Im Heimkino gesehen: The Collector

Seit dem 16. Mai ist der von vielen Genrefans heiß erwartete „The Collection“ erhältlich. Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung des laut diversen Stimmen überraschend gelungenen Thrillers „The Collector“, der bereits seit 2010 in den Regalen steht, mir jedoch nie so recht aufgefallen war. Das schrie geradezu nach einer Sammelbestellung und einem Double Feature im Heimkino …

Worum geht’s

Da seine Frau in finanziellen Schwierigkeiten steckt, beschließt der ehemalige Kleinkriminelle Arkin (Josh Stewart), in das Haus der vermögenden Familie Chase einzubrechen und einen wertvollen Diamanten zu stehlen. Da Arkin am Haus der Chases derzeit Reparaturarbeiten vornimmt, weiß er, dass die Familie für ein paar Tage verreist ist und das Haus über Nacht leer steht. Ein einfacher Job für einen geübten Einbrecher. Doch bereits während Arkin versucht den Tresor zu öffnen, hört er merkwürdige Geräusche. Plötzlich steht der blutüberströmte Michael Chase (Michael Reilly Burke) vor ihm und greift ihn an. Ehe Arkin begreift, was gerade passiert, wird Michael von einer ausgelegten Falle erfasst und von einem maskierten Mann zurück in den Keller geschleift. Erst jetzt realisiert Arkin, dass das gesamte Haus mit tödlichen Fallen übersät ist – und er die einzige Hoffnung für die Familie Chase ist, die im Keller von einem Psychopathen brutal gefoltert wird …

Meine Meinung

Atmosphärisch. Spannend. Brutal. Zumindest in der ungekürzten Black Edition. So lässt sich „The Collector“ mit wenigen Worten treffend beschreiben. Die Macher haben einen absolut sehenswerten Genrebeitrag geschaffen, der zwar nicht in allen Punkten überzeugen kann, sich jedoch deutlich vom Durchschnitt abhebt und somit vollkommen zu Recht als Geheimtipp gilt. Jedenfalls sofern man mit der dargestellten Gewalt leben kann. Denn diese hat es wahrlich in sich und ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Sowohl die Fallen als auch die Foltermethoden des Collectors sind äußerst effektiv und resultieren nicht selten in diversen Verstümmelungen. Was den Genrefreund naturgemäß freut, dürfte für das Durchschnittspublikum jedoch schon eine Spur zu viel des Guten sein.

Zum Glück verlässt sich Regisseur Marcus Dunstan nicht ausschließlich auf die blutigen Schauwerte seines Films, sondern legt mindestens genau so viel Wert auf eine atmosphärische und spannende Inszenierung. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden ungebetenen Gästen ist absolut packend inszeniert und bleibt, im Rahmen seiner Möglichkeiten, bis zum Schluss unvorhersehbar. Insbesondere die Szenen, in denen Arkin versucht, in der Nähe des Collectors zu agieren, ohne von diesem entdeckt zu werden, laden geradezu zum mitfiebern und Fingernägel kauen ein. Hier holt Dunston wirklich das Optimum aus der Grundsituation seiner Geschichte heraus.

Dass es dennoch nicht zum ultimativen Genrehit reicht, liegt an den inhaltlichen Schwächen des Films, die stark mit Logik und Realismus zu kämpfen haben und sich leider nicht abstreiten lassen. Wie der Collector es geschafft haben soll, das gesamte Haus in wenigen Stunden zu einer tödlichen Falle umzubauen, sollte man sich besser nicht fragen. Auch nicht, wozu er das Haus überhaupt mit den Fallen gespickt hat oder wie es der jüngsten Tochter gelingen konnte, dabei unbemerkt zu bleiben. Letztlich leidet „The Collector“ diesbezüglich an denselben Schwächen, mit denen bereits die „Saw“-Reihe zunehmend zu kämpfen hatte. Was nur wenig verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass dieselben Drehbuchautoren ihre Hände im Spiel hatten.

Mein Fazit

Düsterer und äußerst brutaler Thriller mit toller Atmosphäre und zahlreichen Spannungsmomenten, dessen logische Schwächen das durchaus positive Gesamtbild jedoch etwas zu stark trüben.

Meine Wertung: 7/10

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Media Monday #98

Was, wir sind schon beim Media Monday #98? Junge, wie die Zeit vergeht. Ein wenig schäme ich mich sogar, den Media Monday die letzten Wochen so stark vernachlässigt zu haben. Immerhin gibt sich der gute Wulf vom Medienjournal damit extrem viel Mühe – und Mühe soll schließlich honoriert werden. Ich gelobe Besserung!

1. Heath Ledger gefiel mir – abgesehen von The Dark Knight – am besten in „Ritter aus Leidenschaft“. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, was für ein sympathischer Darsteller da viel zu früh von uns gegangen ist.

2. Danny Boyle hat mit „Kleine Morde unter Freunden“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil dieser kleine, aber feine Film alles hat, was einen guten Film auszeichnet. So einfach ist das.

3. Cameron Diaz gefiel mir am besten in „Verrückt nach Mary“.

4. Hätte ich die Möglichkeit, einen Film zu drehen, würde ich auf alle Fälle folgende SchauspielerInnen verpflichten (und sei es nur, um sie einmal kennenzulernen): Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Bruce Willis und Jean-Claude Van Damme. Es lässt sich nicht leugnen: Ich bin ein Kind der Achtziger. Außerdem würde ich Kate Beckinsale engagieren. Und mit Genehmigung meiner besseren Hälfte mit ihr durchbrennen …

5. Wenn es ein Genre gibt, dem ich rein gar nichts abgewinnen kann, dann ist es das Porno-Genre. Wobei ich zugeben muss, dass „Halloween XXX“ ein echter Knaller ist! 😀

6. Spoiler in Trailern sind ein Unding und gehören geächtet und bestraft. So wie alle anderen Spoiler auch.

7. Meine zuletzt gesehener Film war „Dark Tide“ und der war purer Mittelmaß, weil die Naturaufnahmen zwar grandios sind, die Geschichte aber langatmig vor sich hin plätschert und zum Ende hin immer unglaubwürdiger wird.

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Im Kino gesehen: Star Trek Into Darkness

Der Kinosaal, unendliche Sitzreihen. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies ist eine Review des Filmblogs CineKie.de, das mit seiner 1 Mann starken Besatzung unterwegs ist, um fremde Filme zu entdecken, neue Geschichten und neue Ideen. Viele Gehminuten von zu Hause entfernt, dringt CineKie.de in Fiktionen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ja okay, das war jetzt etwas übertrieben. Aber als Einleitung doch eigentlich recht passend, oder? Wie dem auch sei … Ihr glaubt es mir vielleicht nicht, aber ich war nie ein großer „Star Trek“-Fan. Bis Regisseur J.J. Abrams kam und der Serie neues Leben einhauchte. Ob mir die Fortsetzung Star Trek Into Darkness so gut gefällt wie dessen grandioser Vorgänger, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Um das Leben seines ersten Offiziers Spock (Zachary Quinto) zu retten, setzt sich James T. Kirk (Chris Pine) über die Oberste Direktive der Föderation hinweg. Doch dieses Mal bleibt sein ungestümes Handeln nicht ohne Folgen. Da er nach Ansicht der Führungsriege noch nicht reif für ein eigenes Kommando ist, wird Kirk sein Rang aberkannt. Dass er als erster Offizier weiterhin auf der Enterprise dienen darf, verdankt Kirk einzig und allein der Fürsprache seines väterlichen Vorgesetzten Admiral Pike (Bruce Greenwood). Als dieser bei einem Anschlag des Terroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch) getötet wird, sinnt Kirk auf Rache. Scotty (Simon Pegg) findet heraus, dass Harrison sich auf Kronos, dem Heimatplaneten der feindlich gesinnten Klingonen versteckt hält. Von Admiral Marcus (Peter Weller) erhält Kirk den Auftrag, Harrisons Aufenthaltsort vom Rand der neutralen Zone aus mit hoch entwickelten Torpedos zu beschießen und den Terroristen endgültig auszuschalten …

Meine Meinung

„Star Trek“ war für mich eine der großen Überraschungen des Kinojahres 2009. J.J. Abrams schaffte es nicht nur, der bisherigen Geschichte treu zu bleiben und gleichzeitig neue Türen zu öffnen, sondern fand mit Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Simon Pegg, Anton Yelchin, John Cho und Zoe Saldana auch noch würdige und zugleich äußerst sympathische Darsteller für die verjüngte Originalcrew. Die spritzigen Dialoge und die gut inszenierten, das Geschehen jedoch niemals dominierenden Actionszenen taten ihr Übriges. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Fortsetzung „Star Trek Into Darkness“. Und auch wenn diese Erwartungen zum Teil nicht erfüllt wurden, möchte ich schon jetzt vorwegnehmen, dass sich der Kinobesuch definitiv lohnt! Woran es liegt, dass „Star Trek Into Darkness“ meine Erwartungen nicht erfüllen konnte? Eine gute Frage!

An der Geschichte scheitert’s schon mal nicht. Diese ist gleich auf mehreren Ebenen interessant und bietet sowohl für Fans als auch für Neueinsteiger viele kleine Überraschungen. Auch die Atmosphäre weiß vom flapsig-lockeren Einstieg, der stark an die Stimmung des Vorgängers erinnert, bis hin zum tragisch-düsteren Finale zu gefallen. Und an der technischen Umsetzung gibt es ebenfalls nichts zu kritisieren – hier konnte das hohe Niveau des Vorgängers sogar noch übertroffen werden, so dass man sich als Zuschauer auf ein paar durchaus beeindruckende Szenen freuen darf.

Es liegt auch nicht an den Figuren bzw. den Darstellern. Chris Pine und Zachary Quinto kappeln sich als Kirk und Spock, dass es eine Freude ist, während Karl Urban als Pille seine gewohnt zynischen Kommentare zum Besten geben und Simon Pegg seine Rolle als Scotty weiter ausbauen darf. Dass die anderen Crewmitglieder etwas zurückstecken müssen, lässt sich zwar nicht leugnen, ist jedoch verschmerzbar, da dies mit Sicherheit nicht der letzte Auftritt dieser Crew gewesen sein wird. Neuzugang Alice Eve wird in ihrer Rolle als Carol beim Durchschnittspublikum vermutlich eher durch ihren knackigen Körper als ihre Leistung in Erinnerung bleiben, bietet aber jede Menge Potenzial für die folgenden Abenteuer. Und Benedict Cumberbatch hinterlässt sowohl als undurchsichtiger Schurke als auch als Actiondarsteller schlicht einen hervorragenden Eindruck.

Nein, dass der Film meine Erwartungen nicht erfüllen konnte, liegt ausschließlich im letzten Drittel begründet. Denn in diesem treten all die interessanten Ansätze der Geschichte und die Entwicklungen der Figuren in den Hintergrund, bis die ausufernden Actionszenen das Geschehen komplett dominieren – und außer viel Krawumm und ein paar Anspielungen auf die bisherigen Filme nicht mehr viel übrig lassen. Insbesondere der finale Zweikampf mit seinen überzogenen Jump’n’Run-Einlagen wirkte auf mich irgendwie unpassend und wie einem typischen Sommer-Blockbuster entnommen. Diesbezüglich wäre weniger eindeutig mehr gewesen.

Mein Fazit

Technisch grandioses Science-Fiction-Abenteuer mit interessanter Geschichte, sympathischen Figuren und zahlreichen Anspielungen auf die abweichende Zeitlinie der Originalserie, das sich im letzten Drittel zu sehr auf seine (zugegeben schnittig inszenierte) Action und zu wenig auf seine Figuren konzentriert.

Meine Wertung: 7/10

Weitere Meinungen aus der deutschen Film-Blogosphäre:

Christians Foyer
Filmblog Filmherum

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Im Kino gesehen: Evil Dead

Liebes CinemaxX in Kiel, ich bin dir untreu gewesen. Und ja, es ist deine Schuld! Hättest du nicht vor Urzeiten die Sneak Preview abgeschafft, hätte ich mich nicht nach Alternativen umsehen müssen. Nun saß ich gestern nicht in einem deiner Säle, sondern im STUDIO. Voller Hoffnung, dort in der Thrill Sneak das „Tanz der Teufel“-Remake „Evil Dead“ sehen zu können. Was soll ich sagen: Mein Fremdgehen wurde belohnt …

Worum geht’s

Nachdem sie beinahe an einer Überdosis gestorben wäre, fährt Mia (Jane Levy) gemeinsam mit ihren Freunden und ihrem älteren Bruder David (Shiloh Fernandez) zu einer einsam im Wald gelegenen Hütte. Dort möchte sie sich ihrer Drogensucht mit einem kalten Entzug stellen. In der Hütte angekommen, nimmt Mia sofort einen schwachen Verwesungsgeruch wahr. Unter einem Teppich entdeckt die Gruppe eine blutverschmierte Falltür, die David und Eric (Lou Taylor Pucci) zu einem Keller voller toter Katzen und einem in Stacheldraht eingewickelten Buch führt. Als Eric laut aus diesem Buch vorliest, erwacht das Böse im Wald. Erst nimmt es Besitz von Mias Körper, dann breitet es sich nach und nach in der Gruppe aus. Ein blutiger Kampf auf Leben und Tod beginnt …

Meine Meinung

Die Bedenken waren groß, als bekannt wurde, dass der Frischling Fede Alvarez bei dem Remake des legendären „Tanz der Teufel“ Regie führen würde. Dass mit Sam Raimi, Robert G. Tapert und Bruce Campbell drei alte Bekannte als Produzenten mit an Bord waren, galt nur als schwacher Trost. Die Fans hatten schlicht gehofft, dass Sam Raimi das Ruder auch beim Remake selbst in die Hand nehmen würde. Um es klar zu sagen: Sämtliche Bedenken waren vollends unbegründet. Denn auch wenn „Evil Dead“ vermutlich nicht den Kultstatus des Originals erreichen wird, ist Alvarez mit diesem Film nichts anderes als das beste Remake seit einer gefühlten Ewigkeit gelungen.

Wie schon „Tanz der Teufel“ lebt auch „Evil Dead“ nicht von einer originellen Handlung, ausgefeilten Charakteren oder außergewöhnlichen Darstellern. Zwar sind sowohl die Geschichte als auch die Figuren bedingt durch den Drogenhintergrund der Protagonistin etwas komplexer als im Original, doch eine für den Film entscheidende Rolle spielt dies nicht. Nein, damals wie heute geht es schlicht um eine Gruppe von Menschen, die von der Außenwelt isoliert mit dem puren Bösen konfrontiert wird und mit allen Mitteln ums eigene Überleben kämpfen muss. Und damals wie heute geht es dabei nicht besonders tiefgründig, dafür aber höchst atmosphärisch und herrlich blutig zur Sache. So blutig, dass man als Zuschauer oft nicht weiß, ob man schockiert sein, sich ekeln oder befreiend lachen soll.

Der für einen Kinofilm ungewöhnlich hohe Gewaltgrad ist für Horrorfans eine wahre Freude. Nicht zuletzt, da auf den Einsatz von CGI so gut wie verzichtet wurde. Stattdessen setzen die Macher literweise das gute alte Kunstblut sowie zahlreiche handgemachte Masken und Prothesen ein, was ich ihnen gar nicht hoch genug anrechnen kann. Egal ob die Körper mit einem Teppichmesser, einer Nagelpistole, einem Elektromesser oder einer Kettensäge malträtiert werden, hier wirkt nichts künstlich. Was zur Folge hat, dass sich die zugefügten Schmerzen unmittelbar auf den Zuschauer übertragen. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte sich den Kinobesuch dementsprechend gut durch den Kopf gehen lassen. Vor dem Kartenkauf.

Echte Schwächen leistet sich Alvarez nicht. Wer unbedingt die Nadel im Heuhaufen suchen möchte, darf sich gerne an dem etwas zu professionellen Look des Films stören und die leicht deplatziert wirkende Vulgärsprache kritisieren. Aber das ist Jammern auf extrem hohen Niveau.

Mein Fazit

Fede Alvarez ist gelungen, was wohl nur die wenigsten für möglich gehalten hätten: Ein würdiges „Evil Dead“-Remake zu drehen, das eigene Wege beschreitet, sich gleichzeitig vor dem Original verbeugt und den teils absurd-brutalen Splatter-Horror von damals gekonnt in die heutige Zeit transportiert. Falls ihr es zwischen den Zeilen noch nicht rausgelesen haben solltet: Ja, ich bin begeistert. Richtig begeistert. Um es in einem Wort zusammenzufassen: Groovy!

Meine Wertung: 9/10

Kleiner Tipp zum Schluss: Der wahre „Tanz der Teufel“-Fan wartet selbstverständlich den Abspann ab …

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In aller Kürze: Oblivion, Der unglaubliche Burt Wonderstone & Mama

Drei Filme im Kino gesehen, aber keine einzige Review geschrieben? Oh oh … Da mir gerade die notwendige Zeit fehlt, und wenig immer noch besser ist als nichts, hier immerhin ein paar kurze Worte zu meinen drei letzten Kinobesuchen:

Oblivion

Jeden Tag kämpft Jack (Tom Cruise) für die Rettung der Menschheit. Oder besser gesagt für das, was von ihr übrig geblieben ist. Nach einem Atomkrieg gegen außerirdische Angreifer ist die Erde nahezu unbewohnbar, die wenigen Überlebenden haben sich auf Raumstationen zurückgezogen. Um den Abbau der dringend benötigten Ressourcen sicherzustellen, kontrollieren, beschützen und reparieren Jack (Tom Cruise) und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) die technische Infrastruktur, die immer wieder von den außerirdischen Scavs angegriffen wird. Doch schon länger plagen Jack leise Zweifel an seiner Mission. Als ein Raumschiff mit menschlichen Überlebenden abstürzt, kommt Jack einem unfassbaren Geheimnis auf die Spur …

Lang lang ist’s her, dass ein Film mit Tom Cruise so euphorisch aufgenommen wurde. Und ich frage mich: Warum ausgerechnet dieser Film? Zugegeben, die Optik ist phänomenal. Jede Einstellung ist ein wahrer Augenschmaus und die visuellen Effekte sind ebenso wie die Soundeffekte über alle Zweifel erhaben. Doch ein episches Meisterwerk ist „Oblivion“ weiß Gott nicht. Dafür fehlt dem Film schlicht die Eigenständigkeit, denn letztlich ist „Oblivion“ nicht viel mehr als ein Best of zahlreicher mal mehr mal weniger bekannter Science-Fiction-Filme. Ich verzichte an dieser Stelle auf eine Aufzählung, da alleine die Nennung der Titel schon zu viel über die Story verraten würde. Diese ist nämlich gar nicht schlecht und zweitweise sogar recht überraschend – sofern man die offensichtlichen Vorbilder nicht kennt. Spaß bereitet der Film aber allemal. Gut geklaut ist halt immer noch besser als schlecht erfunden …

Meine Wertung: 7/10

Der unglaubliche Burt Wonderstone

Einst waren Burt (Steve Carell) und Anton (Steve Buscemi) die beliebtesten Magier in Las Vegas, heute sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Freude an der Magie haben die beiden bereits vor Jahren verloren. Als der aufstrebende Straßenmagier Steve Gray (Jim Carrey) auftaucht, ist es mit den gut besuchten Vorstellungen endgültig vorbei. Nach einem heftigen Streit infolge eines missglückten Tricks trennen sich die Wege von Burt und Anton. Doch den Zauber der Magie können die beiden nur gemeinsam wiederfinden …

Steve Carell als arroganter Entertainer, der seine Mitmenschen wie Dreck behandelt und dadurch alles zu verlieren droht. Steve Buscemi als optisch wenig ansprechender Naivling, der stets im Schatten seines besten Freundes steht. Und Jim Carrey als schmerzbefreiter merkbefreiter Magier, der sich für nichts zu schade ist, solange es nur die Sensationsgier des Publikums befriedigt. Mehr braucht es nicht für 100 Minuten beste Kinounterhaltung, die einige der bösesten Witze seit langem bietet und mir damit mehrfach Lachtränen in die Augen trieb. Gut, die Geschichte leidet wie so ziemlich jede Komödie an ihrer Vorhersehbarkeit, doch das mindert den Spaß bis hin zu dem obligatorischen Happy End nicht im Geringsten! Wer auch nur ansatzweise Interesse an (schwarzen) Komödien und Magie hat, sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen!

Meine Wertung: 8/10

Mama

Nachdem er seine Frau erschossen hat, fährt der verzweifelte Familienvater Jeffrey (Nikolaj Coster-Waldau) mit seinen beiden Töchtern Victoria (Megan Charpentier) und Lilly (Isabelle Nélisse) in die Wildnis. Dort möchte er erst die beiden und dann sich selbst töten, doch ein Geist kommt ihm zuvor und nimmt sich der Kinder an. Jahre später werden Victoria und Lilly völlig verwildert gefunden. Ihr Onkel Lucas (ebenfalls Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Jessica Chastain) nehmen die beiden bei sich auf. Doch mit den beiden Mädchen haben sich Lucas und Annabel auch den beschützenden Geist in ihr Haus geholt. Und Mama reagiert sehr eifersüchtig auf die neuen Eltern …

Hach, es geht doch nichts über atmosphärische Gruselfilme der alten Schule. Und genau um solch einen handelt es sich bei „Mama“. Zumindest in den ersten 80 Minuten. Was Regie-Neuling Andrés Muschietti hier an Szenen auffährt, ist eine helle Freude. Mal unheimlich und bedrohlich, dann wieder einfühlsam und herzerwärmend, wechselt der Film gekonnt zwischen Gruselfilm und Drama hin und her – nicht zuletzt dank der tollen Darsteller, von denen insbesondere Megan Charpentier und Isabelle Nélisse als tragisches Geschwisterpaar sowie Jessica Chastain als Mutter wider Willen in Erinnerung bleiben. Zu schade, dass die Geschichte im letzten Drittel etwas konfus gerät und die Computereffekte im Finale die Oberhand gewinnen, wodurch der Film spürbar an Atmosphäre einbüßt. Dennoch schaffte es „Mama“, mir am Ende Tränen der Rührung in die Augen zu treiben. Und das schafft wahrlich nicht jeder Gruselfilm!

Meine Wertung: 7/10

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DREDD: Heute bin ich das Gesetz! – 5 Blogger zeigen Kinn

Leser! Du wirst beschuldigt, den Actionkracher DREDD
mit Karl Urban noch nicht gesehen zu haben!

Worauf plädierst du?

Na gut, ich möchte mal nicht zu martialisch klingen. Zumal „Dredd“ erst ab morgen erhältlich ist. Wieso der Film definitiv einen Blick wert ist und ihr euch den 19. April dementsprechend vormerken solltet, habe ich bereits gestern ausführlich zum Besten gegeben.

Was ich dabei verschwiegen habe, ist, wieso mir die Figur des Judge Dredd so gut gefällt. Kurz und knapp: Weil Dredds kompromissloses Vorgehen Erinnerungen an eine Zeit weckt, in der Actionfilme noch politisch unkorrekt sein durften. Eine Zeit, in der Dirty Harry und Paul Kersey das Gesetz in die eigene Hand nahmen und auf ihre Weise für Gerechtigkeit sorgten. Eine Zeit, in der Actionhelden noch Actionhelden waren. Und keine weichgespülten Flitzpiepen, die ihre Gegner höchstens aus Notwehr in die ewigen Jagdgründe befördern.

Ja, so einfach kann das manchmal sein …

Was meine vier Bloggerkollegen an Judge Joseph Dredd cool finden und wie ihnen der Helm der Judges steht? Folgt einfach den folgenden Links und findet es heraus!

www.Cone-online.com
www.Filmherum.de
www.Kinofilmer.de
www.Wewantmedia.de

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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