Geschaut: „Inside a Skinhead“ (2001)

Danny (Ryan Gosling) ist überzeugter Neonazi, wobei sich sein Hass insbesondere gegen Juden richtet. Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten genießt Danny in der faschistischen Organisation des intellektuellen Curtis Zampf (Billy Zane) eine gewisse Anerkennung. Seine Welt gerät jedoch ins Wanken, als ein Journalist herausfindet, dass Danny selbst Jude ist …

Es gibt Dinge, die werde ich nie verstehen. Zum Beispiel, wie man Menschen so sehr hassen kann, dass man sie auslöschen möchte. Ja, es gibt Menschen, mit denen auch ich nichts anzufangen weiß oder die mir höchst zuwider sind. Extremisten jeglicher Art. MAGA-Anhänger. AfD-Sympathisanten. Religiöse oder esoterisch angehauchte Menschen. Menschen, die den Dark Mode bevorzugen. Aber Menschen den Tod wünschen, weil sie andere Werte vertreten oder an etwas glauben, was ich für Schwachsinn halte? Nein. Nicht mal dann, wenn ich deren Verhalten für gefährlich halte oder sie etwas Furchtbares anstellen. Diese Art von Hass wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Was vermutlich auch ganz gut so ist.

Dementsprechend lassen mich Filme wie „Inside a Skinhead“ immer ein wenig ratlos und verzweifelt, aber auch fasziniert zurück. Wobei insbesondere dieser Film zum Nachdenken anregt, da der von Ryan Gosling hervorragend gespielte Danny kein „typischer“ Nazi ist, was seinen Hass umso weniger nachvollziehbar macht. Letztlich ist (wie vermutlich oft) eine Mischung aus Enttäuschung und Selbsthass die Wurzel allen Übels. Dementsprechend ist es alles andere als angenehm, Danny bei seiner Abwärtsspirale zuzuschauen. Nicht zuletzt, da immer wieder durchschimmert, dass auch er im Grunde nur das (seiner Meinung nach) Richtige tun möchte. „Inside a Skinhead“ verweigert sich einfachen Antworten, ist von der ersten Minute an bedrückend und definitiv kein Gute-Laune-Film – und genau deshalb absolut sehenswert.

Meine Wertung: 8/10

Ich hab gerade Staffel 9 von „South Park“ beendet …

… und mal ganz abgesehen davon, dass ich den Humor dieser Serie einfach liebe, muss ich an dieser Stelle mal wieder die deutsche Synchronisation loben. Ja, ab und an geht der Wortwitz verloren, aber zum Beispiel in der Folge „Schrankgeflüster“ die „echten“ Stimmen von Tom Cruise, Nicole Kidman und John Travolta zu hören, ist verdammt witzig und ein echter Pluspunkt. Wirklich schön, dass sich die Sprecher dafür nicht zu schade waren.

Ach, und falls ihr euch fragt, wieso ich jetzt erst Staffel 9 (bzw. nun 10) schaue: Ich bin damals bei Staffel 4 oder 5 ausgestiegen. Ich weiß nicht mal mehr warum. Ich glaube, weil die Serie nicht mehr regulär im TV ausgestrahlt wurde. Ist ja eigentlich auch egal. Jetzt habe ich auf jeden Fall Paramount+ und hole alles nach. Mal schauen, wie lange ich brauche, um die aktuelle Staffel zu erreichen …

Geschaut: „Predator: Badlands“ (2025)

Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wochenlang auf die Veröffentlichung eines Films zu warten, und dann arbeiten zu müssen, wenn der Tag endlich gekommen ist. Zum Glück konnte ich heute pünktlich um 16 Uhr Feierabend machen. Und da ich im Homeoffice war, direkt um 16:02 Uhr mit dem Film starten.

Worum geht’s

Um seinem Clan zu beweisen, dass er kein Schwächling ist, fliegt der junge Yautja Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) zu dem Planeten Genna. Dort möchte Dek einen Kalisk erlegen, eine legendäre Kreatur, vor der sich selbst Deks Vater fürchtet. Doch nicht nur der Kalisk, auch alle anderen Lebensformen auf Genna erweisen sich als ausgesprochen tödlich. Zu seinem Glück findet Dek auf seinem Weg Unterstützung in Form der defekten Androidin Thia (Elle Fanning) …

Meine Meinung

Regisseur Dan Trachtenberg hat es tatsächlich geschafft und den dritten guten Predator-Film in Folge abgeliefert! Wobei … ob „Predator: Badlands“ einem gefällt, hängt vermutlich ganz stark davon ab, ob man sich mit der neuen Ausrichtung anfreunden kann. Immerhin ist der Predator dieses Mal nicht der unheimliche Jäger, sondern der Sympathieträger des Films. Gut, Sympathieträger ist vielleicht etwas übertrieben. Diese Rolle gebührt der von Elle Fanning wunderbar quirlig dargestellten Androidin Thia. Der Predator Dek ist immer noch ein (meist) gnadenloser Jäger. Aber ein Jäger mit einer Hintergrundgeschichte. Mit einem Charakter. Und mit einer echten Entwicklung. Entmystifiziert das den Predator? Vielleicht ein bisschen. Es gibt ihm aber auch eine Tiefe, die der Figur (und dem ganzen Franchise) meiner Meinung nach nicht nur guttut, sondern die auch längst überfällig war.

Ein wenig unpassend wirkte auf mich eher der zeitweise fast schon zu fröhliche Humor. Und das unnötige CGI-Gehopse, welches der ansonsten tadellosen Action ein wenig die Wucht nimmt. Aber bitte nicht falsch verstehen: „Predator: Badlands“ ist meilenweit von dem humoristischen Totalausfall „Predator: Upgrade“ und dem typischen Marvel-CGI-Gekloppe entfernt. Ich rede hier maximal über leichte Abzüge in der B-Note.

Jetzt hoffe ich nur, dass die in „Predator: Badlands“ bereits angeteaserte Fortsetzung auch tatsächlich kommt. Ich würde mich wirklich freuen, mehr von dieser schrägen Patchwork-Familie zu sehen.

Meine Wertung: 8/10

Geschaut: „Die Kinder der Verdammten“ (1964)

Ich habe inzwischen einen ganzen Stapel an Filmen, die ich noch nie gesehen habe. Ein Stapel, bestehend aus mehreren über- und hintereinander stehenden Reihen. Warum ich so viele ungesehene Filme besitze? Weil ich mir Filme danach kaufe, ob ich sie irgendwann einmal schauen möchte – und wenn es dann soweit ist, muss ich nur noch ins Regal greifen. Zumindest theoretisch. Heute zum Beispiel war ich endlich in der richtigen Stimmung, um mir Gareth Edwards‘ „Monsters“ anzuschauen. Meine Güte, hatte ich Lust auf den Film. Blöd nur, dass ich die Blu-ray zwar besitze, sie aber offenbar ganz hinten steht, wo derzeit absolut kein Rankommen ist. Dumm. Dumm dumm dumm. Es nützt nix, ich muss diesen Stapel endlich verkleinern. Also habe ich beschlossen, Filme ab jetzt nicht mehr zu schauen, sobald ich in der richtigen Stimmung für sie bin, sondern mir einfach den Film zu schnappen, der gerade ganz oben liegt. Und so bin ich heute bei „Die Kinder der Verdammten“ aus dem Jahr 1964 gelandet.

Worum geht’s

Weltweit werden insgesamt sechs Kinder entdeckt, die nicht nur über eine extrem hohe und absolut identische Intelligenz, sondern auch über telepathische Fähigkeiten verfügen. Während Wissenschaftler und Regierungen darüber streiten, wie mit der Situation umzugehen ist und ob die Kinder eine Bedrohung darstellen, verschanzen diese sich gemeinsam in einer verlassenen Kirche …

Meine Meinung

„Die Kinder der Verdammten“ wird oft als Fortsetzung zu „Das Dorf der Verdammten“ bezeichnet, ist aber im Grunde eher eine Neuinterpretation der ursprünglichen Geschichte. Verweise zum Vorgänger gibt es jedenfalls keine, sodass sich der Film auch ohne Vorkenntnisse schauen lässt. Was ich allerdings nicht empfehlen würde, denn „Das Dorf der Verdammten“ ist seinem Nachfolger in jeglicher Hinsicht überlegen. Was Spannung und Atmosphäre angeht, bleibt das Original ungeschlagen. Die Figuren sind besser ausgearbeitet und deutlich interessanter. Und auch die Darsteller hinterlassen einen besseren Eindruck. Punkten kann „Die Kinder der Verdammten“ eigentlich nur bei der Motivation der Kinder. Während im Original von Anfang an klar ist, dass die unheimlichen Blagen nichts Gutes im Schilde führen, lässt der Nachfolger offen, ob von den Kindern tatsächlich eine Gefahr ausgeht – oder es, wie so oft, nicht doch eher der Mensch ist, vor dem man sich fürchten sollte.

Leider kommt diese Frage erst im Finale so richtig zum Tragen. Der Weg dorthin ist zwar nicht gänzlich uninteressant, kam mir aber trotz kurzer Laufzeit erschreckend langatmig vor. Daher lautet meine Empfehlung ganz klar: Wer beide Filme noch nicht kennt, sollte dem Original den Vorzug geben – und die „Fortsetzung“ dann ggf. als Ergänzung hinterherschieben. Man verpasst aber auch nicht viel, wenn man es nicht tut.

Meine Wertung: 5/10

Gehört: „Underground“ von Lee Child

Jack Reacher sitzt gerade in der New Yorker U-Bahn, als ihm eine sichtlich nervöse Frau auffällt. Da er eine Selbstmord-Attentäterin vermutet, spricht er die Frau an, welche daraufhin eine Waffe zieht und sich erschießt. Als sich nicht nur die Polizei, sondern auch das FBI für die Tote interessiert, wird Reachers Neugier geweckt. Die Spuren führen ihn zu dem Kongress-Abgeordneten John Sansom – und zu der verführerischen Lila Hoth …

Da mir die Zeit zwischen den „Reacher“-Staffeln zu lang ist, habe ich letztes Jahr begonnen, die Jack-Reacher-Romane von Lee Child zu lesen. Oder zu hören. Je nach Lust und Laune. Inzwischen bin ich bei Roman Nummer 13 angelangt, der mir einmal mehr verdammt gut gefallen hat. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle kurz erwähnen, dass ich den unmittelbaren Vorgänger „Outlaw“ für ziemlich … seltsam halte. Die Story des 12. Romans ist verworren und unnötig umständlich erzählt, seitenlang passiert gefühlt gar nichts und das Ende empfand ich als erschreckend unbefriedigend. In „Underground“ findet Lee Child zum Glück wieder zu seiner alten Form zurück. Die Geschichte ist von der ersten Seite an interessant und spannend, die Wendungen sind allesamt nachvollziehbar, die Action macht Spaß und das Finale ist brutal, roh und passt perfekt zu Reachers Art, für Gerechtigkeit zu sorgen.

Zugegeben, innovativ ist hier nichts. Letztlich laufen die Jack-Reacher-Romane stets nach demselben Muster ab: Reacher wird (meist zufällig) in etwas hineingezogen, beginnt zu ermitteln, kommt einer größeren Sache auf die Spur, schläft mit einer attraktiven Frau und rettet den Tag. Mehr isses im Grunde nicht. Aber hey, ich geb’s zu: Manchmal brauche ich auch nicht mehr als das. Und „Underground“ liefert diesbezüglich perfekt ab.

Wenn es etwas gibt, was ich tatsächlich zu bemängeln habe, dann ist das der Sprecher des deutschen Hörbuchs. Ich werde mit Frank Schaffs eher monotonen Art einfach nicht warm. Insbesondere in den Dialogen habe ich teilweise arge Probleme nachzuvollziehen, welche Figur jetzt gerade spricht. Das hat Michael Schwarzmaier in den ersten Hörbüchern deutlich besser hinbekommen.

Egal, jetzt freue ich mich auf „61 Stunden“. Ich muss nur noch entscheiden, ob ich den lesen oder hören möchte …

Geschaut: „Hellboy: The Crooked Man“ (2024)

Hellboy (Jack Kesy) und die Innendienst-Agentin Bobbie Jo (Adeline Rudolph) sollen eine äußerst gefährliche Spinne ins Hauptquartier transportieren. Als die Spinne aus ihrer Transportbox entkommt, zwingt das die beiden zu einem Zwischenstopp in den Appalachen. Während sie die Gegend erkunden, stoßen Hellboy und Bobby Jo auf einen Hexenzirkel und den unheimlichen Crooked Man, der die Gegend schon seit Generationen heimsucht …

Der arme Hellboy hat’s nicht leicht. Die beiden Filme von Guillermo del Toro kamen bei den Fans zwar gut an, spielten aber dennoch nicht genug ein, sodass wir den bislang nicht gedrehten Abschluss der geplanten Trilogie wohl nie erleben werden. Der viele Jahre später von Neil Marshall inszenierte „Call of Darkness“ war so belanglos, dass ich nicht mal mehr weiß, worum es in dem Film eigentlich ging. Und nun gibt’s „The Crooked Man“, einen günstig in Bulgarien gedrehten Versuch, der Figur gerecht zu werden. Da klingeln direkt sämtliche Alarmglocken, aber Überraschung: „The Crooked Man“ ist gar nicht mal so übel geworden.

Regisseur Brian Taylor („Crank“) macht das einzig Richtige und verzichtet auf den Versuch, das Spektakel der Vorgänger zu kopieren. Das wäre mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wohl auch komplett in die Hose gegangen. Stattdessen gibt’s eine vergleichsweise ruhige Story, die viel mehr Horror als Fantasy ist. Und die erstaunlich gut funktioniert – sofern man mit Hexen, Flüchen und Halluzinationen thematisch etwas anzufangen weiß. Mir persönlich hat das düstere und überraschend atmosphärische Treiben gut gefallen, auch wenn die Spannung ein wenig zu wünschen übrig lässt, die Figuren etwas zu blass bleiben, und sich das fehlende Budget insbesondere bei den wenigen CGI-Monstern durchaus bemerkbar macht.

Letztlich ist „Hellboy: The Crooked Man“ kein wirklich guter, aber ein durchaus solider Film geworden – und das ist weit mehr, als ich erwartet hatte.

Meine Wertung: 6/10

Geschaut: „Nichts als die Wahrheit“ (2008)

Die Journalistin Rachel Armstrong (Kate Beckinsale) schreibt einen Artikel, der eine Militäroperation der amerikanischen Regierung infrage stellt und zugleich Erica Van Doren (Vera Farmiga) als CIA-Agentin enttarnt. Um die Identität des Informanten herauszufinden, lässt der von der Regierung beauftragte Anwalt Patton Dubois (Matt Dillon) Rachel vor Gericht aussagen. Doch Rachel weigert sich, den Namen ihrer Quelle zu nennen – auch wenn das für sie bedeutet, ins Gefängnis zu gehen …

Ich mag Justizdramen. Ich mag Politthriller. Und ich mag Kate Beckinsale. Dementsprechend habe ich absolut keine Ahnung, wie ich „Nichts als die Wahrheit“ so lange übersehen konnte. Zumal der Film wirklich gut ist und eine spannende Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die übrigens von wahren Ereignissen (Stichwort Plame-Affäre) inspiriert wurde. Es geht um Vertrauen, Integrität, die Wichtigkeit der freien Presse und um die Frage, was Menschen bereit sind, für ihre Prinzipien und Werte zu opfern. Das Geschehen wird unaufgeregt, aber zügig und spannend erzählt. Kate Beckinsale darf zur Abwechslung mal nicht nur gut aussehen, sondern auch richtig schauspielern. Und der Schluss“gag“ ließ mich tatsächlich nachdenklich und emotional ein wenig hin- und hergerissen zurück. Das schafft längst nicht jeder Film.

Was ich damit sagen möchte: Wer sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessiert, sollte „Nichts als die Wahrheit“ eine Chance geben – es lohnt sich!

Meine Wertung: 8/10

Kurz kommentiert: „Stranger Things“ Staffel 5

Das war sie also, die finale Staffel von „Stranger Things“. Und na ja, ich bin ziemlich … unterwältigt. Inhaltlich hat die fünfte Staffel nur wenig Neues hinzugefügt. Zahlreiche Fragen bleiben unbeantwortet. Und das Finale in Form der letzten Folge wirkt auf mich so, als hätten „Stephen Kings Es“ und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ miteinander Sex gehabt und ein Kind gezeugt, das jedoch nur deren schlechtesten Eigenschaften geerbt hat. Wer alle drei Titel gesehen hat, wird verstehen, was ich meine.

Insgesamt ist das „große“ Finale zwar kein Totalausfall, aber in jeglicher Hinsicht unoriginell und mutlos. Da habe ich von den Duffer-Brüdern wirklich ein wenig mehr erwartet. Schade.

Mein abschließendes Ranking der fünf Staffeln:

Staffel 4 => 10/10
Staffel 3 => 9/10
Staffel 1 => 8/10
Staffel 5 => 7/10
Staffel 2 => 7/10

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