Im Heimkino gesehen: Bait – Haie im Supermarkt

Ich weiß genau, was ihr bei der Überschrift gedacht habt: Oh nein, Sven hat wieder einen seiner sinnlosen Trash-Filme geschaut! Ich jedoch sage: Lasst euch von dem selten dämlichen deutschen Untertitel nicht täuschen oder gar von dem Film abhalten – erst recht nicht, wenn ihr wie ich Fans von Hai-Thrillern seid! Der Film ist nämlich weitaus besser, als der deutsche Titel vermuten lässt …

Worum geht’s

Ausgerechnet in dem Moment, in dem Doyle (Julian McMahon) mit seinem Komplizen einen Überfall durchführt, wird das unterirdisch gelegene Einkaufszentrum von einer Tsunami-Welle getroffen und überflutet. Während das Wasser immer höher steigt, suchen die Überlebenden unter der Führung des ehemaligen Rettungsschwimmers Josh (Xavier Samuel) verzweifelt nach einem Ausweg. Doch die Welle hat nicht nur Wasser, sondern auch zwei weiße Haie in das Gebäude gespült. Und diese verhalten sich ob der ungewohnten Umgebung ausgesprochen aggressiv …

Meine Meinung

Als Fan von Hai-Thrillern hat man es wahrlich nicht leicht. Seit dem Klassiker und zweifellos besten Genrevertreter „Der weiße Hai“ sind zwar zahlreiche Beiträge entstanden, überzeugen konnten davon jedoch nur die wenigsten. Zu den gelungensten Filmen zählen die direkte Fortsetzung „Der weiße Hai 2“, der eher als Actionfilm zu betrachtende „Deep Blue Sea“ und der australische „The Reef“, in dem eine Gruppe von Freunden nach einem Schiffbruch von einem weißen Hai angegriffen wird. Insbesondere „The Reef“ ist eine echte Empfehlung und kann jedem Genre-Fan bedenkenlos ans Herz gelegt werden. Mit „Bait“ (ich verzichte ab hier auf den deutschen Untertitel) erscheint nun ein weiterer Genre-Vertreter aus Australien. Und auch dieser ist durchaus eine Empfehlung wert – wenn auch mit leichten Einschränkungen.

Zu diesen Einschränkungen zählen die unterdurchschnittlichen Effekte. Während die Welle zu Beginn noch ganz ansehnlich getrickst ist, sieht man den Haien und insbesondere der Abschlussszene die Herkunft aus dem Computer nur allzu deutlich an. Doch bevor hier nun ein falscher Eindruck entsteht: Effekte wie in „Mega Shark vs. Giant Octopus“ oder „Sharktopus“ habt ihr nicht zu befürchten! Nein, die CGI erinnert eher an „Deep Blue Sea“, wobei sie mir in „Bait“ teilweise sogar einen Tick besser gefallen hat.

Weiterhin lassen Logik und Realismus manchmal arg zu wünschen übrig. So sollte man sich zum Beispiel lieber nicht die Frage stellen, wieso ein Wagen, der bis zum Dach im Wasser steht, nicht voll läuft. Auch der eine oder andere Haiangriff wirkt „etwas“ übertrieben. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, wie wenig Platz die Haie in den teils engen Räumen für ihre Körperbewegungen haben.

Davon abgesehen macht der Film vieles richtig. Die Mischung aus Hai-Horror und Katastrophenthriller ist mal etwas anderes und wurde äußerst flott inszeniert. In gerade mal 93 Minuten reißt Regisseur Kimble Rendall („Cut“) so ziemlich alles an, was diese beiden Genres zu bieten haben und vermischt geschickt spannende, blutige und manchmal auch durchaus tragische Situationen. Und obwohl dabei kaum Zeit für die Charaktere bleibt, schafft es der Film, innerhalb kürzester Zeit Sympathieträger zu formen, denen man das Überleben nicht nur gönnt, sondern sogar wünscht. Zumal sich die Figuren keineswegs so dämlich anstellen, wie man es von vielen Filmen dieser Art gewohnt ist, sondern, den Umständen entsprechend, ungewohnt clever und besonnen agieren.

„Bait“ ist ab dem 19.07. auf DVD und Blu-ray erhältlich, wobei die Blu-ray zusätzlich zur 2D- auch eine, in meinen Augen unnötige, 3D-Version des Films bietet. Als Bonusmaterial gibt es ein Making Of und Interviews mit den Beteiligten.

Mein Fazit

Gelungene und äußerst kurzweilige Mischung aus Katastrophenthriller und Hai-Horror mit sympathischen Figuren. Lediglich die teils künstlich aussehenden Computereffekte und die Logikschwächen trüben den ansonsten durchweg positiven Gesamteindruck.

Meine Wertung: 7/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Riddick: Der deutsche Trailer ist endlich da!

Seit drei Wochen kein neuer Beitrag? Was ist denn mit Sven los? Nun, das kann ich euch sagen: Sven hat Urlaub! Und in diesem von all dem, was er sich vorgenommen hat, nichts gemacht! Und mit nichts meine ich: gar nichts! Ich habe zu Hause keinen Film geschaut. Ich war nicht im Kino. Ich habe nur geschlafen, gelümmelt, gedöst, gegessen, gefühlte 10 Kilo zugenommen – kurz: mich entspannt. Und dank meines neuen Sky-Abos Wimbledon geschaut. Herrlich …

Heute unterbreche ich diese Phase der absoluten Faulheit für die Veröffentlichung des deutschen Trailers zum Science-Fiction-Action-Horror-Mix „Riddick“, in dem Vin Diesel erneut den zynischen Antihelden spielt und sowohl gegen Kopfgeldjäger als auch gegen bissige Monster antritt. Hach, ich freue mich auf diesen Film! Die Jagd beginnt am 19.09.2013.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=JkbNRQSzz-I]

Und nun entschuldigt mich, ich muss wieder auf die Couch und Sabine Lisicki die Daumen drücken. Das Finale ist zwar erst morgen, aber ich fange lieber rechtzeitig damit an …

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

The World’s End – Edgar Wright, Simon Pegg und Nick Frost sind zurück!

In „Shaun Of The Dead“ nahmen es Simon Pegg und Nick Frost mit Zombies auf, in „Hot Fuzz“ stellten sie sich psychopathischen Kleinstädtern entgegen. In „The World’s End“, der abermals von Regisseur Edgar Wright inszeniert wird, stellen sie sich gemeinsam mit drei Freunden ihrer eigenen Vergangenheit und beschließen, eine niemals beendete Sauftour in ihrem Heimatort abzuschließen. Dort angekommen, müssen sie jedoch erkennen, dass alle Bewohner durch Roboter ersetzt wurden – „Die Frauen von Stepford“ lässt grüßen!

Für mich schon jetzt DER Pflichtfilm des Jahres!

[youtube http://youtu.be/Wg67Bmlz0ho]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Neuer deutscher „Kick-Ass 2“-Trailer erschienen

Der 15.08. rückt unaufhaltsam näher – zum Glück, denn so langsam möchte ich auch nicht länger auf „Kick-Ass 2“ warten. Immerhin zählt dessen Vorgänger zu den wenigen Filmen, die mir im Kino so gut gefallen haben, dass ich mir gleich für den nächsten Tag ein zweites Ticket gelöst habe.

Hoffentlich kann die Fortsetzung meine nicht gerade niedrigen Erwartungen erfüllen. Der Trailer hinterlässt schon mal einen hervorragenden Eindruck!

youtube [http://www.youtube.com/watch?v=NroZgsUDUlE]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

„Der Hobbit 2: Smaugs Einöde“: Der deutsche Trailer ist da!

Das ging mal wieder flott: Nachdem gestern der US-Trailer zu „Der Hobbit 2: Smaugs Einöde“ erschienen ist, folgt bereits heute die deutsche Fassung.

Auch diese lässt mich, von der Musik abgesehen, recht kalt. Meiner Meinung nach sieht der Trailer unnötig künstlich aus und setzt wie schon „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ zu sehr auf CGI. Mal schauen, wie der fertige Film am Ende aussieht …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=5UMETqjjvPg]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Sieben (7!) Jahre CineKie.de!

Unglaublich, aber wahr: Heute vor exakt sieben Jahren habe ich meinen ersten Blogbeitrag veröffentlicht. Zugegeben, es handelte sich dabei um keinen neuen Text, sondern um die Review zu „Final Destination 2„, die ich vorher bereits für die OFDb geschrieben hatte. Doch am 03.06.2006 fasste ich den Entschluss, meine Texte künftig in einem eigenen Blog zu veröffentlichen. Und setzte diesen Entschluss spontan innerhalb weniger Stunden um.

In den letzten Jahren haben sich zwar ein paar Kleinigkeiten geändert, meinem grundsätzlichen Aufbau bin ich dabei aber meist treu geblieben. So heißt mein Blog inzwischen nicht mehr „CineKies Filmtagebuch“ oder „CineKie – Chroniken eines Filmfreaks“ bzw. „Chroniken eines Filmnerds“, sondern schlicht und einfach „CineKie.de“. Die ehemaligen Zombies in meinem Logo sind einem neutralen Motiv im Hollywood-Stil gewichen. Und zusätzlich zu der simplen Auflistung aller Blogbeiträge nach Datum sind eine alphabetische Auflistung aller Reviews sowie eine Auflistung aller mit bekannten Abspannszenen hinzugekommen.

Mein Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf Reviews (inzwischen insgesamt 265) und Trailer – und dabei soll es grundsätzlich auch bleiben. Für Filmnews, Filmposter etc. dürfen sich andere berufen fühlen. 😉

Worauf ich ein wenig stolz bin

Zu allererst darauf, Achtung Eigenlob, dass ich dieses kleine Freizeitprojekt schon so lange betreibe und es nie ganz aus den Augen verloren habe. Auch wenn es durchaus schon mal ein paar Wochen gab, in denen sich hier wenig bis gar nichts tat, bin ich nach wie vor mit Spaß bei der Sache – nicht zuletzt, da sich zu meiner großen Freude ein paar Stammleser (sowohl mit als auch ohne Penis) gefunden haben, die mich seit Jahren begleiten und mir dadurch zeigen, dass mein Blog sooo uninteressant nicht sein kann. 😉 Danke, Leute!

Außerdem freue ich mich sehr, in den letzten Monaten einige Partner aus dem Medienbereich gefunden zu haben, die mir ab und an Rezensionsmuster oder Gewinnspielmaterial anbieten, wovon dann wiederrum meine Leser profitieren. Daher an dieser Stelle auch in Richtung der jeweiligen Film- und Marketingunternehmen noch mal vielen vielen Dank!

Worauf ich weniger stolz bin

Ganz klar darauf, dass ich im Vergleich zu anderen Blogs relativ „wenig“ aus CineKie.de gemacht habe. Ich würde gerne mehr Zeit für dieses Projekt aufbringen, doch es ist und bleibt halt ein 1-Mann-Freizeitprojekt – und das merkt man auch. Prinzipiell würde ich euch zum Beispiel gerne eine professionellere Blogoptik und ja, auch einen anspruchsvolleren Schreibstil bieten. Und vor allem wäre ich gerne ein wenig beständiger was meine Reviews angeht. Doch nicht immer klappt alles so, wie ich mir das vorstelle. Sowohl technisch als auch zeitlich. Da besteht definitiv noch Verbesserungspotenzial.

Die eine oder andere Review würde ich heute vermutlich auch anders schreiben, aber das läuft wohl unter der Kategorie „normale Entwicklung“ …

Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschläge?

Jetzt seid ihr gefragt: Was gefällt euch an CineKie.de, was sollte ich verbessern? Gibt es Reviews, die euch besonders gut gefallen haben? Oder solche, mit denen ihr gar nichts anfangen konntet? Gibt es Bereiche innerhalb meiner Reviews, auf die ich mehr Wert legen sollte? Dies ist eure Chance, mir all das zu sagen, was ihr mir schon immer mal sagen wolltet. Aber denkt bitte daran: Ich bin sensibel … 😉

Sieben Jahre – Sieben Filme

Unter allen Kommentaren, egal ob voll des Lobes oder voll der Kritik, verlose ich anlässlich des siebenjährigen Bestehens von CineKie.de sieben Filme aus meiner Privatsammlung:

Avatar (Blu-ray)
Braveheart (DVD)
Fluch der Karibik (DVD)
Independence Day (DVD)
L.A. Confidential (DVD)
Ocean’s Eleven (DVD)
X-Men (DVD)

Sofern ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, gebt bitte in eurem Kommentar an, für welchen der Filme ihr euch interessiert. Selbstverständlich dürft ihr diesen Beitrag auch gerne bei Twitter, Facebook und Google+ teilen. 😉 Die Gewinner werde ich am 17.06. per random.org ermitteln.

In diesem Sinne: Viel Glück und vielen Dank für eure Besuche, Kommentare und, bezogen auf meine Stammleser, für eure Treue. Ich freue mich auf die nächsten sieben Jahre!

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Texas Chainsaw

HALLO! HALlo! hallo! HALLO? HALlo? hallo? Oh nein, hier ist es seit fast zwei Wochen so leer, dass sich sogar schon ein Echo gebildet hat. Es wird höchste Zeit, wieder ein bisschen Leben in die Bude zu bringen! Darum folgt hier und jetzt die Review zu dem von vermutlich niemandem sehnlichst erwarteten „Texas Chainsaw“, der inzwischen zweiten offiziellen Fortsetzung zum berühmten „The Texas Chain Saw Massacre“ …

Worum geht’s

1973. Nur knapp kann die junge Sally (Marilyn Burns) dem Kettensäge schwingenden Psychopathen Jedidiah „Leatherface“ Sawyer und dessen nicht minder gewalttätigen Familie entkommen. Kurze Zeit später treffen Sheriff Hooper (Thom Barry) und mehrere Dorfbewohner am Haus der Sawyers ein. Es kommt zu einem blutigen Schusswechsel und einen Brandausbruch, in Folge dessen die Sawyers den Tod finden. Lediglich das Baby Edith überlebt. Jahrzehnte später. Die junge Heather Miller (Alexandra Daddario) erfährt, dass sie adoptiert wurde, ihre ihr unbekannte Großmutter Verna Carson (Marilyn Burns) verstorben ist und Heather als Alleinerbin bestimmt hat. Gemeinsam mit ihrem Freund Ryan (Tremaine Neverson) sowie ihren Freunden Nikki (Tania Raymonde) und Kenny (Keram Malicki-Sánchez) macht Heather sich auf den Weg nach Texas, um sich einen Überblick über das Erbe zu verschaffen. Unterwegs treffen die Freunde auf den Anhalter Darryl (Shaun Sipos), der sich der Gruppe anschließt. Am Haus ihrer verstorbenen Großmutter angekommen, staunen Heather und deren Freunde nicht schlecht: Sowohl das Haus als auch das Grundstück sind riesig und weitaus luxuriöser als gedacht. Doch schon bald muss Heather erkennen, dass sie nicht die einzige ist, die das Feuer ’73 überlebt hat …

Meine Meinung

Um ehrlich zu sein, lässt mich „Texas Chainsaw“ ein wenig ratlos zurück. Die Idee, die bisherigen Fortsetzungen und Remakes zu ignorieren und stattdessen unmittelbar an das berühmte Ende des Originals anzuschließen, hat mir durchaus gefallen. Und auch die solide Umsetzung gibt nur wenig Anlass zur Kritik. Doch blasse Charaktere, zahlreiche Logikfehler und nicht zuletzt der vermutlich gut gemeinte Stoytwist mit seiner unglaubwürdigen Charakterentwicklung trüben das Vergnügen dann doch zu stark, um eine Empfehlung aussprechen zu können.

„Texas Chainsaw“ beginnt höchst atmosphärisch mit Originalaufnahmen aus „The Texas Chain Saw Massacre“. Und als Fan-Bonus gibt es sogar ein Wiedersehen mit Bill Moseley, der bereits in der ersten Fortsetzung „The Texas Chainsaw Massacre 2“ aus dem Jahr 1986 mitwirkte. Nett. Nachdem die Sawyer-Sippe vom wütenden Mob ausgelöscht wurde, macht der Film einen Zeitsprung. Und begeht damit seinen ersten großen Logikfehler, da das Alter der Figuren und das Jahr der Handlung (erkennbar an technischen Geräten wie z.B. iPhones) nicht mal mehr ansatzweise zusammenpassen.

Wer diesen Fehler, der nun wirklich leicht zu vermeiden gewesen wäre, gutmütig ignoriert, sieht sich vorerst mit einem gewöhnlichen Slasher im „Texas Chainsaw Massacre“-Universum konfrontiert. Fünf attraktive, doch bis auf die Hauptdarstellerin komplett austauschbare Mittzwanziger, die nach und nach der Kettensäge von Leatherface zum Opfer fallen. Das mag nicht besonders originell sein, ist aber letztlich genau das, was man als Fan der Reihe erwartet. Auch wenn man sich besser nicht fragt, wie Leatherface so lange unbemerkt bleiben und von einer alten Frau im Zaum gehalten werden konnte.

In der letzten halben Stunde beschließen die Macher dann inhaltlich neue Wege zu gehen, wodurch die Geschichte durchaus interessanter und vor allem spannender wird, gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der Figuren jedoch komplett über den Haufen geworfen wird. Sowohl die Entscheidungen von Heather als auch die von Sheriff Hooper sind selbst mit viel gutem Willen durch nichts zu erklären. Höchstens dadurch, dass sich die Macher unbedingt die Türen für eine weitere Fortsetzung offenhalten wollten. Wirklich schade um den durchaus lobenswerten Ansatz.

Mein Fazit

Durchschnittliche Fortsetzung des Originals, die einerseits versucht, die Erwartungen der Fans zu erfüllen, andererseits jedoch auch inhaltlich neue Wege gehen möchte und dabei letztlich an der unglaubwürdigen Figurenentwicklung scheitert.

Meine Wertung: 5/10

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Wer den gesamten Film sehen möchte, sollte den kompletten Abspann abwarten …

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Kino gesehen: Fast & Furious 6

Ich war nie ein besonders großer Fan der „Fast & Furious“-Reihe – bis „Fast & Furious Five“ kam, der mich dank seiner spannenden Heist-Story und den Actionszenen jenseits der Straße vollends überzeugen konnte. Hinzu kam der geradezu geniale Cliffhanger, der sich im Abspann zeigte und die Vorfreude auf den sechsten Teil in die Höhe trieb. Und genau an diesen schließt nun „Fast & Furious 6“ an …

Worum geht’s

Nach dem geglückten Coup in Rio de Janeiro haben Dom (Vin Diesel) und seine Crew finanziell ausgesorgt, werden jedoch nach wie vor polizeilich gesucht. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin Elena (Elsa Pataky) sowie Brian (Paul Walker) und Mia (Jordana Brewster), die inzwischen Eltern geworden sind, lebt Dom fernab der Heimat in einem luxuriösen Anwesen. Überraschend taucht FBI-Agent Hobbs (Dwayne Johnson) auf und bittet Dom um Hilfe. Der skrupellose Owen Shaw (Luke Evans) hat mit seiner schwer bewaffneten Crew bereits mehrere Waffenteile gestohlen und plant den Bau und Verkauf einer Technobombe. Doch was für Dom viel bedeutender ist: Seine für tot erklärte große Liebe Letty (Michelle Rodriguez) ist quicklebendig. Und arbeitet für Shaw …

Meine Meinung

Meine Güte, was hat sich die „Fast & Furious“-Reihe entwickelt. Von der prolligen Tuningaction zum Heist-Movie zum überbordenden Actionfilm, in dem alle Register des modernen Actionkinos gezogen werden und kein Stein auf dem anderen bleibt. Die solide und mit zahlreichen Anspielungen versehene Story kann zwar nicht mit der überraschend cleveren Geschichte von „Fast & Furious Five“ mithalten, ist glücklicherweise aber auch kein Totalausfall. In Sachen Action steckt „Fast & Furious 6“ den bereits nicht gerade ruhigen Vorgänger hingegen locker in die Tasche und legt die Latte für den Nachfolger schon fast zu hoch. Autorennen, Amokfahrten mit einem Panzer, aufzuhaltende Frachtflugzeuge, zahlreiche Schusswechsel sowie toll choreografierte Kampfszenen lassen die Herzen der Actionfans vollkommen zu recht höher schlagen. Zumal ein Großteil der Action tatsächlich handgemacht zu sein scheint und Computereffekte nur selten als solche zu erkennen sind.

Störend wirkt lediglich, dass für die Glaubwürdigkeit inzwischen gar kein Platz mehr zu sein scheint, was sich insbesondere in den zahlreichen Sprungszenen zeigt. Einmal lasse ich es mir ja noch gefallen, wenn eine Person von Fahrzeug A auf Fahrzeug B hüpft, doch bei „Fast & Furious 6“ wird so oft und in den unmöglichsten Situationen gesprungen, dass selbst Bugs Bunny vor Neid erblassen würde. Mir ist klar, dass die Reihe noch nie für realistische Actionszenen stand, doch was hier gezeigt wird, geht definitiv einen Schritt zu weit. Wer den Film gesehen hat, wird verstehen, was ich meine. Zur Entlastung des Films sei gesagt, dass „Fast & Furious 6“ sich selbst ohnehin nicht sonderlich ernstnimmt und das Geschehen immer wieder durch selbstironische und teils schlicht absurde Momente aufgelockert wird.

Auch die Chemie zwischen den inzwischen liebgewonnen Figuren stimmt nach wie vor, so dass man sich als Zuschauer erneut auf zahlreiche Sticheleien, tumbe Machosprüche und mal mehr, mal weniger gelungene Oneliner freuen darf. Also auf genau das, was einen „Fast & Furious“-Film neben der Action seit jeher auszeichnet. Und wenn der Film dann nach extrem kurzweiligen 130 Minuten Hans Todesszene aus „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ nutzt, um den Gegenspieler für „Fast & Furious 7“ zu präsentieren, ist sie wieder da, diese stille Vorfreude auf das nächste „Fast & Furious“-Abenteuer …

Mein Fazit

„Fast & Furious 6“ ist ein schneller & furioser (originell, gell?) Actionfilm mit sympathischen Figuren und coolen Sprüchen, der bewusst ironisch daherkommt, auf jeglichen Anspruch verzichtet – und nicht zuletzt genau dadurch prächtig unterhält.

Meine Wertung: 8/10

Weitere Meinungen aus der deutschen Film-Blogosphäre:

ChristiansFoyer.de

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Train

Wie ihr an meinen letzten (und den noch kommenden) Reviews erkennen könnt, beschäftige ich mich derzeit fast ausschließlich mit den Genres Horror und Thriller. Ich habe keine Ahnung wieso, aber mir steht momentan der Sinn nach Blut, viel Blut, noch mehr Blut und ein bisschen Spannung. Also genau nach dem, wonach es so gut wie jedem Teenager dürstet, wenn er erst im richtigen Alter für Horrorfilme angekommen ist. Wer weiß, vielleicht ist dies meine ganz persönliche Form einer verfrühten Midlife-Crisis. Wie schön, dass es Filme wie „Train“ gibt, die mich in dieser schwierigen Zeit unterstützen …

Worum geht’s

Eine Gruppe amerikanischer Wettkampfringer bestreitet in Osteuropa ein Turnier. Am nächsten Tag soll die Reise weitergehen, doch statt zu schlafen, schleichen sich Alex (Thora Birch) und ihre Freunde aus dem Hotel, um an einer Party teilzunehmen – und verpassen am nächsten Morgen prompt ihren Zug. Von einer Fremden, die den Zug scheinbar ebenfalls verpasst hat, bekommt die Gruppe den Tipp, einen der Regionalzüge zu nehmen. Die Gruppe beschließt, diesem Tipp zu folgen, doch bereits kurz nach der Abfahrt verschwindet Alex‘ Freund Todd (Derek Magyar) spurlos. Viel zu spät begreifen Alex und ihre Freunde, dass sie in eine tödliche Falle gelockt wurden …

Meine Meinung

Gehört auch ihr zu den Zuschauern, die von „Hostel“ enttäuscht waren, weil der Film längst nicht so brutal war, wie er angepriesen wurde? Dann ist „Train“ genau die richtige Alternative für euch! Zumindest in der ungekürzten (in Deutschland leider nicht erhältlichen) Version. Wo in „Hostel“ lediglich angedeutet oder kurz das Ergebnis präsentiert wurde, wird in „Train“ gnadenlos draufgehalten. Häutungen, abgetrennte Körperteile, entnommene Organe – hier wird alles geboten, was den Gorefan glücklich macht. Und das nicht erst im Finale, sondern von Anfang an. Ist der Zug erst bestiegen, wird die extrem blutige Geschichte äußerst zackig und ohne Längen erzählt. Lediglich in den letzten 20 Minuten, in denen der Zug verlassen wird, geht dem Film etwas die erzählerische Puste aus. Langweilig ist „Train“ dennoch zu keiner Zeit, höchstens im Finale etwas zu vorhersehbar.

Die Ähnlichkeiten zum großen Bruder „Hostel“ sind während der gesamten Laufzeit kaum zu übersehen. Die Atmosphäre ist ebenso düster und schmutzig und bedingt durch die Enge des Zuges zusätzlich auch noch recht bedrückend. Lediglich der Grund für die Verstümmelungen ist hier ein gänzlich anderer. Und so sehr mir die Begründung für die fahrende Schlachtbank auch gefallen hat, ist sie doch gleichzeitig auch der größte Schwachpunkt des Films. Der Umgang mit den Opfern und deren Körperteilen sowie Organen entspricht schlicht nicht dem angedachten Zweck, wodurch „Train“ spürbar an Glaubwürdigkeit verliert und den Eindruck hinterlässt, als wären die blutigen Effekte eben nur der blutigen Effekte wegen dabei.

Einen starken Eindruck hinterlässt stattdessen Hauptdarstellerin Thora Birch, die zwar im Laufe des Films mehr einsteckt als die Realität erlaubt, als junge Kämpferin mit ausgeprägtem Überlebenswillen jedoch eine tolle Leistung bietet und als einzige richtig in Erinnerung bleibt. Von mir aus dürfte Birch gerne öfter in solchen Genrebeiträgen mitwirken.

Mein Fazit

Knackig erzählter Torture-Porn-Thriller mit beklemmender Atmosphäre und starker Hauptdarstellerin, dessen deftige Effekte jedoch nicht so recht zu der erzählten Geschichte passen wollen.

Meine Wertung: 7/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: The Collection – The Collector 2

Mit „The Collector“ schuf Regisseur Marcus Dunstan einen Genrebeitrag, der zwar nicht frei von Schwächen war, als Gesamtwerk jedoch blendend unterhielt und geradezu nach einer Fortsetzung schrie. Diese ist nun in Form von „The Collection – The Collector 2“ erhältlich und stellt, so heißt es zumindest, das Mittelstück einer geplanten Trilogie dar. Ob „The Collection“ ein würdiger Nachfolger geworden oder dem „größer, lauter, blutiger“-Wahn zum Opfer gefallen ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Die junge Elena (Emma Fitzpatrick) entdeckt in einer Diskothek eine Kiste, aus der panisches Klopfen ertönt. Durch das Öffnen der Kiste befreit Elena jedoch nicht nur den darin eingesperrten Arkin (Josh Stewart), sondern löst gleichzeitig eine tödliche Kettenreaktion aus, der sämtliche Diskothekenbesucher zum Opfer fallen. Während Arkin sich nur knapp und schwer verletzt retten kann, wird Elena von dem Collector entführt. Kaum im Krankenhaus angekommen und versorgt, erhält Arkin Besuch von Lucello (Lee Tergesen), Elenas Leibwächter. Lucello hat den Auftrag, Elena mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu finden und hofft, dass Arkin, der als einziger aus der Gefangenschaft des Collectors entkommen konnte, ihm und einer Handvoll Söldner den Weg zu dessen Versteck weisen kann. Arkin willigt ein und führt die stark bewaffneten Männer zu einem seit Jahren verlassenen Gebäudekomplex. Doch der Collector ist auf seine ungebetenen Gäste gut vorbereitet …

Meine Meinung

Ich mache es kurz: „The Collection“ IST dem „größer, lauter, blutiger“-Wahn zum Opfer gefallen. Bereits die Eröffnungssequenz, in der die Besucher einer Diskothek von einer an der Decke angebrachten Mähdrescherkonstruktion zerhackstückelt und in einem riesigen Stahlkäfig zerquetscht werden, pfeift offenkundig auf jegliche Logik oder Glaubwürdigkeit und ist so dermaßen übertrieben (wenn nicht gar dämlich), dass sich der Film danach nur noch schwer ernstnehmen lässt. Von der düsteren Atmosphäre oder gar Spannung des packenden Katz-und-Maus-Spiels des Vorgängers ist bereits nach wenigen Minuten nichts mehr zu spüren. Stattdessen folgt die Fortsetzung dem „Saw“-Prinzip der letzten Teile und präsentiert zahlreiche Fallen, denen die Beteiligten nach und nach aufs Blutigste zum Opfer fallen. Die Gewaltschraube wurde hierbei im Vergleich zum Vorgänger nochmals angezogen, doch verpufft die Wirkung aufgrund der überzogenen Darstellung (und der durchschnittlichen CGI-Effekte) meist komplett. Einige Szenen wirken zuweilen sogar unfreiwillig komisch, so dass ich „The Collector“ insgesamt dennoch als den härteren der beiden Filme bezeichnen würde.

Die inszenatorische Klasse des Vorgängers blitzt nur noch in seltenen Momenten durch, etwa wenn Arkin und der Collector sich bei ständig ausfallendem Licht im selben Raum aufhalten, Arkin die ausgestellten „Kunstwerke“ des Collectors entdeckt oder dem Collector im feurigen Finale, in dem „The Collection“ mehr Actionfilm als Thriller ist, gegenüber steht. In diesen toll gefilmten, aber leider viel zu seltenen Momenten weiß der Film durchaus zu fesseln – auch wenn die Spannung des Vorgängers leider zu keiner Zeit erreicht wird.

Mein Fazit

„Mehr Blut, mehr Gekröse. Ein nettes Gemetzel, das erwartet die Fangemeinde!“ fasste Randy in „Scream 2“ die Regeln für eine Fortsetzung zusammen. Und genau daran haben sich die Macher gehalten. Zu schade, dass dabei Atmosphäre, Spannung und Glaubwürdigkeit auf der Strecke geblieben sind.

Meine Wertung: 5/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

1.259 Beiträge
1 Folgende(r)

Kategorien

Archiv

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner