Weil Geld und Benzin ausgegangen sind, stimmt die Punk-Rock-Band The Ain’t Rights einem Auftritt in einer Kneipe der rechten Szene zu. Nach dem Gig möchten Pat (Anton Yelchin) und die ĂŒbrigen Band-Mitglieder nur noch schnell ihre Sachen packen und verschwinden, stolpern dabei aber unvermittelt ĂŒber eine Leiche, der ein Messer im Kopf steckt. Da Pat sofort die Polizei anrufen möchte, werden er, seine Freunde und die Zeugin Amber (Imogen Poots) von den Skinheads in einen Raum gesperrt. WĂ€hrend diese sich unter der FĂŒhrung des Kneipenbesitzers Darcy (Patrick Stewart) darauf vorbereiten, die unfreiwilligen Zeugen möglichst unauffĂ€llig zu beseitigen, sucht die eingesperrte Gruppe verzweifelt nach einer Möglichkeit, die Situation irgendwie zu ĂŒberleben …
WĂ€re „Green Room“ vom Trash-Studio Asylum, er wĂŒrde vermutlich „Punks vs Nazis“ heiĂen. Und langweilig sowie unfreiwillig komisch sein. GlĂŒcklicherweise ist „Green Room“ jedoch weder von Asylum, noch langweilig und erst recht nicht unfreiwillig komisch. Ganz im Gegenteil. Regisseur Jeremy Saulnier verzichtet auf jeglichen Humor und lĂ€sst die Protagonisten in eine Situation geraten, die von Anfang an dazu bestimmt ist, kein gutes Ende zu nehmen. Ein Ăberlebenskampf, frei von comichafter Ăberzeichnung oder auflockernder Ironie. „Green Room“ ist bedrĂŒckend. Spannend. Brutal. Kompromisslos. Und einfach ehrlich. Dabei ist Jeremy Saulnier hoch anzurechnen, dass die Gewalt trotz zahlreicher blutiger Szenen niemals zum Selbstzweck gerĂ€t, sondern sich stets nĂŒchtern in das Geschehen einfĂŒgt.
Auch wenn die Charaktere letzten Endes ein wenig blass bleiben und die eine oder andere Szene eher der Spannung denn der Geschichte dient, ist „Green Room“ ein ausgezeichneter Belagerungs-Thriller fĂŒr Freunde der hĂ€rteren Gangart. Und als solcher definitiv eine Empfehlung wert.
Meine Wertung: 8/10
Siehste, du liegst gar nicht so weit weg von uns, du wertest es nur anders. FĂŒr uns gerĂ€t die Gewalt nĂ€mlich sehr deutlich zum Selbstzweck und zwar des ganzen Films. Alles was geschieht, geschieht nur, um die Gewaltszenen einbauen zu können, was jedoch von keinerlei Aussage ĂBER die Gewalt begleitet wird. Kurz: Der Film ist ein Gewaltvehikel, mit Gewalt als Selbstzweck – die Figuren sind da komplett irrelevant.
Aber wenigstens fandest du ihn spannend, nicht mal das hat er bei uns geschafft … đ
Nehmen wir mal an, das Geschehen wĂ€re wirklich nur ein Vorwand fĂŒr die Gewaltszenen: Wieso sind diese dann so schnell vorbei? Die meisten Gewaltszenen enden doch, kaum dass sie begonnen haben. Vieles findet sogar im Off oder im Dunkeln statt. Brutal sind die Szenen, keine Frage. Aber auch viel zu schnell vorbei, als dass man sich daran ergötzen könnte. WĂŒrde es dem Regisseur wirklich nur darum gehen, wĂŒrde er die Gewalt dann nicht anders und insbesondere lĂ€nger zelebrieren?
Besonders selbstzweckhaft (gibt es dieses Wort ĂŒberhaupt?) wirkt das nicht auf mich …
Klingt gut und kommt auf die Liste… đ
Ich bin schon jetzt auf deine Meinung zu diesem Film gespannt!