Im Kino gesehen: Pandorum

Hauptplakatjpeg_495x700 Vier (in Zahlen: 4) Monate (in Buchstaben: Monate) sind vergangen, seit ich meine letzte Review geschrieben habe. Ehrlich gesagt kam mir der Zeitraum erheblich kürzer vor und ich habe mich schon ein wenig erschrocken, als ich gerade bis zum 02.06.2009 zurückgehen musste, um meine letzte Review zu finden. Sei’s drum: Der Wahlkampf ist vorbei, der Stress verfliegt so langsam – und es wird Zeit, Euch, liebe Leser, wieder mit neuem Lesefutter zu versorgen. Ob ich das Schreiben von Reviews immer noch beherrsche (oder jemals beherrscht habe), müsst Ihr entscheiden …

Worum geht’s

Als die beiden Crew-Mitglieder Payton (Dennis Quaid) und Bower (Ben Foster) aus dem Hyperschlaf erwachen, ist nichts so, wie es eigentlich sein sollte. Der Strom ist abgeschaltet, der Zugang zur Brücke verschlossen – und von der übrigen Mannschaft fehlt jede Spur. Unter Gedächtnisverlust leidend, versuchen Payton und Bower Herr der Lage zu werden. Während Payton am Computer bleibt, sucht Bower in den Lüftungsschächten nach einem Weg, die Tür zur Brücke von außen zu öffnen. Schon bald muss er feststellen, dass Payton und er nicht die einzigen Lebewesen auf dem Schiff sind …

Szenenbild_13jpeg_700x463 Meine Meinung

Es ist eine Schande, wie wenig gute Science-Fiction-Filme das Licht der Welt erblicken. Wenn man bedenkt, dass es sich bei Science-Fiction um ein Genre handelt, das der Geschichte praktisch unendlich viel Spielraum ermöglicht und keine echten Grenzen kennt, ist es verwunderlich, wie selten diese Möglichkeit ausgenutzt wird. “Pandorum” stellt hier keine Ausnahme dar. Nach den hervorragenden ersten 10 Minuten, in denen der Zuschauer genauso orientierungslos im Dunkeln tappt wie Payton und Bower, entwickelt sich der Film zu einem konventionellen Science-Fiction-Horror-Reißer von der Stange. Je weiter die Geschichte voranschreitet und je mehr Geheimnisse gelüftet werden, umso häufiger überkommt einem als Zuschauer das Gefühl, das alles schon mal irgendwo gesehen zu haben. Ein wenig “Serenity” hier, ein bisschen “The Descent” dort, dazu ein Schuss “Event Horizon” und fertig ist der Science-Fiction-Horror-Cocktail.

Szenenbild_14jpeg_700x463 Dass “Pandorum” trotz mangelnder Ideen unterhält, verdankt er Christian Alvarts souveräner Inszenierung. Die Optik des Films ist durchaus als hochwertig zu bezeichnen, die (teils erstaunlich harte) Action weiß trotz schneller Schnitte zu gefallen und in den ruhigen Momenten kann man “Pandorum” seine düstere Atmosphäre keinesfalls absprechen.

Auch über die Darsteller lässt sich kein schlechtes Wort verlieren: Dennis Quaid hat zwar relativ wenig Spielraum sich zu beweisen, kann aber wie immer überzeugen. Dasselbe gilt für Ben Foster, den ich ohnehin gerne häufiger auf der Leinwand sehen würde. Die restlichen Darsteller sind Story bedingt nicht der Rede wert – sieht man mal von Antje Traues sportlicher Figur ab …

Mein Fazit

Düsterer Science-Fiction-Horrorfilm, der dank guter Darsteller, flotter Action und handwerklich solider Inszenierung trotz mangelnder eigener Ideen zu unterhalten vermag.

Meine Wertung: 6/10

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Teaser-Trailer von „Zweiohrküken“ erschienen

Ich schäme mich nicht es zuzugeben: Ich mag „Keinohrhasen“. Und das liegt keineswegs ausschließlich, wenn auch zu einem großen Teil, an der bezaubernden Nora Tschirner. Auf den Punkt gebracht, halte ich den Film für die beste deutsche Komödie seit Jahren. Dementsprechend habe ich mich auf die am 17.12.2009 startende Fortsetzung „Zweiohrküken“ gefreut – bis heute. Bis zum Betrachten des frisch erschienenen Teaser-Trailers, in dem Til Schweiger die wohl triefendste Ansprache der letzten Jahre hält. Hoffentlich lässt der Teaser nicht auf den fertigen Film schließen …

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Deutscher Trailer von „New Moon – Biss zur Mittagsstunde“ erschienen

Und da ist er, der erste Teaser-Trailer zur am 07.01.2010 startenden Fortsetzung der wohl langweiligsten und schnulzigsten Vampir-Romanze aller Zeiten, deren inhaltliche Belanglosigkeit lediglich von der optischen wie schauspielerischen Farblosigkeit ihres Hauptdarstellers übertroffen wird.

Normalerweise würde ich das Erscheinen dieses Trailers, der mit der wohl schlechtesten Werwolfsverwandlung aller Zeiten aufwartet, nicht auch noch mit einem (wie von mir gewohnt absolut vorurteils- und wertungsfreien) Blog-Eintrag adeln, aber da ich weiß, dass sich manchmal auch weibliche Leser auf mein Blog verirren …

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Deutscher Trailer von „Final Destination 4“ erschienen

Ja, der dritte Teil der „Final Destination“-Reihe war enttäuschend. Und ja, so langsam zeigt das Prinzip der Filme deutliche Abnutzungserscheinungen. Aber: Mit David R. Ellis sitzt derselbe Mann auf dem Regiestuhl, der bereits den zweiten Teil inszenieren durfte. Und da dieser zweite Teil aufgrund des grandiosen Highway-Unfalls und seines tiefschwarzen Humors für mich den besten Teil der Reihe darstellt, freue ich mich dennoch wie ein kleines Kind auf den Kinostart.

Hat der Tod keine anderen Pläne, beginnt der Spaß am 03.09.2009. Als kleiner Vorgeschmack hier der deutsche Trailer:

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Im Kino gesehen: Der Fluch der zwei Schwestern

Viel zu selten kommt es vor, dass ich im Kino sitze und einfach nur denke “Sehr schön, solche Filme sollten häufiger auf der großen Leinwand zu sehen sein.”. Wieso, warum und weshalb “Der Fluch der zwei Schwestern” solch ein seltener Film ist, lest ihr in der folgenden Review – und ja, ich weiß, dass meine Einleitungen sonst länger ausfällen, aber mir ist heute einfach viel zu heiß, um diesen Text künstlich mit Inhalten aufzublähen, die mit dem eigentlichen Film nicht im geringsten Zusammenhang stehen. Oops! … I did it again …

Worum geht’s

Knapp ein Jahr ist es her, dass Anna (Emily Browning) ihre Mutter bei einem Feuer verloren hat. Um das durch den Unfall verursachte Trauma zu verarbeiten, ließ Anna sich nach dem tragischen Ereignis in einer Nervenheilanstalt behandeln. Nach erfolgreicher Therapie entlassen und wieder zu Hause angekommen, muss Anna erfahren, dass ihr Vater Steven (David Strathairn) inzwischen mit Rachel (Elizabeth Banks), der ehemaligen Pflegerin ihrer Mutter liiert ist. Als Anna von Visionen ihrer toten Mutter und fremden toten Kindern heimgesucht wird, deren Zeichen auf Rachel deuten, beginnt sie, zusammen mit ihrer älteren Schwester Alex (Arielle Kebbel) Nachforschungen anzustellen – und findet heraus, dass Rachel nicht die ist, die sie vorgibt zu sein …

Meine Meinung

Bevor ich meine Meinung zum Besten gebe, sollte ich anmerken, dass ich das Original “A Tale Of Two Sisters” nicht kenne und dementsprechend auch keine Vergleiche anstellen kann. Ich verspreche, diese Bildungslücke schnellstmöglich zu schließen – Ehrenwort! Warum? Weil mir “Der Fluch der zwei Schwestern” ausgesprochen gut gefallen hat und ich sehr gespannt darauf bin, ob es sich wie schon bei “The Ring” um ein Remake handelt, das mir besser als das Original gefällt.

Doch nun endlich zum Film an sich: Altmodisch. Das war der erste Gedanke, der mir im Kino durch den Kopf schoss. Und dieser Gedanke zog sich durch den ganzen Film. Zum Glück, denn genau jene altmodische Inszenierung ist es, die derzeit im Kino viel zu selten zum Tragen kommt. Statt auf Effekte setzt der Film auf alltägliche Dinge und beweist, dass bereits ein umkippender Müllsack und eine unter einen Schrank rollende Dose ausreichen, um Spannung zu erzeugen, während die unheimliche Atmosphäre fast ausschließlich aus dem gekonnten Spiel mit Licht und Schatten erzeugt wird.

Dass von den Geistern, deren Auftritte zwar nur kurz, dafür aber inszenatorisch äußerst gelungen sind, keine Gefahr für die Hauptfigur ausgeht und diese nur als Warnung zu verstehen sind, ist von Anfang an klar. Ähnlich wie in “Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt” sind es die Lebenden, von denen die eigentliche Bedrohung ausgeht. Und so verstehe ich den Film auch weniger als Horrorfilm, sondern vielmehr als einen Thriller, der seine Spannung aus der Frage bezieht, welches Geheimnis die undurchsichtige Rachel zu verbergen versucht, welche Pläne sie verfolgt und was sie zu tun bereit ist, um ihr Ziel zu erreichen. Die von Rachel ausgehende Bedrohung steigt während der Ermittlungen der Schwestern stetig an und gipfelt in einem Finale … über das ich an dieser Stelle nicht das Geringste schreiben möchte.

Die Darsteller leisten durch die Bank weg solide bis sehr gute Arbeit. David Strathairn wirkt ein wenig unterfordert, doch ist dies seiner nicht allzu großen Rolle geschuldet. Arielle Kebbel darf hauptsächlich rumzicken und gut aussehen, was natürlich nicht viel, dafür aber immerhin hübsch anzuschauen ist. Viel wichtiger ist jedoch das Zusammenspiel von Emily Browning und der herrlich gegen ihr niedliches Image besetzten Elizabeth Banks, welches hervorragend funktioniert. Vor allem Banks überzeugt als mysteriöse Frau mit dunkler Vergangenheit und empfiehlt sich durchaus für weitere Rollen dieser Art.

Mein Fazit

Altmodisch und ohne großer Effekte inszenierter Gruselthriller, von dessen Spannung und Atmosphäre sich so einige Filme ein paar Scheiben abschneiden könnten. Kein Film für die MTV-Generation, aber ein gutes Beispiel dafür, dass die Kraft manchmal halt doch in der Ruhe liegt.

Meine Wertung: 8/10

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Im Kino gesehen: My Bloody Valentine 3D

MBV_3D_A4.indd Da mir das RealD-3D-Verfahren bei “Monsters vs. Aliens” sehr gut gefallen hatte, wartete ich als alter Genre-Fan entsprechend gierig auf den Kinostart des 3D-Slashers “My Bloody Valentine 3D”. Gestern war es endlich so weit und meine Gier nach den drei Bs (Brüste, Blut und … Brüste) wurde befriedigt.

Worum geht’s

Nachdem bei einem Grubenunglück vier Bergmitarbeiter ums Leben gekommen sind, tötet der einzige Überlebende Harry Warden am folgenden Valentinstag 22 Menschen und flieht angeschossen in den Stollen. Zehn Jahre später kehrt der damals nur knapp entkommene und seitdem unter einem Trauma leidende Tom Hanniger (Jensen Ackles) in seine Heimatstadt zurück. Als kurz darauf ein als Bergarbeiter maskierter Mann auftaucht und damit beginnt, all die Menschen zu töten, die mit dem damaligen Unglück in Verbindung stehen, steht Tom für Sheriff Axel Palmer (Kerr Smith) als Hauptverdächtiger fest …

valentine_3d_1 Meine Meinung

Ich gebe es ganz ehrlich zu: Es fällt mir unheimlich schwer, den Film an sich zu bewerten. Schuld daran trägt einzig und allein die 3D-Technik. Viel zu oft habe ich mich im Kino dabei erwischt, weniger auf den Film, als vielmehr auf die technische Umsetzung zu achten. Und auf den nächsten blutigen 3D-Effekt zu warten. Diese sind erwartungsgemäß zahlreich vorhanden und machen “My Bloody Valentine 3D” zum perfekten 3D-Partykracher. Wenn ein abgetrennter Kopf auf einem Spatenblatt langsam Richtung Publikum rutscht, ein herausgerissener Kiefer dem Publikum entgegen geschleudert wird oder eine nur mit Pumps “bekleidete” Blondine minutenlang vor dem Killer flieht, ist das bluttriefender Spaß in seiner vollkommenen Reinheit. Und als solchen sollte man den Film auch betrachten, möchte man im Kino nicht enttäuscht werden. Denn eines ist “My Bloody Valentine” nicht: Spannend. Wer stirbt und wer überlebt, steht von Anfang an fest, lediglich die Identität des Killers sorgt für ein wenig Unsicherheit. Und so überrascht es nicht, dass der Film in seinen ruhigen Minuten deutlich schwächelt. Doch zum Glück dauert es nie besonders lange, bis der dank Bergarbeiter-Outfit recht bedrohlich wirkende Killer erneut zuschlägt, so dass Langeweile weitestgehend vermieden wird.

valentine_3d_2 Dass die Geschichte niemals richtig zu fesseln weiß, liegt neben der vorhersehbaren Entwicklung auch an den mehr als blassen Charakteren. Und an den ebenso blassen Darstellern, die es nicht schaffen, ihren Figuren wenigstens einen Hauch von Tiefe oder zumindest ansatzweise Profil zu verleihen. Positiv bleiben (neben der nackten Betsy Rue *räusper*) allenfalls die Nebendarsteller Tom Atkins und Kevin Tighe in Erinnerung.

Mein Fazit

Äußerst brutaler Slasher, der dank zahlreicher 3D-Spielereien in entsprechend ausgestatteten Kinos glänzend unterhält, als Film außer einem bedrohlichen Killer und viel Kunstblut jedoch nicht viel zu bieten hat.

Meine Wertung: 7/10 (für das Erlebnis)
Meine Wertung: 4/10 (für den Film)

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Im Kino gesehen: Illuminati

illuminati_plakat Nach dem doch eher durchwachsenen “The Da Vinci Code – Sakrileg” hielt sich meine Vorfreude auf “Illuminati” stark in Grenzen. Zu langatmig und spannungsarm war der Vorgänger – und zu gering meine Hoffnung, dass Regisseur Ron Howard diesmal alles besser machen würde. Ob mein Pessimismus berechtigt war oder nicht, erfahrt ihr … hier und jetzt.

Worum geht’s

Der Papst ist tot. Während die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle das Konklave abhalten, um ein neues Kirchenoberhaupt zu wählen, werden die vier aussichtsreichsten Kandidaten entführt. Der Geheimbund der Illuminaten droht damit, ab 20 Uhr jede volle Stunde einen der Kardinäle hinzurichten – und um Mitternacht mit einer gestohlenen Bombe aus Antimaterie den gesamten Vatikan auszulöschen. Da die Zeit knapp ist, wird Professor Robert Langdon (Tom Hanks) zu dem Fall hinzugezogen. Mit seiner Hilfe soll es gelingen, die geheimen Zeichen der Illuminati zu entschlüsseln und die Kardinäle sowie den Vatikan zu retten …

illuminati_1 Meine Meinung

Eine nach Rache dürstende Organisation, ein drohender Anschlag katastrophalen Ausmaßes und ungeheurer Zeitdruck – nein, wir haben es hier nicht mit der neuen Staffel von “24” zu tun. Was äußerst bedauerlich ist, denn mit Jack Bauer (und einem fähigen Regisseur) wäre der Film vermutlich um einiges interessanter ausgefallen.

Unglaublich aber wahr: Regisseur Ron Howard hat nichts, aber wirklich gar nichts dazugelernt. Auch bei seinem zweiten Versuch schafft er es nicht mal ansatzweise, einen spannenden Thriller zu erzeugen und den Zeitdruck sowie die wachsende Bedrohung auf das Publikum zu übertragen. Nach stets gleichem Muster “hetzen” die Protagonisten von Tatort zu Tatort, kommen dabei selbstverständlich stets einen Moment zu spät, nur um sich nach Begutachtung der Leiche dem nächsten Hinweis zu widmen, den Professor Langdon binnen Sekunden entschlüsselt. Wie schon “The Da Vinci Code – Sakrileg” ist auch “Illuminati” eine spannungsarme und stets vorhersehbare Schnitzeljagd. Optisch und akustisch erneut ansprechend in Szene gesetzt, aber das war’s auch schon mit den positiven Merkmalen.

illuminati_2 Dass mir der Film dennoch knapp besser gefallen hat als der Vorgänger, freilich ohne wirklich besser zu sein, liegt einzig und allein an der in meinen Augen interessanteren Geschichte. Auch wenn diese natürlich erneut hanebüchener Unsinn ist, keiner Logikprüfung standhält und mit Zufällen aufwartet, die jenseits von Gut und Böse sind.

Mein Fazit

Wer “The Da Vinci Code – Sakrileg” mochte, wird vermutlich auch an “Illuminati” Gefallen finden. Und wirklich schlecht ist der Film ja auch nicht. Nur halt auch nicht gut, sondern erneut erschreckend durchschnittlich. Ron Howard ist einfach kein Spannungsregisseur – und Tom Hanks ist nicht Jack Bauer …

Meine Wertung: 5/10

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Im Kino gesehen: Crank 2 – High Voltage

Kennt Ihr das auch? So gar keine Lust auf gar nichts zu haben? So geht es mir aktuell. Ich habe nicht mal Lust ins Kino zu gehen. Und ich habe erst recht keine Lust diese Review zu schreiben. Andererseits möchte ich mein Blog ja auch nicht komplett verkümmern lassen. Und deswegen gibt es jetzt mit reichlich Verspätung meine Review zu “Crank 2 – High Voltage”. Das Gute daran: Sollte diese Review etwas inhaltsleer wirken, kann ich das voll und ganz auf den Film schieben und muss mir nicht den Vorwurf der Motivationslosigkeit gefallen lassen …

Worum geht’s

Nachdem Profikiller Chev Chelios (Jason Statham) am Ende des ersten Teils unsanft auf dem Boden der (vermeintlich) toten Tatsachen aufgeschlagen ist, wird er auch schon von den Triaden im wahrsten Sinne des Wortes von der Straße gekratzt und in einen Operationsraum verfrachtet. Im halbwachen Zustand muss Chev miterleben, wie ihm sein Herz entfernt und durch ein Kunstherz ersetzt wird, welches ihn lediglich lange genug am Leben halten soll, um auch noch andere Körperteile zu entfernen. Doch bevor es dazu kommt, kann Chev fliehen. Außer sich vor Wut und von einem Kunstherz angetrieben, das regelmäßig mit Strom versorgt werden muss, macht er sich auf die Jagd nach seinem Herzen …

Meine Meinung

Entgegen der allgemeinen Meinung finde ich “Crank” zwar durchaus amüsant und brauchbar, aber auch nicht mehr. Irgendwie ist Chev Chelios’ erster Auftritt für mich weder Fisch noch Fleisch. Für einen Actionfilm ist der Film zu unspektakulär, für eine Komödie ist er nicht lustig genug. “Crank 2 – High Voltage” ist da schon wesentlich konsequenter. Der Film ist eine reine, völlig abgedrehte Komödie. Ein Cartoon mit echten Schauspielern. Unrealistisch bis zum Abwinken, schwachsinnig bis zur letzten Minute und so niveaulos, wie ein Film nur sein kann. Und genau deswegen gefällt er mir um Längen besser als der erste Teil.

Chev Chelios flucht, tötet und vögelt (gerne auch alles gleichzeitig) sich durch den Film, dass es eine Wonne ist. Vollkommen befreit von Logik oder political correctness. Und so ist es nur konsequent, dass Jason Statham dem Publikum zum Abschied den Stinkefinger zeigt. Während der (möchtegern-)intellektuelle Zuschauer sich bereits 90 Minuten früher angewidert abgewendet haben dürfte, hat der Rest sich in der Zwischenzeit diverse Biere gegönnt, den Schwachsinn einfach genossen und fragt sich nun, wieso er nicht so cool wie Chev Chelios ist, obwohl er doch mindestens genau so viele Schimpfwörter und Beleidigungen kennt.

Doch es gibt auch Anlass zur Kritik. Wer mit dieser, ich nenne es mal speziellen Art von Humor nichts anzufangen weiß, wird sich sehr schnell langweilen. Denn spannend ist “Crank 2” zu keiner Minute. Gab es im ersten Teil noch den Hauch einer Geschichte, so verpufft hier alles in lautem Getöse.

Außerdem wirken einige Szenen etwas zu lang gezogen und bremsen den Film unnötig aus. Als Beispiel seien hier eine Therapie-Sitzung und ein Talkshow-Besuch genannt, die zwar beide nicht unbedingt schlecht und durchaus für einen Schmunzler gut sind, vom Timing her jedoch einfach nicht in den Film passen wollen.

Positiv anzumerken sei zum Schluss dieser Review noch, dass so ziemlich jeder Darsteller des ersten Teils wieder mit von der Partie ist. Und wenn auch nur als sprechender Kopf in einem Wasserbecken …

Mein Fazit

Unlogisch, niveaulos, unrealistisch, vulgär … oder anders formuliert: Ein Heidenspaß für jeden, der sein Hirn komplett ausschalten kann – oder noch nie eingeschaltet hat. Wem “Crank” wie mir noch zu normal war, der wird an “Crank 2 – High Voltage” trotz einiger kurzer Längen (kann eine Länge überhaupt kurz sein?) seine helle Freude haben.

Meine Wertung: 8/10

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Im Kino gesehen: Monsters vs. Aliens 3D

Die Kinolandschaft steht vor einer Revolution. Oder ist es doch nur eine Modeerscheinung? Fakt ist, dass immer mehr Filme in 3D erscheinen und mit der UCI Multiplex GmbH endlich eine größere Kinokette in Deutschland auf digitales 3D umgerüstet hat. Doch was bietet das so genannte RealD-Verfahren wirklich? Um diese Frage zu beantworten, bin ich gestern ins 60 Kilometer entfernte Flensburg gefahren und habe es getestet …

Worum geht’s

Am Tag ihrer Hochzeit wird Susan von einem Meteor getroffen und mutiert zur 20-Meter-Frau. Noch bevor sie realisiert, was ihr gerade widerfahren ist, wird Susan auch schon vom Militär eingefangen und in einem Geheimversteck eingesperrt. Da sie eine Gefahr für die Menschheit darstelle, erklärt ihr General K.O. Putsch, müsse sie vom Militär bewacht werden. In der Anlage trifft Susan, vom Staat offiziell in Gigantika umgetauft, auf den Tausende von Jahren alten Fischmenschen Missing Link, den genialen aber leicht verrückten Insekt-Mensch-Mischling Prof. Dr. Kakerlake, die unzerstörbare gallertartige Masse B.O.B. und auf die riesige Larve Insektosaurus. Zum Wohl der Menschheit fristen die sympathischen Monster ein trostloses Leben in Isolation. Erst als der außerirdische Herrscher Gallaxhar der Erde mit Tod und Versklavung droht, dürfen Gigantika, Missing Link, Prof. Dr. Kakerlake, B.O.B. und Insektosaurus zeigen, was in ihnen steckt …

Meine Meinung

“Monsters vs. Aliens” ist ein typischer Dreamworks-Animationsfilm: Ausreichend Action, jede Menge Situationskomik und unzählige Filmzitate. Gerade letztere bieten dem Filmfan zahlreiche Schmunzler. Zwar muss man kein Filmfreak sein, um die Anspielungen auf z.B. “Angriff der 20-Meter-Frau”, “Der Schrecken vom Amazonas”, “Die Fliege”, “Der Blob”, “Godzilla”,  “Independence Day” oder “Der weiße Hai” zu erkennen, doch es hilft ungemein, möchte man jedes Zitat als solches wahrnehmen.

Die Situationskomik, für die sich größtenteils der grandiose B.O.B. zuständig zeichnet, ist wie von Dreamworks gewohnt auf hohem Niveau. Den Vogel schießt hierbei der Präsident der Vereinigten Staaten ab. Egal ob beim ersten Kontakt mit der außerirdischen Lebensform oder als Teilnehmer des Krisenstabs, er ist immer für einen oder mehrere Lacher gut. Und seine Performance von Axel F. dürfte so ziemlich Jedem Tränen in die Augen treiben.

Auch die Action kann sich erneut sehen lassen. Sowohl Susans Flucht vor dem Riesenroboter als auch die Jagd durch das außerirdische Mutterschiff sind klasse inszeniert und lassen keine Wünsche offen.

All diese gelungenen Elemente können jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es Dreamworks nach wie vor an guten Geschichten und gelungener Charakterisierung mangelt. Ja, die Figuren sind sympathisch, aber sie wachsen einem nicht ans Herz. Und ja, die Geschichte ist zweckmäßig, doch nimmt man das Treiben auf der Leinwand lediglich wohlwollend zur Kenntnis, aber niemals wirklich daran teil. Was bleibt, sind 94 Minuten gute Unterhaltung, die den Eindruck hinterlassen, als wäre noch wesentlich mehr möglich gewesen.

Und nun zum 3D-Effekt: Wer bei 3D an den eher zweifelhaften Effekt der alten Rot-Grün-Brillen denkt und dankend abwinkt, tut dem neuen RealD-Verfahren Unrecht. Und verpasst einiges. Man muss selbst erlebt haben, wie plastisch das Bild dank der neuen Technik wirkt. Der 3D-Effekt beschränkt sich keineswegs auf einige ausgewählte “Buh-Szenen”, sondern kommt mit seiner tollen Tiefenwirkung den ganzen Film über zum Tragen. Personen, die im Hintergrund stehen, stehen auch wirklich im Hintergrund. Hubschrauber, die durchs Bild fliegen, fliegen auch wirklich durchs Bild. Die Schärfe des Bildes leidet darunter zum Glück nicht. Lediglich wenn Objekte sich besonders nah am Publikum bewegen, benötigt das Auge ein wenig Zeit, um sich darauf einzustellen.

Abschließend lässt sich sagen, dass RealD durchaus gelungen ist (allerdings könnten die Brillen etwas größer sein) und den Film tatsächlich aufwertet. Das Auge isst nun mal mit. Für mich steht fest: 3D-Filme werden auch nur noch in 3D geschaut. Ich bin schon sehr gespannt, wie der Effekt in einem Realfilm wirkt. Ab dem 20.05.2009 weiß ich mehr: Dann startet mit “My Bloody Valentine 3D” der erste RealD-3D-Horrorfilm.

Mein Fazit

Unterhaltsamer Animationsfilm mit guter Situationskomik und zahlreichen Filmanspielungen, den man unbedingt in 3D gesehen haben sollte.

Meine Wertung: 6/10 (in 3D 7/10)

P.S.: Beim Abspann bitte nicht sofort den Saal verlassen …

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Im Kino gesehen: Der Kaufhaus Cop

kaufhaus_cop_poster Statt meiner üblichen Einleitung werde ich euch dieses Mal lediglich einen Link präsentieren: www.deppenleerzeichen.de. Wieso ich diesen Link ausgerechnet bei “Der Kaufhaus Cop” ins Spiel bringe, überlasse ich eurer Phantasie … bin ich eigentlich der Einzige, der sich über Rechtschreibfehler in Filmtiteln aufregt?

Worum geht’s

Paul Blart (Kevin James) würde gerne der Polizei angehören, doch ein Zuckerschock beim Eignungstest lässt seinen Traum in weite Ferne rücken. Stattdessen hält sich der herzensgute Single mit einem Job als Wachmann in einem Einkaufszentrum über Wasser. Mit der Ruhe ist es jedoch schlagartig vorbei, als sich Pauls neuer Kollege Veck (Keir O’Donnell) als Kopf einer Verbrecherbande entpuppt, die die Kreditkartenterminals hacken möchte. Während Paul sich in einer Spielhalle bei einer Partie “Guitar Hero” vergnügt, evakuieren Veck und seine Partner das Einkaufszentrum und verschanzen sich mit einer Hand voll Geiseln in der Bankfiliale. Als Paul mitkriegt, was passiert ist, begibt er sich auf Anweisung seines Chefs sofort zum Ausgang des Einkaufszentrums. Doch als er herausfindet, dass sich unter den Geiseln auch seine Tochter Maya (Raini Rodriguez) und seine heimliche Liebe, die Verkäuferin Amy (Jayma Mays), befinden, holt Paul zum Gegenschlag aus …

kaufhaus_cop_szene1 Meine Meinung

Ich sage es lieber gleich: “Der Kaufhaus Cop” ist Durchschnittsware. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Story ist nett, aber selbstverständlich absolut vorhersehbar. Die Witze sind brauchbar bis gut, Kreativität sucht man bei den Pointen allerdings größtenteils vergeblich. Und die Liebesgeschichte ist zwar süß, aber gleichzeitig auch ziemlich unglaubwürdig.

Dass der Film dennoch sehenswert ist, verdankt er einzig und allein dem wie immer überaus sympathischen Kevin James. Durfte der “King Of Queens”-Star im Kino bislang nur unterstützend tätig sein (was nichts daran ändert, dass er dennoch der heimliche Star in “Hitch” und “Chuck und Larry” ist), bekommt er diesmal die Chance, sich als Hauptdarsteller zu beweisen – und meistert diese Aufgabe mit Bravour.

kaufhaus_cop_szene2 Egal ob er einem Rollstuhlfahrer einen Strafzettel geben möchte, versucht, einen Streit zweier Frauen beim BH-Kauf zu schlichten, sich beim Flirten blamiert oder betrunken eine After-Work-Party sprengt, Kevin James hat die Sympathien stets auf seiner Seite. Und wenn er im Verlauf des Films vom unsicheren Schussel zum entschlossenen Einzelkämpfer mutiert und in neuem Outfit über sich hinaus wächst, beweist der pfundige Darsteller durchaus Actionqualitäten. Schwarz macht halt nicht nur schlank, sondern auch verdammt cool.

Mein Fazit

Durchschnittliche Komödie, die von dem Sympathiebonus ihres Hauptdarstellers lebt. Kevin-James-Fans kommen voll auf ihre Kosten, alle anderen Zuschauer dürften sich immerhin solide unterhalten fühlen.

Meine Wertung: 6/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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