Danny (Ryan Gosling) ist überzeugter Neonazi, wobei sich sein Hass insbesondere gegen Juden richtet. Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten genießt Danny in der faschistischen Organisation des intellektuellen Curtis Zampf (Billy Zane) eine gewisse Anerkennung. Seine Welt gerät jedoch ins Wanken, als ein Journalist herausfindet, dass Danny selbst Jude ist …
Es gibt Dinge, die werde ich nie verstehen. Zum Beispiel, wie man Menschen so sehr hassen kann, dass man sie auslöschen möchte. Ja, es gibt Menschen, mit denen auch ich nichts anzufangen weiß oder die mir höchst zuwider sind. Extremisten jeglicher Art. MAGA-Anhänger. AfD-Sympathisanten. Religiöse oder esoterisch angehauchte Menschen. Menschen, die den Dark Mode bevorzugen. Aber Menschen den Tod wünschen, weil sie andere Werte vertreten oder an etwas glauben, was ich für Schwachsinn halte? Nein. Nicht mal dann, wenn ich deren Verhalten für gefährlich halte oder sie etwas Furchtbares anstellen. Diese Art von Hass wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Was vermutlich auch ganz gut so ist.
Dementsprechend lassen mich Filme wie „Inside a Skinhead“ immer ein wenig ratlos und verzweifelt, aber auch fasziniert zurück. Wobei insbesondere dieser Film zum Nachdenken anregt, da der von Ryan Gosling hervorragend gespielte Danny kein „typischer“ Nazi ist, was seinen Hass umso weniger nachvollziehbar macht. Letztlich ist (wie vermutlich oft) eine Mischung aus Enttäuschung und Selbsthass die Wurzel allen Übels. Dementsprechend ist es alles andere als angenehm, Danny bei seiner Abwärtsspirale zuzuschauen. Nicht zuletzt, da immer wieder durchschimmert, dass auch er im Grunde nur das (seiner Meinung nach) Richtige tun möchte. „Inside a Skinhead“ verweigert sich einfachen Antworten, ist von der ersten Minute an bedrückend und definitiv kein Gute-Laune-Film – und genau deshalb absolut sehenswert.
Meine Wertung: 8/10