
Der Kinosaal, unendliche Sitzreihen. Wir schreiben das Jahr 2013. Dies ist eine Review des Filmblogs CineKie.de, das mit seiner 1 Mann starken Besatzung unterwegs ist, um fremde Filme zu entdecken, neue Geschichten und neue Ideen. Viele Gehminuten von zu Hause entfernt, dringt CineKie.de in Fiktionen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ja okay, das war jetzt etwas ĂŒbertrieben. Aber als Einleitung doch eigentlich recht passend, oder? Wie dem auch sei … Ihr glaubt es mir vielleicht nicht, aber ich war nie ein groĂer „Star Trek“-Fan. Bis Regisseur J.J. Abrams kam und der Serie neues Leben einhauchte. Ob mir die Fortsetzung
Star Trek Into Darkness so gut gefĂ€llt wie dessen grandioser VorgĂ€nger, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …
Worum geht’s
Um das Leben seines ersten Offiziers Spock (Zachary Quinto) zu retten, setzt sich James T. Kirk (Chris Pine) ĂŒber die Oberste Direktive der Föderation hinweg. Doch dieses Mal bleibt sein ungestĂŒmes Handeln nicht ohne Folgen. Da er nach Ansicht der FĂŒhrungsriege noch nicht reif fĂŒr ein eigenes Kommando ist, wird Kirk sein Rang aberkannt. Dass er als erster Offizier weiterhin auf der Enterprise dienen darf, verdankt Kirk einzig und allein der FĂŒrsprache seines vĂ€terlichen Vorgesetzten Admiral Pike (Bruce Greenwood). Als dieser bei einem Anschlag des Terroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch) getötet wird, sinnt Kirk auf Rache. Scotty (Simon Pegg) findet heraus, dass Harrison sich auf Kronos, dem Heimatplaneten der feindlich gesinnten Klingonen versteckt hĂ€lt. Von Admiral Marcus (Peter Weller) erhĂ€lt Kirk den Auftrag, Harrisons Aufenthaltsort vom Rand der neutralen Zone aus mit hoch entwickelten Torpedos zu beschieĂen und den Terroristen endgĂŒltig auszuschalten …
Meine Meinung
„Star Trek“ war fĂŒr mich eine der groĂen Ăberraschungen des Kinojahres 2009. J.J. Abrams schaffte es nicht nur, der bisherigen Geschichte treu zu bleiben und gleichzeitig neue TĂŒren zu öffnen, sondern fand mit Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Simon Pegg, Anton Yelchin, John Cho und Zoe Saldana auch noch wĂŒrdige und zugleich Ă€uĂerst sympathische Darsteller fĂŒr die verjĂŒngte Originalcrew. Die spritzigen Dialoge und die gut inszenierten, das Geschehen jedoch niemals dominierenden Actionszenen taten ihr Ăbriges. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Fortsetzung „Star Trek Into Darkness“. Und auch wenn diese Erwartungen zum Teil nicht erfĂŒllt wurden, möchte ich schon jetzt vorwegnehmen, dass sich der Kinobesuch definitiv lohnt! Woran es liegt, dass „Star Trek Into Darkness“ meine Erwartungen nicht erfĂŒllen konnte? Eine gute Frage!
An der Geschichte scheitert’s schon mal nicht. Diese ist gleich auf mehreren Ebenen interessant und bietet sowohl fĂŒr Fans als auch fĂŒr Neueinsteiger viele kleine Ăberraschungen. Auch die AtmosphĂ€re weiĂ vom flapsig-lockeren Einstieg, der stark an die Stimmung des VorgĂ€ngers erinnert, bis hin zum tragisch-dĂŒsteren Finale zu gefallen. Und an der technischen Umsetzung gibt es ebenfalls nichts zu kritisieren – hier konnte das hohe Niveau des VorgĂ€ngers sogar noch ĂŒbertroffen werden, so dass man sich als Zuschauer auf ein paar durchaus beeindruckende Szenen freuen darf.

Es liegt auch nicht an den Figuren bzw. den Darstellern. Chris Pine und Zachary Quinto kappeln sich als Kirk und Spock, dass es eine Freude ist, wĂ€hrend Karl Urban als Pille seine gewohnt zynischen Kommentare zum Besten geben und Simon Pegg seine Rolle als Scotty weiter ausbauen darf. Dass die anderen Crewmitglieder etwas zurĂŒckstecken mĂŒssen, lĂ€sst sich zwar nicht leugnen, ist jedoch verschmerzbar, da dies mit Sicherheit nicht der letzte Auftritt dieser Crew gewesen sein wird. Neuzugang Alice Eve wird in ihrer Rolle als Carol beim Durchschnittspublikum vermutlich eher durch ihren knackigen Körper als ihre Leistung in Erinnerung bleiben, bietet aber jede Menge Potenzial fĂŒr die folgenden Abenteuer. Und Benedict Cumberbatch hinterlĂ€sst sowohl als undurchsichtiger Schurke als auch als Actiondarsteller schlicht einen hervorragenden Eindruck.

Nein, dass der Film meine Erwartungen nicht erfĂŒllen konnte, liegt ausschlieĂlich im letzten Drittel begrĂŒndet. Denn in diesem treten all die interessanten AnsĂ€tze der Geschichte und die Entwicklungen der Figuren in den Hintergrund, bis die ausufernden Actionszenen das Geschehen komplett dominieren – und auĂer viel Krawumm und ein paar Anspielungen auf die bisherigen Filme nicht mehr viel ĂŒbrig lassen. Insbesondere der finale Zweikampf mit seinen ĂŒberzogenen Jump’n’Run-Einlagen wirkte auf mich irgendwie unpassend und wie einem typischen Sommer-Blockbuster entnommen. DiesbezĂŒglich wĂ€re weniger eindeutig mehr gewesen.
Mein Fazit
Technisch grandioses Science-Fiction-Abenteuer mit interessanter Geschichte, sympathischen Figuren und zahlreichen Anspielungen auf die abweichende Zeitlinie der Originalserie, das sich im letzten Drittel zu sehr auf seine (zugegeben schnittig inszenierte) Action und zu wenig auf seine Figuren konzentriert.
Meine Wertung: 7/10
Weitere Meinungen aus der deutschen Film-BlogosphÀre:
Christians Foyer
Filmblog Filmherum
Mich hat ja am meisten der Synchronsprecher-Wechsel einer gewissen Person geĂ€rgert. aber machsde nix. đ
Das letzte Drittel ist in der Tat nicht sonderlich prall, vor allem auch aufgrund der ziemlich fehlplatzierten Hommage-Versuche. Zudem störte mich grundsĂ€tzlich die Wiederholung der Charaktermerkmale (Kirk verliert Schiff und kriegt es am selben Abend wieder, Pilles Repertoire besteht nur aus zwei SĂ€tzen, deren Ende er je nach Situation variiert, Spocks „Menschlichkeit“ sollte angesichts seiner mehrjĂ€hrigen Beziehung zu Uhura wirklich nicht so problematisch sein, usw.).
P.S.: Hatte neulich einen Auszug der Synchro im Radio gehört und kann nur mein Beileid all jenen aussprechen, die sich diese antun mĂŒssen.
Helft mir bitte mal auf die SprĂŒnge: Welcher Darsteller wird von einem anderen Synchronsprecher gesprochen? Mir ist gar kein Wechsel aufgefallen – obwohl ich beide Filme am StĂŒck geschaut habe …
Leonard Nimoy wurde in „Star Trek“ von Norbert Gescher gesprochen, in „Star Trek Into Darkness“ leiht ihm dagegen Fred Maire seine Stimme. Die ĂŒbrige Crew hat dieselben Sprecher.
Ach, den Wechsel meint ihr. Der Spock-Auftritt ist so kurz, da hat mich das ehrlich gesagt gar nicht gestört.
Zum Thema „weniger deutlich mehr“: GrundsĂ€tzlich ja nett, die Freundschaft zwischen Kirk und Spock zu beleuchten, aber etwas weniger Kitsch hĂ€tte auch gereicht: http://www.leselink.de/filme/science-fiction-filme/star-trek-into-darkness.html