Im Heimkino gesehen: The Raid

Ursprünglich wollte ich diese kurze Review bereits am Montag geschrieben haben, doch irgendwie wollte mich die Muse an diesem Tag nicht küssen. Aus Montag wurde Dienstag. Aus Dienstag Mittwoch. Aus Mittwoch Donnerstag. Und ehe ich so richtig begriff, was hier gerade passiert, war auch schon der Freitag angebrochen. Doch wie heißt es so schön: Was lange währt, wird endlich gut fertig.

Worum geht’s

Der Gangsterboss Tama hat das oberste Stockwerk eines unübersichtlichen Appartementblocks für sich beansprucht und herrscht von dort mit skrupelloser Gewalt. Um das brutale Treiben ein für alle Mal zu beenden und Tama sowie seine Gang zu verhaften, wird ein Sondereinsatzkommando zu dem Gebäude geschickt. Der Plan sieht vor, sich still Stockwerk für Stockwerk nach oben durchzuschlagen. Im sechsten Stock wird die Eliteeinheit jedoch von Tamas Männern entdeckt und in einem blutigen Kampf gnadenlos dezimiert. Lediglich fünf Polizisten überleben und stehen nun einer gewaltigen Übermacht gegenüber. Unter ihnen befindet sich auch der junge Rama (Iko Uwais), dessen Überlebenswille lediglich von seinen Kampffähigkeiten übertroffen wird. Und der für diesen Einsatz ganz persönliche Gründe hat …

Meine Meinung

Yeah, genau so einen Film habe ich mal wieder gebraucht! „The Raid“ ist exakt auf ein spezielles Publikum ausgerichtet, befriedigt dessen Bedürfnisse nahezu perfekt und versucht gar nicht erst, sich bei dem restlichen Publikum anzubiedern. Charakterzeichnung? Fehlanzeige. Story? Nicht der Rede wert. Action? Praktisch ununterbrochen! „The Raid“ bietet sowohl blutige Schießereien als auch, sobald die Munition erst mal aufgebraucht ist, beeindruckende Kämpfe, die mit Messern und Fäusten ausgetragen werden. Diese Kämpfe sind hart, schnell, kompromisslos – und dürften dem einen oder anderen in ihrer Gewaltdarstellung wohl schon einen Schritt zu weit gehen. Wer sich jedoch auf den hohen Härtegrad einlässt, wird mit Martial Arts belohnt, wie es sie schon lange nicht mehr zu sehen gab. Besonders der finale Kampf zwischen Rama, Andi und Mad Dog ist schlicht fantastisch und ein Fest für Fans.

Und ja, bei solch einer gelungenen Action verzeihe ich es auch gerne, dass die Story auf einen Bierdeckel passt, die unnötige Familiengeschichte arg deplatziert wirkt und die Darsteller außerhalb der Actionszenen nicht so recht überzeugen können (freundlich ausgedrückt).

Die Blu-ray

Das Bild ist recht dunkel, wirkt leicht unscharf und stellenweise arg verrauscht. Allerdings entspricht es damit exakt dem Bild, das ich aus dem Kino in Erinnerung hatte. Dies sehe ich also als Stilmittel an. Kritisieren muss ich allerdings die unregelmäßig auftretenden Kompressionsartefakte, welche einer aktuellen Blu-ray-Veröffentlichung definitiv nicht würdig sind.

Am Ton hingegen lässt sich nicht viel bemängeln. Die (wenigen) Dialoge sind gut zu verstehen, der Raumklang kommt gut zur Geltung und die kräftigen Bässe unterstützen die Actionszenen mit ordentlichem Druck. So soll es sein!

Mein Fazit

„The Raid“ ist ein multipler Martial-Arts-Orgasmus mit zahlreichen Höhepunkten. Zumindest aus Action-Sicht betrachtet. Dass der Film bei der Story und den Figuren schwächelt, lässt sich nicht leugnen. Doch tut dies dem Spaß keinen echten Abbruch und sorgt lediglich für leichte Abzüge in der B-Note.

Meine Wertung: 8/10

Weitere Stimmen aus der deutschen Blogosphäre:

Filmblog Filmherum
Kais Trashcorner
Medienjournal

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Im Kino gesehen: Movie 43

Bitte? Wer spielt in der neuen Komödie „Movie 43“ mit? Hugh Jackman, Kate Winslet, Liev Schreiber, Naomi Watts, Anna Faris, Kieran Culkin, Emma Stone, Richard Gere, Kate Bosworth, Justin Long, Jason Sudeikis, Uma Thurman, Kristen Bell, Leslie Bibb, Christopher Mintz-Plasse, Chloë Grace Moretz, Gerard Butler, Seann William Scott, Johnny Knoxville, Halle Berry und Terrence Howard? Ist ja Wahnsinn! Das muss ja ein echter Pflichtfilm sein!

Ja und nein. Ja, weil „Movie 43“ zeitweise tatsächlich so komisch ist, dass man vor Lachen den nächsten Witz verpasst. Und nein, weil der Humor definitiv nicht massenkompatibel ist und es sich bei dem Film genau genommen um gar keinen echten Film, sondern lediglich um eine Ansammlung von Kurzfilmen handelt. Diese werden zwar von einer Rahmenhandlung zusammengehalten (ein Teenager sucht im Internet nach dem sagenumwobenen „Movie 43“ und stößt dabei auf zahlreiche skurrile Filmausschnitte), doch hätte auf diese ebenso gut verzichtet werden können, da sie zum Ende hin eh keine Rolle mehr spielt und sich damit selbst ad absurdum führt. Wobei die Alibihandlung damit eigentlich perfekt zu „Movie 43“ passt. Denn hier ist alles ziemlich absurd.

Der Stil und die Qualität der einzelnen Episoden schwanken erwartungsgemäß ein wenig. Manchmal auch ein wenig mehr. Während die Eröffnung mit Hugh Jackman und Kate Winslet schlicht grandios und an Absurdität (ich sag’s ja) kaum zu überbieten ist, überzeugt die zweite Geschichte mit Liev Schreiber und Naomi Watts durch ihre bitterböse Kritik an bestimmten Erziehungsmethoden. Danach geht das Niveau mit einem ganz besonderen Liebesbeweis, den Chris Pratt seiner geliebten Anna Faris erbringen möchte, erst mal auf Tauchfahrt. Freunde des gepflegten Fäkalhumors kommen hier voll auf ihre Kosten. Und selbst ich, der dieser Art von Humor sonst nicht sooo viel abgewinnen kann, konnte mir ob der Ernsthaftigkeit und Würde, mit der Pratt und Faris ihre Rollen spielen, das eine oder andere Lachen nicht verkneifen.

Über die weiteren Episoden möchte ich an dieser Stelle lieber nichts verraten, denn gerade aus der Frage, was sich die Macher wohl als nächstes haben einfallen lassen, bezieht „Movie 43“ einen großen Teil seines Reizes. Hier ist nichts und niemand sicher und erst recht nichts heilig (vom iBabe vielleicht mal abgesehen). Und auch wenn nicht alle Episoden hundertprozentig gelungen sind und nicht jede Pointe perfekt sitzt, erzeugt „Movie 43“ doch mehr Lacher, als man es von einer typischen Komödie gewohnt ist. Sofern man bereit ist, sich auf den eigenwilligen, ziemlich albernen und politisch ganz und gar nicht korrekten Humor einzulassen. Damit steht und fällt der gesamte Film.

Mein Fazit

Völlig durchgedrehte Komödie im Stil von „Kentucky Fried Movie“, die man vermutlich nur lieben oder hassen kann. Ich als alter Romantiker habe mich für die Liebe entschieden. Nicht zuletzt dank der tollen Darsteller, die sichtlich Freude daran hatten, in solch einem Blödsinn mitzuwirken.

Meine Wertung: 8/10

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Wieso „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ für mich keine Enttäuschung ist

Gestern habe ich es zeitlich tatsächlich doch noch irgendwie geschafft, mir „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ anzuschauen. Da ich bereits die Vorgänger im Kino gesehen hatte, durfte ich mir das große Finale natürlich nicht entgehen lassen. Wieso mir der Film trotz 11 Nominierungen für die Goldene Himbeere gefallen hat? Weil …

… Moment mal! Wer behauptet, dass mir der Film gefallen hat? Ich habe doch in der Überschrift lediglich geschrieben, dass ich von dem Film nicht enttäuscht wurde! Das bedeutet noch lange nicht, dass mir der Film gefallen hat! Also mal ehrlich … was? Wieso ich denn nun nicht enttäuscht wurde? Nun, weil …

… „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ genau der stinklangweilige und unfreiwillig komische Film geworden ist, den ich erwartet habe. Die Dialoge sind an Naivität schwer zu überbieten, die Effekte einer Hollywoodproduktion noch immer nicht würdig, Robert Pattinson ist als angeblicher Backfischschwarm blass wie eh und je, Taylor Lautner wartet wie immer nur darauf endlich die Hose runterzulassen und Kristen Stewart beweist einmal mehr, dass sie nur einen halben Gesichtsausdruck beherrscht, diesen inzwischen aber immerhin perfektioniert hat. Doch es gibt auch einen kleinen Lichtblick: Die finale Konfrontation weiß nämlich durchaus zu gefallen und bringt für einen kurzen Moment sogar so etwas wie Spannung in den Film. Auch wenn sich nur schwer leugnen lässt, dass Stephenie Meyer sich hierfür ordentlich bei den X-Men bedient hat …

Sei es wie es ist, die gute Nachricht lautet, dass „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ nicht spürbar schlechter ist als seine Vorgänger. Die schlechte Nachricht lautet, dass er auch nicht wirklich besser ist.

Meine Wertung: 4/10

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Wieso „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ für mich eine Enttäuschung ist

Da der Film bereits seit einer gefühlten Ewigkeit im Kino läuft, verzichte ich heute auf eine Review und beschränke mich stattdessen auf die Kritikpunkte, die mir unmittelbar nach dem Film durch den Kopf schossen. Und bevor jetzt sämtliche Tolkien-Fans nur aufgrund der Überschrift auf mich einprügeln: Nein, ich halte „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ nicht für einen schlechten Film! Er ist durchaus unterhaltsam, in der letzten halben Stunde sogar recht spannend und für Fantasy-Fans vielleicht sogar ein Pflichtfilm. Dennoch habe ich den Kinosaal enttäuscht verlassen. Wieso? Weil …

… die Zwerge zu reinen Witzfiguren und Statisten degradiert wurden. Vom Anführer Thorin abgesehen, gewinnt keiner der Zwerge so recht an Kontur. Oft wirkte es auf mich gar so, als bestünde die einzige Daseinsberechtigung der Zwerge darin, sich möglichst einfältig anzustellen und ab und zu für einen Lacher zu sorgen. Und mit solchen Figuren soll ich mitfiebern? Wohl eher nicht …

… Peter Jackson es nicht geschafft hat, eine funktionierende Balance aus Humor und Ernst zu finden. Anders formuliert: Für Erwachsene ist der Film teilweise zu infantil, für Kinder jedoch teilweise zu düster. Das mag der Vorlage geschuldet sein, doch im Film hat diese Mischung aus albernem Humor und brutalen Kämpfen für mich leider nicht funktioniert.

… der Film zu viel CGI enthält. Setzte Peter Jackson bei „Der Herr der Ringe“ noch auf wunderbare Masken und Miniaturbauten, so scheint „Der Hobbit“ zu gefühlten 90% dem Computer entsprungen zu sein. Die Computertechnik hat sich zwar weiterentwickelt, doch an die gute alte Handarbeit kommt sie noch immer nicht ran. Und so wirkt „Der Hobbit“ leider wesentlich künstlicher als der große Bruder namens „Der Herr der Ringe“.

… HFR noch nicht ausgereift ist (und es vielleicht auch niemals sein wird). Für Landschaftsaufnahmen mag die Verdopplung der Bildrate von Vorteil sein, doch sobald Bewegungen ins Spiel kommen, ist es mit der Freude über das klare Bild vorbei. Diese sehen dank HFR aus, als würde der Film mit 1,5-facher Geschwindigkeit abgespielt werden. Je schneller die Bewegungen, desto stärker fällt dieser Effekt auf. Besonders die Kampszenen wirken dadurch wie ein Computerspiel und rissen mich mehrmals komplett aus dem Film. Meiner Meinung nach ist das Experiment HFR gründlich schiefgegangen.

Wie oben bereits geschrieben, ist „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ deshalb kein schlechter Film. Mehr als eine 6/10 wird er von mir jedoch vermutlich nicht bekommen, wobei ich mich mit meiner Wertung zurückhalten werde, bis ich irgendwann die 2D-Fassung ohne HFR gesehen habe. Erst dann werde ich ein abschließendes Urteil fällen …

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Im Kino gesehen: House At The End Of The Street

Wenn es etwas gibt, was ich an meiner CinemaxX GoldCard liebe, dann die Möglichkeit, Filme gucken zu können, ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Film das Eintrittsgeld wirklich wert ist. Im schlimmsten Fall ist der Kinobesuch eine Zeitverschwendung, im besten die Entdeckung einer kleinen Filmperle. Meistens jedoch ist es weder das eine noch das andere, sondern einfach nur ein durchschnittlicher Film ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Willkommen in dem Haus am Ende der Straße …

Worum geht’s

Die Ärztin Sarah (Elisabeth Shue) zieht mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in eine beschauliche Kleinstadt. Das luxuriöse Haus können sich die beiden nur leisten, da die Bewohner des Nachbarhauses vor vier Jahren brutal von ihrer 13-jährigen Tochter Carrie Anne ermordet wurden. Dass das psychisch labile Mädchen seitdem vermisst wird, macht die Wohnlage umso unattraktiver. Nun lebt in dem Haus nur noch Carrie Annes älterer Bruder Ryan (Max Thieriot), der seit dem Tod seiner Eltern ein Leben als Eigenbrötler fristet. Als Elissa auf dem Heimweg von einem Regenschauer überrascht wird, trifft sie zufällig auf Ryan, der sie nach Hause fährt. Schnell freundet sie sich mit dem sensiblen Jungen an, der offensichtlich stark unter der Familientragödie leidet. Doch im Keller seines Hauses bewahrt Ryan ein Geheimnis, welches sich für Elissa zur tödlichen Gefahr entwickelt …

Meine Meinung

„House At The End Of The Street“ macht es mir nicht gerade einfach. Die erste Stunde, die weniger ein Thriller als vielmehr ein Außenseiterdrama ist, hat mir erstaunlich gut gefallen. Die Figuren sind zwar nicht besonders originell, aber durchaus sympathisch. Die Geschichte wird ruhig und in kleinen Schritten erzählt, ohne dabei zu langweilen. Und das Geheimnis des Hauses wird scheinbar recht früh aufgeklärt, was in mir die Hoffnung wachsen ließ, die Geschichte würde auf das typische Klischee-Ende verzichten. So weit so gut.

Doch dann kommt es zu dem so gar nicht überraschenden Plot Twist, den der geübte Kinogänger ohnehin von Anfang an vermutet hatte und auf den ich nur allzu gerne verzichtet hätte. Und schon geht es mit dem Film bergab. Nicht nur, dass sich „House At The End Of The Street“ zu einem komplett vorhersehbaren Thriller entwickelt (bzw. offenbart, dass es sich entgegen jeglicher Hoffnung die ganze Zeit um einen komplett vorhersehbaren Thriller gehandelt hat), mit fortschreitender Handlung öffnen sich auch immer größere Logiklöcher, die denkende Menschen nur schwer ignorieren können. Je mehr man über die Entwicklung der Geschichte grübelt, desto weniger Sinn ergibt sie. Doch nachdenken soll man zu diesem Zeitpunkt vermutlich ohnehin nicht mehr, sondern eher mit der rennenden und schreienden Jennifer Lawrence mitfiebern. Da auch das Finale komplett vorhersehbar bleibt, dürften jedoch nur Teenager ohne jegliche Thriller-Erfahrung so etwas wie Spannung verspüren. Alle anderen werden sich weder fragen, ob die Protagonistin überlebt, noch welche der Nebenfiguren das Ende des Films erleben, sondern lediglich bemüht aufmerksam auf den Abspann warten.

Mein Fazit

„House At The End Of The Street“ ist ein durchschnittlich inszenierter Thriller, dessen einzige Überraschung darin besteht, dass er trotz guter Voraussetzungen keine einzige Überraschung bietet. Für Thriller-Frischlinge sicherlich keine totale Zeitverschwendung, aber beileibe auch kein Film für die Ewigkeit.

Meine Wertung: 5/10

Zum Schluss hier noch der Link zur offiziellen Filmseite und der Trailer:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=oQ6NxsxSwc8]

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Im Kino gesehen: Django Unchained

Dieses Wochenende wird gut! Nicht nur, dass ich heute endlich „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ sehen werde (weil die HFR-Version heute nun endlich mal ohne Pause gezeigt wird), auch habe ich die beiden Neustarts „House At The End Of The Street“ und „Django Unchained“ bereits gesehen. Und das Beste kommt erst noch: Ich habe sogar genügend Zeit, die dazugehörigen Reviews zu schreiben! Yipeah! Los geht’s mit „Django Unchained“ …

Worum geht’s

Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) ist auf der Suche nach den steckbrieflich gesuchten Brittle-Brüdern. Da er jedoch nicht weiß, wie die Männer aussehen, befreit er den Sklaven Django (Jamie Foxx). Dieser wurde mit seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington) auf einer Plantage von den Brittle-Brüdern misshandelt und hat daher noch eine persönliche Rechnung zu begleichen. Tatsächlich können Dr. King Schultz und Django die Brittle-Brüder ausfindig machen und stellen. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich erst eine Partnerschaft, dann eine Freundschaft. Gemeinsam begeben sich Django und Dr. King Schultz auf die Suche nach Broomhilda, die seinerzeit nach einem gemeinsamen Fluchtversuch getrennt von Django verkauft wurde. Ihre Suche führt die beiden ungleichen Männer zu dem überheblichen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) und dessen Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson) …

Meine Meinung

Wie sage ich es nur am freundlichsten … ah, ich hab’s: „Django Unchained“ ist eine Enttäuschung. Kein schlechter Film. Sogar ein recht guter Film. Und dennoch eine Enttäuschung. Woran das liegt? Nun, auf jeden Fall nicht am ersten Drittel, in dem Django vom Sklaven zum Kopfgeldjäger reift. Dieses bietet genau das, was ich von dem Film erwartet habe: Zynischen Humor, skurrile Szenen, mehr oder weniger subtile Gesellschaftskritik und bissige Dialoge. Ja, das erste Drittel macht richtig Spaß. Nicht zuletzt dank Christoph Waltz, dessen Dr. King Schultz eine wahre Freude ist und Jamie Foxx bzw. Django trotz dunkler Hautfarbe einfach nur blass aussehen lässt.

Doch dann beginnt das zweite Drittel, in welchem Leonardo DiCaprio seinen großen Auftritt hat. Und der Film beginnt in der Belanglosigkeit zu versinken. Wobei dies keinesfalls DiCaprios Schuld ist. Dieser hat sichtlich Spaß an seiner Rolle, nur ist die Figur Calvin Candie schlicht und einfach uninteressant. Dies trifft leider auch auf die meisten Dialoge zu, in denen zwar viel gesprochen, aber nur wenig gesagt wird, und denen jeglicher Biss fehlt. Nein, das zweite Drittel macht nicht so richtig Spaß. Die einzigen Ausnahmen bilden der gelungene Kurzauftritt von Ur-Django Franco Nero und der wie immer grandiose Samuel L. Jackson, der durchaus einige Akzente setzen kann und somit über die vielen langatmigen Szenen hinwegtröstet.

Im letzten Drittel nimmt der Film dann wieder Fahrt auf, schafft es jedoch nicht, an die Klasse des ersten Drittels anzuknüpfen. Die Dialoge treten in den Hintergrund und machen Platz für blutige Schießereien, die es durchaus in sich haben und gerne ein wenig länger hätten dauern dürfen. Außerdem darf man sich als Zuschauer auf ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht freuen. Und darauf, dass Quentin Tarantino ganz offensichtlich auf explosive Abschiede steht.

Ach ja, wer wirklich jede Szene des Films sehen möchte, sollte übrigens den Abspann abwarten. Ist zwar nur ’ne Kleinigkeit, aber ich möchte es nicht unerwähnt lassen. Falls ihr den Abspann nicht abwarten möchtet (oder meine Review zu spät gelesen habt), findet ihr die Beschreibung wie immer bei mir in den Abspannszenen.

Mein Fazit

„Django Unchained“ ist ein guter Film, aber beileibe nicht das, was aus ihm hätte werden können. Der Beginn ist grandios, doch im Mittelteil baut der Film stark ab und wirkt zuweilen arg langatmig, was ich so von Quentin Tarantino nicht erwartet hätte. Egal, alleine Christoph Waltz und Samuel L. Jackson sind das Eintrittsgeld wert. Und Quentin-Tarantino-Fans schauen sich ohnehin jedes Werk des Meisters an. Insofern: Viel Spaß im Kino!

Meine Wertung: 7/10

Weitere Stimmen aus der deutschen Blogosphäre:

ChristiansFoyer.de
Die Academy (Dennis)
Die Academy (Heiko)
Die Academy (Stephan)
Filmblog Filmherum
Medienjournal
Nerdtalk.de
Review Corner

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Im Heimkino gesehen: Battleship

Im Kino hatte ich den Film trotz meiner ausgeprägten Vorliebe für hirnlose Effekte-Blockbuster leider verpasst, doch nun war es endlich so weit: Peter Bergs Science-Fiction-Actionfilm „Battleship“ stand auf meiner Möchte-ich-nun-endlich-mal-sehen-Liste ganz oben. Also Hirn aus, Fernseher und Subwoofer an – möge das Versinken der Schiffe beginnen!

Worum geht’s

Alex Hopper (Taylor Kitsch) ist ein Draufgänger. Und ein Taugenichts. Um aus ihm endlich einen verantwortungsbewussten Mann zu machen, schleift sein Bruder Stone (Alexander Skarsgård) ihn zur US-Navy, in der Alex trotz seines ungestümen Charakters schnell Karriere macht. Während eines Flottenmanövers landen urplötzlich außerirdische Kampfschiffe im Ozean und starten einen vernichtenden Angriff auf die Flotte. Als oberster noch lebender Offizier liegt es nun an Alex, seine Mannschaft und die Welt zu retten …

Meine Meinung

Meine Güte, was für ein Blödsinn. Ich bin nun wahrlich niemand, der bei einem Film wie „Battleship“ Logik oder gar Anspruch erwartet, aber der Film ist so haarsträubend, dass „Transformers“ daneben wie ein Nobelpreis-Kandidat wirkt.

Von den wirklich gelungenen Effekten einmal abgesehen, hinterlässt hier so ziemlich alles einen unfreiwillig komischen Eindruck. Testosteron gesteuerte Alphamännchen, die jeden Konflikt mit ihren Fäusten klären und damit in der Navy selbstverständlich eine Blitzkarriere hinlegen. Blondinen mit Brüsten so groß wie die Beine lang, die dieselbigen sofort breit machen, sobald eines der Testosteron gesteuerte Alphamännchen mit seinem Burrito wedelt. Riesige Kriegsschiffe, die sich in Ermangelung einer Handbremse durch Werfen des Ankers mal eben spontan in die nicht vorhandenen Kurven legen. Außerirdische, die … ach, ich könnte noch stundenlang so weitermachen.

Zugegeben, die ganze Chose hat schon einen gewissen Unterhaltungswert. Sofern man als Zuschauer bereit ist, auf sämtliche Naturgesetze und Regeln der Logik zu pfeifen. Spätestens wenn die letzten Überlebenden gemeinsam mit den Veteranen aus dem zweiten Weltkrieg auf der eigentlich stillgelegten USS Missouri zu AC/DCs Thunderstruck in die letzte Schlacht gegen die Außerirdischen ziehen, ist Spaß pur angesagt. Ja, die Szene ist extrem doof. Aber irgendwie auch verdammt cool! Und steht damit stellvertretend für den gesamten Film.

Was „Battleship“ leider völlig fehlt, ist jeglicher Funken an Spannung. Die Action- und Invasionsszenen sind zwar nett inszeniert und wirklich schick anzusehen, ließen mich aufgrund der nicht vorhandenen Figurenbindung aber dennoch kalt. Außerdem habe ich schmerzlich eine erkennbare Handschrift des Regisseurs vermisst, der letztlich „nur“ eine innovationslose Michael-Bay-Kopie abgeliefert hat. Andererseits kopiert der sich inzwischen ja auch nur noch selbst. Und wie heißt es so schön: Lieber gut geklaut als schlecht erfunden!

Die Blu-ray begeistert dafür mit tollem Bild und sattem Ton, dessen Subwoofer-Einsatz mir mal wieder vor Augen geführt hat, dass ich dringend aus meiner Mietwohnung aus- und in ein eigenes Haus einziehen muss. Meine Nachbarn dürften diesen Tag bereits herbeisehnen.

Mein Fazit

Peter Bergs „Battleship“ ist wie eine Folge „Ich bin ein Star – Holt mich hier aus!“: Es gibt keine Handlung, die Figuren sind allesamt erschreckend oberflächlich und die Dialoge unfassbar schlecht. Und dennoch ist das Gesamtpaket aufgrund seiner Absurdität irgendwie unterhaltsam.

Meine Wertung: 6/10

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The Last Stand: Schwarzeneggers Rückkehr nur gekürzt in den deutschen Kinos

Auf diese Meldung haben Schwarzenegger-Fans garantiert nicht gewartet: Laut Schnittberichte.com wird „The Last Stand“ nur geschnitten mit einer Freigabe ab 16 in den deutschen Kinos zu sehen sein. Die ungekürzte Version ohne Jugendfreigabe bekommen wir erst auf Blu-ray und DVD zu sehen.

Damit hat sich der Kinobesuch für mich vermutlich erledigt. Was für eine depperte Entscheidung, zumal die Zielgruppe des Films die magische 18 ohnehin bereits überschritten haben dürfte. Oder glaubt ihr, dass die Jugend von heute mit Arnie noch viel anfangen kann?

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„Der Schleimbeutel“ auch bekannt als „Der Bachelor“

Kennt ihr die TV-Satire Walulis sieht fern? Nein? Macht euch keine Vorwürfe, ich kannte die Sendung bis vor 10 Minuten auch noch nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich noch nicht mal davon gehört. Bis ich eben durch Zufall auf die Bachelor-Parodie „Der Schleimbeutel“ stieß. Ab sofort dürft ihr mich als Fan der Sendung bezeichnen …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=TfBn98_ddE8]

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Im Heimkino gesehen: Quarantäne 2 – Terminal

Immer diese unnötigen Remakes. Immer diese unnötigen Fortsetzungen. Immer diese unnötigen Remakes von unnötigen Fortsetzungen. Oder doch eher immer diese unnötigen Fortsetzungen von unnötigen Remakes? Oder vielleicht auch gar nichts davon? Fakt ist, dass es sich bei „Quarantäne 2 – Terminal“ um die Fortsetzung zu „Quarantäne“ handelt, der wiederum das Remake des Horrorfilms „[Rec]“ ist, dessen Fortsetzung „[Rec]²“ jedoch nichts mit „Quarantäne 2 – Terminal“ zu tun hat. Verwirrt? Macht nichts. Lest einfach weiter, dann wird alles gut (ohne Garantie) …

Worum geht’s

Eigentlich sollte es für Stewardess Jenny (Mercedes Masöhn) ein ruhiger Nachtflug werden, doch bereits kurz nach dem Start zeigt einer der Passagiere merkwürdige Krankheitssymptome und attackiert kurz darauf die Besatzung. Um das Leben der übrigen Passagiere nicht zu gefährden, landet der Kapitän die Maschine auf dem nächstgelegenen Flugplatz. Dort finden sich Crew und Passagiere in einem vom Militär hermetisch abgeriegelten Terminal wieder. Schnell wird den Eingeschlossenen klar, dass der im Flugzeug tobende Passagier mit einem hoch ansteckenden Virus in Berührung gekommen ist – und jeder von ihnen infiziert sein könnte …

Meine Meinung

Na bitte, es geht doch. War „Quarantäne“ noch ein recht unnötiges Remake ohne eigene Ideen, beweist dessen Fortsetzung genug Eigenständigkeit, um auch für Kenner des Originals interessant zu sein. Während „[Rec]²“ die Geschichte im Wohnhaus des Originals mit allerlei Dämonen fortführt, wechselt „Quarantäne 2 – Terminal“ kurzerhand den Standort aus und bedient sich einer etwas bodenständigeren Geschichte. Inwiefern diese mit dem Vorgänger zusammenhängt, wird nicht sofort verraten, sondern nach und nach aufgelöst. Auch wenn dem aufmerksamen Zuschauer das wie und warum recht früh klar sein dürfte, ist es schön zu sehen, dass sich die Macher durchaus Gedanken gemacht und auf ein weiteres 1-zu-1-Remake verzichtet haben. Dies trifft übrigens auch auf den Stil des Films zu, der sich vom Found Footage verabschiedet und das Geschehen stattdessen aus herkömmlicher Perspektive zeigt. Gegner der hektischen Wackelkamera dürfen also beruhigt aufatmen.

Der Wechsel vom Wohnhaus ins Flugzeug und später ins abgeschottete Terminal tut dem Film spürbar gut. Sowohl die Enge des Fliegers als auch das verlassene Terminal sorgen für eine gelungene Atmosphäre und bieten genügend Abwechslung. Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass Regisseur John Pogue es verpasst hat, bei der Inszenierung das Optimum herauszuholen. So wirken einige Szenen trotz spannender Ausgangssituation recht unspektakulär beziehungsweise beliebig und bieten leider nicht den Nervenkitzel, der möglich gewesen wäre. Nichtsdestoweniger lässt sich festhalten, dass Pogue bei seinem Regiedebüt vieles richtig macht und sich nur wenige Schnitzer erlaubt. Und das ist weiß Gott mehr, als viele andere Regisseure von Direct-to-Video-Produktionen von sich behaupten können …

Mein Fazit

Überraschend gelungene Fortsetzung mit guter Atmosphäre und schlüssiger Handlung, der jedoch der letzte Funken Spannung fehlt. Fans von Seuchenthrillern machen hier dennoch definitiv nichts verkehrt.

Meine Wertung: 7/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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