Superman Returns

19 Jahre nach seinem letzten Kinoauftritt lässt Bryan Singer, selbst bekennender Superman-Fan, den amerikanischsten aller Superhelden wieder durch die Kinosäle fliegen. Im Gegensatz zu Nolans „Batman Begins“ setzt Singer dabei jedoch nicht auf eine Neuinterpretation des Comics, sondern liefert mit „Superman Returns“ eine direkte Fortsetzung zu „Superman II“ – und um die wichtigste Frage gleich zu Beginn zu beantworten: Für Fans der ersten beiden Superman-Filme konnte es keine bessere Entscheidung geben!

Inhalt

Clark Kent/Superman (Brandon Routh) kehrt nach fünf Jahren der Ahnenforschung zur Erde zurück und muss feststellen, dass sich sein Umfeld während seiner Abwesenheit verändert hat: Lois Lane (Kate Bosworth) ist inzwischen Mutter eines fünfjährigen Sohnes und mit Richard White (James Marsden), dem Neffen des Chefredakteurs Perry White (Frank Langella), verlobt. Zusätzlich soll ihr der Pulitzer-Preis verliehen werden – für ihre Story „Warum die Welt Superman nicht braucht“. Während Clark versucht, sich an die neuen Umstände zu gewöhnen, brütet sein Erzfeind Lex Luthor (Kevin Spacey) einen Plan aus, der ihm reichlich Land und Geld bescheren soll. Da zur Durchführung dieses Plans Milliarden Unschuldiger sterben müssten, soll sich schon bald herausstellen, dass die Welt Superman durchaus benötigt…

Kritik

Ebenso wie Bryan Singer bin auch ich ein Fan der ersten beiden Superman-Filme – und als solcher ist „Superman Returns“ für mich eine kleine Offenbarung: Singer hat es geschafft, Superman zu einem modernen Auftritt zu verhelfen, ohne die Stimmung der Vorgänger aus den Augen zu verlieren. Der Film beginnt mit dem aus den Vorgängern bekannten Vorspann (inkl. der Originalmusik von John Williams) und endet mit dem Superman-typischen Flug um die Erde (inkl. dem Lächeln in die Kamera)- und dazwischen erzählt Singer auf wunderbar altmodische Art eine mit modernsten Mitteln inszenierte Geschichte um Liebe, Freundschaft und Pflichtbewusstsein.

Wer ein für die heutige Zeit typisches Actionfeuerwerk erwartet, wird den Kinosaal wohlmöglich enttäuscht verlassen: Auch wenn es einige wirklich fantastische und auf technisch höchstem Niveau befindliche Actionszenen, unter anderem einen grandios gefilmten Flugzeugabsturz, zu bewundern gibt, legt Singer den Schwerpunkt eindeutig auf den Charakter Clark/Superman und dessen Beziehung zu Lois. Langeweile kommt dennoch zu keinem Zeitpunkt auf, da Singer der Spagat zwischen ruhigen und actionreichen Szenen hervorragend gelungen ist und sich zudem ein dezenter Humor durch den gesamten Film zieht, welcher zum häufigen Schmunzeln einlädt.

Auch zu der Wahl der Schauspieler kann man Singer nur gratulieren: Brandon Routh weist nicht nur eine enorme Ähnlichkeit zu dem jungen Christopher Reeve auf, sondern überzeugt auch darstellertechnisch auf voller Linie, während Kate Bosworth auf den ersten Blick zwar etwas zu jung für ihre Rolle wirkt, sie aber dennoch mit Leben zu füllen weiß. Heimlicher Star des Films ist jedoch eindeutig Kevin Spacey: Zu jeder Sekunde merkt man ihm den Spaß an, den er bei der Darstellung des Lex Luthor hatte. Gene Hackman, Luthor-Darsteller der Vorgänger, dürfte stolz auf ihn sein…

Kritikpunkte sucht man bei „Superman Returns“ vergeblich – bis auf eine Kleinigkeit: Da der Film fünf Jahre nach den Geschehnissen des zweiten Teils ansetzt, müsste er sich zeitlich um und bei Mitte der Achtziger bewegen, spielt jedoch stattdessen in der heutigen Zeit. Aber wer achtet bei 150 Minuten toller Kinounterhaltung schon auf solche Details? 😉

Fazit

Bryan Singer hat es wieder einmal geschafft: Wie bereits bei „X-Men“ verließ ich auch diesen Film mit nur einem einzigen Gedanken: Mehr! Wem die alten Superman-Filme gefallen, darf sich „Superman Returns“ auf keinen Fall entgehen lassen – alle anderen sollten sich darüber im Klaren sein, dass der Film zwar eine moderne Optik aufweist, ansonsten jedoch eher altmodisch inszeniert ist. Wer sich daran nicht stört, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren…

Wertung 9/10

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Action Jackson

Ach, was waren die Achtziger doch für herrliche Zeiten: Während ein Actionheld sich heutzutage mit Problemen wie Gefühlen, Gewissensbissen und der grammatikalisch korrekten Nutzung der Landessprache herumärgern muss, hatten es die Helden der Achtziger doch um einiges einfacher: Neben einem von der Haarspitze bis zu den Fußnägeln durchtrainierten Körper (in diesem Fall der von Carl „ich durfte mal Silvester Stallone ordentlich auf die Omme hauen“ Weathers) benötigten sie lediglich ein paar coole Sprüche, um dem Bösewicht das Fürchten zu lehren und das Publikum in Verzückung zu versetzen. Und hiermit herzlich willkommen in der Welt von „Action Jackson“, einer Welt, in der Drogensüchtige (nervig, aber attraktiv: Vanity) innerhalb weniger Tage clean werden, Ehefrauen (nervig, aber attraktiv: Sharon Stone) noch ohne Konsequenzen ermordet und sich halbtot geprügelte Muskelmänner mittels lässiger Oneliner in Sekunden aufpeppeln konnten, um dem Zuschauer zu beweisen, dass ein gestählter Körper ein gutes Drehbuch (suspendierter Cop legt sich mit einem kriminellen Industriellen an – Respekt!) durchaus zu ersetzen weiß. Doch so doof der Film auch ist, so unterhaltsam ist er auch, zumal er sich niemals ernst nimmt und somit vielen Actionfilmen einiges voraus hat…

Wertung: 7/10

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Das Ende – Assault On Precinct 13 (2005)

So unfair kann das Leben sein: Da traut sich endlich mal wieder ein Regisseur, einen reinrassigen und harten Actionfilm zu drehen und was passiert? Richtig: Es kommt zu keiner Kinoauswertung! Dabei hat Jean-François Richets Remake des John Carpenter-Klassikers alles, was ein guter Actionfilm benötigt: Eine zwar alte, aber dennoch interessante Ausgangssituation (kleiner Haufen wild zusammengewürfelter Personen muss sich in einem abgeriegelten Gebäude gegen einen waffen- und zahlenmäßig überlegenen Gegner behaupten), gute Darsteller (u.a. Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Gabriel Burne) sowie kompromisslose und hervorragend inszenierte Action – wieso der Film es nicht in die Kinos geschafft hat, ist mir ein echtes Rätsel!

Freunde des altmodischen Actionfilms sollten sich diese Perle nicht entgehen lassen – es lohnt sich!

Wertung: 8/10

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The Fast And The Furious: Tokyo Drift

Nach „The Fast And The Furious“ und „2 Fast 2 Furious“ folgt nun mit „The Fast And The Furious: Tokyo Drift“ der dritte Teil der besonders beim jüngeren Publikum recht beliebten Raser- und Tuningreihe – und im Gegensatz zum Großteil der Weltbevölkerung gefällt mir jeder neue Teil ein bischen besser.

Worum geht’s: Der 17-Jährige Sean gerät an seiner Schule mit einem Football-Spieler aneinander, was in einem desaströsen Rennen endet. Um Sean vor dem Jugendgefängnis zu bewahren, wird er nach Tokyo zu seinem Vater geschickt. Entgegen der Vorgabe seines Vaters nie wieder in ein Auto zu steigen, landet Sean sofort in der dortigen Drift-Szene, verliebt sich ausgerechnet in die Freundin des Yakuza-Jünglings „DK“ und hat bald weitaus größere Probleme als das Jugendgefängnis…

Auch wenn die Story alles andere als originell oder komplex ausfällt, erfüllt sie dennoch ihren Zweck, denn dieser besteht ausschließlich darin, die Zeit zwischen den grandiosen Rennszenen zu überbrücken – und diese haben es wahrlich in sich: Ist das Eröffnungsrennen in den Staaten (quer durch eine sich im Bau befindliche Wohnanlage – toll choreographiert) noch ein typisches Wer-fährt-am-schnellsten-Rennen, geht es bei den Drift-Rennen in Tokyo darum, wer sein Fahrzeug unbeschadet (wer schon einmal „Need For Speed Underground“ gespielt hat, weiß, wie viel Zeit man durch auch nur kleine Kollisionen beim Driften verliert) durch die engen Parcours führen kann. Dementsprechend fallen auch die Rennen aus: Wenn in Zeitlupe zentimetergenau mit Höchstgeschwindigkeit an Wänden vorbei- oder durch eine Parkdeckauffahrt hindurchgedriftet wird, hat das einfach nur Stil und Klasse. Und wenn Sean mit seiner Herzdame (bzw. umgekehrt, da sie fährt) zu ruhigen Klängen im Konvoi eine vom Mondlicht ausgeleuchtete Bergstrasse hinabdriftet, kommt tatsächlich ein wenig Romantik auf.

Ebenso unterhaltsam wie die Rennen ist auch Seans Training: Da er zu Beginn vom Driften ungefähr so viel versteht wie George W. Bush von der Politik, muss er sich erstmal durch zahlreiche Übungsfahrten quälen, was mir sehr gut gefallen hat, da es doch ziemlich unglaubwürdig (so man denn bei solch einem Film überhaupt auf Realismus achten darf) gewirkt hätte, hätte er diesen Fahrstil binnen zwei Stunden erlernt.

Leider kann des Rest des Films die Qualität der Actionszenen nicht halten: Die Charaktere sind ebenso wie die Story alles andere als oscarreif und entspringen dem typischen Schema: Der rebellierende Außenseiter, der durch und durch fiese Möchtegernyakuza, dessen hübsche Freundin (natürlich früher auch eine Außenseiterin), der farbige neue Kumpel – von kleinen Ausnahmen (z.B. sieht Sean zu Beginn unbeteiligt zu wie ein anderer Außenseiter schikaniert wird) einmal abgesehen, bleiben alle Figuren seelenlose Abziehbilder ohne Ecken und Kanten. Und wenn Sean, um das große Finale einzuläuten, ohne Probleme zum Yakuza-Boss (DKs Onkel) geht und ihm vorschlägt, die Probleme doch einfach durch ein Rennen zu lösen, weiß man nicht, ob man weinen, lachen, oder am besten weinend lachen soll…

Das größte Problem des Films liegt jedoch in der Wahl der Darsteller: So lässig Lucas Black als Sean auch daherkommt, wer ist bitte auf die Idee gekommen, einen wie 30 aussehenden 23-Jährigen für die Rolle eines 17-Jährigen zu casten? Am besten stellt man sich während des gesamten Films einfach vor, dass alle Beteiligten fünf Jahre älter sind als im Film angegeben: Für den Film spielt das Alter eh keine Rolle und man muss sich nicht ständig fragen, woher die Teenager eigentlich ihre ganze Lebenserfahrung haben – bei mir hat dieser kleine Trick wundervoll funktioniert… 😉

Trotz dieser Kritikpunkte kann ich „Tokyo Drift“ jedem ans Herz legen, dem die Vorgänger gefallen haben und der die Fähigkeit besitzt, sein Gehirn an der Kinokasse abzugeben bzw. sich mittels legaler Drogen in einen Zustand zu versetzen, der es ihm ermöglicht, die Fahrszenen in voller Pracht mitzuerleben, während der Rest ausgeblendet wird.

Wertung: 7/10

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Poseidon

Nach „Das Boot“ und „Der Sturm“ begibt sich Regisseur Wolfgang Petersen nun bereits zum dritten Mal ins kühle Nass – und erlebt seinen ersten kommerziellen Mißerfolg: Wie die Poseidon selbst, ist auch der Film im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gnadenlos untergegangen. Zu Recht?

Der Inhalt des Films entspricht dem des Originals: In einer Silvesternacht wird der Luxusliner Poseidon von einer meterhohen Riesenwelle erfasst und treibt, sich langsam mit Wasser füllend, Kiel oben auf dem Ozean. Während die meisten Passagiere im Ballsaal auf ihre Rettung warten möchten, nimmt eine kleine Gruppe selbige selbst in die Hand und macht sich zum Heck des Schiffes auf…

Damit hören die Gemeinsamkeiten zum Original aus dem Jahr 1972 allerdings auch schon auf: Weder die Charaktere noch der Weg in die Freiheit weisen große Parallelen auf, weswegen man „Poseidon“ weniger als Remake, sondern eher als Neuinterpretation betrachten sollte.

Wie erwartet, setzt Petersen in seiner Version mehr auf Effekte und Action als auf die Charaktere: Die von Josh Lucas („Stealth“) und Kurt Russel („Die Klapperschlange“) angeführte Gruppe (u.a. Richard Dreyfuss, Emmy Rossum, Kevin Dillon) besteht zwar aus den unterschiedlichsten Figuren, allerdings werden die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte auf ein Minimum reduziert. Auch wenn dies von Petersen, wie er in einem Interview zugibt, durchaus so gewollt ist um die Erzählgeschwindigkeit hoch zu halten, resultiert daraus der größte Schachpunkt des Films: Stirbt eine Person, nimmt man deren Ableben relativ gleichgültig zur Kenntnis – die Charaktere bleiben zu blass und eindimensional, als dass man sich mit ihnen identifizieren könnte.

Die Effekte und die Action hingegen haben es in sich: Vom schön gestalteten 360°-Schwenk um die Poseidon zu Beginn des Films über das hervorragend inszenierte Kentern des Schiffes bis hin zu den zahlreichen Explosionen bietet der Film alles, was man von einem typischen Blockbuster erwartet. Die Protagonisten arbeiten sich von Deck zu Deck nach oben (bzw. unten) und geraten ohne Verschnaufpause von einer ausweglosen Situation in die nächste. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang eine Szene, in der die Gruppe in einem engen Schacht festsitzt, während sich dieser langsam mit Wasser füllt – willkommen Herr Platzangst und Frau Panik!

Aufgrund der straffen Erzählstruktur kommt der Film gerade mal auf eine Laufzeit von 98 Minuten – für einen Blockbuster ist dies zwar äußerst wenig, bezogen auf den Film aber genau richtig, da so der Langeweile keine Chance gegeben wird sich einzuschleichen und man sich als Zuschauer trotz der Mängel auf Charakterebene stets gut unterhalten fühlt.

Bleibt die offene Frage: Ist „Poseidon“ der dank US-Kritiker und -Publikum befürchtete Totalausfall? Definitiv nein! Sieht man von der blassen Charakterzeichnung ab, bekommt man einen handwerklich perfekten Katastrophenfilm serviert, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber dennoch über die gesamte Laufzeit zu unterhalten weiß. Und mehr sollte man von einem Blockbuster nicht erwarten…

Wertung: 8/10

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Ultraviolet

Bevor ich mit der eigentlichen Kritik zu „Ultraviolet“ beginne, nutze ich diesen Moment, mich kurz über Kurt Wimmers vorletzten Film „Equilibrium“ zu äußern:

„Equilibrium“ ist ein leider relativ unbekannter Science-Fiction-Actionfilm, der sich zwar einer schon oft erzählten, wenngleich immer wieder gerne gesehenen, Geschichte eines totalitären Systems bedient, dafür aber mit einem hervorragenden Hauptdarsteller (Christian Bale), sehr guten Nebendarstellern (Sean Bean, Emily Watson, Taye Diggs) und sparsamen, dafür aber perfekt choreographierten Actionszenen aufwarten kann.

An dieser Stelle sei gesagt: Wer sich auch nur ansatzweise für Science-Fiction- und Actionfilme interessiert, sollte sich diese Perle zu Gemüte führen!

Leider hält „Ultraviolet“ in keinster Weise die Erwartungen, die durch „Equilibrium“ geweckt wurden:

In naher Zukunft versuchen Wissenschaftler, mit Hilfe der Gentechnik den ultimativen Soldaten zu erschaffen. Den Gesetzen der Einfallslosigkeit zufolge geht der Schuss selbstverständlich nach hinten los: Die ersten Menschen werden von dem künstlich erschaffenen Virus infiziert und bereits kurze Zeit später ist die Gesellschaft aufgeteilt in zwei Lager, die „gesunden“ Menschen und die im Untergrund lebenden, da gejagten, Hemophagen. Violet (Milla Jovovich), welche diese Untergrundbewegung einst gründete, kämpft mit allen Mitteln gegen ein System, in welchem Infizierte sofort exekutiert werden. Als sie von einer Waffe erfährt, die den Hemophagen die endgültige Niederlage bescheren soll, beginnt eine Schlacht, die die Zukunft für immer verändern soll…

Da das Studio den Film um knapp eine halbe Stunde kürzen ließ, kann ich leider nicht beurteilen, wie Wimmers ursprünglich gedachter „Ultraviolet“ ausgesehen hätte – vielleicht lässt Sony ja Gnade walten und Wimmer den Film auf DVD in seiner Version veröffentlichen. Was einem im Kino erwartet, ist eine endlose Aneinanderreihung sich ständig wiederholender Actionszenen, gepaart mit einer sehr künstlichen Optik und an aktuelle Videospiele erinnernden Special Effects.

Während die Action in „Equilibrium“ noch der Geschichte untergeordnet wurde, wird in „Ultraviolet“ praktisch keine Geschichte erzählt: Violet hetzt von Kampf zu Verfolgungsjagd zu Schießerei zu Kampf – die Beweggründe der Protagonisten sowie die Hintergrundgeschichte werden nur nebenbei erläutert, wenn nicht sogar nur angedeutet, so dass man sich als Zuschauer einen Großteil selbst zusammenreimen muss, sofern dies aufgrund der Storylöcher überhaupt möglich ist.

Die Actionszenen, welche wie bereits erwähnt den Großteil des Films ausmachen, sehen zwar recht ansprechend aus, ähneln sich aber zu sehr, um die gesamte Laufzeit über fesseln zu können: Spätestens beim dritten Kampf stellt sich eine gewisse Langeweile ein, auch wenn Wimmer wieder auf die in „Equilibrium“ eingeführte Gun-Kata, eine Mischung aus Kampfsport und Schusswaffengebrauch, zurückgreift.

Dass ich dennoch nicht eingeschlafen bin, lag alleine an Milla Jovovich, welche Wimmer durchaus gekonnt einzusetzen weiß: Es gibt keine Kameraeinstellung, die nicht ihrem überaus durchtrainierten Körper huldigt, welcher durch die hautenge Hose und das bauchfreie Oberteil sehr ansprechend in Szene gesetzt wird – da auch ich nur ein Mann bin, möge man mir verzeihen, dass ich dies durchaus positiv werte (auch wenn es den Film nicht rettet)…

Die Optik von „Ultraviolet“ wirkt sehr künstlich und einem Videospiel entsprungen: Da ich nicht weiß, ob dies an einem zu geringen Budget liegt oder ein Stilmittel ob der Comic-Herkunft sein soll, bewerte ich es weder positiv noch negativ – ob einem solch ein Stil zusagt, muss jeder selbst wissen, mich hat er durchaus angesprochen, da er sich von den typischen Hollywood-Produktionen abhebt. Genannt sei an dieser Stelle eine Verfolgungsjagd auf einem Motorrad, die dank eines Gravitationsgerätes nicht nur auf der Straße, sondern auch an den Fassaden der Häuser stattfindet: Künstlich, aber durchaus interessant gestaltet!

Fazit: Wer sich an der praktisch nicht vorhandenen Story nicht stört, sich nicht von der künstlichen Optik abschrecken lässt und endlosen Actionszenen gegenüber nicht abgeneigt ist, kann durchaus einen Blick riskieren, sollte aber dennoch nicht zu viel erwarten.

Wertung: 3/10

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Revenge Of The Warrior

Tony Jaa ist zurück: Der Mann, der bereits in „Ong-Bak“ demonstrierte, wie beeindruckend Martial Arts aussehen kann (und dass die Schwerkraft nur eine Ausrede der Schwerfälligen ist), schickt sich an, sein Können erneut unter Beweis zu stellen.

War es in „Ong-Bak“ noch der Kopf einer heiligen Statue, sind es in „Tom yum goong“ zwei Elefanten, die von skrupellosen Geschäftemachern gestohlen werden und unseren Helden zwingen, sich zahlreichen Gegnern zu stellen, um die Tiere zu retten.

Mehr gibt es zu der Geschichte auch nicht zu sagen, denn ehrlich gesagt dient dieser äußerst dürftige Handlungsfaden wie bereits in „Ong-Bak“ nur dazu, Tony Jaa einen Grund zu geben, uns mit seinem Können zu faszinieren – und das tut er: Während die typischen Straßengangs leichte Beute und nicht viel mehr als Dummys darstellen, sind besonders ein Kampf im Wasser gegen einen Capoeira-Kämpfer sowie die Erstürmung eines mehrstöckigen Restaurants hervorzuheben. Letztere Szene dauert mehrere Minuten und kommt ohne einen einzigen Schnitt aus: Tony Jaa nimm sich Gegnerwelle für Gegnerwelle an und erkämpft sich so jedes einzelne Stockwerk, während die Kamera ihm ohne Unterbrechung folgt – eine faszinierende Szene, die man gesehen haben sollte!

Je mehr der Film sich seinem Ende nähert, umso härter wird er: Sind die Kämpfe zu Beginn noch relativ harmlos, gibt es beim finalen Kampf, der wie eine Art „Kill Bill“ ohne Waffen wirkt, wirklich niemanden, der mit heilen Knochen davonkommt – und diejenigen, deren Knochen gebrochen sind, gehören definitiv zu den Glücklicheren…

Leider fehlt es dem Film an würdigen Gegnern, wodurch die Kampfszenen deutlich schwächer ausfallen als in „Ong-Bak“: Von dem bereits erwähnten Capoeira-Kämpfer einmal abgesehen, gibt es keine Gegner, die Jaas Kampfkunst viel entgegenzusetzen haben. Gerade das Finale mit den zwar großen, aber auch sehr tumben Gegnern fällt im direkten Vergleich zum Ong-Bak-Finale deutlich ab.

Weiterhin fällt negativ auf, dass der Film zu lange braucht, um an Fahrt zu gewinnen: Die ersten 45 Minuten ziehen sich ziemlich hin, was zwar aufgrund der dann gezeigten Action zu verschmerzen ist, aber dennoch vermeidbar gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz dürfte jeder, der sich auch nur ansatzweise für Kampfsport interessiert, an dem Film seine helle Freude haben – und Fans von „Ong-Bak“ schlagen eh blind zu (man verzeihe mir dieses Wortspiel)!

Wertung: 6/10

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Mission: Impossible 3

“Du musst mich töten, sonst sterbe ich!”

Wir schreiben das Jahr 2006 und befinden uns in einem frühen Donnerstag, um genau zu sein in dem 04.05.2006 um 2:55 Uhr morgens – und obwohl mich bereits in 4 Stunden der Wecker unsanft daran erinnern wird, dass ich gerade keinen Urlaub habe, möchte ich mich ein wenig zu Tom “Perlweiß würde alles dafür zahlen, mich als Werbeträger verwenden zu dürfen” Cruises neuen Film äußern, welchen ich gerade in einer Midnight Preview sehen durfte.

Allerdings habe ich ein kleines Problem: So gerne ich jetzt auch lästern und meckern würde, so ungerne gebe ich zu, dass sich der Film so gut wie keine Schwächen leistet.

Okay: Natürlich zeigt unser aller Lieblingstom auch in M:I:3 wieder seine makellos nachbearbeiteten Zähne und sein perfekt einstudiertes Prinz-Charming-Lächeln, aber ausnahmsweise macht er dies tatsächlich nur in den dafür vorgesehenen Szenen, welche zum Glück relativ rar gesät sind. Und auch wenn Klein-Tommy selbstredend wieder den Tag rettet, wird im dritten Teil der Serie Teamarbeit wieder groß geschrieben – und zwar nicht nur, weil es sich dabei um ein Hauptwort handelt!

Wenn man dem Film unbedingt etwas vorwerfen möchte, könnte man höchstens bemängeln, dass einige Twists dann doch zu vorhersehbar sind, es dem Film letztenendes an der nötigen Konsequenz mangelt und der Langley-Einbruch des ersten Teils wieder nicht übertroffen wird, aber hey: Es handelt sich immer noch um eine Hollywood-Cruise-Action-Produktion! Also wollen wir das mal nicht zu eng sehen, denn trotz der Vorhersehbarkeit wird der Film zu keiner Sekunde langweilig: Hervorragend choreografierte Actionszenen wechseln sich immer wieder mit ruhigen Passagen ab, die die Story (und diesmal hat der Film wieder eine Story) voran treiben. Die Locations sorgen für eine Menge Abwechslung im Agentenalltag und die Schauspieler leisten eine solide bis gute Arbeit – Actionherz, was willst du mehr?

Für Tips, wie ich nun noch den verflixten zweiten Teil irgendwie aus meinem Gedächtnis streichen kann, bin ich jederzeit dankbar…

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X-Men – Der letzte Widerstand

Nachdem Bryan Singer das X-Men-Ruder zu Gunsten seines Wunschprojektes „Superman Returns“ abgab und nach mehreren Komplikationen Brett Ratner verpflichtet wurde, waren die Zweifel der Fangemeinde groß, hatte Singer doch mit „X-Men“ und „X-2“ zwei der bislang besten Comicverfilmungen abgeliefert. Dass diese Zweifel zum Glück unbegründet waren, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Ratner praktisch keine Vorbereitungszeit für „X-Men – Der letzte Widerstand“ hatte.

Worum geht’s?

Die Integration der Mutanten schreitet voran: Dank Aufklärungsarbeit und einer wohlgesonnenen Regierung langsam akzeptiert, gehen die Mutanten ihrem Alltag nach. Doch liegt bereits ein dunkler Schatten über dem Frieden: Der Vater eines Mutanten hat von seinen Wissenschaftlern ein Mittel erfinden lassen, welches das X-Gen unterdrückt und somit aus Mutanten „normale“ Menschen macht. Aus, nicht ganz unbegründeter, Angst, die Regierung könnte dies Mittel als Waffe gegen Mutanten einsetzen, scharrt Magneto unzählige Gleichdenkende um sich und startet, unterstützt von Jean Grey, deren dunkle Seite durch den Vorfall im Vorgänger freigelegt wurde, einen letzten großen Angriff…

Auch wenn „X-Men – Der letzte Widerstand“ nicht an den großartigen ersten Teil rankommt, muss ich zugeben, dass er mir besser gefallen hat als „X-2“: Die Entwicklung von Jean Grey zu Phoenix, der (teils unerwartete) Verlust zahlreicher Protagonisten und nicht zuletzt die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, Menschen, die anders sind, mittels eines Medikamentes der Norm anzupassen, heben den Film weit über den Comic-Durchschnitt.

Die Spezialeffekte, in einer Comicverfilmung durchaus ein wichtiger Punkt, sind wie bereits in den Vorgängern hervorragend und passen sich perfekt in den Film ein. Vorallem des letzte Drittel strotzt förmlich vor Effekte, welche zwar nicht immer einen Sinn ergeben (wozu eine ganze Brücke schweben lassen, wenn man den Transport auch einfacher hätte bewerkstelligen können?), aber immerhin sehr schön anzusehen sind.

Viele Schwachpunkte lassen sich nicht finden: Von der Musik, die nicht einmal ansatzweise an den Score der Vorgänger rankommt, einmal abgesehen, ist mir lediglich ein unnötiger Fehler negativ aufgefallen, den ich seit den Filmen von Ed Wood nicht mehr gesehen habe: Ein abrupter Wechsel von Tag bzw. Dämmerung auf eine tiefschwarze Nacht. In einem Blockbuster sollte so etwas eigentlich nicht vorkommen…

Fazit: Für Comic-Liebhaber und besonders für Fans der X-Men ein absolutes Muss. Und noch ein kleiner Tip von mir: Beim Abspann nicht gleich aufstehen… 😉

Wertung: 9/10

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Matrix Revolutions

** Achtung Spoiler **

Als ich damals aus „Matrix Reloaded“ kam, war ich stinksauer darüber, was die Macher aus dem hervorragenden Potenzial gemacht hatten – doch es hieß von überall her „Das ist nur Teil einer Trilogie und als Ganzes zu betrachten!“, „Die Story ist so wahnsinnig vielschichtig und tiefschürfend, sie kommt nur noch nicht richtig zum Vorschein weil der dritte Teil fehlt“ oder „Du vergleichst ihn mit dem ersten Teil und hast zu hohe Ansprüche“, usw. usw.

Also gut, hier ist nun der dritte Teil. Meine Ansprüche waren durch „Matrix Reloaded“ auf Kellerniveau gesunken und die Vorstellung, dass alle Figuren sich weiterhin in der Matrix befinden und Neo nur ein Programm ist (so wie es in Reloaded schien), gefiel mir gar nicht so schlecht.

Und was ist? Nichts! Über 2 Stunden inhaltlich gähnende Leere, schwachsinnige Nebenplots und Actionszenen, die mir schon nach 1 Minute gehörig auf den Geist gingen!

Interessante Fragen wie „Wieso kann Neo in der Realität die Maschinen aufhalten?“ werden mit einem einfachen „Na, weil er der Auserwählte ist!“ beantwortet. Andere Fragen wie „Warum kann Smith aus der Matrix in die Realität wechseln?“ werden lieber erst gar nicht beantwortet…man fragt sich, ob sich die Macher überhaupt richtig mit dem Stoff befasst haben. Dass interessante Storyentwicklungen möglich gewesen wären, beweisen die zahlreichen Theorien, die nach „Matrix Reloaded“ von den (noch verbleibenden) Fans aufgestellt wurden.

Doch der Reihe nach:

Der Film beginnt damit, dass Neo sich immer noch im Koma befindet und in einer Zwischenwelt gefangen ist, die vom Merowinger beherrscht wird. Wieso Neo, der ja gar nicht mit der Matrix verbunden ist, in selbiger gefangen sein kann, wird nicht erklärt. Stattdessen gibt es mal wieder pseudo-philosophische Gespräche, einen kurzen Besuch beim Orakel (mitsamt schwachsinniger Erklärung, wieso das Orakel von einer anderen Schauspielerin gespielt wird) und eine (aus „Matrix“ geklaute) unnötige Action-Szene. Was dieser gesamte (unnötige) Nebenplot soll, wissen höchstwahrscheinlich nicht einmal die Macher selbst.

Nachdem Neo erfolgreich befreit wurde, gibt es einen weiteren Abstecher zum Orakel, in dem Neo erfährt, wieso er auch in der Realität die Maschinen kontrollieren kann. Spätestens jetzt verfliegt jegliche Hoffnung auf eine intelligente Geschichte, denn die Erklärung „Weil du der Auserwählte bist…“ zeugt nicht gerade von Kreativität.

Also auf zum Hauptplot: Neo und Trinity machen sich, weil Neo darin sein Schicksal sieht, auf in die Maschinenstadt. Währenddessen fliegen Morpheus und Niobe mitsamt der Crew zurück nach Zion, um beim anstehenden Angriff zu helfen.

Eben diese Schlacht um Zion ist es, die man als Zuschauer die nächsten 30 Minuten „bewundern“ darf. Tricktechnisch sicherlich auf der Höhe der Zeit, langweilt auch diese Actionszene, da kein Charakter mitkämpft, zu dem man im Laufe der Filme eine Beziehung aufgebaut hat. Dass es eine unnötige Schlachtrede (mitsamt lächerlicher „Roboterarme-in-die-Höh-Szene“) gibt, verwundert sicherlich niemanden, genau so wenig wie die Tatsache, dass dieser Kampf letzten Endes durch 2 Frauen und 1 Teenager gewonnen werden kann, während die ausgebildeten Soldaten wie die Fliegen fallen.

Neo hat inzwischen sein Augenlicht im Kampf mit dem in die Realität gewechselten Smith verloren, hat aber immer noch die Fähigkeit, seine Umgebung in einer Art Flammenoptik wahrzunehmen. Woher er diese Fähigkeit nimmt, wird natürlich ebenso wenig erklärt wie die Tatsache, dass der im Menschen steckende Smith in Neos Wahrnehmung eine Sonnebrille trägt.

So oder so: Neo besiegt den menschlichen Smith-Klon und kommt mit Trinity in der Maschinenstadt an (Neo hält mal eben mit der Hand ein paar Bomben auf). Dort verursachen die beiden aber einen Crash, dem Trinity zum Opfer fällt. Oder sagen wir: Sie hätte ihm mal zum Opfer fallen sollen! Denn statt einfach zu sterben, führt sie, mit mehreren Metallstäben im Körper, noch mal eben einen kitschigen 5-Minuten-Monolog, der an Nervigkeit kaum zu überbieten ist. Übrigens: Wieso Neo, wo er doch sonst alles in der Umgebung wahrnimmt, nicht sehen kann, dass seine Geliebte halbtot vor ihm liegt, wird, richtig geraten, nicht erklärt.

Neo spaziert also zur Obermaschine und schlägt vor, den inzwischen außer Kontrolle geratenen Smith aufzuhalten, sofern die Maschinen den Krieg gegen die Menschen einstellen. Natürlich schlägt die Maschine in den Handel ein (und hält sich auch daran, obwohl die Maschinen ohne die Menschen als Batterie gar nicht existieren können) und befördert Neo wieder in die Matrix, wo er sich ein letztes Mal Smith stellen muss.

Der nun folgende Kampf ist schlicht und ergreifend lächerlich und kein bisschen mitreißend. Neo und Smith bekämpfen sich fliegend wie weiland Superman in „Superman 2“ und nehmen dem Film damit das letzte bisschen Würde. Letzten Endes besiegt Neo Smith, indem er sich einfach opfert (wieso eigentlich nicht gleich so???) und somit den Menschen zum Frieden verhilft.

Zum Ende gibt es dann noch einen herrlich kitschigen Sonnenaufgang und die Voraussagung, dass wir Neo wiedersehen werden. Ich für meinen Teil hoffe, dass sich das Orakel wenigstens dieses eine Mal geirrt hat…

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Fediverse

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