Juhu, ich bin etwas Besonderes (aka ich hab Grauen Star)!

25. April 2026 | Allgemeines und Einzelnes | 1 Kommentar

Vor einigen Tagen schrieb ich, dass ich inzwischen trotz Lesebrille Probleme habe, EANs auf Blu-ray-Hüllen zu entziffern. Generell hatte ich in letzter Zeit das Gefühl, nicht mehr richtig scharf sehen zu können, weswegen ich vor rund zwei Monaten einen Termin beim Augenarzt vereinbarte. Und wie sich herausstellte, war dieser mehr als angebracht, denn meine Sehprobleme sind nicht etwa ein Resultat der Altersweitsichtigkeit (also auch, aber nur minimal), nein, bei mir hat sich direkt ein Grauer Star entwickelt.

Nun muss ich zugeben, dass ich mir durchaus hin und wieder gewünscht habe, auch mal etwas Besonderes und nicht immer so durchschnittlich und gewöhnlich zu sein. Damit meinte ich allerdings NICHT, sich mit gerade mal Ende 40 wegen Grauem Star operieren lassen zu müssen. Daher, liebe Kinder: Seid vorsichtig mit dem, was ihr euch wünscht!

Dass ich noch zu jung für Grauen Star bin, habe ich (von der nachträglichen Recherche mal abgesehen) an zwei Dingen bemerkt: Zum einen daran, dass in der Broschüre, die ich mitbekommen habe, ausschließlich Personen um die 70 abgebildet sind. Und zum anderen daran, dass mich die Augenärztin (neben anderen medizinischen Gründen) wiederholt fragte, ob ich eventuell mal einen Ball an den Kopf bekommen hätte. Ich frage mich immer noch, ob ihre Erklärung „Trauma am Auge – so was kann Grauen Star verursachen“ ernst gemeint war, oder ob sie diese Frage einfach nur gestellt hat, weil ich im sozialen Miteinander immer leicht beschränkt rüberkomme. Ich werde es wohl nie erfahren.

Sei’s drum. Fakt ist, dass ich bedingt durch den Grauen Star aktuell eine Sehstärke von nur noch rund 40 % habe und insbesondere mit dem rechten Auge im Grunde gar nicht mehr scharf sehen kann. Die gute Nachricht ist: Eine Operation wird’s wieder richten. Kurz gesagt werden mir die natürlichen Linsen entfernt und durch Kunstlinsen ersetzt. Danach sollte ich dann wieder sehen können wie ein junger Gott. Oder so ähnlich.

Was mir bei dieser Gelegenheit einmal mehr an mir aufgefallen ist: Beim Thema Krankheit und Tod bin ich grundsätzlich extrem entspannt und pragmatisch. Würde mir mein Arzt heute sagen, dass ich nur noch zwei Jahre zu Leben hätte, würde ich dies zur Kenntnis nehmen und die letzten zwei Jahre genießen. Irgendwann ist schließlich jeder dran – so ist das Leben halt. Beim Thema Augen hingegen sieht es anders aus. Generell könnte ich vermutlich mit allem irgendwie gut leben, nicht aber damit, mein Sehvermögen zu verlieren. Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich in meinem Leben exakt drei Leidenschaften habe: Filme und Serien, Videospiele und die Fotografie. Und dafür brauche ich nun mal meine Augen. Ich möchte nicht so weit gehen, zu behaupten, es würde meinem Leben den Sinn nehmen, würde ich all dies verlieren, aber würde ich all dies verlieren, nähme das meinem Leben schon irgendwie den Sinn.

Glücklicherweise handelt es sich bei dem kommenden Eingriff um eine Standard-OP, Komplikationen sind hier keine zu erwarten. Dennoch werde ich mir für den Fall der Fälle vorher noch mal „Final Destination 5“ anschauen. Vorbereitung ist das A und O …

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1 Kommentar

  1. Oh man, be careful what you wish for. ?

    Ich drücke dir die Daumen, dass alles glatt läuft. Meine Augen sind auch nicht mehr die besten, aber komme ganz gut klar. Deine Sorge hätte ich auch, denn auch für all meine Hobbies sind die Augen essenziell.

    Antworten

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Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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