Im Kino gesehen: 22 Jump Street

23. Juli 2014 | Filme und Serien | 4 Kommentare

Eigentlich ist das Wetter viel zu schön, um am Rechner zu sitzen und eine Review zu schreiben. Doch ich habe mir fest vorgenommen, mein Blog wieder mit mehr Leben zu fĂŒllen. Also muss das Wetter hintenanstehen – braune Haut und eine gesunde Gesichtsfarbe werden ohnehin stark ĂŒberschĂ€tzt. Außerdem habe ich gestern in der Sneak „22 Jump Street“, die Fortsetzung zum Reboot der 80er-Jahre-Teenager-Krimiserie „21 Jump Street“, sehen dĂŒrfen. Ein toller Film, der es verdient, in meinem Blog verewigt zu werden!

Worum geht’s

Nachdem sie ihren ersten Undercover-Einsatz an der Highschool ĂŒberraschend erfolgreich gemeistert haben, werden die beiden Polizisten Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) ans College geschickt. Dort ist eine Studentin der neuen Designerdroge WhyPhy zum Opfer gefallen, weswegen Jenko und Schmidt den Dealer und durch diesen die Quelle der Droge ausfindig machen sollen. Im Laufe der Ermittlungen steigt Jenko zum Star des Football-Teams auf – und beginnt, den Fall sowie seinen Partner zu vernachlĂ€ssigen …

Meine Meinung

Was fĂŒr ein sympathischer Blödsinn! „22 Jump Street“ schafft es mĂŒhelos, den Überraschungserfolg „21 Jump Street“ in jeglicher Hinsicht zu ĂŒbertreffen. Und das, obwohl sich die Geschichte, wenn auch mit vertauschten Rollen, beinahe 1:1 wiederholt. Den Film als Abklatsch zu bezeichnen, wĂ€re dennoch nicht gerechtfertigt, denn die Wiederholung ist durchaus gewollt, hat System und dient nicht nur als Grundlage zahlreicher Anspielungen auf typische Hollywood-Sequels, sondern spielt auch inhaltlich im richtigen Moment mit der Erwartungshaltung des Publikums, nur um es letztlich dann doch an der Nase herumzufĂŒhren.

Wie bereits im VorgĂ€nger, sind die Dialoge auch in „22 Jump Street“ oft weniger auf die eigentliche Handlung, sondern vielmehr auf den Film selbst bezogen. Der ĂŒberraschend erfolgreiche erste Einsatz, das verdoppelte Budget, die nach zerstörerischen Momenten erforderlichen Sparmaßnahmen – die beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit Aussicht auf FleischbĂ€llchen“, „Lego“, „21 Jump Street“) nutzen jede nur denkbare Möglichkeit, um sich ĂŒber die typischen Regeln und Klischees einer Fortsetzung und somit ĂŒber ihren eigenen Film lustig zu machen. Und sind die Dialoge mal nicht auf die Produktion des Films bezogen, dann auf die latent homoerotische Beziehung zwischen Jenko und Schmidt. So gut wie jeder Satz lĂ€dt zur Doppeldeutung ein, so dass es schier unmöglich sein dĂŒrfte, alle Anspielungen beim ersten bzw. einmaligen Anschauen zu erkennen. Dass der Film dennoch nie in peinliche LĂ€cherlichkeiten abdriftet und die Figuren trotz absurder Szenen mit Respekt behandelt, ist dabei vermutlich die eigentliche Meisterleistung. Lediglich die beiden Auftritte von Dave Franco und Rob Riggle (bitte auch den Abspann abwarten!) bewegen sich ein wenig unterhalb der lĂ€dierten GĂŒrtellinie und hĂ€tten in dieser Form nun wirklich nicht sein mĂŒssen.

Von diesen beiden Szenen einmal abgesehen, glĂ€nzt „22 Jump Street“ neben den bereits erwĂ€hnten Dialogen und Anspielungen mit gelungenen Actionszenen und unzĂ€hligen popkulturellen Anspielungen. Dass die Beteiligten allesamt einen an der Klatsche zu haben scheinen (ja, das ist absolut positiv gemeint) und ihren Spaß hatten, merkt man dem Film dabei in jeder Minute an. Insbesondere Channing Tatum und Jonah Hill harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und drehen zeitweise auf, als gĂ€be es kein Morgen mehr. Und auch Ice Cube darf dieses Mal ein wenig mehr von seinem durchaus vorhandenen komödiantischen Talent zeigen – und fĂŒr die lustigsten Szenen des Films sorgen.

Mein Fazit

Exzellent aufgelegte Darsteller, eine extrem hohe Gagdichte und zahlreiche Anspielungen auf den Hollywood-Wahnsinn machen „22 Jump Street“ zu einem der besten Sequels der letzten Jahre. Ich freue mich schon jetzt auf „23 Jump Street“! Und auf „24 Jump Street“! Und auf „25 Jump Street“! Und auf …

Meine Wertung: 9/10

GefÀllt mir:

4 Kommentare

  1. Das klingt sehr gut. Teil 1 mochte ich wirklich sehr. Doch nach dem Trailer zu Teil 2 war ich mir nicht sicher, ob dieser dem ersten auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte. Nun scheint es wohl doch so zu sein. Danke fĂŒr die schöne Kritik. 🙂

    Antworten
    • Danke fĂŒr das schöne Lob! 🙂

      Der Film ist tatsÀchlich deutlich besser als der Trailer vermuten lÀsst. Wobei ich selbst diesen recht unterhaltsam fand. Auf jeden Fall wurde hier alles richtig gemacht, nÀmlich indem die besten Szenen nicht bereits im Trailer verbraten wurden!

    • Das ist immer gut, wenn nicht alles im vorneherein verbraten wird. 🙂

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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