Oktober-Rückblick und Zwischenstand 2010

Schon wieder ist ein Monat vorbei. Der Oktober liegt in seinen letzten Zügen bzw. Stunden. Wie bereits der September war auch der Oktober als Kinomonat recht ergiebig: Für 17 Kinovorstellungen hat es gereicht. Auch wenn ich zugeben muss, dass darin zwei Zweitsichtungen (“Duell der Magier” und “Piranha 3D”) enthalten sind. Insgesamt komme ich in diesem Jahr damit auf bislang 126 Kinovorstellungen.

Hier meine im Oktober geschauten Filme inklusive Wertung:

Das Sandmännchen (7/10)
Adele und das Geheimnis des Pharaos (7/10)
Duell der Magier (7/10)
Ich – Einfach unverbesserlich (5/10)
Der letzte Exorzismus (6/10)
Max Schmeling (4/10)
The Social Network (9/10)
Piranha 3D (8/10)
The Road (3/10)
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt (8/10)
Die etwas anderen Cops (7/10)
Piranha 3D (8/10)
Die Legende der Wächter (7/10)
Wie durch ein Wunder (8/10)
RED (7/10)
Takers (6/10)
Twelve (5/10)

Und weiter geht’s …

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Im Kino gesehen: Twelve

Gestern habe ich meine GoldCard und das Kinoprogramm des CinemaxX Kiel mal wieder hemmungslos ausgereizt und fünf Filme am Stück geschaut. Hat man einem Job nachzugehen und möchte dennoch alle gestarteten Filme sehen, kommt man an solchen Marathons leider nicht vorbei. Zu blöd, dass ausgerechnet der schwächste dieser fünf Filme nur um 23:10 Uhr lief und den Tag somit ein wenig unbefriedigend enden ließ …

Worum geht’s

Seitdem “White Mike” (Chace Crawford) seine Mutter verloren hat, vertreibt er sich die Zeit als Drogendealer. Während Mike selbst keine Drogen anrührt und lediglich schwächere Partydrogen anbietet, konsumiert und verkauft sein Cousin Charlie (Jeremy Allen White) die Designerdroge Twelve. Als Charlie bei dem Versuch, den Twelve-Dealer Lionel (Curtis Jackson) auszunehmen, erschossen wird und Mikes bester Freund Hunter (Philip Ettinger) unter Morderdacht gerät, wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die in einer Katastrophe enden soll …

Meine Meinung

Reiche Teenager mit gewöhnlichen Problemen verstoßen so lange gegen alle gesetzlichen und moralischen Regeln, bis es keinen Ausweg mehr gibt. So könnte man den Inhalt von “Twelve” zusammenfassen. Und genau so unspektakulär wie sich das liest, fällt auch der Film aus.

Nicht, dass die Figuren uninteressant wären. Der durch den Tod seiner Mutter auf die schiefe Bahn geratene Mike und seine Jugendliebe Molly, die von ihren Eltern vernachlässigten Brüder Chris und Claude sowie die hochtalentierte Jessica, die zufällig an die neue Droge Twelve gerät, böten genug Ansätze für eine packende Geschichte. Dass die Schicksale der Figuren nicht fesseln können, liegt an den zahlreichen, ja schon zu zahlreichen Episoden, die sich mitunter eher im Weg stehen, als sich gegenseitig zu ergänzen. Erschwerend hinzu kommt die künstlich wirkende Hochglanzoptik, die den Film zu glatt aussehen lässt, um ihn ernstnehmen zu können.

Auch die Darsteller können nicht vollends überzeugen. Hauptdarsteller Chace Crawford spielt zwar solide, ist für seine Rolle jedoch optisch viel zu alt. Positiv fallen dafür Emma Roberts als Jugendliebe Molly und vor allem Rory Culkin als der um Anerkennung bemühte Chris auf.

Mein Fazit

Durchschnittliches Teenager-/Drogendrama mit durchaus interessanten Charakteren, aber dramaturgisch ungeschickter Inszenierung.

Meine Wertung: 5/10

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Im Kino gesehen: Die etwas anderen Cops

Hauptplakat(494x700)Eine Buddy-Actionkomödie mit Will Ferrell und Mark Wahlberg in den Haupt- sowie Eva Mendes, Samuel L. Jackson, Dwayne Johnson und Michael Keaton in den Nebenrollen? Vom Regisseur von “Ricky Bobby – König der Rennfahrer” und “Die Stiefbrüder”? Klingt nach einem schrägen Film. Und das ist er auch. Was in diesem Fall durchaus positiv gemeint ist …

Worum geht’s

P.K. Highsmith (Samuel L. Jackson) und Christopher Danson (Dwayne Johnson) sind der Stolz der New Yorker Polizei. Die Gangster fürchten sie, die Kollegen bewundern sie und die Frauen liegen ihnen zu Füßen. Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg) sind die etwas anderen Cops. Die Cops, die für Highsmith und Danson den Papierkram erledigen müssen, für den sich die beiden längst zu fein geworden sind. Als Gamble und Hoitz zufällig einen Finanzskandal entdecken, sehen sie ihre große Chance gekommen …

Szenenbild_02(700x465)Meine Meinung

Ob “Die etwas anderen Cops” lustig ist oder nicht, hängt in erster Linie von einer Frage ab: Könnt ihr euch vorstellen, darüber zu lachen, würde Will Ferrell minutenlang unfassbaren Blödsinn von sich geben und Mark Wahlberg ebenso lang ausdruckslos/fassungslos/genervt in die Kamera schauen? Lautet die Antwort “ja”, ist “Die etwas anderen Cops” genau der richtige Film für euch. Versprochen!

Die Dialoge sind ebenso wie die meisten Szenen an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten. Ob es nun minutenlange Gespräche über die Siegchancen eines Thunfischschwarms gegen eine Löwenherde oder wiederholte Bestechungsversuche sind, die unsere beiden Helden stets zu spät als solche erkennen, Will Ferrell und Mark Wahlberg ergänzen sich in diesen Szenen als ungleiches Duo nahezu perfekt und laufen in ihren Rollen zur Höchstform auf.

Szenenbild_10(700x465)Während die (brüllend komischen) Auftritte von Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson nicht viel mehr als ein kurzes Gastspiel sind, ist das wahre Highlight der Nebenrollen die sowohl optisch wie auch komödiantisch umwerfende Eva Mendes. Wenn es eine Frau gibt, mit der ich auf einer einsamen Insel stranden wollen würde, dann wäre das … selbstverständlich meine Freundin! Was dachtet ihr denn? Aber stünde die gerade nicht zur Verfügung, würde ich durchaus auch mit Eva Mendes stranden wollen …

Leider geht den etwas anderen Cops im letzten Drittel etwas die Puste aus. Die Komödie weicht hier mehr und mehr dem Kriminalfall und den Actionszenen. Das ist zwar immer noch nett anzuschauen, kann dem bis zu diesem Zeitpunkt extrem witzigen Verlauf jedoch nicht das Wasser reichen.

Szenenbild_09(700x465)Mein Fazit

Bis in die Nebenrollen hinein perfekt besetzte Actionkomödie mit leicht schwächelndem Finale. Wer Will Ferrell und Mark Wahlberg gerne auf der Leinwand sieht und keinen Wert auf intellektuell anspruchsvollen Humor legt, dürfte an “Die etwas anderen Cops” seinen Spaß haben.

Meine Wertung: 7/10

P.S.: Wer genug Sitzfleisch beweist und den Abspann abwartet, was man ohnehin immer tun sollte, wird mit einer Bonusszene belohnt.

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Kinowoche 28.10.-03.11.2010

Da ich die letzten zwei Wochen ein wenig geschwächelt habe (Krankheit, Urlaub und Kino vertragen sich in dieser Mischung einfach nicht), habe ich in dieser Kinowoche so einiges nachzuholen. Dementsprechend sieht mein Kalender dann auch aus: Am Wochenende stehen „Die Legende der Wächter“, „Wie durch ein Wunder“, „R.E.D.“, „Takers“ und „Twelve“ auf dem Plan. Ab Montag folgen dann „Goethe!“, „Wall Street – Geld schläft nicht“, „So spielt das Leben“, „Konferenz der Tiere“ und „Wir sind die Nacht“.

Sofern ich neben meinem Job, Kino und solch unwichtigen Aktivitäten wie Essen, Trinken und Schlafen noch Zeit finde, werde ich diese mit ein oder zwei Reviews füllen. Irgendwelche Wünsche?

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Im Kino: The Road

Vermutlich kennt jeder von uns mindestens einen hoch gelobten Film, mit dem man selbst wenig bis gar nichts anzufangen weiß. Einen Film, den grundsätzlich alle Kritiker lieben und den man als Filmliebhaber angeblich einfach mögen muss. Und auf dessen Sichtung man im Nachhinein dennoch am liebsten verzichtet hätte. Ich kenne von solchen Filmen gleich mehrere. Und “The Road” ist einer davon …

Worum geht’s

Die Städte sind zerstört, die Pflanzen- und Tierwelt ist so gut wie ausgestorben. In dieser postapokalyptischen Welt reisen ein Vater (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) Richtung Süden. Stets auf der Suche nach Nahrung und in Furcht vor kannibalistischen Überlebenden, versuchen die beiden, ihren Glauben an die Hoffnung nicht zu verlieren und sich ihre Menschlichkeit zu bewahren …

Meine Meinung

Was habe ich mich auf diesen Film gefreut. Als Vorlage ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Roman. Ein äußerst begabter Hauptdarsteller. Und zahlreiche begeisterte Reviews. Was sollte da schon schiefgehen? Und dann saß ich im Kino und verspürte während des Schauens nur eines: Langeweile.

Ja, Viggo Mortensen spielt wie erwartet auf hohem Niveau. Und ja, die Optik des Films ist gelungen. Sogar sehr gelungen. Selten, wenn nicht gar nie, habe ich eine trostlosere Welt auf der Leinwand sehen dürfen. Doch damit hören meine positiven Erinnerungen an dieses Filmerlebnis auch schon wieder auf.

Leider schaffte Regisseur John Hillcoat es nicht, bei mir Emotionen für die Protagonisten zu wecken. Weder in den zahlreichen beklemmenden Momenten, wie der Erforschung eines Kannibalen-Hauses, noch in den seltenen hoffnungsvollen Momenten, wie der Entdeckung eines Vorratsbunkers, konnte ich die Gefühle des Vater-Sohn-Gespanns teilen. Und so ertappte ich mich mehrmals dabei, wie ich aufgrund der nicht vorhandenen Beziehung zu den Figuren und der gemächlichen Erzählweise enttäuscht auf die Uhr schaute.

Als schon beinahe ärgerlich empfand ich den moralischen Zwiespalt der Figuren, der sich während der Reise stets identisch äußert: Während der Vater im Umgang mit anderen Überlebenden auf Distanz und Sicherheit bedacht ist, steht der Sohn für den Glauben an das Gute im Menschen. Und für den menschlichen Umgang miteinander. Ein wenig differenzierter hätte die moralische Betrachtung dieser Extremsituation dann doch ausfallen dürfen.

Mein Fazit

Je nach persönlicher Sichtweise ist “The Road” ein durch und durch pessimistischer oder ein durch und durch optimistischer Film. In meinen Augen ist der Film trotz interessanter Grundidee und äußerst gelungener Optik vor allem eines: Langweilig.

Meine Wertung: 3/10

P.S.: Und nun steinigt mich ruhig …

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Im Kino: Piranha 3D

Plakat_PIRANHA3D_A4.inddAls Filmblogger hat man es nicht immer leicht: Zum Beispiel dann, wenn man Filme zu bewerten hat, die, so objektiv wie möglich betrachtet, zahlreiche Schwachpunkte aufweisen und alles andere als große Meisterwerke darstellen – und trotz aller berechtigter Kritik unglaublich unterhaltsam sind und ihr Zielpublikum rundum zufriedenstellen. Alexandre Ajas “Piranha 3D” ist solch ein Film …

Worum geht’s

Durch ein Unterwasser-Erdbeben wird unter dem Lake Victoria ein Zugang zu einem seit Millionen Jahren versteckten See geöffnet. Dieser Zugang gibt nicht nur kaltes Wasser, sondern auch längst ausgestorben geglaubte Piranhas frei, die sich hungrig ihren Weg an die Oberfläche bahnen. Dort treffen gerade hunderte von feierwilligen Studenten ein, um die Party des Jahres zu feiern. Das Dinner ist eröffnet …

Meine Meinung

Wie ich oben bereits schrieb, bietet “Piranha 3D” zahlreiche Kritikpunkte. Angefangen bei der nicht vorhandenen Spannung über die zahlreichen Logikfehler bis hin zu den, trotz prominenter Namen, austauschbaren Darstellern. Die Geschichte ist, inklusive der wer-stirbt-wer-überlebt-Frage, von Anfang bis Ende vorhersehbar. Und wer sich fragt, wieso das eine Opfer innerhalb mehrerer Stunden nur ein wenig angeknabbert wird, während dem nächsten Opfer in wenigen Sekunden der gesamte Unterleib inklusive Knochen abgeknabbert wird, ist ohnehin im falschen Film.

Piranha3D_001“Piranha 3D” ist ein B-Movie. Ein B-Movie mit hohem Budget. Und Regisseur Alexandre Aja ist sich dessen in jeder Minute bewusst. Dementsprechend bietet er seinem Publikum das, was es sich wünscht: Jede Menge künstliches Blut. Und noch mehr künstliche Brüste. Dass es sich bei “Piranha 3D” um einen Film von Fans für Fans handelt, beweist bereits die Eröffnungssequenz: Nicht nur, dass Richard Dreyfuss sein Outfit aus “Der weiße Hai” trägt, im Radio läuft auch noch das Lied, welches er zusammen mit Roy Scheider und Robert Shaw an Bord der Orca sang. Ich liebe solche Anspielungen. Und davon gibt es in “Piranha 3D” so einige.

017167Während in den ersten 60 Minuten die künstlichen Brüste den Film dominieren, eine grandios-dämliche Unterwassersequenz inklusive, steigert Aja den Blutgehalt im letzten Drittel auf ein kinogerechtes Maximum. Die Tricktechniker und Maskenbildner konnten sich hier hemmungslos austoben und dürften an den letzten 30 Minuten ihre helle Freude gehabt haben. Auch wenn der Film hierbei nicht an “Braindead” heranreicht, dürfte das Gezeigte für Otto-Normal-Gucker ungewöhnlich harte Kost darstellen und sollte den Genre-Kenner durchaus zufriedenstellen.

Mein Fazit

Wer eine originelle Geschichte oder gnadenlose Spannung erwartet, wird eine herbe Enttäuschung erleben: “Piranha 3D” ist blutiger Spaß-Horror in Reinkultur. Und funktioniert als solcher nahezu perfekt. Für die Fortsetzung wünsche ich mir jedoch einen noch höheren Blutgehalt. Und natürlich noch mehr Brüste.

Meine Wertung: 8/10

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Kino-Flatrate – Jahr 2

Gestern erreichte meine zweite CinemaxX GoldCard ihr wohl verdientes Lebensende. Und auch im zweiten Jahr hat sich die Kino-Flatrate voll und ganz bezahlt gemacht: Im Zeitraum 24.10.2009 – 23.10.2010 habe ich insgesamt 141 Vorstellungen im CinemaxX besucht. Da ich für diese GoldCard noch den alten Preis gezahlt habe, ergibt das einen durchschnittlichen Kartenpreis von 1,77 Euro. So macht Kino Spaß!

Dass die dritte GoldCard trotz der Preiserhöhung bereits in meinem Portmonee steckt, muss ich nicht erwähnen, oder?

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September-Rückblick und Zwischenstand 2010

Der September ist (so gut wie) vorbei und ich blicke auf einen erfolgreichen Kinomonat zurück: 19 Filme habe ich im September gesehen, insgesamt 106 im Jahre 2010. Durch drei Zweitsichtungen komme ich damit auf bislang 109 Kinobesuche. Die 200 werde ich dieses Jahr wohl nicht mehr knacken, aber 150 Vorstellungen sollten insgesamt machbar sein.

Hier meine im September geschauten Filme inklusive Wertung:

Step Up 3D (2/10)
Der kleine Nick (7/10)
Das Leben ist zu lang (5/10)
Beilight – Biss zum Abendbrot (4/10)
Duell der Magier (7/10)
Briefe an Julia (8/10)
Männertrip (6/10)
Salt (6/10)
Verrückt nach dir (7/10)
Verlobung auf Umwegen (4/10)
The Town – Stadt ohne Gnade (7/10)
Groupies bleiben nicht zum Frühstück (7/10)
Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt (8/10)
The American (4/10)
Resident Evil: Afterlife (7/10)
Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (5/10)
Jud Süß – Film ohne Gewissen (3/10)
Dinner für Spinner (6/10)
Eat Pray Love (5/10)

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Im Kino: Dinner für Spinner

Idioten sind im Trend. Wie sonst ließe sich das Nachmittags- und inzwischen auch das Abendprogramm der Privaten erklären und wie sonst käme ein Kerl wie ich zu einer Freundin? Ob das Bloßstellen von Idioten auch im Kino für Lacher sorgt, erfahrt ihr in der folgenden Review …

Worum geht’s

Um sich einer Beförderung als würdig zu erweisen, wird Tim (Paul Rudd) von seinem Chef zu einem Dinner unter Kollegen eingeladen. Als besondere Unterhaltung hat jeder Teilnehmer einen kuriosen Gast mitzubringen, über den sich die versammelte Runde dann lustig machen kann. Als Tim der naive Mäusepräparator Barry (Steve Carell) vors Auto läuft, nutzt er die Chance und lädt ihn kurzerhand zu dem Dinner ein. Ein folgenschwerer Fehler, denn Barry taucht einen Tag zu früh bei Tim auf und beginnt damit, dessen Leben auf den Kopf zu stellen …

Meine Meinung

Ist es schäbig, sich über minder intelligente Menschen lustig zu machen? Ich vermute jeder Mensch mit auch nur einem Funken Anstand wird diese Frage mit “ja” beantworten. Dennoch tun wir es. Tagtäglich. Sendungen, so man diese ausgestrahlten Niveaulosigkeiten als solche bezeichnen möchte, wie “Bauer sucht Frau” oder “Schwiegertochter gesucht” zielen auf nichts anderes ab, als einfach gestrickte Menschen vorzuführen, auf dass sich das vermeintlich intelligentere Publikum an der natürlichen Dummheit der Teilnehmer laben kann. Und erzielen mit diesem Konzept durchweg gute Quoten.

Sollten wir uns dafür schämen? Vielleicht. Andererseits ist es auf skurrile Weise unterhaltsam, im Fernsehen Menschen präsentiert zu bekommen, die mit Mitte 40 noch bei ihrer Mutter leben und den zukünftigen Traumpartner per Pendel ermitteln. Doch würde man sich über solche Menschen auch dann noch lustig machen, wenn man sie persönlich kennt? Eine durchaus interessante Frage – die in “Dinner für Spinner” leider viel zu oberflächlich abgehandelt wird.

Statt sich auf solch moralische Fragen einzulassen und dem Publikum kritisch einen Spiegel vorzuhalten, verlässt sich der Film ganz auf Steve Carells Grimassen, Paul Rudds Charme und auf zahlreiche Blödeleien. Dank der offensichtlich gut gelaunten Darsteller und der stimmigen Chemie zwischen Carell und Rudd vermag das zwar durchaus zu unterhalten und ist auch für einige echte Lacher gut, doch lässt sich nicht abstreiten, dass hier eine Menge Potenzial verschenkt wurde. Zumal Carells Charakter so naiv angelegt wurde, dass es zuweilen schwer fällt, Mitgefühl zu entwickeln. Mit ein wenig mehr Feinfühligkeit und Fingerspitzengefühl für die einzelnen Figuren hätte Regisseur Jay Roach einen Film schaffen können, der nicht nur oberflächlich unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Schade.

Mein Fazit

Kurzweilige Unterhaltung ohne Anspruch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer über solch skurrile Figuren wie in “Schwiegertochter gesucht” lachen kann, wird auch an “Dinner für Spinner” seinen Spaß haben.

Meine Wertung: 6/10

Und nun entschuldigt mich: Ich muss jetzt “X-Diaries” schauen …

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Eine Wette. Ein verzweifelter Filmsammler. Ein Ausweg.

Wie einige von euch bei Twitter gelesen haben dürften, habe ich derzeit eine Wette mit meiner Freundin auszustehen. Es geht darum, bis zum 31.12.2010 auf den Kauf neuer Filme und Videospiele zu verzichten. Satte 190 Tage habe ich bereits durchgehalten. Und dabei besonders bei Angeboten so manch eine Träne weggedrückt. Selbstverständlich heimlich. Wie es sich für einen Mann gehört.

Dank einer, wie man so schön sagt, Lücke im System, darf ich mir Filme jedoch weiterhin schenken lassen. Zum Geburtstag. Zu Weihnachten. Zu Werbezwecken. Und hier kommt die Schnäppchenseite Gutschein-Codes.de ins Spiel: Empfehle ich euch an dieser Stelle meine Favoriten 2010, bekomme ich von Gutschein-Codes.de einen, ihr habt es bereits vermutet, Gutschein, um mir zumindest einen kleinen Teil meiner eigenen Filmwünsche zu erfüllen.

Deswegen nenne ich euch hier und jetzt einfach die Filme, die ich unbedingt haben möchte, aufgrund meiner Wette aber (derzeit) nicht kaufen darf:

Platz 1: “Kick-Ass”

Ein Superheldenfilm der anderen Art. Anfangs komisch, dann erstaunlich ernst und brutal. Einer der wenigen Filme, die von mir 10 von 10 Punkten bekommen haben und die ich an zwei Tagen hintereinander im Kino gesehen habe. Ganz ehrlich: Ich liebe diesen Film!

Platz 2: “District 9”

Ein Science-Fiction-Film der anderen Art. Anfangs thematisiert er die Apartheid, dann wandelt er sich zum knallharten Actionfilm. Gute Darsteller und grandiose Effekte inklusive. Toll!

Platz 3: “Inception”

Noch nicht erschienen, ist “Inception” dennoch ein Film, der in dieser Liste nicht fehlen darf. Auch wenn ich in “Inception” nicht das Meisterwerk sehe, für das viele ihn halten. Überdurchschnittlich intelligente Unterhaltung mit guter Action und zahlreiche Diskussionsmöglichkeiten bietet der Film allemal.

Platz 4 und 5 teilen sich “Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen” und “Daybreakers”

Da weder der Cop-Thriller “Bad Lieutenant” noch der Vampirfilm “Daybreakers” bei uns in Kiel im Kino anliefen, muss ich mich auf externe Reviews verlassen – und die versprechen zwei äußerst sehenswerte Filme mit guter schauspielerischer Leistung. Dementsprechend gierig bin ich auf diese Filme – hoffentlich ist das Jahr 2010 bald vorbei …

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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