Fortsetzungen. Sie werden geliebt. Sie werden gehasst. Sie bieten den Machern die Möglichkeit, bekannte Charaktere weiterzuentwickeln. Sie bieten dem Publikum die Freude, neue Abenteuer mit bereits liebgewonnenen Figuren zu erleben. Allerdings mĂŒssen sich viele Fortsetzungen auch eine gewisse Innovationsarmut unterstellen lassen, da sie oftmals nach dem GröĂer-Schneller-Lauter-Prinzip aufgebaut sind. Und handelt es sich bei der âFortsetzungâ dann auch noch um ein Prequel, sind die Meinungen geteilter als das legendĂ€re Rote Meer. Ob die in âUnderworld â Aufstand der Lykanerâ erzĂ€hlte Vorgeschichte dem Underworld-Universum neue Aspekte hinzufĂŒgt oder nicht, durfte ich letzten Samstag in Erfahrung bringen âŠ
Worum gehtâs
Als Erster seiner Art, verfĂŒgt Werwolf Lucian (Michael Sheen) ĂŒber die FĂ€higkeit, seine Gestalt kontrolliert verwandeln zu können. Nur aus diesem Grund lieĂ VampirfĂŒrst Viktor (Bill Nighy) ihn als Kind am Leben. Lucians Blutdurst nutzend, zĂŒchtete Viktor eine neue Rasse von Werwölfen: Die Lykaner. FĂŒr die Sklaverei geboren, dienen sie den Vampiren als LeibwĂ€chter und ArbeitskrĂ€fte. Doch Lucian möchte sich mit seinem Schicksal nicht abfinden. Gemeinsam mit den anderen Lykanern und seiner Geliebten, Viktors Tochter Sonja (Rhona Mitra), plant er die Flucht âŠ
Um die Frage, ob der dritte Teil der Underworld-Trilogie (es heiĂt ĂŒbrigens nicht âTriologieâ ⊠gaaanz wichtig!) der Geschichte neue Aspekte hinzufĂŒgen kann, gleich zu Beginn zu klĂ€ren: Nein, das kann er nicht. âUnderworld â Aufstand der Lykanerâ blĂ€ht die in âUnderworldâ bereits in RĂŒckblenden erzĂ€hlte Geschichte zu einer 90-minĂŒtigen Mischung aus Horror, Action, Fantasy und Liebesdrama auf. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Handwerklich orientiert sich Regisseur Patrick Tatopoulos bei seinem DebĂŒt an den von Len Wiseman inszenierten VorgĂ€ngern. Demzufolge bestimmen erneut dĂŒstere Videoclip-Ăsthetik und schnell geschnittene Actionszenen das Geschehen, wodurch man sich als Underworld-Fan auch im Mittelalter sofort heimisch fĂŒhlt. Die Actionszenen sind gut choreografiert und flott inszeniert, leiden jedoch ein wenig unter den teils hektischen Schnitten. Wirklich unĂŒbersichtlich wird es zwar nicht, aber ein wenig mehr Ruhe hĂ€tte der Action durchaus gut getan. Obwohl ⊠andererseits vertuschen die schnellen Schnitte die teils unterdurchschnittlichen Computereffekte, die besonders bei den CGI-Werwölfen negativ auffallen. Dennoch: Handwerklich geht der Lykaner-Aufstand durchaus in Ordnung und lĂ€sst dank der flotten Inszenierung keine Langeweile aufkommen.
Leider patzt Tatopoulos auf anderer Ebene: Trotz der interessanten, an âRomeo und Juliaâ erinnernden Thematik, berĂŒhrt das Schicksal des tragischen Liebespaars nicht im Geringsten. Die Charaktere bleiben blass und oberflĂ€chlich, sĂ€mtliche Emotionen werden im Keim erstickt. Weder wird die Liebesgeschichte zwischen Lucian und Sonja, noch werden Viktors Gewissenskonflikt oder das Sklavendasein der Lykaner genutzt, um den Figuren Tiefe und Profil zu verleihen. Und das ist bei den Möglichkeiten, die die Geschichte geboten hĂ€tte, mehr als nur enttĂ€uschend.
Immerhin ĂŒberzeugen erneut Michael Sheen und Bill Nighy als erbitterte Gegner, wobei Nighy dezent am Overacting kratzt und seine blauen Kontaktlinsen ein
wenig zu ĂŒbertrieben in die Kamera hĂ€lt. Rhona Mitra gibt ĂŒberzeugend die fĂŒr ihre Liebe kĂ€mpfende Amazone. Sie ist zwar keine zweite Kate Beckinsale, kann sie im Rahmen ihrer beschrĂ€nkten Rolle aber durchaus wĂŒrdig vertreten.
Mein Fazit
Solide und ohne groĂe LĂ€ngen inszeniert, befriedigt âUnderworld â Aufstand der Lykanerâ zwar die ActionbedĂŒrfnisse, enttĂ€uscht jedoch auf emotionaler Ebene. Schade um das verschenkte Potenzial der tragischen Geschichte und um die gute Besetzung.
Meine Wertung: 6/10
Na das unterschreibe ich doch mal so zu 100%. Habe in etwa die gleichen Worte und Kritikpunkte genannt, wie du auch. Nur hab ich mal wieder lĂ€nger gebraucht um das gleiche zu sagen. đ Hat es dich auch erstaunt, wie wenig man eigentlich Beckinsale vermisst hat? (eigentlich gar nicht) Zumindest ging es mir so…
Was soll ich sagen – ich bin einfach kein Mann vieler Worte. đ Andererseits frage ich mich manchmal schon, ob ich nicht ein wenig mehr pro Film schreiben sollte. Doch dann sage ich mir immer, wer mehr lesen möchte, kann einfach dich oder Flo besuchen. đ
Jupp, ich war auch sehr positiv ĂŒberrascht davon, dass Kate Beckinsales Fehlen sich nicht negativ ausgewirkt hat. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich, im Gegensatz zu vielen Anderen, Rhona Mitra gerne auf der Leinwand sehe …
Die ersten beiden Underworld Teile waren ja auf einer Handlungs Ebene. Das heiĂt der erste Teil legte bereits eine Fortsetzung fest.
Das ist bei dem Prequel leider nicht der Fall, denn man erfĂ€hrt nicht wirklich mehr ĂŒber die Geschichte und das ist sehr schade da ich immer ein groĂer Fan der Underworld Filme war.
Rhona Mitra hat bei mir ja auf alle Zeit den Lara-Bonus inne, auch wenn ich sagen muss: Hat sie sich vielleicht einmal zuviel unter’s Schönheits-OP-Messer gelegt? Ihr Gesicht sah mir jedenfalls danach aus.. ^^
Meine Meinung zum Underworld-Prequel: Ganz nett gemacht, aber leider halt komplett ĂŒberflĂŒssig. Der bekannten Geschichte wird nichts neues hinzugefĂŒgt und dass man genau weiĂ wie die Sache mit Sonja enden wird hilft da auch nicht unbedingt weiter – ganz im Gegenteil.
Na ja was soll’s, sooo ĂŒberragend waren die Beckinsale-Teile ja auch nicht. *g*
GruĂ,
Thommy
Also ich konnte nicht Besonderes (im OP-Sinne) an ihrem Gesicht feststellen – aber vielleicht war ich auch zu sehr von ihren Beinen abgelenkt … đ
Was genau meinst du?