2017 berichteten die Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey in der New York Times über Vorwürfe gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein, der von zahlreichen Frauen des sexuellen Missbrauchs bis hin zur Vergewaltigung beschuldigt wurde. Mit ihrem Artikel brachten sie nicht nur einen der mächtigsten Männer Hollywoods zu Fall, sondern indirekt auch die #MeToo-Bewegung ins Rollen.
Letztes Jahr wurde mit „She Said“ eine Verfilmung eben dieser Ereignisse veröffentlicht, wobei Maria Schraders Drama auf dem gleichnamigen Sachbuch der beiden Journalistinnen (im Film gespielt von Zoe Kazan und Carey Mulligan) beruht und einen klassischen Journalismus-Film darstellt. Dementsprechend behandelt der Film hauptsächlich die ausführliche Recherche der beiden Journalistinnen bis hin zur finalen Veröffentlichung des Artikels. Ein wenig erinnert der Film dadurch an den thematisch ähnlich gelagerten „Spotlight“, der mich bei Veröffentlichung allerdings deutlich stärker packen konnte und meiner Meinung nach noch mal in einer anderen Liga spielt.
Damit möchte ich allerdings keineswegs sagen, dass mir „She Said“ nicht gefallen hat. Ganz im Gegenteil, der Film ist meiner Meinung nach absolut sehenswert. Nicht nur, dass Zoe Kazan und Carey Mulligan fantastisch spielen, auch gelingt dem Film ein interessanter Einblick in die Arbeit sowie in das Innenleben der beiden Journalistinnen und zeigt einmal mehr, wie viel Zeit und Arbeit Journalisten in eine gründlichen Recherche stecken – und auch stecken sollten, wenn sie ihrer Arbeit gerecht werden möchten.
Wer sich auch nur im Ansatz für Journalismus-Filme interessiert, macht hier definitiv nichts verkehrt. Und sollte hier jemand mitlesen, der Bedenken hat, „She Said“ könnte Männer generell als Sexisten darstellen: Keine Sorge, das tut der Film nicht. Ganz im Gegenteil, Regisseurin Maria Schrader macht speziell in einer Szene auf sehr dezente Art klar, dass selbstverständlich nicht alle Männer eine Bedrohung sind. Dafür gibt’s noch mal einen extra Daumen nach oben!
Meine Wertung: 8/10
Puh, das war knapp! Jeweils innerhalb von zwei Wochen möchte ich über den Film schreiben, den
Als ich Anfang des Monats
Ich geb’s zu: Der deutsche Film und ich, wir sind nicht so richtig kompatibel. Dementsprechend gibt es nur wenige deutsche Filme, die mir wirklich gut gefallen. Aaaaber, es gibt sie. „Das Experiment“, „Die Welle“, „Wir sind die Nacht“ oder auch „Die Nacht der lebenden Loser“ und „Fack ju Göhte“, um mal zwei weit weniger düstere Beispiele zu nennen. Nichtsdestoweniger langweilen mich die meisten deutschen Filme einfach nur. Ob dies nun daran liegt, dass die meisten Filme tatsächlich langweilig sind, oder meine Sehgewohnheiten schlicht zu sehr von amerikanischen Produktionen geprägt wurden, lasse ich mal dahingestellt. Viel wichtiger ist an dieser Stelle doch: Wo reiht sich Fatih Akins „Tschick“ ein?
Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen ich (so wie Millionen andere Menschen) nur für Mel Gibson ins Kino gegangen bin. Heute hingegen muss man als Zuschauer froh sein, den Mann überhaupt noch in irgendwelchen Filmen zu sehen. Es ist schade. So verdammt schade. Statt hier nun etwas zur Person Mel Gibson zu schreiben, empfehle ich euch lieber Duoscopes