirkend, durchlebt Yelchin als Charlie verschiedene Stationen des Erwachsenwerdens. Bis hin zum ersten Sex, welcher genauso einfühlsam daher kommt wie der gesamte Film. Yelchin spielt Charlie dabei stets sympathisch und erfreulich menschlich, so dass es schwer fällt, seine Leistung nicht wiederholt positiv zu erwähnen. Doch auch die anderen Darsteller wissen zu begeistern. Kat Dennings als Love Interest ist zwar keine typische Schönheit, hat aber jenen natürlichen Charme, der keine Frage daran aufkommen lässt, wieso Charlie sich in sie verliebt. Hope Davis hat als überforderte und leicht überdrehte Mutter zwar nur relativ wenig Screentime, versteht es aber, ihrer Rolle im richtigen Moment die entsprechende Tiefe zu verleihen. Und Robert Downey Jr., diesmal übrigens wieder mit gewohnter Synchronstimme, ist als überforderter Direktor/Vater mit Alkoholproblemen ohnehin eine sichere Bank.

Wenn dann der Abspann beginnt, ist eines ganz klar: Wir alle haben Probleme. Wir alle haben Macken. Und wir alle machen Fehler. Aber das macht nichts – sofern wir aus diesen Fehlern lernen. Denn wir sind alle nur Menschen. Und diese Erkenntnis ist wichtiger als es jedes Psychopharmakon je sein kann.

Mein Fazit

Äußerst gelungene Mischung aus Komödie und Drama mit einem sehr sympathischen Hauptdarsteller, nicht minder tollen Nebendarstellern und einer Aussage, die zwar schon oft getroffen wurde, die man aber dennoch immer wieder gerne hört.

Meine Wertung: 8/10

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Max Payne: Erster Trailer aufgetaucht

Was habe ich das Actionspiel „Max Payne“ geliebt. Und um ehrlich zu sein: Ich liebe es auch heute noch. Dasselbe gilt auch für die Fortsetzung, auch wenn ich diese noch immer nicht durchgespielt habe (lacht ruhig, aber ich komme partout nicht an einer Sniper-Sequenz vorbei). Und da ich beide Spiele so sehr liebe, freue ich mich auch schon tierisch auf die Verfilmung mit Mark Wahlberg und Mila Kunis.

Doch nun genug der überflüssigen und irgendwie schwülstigen Worte. Hier der erste Trailer:

[youtube qYInXrcW1cI]

Die folgenden Links führen euch zum gleichen Trailer in etwas besserer Qualität:

Max Payne – Trailer (Flash-Format)
Max Payne – Trailer (QuickTime-Format)

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Im Kino gesehen: Nie wieder Sex mit der Ex

Auch wenn Frauen das nicht wahrhaben wollen: Eine Trennung ist auch für uns Männer nicht schön. Jedenfalls dann nicht, wenn wir diejenigen sind, die verlassen wurden. Und jeder Mann verarbeitet eine Trennung anders. Der eine stürzt sich in wilde Sex-Abenteuer, der andere trauert weinend der verlorenen Liebe hinterher und der nächste fliegt in den Urlaub, um sich auf andere Gedanken zu bringen. Was passiert, wenn Mann alles drei kombiniert, zeigt „Nie wieder Sex mit der Ex“.

Worum geht’s

Peter Bretter (Jason Segel) komponiert den Score für eine bekannte TV-Krimiserie. Und ist glücklich mit deren Hauptdarstellerin Sarah Marshall (Kristen Bell) liiert. Jedenfalls glaubt er das. Dass er sich irrt, nimmt Peter erst in dem Moment wahr, in dem Sarah ihm die Trennung verkündet und ihn mit im wahrsten Sinne des Wortes herunter gelassener Hose stehen lässt. Um über die Trennung hinweg zu kommen, stürzt Peter sich in sinnlose Sex-Abenteuer. Doch auch das hilft nicht, also beschließt er, etwas Abstand zu gewinnen und einen Urlaub auf Hawaii anzutreten. Dort trifft er unglücklicherweise auf Sarah und ihren neuen Freund, den berühmten Musiker und Frauenliebling Aldous Snow (Russell Brand). Ein totaler Reinfall – wäre da nicht die süße Hotel-Angestellte Rachel (Mila Kunis) …

Meine Meinung

Ihr mochtet „Jungfrau (40), männlich, sucht“, „Beim ersten Mal“ und „Superbad„? Dann wird euch vermutlich auch der ebenfalls von Judd Apatow produzierte „Nie wieder Sex mit der Ex“ gefallen.

Wieder einmal ist die Liebe das zentrale Thema. Und wieder einmal geht es in Wort und Bild erfrischend ungehemmt zur Sache. Während dem Publikum bei „Sex And The City“ nur ein kleiner Blick auf einen Penis vergönnt ist, darf es sich hier gleich zur Eröffnung mehrmals davon überzeugen lassen, wie albern wir Männer doch nackt aussehen. Wer sich selbst als prüde bezeichnet, Sexszenen in Komödien mit Abscheu begegnet und bei Wörtern wie „ficken“ oder „Muschi“ (in Verbindung mit dem heiligen Gral des weiblichen Körpers) sofort an den nächsten Beichttermin denken muss, sollte um „Nie wieder Sex mit der Ex“ einen weiten Bogen machen.

Wer sich von ein wenig Sex nicht abschrecken lässt, wird mit einem stellenweise brüllend komischen Film belohnt. Leerlauf sucht man als Zuschauer hier vergeblich. Und auch wenn einige der Witze zu weit unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sind, die meisten Pointen sitzen. Vorallem dann, wenn sich der Humor gegen Hollywood oder die Darsteller selbst richtet. So wird zum Beispiel die Nacktszene vom Anfang später selbstkritisch Teil eines Gesprächs.  Und Sarah Marshall aka Kristen Bell muss sich dafür rechtfertigen, den Sprung ins Kino ausgerechnet mit einem dümmlichen Film versucht zu haben, in dem Menschen über ihr Handy getötet werden. Ein Schelm, wer dabei an „Pulse“ denkt.

Besonders erfreulich ist, dass die Charaktere bei all den Witzen nicht vergessen werden und längst nicht so eindimensional ausfallen, wie bei vielen anderen Komödien dieser Art. Ist man als Zuschauer anfangs noch geneigt, Peter zu bedauern und Sarah zu verfluchen, so relativiert sich die Opfer- und Täterrolle später doch merklich. Selbst der notorische Frauenheld Snow ist auf seine ganz spezielle Art immer noch sympathisch. Alle Figuren bleiben trotz bzw. gerade durch ihre Fehler und Macken stets menschlich, einen echten „Bösewicht“ sucht man hier vergebens.

Ich muss zugeben, dass es einem als Mann vermutlich einfacher als als Frau fällt, den Film zu mögen – und das liegt eindeutig an Kristen Bell (die ich spätestens nach ihrem Auftritt im Bikini am liebsten sofort vernascht hätte) und an Mila Kunis (die ich von der ersten Szene an am liebsten sofort geheiratet hätte). Die männlichen Darsteller können da, zumindest was die Attraktivität angeht, nicht mithalten. Ihre Rollen meistern sie jedoch absolut zufriedenstellend, auch wenn Jason Segels Weinerlichkeit ab und an doch ein wenig überzogen wirkt. In Nebenrollen gibt es ein Wiedersehen mit Paul Rudd als verpeilten Surflehrer, Jonah Hill als Groupie, Branscombe Richmond als Barbesitzer mit interessanter Klotapete sowie mit William Baldwin und, sofern man das Kino beim Abspann nicht fluchtartig verlässt, Jason Bateman als TV-Ermittler.

Mein Fazit

Größtenteils hervorragend gelungene Liebeskomödie mit sympathischen Charakteren und Darstellern, der lediglich die teils etwas flachen Witze und der etwas zu weinerlich agierende Jason Segel im Weg stehen.

Meine Wertung: 8/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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