Okay Disney+, das war’s mit uns

Bereits im Dezember entfernte Disney klammheimlich Dolby Vision aus seinem Premium-Abo. Wer (wie ich) dachte, Dolby Vision würde bestimmt schon bald zurückkehren, wurde nun eines Besseren belehrt: Inzwischen wurde sogar HDR10 gestrichen. Selbstverständlich erneut, ohne zahlende Abonnenten (wie mich) aktiv zu informieren, geschweige denn eine Erstattung für den geringeren Leistungsumfang anzubieten.

Was ich stattdessen bekommen habe: Eine E-Mail, dass der Jahrespreis für das Premium-Abo von 139,90 Euro auf 159,90 Euro erhöht wird. Nachdem er erst letztes Jahr von 89,90 Euro auf 139,90 Euro erhöht worden war. Respekt. Die Eier, den Preis stetig zu erhöhen, gleichzeitig aber die Qualität deutlich runterzuschrauben, muss man erst mal haben.

Für mich war’s das nun mit Disney+. Was wirklich schade ist, da ich die Inhalte durchaus mag. Aber selbst bei mir ist irgendwann eine Grenze überschritten. Und das ist hier der Fall.

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Kurz kommentiert: „Dreamcatcher“ (2003)

Ich weiß noch genau, wie unfassbar enttäuscht ich damals nach dem Kinobesuch von „Dreamcatcher“ war. Ich fand die Stephen-King-Verfilmung so schlecht und unfreiwillig komisch, dass ich nie das Bedürfnis hatte, sie in mein Filmregal zu stellen. Und das soll schon was heißen.

Da es „Dreamcatcher“ bei Apple aktuell für 3,99 Euro gibt, habe ich ihm heute doch noch mal ’ne Chance gegeben – und was soll ich sagen: Der Film ist immer noch schlecht. Nicht ganz so schlecht, wie ich ihn in Erinnerung hatte, aber schlecht. Wobei das erste Drittel sogar ganz gelungen und überraschend atmosphärisch ist. Sobald die ersten Außerirdischen und das Militär auftauchen, geht’s dann aber rapide bergab. Je weiter die Geschichte voranschreitet, umso weniger Sinn ergibt sie. Und das Finale ist einfach nur noch hanebüchener Blödsinn. Da können selbst die guten Darsteller nichts retten. Wirklich schade um das Potential.

Meine Wertung: 4/10 (mit Tendenz zur 3/10)

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Geschaut: „Eternity“ (2025)

14. Februar. Samstagabend. Valentinstag. Ich weiß, was ihr letzten Sommer getan habt was ihr jetzt gerade denkt: „Wieso erscheint hier eine Review, obwohl die Frauen aufgrund seines Charmes, seines Humors, seiner Intelligenz, seiner Großzügigkeit, seines guten Aussehens und nicht zuletzt seiner Bescheidenheit bei Sven doch eigentlich Schlange stehen sollten und er gerade ein Date haben müsste?“. Nun, eine berechtigte Frage. Ich kann mir das nur so erklären, dass meine zweifellos beeindruckende Präsenz zu einschüchternd wirkt, sodass die Frauen sich schlicht nicht trauen, mich nach einem Date zu fragen. Wie dem auch sei. Um am Valentinstag trotzdem mit etwas Liebe in Kontakt zu kommen, habe ich heute die übernatürliche Romantikkomödie „Eternity“ geschaut. Eine gute Entscheidung.

Worum geht’s

Joan (Elizabeth Olsen) und Larry (Miles Teller) sind seit 65 Jahren ein Paar. Als Larry an einer Brezel erstickt, wacht er als Mittdreißiger in einer Zwischenwelt wieder auf, die an ein schräges Tourismus-Center erinnert. Von seiner Jenseits-Koordinatorin Anna (Da’Vine Joy Randolph) wird er darüber aufgeklärt, dass man sich nach seinem Tod für eine Ewigkeit entscheiden muss, die später allerdings nicht mehr gewechselt werden darf. Nur wenige Tage später stirbt auch Joan, sodass die Tür für eine gemeinsame Ewigkeit offen steht. Doch dann taucht plötzlich Joans erster Ehemann Luke (Callum Turner) auf, der kurz nach ihrer Hochzeit im Krieg gefallen war und seit nunmehr 67 Jahren auf die Ankunft seiner großen Liebe wartet. Nun muss Joan sich entscheiden: Möchte sie die Ewigkeit mit Larry verbringen, mit dem sie bereits ihr ganzes Leben verbracht hat, oder mit Luke, mit dem sie nie die Chance auf ein richtiges Leben hatte …

Meine Meinung

Ich sag’s, wie es ist: Ich liebe „Eternity“. Und das nicht nur, weil heute Valentinstag ist. Ja im Grunde ist der Film eine klassische Dreiecks-Liebeskomödie. Aber das Spiel mit der Ewigkeit und den verschiedenen Welten sorgt nicht nur für eine ungewöhnliche Tiefe, sondern auch für verdammt witzige und absurde Situationen. So gibt es zum Beispiel eine Ewigkeit für Verstorbene, die keine Lust mehr auf andere Menschen haben und einfach nur noch ihre Ruhe wollen – klar, dass ausgerechnet diese Ewigkeit ausgebucht ist. Der Humor trieft stellenweise vor Sarkasmus, was meinen Geschmack wenig überraschend voll getroffen hat. Wie die jeweiligen Angestellten versuchen, Neuankömmlinge von ihrer Ewigkeit zu überzeugen (oder verzweifeln, weil sich niemand für ihre Ewigkeit interessiert), ist einfach herrlich skurril – so wie die gesamte Grundidee.

Doch „Eternity“ ist nicht nur witzig, er trifft auch ins Herz. Mit Joan, die sich zwischen ihrer ersten und ihrer zweiten Liebe entscheiden muss, möchte vermutlich niemand tauschen. Erst recht nicht, wenn dies wortwörtlich eine Entscheidung für die Ewigkeit ist. Dass beide Männer tatsächlich gute Kerle mit zwar unterschiedlichen, aber jeweils durchaus liebenswürdigen Eigenschaften sind, macht es umso komplizierter. Die Chemie zwischen Elizabeth Olsen, Miles Teller und Callum Turner ist fantastisch, wobei alle drei sowohl witzige als auch nachdenkliche Szenen zu meistern haben. Einige dieser Momente sind überraschend tiefgründig und werfen durchaus existenzielle Fragen auf – und zum Ende hin wird’s sogar ein wenig düster und spannend. Aber keine Sorge: „Eternity“ ist dennoch voll und ganz ein Feel-Good-Film.

So, und damit auch genug geschwafelt. Dass mir „Eternity“ verdammt gut gefallen hat, dürfte jetzt klar sein. Und sollte es nach dem Tod tatsächlich wie im Film zugehen, weiß ich schon jetzt, für welche Ewigkeit ich mich auf die Warteliste setzen lasse …

Meine Wertung: 9/10

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Geschaut: „Hounds of War“ (2024)

Ursprünglich wollte ich diesen Beitrag bereits gestern geschrieben haben, aber Isaac Florentines neuestes Actionmeisterwerk „Hounds of War“ war so dermaßen packend und mitreißend, dass ich direkt danach nur noch mit halb geöffneten Augen ins Bett torkeln konnte. Und damit ist im Grunde bereits alles gesagt …

Worum geht’s

Eigentlich hatte Ryder (Frank Grillo) mit seinem Leben als Söldner bereits abgeschlossen, doch seinem jüngeren Bruder Tommy zuliebe nimmt er an einem letzten Einsatz in Libyen teil. Es kommt, wie es kommen muss: Die Einheit wird von ihrem Vorgesetzten Colonel Hart (Robert Patrick) verraten, der sogar Tommys schwangere Frau tötet. Nur Ryder überlebt das Massaker – und plant gemeinsam mit seiner Ex-Freundin Selina (Rhona Mitra) seine Rache …

Meine Meinung

Wofür ist Regisseur Isaac Florentine bekannt? Richtig, für cool inszenierte Martial-Arts-Action. Wofür ist Frank Grillo bekannt? Richtig, für brachiale Martial-Arts-Action. Was bekommt man also, wenn Isaac Florentine und Frank Grillo gemeinsam einen Film drehen? Richtig, uninspirierte 08/15-Action und gähnende Langeweile.

Ich weiß gar nicht, was ich enttäuschender finde: Dass die Actionszenen größtenteils komplett belanglos ausfallen, oder dass Frank Grillo in den meisten davon nicht mal mitmischen darf. Ab der Hälfte des Films schaut Grillo nur noch vom Spielfeldrand aus zu – zumindest was die Action angeht. Als Planer wirkt er immer noch mit. Und Himmel, ist der Plan idiotisch. Noch idiotischer sind nur die offenbar komplett unfähigen Regierungsagenten, die im Ernstfall so dämlich und kopflos reagieren, dass es fast schon wieder witzig ist.

Aber „Hounds of War“ soll nun mal keine Komödie sein, sondern ein düsterer Rache-Actionfilm. Und als solcher versagt er leider fast auf ganzer Linie. Zugegeben, ein paar einzelne Kämpfe sind ganz nett, Frank Grillo ist charismatisch wie immer und Rhona Mitra ist nach wie vor herrlich badass. Trotzdem überwiegt leider die Langeweile, sodass es insgesamt nicht mal zum Durchschnitt reicht. Enttäuschend.

Meine Wertung: 4/10

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Geschaut: „The Toxic Avenger“ (2023)

Freitag. Später Nachmittag. Eine viel zu lange Woche neigt sich ihrem Ende entgegen. Und ja, ich weiß, dass jede Woche gleich lang ist. Aber ihr wisst schon, wie ich das meine. Um das Wochenende angemessen einzuläuten, habe ich es mir nach Feierabend auf der Couch gemütlich gemacht und … bin eingeschlafen. Danach habe ich dann „The Toxic Avenger“ eingelegt. Zwei Stunden später als geplant, aber was soll’s. Mich hetzt ja niemand.

Worum geht’s

Seit seine Freundin an Krebs gestorben ist, schlägt sich der so schlichte wie gutmütige Winston (Peter Dinklage) mit seinem Stiefsohn Wade (Jacob Tremblay) mehr schlecht als recht durchs Leben. Als auch bei Winston eine tödliche Krankheit diagnostiziert wird, bittet er seinen Chef Bob Garbinger (Kevin Bacon) um Hilfe. Als dieser ihn eiskalt abblitzen lässt, bricht Winston in seiner Verzweiflung bei seinem Arbeitgeber ein, um das benötigte Geld zu stehlen. Dabei kommt er J. J. (Taylour Paige) in die Quere, die gerade belastende Beweise gegen den kriminellen Garbinger besorgen möchte. Auf der Flucht wird Winston von Garbingers Auftragsmördern tödlich verletzt und in giftigem Schlamm versenkt. Doch Winston überlebt – und kehrt körperlich entstellt als Toxic Avenger zurück, um für Gerechtigkeit zu sorgen …

Meine Meinung

Es gibt schlechte Filme. Und es gibt Filme, die einerseits schlecht sind, denen man andererseits aber auch anmerkt, dass alle Beteiligten mit Herzblut dabei waren, ihren Spaß hatten und ganz genau wussten, was sie da tun. Genau so ein Film ist „The Toxic Avenger“. Und dies gilt sowohl für das 84er Original als auch für die aktuelle Neuauflage.

Um „The Toxic Avenger“ genießen zu können, sollte man schon ein gewisses Faible für B-Movie-Trash mitbringen. Und auch mal das eine oder andere Auge zudrücken können. Ja, der Film ist rund 15 Minuten zu lang. Ja, bei der Gewalt hätte gerne noch eine Schippe draufgelegt werden dürfen. Ja, das CGI fällt manchmal negativ auf. Und ja, der Humor zündet nicht immer. Insgesamt trägt „The Toxic Avenger“ das Herz aber am rechten Fleck. Die Geschichte ist so absurd wie warmherzig. Die Splatterszenen sind komplett überzogen und dementsprechend spaßigIm. Der Wortwitz erinnert In seinen besten Momenten an den guten alten ZAZ-Humor. Und die Darsteller sind über alle Zweifel erhaben. Wirklich schön, dass Größen wie Peter Dinklage, Kevin Bacon und Elijah Wood sich für so einen Quatsch nicht zu schade sind.

Doch, ich hatte mit „The Toxic Avenger“ trotz kleiner Abzüge in der B-Note definitiv meinen Spaß. Hätten die Macher bei der Gewalt mehr auf praktische Effekte gesetzt und wären generell etwas zeigefreudiger gewesen (teilweise wird tatsächlich im Off gekillt – HALLO?!?), hätte hier etwas ganz Großes entstehen können. Also relativ. Größe liegt ja oft im Auge des Betrachters. Toxie ist hierfür das beste Beispiel.

Meine Wertung: 7/10

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Kurz kommentiert: „Dante’s Peak“ (1997)

Ich habe gerade mal wieder „Dante’s Peak“ geschaut (zum ersten Mal in feinstem 4K) und ich bleibe dabei: Dieser Film gehört zu den besten Katastrophenthrillern, die die 90er hervorgebracht haben. Die Figuren sind (trotz teilweise dummer Entscheidungen) sympathisch, der eher gemächliche Einstieg macht die zweite Hälfte umso packender und die größtenteils handgemachten Effekte sind hervorragend gealtert und können auch heute noch absolut überzeugen.

Definitiv ein Film, den ich immer wieder gerne schaue. Es hat schon seine Gründe, wieso ich „Dante’s Peak“ hier auf DVD, auf Blu-ray und nun auch auf Ultra HD Blu-ray im Regal stehen habe.

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Geschaut: „The Rip“ (2026)

Meine Güte, bin ich müde. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass ich gestern Nacht spontan die erste Staffel von „Hijack“ durchgebingt habe. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Blogbeitrag. Im Grunde schreibe ich das hier auch nur, weil mir einfach keine sinnvolle Einleitung für das eigentliche Thema einfallen wollte. Clever, oder?

Worum geht’s

Kurz nach der Ermordung ihres Captains erhält das Miami TNT einen Tipp für ein angebliches Geldversteck. Im Haus der jungen Desi (Sasha Calle) findet das Team von Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon) und Detective Sergeant J.D. Byrne (Ben Affleck) tatsächlich Geld, allerdings weitaus mehr als ursprünglich angenommen. Satte 20 Millionen Dollar wurden hinter einer Wand versteckt. Statt den Fund direkt zu melden, ordnet Dane an, das Geld erst mal zu zählen. Das weckt das Misstrauen der übrigen Gruppe, nicht zuletzt, da das FBI einen korrupten Verräter im TNT vermutet, der auch für den Tod des Captains verantwortlich sein könnte …

Meine Meinung

Ein Actionthriller von Joe Carnahan mit Matt Damon und Ben Affleck? Hätte da überhaupt etwas schiefgehen können? Oh ja, das hätte es. Schließlich ist Joe Carnahan nicht unbedingt für seine konstante Qualität bekannt. In diesem Fall ist aber alles gut gegangen. Mehr als das. „The Rip“ ist ein erfreulich spannender Cop-Thriller und weckte bei mir Erinnerung an den ebenfalls schwer unterhaltsamen „Verhandlungssache“. Zwar geht’s hier nicht um eine Geiselnahme, aber gewisse Ähnlichkeiten lassen sich dennoch nicht leugnen. Der Mord zu Beginn. Die schwer kontrollierbare Situation im begrenzten Raum. Das wachsende Misstrauen untereinander. Und nicht zuletzt das actionreiche Finale, in dem die Karten auf den Tisch gelegt werden. Das macht schon alles eine Menge Spaß – genau so mag ich solche Filme!

Zugegeben, wer einigermaßen aufmerksam und nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, erkennt zumindest einen der zahlreichen Bluffs direkt in den ersten Minuten. Und ja, wirklich anspruchsvoll oder innovativ ist hier im Grunde auch nichts. Das macht aber gar nix, da das Gesamtpaket einfach stimmt. Matt Damon und Ben Affleck sind gemeinsam eh immer eine sichere Bank, die anderen Darsteller machen ebenfalls einen guten Job und die Dynamik innerhalb des TNT hat mir so gut gefallen, dass ich mir glatt eine Fortsetzung wünsche. Von diesem sympathischen Team würde ich wirklich gerne noch mehr sehen!

Meine Wertung: 7/10

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Auf 3D hätte ich verzichten können, aber davon ab sieht auch der neue Trailer zu dem Survival-Thriller „Send Help“ von Sam Raimi nach ’ner Menge Spaß aus. Ich bin echt gespannt, worauf die Story letztlich hinausläuft. Und ob Bruce Campbell wirklich nur als Foto im Mülleimer landet oder auch sonst im Film auftaucht …

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Geschaut: „F*** Marry Kill“ (2024)

Nach einem langen Arbeitstag ist mein Kopf meist ziemlich leer. Also noch leerer als ohnehin schon. Und viel ist da oben im Grunde eh nie los. Zum Glück gibt’s da draußen mehr als genug Filme, die perfekt zu so einem Zustand passen. Und so fiel meine Wahl für die heutige Abendunterhaltung auf die Thrillerkomödie „F*** Marry Kill“, die zwar keine anspruchsvolle, aber immerhin lockere Unterhaltung versprach. Spoiler: Sie konnte ihr Versprechen nicht halten.

Worum geht’s

Ein Serienmörder hat es auf junge Frauen abgesehen, die er über Dating-Apps kennenlernt. Von dem True-Crime-Podcast „Mark My Murder“ hat er daher den Spitznamen „Swipe Right Killer“ erhalten. Dies kann Eva (Lucy Hale) jedoch nicht davon abhalten, sich nach ihrer Trennung wieder ins Dating-Getümmel zu stürzen. Schnell lernt sie drei vielversprechende Kandidaten kennen. Doch dann mehren sich die Anzeichen, dass jeder von ihnen der Serienkiller sein könnte …

Meine Meinung

„F*** Marry Kill“ hätte so vieles sein können. Ein kritischer Kommentar zu dem aktuellen Dating-Zeitgeist. Eine sarkastische Abrechnung mit dem True-Crime-Boom. Und eine clevere Satire, die gleichermaßen Vorurteile wie auch Thrillerklischees aufs Korn nimmt. Leider ist „F*** Marry Kill“ nichts davon. Was der Film stattdessen ist: nervig. Unfassbar nervig.

Jede, wirklich absolut jede Figur ist seltsam, unsympathisch oder nervtötend. Oder gleich alles drei zusammen. Die eine mehr, die andere weniger. Selbst vermeintliche Sympathieträger zeigen im Verlauf des Films Verhaltensmuster, die selbst mich schreiend davonlaufen lassen würden – und dabei bin ich selbst eine Red Flag auf zwei Beinen. Dementsprechend war es mir unmöglich, mit den Figuren zu lachen, geschweige denn mit ihnen mitzufiebern. Keine Ahnung, wann ich zuletzt so eine Abneigung verspürt habe.

Leider funktioniert „F*** Marry Kill“ auch abseits der Figuren nicht sonderlich gut. Für eine Komödie sind die Gags zu lau, für einen Liebesfilm fehlt den Figuren die Chemie untereinander und für einen Thriller bietet die Geschichte nicht genug Spannung. Zumal die Identität des Killers komplett hanebüchen ist. Zwischendurch gibt’s auch noch ein paar vermeintlich zeitgeistkritische Szenen (Stichwort Wokeness oder Not all Men), aber die wirken genauso deplatziert wie die unlustigen Texteinblendungen, mit denen im Film neue Figuren vorgestellt werden.

Zugegeben, die Grundidee ist ganz interessant. Und ja, ich habe schon schlechtere Filme gesehen. Aber das alleine ist noch lange kein Qualitätsmerkmal.

Meine Wertung: 4/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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