Die deutschen Fans von Arnold Schwarzenegger haben es seit dessen Rückkehr ins Filmgeschäft wahrlich nicht leicht. An den Kurzauftritten in den beiden „The Expendables“-Filmen gibt es zwar nichts zu bemängeln, doch sein erster großer Leinwandauftritt in „The Last Stand“ wurde uns nur in einer gekürzten Filmversion gegönnt. Also als Schwarzenegger-Film mit einem Action interruptus. Der Gefängnisthriller „Escape Plan“, in dem Schwarzenegger an der Seite seines langjährigen Kumpels Stallone spielt, läuft zwar erfreulicherweise ungekürzt in den deutschen Kinos, bringt dafür jedoch einen neuen Synchronsprecher für Schwarzenegger mit sich. Wie sich dieser schlägt und ob der Film einen Kinobesuch wert ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …
Worum geht’s
Ray Breslin (Sylvester Stallone) sitzt im Gefängnis und plant seinen Ausbruch. Mal wieder, denn genau dies ist sein Job. Ray ist ein Profiausbrecher, der sich unter falschem Namen inhaftieren lässt und dann unter realen Bedingungen prüft, ob das Gefängnis ausbruchsicher ist oder Schwachstellen aufweist. Da Ray als der Beste seines Fachs gilt, beauftragt ihn die CIA-Agentin Jessica Miller (Caitriona Balfe), eine streng geheime Strafvollzugsanstalt zu testen, von der die Öffentlichkeit nicht mal weiß, dass diese überhaupt existiert. Ray willigt ein, doch der Auftrag entpuppt sich als Falle. Ray wird von seinem Team getrennt, die vermeintliche Kontaktperson entpuppt sich als nicht existent und der vereinbarte Abbruchcode wird von Gefängnisdirektor Hobbes (Jim Caviezel) mit einem Lächeln ignoriert. Verzweifelt versucht Ray, einen Weg zu finden, aus dem Gefängnis zu entkommen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Unterstützung erhält er dabei von dem Inhaftierten Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger), auf den Direktor Hobbes ein ganz besonderes Auge geworfen hat …
Meine Meinung
Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger gemeinsam und gleichberechtigt in einem Actionfilm – da wird jeder 80er-Jahre-Action-Fan schlagartig hellhörig. Sofern ihr einen Kinobesuch plant, solltet ihr eure Ansprüche jedoch am besten gleich zu Beginn ein wenig senken. Zum einen, weil Schwarzenegger zwar eine große und wichtige Rolle spielt, Stallones Breslin aber definitiv die Hauptfigur und dementsprechend häufiger im Bild ist. Und zum anderen, weil der Film erstaunlich wenig Action bietet und erst im Finale, in dem Schwarzenegger selbstverständlich auch wieder zum übergroßen Maschinengewehr greifen darf, ein wenig aufdreht.
Bis die solide, aber auch nicht überragend inszenierte Action beginnt, muss man sich als Fan damit begnügen, Sly und Arnie beim Auskundschaften des Gefängnisses und Planen ihres Ausbruchs zuzusehen. Unterhaltsam ist dies zweifellos, denn das, aus den Augen eines Actionfans betrachtet, Vorgeplänkel wird erfreulicherweise recht kurzweilig durchgezogen und bietet die eine oder andere nette Frotzelei zwischen den beiden Hauptdarstellern. Allerdings bleibt das Geschehen leider aber auch komplett vorhersehbar und hat zusätzlich mit logischen Ungereimtheiten und teilweise recht dämlichen Drehbucheinfällen zu kämpfen.
Dass sowohl Breslin als auch Rottmayer im Film als zwei hochintelligente Personen vorgestellt werden, ist für den finalen Ausbruch dann leider auch gar nicht mehr von Bedeutung, da dieser letztlich alles andere als besonders durchdacht wirkt oder gar clever durchgezogen wird, sondern offensichtlich lediglich dazu dient, endlich die Fäuste und Waffen sprechen zu lassen. Das ist zwar letzten Endes genau das, was sich die Fans von Sly und Arnie wünschen, doch wirkt der Film dadurch ein wenig unschlüssig, so als ob die Macher nicht recht wussten, ob sie einen intelligenten Ausbruchsfilm oder einen simplen Actionfilm im Gefängnis drehen wollten.
Die Synchronisation
Wie ich oben bereits schrieb, wird Schwarzenegger in „Escape Plan“ nicht von seinem Stammsprecher Thomas Danneberg, sondern von Ralph Schicha gesprochen. Wer es noch nicht wusste: Thomas Danneberg spricht üblicherweise nicht nur Schwarzenegger, sondern auch Stallone. Von Concorde wurde daher, „um niemandem im Kinosaal aufgrund der an manchen Stellen sehr ähnlichen Stimmlaute zu verwirren“, die Entscheidung getroffen, auf eine Doppelbesetzung Dannebergs zu verzichten. Nachdem ich nun den kompletten Film gesehen habe, muss ich leider sagen, dass Schicha eine glatte Fehlbesetzung ist. Ganz abgesehen davon, dass seine Stimme recht sanft (und dadurch nicht nur ungewohnt, sondern auch unpassend) klingt, fehlt dem Mann anscheinend jegliches Gespür für eine stimmige Betonung, was sich gerade bei den Onelinern bemerkbar macht und wodurch Arnies Rolle des Öfteren unfreiwillig komisch wirkt. Eine professionelle Synchronisation klingt meiner Meinung nach anders. Ich hoffe sehr, dass für die Heimkinoveröffentlichung eine alternative Synchronfassung (optimal wäre selbstverständlich mit Danneberg als Schwarzenegger) erstellt wird. Wie man als Verantwortlicher mit dem jetzigen Ergebnis zufrieden sein und diese Fassung überhaupt veröffentlichen konnte, ist mir ein Rätsel …
Mein Fazit
Solider Gefängnisthriller mit zwei gut aufgelegten Alt-Actionstars, dem weniger Logikschwächen und, je nach persönlichem Empfinden, mehr Action oder mehr Cleverness gut zu Gesicht gestanden hätte.
Meine Wertung: 7/10 (inkl. Stallone/Schwarzenegger-Bonus)
Bin ich auf der Suche nach deutschsprachigen Reviews oder Informationen, ob eine DVD bzw. Blu-ray eine ungekürzte Filmfassung enthält, ist die
Eigentlich hatte ich mir für die Sneak letzten Dienstag den Actioner „Escape Plan“ mit Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger gewünscht, doch erwartungsgemäß ließ sich das Team vom CinemaxX von meinem Wunsch nicht beeindrucken und zeigte ohne Rücksicht auf meine Gefühle einen anderen Film. In diesem Fall bin ich allerdings regelrecht froh, denn der stattdessen gezeigte Home-Invasion-Thriller „You’re Next“, von dem ich bis zu jenem Zeitpunkt lediglich den Trailer kannte, gehört für mich zu den bislang positivsten Überraschungen des Kinojahres 2013. Wieso, erfahrt ihr in der folgenden Review …
Hände hoch, wer Omar Sy kennt! Ja, das sind erwartungsgemäß recht viele. Und nun Hände hoch, wer Omar Sy nur kennt, weil der Film „Ziemlich beste Freunde“ 2012 in aller Munde war! Fast genau so viele. Dachte ich es mir doch. Kein Wunder, dass auf Poster und Cover von „Ein MordsTeam“ der Schriftzug „Nach ZIEMLICH BESTE FREUNDE die neue Komödie mit Omar Sy“ prangt. Anders hätte es diese durchschnittliche Buddy-Komödie wohl auch nie zu größerer Bekanntheit geschafft …
Meine Meinung
Der Hauptgrund, sich „Ein MordsTeam“ anzuschauen, ist aber ohnehin Sympathieträger Omar Sy. Dieser wärmt seine beliebte Rolle aus „Ziemlich beste Freunde“ wieder auf und ergänzt sie um eine gehörige Portion Axel Foley. Originalität darf man also auch bei der Hauptfigur nicht erwarten, wobei Omar Sy seine Sache als Axel-Foley-Kopie durchaus gut macht – auch wenn Eddie Murphy als dauerquasselnder Cop selbstverständlich unerreicht bleibt. Laurent Lafitte hingegen bleibt als unfreiwilliger Partner überraschend blass, was ebenso für alle anderen Beteiligten gilt, so dass man bei „Ein MordsTeam“ durchaus von einer Omar-Sy-One-Man-Show sprechen kann.
Abschließend sei noch erwähnt, dass nicht nur Ousmanes so loses wie schnelles Mundwerk, sondern gleich mehrere Szenen eine starke Ähnlichkeit zu „Beverly Hills Cop“ erkennen lassen. Wenn Ousmane zum Beispiel eine Besprechung des französischen Arbeitgeberverbandes sprengt, sieht man förmlich Eddie Murphy vor sich. Und dank des Axel-F-Klingeltons und einer Diskussion um den besten Film-Polizisten, bei der Axel Foley natürlich Ousmanes Favorit ist, wird auch dem letzten Zuschauer mit dem Holzhammer eingehämmert, dass der 80er-Jahre-Klassiker hier als (über)großes Vorbild diente und Eigenständigkeit bei der Produktion wohl nur eine untergeordnete Rolle spielte.
Mother’s Day
A Serbian Film
Sharknado
One Way Trip
Für die meisten Zuschauer ist Vin Diesel untrennbar mit seiner Rolle als Dominic Toretto in der „Fast & Furious“-Reihe verbunden. Für mich jedoch wird Vin Diesel stets Richard B. Riddick sein. Dementsprechend erfreut war ich, als bekannt wurde, dass Diesel trotz des bei Kritikern und Zuschauern durchgefallenen „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ erneut in die Rolle des scheinbar eiskalten Furyaners schlüpfen würde. Ob meine Vorfreude gerechtfertigt war, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …
Der Feuerwehrmann Jeremy (Josh Duhamel) wird unfreiwillig Zeuge, wie der Soziopath David Hagan (Vincent D’Onofrio) einen Ladenbesitzer und dessen Sohn kaltblütig ermordet. Um Jeremy bis zur Gerichtsverhandlung schützen zu können, wird er von Mike Cella (Bruce Willis) in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Doch Hagan kann ihn ausfindig machen und setzt seine Killer auf Jeremy und dessen Freunde an. Auf sich allein gestellt, dreht Jeremy den Spieß kurzerhand um und macht unerbittlich Jagd auf Hagan …
2004 ließ Regisseur Edgar Wright die Freunde Simon Pegg und Nick Frost in „Shaun Of The Dead“ gegen Zombies antreten, 2007 folgte mit „Hot Fuzz“ der Kampf gegen schwer bewaffnete Kleinstädter. Mit „The World’s End“ legt das Dreiergespann nun den Abschluss der sogenannten „Blut und Eiscreme“-Trilogie vor. Die Erwartungen der Fan-Gemeinde waren riesig – und auch wenn diese nicht vollends erfüllt werden, haben Wright, Pegg und Frost einmal mehr einen herrlich schrägen und unterhaltsamen Film abgeliefert …
Meine Meinung
Leider verliert sich der Film ein wenig in sich selbst, je mehr die eigentliche Handlung an Fahrt aufnimmt. Zwar bereitet es weiterhin Spaß, der aus „Die Frauen von Stepford“, „Die Körperfresser kommen“ und „Das Dorf der Verdammten“ zusammengesetzten Geschichte zu folgen, doch regen einige Szene auch zum kräftigen Kopfschütteln an. Insbesondere Garys Verhalten lässt zeitweise jeglichen gesunden Menschenverstand vermissen, auch wenn versucht wird, dem Zuschauer die hinter seinen Taten stehende Logik aus Garys Sicht zu erklären. Und die finale Auseinandersetzung mit der für die Ereignisse verantwortlichen Macht ist so schräg, dass ich selbst heute, zwei Tage nach dem Kinobesuch, nicht weiß, was ich davon halten soll. Dennoch überzeugt auch die zweite Hälfte des Films, wenn auch mit Abstrichen, durch nette Seitenhiebe, zum Beispiel auf den anhaltenden Jugendwahn, ein flammendes Plädoyer für das Recht auf Fehler sowie den wohl gelungensten Cornetto-Auftritt der Trilogie.
Kurz nach „