Im Kino gesehen: Paranormal Activity 4

Es gibt Filme, über die man keine großen Worte verlieren muss. Oder kann. “Paranormal Activity 4” ist einer dieser Filme, weswegen ich auf meinen üblichen Review-Aufbau verzichte und mich dieses Mal ein wenig wesentlich kürzer fasse.

Getreu dem Motto “Kennst du einen, kennst du alle!” läuft der Film nach exakt demselben Schema ab wie bereits seine drei Vorgänger. Wieder gerät eine unschuldige Familie in die Fänge des bekannten Dämons, wieder wird die Gefahr viel zu spät erkannt und wieder wird alles von einer bzw. mehreren Kameras aufgezeichnet. Überraschungsarm dümpelt die Geschichte dahin und hangelt sich von einem bekannten Schreckmoment zum nächsten, bis in den letzten fünf Minuten tatsächlich mal so etwas wie Spannung aufkommt, obwohl man natürlich von Anfang an weiß, wie die ganze Chose (mal wieder) endet. Und während man sich innerlich fragt, ob es diesen vierten Teil wirklich gebraucht hätte, kommt noch eine (recht zusammenhanglos wirkende) Szene nach dem Abspann, die vermutlich den unvermeidlichen fünften Teil ankündigen soll. Ob ich den dann allerdings im Kino (oder überhaupt) sehen muss, ist mehr als fraglich …

Meine Wertung: 4/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Überraschend düster: Erster Trailer von „Iron Man 3“ ist online!

Das sieht gut aus. Verdammt gut. Verdammt düster. Und somit komplett anders als die ersten beiden „Iron Man“-Filme. Nach Jon Favreau hat dieses Mal Shane Black auf dem Regiestuhl Platz genommen, mit dem Robert Downey Jr. bereits den genialen „Kiss Kiss Bang Bang“ gedreht hat. Dementsprechend bin ich mehr als zuversichtlich, dass wir trotz (oder auch gerade wegen) des angedeuteten Stilwechsels im Mai 2013 eine würdige Fortsetzung sehen werden …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=jreqtHHN9tU]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Zweiter deutscher „Jack Reacher“-Trailer ist online

Bitte? Ihr kennt Jack Reacher nicht? Den genialen Ex-Militärermittler, der bereits in 16 Romanen knallhart gegen das Verbrechen und für die Gerechtigkeit gekämpft hat? Soll ich euch etwas verraten? Ich auch nicht! Vielleicht ist das aber auch von Vorteil, denn angeblich soll Tom Cruise der titelgebenden Figur optisch so gar nicht gerecht werden – was uns als Nichtleser glücklicherweise herzlich egal sein kann. Der Trailer sieht auf jeden Fall interessant aus. Auch wenn er mir etwas zu sehr auf cool getrimmt ist …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=a_y23loTs0g]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Deutscher „Bait 3D“-Trailer ist online

Zugegeben, der deutsche Untertitel „Haie im Supermarkt“ ist mal wieder selten dämlich, aber davon abgesehen, sieht der deutsche Trailer trotz der irgendwie albernen Grundidee durchaus vielversprechend aus. Was meint ihr: Könnte es sich bei „Bait 3D“ mal wieder um einen gelungenen Hai-Thriller handeln?

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=zQ-TaCN8MEc]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Kino gesehen: 96 Hours – Taken 2

Vor vier Jahren zeigte Liam Neeson uns in “Taken” (deutscher, muahaha, Titel: “96 Hours”), dass a) altmodische Actionfilme noch nicht ausgestorben sind und b) er selbst noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Hart und kompromisslos kämpfte und folterte Neeson sich durch Paris, um das Leben seiner entführten Tochter zu retten. Dem Publikum gefiel das moralisch fragwürdige Actionvergnügen – und mir auch. Eine Fortsetzung war also nur eine Frage der Zeit. Und so läuft seit gestern “Taken 2” (deutscher, muahaha², Titel: “96 Hours – Taken 2”) in den Kinos.

Worum geht’s

Eigentlich wollte Bryan Mills (Liam Neeson) mit seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) und der gemeinsamen Tochter Kim (Maggie Grace) in Istanbul ein paar nette Tage verbringen. Doch die Vergangenheit holt die sich langsam wieder aufeinander zu bewegende Familie ein: Um seine von albanischen Mädchenhändlern entführte Tochter zu finden und zu befreien, ging der ehemalige Top-Agent vor einigen Monaten über Leichen. Doch Leichen hinterlassen immer trauernde Hinterbliebene. Und diese Hinterbliebenen wollen Rache …

Meine Meinung

Ich rede lieber gar nicht erst lange um den heißen Brei herum: Pierre Morels “Taken” war ein gradliniger Actionreißer alter Schule. Wer von Olivier Megatons “Taken 2” eine würdige Fortsetzung im selben Stil erwartet, wird nach dem Kinobesuch stark enttäuscht sein.

“Wenn ich dich töte, werden dann andere Söhne kommen und nach mir suchen?”
”Ja.”
”Dann werde ich die auch töten.”

Praktisch alles, was den Vorgänger auszeichnet, wurde in der Fortsetzung in den Sand gesetzt. Bryan Mills ist zwar nach wie vor knallhart, kommt aber längst nicht mehr so gnaden- und kompromisslos daher wie in seinem ersten Auftritt, der neben übersichtlicher Action auch noch zahlreiche One-Liner zu bieten hatte. Die markigen Sprüche lassen sich dieses Mal an zwei Fingern ablesen und die Action ist so schnell und vor allem ungünstig geschnitten, dass jegliche Übersicht verloren geht. Ließen sich die Handgemenge des ersten Teils noch hervorragend verfolgen, lässt sich in “Taken 2” nur noch erahnen, wie Bryan seine Gegner gerade erledigt hat. Genau das ist es, was ich in einem Actionfilm nicht erleben möchte. Was ebenfalls negativ auffällt, ist, dass sich die Actionszenen nicht mehr so harmonisch in den Film einfügen, sondern schon beinahe gestellt wirken. Als Beispiel sei hier der finale Kampf gegen den Handlanger des Anführers genannt, in dem selbst vor einer “erst in Ruhe die Jacke ausziehen, dann prügeln”-Szene nicht zurückgeschreckt wird.

Hinzu kommt, dass die Fortsetzung an Dämlichkeit schon fast nicht zu überbieten ist. Und das schreibe ich, der fest davon überzeugt ist, dass auf Logik und Realismus in Actionfilmen doch bitte nicht zu viel Wert gelegt werden sollte. Aber ganz ehrlich: Wer seine Protagonisten mitten in Istanbul Handgranaten werfen lässt, damit diese sich über die Explosionen orientieren können, hat keine Verteidigung meinerseits verdient. Getoppt wird diese Szene jedoch durch eine absolut lächerliche Verfolgungsjagd bis in die amerikanische Botschaft, während der Kim, die in Amerika bereits zwei Mal durch die Führerscheinprüfung gerasselt ist, problemlos die Polizei und sämtliche albanische Schergen abhängt, während ihr Auto sich nach jeder Kollision wie von Geisterhand selbst repariert. Davon, dass Bryan sich durch halb Istanbul mordet und Sekunden nach der Ankunft in der amerikanischen Botschaft schon wieder auf freiem Fuß ist, um eine weitere (tödliche) Rettungsaktion zu starten, möchte ich gar nicht erst beginnen.

Dass “Taken 2” kein Totalausfall ist, verdankt er lediglich seinem nach wie vor grandiosen Hauptdarsteller und der Tatsache, dass der Film trotz seiner Fehler niemals wirklich langweilig wird. Für einen großen Actionwurf ist das aber zu wenig. Und für eine würdige Fortsetzung erst recht.

Meine Meinung

Hektisch und unübersichtlich geschnittener Actionreißer mit gutem Hauptdarsteller, der seinem Vorgänger in jederlei Hinsicht unterlegen ist und dessen Dämlichkeit schon beinahe körperliche Schmerzen verursacht.

Meine Wertung: 4/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Piranha 2

Brüste! Blut! Fiese Fische! Damit lockte Alexandre Ajas “Piranha” 2010 das Trash-willige Publikum ins Kino. Zwei Jahre später wartet nun die unvermeidliche Fortsetzung “Piranha 2” auf willige Käufer und verspricht “coolere Action – fiesere Fische – größere Brüste”. Kann der Film halten, was das Cover verspricht?

Worum geht’s

Das Massaker am Lake Victoria liegt ein Jahr zurück. Die mörderischen Piranhas wurden zu Lasten der Natur ausgerottet, was aus dem einst beliebten Ferienort eine öde Landschaft hat werden lassen. In der Nachbarstadt Merkin hingegen tobt nach wie vor das Partyleben. In nur wenigen Tagen soll mit “The Big Wet” gar ein riesiger Wasserpark eröffnet werden. Doch einige der Piranhas aus dem Lake Victoria haben überlebt – und werden von dem Chlorgeruch der Wasseranlage geradezu magisch angezogen …

Meine Meinung

Ich bin einigermaßen positiv überrascht: So schlecht, wie der Film in vielen Reviews gemacht wird, ist er zum Glück nicht. Auch wenn ich zugeben muss, dass “Piranha 2” dem Vorgänger nicht mal ansatzweise das Wasser reichen kann.

Werfen wir einen näheren Blick auf das Versprechen vom Cover:´

Coolere Action? Nope! Das finale Massaker ist deutlich kürzer und erreicht in keiner Sekunde den zynischen Blutgehalt des Vorgängers. Auch die bis dahin eingestreuten Mini-Angriffe fallen deutlich zahmer aus. Gore-Freunde kommen zwar auf ihre Kosten, sollten die eigenen Ansprüche aber entsprechend senken, um nicht enttäuscht zu werden.

Fiesere Fische? Nope, ganz im Gegenteil! Die neue Brut ist sogar so anständig, sich beim Schwimmen stets so viel Zeit zu lassen, dass die wichtigsten Charaktere das Wasser gerade noch einigermaßen unbeschadet verlassen können. Wie nett.

Größere Brüste? Okay, die kann “Piranha 2” in der Tat bieten. Silikon-Fetischisten kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

Die riesigen Silikonbrüste stehen dabei stellvertretend für das Niveau des Films, welches Alexandre Ajas Vorgänger ohne Zweifel stets unterbietet. Die Charaktere wirken noch belangloser (weswegen ich über sie auch kein Wort verliere), die Effekte künstlicher und der Humor deutlich primitiver. Und dennoch dürfen Fans des Originals aufgrund einiger skurriler Ideen durchaus einen Blick riskieren, zumal sich “Piranha 2” mit seiner Nettolaufzeit von gerade mal 70 Minuten gut zwischendurch einschieben lässt. 70 Minuten, in denen Sätzen fallen wie “Josh hat sich seinen Penis abgehackt, weil etwas aus meiner Vagina gekrochen kam.” und in denen ein herrlich selbstironischer David Hasselhoff die wohl vernünftigste Bemerkung des Films von sich gibt, wenn er inmitten des Massakers vorschlägt, den Pool doch bitte einfach zu verlassen, da einen die Piranhas wohl kaum bis nach Hause verfolgen würden. Momente wie diese sind es, die den ansonsten etwas unbeholfen wirkenden Film vor der Versenkung retten. Zu schade, dass diese Momente viel zu rar gesät sind …

Mein Fazit

Deutlich spannungsärmere und niveaulosere Fortsetzung, die sich dank ein zwei gelungener Einfälle, einer extrem kurzen Laufzeit und eines spielfreudigen David Hasselhoff gerade noch so über Wasser halten kann.

Meine Wertung: 5/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Kino gesehen: Resident Evil: Retribution

Hauptplakat(494x700)Inzwischen ist es vier Tage her, dass ich “Resident Evil: Retribution” im Kino gesehen habe. Doch wirklich schlauer bin ich noch immer nicht. Mag ich den Film nun oder mag ich ihn nicht? Freue ich mich auf den nächsten Teil oder freue ich mich nicht? Und wieso denke ich über einen No-Brainer wie “Resident Evil: Retribution” überhaupt so lange nach? Fragen über Fragen …

Worum geht’s

Nach dem Angriff der Umbrella-Kampfflugzeuge auf das Schiff Arcadia erwacht Alice (Milla Jovovich) in der Zelle einer geheimen Forschungsanlage. Mit Hilfe der Spionin Ada Wong (Bingbing Li) gelingt ihr zwar die Flucht aus der Zelle, doch um aus der Anlage zu entkommen, muss Alice diverse Areale durchqueren, die Umbrella für ihre biologischen Waffentests errichtet hat. Von Zombies und Mutanten umgeben, kämpft Alice sich Areal für Areal zum rettenden Ausgang. Stets verfolgt von der unter Umbrellas Kontrolle stehenden Jill Valentine (Sienna Guillory) und der geklonten Rain (Michelle Rodriguez) …

Meine Meinung

Szenenbild_16(700x466)Geschichte war einmal, nun ist pure Action angesagt. Okay, viel wussten die bisherigen “Resident Evil”-Filme auch nicht zu erzählen, aber mit “Resident Evil: Retribution” ist diesbezüglich der absolute Tiefpunkt erreicht. Eine durchgehende Story ist praktisch nicht mehr vorhanden, was sich auch darin zeigt, dass Charaktere aus den Vorgängern (mal wieder) ohne Erklärung fallengelassen werden. Vielmehr geht es inzwischen nur noch darum, einen Grund zu finden, um Alice und ihre Mitstreiter von einer Actionszene zur nächsten zu schicken. Das Ergebnis ist ein Film, der nicht mal mehr den Hauch eines Spannungsbogens (nötig?) hat, sondern wie ein Arcade-Spiel emotionslos von Gegnerschar zu Gegnerschar und von Level zu Level bis hin zum obligatorischen Cliffhanger führt.

Szenenbild_05(700x466)Prinzipiell kann so etwas durchaus unterhalten. Sofern die Action stimmt. Und das tut sie. Die rückwärts gezeigte Eröffnungssequenz ist schlicht fantastisch und für sich praktisch schon das Eintrittsgeld wert. Im Laufe des Films fährt Regisseur Paul W.S. Anderson dann so ziemlich alle Geschütze auf, die die “Resident Evil”-Filme zu bieten haben. Herden von Zombies, riesige Mutationen, blutige Shootouts, knallharte Martial-Arts-Kämpfe und Milla Jovoich im hautengen Kampfanzug – lediglich auf die beliebten Zombiehunde muss diesmal verzichtet werden. Für einen klischeebeladenen Boah-ey-geile-Frau-und-geile-Action-Männerabend wäre “Resident Evil: Retribution” also praktisch genau das Richtige! Wenn nicht … ja wenn die Filmmusik nicht wäre. Ich weiß nicht so recht, wie ich es beschreiben soll, doch Fakt ist, dass die Musik mir so gut wie jede Actionszene ruiniert hat. Solch eine penetrant auf cool getrimmte und dabei in vielen Szenen schlicht unpassend (weil hoffnungslos übertrieben) wirkende Untermalung ist mir in einer Kinoproduktion schon lange nicht mehr untergekommen. Hier wäre weniger wirklich deutlich mehr gewesen …

Mein Fazit

Blutige Daueraction ohne Geschichte, Sinn und Verstand, dafür aber mit einer wie immer verdammt attraktiven Hauptdarstellerin. Schick anzusehen, aber nichts für die Ewigkeit. Und verdammt noch mal, die Musik nervt! Ach ja, und wo ich schon beim Abschlussmeckern bin: Jill Valentine sah mit kurzen, dunklen Haaren deutlich schärfer aus! Pah!

Meine Wertung: 5/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Ghost Rider: Spirit of Vengeance

2007 schlüpfte der bekennende Comic-Fan Nicolas Cage in die brennende Lederkluft des teuflischen Kopfgeldjägers Ghost Rider. Doch eine zu konventionelle und letztlich zu harmlose Inszenierung ließen den durchaus unterhaltsamen Film bei Kritikern und Publikum durchfallen. 2011 nahm sich das durch “Crank” und “Gamer” bekannt gewordene Gespann Neveldine/Taylor einer Fortsetzung an, an die wohl niemand so recht geglaubt hatte. Und wenn ich den fertigen Film rückwirkend betrachte: Die auch niemand wirklich gebraucht hat. Zumindest nicht in dieser Form …

Worum geht’s

Aus Angst vor seinen eigenen Kräften hat sich Johnny Blaze (Nicolas Cage) in Osteuropa zurückgezogen. Dennoch kann der Priester Moreau (Idris Elba) ihn ausfindig machen. Moreau benötigt Johnnys Hilfe, um den Jungen Danny (Fergus Riordan) zu finden und zu beschützen. Dieser befindet sich gemeinsam mit seiner Mutter Nadya (Violante Placido) auf der Flucht vor dem Teufel (Ciarán Hinds), der ein ganz persönliches Interesse an Danny hat …

Meine Meinung

Die Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor wollten bei der Fortsetzung vieles anders machen. Nun, das haben sie geschafft. Nur leider bedeutet anders nicht automatisch auch besser. Mark Steven Johnsons Erstling ist vielleicht etwas zahm und irgendwie auch belanglos, aber dennoch unterhaltsam. Die Fortsetzung ist einfach nur laut. Und zwischen den lauten Stellen gähnend langweilig.

Zugegeben, die Effekte haben sich deutlich verbessert. Endlich sieht der Ghost Rider bedrohlich und nicht mehr wie ein Plastikskelett mit viel zu breiter Lederjacke aus. Und ja, die Actionszenen können auch überzeugen. Sofern man mit der für Neveldine und Taylor typischen Hektik leben kann. Der Film lief gerade mal fünf Minuten, als ich ernsthaft mit dem Gedanken spielte, den Blu-ray-Player wegen eintretender Kopfschmerzen abzuschalten. Hat man sich jedoch erst mal an die wilden Kamerafahrten gewöhnt, kann man mit der Action eine Menge Spaß haben. Zumal diese erfreulich abwechslungsreich ausfällt und der Rider sich neben seinem Motorrad auch andere Fahrzeuge zu eigen macht, um den Bösewichtern entgegen zu treten.

Leider sind damit auch schon alle positiven Merkmale des Films genannt. Die Szenen zwischen der Action, und davon gibt es so einige, tendieren irgendwo zwischen langweilig und lächerlich. Langweilig, weil die Figuren niemals an Kontur gewinnen und die Geschichte vollkommen ausgelutscht ist, so dass in keiner Minute Spannung aufkommen will. Und lächerlich, weil die Darsteller entweder völlig desinteressiert wirken oder wie Nicolas Cage dem Overacting frönen. Diesbezüglich hat der Vorgänger mit Eva Mendes, Sam Elliott und Peter Fonda weit mehr zu bieten. Da können auch die (wirklich kurzen) Kurzauftritte von Anthony Head und Christopher Lambert nichts retten.

Erschwerend kommt noch der typische Neveldine/Taylor-Humor hinzu, der zwar gut zu “Crank” passt, jedoch schon bei “Gamer” störte und auch bei “Ghost Rider: Spirit of Vengeance” eher deplatziert wirkt.

Mein Fazit

Misslungene Fortsetzung des unter Wert gehandelten “Ghost Rider”, die lediglich mit besseren Effekten und stellenweise netter Action punkten kann. Über Geschichte, Darsteller und Humor sollte hingegen lieber der Mantel des Schweigens ausgebreitet werden …

Meine Wertung: 4/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Nun auch auf Deutsch: Der zweite Trailer zu “Der Hobbit – Eine unerwartete Reise” ist da!

Gestern erschien der englische, heute folgt der deutsche Trailer: “Der Hobbit – Eine unerwartete Reise” erzählt die Vorgeschichte von “Der Herr der Ringe” und dürfte einer der am stärksten herbeigesehnten Filme 2012 sein. Regie führt erneut Peter Jackson und auch Ian McKellen, Elijah Wood, Hugo Weaving, Ian Holm, Orlando Bloom, Cate Blanchett und Christopher Lee sind wieder mit von der Partie. Als jungen Bilbo Beutlin dürfen wir uns auf Martin Freeman (bekannt aus der grandiosen TV-Serie “Sherlock”) freuen.

Doch nun genug der nüchternen Informationen, hier der versprochene Trailer:

Die Reise beginnt am 13. Dezember 2012 …

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Straw Dogs – Wer Gewalt sät

1971 schockierte ein nach zahlreichen Provokationen brutal zurückschlagender Dustin Hoffman in Sam Peckinpahs “Straw Dogs” die Kinozuschauer. Zumindest habe ich das so in zahlreichen Reviews gelesen. Ich selbst war zu dieser Zeit noch nicht mal das Funkeln in den Augen meiner Eltern und habe diesen Klassiker trotz meiner Filmleidenschaft bis heute nicht gesehen. Eine gute Voraussetzung, um sich das Remake ohne Vorbehalte anzuschauen …

Worum geht’s

Das junge Ehepaar David (James Marsden) und Amy (Kate Bosworth) Sumner zieht nach dem Tod von Amys Eltern aus der Großstadt in deren ländlichen Heimatort. Für die dringend notwendige Renovierung des Hauses engagieren die Sumners Amys alte Jugendliebe Charlie (Alexander Skarsgård). Die anfänglich nachbarschaftliche Atmosphäre schlägt schnell in gegenseitige Ablehnung um. Während die Kleinstadtbewohner sich von Davids intellektuellem, in ihren Augen überheblichem Auftreten provoziert fühlen, fremdelt David mit dem seiner Meinung nach zu vertrauten Umgang miteinander. Vom gegenseitigen Unverständnis getrieben, nehmen die Konfrontationen stetig zu. Als David den geistig zurückgebliebenen Jeremy (Dominic Purcell) vor einem Lynchjustizmob zu schützen versucht, eskaliert die Situation …

Meine Meinung

Wie oben bereits geschrieben, habe ich keinen Vergleich zu dem berühmten Original. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass mir das Remake trotz vorhersehbarer Geschichte ausgesprochen gut gefallen hat. Regisseur Rod Lurie erzählt in erfrischend ruhigen Bildern den Verlauf einer Eskalation, die sich unaufhaltsam ins Negative entwickelt, bis es für die Beteiligten keinen anderen Ausweg als die nackte Gewalt mehr gibt. Und diese hat es wahrlich in sich. Das Finale, in dem die Sumners sich in ihrem Haus gegen den hasserfüllten Mob zur Wehr setzen, strotzt vor Brutalität und roher Gewalt. Dennoch wirken die überaus blutigen Szenen niemals selbstzweckhaft, sondern glaubhaft und jederzeit der Geschichte angemessen.

Bis zum Finale ist es jedoch erfreulicherweise ein weiter Weg. Diesen nutzt Regisseur Lurie, um die Charaktere ausführlich vorzustellen und die bedrohliche Atmosphäre behutsam aufzubauen. Geschickt werden Vorurteile und Missverständnisse genutzt, bis jede noch so kleine Bemerkung oder Geste auf der einen oder anderen Seite eine Provokation darstellt und die anfänglich unterschwelligen Aggressionen in ersten Taten münden. Die Figuren bleiben dabei stets glaubwürdig, sind jedoch besonders auf Seiten der Kleinstädter ein wenig stereotyp geraten.

James Marsden spielt den zurückhaltenden David, der in einer ausweglosen Situation über sich hinaus wächst, gewohnt solide. In Erinnerung bleiben jedoch eher Kate Bosworth und Alexander Skarsgård. Während Bosworth besonders im letzten Drittel eine emotional bewegende Vorstellung abgibt, überzeugt Skarsgård als durchaus charismatischer Anführer, der sich alleine dadurch provoziert fühlt, dass Amy sich für einen Hänfling wie David statt für ihn entschieden hat. Erwähnenswert ist auch James Woods, der in einer Nebenrolle als alkoholabhängiger Footballcoach eine erschreckend abstoßende Darstellung zum Besten gibt.

Mein Fazit

Gelungener Thriller, dessen blutiges Finale aufgrund des behutsamen Spannungsaufbaus umso heftiger in die Magengrube fährt und den Zuschauer mit der Frage zurück lässt: Wie weit würde ich gehen?

Meine Wertung: 7/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

1.259 Beiträge
1 Folgende(r)

Kategorien

Archiv

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner