Geschaut: „The Astronaut“ (2025)

Wie das immer so ist: Zwei Wochen lang kommen hier gar keine neuen Filme an, und dann gleich zwei am selben Tag, die ich beide am liebsten sofort schauen würde. Entschieden habe ich mich letztlich für „The Astronaut“. Zum einen, weil ich Kate Mara immer gerne (und leider viel zu selten) in einem Film sehe, und zum anderen, weil der Science-Fiction-Film sehr … kontrovers aufgenommen wird. Was ich bislang gelesen habe, reicht von „absoluter Müll“ bis hin zu „cleveres Meisterwerk“. Klar, dass meine Neugierde da geweckt wurde.

Worum geht’s

Die Astronautin Sam Walker (Kate Mara) wird nach einer Bruchlandung aus ihrer Kapsel gerettet. Außer Erinnerungslücken und einem Bluterguss an ihrer Hand scheint es ihr zum Glück gut zu gehen. Zur Erholung und für weitere Untersuchungen wird Sam in einem abgelegenen Haus einquartiert. Doch irgendwas scheint nicht zu stimmen. Sam leidet unter wiederkehrenden Tinnitus-Schüben, Nasenbluten und seltsamen Halluzinationen. Und dann ist da noch dieses Gefühl, als würde sie irgendjemand beobachten. Oder irgendetwas …

Meine Meinung

Nachdem ich „The Astronaut“ nun gesehen habe, kann ich absolut nachvollziehen, dass dieser Film das Publikum spaltet. Und um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich selbst von ihm halten soll. Dabei beginnt er durchaus vielversprechend. Das riesige, fast schon klinisch saubere Haus ist eine tolle Location. Die Atmosphäre ist angespannt, unheimlich und herrlich mysteriös. Kate Mara spielt souverän wie immer. Neben ihr veredeln auch noch Laurence Fishburne, Gabriel Luna und Ivana Milicevic den Film. Das ist alles schon verdammt stark. Doch dann kommt nach knapp einer Stunde die Auflösung. Und ich sag’s mal so: Originell ist diese zweifellos, nur ergibt sie leider keinen Sinn. Und mit „keinen“ meine ich: absolut keinen.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin der Letzte, der verlangt, dass Filme eine durchgängig schlüssige Geschichte erzählen müssen. Wenn ein Film als Ganzes (für mich) funktioniert, sehe ich gerne über die eine oder andere Unstimmigkeit oder Logiklücke hinweg. Aber egal wie ich es drehe und wende und wieviel guten Willen ich auch aufwende: Die Story von „The Astronaut“ funktioniert nicht. Ja, das Ende ist überraschend, absolut nicht vorherzusehen, und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, es nicht irgendwie cool gefunden zu haben. Es passt nur einfach nicht zu dem, was in der Stunde davor passiert ist. So gar nicht. Und je länger ich darüber nachdenke, desto unsinniger wird das Ganze.

Vielleicht versteht ihr nun, wieso ich so hin- und hergerissen bin. Ich meine, im Grunde hat mir Film wirklich gut gefallen. Die erste Stunde ist atmosphärisch und spannend. Das Ende ist originell und hat definitiv interessante Ansätze. Doch beide Teile ergeben leider kein Ganzes. Schlimmer noch, sie stehen sich gegenseitig im Weg. Ein seltsam unstimmiger Film. Apropos seltsam unstimmig: Die CGI-Effekte … ach, egal. So viele gibt’s davon zum Glück ja nicht.

Wie dem auch sei: Science-Fiction-Fans dürfen gerne mal einen Blick riskieren – und sei es nur, um bei dem Ende mitreden zu können.

Meine Wertung: 5/10

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Mal wieder geschaut: „Fear City – Manhattan 2 Uhr nachts“ (1984)

Ein Psychopath mit Martial-Arts-Kenntnissen macht in Manhattan Jagd auf Stripperinnen, fügt ihnen grausame Verstümmelungen zu und überlässt sie dann ihrem Schicksal. Während die Polizei im Dunkeln tappt, versucht der ehemalige Boxer und jetzige Manager Matt Rossi (Tom Berenger), seine Freundin Loretta (Melanie Griffith) vor dem Killer zu beschützen …

Das letzte Mal dürfte ich „Fear City“ als Teenager gesehen haben – und es ist schon irgendwie faszinierend, was mir davon in Erinnerung geblieben ist. Nicht etwa die nackten Brüste, die beinahe im Minutentakt in die Kamera gehalten werden, nein, es waren der Martial-Arts-Killer und der finale Kampf, an die ich mich noch erinnern konnte. Ja, ich wusste schon immer, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Sei’s drum. „Fear City“ ist ein Film, wie ihn nur die Achtziger hervorbringen konnten. Slasher. Erotikthriller. Martial-Arts-Actionfilm. Drama. Dieser Film ist alles und nichts zugleich. Der Killer kämpft mit dem Messer, dem Schwert oder einem Nunchaku. Der Held kämpft mit seinen Fäusten und seiner tragischen Vergangenheit. Die Angebetete des Helden kämpft mit ihren Drogenproblemen. Und wir als Zuschauer kämpfen damit, aus all dem irgendwie ein schlüssiges Ganzes zusammenpuzzeln zu müssen. Zum Ende hin gibt’s dann tatsächlich noch eine Trainingsmontage, bei der eigentlich nur noch „Gonna Fly Now“ gefehlt hätte. Und im finalen Aufeinandertreffen darf der Held, Achtung Spoiler, erst stilecht unterlegen sein, sich dann aber zu heroischer Musik aufraffen und dem Schurken doch noch zeigen, wo der Boxhandschuh hängt. So gehört sich das schließlich.

Eines muss man „Fear City“ lassen: Der Film ist zweifellos gut besetzt und durchaus atmosphärisch. Aber halt auch ziemlich dumm – und dennoch irgendwie verdammt unterhaltsam. Ein typischer 80er-Jahre-Film halt.

Meine Wertung: 7/10

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Geschaut: „Inside a Skinhead“ (2001)

Danny (Ryan Gosling) ist überzeugter Neonazi, wobei sich sein Hass insbesondere gegen Juden richtet. Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten genießt Danny in der faschistischen Organisation des intellektuellen Curtis Zampf (Billy Zane) eine gewisse Anerkennung. Seine Welt gerät jedoch ins Wanken, als ein Journalist herausfindet, dass Danny selbst Jude ist …

Es gibt Dinge, die werde ich nie verstehen. Zum Beispiel, wie man Menschen so sehr hassen kann, dass man sie auslöschen möchte. Ja, es gibt Menschen, mit denen auch ich nichts anzufangen weiß oder die mir höchst zuwider sind. Extremisten jeglicher Art. MAGA-Anhänger. AfD-Sympathisanten. Religiöse oder esoterisch angehauchte Menschen. Menschen, die den Dark Mode bevorzugen. Aber Menschen den Tod wünschen, weil sie andere Werte vertreten oder an etwas glauben, was ich für Schwachsinn halte? Nein. Nicht mal dann, wenn ich deren Verhalten für gefährlich halte oder sie etwas Furchtbares anstellen. Diese Art von Hass wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Was vermutlich auch ganz gut so ist.

Dementsprechend lassen mich Filme wie „Inside a Skinhead“ immer ein wenig ratlos und verzweifelt, aber auch fasziniert zurück. Wobei insbesondere dieser Film zum Nachdenken anregt, da der von Ryan Gosling hervorragend gespielte Danny kein „typischer“ Nazi ist, was seinen Hass umso weniger nachvollziehbar macht. Letztlich ist (wie vermutlich oft) eine Mischung aus Enttäuschung und Selbsthass die Wurzel allen Übels. Dementsprechend ist es alles andere als angenehm, Danny bei seiner Abwärtsspirale zuzuschauen. Nicht zuletzt, da immer wieder durchschimmert, dass auch er im Grunde nur das (seiner Meinung nach) Richtige tun möchte. „Inside a Skinhead“ verweigert sich einfachen Antworten, ist von der ersten Minute an bedrückend und definitiv kein Gute-Laune-Film – und genau deshalb absolut sehenswert.

Meine Wertung: 8/10

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Ich hab gerade Staffel 9 von „South Park“ beendet …

… und mal ganz abgesehen davon, dass ich den Humor dieser Serie einfach liebe, muss ich an dieser Stelle mal wieder die deutsche Synchronisation loben. Ja, ab und an geht der Wortwitz verloren, aber zum Beispiel in der Folge „Schrankgeflüster“ die „echten“ Stimmen von Tom Cruise, Nicole Kidman und John Travolta zu hören, ist verdammt witzig und ein echter Pluspunkt. Wirklich schön, dass sich die Sprecher dafür nicht zu schade waren.

Ach, und falls ihr euch fragt, wieso ich jetzt erst Staffel 9 (bzw. nun 10) schaue: Ich bin damals bei Staffel 4 oder 5 ausgestiegen. Ich weiß nicht mal mehr warum. Ich glaube, weil die Serie nicht mehr regulär im TV ausgestrahlt wurde. Ist ja eigentlich auch egal. Jetzt habe ich auf jeden Fall Paramount+ und hole alles nach. Mal schauen, wie lange ich brauche, um die aktuelle Staffel zu erreichen …

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Geschaut: „Predator: Badlands“ (2025)

Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wochenlang auf die Veröffentlichung eines Films zu warten, und dann arbeiten zu müssen, wenn der Tag endlich gekommen ist. Zum Glück konnte ich heute pünktlich um 16 Uhr Feierabend machen. Und da ich im Homeoffice war, direkt um 16:02 Uhr mit dem Film starten.

Worum geht’s

Um seinem Clan zu beweisen, dass er kein Schwächling ist, fliegt der junge Yautja Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) zu dem Planeten Genna. Dort möchte Dek einen Kalisk erlegen, eine legendäre Kreatur, vor der sich selbst Deks Vater fürchtet. Doch nicht nur der Kalisk, auch alle anderen Lebensformen auf Genna erweisen sich als ausgesprochen tödlich. Zu seinem Glück findet Dek auf seinem Weg Unterstützung in Form der defekten Androidin Thia (Elle Fanning) …

Meine Meinung

Regisseur Dan Trachtenberg hat es tatsächlich geschafft und den dritten guten Predator-Film in Folge abgeliefert! Wobei … ob „Predator: Badlands“ einem gefällt, hängt vermutlich ganz stark davon ab, ob man sich mit der neuen Ausrichtung anfreunden kann. Immerhin ist der Predator dieses Mal nicht der unheimliche Jäger, sondern der Sympathieträger des Films. Gut, Sympathieträger ist vielleicht etwas übertrieben. Diese Rolle gebührt der von Elle Fanning wunderbar quirlig dargestellten Androidin Thia. Der Predator Dek ist immer noch ein (meist) gnadenloser Jäger. Aber ein Jäger mit einer Hintergrundgeschichte. Mit einem Charakter. Und mit einer echten Entwicklung. Entmystifiziert das den Predator? Vielleicht ein bisschen. Es gibt ihm aber auch eine Tiefe, die der Figur (und dem ganzen Franchise) meiner Meinung nach nicht nur guttut, sondern die auch längst überfällig war.

Ein wenig unpassend wirkte auf mich eher der zeitweise fast schon zu fröhliche Humor. Und das unnötige CGI-Gehopse, welches der ansonsten tadellosen Action ein wenig die Wucht nimmt. Aber bitte nicht falsch verstehen: „Predator: Badlands“ ist meilenweit von dem humoristischen Totalausfall „Predator: Upgrade“ und dem typischen Marvel-CGI-Gekloppe entfernt. Ich rede hier maximal über leichte Abzüge in der B-Note.

Jetzt hoffe ich nur, dass die in „Predator: Badlands“ bereits angeteaserte Fortsetzung auch tatsächlich kommt. Ich würde mich wirklich freuen, mehr von dieser schrägen Patchwork-Familie zu sehen.

Meine Wertung: 8/10

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Geschaut: „Die Kinder der Verdammten“ (1964)

Ich habe inzwischen einen ganzen Stapel an Filmen, die ich noch nie gesehen habe. Ein Stapel, bestehend aus mehreren über- und hintereinander stehenden Reihen. Warum ich so viele ungesehene Filme besitze? Weil ich mir Filme danach kaufe, ob ich sie irgendwann einmal schauen möchte – und wenn es dann soweit ist, muss ich nur noch ins Regal greifen. Zumindest theoretisch. Heute zum Beispiel war ich endlich in der richtigen Stimmung, um mir Gareth Edwards‘ „Monsters“ anzuschauen. Meine Güte, hatte ich Lust auf den Film. Blöd nur, dass ich die Blu-ray zwar besitze, sie aber offenbar ganz hinten steht, wo derzeit absolut kein Rankommen ist. Dumm. Dumm dumm dumm. Es nützt nix, ich muss diesen Stapel endlich verkleinern. Also habe ich beschlossen, Filme ab jetzt nicht mehr zu schauen, sobald ich in der richtigen Stimmung für sie bin, sondern mir einfach den Film zu schnappen, der gerade ganz oben liegt. Und so bin ich heute bei „Die Kinder der Verdammten“ aus dem Jahr 1964 gelandet.

Worum geht’s

Weltweit werden insgesamt sechs Kinder entdeckt, die nicht nur über eine extrem hohe und absolut identische Intelligenz, sondern auch über telepathische Fähigkeiten verfügen. Während Wissenschaftler und Regierungen darüber streiten, wie mit der Situation umzugehen ist und ob die Kinder eine Bedrohung darstellen, verschanzen diese sich gemeinsam in einer verlassenen Kirche …

Meine Meinung

„Die Kinder der Verdammten“ wird oft als Fortsetzung zu „Das Dorf der Verdammten“ bezeichnet, ist aber im Grunde eher eine Neuinterpretation der ursprünglichen Geschichte. Verweise zum Vorgänger gibt es jedenfalls keine, sodass sich der Film auch ohne Vorkenntnisse schauen lässt. Was ich allerdings nicht empfehlen würde, denn „Das Dorf der Verdammten“ ist seinem Nachfolger in jeglicher Hinsicht überlegen. Was Spannung und Atmosphäre angeht, bleibt das Original ungeschlagen. Die Figuren sind besser ausgearbeitet und deutlich interessanter. Und auch die Darsteller hinterlassen einen besseren Eindruck. Punkten kann „Die Kinder der Verdammten“ eigentlich nur bei der Motivation der Kinder. Während im Original von Anfang an klar ist, dass die unheimlichen Blagen nichts Gutes im Schilde führen, lässt der Nachfolger offen, ob von den Kindern tatsächlich eine Gefahr ausgeht – oder es, wie so oft, nicht doch eher der Mensch ist, vor dem man sich fürchten sollte.

Leider kommt diese Frage erst im Finale so richtig zum Tragen. Der Weg dorthin ist zwar nicht gänzlich uninteressant, kam mir aber trotz kurzer Laufzeit erschreckend langatmig vor. Daher lautet meine Empfehlung ganz klar: Wer beide Filme noch nicht kennt, sollte dem Original den Vorzug geben – und die „Fortsetzung“ dann ggf. als Ergänzung hinterherschieben. Man verpasst aber auch nicht viel, wenn man es nicht tut.

Meine Wertung: 5/10

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Geschaut: „Hellboy: The Crooked Man“ (2024)

Hellboy (Jack Kesy) und die Innendienst-Agentin Bobbie Jo (Adeline Rudolph) sollen eine äußerst gefährliche Spinne ins Hauptquartier transportieren. Als die Spinne aus ihrer Transportbox entkommt, zwingt das die beiden zu einem Zwischenstopp in den Appalachen. Während sie die Gegend erkunden, stoßen Hellboy und Bobby Jo auf einen Hexenzirkel und den unheimlichen Crooked Man, der die Gegend schon seit Generationen heimsucht …

Der arme Hellboy hat’s nicht leicht. Die beiden Filme von Guillermo del Toro kamen bei den Fans zwar gut an, spielten aber dennoch nicht genug ein, sodass wir den bislang nicht gedrehten Abschluss der geplanten Trilogie wohl nie erleben werden. Der viele Jahre später von Neil Marshall inszenierte „Call of Darkness“ war so belanglos, dass ich nicht mal mehr weiß, worum es in dem Film eigentlich ging. Und nun gibt’s „The Crooked Man“, einen günstig in Bulgarien gedrehten Versuch, der Figur gerecht zu werden. Da klingeln direkt sämtliche Alarmglocken, aber Überraschung: „The Crooked Man“ ist gar nicht mal so übel geworden.

Regisseur Brian Taylor („Crank“) macht das einzig Richtige und verzichtet auf den Versuch, das Spektakel der Vorgänger zu kopieren. Das wäre mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wohl auch komplett in die Hose gegangen. Stattdessen gibt’s eine vergleichsweise ruhige Story, die viel mehr Horror als Fantasy ist. Und die erstaunlich gut funktioniert – sofern man mit Hexen, Flüchen und Halluzinationen thematisch etwas anzufangen weiß. Mir persönlich hat das düstere und überraschend atmosphärische Treiben gut gefallen, auch wenn die Spannung ein wenig zu wünschen übrig lässt, die Figuren etwas zu blass bleiben, und sich das fehlende Budget insbesondere bei den wenigen CGI-Monstern durchaus bemerkbar macht.

Letztlich ist „Hellboy: The Crooked Man“ kein wirklich guter, aber ein durchaus solider Film geworden – und das ist weit mehr, als ich erwartet hatte.

Meine Wertung: 6/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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