Die drei „Mad Max“-Filme gehören ohne Zweifel zu den Actionklassikern. Nicht nur, weil sie dem damals noch unbekannten Mel Gibson die Türen in Hollywood öffneten, sondern insbesondere aufgrund der packenden Actionszenen und des immer wieder durchschimmernden Wahnsinns. Was Regisseur George Miller aus seinem doch arg beschränkten Budget herauskitzelte, war einfach fantastisch. Und ist es auch heute noch, obgleich ich finde, dass insbesondere der erste Teil mehr schlecht als recht gealtert ist und jeder der drei Filme so seine Längen hat. Exakt 30 Jahre nach „Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel“ lässt Miller den knallharten Ex-Cop Max Rockatansky nun wieder auf das Publikum los. Und eines verrate ich euch gleich jetzt: Bei „Mad Max: Fury Road“ handelt es sich nicht um den peinlichen Versuch eines alternden Regisseurs, noch ein Mal auf einer längst vergangenen Erfolgswelle zu reiten. Nein, „Mad Max: Fury Road“ ist ein Weckruf für das moderne Actionkino und eine schallende Ohrfeige für Filme wie „Transformers: Ära des Untergangs“ und „Fast & Furious 7“!
Worum geht’s
„Wir sind keine Sachen!“ Weil sie sich nicht ihrem Schicksal ergeben und dem Tyrannen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) nicht länger als Sexsklavinnen und Gebärmaschinen dienen wollen, lassen sich fünf junge Frauen (u.a. Rosie Huntington-Whiteley und Zoë Kravitz) von der Killerin Imperator Furiosa (Charlize Theron) in einem bewaffneten Tanklaster aus dessen Enklave schmuggeln. Doch Immortan Joe bemerkt den Verrat und nimmt gemeinsam mit seiner Armee die Verfolgung auf. Unfreiwillig an der Jagd beteiligt: Max Rockatansky (Tom Hardy), der kurz zuvor gefangen genommen wurde und nun dem jungen War Boy Nux (Nicholas Hoult) auf dessen Kühlergrill als menschlicher Blutbeutel dient …
Meine Meinung
Immer wieder lese ich die Frage, was „Mad Max: Fury Road“ denn nun eigentlich sei. Ein Remake? Eine Fortsetzung? Fragt ihr mich, ist die Antwort auf diese Frage eindeutig: ein Best of! Schöpfer George Miller hat nicht weniger getan, als sich von unnötigem Ballast zu trennen und all das, was die Fans an der Mad-Max-Reihe lieben, in einen einzigen Film zu packen. Herausgekommen ist dabei ein audiovisueller Overkill, den ich in dieser Konzentration noch nicht gesehen habe. Zugegeben, nüchtern betrachtet ist der Film letztlich nichts anderes als eine fast zweistündige Verfolgungsjagd. Aber was für eine! Während die monotone und beliebig wirkende Action in modernen Blockbustern wie den oben bereits genannten „Transformers: Ära des Untergangs“ und „Fast & Furious 7“ nach kurzer Zeit ermüdet, zeigt „Mad Max: Fury Road“ eindrucksvoll, wie packend endlos lange und ausurfernde Actionszenen doch sein können. Wieso die Action in diesem Film so gut funktioniert, ist schnell erklärt: Miller und sein Team haben weitestgehend auf CGI verzichtet und setzen stattdessen auf echte Sets und echte Stunts, was den beeindruckend choreografierten Actionszenen in jeder Sekunde anzusehen ist und ihnen eine ganz besondere Wucht verleiht. Angetrieben von einem donnernden Score (der übrigens so fantastisch ist, dass ich ihn gerade höre, während ich diese Zeilen schreibe), vollbringen die Stuntleute wahrlich Beeindruckendes und zeigen dem CGI-verseuchten Hollywood völlig zu recht den staubig-blutigen Mittelfinger. Dass sich die Action trotz ihrer Dominanz nicht wiederholt, sondern stets abwechslungsreich und kreativ bleibt, ist dabei das berühmte i-Tüpfelchen.
Hinzu kommt, dass es in jeder Szene etwas zu entdecken gibt. Den in den vorangegangenen drei Filmen immer wieder durchblitzenden Wahnsinn treibt Miller hier rücksichtslos auf die Spitze und pfeift dabei auf die Sehgewohnheiten des Mainstream-Publikums, so dass ich trotz der durchaus düsteren und hoffnungslosen Atmosphäre mehrmals grinsen und kichern musste. Der mit einer zum Flammenwerfer umgebauten E-Gitarre bewaffnete Doof Warrior (gespielt vom australischen Musiker iOTA), der die Jagd auf einem Wagen voller Lautsprecher begleitet, ist dabei nur das offensichtlichste Beispiel.
Auch wenn „Mad Max: Fury Road“ von seiner Action und der mehr als gelungenen Optik im Zusammenspiel mit dem grandiosen Soundtrack lebt, soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Film durchaus eine Geschichte zu erzählen hat. Wenn auch eine, die den titelgebenden Helden Max Rockatansky gar nicht gebraucht hätte. Nein, der eigentliche Star des Films ist Charlize Theron, die als nach Vergebung suchende Furiosa so gut wie jede Szene (insbesondere die seltenen ruhigen Momente) an sich reißt und den einsilbigen und oft nur Grunzlaute von sich gebenden Max zur Nebenfigur degradiert. Auf den Punkt gebracht, handelt „Mad Max: Fury Road“ von sechs starken Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Welt ihre Selbstbestimmung zurück erkämpfen. Dass sie bei diesem Kampf zufällig auf einen Mann treffen, der die Frauen einen Stück ihres Weges begleitet und sie unterstützt, ohne sich zum Retter aufzuspielen, muss dabei ja kein Nachteil sein …
Mein Fazit
Selten war der Werbeslogan „Kino – dafür werden Filme gemacht!“ passender als hier: „Mad Max: Fury Road“ ist ein audiovisuelles Meisterwerk, ein Pflichtfilm für alle Actionfans und, steinigt mich ruhig, der bislang beste Teil der Reihe. Wenn eure Enkelkinder euch später fragen, wo ihr gewesen seid, als „Mad Max: Fury Road“ lief, sollte es nur eine Antwort geben: im Kino!
Meine Wertung: 9/10 (und einen Punkt Abzug gibt’s auch nur, weil ich mir sicher bin, dass der Film später im Heimkino längst nicht mehr so imposant wirken wird)
2013 gehörte Adam Wingards schwarzhumoriger Home-Invasion-Thriller
Was mag wohl passieren, wenn ein Darsteller, der laut allgemeiner Meinung keine Mimik kennt, auf einen Darsteller trifft, dessen Mimik im Laufe seiner Karriere ein schon beinahe skurriles Eigenleben entwickelt hat? Haben sich die Macher von „Outcast – Die letzten Tempelritter“ dieselbe Frage gestellt? Und ist das Aufeinandertreffen von Hayden Christensen und Nicolas Cage die Antwort darauf? Fragen über Fragen …
Leider ist es nicht nur Hayden Christensens Figur, die oberflächlich und weit hinter ihren Möglichkeiten bleibt. Der Film als Ganzes bietet keinerlei Überraschungen, strotzt nur so vor wichtig klingenden Kalenderweisheiten und greift auf so gut wie jedes Klischee zurück, das solch eine Geschichte hergibt. Der Fremde, der ein ganzes Königreich rettet. Der abgehalfterte und gleichzeitig unschlagbare Held. Die Schüler-Meister-Schüler-Beziehung. Die obligatorische, wenn auch nur angedeutete Liebesbande. Nein, hier wird wirklich nichts ausgelassen – was den Film nicht nur arg vorhersehbar werden lässt, sondern ihm zudem jegliche Glaubwürdigkeit kostet.
Falls ihr euch fragt, wieso ich bislang kein einziges Wort über Nicolas Cage verloren habe: Dieser taucht lediglich zu Beginn und am Ende des Films auf, absolviert also eher einen größeren Gastauftritt, statt die vermeintlich zweite Hauptrolle zu spielen. Enttäuschen, im Sinn des Wahnsinns, tut er aber auch dieses Mal nicht. Denn während Cage in den ersten 10 Minuten erfreulich zurückhaltend agiert, zieht er in den letzten 20 Minuten Grimassen, als müsse er seine Abwesenheit in den dazwischen liegenden 60 Minuten irgendwie wieder aufholen. In diesen Minuten fragt man sich als Zuschauer dann durchaus, ob das noch Schauspiel oder schon seine wahre Natur ist. Die Antwort auf diese Frage kennt vermutlich nicht mal mehr Nicolas Cage selbst.
Was hatte ich mich auf „Fast & Furious 7“ gefreut. Endlich sollte der meiner Meinung nach stark unterschätzte und zeitlich zwischen Teil 6 und 7 angesiedelte „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ in die Reihe integriert werden. Und dann war da noch der düster dreinblickende Jason Statham, der im gelungenen Cliffhanger des sechsten Films als neuer Gegner eingeführt wurde. Was könnte da schon schiefgehen? Leider eine ganze Menge …
Bereits seit dem 13. Mai ist der Polizei-Thriller „Cold War“ auf Blu-ray und DVD verfügbar – und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir ein entsprechendes Rezensionsexemplar schon seit April vorliegt, ich den Film aber erst zeitlich nicht geschafft und danach schlicht vergessen habe. Würde ich mein Blog beruflich betreiben, wäre ich wohl schon lange pleite, doch zum Glück schreibe ich hier aus reinem Spaß an der Freude. Peinlich ist mir meine mangelhafte Organisation dennoch. Wie dem auch sei, viel wichtiger ist, dass ich „Cold War“ nun endlich gesehen habe. Und dass der Film absolut sehenswert ist!
Der Überraschungserfolg „
Meine Meinung
Letztere haben es abermals in sich und können in Sachen Choreografie, Härte und vor allem Abwechslung nicht nur mit dem Vorgänger mithalten, sondern übertreffen diesen sogar. Während sich „The Raid“ situationsbedingt auf Schießereien und waffenlose Kämpfe in engen Räumen und Korridoren konzentrierte, dürfen sich die Beteiligten in der Fortsetzung unter anderem in einem Gefängnishof, einer Diskothek und sogar während einer Verfolgungsjagd auf den Straßen Jakartas austoben, bis Rama sich dann im packenden Finale erneut durch ein Gebäude voller Verbrecher kämpfen muss. Dieses Finale, in dem sich Rama nicht nur unzähligen Handlangern, sondern gleich drei ebenbürtigen Gegnern stellen muss, ist an fesselnder und perfekt choreografierter Action kaum zu überbieten und dürfte auf lange Sicht die Messlatte für kommende Filme darstellen.
Auch wenn die Kamera in den Actionszenen zeitweise etwas zu sehr wackelt, bleibt die Übersichtlichkeit glücklicherweise stets gewahrt. Dies ist auch bitter nötig, denn insbesondere die Kampfszenen sind so schnell und dynamisch, dass jedes Blinzeln bedeuten kann, etwas zu verpassen. Die Geschwindigkeit, in der sich Hauptdarsteller Iko Uwais durch die Gegnerhorden kämpft, ist erneut faszinierend. So wie die handgemachten Stunts erneut wesentlich fesselnder sind, als es jede CGI-Actionszene jemals sein wird.
Obwohl „The Raid 2“ mehr Action als der Vorgänger zu bieten hat, fühlt sich der Film aufgrund der enorm gesteigerten Laufzeit von 100 auf 150 Minuten weniger wie ein Actionfilm an. Das macht aber gar nichts, da auch die ruhigen Szenen mit überraschend talentierten Darstellern, gelungener Bildsprache und toller musikalischer Untermalung überzeugen können. Gareth Evans gestaltet nicht nur die Action, sondern auch die ruhigen Szene mit so viel Stil, dass die teils etwas in die Länge gezogenen (und ehrlich gesagt nicht besonders originellen) Dialoge nur äußerst selten negativ auffallen. Positiv fällt dafür auf, dass Evans nicht nur die Figuren (bis hin zur kleinsten Nebenfigur) fest im Griff hat, sondern auch Spannung und Dramatik während der 150 Minuten kontinuierlich zu steigern versteht. Wenn Evans diese Qualitäten beibehält, darf „The Raid 3“ gerne kommen!
Eigentlich ist das Wetter viel zu schön, um am Rechner zu sitzen und eine Review zu schreiben. Doch ich habe mir fest vorgenommen, mein Blog wieder mit mehr Leben zu füllen. Also muss das Wetter hintenanstehen – braune Haut und eine gesunde Gesichtsfarbe werden ohnehin stark überschätzt. Außerdem habe ich gestern in der Sneak „22 Jump Street“, die Fortsetzung zum Reboot der 80er-Jahre-Teenager-Krimiserie „21 Jump Street“, sehen dürfen. Ein toller Film, der es verdient, in meinem Blog verewigt zu werden!
Meine Meinung
Wie bereits im Vorgänger, sind die Dialoge auch in „22 Jump Street“ oft weniger auf die eigentliche Handlung, sondern vielmehr auf den Film selbst bezogen. Der überraschend erfolgreiche erste Einsatz, das verdoppelte Budget, die nach zerstörerischen Momenten erforderlichen Sparmaßnahmen – die beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „Lego“, „21 Jump Street“) nutzen jede nur denkbare Möglichkeit, um sich über die typischen Regeln und Klischees einer Fortsetzung und somit über ihren eigenen Film lustig zu machen. Und sind die Dialoge mal nicht auf die Produktion des Films bezogen, dann auf die latent homoerotische Beziehung zwischen Jenko und Schmidt. So gut wie jeder Satz lädt zur Doppeldeutung ein, so dass es schier unmöglich sein dürfte, alle Anspielungen beim ersten bzw. einmaligen Anschauen zu erkennen. Dass der Film dennoch nie in peinliche Lächerlichkeiten abdriftet und die Figuren trotz absurder Szenen mit Respekt behandelt, ist dabei vermutlich die eigentliche Meisterleistung. Lediglich die beiden Auftritte von Dave Franco und Rob Riggle (bitte auch den Abspann abwarten!) bewegen sich ein wenig unterhalb der lädierten Gürtellinie und hätten in dieser Form nun wirklich nicht sein müssen.
Von diesen beiden Szenen einmal abgesehen, glänzt „22 Jump Street“ neben den bereits erwähnten Dialogen und Anspielungen mit gelungenen Actionszenen und unzähligen popkulturellen Anspielungen. Dass die Beteiligten allesamt einen an der Klatsche zu haben scheinen (ja, das ist absolut positiv gemeint) und ihren Spaß hatten, merkt man dem Film dabei in jeder Minute an. Insbesondere Channing Tatum und Jonah Hill harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und drehen zeitweise auf, als gäbe es kein Morgen mehr. Und auch Ice Cube darf dieses Mal ein wenig mehr von seinem durchaus vorhandenen komödiantischen Talent zeigen – und für die lustigsten Szenen des Films sorgen.
Bevor ich mich dem aktuellen Teil der Transformers-Reihe widme, gebe ich euch zur Orientierung noch mal einen kurzen Rückblick auf meine Meinung zu den bisherigen Filmen:
Worum geht’s
Meine Meinung
Wobei, ich tue Michael Bay vielleicht ein wenig Unrecht. Es ist nämlich nicht so, dass gar keine Steigerung erkennbar wäre. Was Logiklöcher, Anschlussfehler und Product Placement angeht, hat sich Bay im vierten Teil wahrlich selbst übertroffen. Hier ergibt so gut wie nichts mehr einen Sinn, verleitet aber immerhin zum Kauf von Beats-Lautsprechern und Victoria’s-Secret-Unterwäsche. Einzelne Szenen (z.B. der komplette Anfang) haben für den Film keinerlei Bedeutung und Figuren tauchen immer dort auf, wo Bay sie für die nächste Actionsequenz gerade benötigt – auch wenn das im Widerspruch zu der unmittelbar zuvor gezeigten Szene steht. Ein schlüssiges Gesamtbild will nie aufkommen, wobei insbesondere der Einbruch in ein Firmengelände negativ auffällt. Ohne zu viel verraten zu wollen, werden unsere Helden beim Einbruch und sogar bei der Zerstörung von Firmeneigentum erwischt, was für den weiteren Verlauf der Szene jedoch komplett ohne Konsequenzen bleibt. Dass Erklärungen und Regeln, die in den Vorgängern aufgestellt wurden, ebenfalls keinerlei Bedeutung mehr haben, überrascht da irgendwie auch nicht mehr.
Wer sich in den bisherigen Teilen über die hektische Art Shia LaBeoufs geärgert hat, darf aufatmen. Mark Wahlberg geht seine Rolle typbedingt wesentlich ruhiger an, darf dafür aber auch nur einen eifersüchtigen Klischee-Vater spielen und bleibt letztlich genauso austauschbar wie alle anderen menschlichen Hauptfiguren. Die neuen Nebenfiguren spielen so gut wie gar keine Rolle und werden zudem schneller fallen gelassen als sie eingeführt werden. Als Zuschauer mit diesen Figuren mitzufiebern, ist schlicht nicht möglich. Und vermutlich nicht mal vorgesehen.
Ruhig geworden in meinem Blog es ist. Und einen Grund dafür es gibt. Unglaublich, aber wahr: Ich war knapp vier Wochen lang nicht im Kino. Doch keine Angst, ich lebe noch. Und es geht mir gut. Ich hatte in letzter Zeit lediglich mehr Lust auf Videospiele als auf Kinofilme. Doch in den letzten vier Tagen war ich endlich wieder fleißig und habe insgesamt vier Filme geschaut, zu denen es nun nach und nach die dazugehörigen Reviews geben wird. Los geht’s mit „The Amazing Spider-Man 2: Rise Of Electro“ …
Meine Meinung
Doch versteht mich bitte nicht falsch, „The Amazing Spider-Man 2: Rise Of Electro“ ist kein Totalausfall. Der Film ist sogar äußerst unterhaltsam. Die Action wurde spektakulär inszeniert, ist tricktechnisch auf dem neuesten Stand und bietet einige wirklich beeindruckende Schauwerte. Der Humoranteil wurde deutlich ausgebaut und bietet genau die richtige Mischung aus Spider-Mans typischen Albernheiten und gelungener Situationskomik. Die Darsteller, allen voran natürlich Andrew Garfield als Peter Parker und Emma Stone als Gwen Stacy, passen nach wie vor wie die Faust aufs Auge. Und dank seiner zahlreichen Handlungsstränge und Nebenkriegsschauplätze ist sichergestellt, dass immer irgendwo irgendwas passiert und der Film trotz seiner Laufzeit nie langweilig wird.
Und dennoch ist der Film nicht viel mehr als ein Sammelsurium vieler gelungener Einzelszenen, die für sich betrachtet durchaus unterhaltsam und interessant sind, aber leider niemals so recht ineinander greifen und ein großes Ganzes ergeben wollen. Ich hoffe, dass der für 2016 bereits angekündigte „The Amazing Spider-Man 3“ eine bessere Mischung findet.
Schon wieder habe ich mit meinem Filmtipp richtig gelegen! Ich denke, so langsam sollte ich über eine Karriere bei AstroTV nachdenken. Zumindest als Hellseher für Sneak-Previews hätte ich gute Chancen auf treffsichere Zukunftsaussagen. Nur ob ich davon leben könnte? Ich tue mich gerade etwas schwer damit, den Markt leichtgläubiger Kinogänger, die bereit wären, Geld für meine Vorhersagen auszugeben, realistisch einzuschätzen. Vielleicht bleibe ich doch lieber bei meinem jetzigen Job. Und konzentriere mich nun auf meine Review zu „Non-Stop“ …
Meine Meinung
Auch wenn die Auflösung ein wenig hanebüchen daherkommt (keine Angst: so absurd wie in „Flight Plan“ wird es glücklicherweise zu keiner Zeit), überzeugt „Non-Stop“ mit seinem interessanten Ausgangspunkt, einer von Anfang bis Ende äußerst straffen Inszenierung und geschickt platzierten falschen Fährten. Und natürlich mit Liam Neeson, der den mürrischen Einzelgänger inzwischen aus dem Effeff beherrscht, in den wenigen Actionszenen körperlich nach wie vor eine gute Figur macht und schlicht eine coole Sau ist, die das Publikum mit nur einem störrischen Blick zum Schmunzeln bringt. Schmunzeln dürft ihr in „Non-Stop“ übrigens öfter, denn trotz der durchaus ernsten Thematik nimmt sich der Film erfreulicherweise nur so ernst wie absolut nötig und lockert das Geschehen immer mal wieder mit ironischen Situationen und flapsigen Dialogen auf.
All dies macht aus „Non-Stop“ einen zwar nicht anspruchsvollen, dafür aber umso sympathischeren und extrem kurzweiligen Gute-Laune-Thriller, irgendwo zwischen „Taken“, „Flight Plan“ und „Snakes On A Plane“. Damit ist „Non-Stop“ genau das Richtige für einen entspannten und befriedigenden Filmabend nach Feierabend. Wirklich bedauerlich ist eigentlich nur, dass am Ende zwei, drei Handlungslücken offen bleiben und Julianne Moore in ihrer Rolle trotz Verdachtsmomente und persönlichem Schicksal ein wenig verschenkt wirkt …