The Invitation (2015)

28. Dezember 2016 | Filme und Serien | 2 Kommentare

Zwei Jahre lang hat Will (Logan Marshall-Green) nichts von seiner Ex-Frau gehört, nun erhalten er und seine neue LebensgefĂ€hrtin Kira (Emayatzy Corinealdi) eine Einladung zu einer Dinnerparty. Gemeinsam mit all ihren wichtigsten Freunden möchten Eden (Tammy Blanchard) und ihr neuer Mann David (Michiel Huisman) einen schönen Abend verbringen. WĂ€hrend die offensichtlich zutiefst glĂŒcklichen Eden und David teuren Wein servieren und von ihrer Zeit in Mexiko schwĂ€rmen, entwickelt Will ob des doch sehr eigenwilligen Verhaltens zunehmend Zweifel an den Absichten der Gastgeber. Doch sind es wirklich Eden und David, die sich merkwĂŒrdig benehmen? Oder ist Wills immer paranoider wirkendes Verhalten nur das Ergebnis des von ihm nicht verarbeiteten Unfalltods des gemeinsamen Sohnes? Hui, was fĂŒr ein toller Film! Dass „The Invitation“ ein kleiner Geheimtipp sein soll, hatte ich ja schon öfter gelesen – aber dass er mir so gut gefallen wĂŒrde, das habe ich dann doch nicht erwartet. Dabei passiert in dieser kleinen Thrillerperle eine lange Zeit augenscheinlich nur wenig. Menschen bzw. Freunde sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Das war’s. Doch in jedem dieser scheinbar banalen GesprĂ€che, in jedem freundlichen LĂ€cheln, in jeder noch so kleinen Geste steckt etwas Unheilvolles, das mich von Anfang an packte. Viele Kleinigkeiten, die einzeln betrachtet unbedeutend erscheinen, wirken in ihrer Gesamtheit plötzlich bedrohlich. Wieso sind die Fenster vergittert? Wieso schließt David die HaustĂŒr ab und steckt den SchlĂŒssel ein? Und wo bleibt eigentlich der letzte Gast? Dass Will die Party mit Skepsis beobachtet, kann man als Zuschauer nur allzu gut nachvollziehen. Ob diese Skepsis gerechtfertigt ist, lĂ€sst der Film lange Zeit offen – und soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden. Fast noch spannender als die Auflösung ist die Frage, wie wir selbst in solch einer Situation handeln wĂŒrden. WĂŒrden wir nett lĂ€chelnd ĂŒber das merkwĂŒrdige Verhalten gewisser Personen hinwegsehen? WĂŒrden wir unsere Freunde offen darauf ansprechen? Oder wĂŒrden wir einfach gehen? Wo wĂŒrden wir, bei aller Toleranz, die Grenze ziehen? Alleine fĂŒr diese Fragen lohnt es sich, den Film ein zweites Mal zu schauen – und dabei ruhig auch mal unsere Gesellschaft und insbesondere sich selbst zu hinterfragen. Dass „The Invitation“ so gut funktioniert, verdankt der Film nicht nur dem so langsamen wie effektiven Spannungsaufbau, sondern auch der tollen Kameraarbeit, dem bedrohlichen Score und insbesondere Hauptdarsteller Logan Marshall-Green („Devil“, „Prometheus“). Dieser ist mit Vollbart und ZottelmĂ€hne zwar fast nicht wiederzuerkennen, zeigt unter all den Haaren aber ein enormes Spektrum an menschlichen GefĂŒhlen. Toll! Falls ihr es noch nicht bemerkt habt: Ich bin wirklich begeistert von diesem Film! Alleine dafĂŒr hat sich das Netflix-Abo diesen Monat schon wieder gelohnt. Die Blu-ray habe ich fĂŒr meine Sammlung trotzdem zusĂ€tzlich bestellt. Einen Platz in meinem Filmregal hat sich „The Invitation“ definitiv verdient! Meine Wertung: 9/10

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2 Kommentare

  1. Noch niemals nicht gehört, aber nun abgespeichert. Die Tisch-Szene erinnert mich an die von 10 Cloverfield Lane. Die fand ich auch sehr gut.

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    • „10 Cloverfield Lane“ habe ich hier auch schon liegen, bin aber noch nicht dazu gekommen, ihn mir anzugucken. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es jetzt am Wochenende ja endlich. 🙂

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Blogger. Fotograf. Filmnerd. Videospieler.
Kiel, Schleswig-Holstein

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