Geschaut: „Hellboy: The Crooked Man“ (2024)

Hellboy (Jack Kesy) und die Innendienst-Agentin Bobbie Jo (Adeline Rudolph) sollen eine äußerst gefährliche Spinne ins Hauptquartier transportieren. Als die Spinne aus ihrer Transportbox entkommt, zwingt das die beiden zu einem Zwischenstopp in den Appalachen. Während sie die Gegend erkunden, stoßen Hellboy und Bobby Jo auf einen Hexenzirkel und den unheimlichen Crooked Man, der die Gegend schon seit Generationen heimsucht …

Der arme Hellboy hat’s nicht leicht. Die beiden Filme von Guillermo del Toro kamen bei den Fans zwar gut an, spielten aber dennoch nicht genug ein, sodass wir den bislang nicht gedrehten Abschluss der geplanten Trilogie wohl nie erleben werden. Der viele Jahre später von Neil Marshall inszenierte „Call of Darkness“ war so belanglos, dass ich nicht mal mehr weiß, worum es in dem Film eigentlich ging. Und nun gibt’s „The Crooked Man“, einen günstig in Bulgarien gedrehten Versuch, der Figur gerecht zu werden. Da klingeln direkt sämtliche Alarmglocken, aber Überraschung: „The Crooked Man“ ist gar nicht mal so übel geworden.

Regisseur Brian Taylor („Crank“) macht das einzig Richtige und verzichtet auf den Versuch, das Spektakel der Vorgänger zu kopieren. Das wäre mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wohl auch komplett in die Hose gegangen. Stattdessen gibt’s eine vergleichsweise ruhige Story, die viel mehr Horror als Fantasy ist. Und die erstaunlich gut funktioniert – sofern man mit Hexen, Flüchen und Halluzinationen thematisch etwas anzufangen weiß. Mir persönlich hat das düstere und überraschend atmosphärische Treiben gut gefallen, auch wenn die Spannung ein wenig zu wünschen übrig lässt, die Figuren etwas zu blass bleiben, und sich das fehlende Budget insbesondere bei den wenigen CGI-Monstern durchaus bemerkbar macht.

Letztlich ist „Hellboy: The Crooked Man“ kein wirklich guter, aber ein durchaus solider Film geworden – und das ist weit mehr, als ich erwartet hatte.

Meine Wertung: 6/10

Geschaut: „Black Phone 2“ (2025)

VORSICHT, DIE FOLGENDEN ZEILEN ENTHALTEN SPOILER ZUM ENDE DES ERSTEN TEILS!

HÖRT ALSO GEGEBENENFALLS AUF ZU LESEN!

IHR WURDET GEWARNT!

OKAY, AB JETZT HABT IHR SELBST SCHULD!

Vier Jahre sind vergangen, seit Finn (Mason Thames) den Kindermörder Grabber (Ethan Hawke) töten und aus dessen Kellergefängnis fliehen konnte. Während Finn seine Erlebnisse mit Drogen und Prügeleien zu verarbeiten versucht, leidet seine jüngere Schwester Gwen (Madeleine McGraw) noch immer unter albtraumhaften Visionen. Um herauszufinden, was es mit diesen Visionen auf sich hat, besuchen die beiden Geschwister das Jugendcamp, in dem ihre verstorbene Mutter vor 25 Jahren als Betreuerin tätig war …

Ich geb’s zu: Ich hatte Angst vor „Black Phone 2“. Nicht etwa davor, dass mir der Film zu unheimlich sein könnte, sondern davor, dass er mir das nahezu perfekte Ende des hervorragenden Vorgängers ruinieren könnte. Denn mal ehrlich: „The Black Phone“ hätte keine Fortsetzung gebraucht. Ja, ich war skeptisch, ob „Black Phone 2“ überhaupt funktionieren könnte. Sehr skeptisch sogar. Doch was soll ich sagen: Der Film zieht seinen Vorgänger nicht nur nicht in den Dreck, er ist sogar fast genau so gut wie er. Wenn auch auf eine gänzlich andere Weise.

War „The Black Phone“ noch ein relativ geerdeter Entführungsthriller mit übernatürlichen Elementen, so ist „Black Phone 2“ ein eher klassischer Horrorfilm, der mich nicht selten an „A Nightmare on Elm Street“ erinnert hat. Das lässt zwar ein wenig Originalität vermissen, sorgt aber auch dafür, dass hier nicht einfach nur dieselbe Geschichte ein zweites Mal erzählt wird. Stattdessen werden die Geschehnisse sinnvoll erweitert, lose Fäden des Vorgängers aufgegriffen und zu einem überraschend schlüssigen Ende geführt. Ein Ende, das mich abermals grinsend zurückließ. Well done, Scott Derrickson!

Was mir neben der zwar nicht mehr ganz so originellen, aber erneut spannenden Geschichte und den weiterhin so sympathischen wie menschlichen Figuren gefallen hat: „Black Phone 2“ sieht einfach nur fantastisch aus! Das eingeschneite Camp ist verdammt atmosphärisch, die Albträume sind mit ihrem körnigen, analogen Filmlook herrlich surreal, und wenn es mal rot suppt, und das tut es, dann ist selbst dem eine gewisse Ästhetik nicht abzusprechen. Ich wünschte wirklich, jeder Horrorfilm sähe so gut aus wie dieser!

Mein Fazit: Wenn euch „The Black Phone“ gefallen hat, dann solltet ihr „Black Phone 2“ auf jeden Fall eine Chance geben. Und solltet ihr „The Black Phone“ aus nicht entschuldbaren Gründen noch nicht kennen, dann holt diesen gefälligst zügig nach!

Meine Wertung: 7/10 (mit Tendenz zur 8)

Kurz kommentiert: „Carrie“ (2002)

Wusstet ihr, dass 2002 eine TV-Adaption von „Carrie“ gedreht wurde, welche als Beginn einer Serie gedacht war, die dann aber nie realisiert wurde? Ich auch nicht. Bis ich am Wochenende mal wieder die drei bekannten „Carrie“-Filme geschaut habe und bei der späteren Recherche völlig unvermittelt über die TV-Version gestolpert bin. Also habe ich diese eben fix nachgeholt – und was soll ich sagen: Die TV-Produktion hätte die bislang beste Verfilmung werden können. Hauptdarstellerin Angela Bettis ist phänomenal gut und ja, meiner Meinung nach die bislang beste Carrie White. Die Figuren bekommen mehr Raum zur Entfaltung, was der Geschichte spürbar guttut. Und ganz generell hält sich diese Verfilmung deutlich stärker an die Romanvorlage – abgesehen von den letzten Minuten, die mit Blick auf die geplante Serie unvermeidlich waren.

Also alles gut? Leider nicht, denn die weiteren Darsteller sind nur okay bis komplett fehlbesetzt. Einige der Nebenfiguren scheinen zudem dem typischen 90er-Teenie-Komödienkosmos entsprungen zu sein. Und der eher billige Look sowie die teils katastrophalen Effekte, die selbst für TV-Verhältnisse der damaligen Zeit eine Frechheit sind, machen auch so einiges kaputt.

Dennoch ist der 2002er „Carrie“ eine überraschend sehenswerte Verfilmung des bekannten Stephen-King-Romans. Hätte ich ehrlich nicht gedacht.

Meine Wertung: 6/10

Kurz kommentiert: „Imaginary“ (2024)

Eine junge Patchwork-Familie. Ein imaginärer Freund. Und jede Menge Langeweile. „Imaginary“ ist kein Totalausfall, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten. Die Darsteller sind okay, die Story ist gar nicht mal so uninteressant und auch die Atmosphäre ist durchaus stimmig. Das nützt aber alles nichts, da der Film einfach nicht in die Puschen kommt und immer mal wieder ereignislos vor sich hindümpelt. Erst im Finale kommt tatsächlich so etwas wie Spannung auf – was den Film aber auch nicht mehr über den Durchschnitt hebt. Klarer Fall von kann man mal gucken, muss man aber nicht.

Meine Wertung: 5/10

Geschaut: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (2025)

Als Danica (Madelyn Cline) und ihre Freunde nachts auf der Straße rumalbern, verursachen sie dabei einen schweren Autounfall, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kommt. Statt sich der Polizei zu stellen, vertuscht die Gruppe den Vorfall und beschließt, niemals wieder darüber zu reden. Ein Jahr später erhält Danica eine Karte mit dem Text „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Als kurz danach ihr Verlobter brutal ermordet wird, wird den Freunden klar, dass es sich bei der Karte nicht nur um einen blöden Scherz handelt. Da das Vorgehen des Killers frappierend an die Ereignisse aus 1997 erinnert, wendet sich die Gruppe an Julie (Jennifer Love Hewitt) und Ray (Freddie Prinze Jr.), die einzigen Überlebenden der damaligen Mordserie …

Ich mag „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Also das Original. Und auch die Fortsetzung „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ finde ich verdammt unterhaltsam. Dumm, aber unterhaltsam. Über den dritten Teil und insbesondere die famos vergeigte Serie hüllen wir hingegen mal lieber den berühmten Mantel des Schweigens. Wobei der dritte Teil mit einem fähigen Regisseur und einem größeren Budget durchaus hätte unterhaltsam werden können – ich meine, mal ehrlich: Ben Willis als Zombie? Die Idee hatte schon was. Aber darum soll es hier heute gar nicht gehen, sondern um das aktuelle Legacy-Sequel „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (origineller Titel, by the way). Und dieses ist … leider eine herbe Enttäuschung.

Versteht mich nicht falsch: Der Film ist nicht wirklich schlecht. Aber halt auch nicht wirklich gut. Er ist purer Durchschnitt mit Tendenz nach unten. Und stellenweise arg dumm. Nicht unterhaltsam-dumm, wie einst „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“, sondern ärgerlich-dumm. Zum Beispiel gibt es recht früh im Film einen leider viel zu eindeutigen (und völlig unnötigen) Hinweis auf die Identität des Killers, der dafür sorgte, dass ich den Rest des Films damit beschäftigt war, die immer lauter werdende Stimme in meinem Kopf zu unterdrücken, die da schrie „BITTE LASS DAS NICHT DEREN ERNST SEIN!“. Bedauerlicherweise war es deren Ernst, sodass mich die Auflösung nur noch verärgerte, aber nicht mehr überraschte. Das Motiv des Killers ist völlig an den Haaren herbeigezogen und ergibt mit Blick auf die Opfer nicht mal Sinn – was ich jetzt leider nicht weiter ausführen kann, ohne heftig zu spoilern. Und ich hasse Spoiler. Also müsst ihr mir da einfach vertrauen.

Außerdem ist „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ verdammt merkwürdig geschnitten. Und damit meine ich nicht nur, dass der Killer immer wieder völlig unbemerkt aus dem Nichts auftaucht, Nein, das geht so weit, dass schon mal zwei Personen miteinander kämpfen, Person A die Oberhand gewinnt und *Schnitt* sich in der nächsten Szene halbtot durch die Botanik schleppt. Wieso, weshalb, warum? Man weiß es nicht. Manchmal hatte ich echt das Gefühl, als würden mittendrin Szenen fehlen. Schräg.

Dennoch lässt sich ein gewisser Unterhaltungswert nicht absprechen. Die erste Hälfte des Films ist recht atmosphärisch, die Morde sind solide (wenn auch arg unblutig) und die neuen Figuren sind zwar dumm und nervig, dabei aber irgendwie auch überraschend sympathisch. Dies gilt insbesondere für die von Madelyn Cline gespielte Danica, die so ziemlich jedes Gen-Z-Klischee in sich vereint, dabei aber so überzieht, dass ich mehrmals breit grinsen musste. Und dann sind da ja auch noch die alten Haudegen Jennifer Love Hewitt (hach, was war ich damals verliebt) und Freddie Prinze Jr. (hach, was war ich damals neidisch wegen Sarah Michelle Gellar), die leider zwar eher kleine Rollen haben, diese aber gut mit Leben zu füllen wissen. Wirklich schön, die beiden mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

Leider ändert all dies nichts daran, dass der Film zum Ende hin völlig in sich zusammenfällt – sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch. Es ist wahrlich lange her, dass ich in einem Slasher ein so lahmes und spannungsarmes Finale gesehen habe.

Sei’s drum, die im Abspann angeteaserte Fortsetzung würde ich natürlich trotzdem schauen. Allerdings habe ich so meine Zweifel, dass diese tatsächlich grünes Licht bekommt. Wenn ich von meinem Kinobesuch auf die Allgemeinheit schließe, dann fällt das Interesse eher gering aus: Wir waren gerade mal sieben Personen im Saal – und das am ersten Wochenende. Das ist kein gutes Zeichen …

Meine Wertung: 5/10

Geschaut: „Until Dawn“ (2025)

Falls ihr es noch nicht wusstet (und woher solltet ihr das wissen): Ich habe seit Montag Urlaub. Urlaub. Drei Wochen lang. Das bedeutet, ich kann in diesen drei Wochen tun und lassen, was ich will. Und das bedeutet, dass mich auch niemand davon abhalten kann, morgens um 8 Uhr die Vorhänge runterzulassen und einen Horrorfilm zu schauen.

Zum Beispiel den frisch veröffentlichten „Until Dawn“, in dem Clover (Ella Rubin) gemeinsam mit ihren Freunden ihrer verschwundenen Schwester Melanie (Maia Mitchell) hinterherreist, in der Hoffnung, etwas über ihr Verschwinden zu erfahren. Während ihrer Reise trifft die Gruppe auf einen mysteriösen Tankstellenbesitzer (Peter Stormare), der sich an Melanie erinnert und den Freunden den Tipp gibt, mal in der Kleinstadt Glore Valley vorbeizuschauen, da dort regelmäßig Menschen verschwinden würden. Kaum dort angekommen, werden Clover und ihre Freunde von einem maskierten Mann angegriffen und brutal ermordet – nur um Sekunden später wieder lebendig voreinander zu stehen, als hätten sie Glore Valley eben erst betreten. Als sie kurz darauf erneut brutal den Tod finden und die Zeit erneut zurückgedreht wird, wird ihnen klar, dass sie die Nacht irgendwie überleben müssen, um Glore Valley jemals wieder verlassen zu können …

„Until Dawn“ ist kein besonders origineller Film. Alles, was hier passiert, habe ich so oder so ähnlich bereits in anderen Filmen gesehen. Das macht aber nichts, denn ich hatte trotzdem meinen Spaß damit. Wie heißt es so schön: Gut geklaut ist immer noch besser als schlecht erfunden. Außerdem legt Regisseur David F. Sandberg ein enormes Tempo an den Tag, sodass Langeweile gar keine Chance hat. Der nächste Tod ist stets nur ein paar Minuten entfernt – und dank der tollen praktischen Effekte jedes Mal ein Heidenspaß. Generell war ich sehr überrascht, wie saftig der Film ist. Für FSK 16 ist das schon mehr als nur ordentlich. Menschen werden brutal abgestochen, Körper explodieren, dazu ein wenig Creature Horror – als Genre-Fan kann ich mich hier wirklich nicht beschweren.

Leider bleiben sowohl die Handlung als auch die Figuren bei all dem etwas auf der Strecke. Vieles wird angerissen, aber nie wirklich vertieft. Das ist ein wenig schade, da hier eine Menge Potential liegen gelassen wird. Insbesondere auf psychologischer Ebene. So bleibt der Film leider recht oberflächlich. Unterhaltsam, aber oberflächlich. Dennoch fand ich die Story interessant genug, um ihr folgen zu wollen. Und auch die Figuren waren mir immer noch sympathisch genug, dass ich ihnen die Daumen drückte. Es wäre halt nur deutlich mehr drin gewesen.

Was ich zu guter Letzt noch erwähnen möchte: Der immer wieder durchblitzende schwarze Humor traf genau meinen Nerv. Bei aller Gewalt und Brutalität ist „Until Dawn“ nämlich immer noch das, was ich gerne als Gute-Laune-Horrorfilm bezeichne. Eine Geisterbahnfahrt, die zwar erschreckt, aber im Grunde niemandem weh tun möchte. Und ja, ich mag solche Filme.

Meine Wertung: 7/10

Geschaut: „Warlock – Das Geisterschloss“ (1999)

Die Studentin Kris (Ashley Laurence) erfährt von einem Historiker, dass sie ein seit Jahrzehnten leerstehendes Haus geerbt hat. Gemeinsam mit ihren Freunden macht sie sich auf den Weg zu dem verlassenen Anwesen. Dort wartet der mysteriöse Architekt Phillip Covington (Bruce Payne) bereits auf die Gruppe – und scheint insbesondere an Kris interessiert zu sein …

Nach Jahr(zehnt)en der Aufschieberei habe ich heute endlich den Abschluss der „Warlock“-Trilogie geschaut. Und meine Güte, ist dieser Film schlecht. Die Handlung. Die Darsteller. Die Dialoge. Die Kulissen. Die Effekte. Mir fällt wirklich nichts Positives ein, was ich über diesen Schund sagen könnte. Wenn er wenigstens unfreiwillig komisch wäre, aber nein, er ist einfach nur dilettantisch und langweilig. Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass ich jemals zuvor einen so schlechten Film gesehen habe …

… das dachte ich zumindest. Bis ich den Film eben bei Letterboxd protokollieren wollte und feststellen musste, dass ich „Warlock – Das Geisterschloss“ bereits geschaut hatte. Im Oktober 2020, um genau zu sein. Ich schwöre, ich vergesse sonst nie einen Film. Gut, manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich einen Film schon kenne. Dann starte ich ihn und nach wenigen Minuten kommen die Erinnerungen zurück. Aber hier? Nichts! Ich habe eben den kompletten Film geschaut, und nicht eine einzige Szene kam mir bekannt vor. Die einzig logische Erklärung: Der Film ist so eine Katastrophe, dass mein Gehirn nach der Sichtung in 2020 das einzig Richtige getan und ihn komplett aus meinem Gedächtnis gelöscht hat. Aus Selbstschutz. Wenn euch das keine Warnung ist, dann weiß ich auch nicht.

Meine Wertung: 1/10

Geschaut: „Salem’s Lot“ (2024)

Ich besitze inzwischen mehrere hundert Filme auf DVD und Blu-ray, die ich noch nicht kenne. Und ich habe so ziemlich jeden Streaming-Dienst abonniert, den man abonnieren kann. Man könnte also durchaus sagen, dass ich mehr als genug zu gucken habe. Was mich selbstverständlich nicht davon abhält, trotzdem neue Filme zu kaufen, wenn mir danach ist. So wie heute, als ich plötzlich tierisch Lust hatte, mir die neueste Verfilmung von Stephen Kings „Brennen muss Salem“ anzuschauen. Klar hätte ich vernünftig sein und einen anderen Film schauen können. Aber wer will schon vernünftig sein …

Worum geht’s

Der Schriftsteller Ben Mears (Lewis Pullman) kehrt auf der Suche nach Inspiration für sein neues Buch in seine Heimatstadt Jerusalem’s Lot zurück. Schon bald bemerkt Ben, dass merkwürdige Dinge in der kleinen Stadt vor sich gehen. Als die ersten Kinder verschwinden, mehren sich die Anzeichen, dass der frisch hinzugezogene Kurt Barlow (Alexander Ward) der Grund dafür sein könnte …

Meine Meinung

Die Geschichten von Stephen King sind meiner Meinung nach immer dann am stärksten, wenn sich das Grauen langsam in eine kleine Gemeinde einschleicht. „Es“, „In einer kleinen Stadt“ oder eben der Vampirhorror „Brennen muss Salem“ sind hierfür die besten Beispiele. „Salem’s Lot“ ist die nunmehr dritte Verfilmung des Stoffes und hat mir durchaus gefallen. Nicht nur, dass der Film optisch ziemlich schick geraten ist und die bislang mit Abstand hochwertigste Verfilmung des Stoffes darstellt, er erlaubt sich auch einige inhaltliche Freiheiten. Insbesondere im Finale. Ob diese Änderungen gut oder schlecht sind, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich persönlich fand sie stimmig und den Film dadurch weniger vorhersehbar. Und auch sonst macht der Film vieles richtig. Die Darsteller sind solide bis gut, die Figuren sympathisch und die Kleinstadt-Atmosphäre kommt ebenfalls gut zur Geltung. Allerdings leidet der Film unter seiner „kurzen“ Laufzeit. Knapp zwei Stunden sind für diesen Stoff einfach viel zu wenig, was dazu führt, dass zahlreiche Figuren nur am Rande auftauchen und der Film insbesondere im letzten Drittel sehr (SEHR) gehetzt wirkt. Und das ist dann schon ein wenig schade, zumal die 2004er-Version bereits gezeigt hat, dass es auch besser geht. Diese bleibt daher auch mein Favorit und meine Empfehlung für alle, die in die filmische Welt von Jerusalem’s Lot eintauchen wollen.

Meine Wertung: 6/10

Mal wieder geschaut: „Die Dämonischen“ (1956)

Es gibt Filme, von denen ich im Grunde nur noch weiß, dass ich sie irgendwann schon mal gesehen habe. Don Siegels „Die Dämonischen“ ist solch ein Film. Zuletzt vor Jahrzehnten gesehen, erinnerte ich mich im Grunde nur noch an das Ende. Wie gut, dass sich Erinnerungen an alte Filme heutzutage recht einfach auffrischen lassen.

Worum geht’s

Der Arzt Dr. Miles Bennell (Kevin McCarthy) kehrt nach einem Medizinkongress in seine Heimatstadt zurück. Dort trifft er nicht nur auf seine frisch geschiedene Jugendliebe Becky (Dana Wynter), sondern auch auf zahlreiche Patienten, die glauben, dass ihre Mitmenschen durch Doppelgänger ersetzt wurden. Anfangs glaubt Dr. Bennell an eine Art von Massenhysterie – bis er im Haus seines Freundes Jack (King Donovan) einen leblosen Körper findet, der Jack bis aufs Haar gleicht …

Meine Meinung

Bei „Die Körperfresser kommen“ bzw. „The Body Snatchers“ dürften die meisten Menschen an Philip Kaufmans Verfilmung aus dem Jahr 1978 denken. Nicht zuletzt dank eines fantastischen Donald Sutherland und der ikonischen Schlussszene. Und ich will ehrlich sein: Mir geht es da nicht anders. Was fast ein wenig schade ist, da Don Siegels „Die Dämonischen“ nicht nur die bislang werkgetreueste Verfilmung von Jack Finneys bekanntem Roman darstellt, sondern sich auch heute noch wunderbar schauen lässt. Klar, die Effekte wirken inzwischen ziemlich angestaubt und unspektakulär, aber davon abgesehen hat der Film praktisch nichts von seiner Faszination verloren. Die Angst vor der Konformität, vor dem Verlust der Gefühle und somit der eigenen Menschlichkeit kommt nach wie vor wunderbar zur Geltung. Hinzu kommt, dass der Film nur wenige Minuten braucht, um in die Geschichte einzusteigen, und die Bedrohung sowie die Spannungskurve dann bis zum Finale konstant steigert. Kurz gesagt: Ein durch und durch gelungener Film und völlig zu Recht ein Klassiker des Science-Fiction-Kinos. Wer sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessiert, sollte sich von dem Alter nicht abschrecken lassen und dem Film eine Chance geben!

Meine Wertung: 8/10

Kurz abgehakt: „Der Exorzist – Bekenntnis“ (2023)

Zwei Mädchen verschwinden im Wald. Drei Tage später werden sie 50 Kilometer entfernt in einer Scheune gefunden, können sich aber nicht an die vergangenen Tage erinnern. Anfangs ist die Erleichterung groß, doch dann verhalten sich die Kinder von Tag zu Tag merkwürdiger …

Nope, das war nix. Obwohl der Film durchaus auch Positives zu bieten hat. Die Kinderdarsteller sind klasse, die Masken gelungen, die eine oder andere Szene ist sogar recht atmosphärisch geraten und generell sieht der Film erfreulich hochwertig aus. Das ändert allerdings nichts daran, dass „Der Exorzist – Bekenntnis“ komplett belanglos ist. Spannung? Fehlanzeige. Gruselig ist hier auch nichts. Die Story eiert mehr oder weniger ziellos vor sich hin. Und insbesondere zum Ende hin ergibt die Chose nur noch wenig bis gar keinen Sinn. Hinzu kommt, dass die Geschichte so holprig erzählt wird, dass ich regelmäßig das Gefühl hatte, als würden ganze Szenen komplett fehlen. Kurz: Als Horrorfilm unterdurchschnittlich, als Fortsetzung zu einem der besten Horrorfilme aller Zeiten eine Katastrophe.

Meine Wertung: 4/10

Fediverse

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