Im Kino gesehen: Escape Plan

© 2013 Concorde Filmverleih GmbHDie deutschen Fans von Arnold Schwarzenegger haben es seit dessen Rückkehr ins Filmgeschäft wahrlich nicht leicht. An den Kurzauftritten in den beiden „The Expendables“-Filmen gibt es zwar nichts zu bemängeln, doch sein erster großer Leinwandauftritt in „The Last Stand“ wurde uns nur in einer gekürzten Filmversion gegönnt. Also als Schwarzenegger-Film mit einem Action interruptus. Der Gefängnisthriller „Escape Plan“, in dem Schwarzenegger an der Seite seines langjährigen Kumpels Stallone spielt, läuft zwar erfreulicherweise ungekürzt in den deutschen Kinos, bringt dafür jedoch einen neuen Synchronsprecher für Schwarzenegger mit sich. Wie sich dieser schlägt und ob der Film einen Kinobesuch wert ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Ray Breslin (Sylvester Stallone) sitzt im Gefängnis und plant seinen Ausbruch. Mal wieder, denn genau dies ist sein Job. Ray ist ein Profiausbrecher, der sich unter falschem Namen inhaftieren lässt und dann unter realen Bedingungen prüft, ob das Gefängnis ausbruchsicher ist oder Schwachstellen aufweist. Da Ray als der Beste seines Fachs gilt, beauftragt ihn die CIA-Agentin Jessica Miller (Caitriona Balfe), eine streng geheime Strafvollzugsanstalt zu testen, von der die Öffentlichkeit nicht mal weiß, dass diese überhaupt existiert. Ray willigt ein, doch der Auftrag entpuppt sich als Falle. Ray wird von seinem Team getrennt, die vermeintliche Kontaktperson entpuppt sich als nicht existent und der vereinbarte Abbruchcode wird von Gefängnisdirektor Hobbes (Jim Caviezel) mit einem Lächeln ignoriert. Verzweifelt versucht Ray, einen Weg zu finden, aus dem Gefängnis zu entkommen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Unterstützung erhält er dabei von dem Inhaftierten Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger), auf den Direktor Hobbes ein ganz besonderes Auge geworfen hat …

© 2013 Concorde Filmverleih GmbHMeine Meinung

Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger gemeinsam und gleichberechtigt in einem Actionfilm – da wird jeder 80er-Jahre-Action-Fan schlagartig hellhörig. Sofern ihr einen Kinobesuch plant, solltet ihr eure Ansprüche jedoch am besten gleich zu Beginn ein wenig senken. Zum einen, weil Schwarzenegger zwar eine große und wichtige Rolle spielt, Stallones Breslin aber definitiv die Hauptfigur und dementsprechend häufiger im Bild ist. Und zum anderen, weil der Film erstaunlich wenig Action bietet und erst im Finale, in dem Schwarzenegger selbstverständlich auch wieder zum übergroßen Maschinengewehr greifen darf, ein wenig aufdreht.

© 2013 Concorde Filmverleih GmbHBis die solide, aber auch nicht überragend inszenierte Action beginnt, muss man sich als Fan damit begnügen, Sly und Arnie beim Auskundschaften des Gefängnisses und Planen ihres Ausbruchs zuzusehen. Unterhaltsam ist dies zweifellos, denn das, aus den Augen eines Actionfans betrachtet, Vorgeplänkel wird erfreulicherweise recht kurzweilig durchgezogen und bietet die eine oder andere nette Frotzelei zwischen den beiden Hauptdarstellern. Allerdings bleibt das Geschehen leider aber auch komplett vorhersehbar und hat zusätzlich mit logischen Ungereimtheiten und teilweise recht dämlichen Drehbucheinfällen zu kämpfen.

Dass sowohl Breslin als auch Rottmayer im Film als zwei hochintelligente Personen vorgestellt werden, ist für den finalen Ausbruch dann leider auch gar nicht mehr von Bedeutung, da dieser letztlich alles andere als besonders durchdacht wirkt oder gar clever durchgezogen wird, sondern offensichtlich lediglich dazu dient, endlich die Fäuste und Waffen sprechen zu lassen. Das ist zwar letzten Endes genau das, was sich die Fans von Sly und Arnie wünschen, doch wirkt der Film dadurch ein wenig unschlüssig, so als ob die Macher nicht recht wussten, ob sie einen intelligenten Ausbruchsfilm oder einen simplen Actionfilm im Gefängnis drehen wollten.

© 2013 Concorde Filmverleih GmbHDie Synchronisation

Wie ich oben bereits schrieb, wird Schwarzenegger in „Escape Plan“ nicht von seinem Stammsprecher Thomas Danneberg, sondern von Ralph Schicha gesprochen. Wer es noch nicht wusste: Thomas Danneberg spricht üblicherweise nicht nur Schwarzenegger, sondern auch Stallone. Von Concorde wurde daher, „um niemandem im Kinosaal aufgrund der an manchen Stellen sehr ähnlichen Stimmlaute zu verwirren“, die Entscheidung getroffen, auf eine Doppelbesetzung Dannebergs zu verzichten. Nachdem ich nun den kompletten Film gesehen habe, muss ich leider sagen, dass Schicha eine glatte Fehlbesetzung ist. Ganz abgesehen davon, dass seine Stimme recht sanft (und dadurch nicht nur ungewohnt, sondern auch unpassend) klingt, fehlt dem Mann anscheinend jegliches Gespür für eine stimmige Betonung, was sich gerade bei den Onelinern bemerkbar macht und wodurch Arnies Rolle des Öfteren unfreiwillig komisch wirkt. Eine professionelle Synchronisation klingt meiner Meinung nach anders. Ich hoffe sehr, dass für die Heimkinoveröffentlichung eine alternative Synchronfassung (optimal wäre selbstverständlich mit Danneberg als Schwarzenegger) erstellt wird. Wie man als Verantwortlicher mit dem jetzigen Ergebnis zufrieden sein und diese Fassung überhaupt veröffentlichen konnte, ist mir ein Rätsel …

Mein Fazit

Solider Gefängnisthriller mit zwei gut aufgelegten Alt-Actionstars, dem weniger Logikschwächen und, je nach persönlichem Empfinden, mehr Action oder mehr Cleverness gut zu Gesicht gestanden hätte.

Meine Wertung: 7/10 (inkl. Stallone/Schwarzenegger-Bonus)

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Im Heimkino gesehen: From Beyond – Aliens des Grauens

Bin ich auf der Suche nach deutschsprachigen Reviews oder Informationen, ob eine DVD bzw. Blu-ray eine ungekürzte Filmfassung enthält, ist die OFDb seit jeher meine erste Anlaufstelle. Doch die OFDb ist weitaus mehr als eine reine Filmdatenbank, bietet bereits seit Jahren einen eigenen Online-Shop und veröffentlicht inzwischen sogar Filme unter dem eigenen Label OFDb Filmworks. Für die erste Veröffentlichung haben sich die Jungs und Mädels der OFDb Stuart Gordons Horrorklassiker „From Beyond – Aliens des Grauens“ auserkoren. Und mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zukommen lassen, welches ich im Rahmen des #Horrorctobers endlich zu schauen geschafft habe …

Worum geht’s

Gemeinsam mit seinem Studenten Crawford Tillinghast (Jeffrey Combs) hat der Wissenschaftler Dr. Edward Pretorius (Ted Sorel) eine Maschine entwickelt, mit der sich die Zirbeldrüse im Gehirn manipulieren lässt. Dr. Pretorius glaubt, dass dies der Schlüssel zu verloren gegangenen Kräften sei und hofft darauf, diese Kräfte reaktivieren zu können. Das Experiment scheint zu gelingen, doch dann wird Dr. Pretorius von einem plötzlich erscheinenden Wesen getötet und Tillinghast als Hauptverdächtiger festgenommen. Um seine Unschuld zu beweisen, wiederholt Tillinghast das Experiment unter Aufsicht der Ärztin Dr. Katherine McMichaels (Barbara Crampton) und des Polizisten Bubba Brownlee (Ken Foree). Ein folgenschwerer Fehler …

Meine Meinung

1985 schuf Regisseur Stuart Gordon das auf H.P. Lovecraft basierende Genre-Meisterwerk „Re-Animator“. Bereits ein Jahr später legte er mit „From Beyond“ nach. Ebenfalls auf einer Geschichte von H.P. Lovecraft basierend und erneut mit Jeffrey Combs und Barbara Crampton in den Hauptrollen. Und auch wenn „From Beyond“ nicht die Klasse eines „Re-Animator“ erreicht, so stellt er dennoch eine äußerst unterhaltsame Reise zurück in eine Zeit dar, in der Horrorfilme noch voller Phantasie, handgemachter Effekte und abgedrehter Ideen steckten.

Freunde des 80er-Jahre-Horrorkinos kommen bei „From Beyond“ voll auf ihre Kosten. Die Wissenschaftlicher sind so ehrgeizig wie naiv, die Monster schleimig-abstoßend, die Effekte relativ hart und die Laufzeit von gerade mal 85 Minuten ist so knapp bemessen, dass das teils äußerst bizarre Geschehen straff durchgezogen wird und Langeweile gar nicht erst aufkeimen kann. Zugegeben, der Zahn der Zeit mag an den Effekten inzwischen etwas genagt haben, dem Spaß tut dies aber keinen Abbruch. Zumal die kurzweilige Inszenierung den Zuschauer direkt mitten ins Geschehen wirft und erst mit dem Abspann, zahlreiche skurrile Ideen später, wieder entlässt.

Jeffrey Combs ist als dem Wahnsinn verfallender Wissenschaftler erneut eine Wucht, zumal er hier ausnahmsweise mal nicht als Täter, sondern vielmehr als Opfer der Geschehnisse auftritt. Und während der sympathische Ken Foree seine lustige Seite präsentieren darf, sorgt Barbara Crampton als graue Maus, die sexuell stimuliert zur SM-Leder-Blondine mutiert, für feuchte Hosen bei den Horrorfans.

Zuschauer mit einem Faible für leichtbekleidete Blondinen im heißen Leder-Outfit dürfen sich an dieser Stelle über die gute Bildqualität der Blu-ray freuen, die nicht nur während dieser Szene, sondern über die gesamte Laufzeit gegeben ist. Auch der solide Ton kann überzeugen, stellt jedoch keine Referenz dar, was nicht zuletzt an dem ohnhin nicht sonderlich teuer produzierten Film selbst liegen dürfte. Als Gesamtwerk betrachtet, lässt sich sagen, dass OFDb Filmworks mit der Veröffentlichung von „From Beyond“ ein rundum gelungenes Debüt hingelegt hat, das dem Film vollends gerecht wird.

Mein Fazit

Kurzweilig inszenierter 80er-Jahre-Monsterhorror voller abgedrehter Ideen und mit einem bestens aufgelegten Darsteller-Trio in einer gelungenen Blu-ray-Veröffentlichung. Gerne mehr davon!

Meine Wertung: 8/10

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Im Kino gesehen: You’re Next

Eigentlich hatte ich mir für die Sneak letzten Dienstag den Actioner „Escape Plan“ mit Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger gewünscht, doch erwartungsgemäß ließ sich das Team vom CinemaxX von meinem Wunsch nicht beeindrucken und zeigte ohne Rücksicht auf meine Gefühle einen anderen Film. In diesem Fall bin ich allerdings regelrecht froh, denn der stattdessen gezeigte Home-Invasion-Thriller „You’re Next“, von dem ich bis zu jenem Zeitpunkt lediglich den Trailer kannte, gehört für mich zu den bislang positivsten Überraschungen des Kinojahres 2013. Wieso, erfahrt ihr in der folgenden Review …

Worum geht’s

Anlässlich ihres Hochzeitstages laden Paul (Rob Moran) und Aubrey (Barbara Crampton) ihre vier erwachsenen Kinder samt Partner in das einsam gelegene Landhaus der Familie ein. Was als mehr oder weniger beschauliches Familienwochenende beginnt, schlägt schlagartig in blanken Terror um, als drei maskierte Angreifer die Familie während des Abendessens mit Armbrüsten unter Beschuss nehmen und scheinbar grundlos beginnen, die Anwesenden nach und nach brutal abzuschlachten. Während die meisten Überlebenden im Haus in Angst und Panik verfallen, möchte sich Crispians (AJ Bowen) neue Freundin Erin (Sharni Vinson) nicht mit der Opferrolle abfinden – und schlägt so effektiv wie gnadenlos zurück …

Meine Meinung

Ihr schaut gerne Thriller, in denen Psychopathen ihre wehrlosen Opfer in deren eigenen vier Wänden terrorisieren? Und ärgert euch jedes Mal darüber, dass die Opfer sich so selten dämlich (IHR würdet an deren Stelle ganz anders reagieren, schon klar) verhalten? Dann ist „You’re Next“ euer Film! Die von der stets knackigen Sharni Vinson („Step Up 3D“, „Bait“) gespielte Erin ist genau die Frau, die ihr euch in solch einem Film schon immer gewünscht habt. Sie denkt daran die Eingänge zu verbarrikadieren, weist auf unsinnige Fluchtversuche hin, stellt sogar Fallen für die Eindringlinge auf – und wenn sie erst mal einen erwischt hat, sorgt sie dafür, dass dieser garantiert nie wieder aufsteht, statt ihn bewusstlos auf dem Boden liegen zu lassen. Selbst den einen oder anderen Oneliner kann sie sich nicht verkneifen, etwa wenn ihr Freund anmerkt, dass er seine ansonsten so friedliche Erin kaum wiedererkennt, woraufhin diese ihm trocken antwortet, dass dies halt eine Ausnahmesituation sei.

Ja, Regisseur Adam Wingard macht vieles richtig. Und das nicht nur bei der Hauptfigur. „You’re Next“ ist nämlich nicht nur ein düsterer, spannender und überraschend harter Home-Invasion-Thriller, sondern bietet zwischen den Zeilen auch tiefschwarzen Humor, ohne sich, wie so viele andere Genrevertreter, dabei in Albernheiten zu verlieren. Geschickt bedient der Film die Klischees des Genres, nur um sich ihnen kurze Zeit später wieder komplett zu verweigern und das Publikum an der Nase herumzuführen. Dabei schraubt Wingard den Härtegrad kontinuierlich nach oben, bis im Finale selbst Splatterfans bedient werden. Zumindest im kleinen Stil.

Schwächen leistet sich „You’re Next“ lediglich bei der Story, die als Ganzes betrachtet leider ein wenig zu konstruiert wirkt, dafür aber mit ein zwei netten Überraschungen aufwarten kann. Außerdem hätten die (zumindest mir eher unbekannten) Darsteller sich in vereinzelten, wirklich nur sehr seltenen Szenen gerne etwas mehr bemühen dürfen, um dem Geschehen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Als Ausgleich dürfen sich Kenner des Horrorgenres immerhin daran erfreuen, „Re-Animator“- und „From Beyond“-Darstellerin Barbara Crampton mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Wenn das mal nichts ist …

Mein Fazit

„You’re Next“ entpuppt sich als kurzweilig inszenierter Home-Invasion-Thriller mit erfrischend angriffslustiger Protagonistin, der das Genre zwar nicht neu erfindet, dank des Spiels mit den Klischees und seines pechschwarzen Humors aber hervorragend zu unterhalten weiß.

Meine Wertung: 8/10

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Im Heimkino gesehen: Ein MordsTeam

Hände hoch, wer Omar Sy kennt! Ja, das sind erwartungsgemäß recht viele. Und nun Hände hoch, wer Omar Sy nur kennt, weil der Film „Ziemlich beste Freunde“ 2012 in aller Munde war! Fast genau so viele. Dachte ich es mir doch. Kein Wunder, dass auf Poster und Cover von „Ein MordsTeam“ der Schriftzug „Nach ZIEMLICH BESTE FREUNDE die neue Komödie mit Omar Sy“ prangt. Anders hätte es diese durchschnittliche Buddy-Komödie wohl auch nie zu größerer Bekanntheit geschafft …

Worum geht’s

Ousmane Diakhité (Omar Sy) arbeitet als Polizist im Betrugsdezernat des heruntergekommenen Pariser Vororts Bobigny. Während seiner Ermittlungen gegen einen illegalen Glücksspielring stößt er zufällig auf eine Frauenleiche, die sich als Ehefrau eines schwerreichen Industriellen entpuppt. Der Fall wird dem versnobten und karrierefixierten Pariser Kriminalkommissar François Monge (Laurent Lafitte) übergeben, der keinen Hehl daraus macht, dass er auf die Hilfe der örtlichen Polizei nicht angewiesen ist. Doch Ousmane sieht zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang und sorgt mit seinem losen Mundwerk dafür, dass er François als Partner zugeteilt wird. Mehr schlecht als recht nehmen die beiden ungleichen Männer die Ermittlungen auf …

Meine Meinung

Viel Neues ist den Machern von „Ein MordsTeam“ nicht gerade eingefallen. Gar nichts Neues, um genau zu sein. Der Film ist eine von Anfang bis Ende überraschungsarme Buddy-Komödie, die zwar niemandem weh tut, ja sogar recht kurzweilig ist und auf mittlerem Niveau zu unterhalten weiß, aber auch nicht länger als eine halbe Stunde in Erinnerung bleibt. Das Zusammenspiel der Figuren ist okay, die Story zweckmäßig und die wenigen Actionszenen sind durchaus solide inszeniert. Wirklich enttäuschend ist eigentlich nur, dass die Macher komplett nach amerikanischem Vorbild vorgegangen sind und weder einen eigenen Humor noch einen landesspezifischen Stil gefunden haben. Mal ehrlich, wenn ich eine amerikanische Buddy-Komödie sehen möchte, schaue ich mir eine der unzähligen amerikanischen Buddy-Komödien an. Und keine französische Buddy-Komödie, die so tut, als wäre sie eine amerikanische Buddy-Komödie.

Der Hauptgrund, sich „Ein MordsTeam“ anzuschauen, ist aber ohnehin Sympathieträger Omar Sy. Dieser wärmt seine beliebte Rolle aus „Ziemlich beste Freunde“ wieder auf und ergänzt sie um eine gehörige Portion Axel Foley. Originalität darf man also auch bei der Hauptfigur nicht erwarten, wobei Omar Sy seine Sache als Axel-Foley-Kopie durchaus gut macht – auch wenn Eddie Murphy als dauerquasselnder Cop selbstverständlich unerreicht bleibt. Laurent Lafitte hingegen bleibt als unfreiwilliger Partner überraschend blass, was ebenso für alle anderen Beteiligten gilt, so dass man bei „Ein MordsTeam“ durchaus von einer Omar-Sy-One-Man-Show sprechen kann.

Abschließend sei noch erwähnt, dass nicht nur Ousmanes so loses wie schnelles Mundwerk, sondern gleich mehrere Szenen eine starke Ähnlichkeit zu „Beverly Hills Cop“ erkennen lassen. Wenn Ousmane zum Beispiel eine Besprechung des französischen Arbeitgeberverbandes sprengt, sieht man förmlich Eddie Murphy vor sich. Und dank des Axel-F-Klingeltons und einer Diskussion um den besten Film-Polizisten, bei der Axel Foley natürlich Ousmanes Favorit ist, wird auch dem letzten Zuschauer mit dem Holzhammer eingehämmert, dass der 80er-Jahre-Klassiker hier als (über)großes Vorbild diente und Eigenständigkeit bei der Produktion wohl nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Mein Fazit

Nicht unsympathische, aber leider unspektakuläre Buddy-Komödie ohne eigene Ideen, die auch ein gut aufgelegter Omar Sy nicht über das Mittelmaß hinaus retten kann.

Meine Wertung: 5/10

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#Horrorctober 2013 – ein erster Rückblick

So langsam nähert sich der #Horrorctober seinem Ende entgegen – und sah es anfangs noch so aus, als würde ich die 13 Filme nicht schaffen, so bin ich inzwischen voller Hoffnung, dieses kleine Projekt erfolgreich beenden zu können. Zugegeben, ich habe hierzu noch ein zwei Änderungen an meiner Liste vorgenommen, aber wer wird denn da so kleinlich sein …

Jetzt, da ich nur noch zwei Filme offen habe, ist es an der Zeit, einen ersten Blick zurück auf die geschauten Filme zu werfen. Los geht’s!

Mother’s Day

Das (sehr lose) Remake des Klassikers ist mehr Terrorthriller als Horrorfilm, als solcher aber zutiefst effektiv. Drei Söhne fliehen nach einem missglückten Überfall in ihr schützendes Elternhaus, nicht wissend, dass dieses inzwischen zwangsversteigert wurde. Kurzerhand nehmen sie die neuen Eigentümer und deren Freunde als Geisel. Die Skrupellosigkeit und Gewaltbereitschaft der Männer wird nur noch von der ihrer Mutter (genial böse: Rebecca De Mornay) übertroffen, die ihren Söhnen dabei helfen möchte, aus der Stadt zu verschwinden. Es beginnt ein zynisches Katz-und-Maus-Spiel mit teils extremen Gewaltspitzen, bei dem Fans des modernen Home-Invasion-Terrorkinos voll auf ihre Kosten kommen. Abzüge in der B-Note gibt es für das teils extrem dämliche Verhalten einiger Beteiligter und das eher unspektakuläre Finale. Als Gesamtpaket betrachtet, vergebe ich dennoch eine solide 7/10.

A Serbian Film

Auch die Geschichte des ehemaligen Pornodarstellers Milos (Srdjan Todorovic), der von einem zwielichtigen Regisseur für ein dubioses Filmprojekt angeworben wird und dann unter Drogeneinfluss das nackte (welch ein Wortspiel) Grauen erlebt, gehört für mich eher zum Terrorkino als zum Horrorgenre. Dass der Film diesem dennoch zugeordnet wird, dürfte an der dargestellten Gewalt liegen, die in der Tat nicht nur an der Grenze des guten Geschmacks kratzt, sondern diese gleich mehrfach überschreitet. Dabei hätte der erstaunlich gut gespielte und atmosphärisch toll gefilmte „A Serbian Film“ die diskussionswürdigen Szenen, bei denen die Vergewaltigung eines sechsjährigen Jungen nur die Spitze des Eisbergs darstellt, gar nicht nötig gehabt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die trostlose Geschichte mit all ihren politischen Anspielungen auch ohne die Tabubrecher funktioniert hätte. So bleibt „A Serbian Film“ ein Werk, welches bei den meisten Menschen nur Kopfschütteln verursachen und lediglich für Zuschauer interessant sein dürfte, die ihre eigenen Grenzen ausloten möchten. Auf die Moralkeule verzichtend, gibt’s von mir auch hier eine 7/10.

Sharknado

Ein Schwarm gefräßiger Haie wird von mehreren Tornados erfasst und unaufhaltsam in Richtung Los Angeles geweht. Selbstverständlich haben die Tiere nichts besseres zu tun, als alles zu fressen, was sich ihnen in den Weg stellt – egal ob im Wasser, in der Luft oder an Land. Und ja, die ganze Chose ist dann auch genau so albern und dämlich wie sie klingt. Zu der absolut schwachsinnigen Geschichte gesellen sich billigste Computereffekte, hochnotpeinliche Dialoge und mehr inszenatorische Fehler als man zählen kann. So wechseln Wetter und Uhrzeit in ein und derselben Szene gleich mehrfach und Häuser laufen voll Wasser, obwohl außerhalb des Hauses alles trocken ist. Spaß bereitet „Sharknado“ jedoch in dem Moment, in dem man ihn mit Gleichgesinnten sieht. Am besten so wie ich in einem voll besetzten Kinosaal. Ganz ehrlich, eine so tolle Stimmung habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Auch wenn der Film ein wenig braucht, um diese Stimmung aufzubauen und erst im Finale zur absurden Höchstform aufläuft. Nüchtern betrachtet müsste ich dem Film eigentlich eine 1/10 geben, doch als Partyfilm ist der Film durchaus brauchbar, weswegen ich mich zu einer 4/10 hinreißen lasse.

One Way Trip

Ein österreichisch-schweizerischer 3D-Slasher – kann so etwas funktionieren? Bestimmt. Tut es in diesem Fall aber nicht. Die Geschichte von acht Jugendlichen, die in die Wildnis fahren um dort ein paar Pilze einzuwerfen und dann scheinbar von einem Jäger und dessen Tochter der Reihe nach ermordet werden, scheitert an den überforderten Darstellern, den aufgesetzt wirkenden 3D-Effekten und nicht zuletzt der unfreiwillig komischen Synchronisation. Freunde des schlechten Geschmacks erfreuen sich an der flotten und immerhin recht blutigen Inszenierung, sollten sich aber spätestens beim absolut vorhersehbaren Schlusstwist eingestehen, dass die Geschichte ganz großer Murks ist. Als Genre-Fan, der sogar den deutschen Vertreter „Slasher“ überstanden hat, vergebe ich wohlwollende 3/10.

So, das soll als Rückblick fürs Erste reichen. Weiter geht’s in den nächsten Tagen …

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#Horrorctober – 13 Filme bis Halloween

Es war einmal ein Patrick. Der hatte eine Idee. Die Idee, bis Halloween 13 Horrorfilme zu schauen, darüber unter dem Hashtag #Horrorctober zu twittern und das Ergebnis bei Letterboxd festzuhalten.

Einen kurzen Blick in mein Noch-immer-nicht-gesehen-Regal später stand für mich fest, dass ich an dieser Aktion teilnehmen würde. Und hier ist sie nun, meine persönliche #Horrorctober-Auswahl:

From Beyond (1986)
Das Waisenhaus (2007)
Maniac (2012)
Prey – Vom Jäger zur Beute (2010)
So finster die Nacht (2008)
Let Me In (2010)
Vampire Nation (2010)
Possession – Das Dunkle in dir (2012)
Don’t Be Afraid Of The Dark (2010)
One Way Trip (2011)
The Woman (2011)
A Serbian Film (2010)
Mother’s Day – Mutter ist wieder da (2010)

Je nach vorhandener (Frei)Zeit werde ich den einen oder anderen Film selbstverständlich auch hier im Blog vorstellen. Mal etwas länger, mal etwas kürzer. Ihr kennt das ja inzwischen von mir.

Wer noch alles am #Horrorctober teilnimmt und für welche Filme sich die anderen Teilnehmer entschieden haben, könnt ihr hier einsehen.

Und nun: Möge der #Horrorctober beginnen!

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Im Kino gesehen: Riddick – Überleben ist seine Rache

Für die meisten Zuschauer ist Vin Diesel untrennbar mit seiner Rolle als Dominic Toretto in der „Fast & Furious“-Reihe verbunden. Für mich jedoch wird Vin Diesel stets Richard B. Riddick sein. Dementsprechend erfreut war ich, als bekannt wurde, dass Diesel trotz des bei Kritikern und Zuschauern durchgefallenen „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ erneut in die Rolle des scheinbar eiskalten Furyaners schlüpfen würde. Ob meine Vorfreude gerechtfertigt war, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Von den Necromongern verraten, wird Riddick (Vin Diesel) auf einem so trostlosen wie gefährlichen Planeten scheinbar tot zurückgelassen. Doch Riddicks Überlebenswille ist stark wie eh und je, was alsbald zahlreiche Kreaturen zu spüren bekommen, die sich selbst an der Spitze der Nahrungskette wähnen, von Riddick jedoch zügig nach unten durchgereicht werden. Als Riddick auf einen verlassenen Außenposten stößt, sieht er seine Chance gekommen, dem unwirtlichen Planeten zu entfliehen. In der Hoffnung, Kopfgeldjäger anzulocken und dann mit deren Schiff zu verschwinden, sendet Riddick ein Notsignal aus. Kurze Zeit später erscheinen tatsächlich zwei Teams, die es auf die Belohnung abgesehen haben. Doch Riddick bleibt nicht viel Zeit. Ein starker Regen naht – und mit ihm eine tödliche Gefahr …

Meine Meinung

Der Überraschungshit „Pitch Black – Planet der Finsternis“ ist eine dreckige Mischung aus Science-Fiction, Action und Horror. Nicht besonders originell, aber spannend inszeniert und mit einem der coolsten Antihelden aller Zeiten gesegnet. Die vier Jahre später entstandene Fortsetzung „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ versuchte das Universum rund um die Hauptfigur weiter auszubauen und setzte auf fantastische Schauwerte, scheiterte nach Meinung vieler jedoch an einer eher holperig erzählten Story. Mit „Riddick – Überleben ist seine Rache“ geht es nun wieder zurück zum Ursprung. Sowohl inhaltlich als auch optisch.

Sieht man von den ersten 30 Minuten ab, in denen Riddick sich in der neuen Welt zurecht- und seine animalischen Instinkte wiederfinden muss, wiederholt Regisseur und Drehbuchautor David Twohy das Konzept des Erstlings schon beinahe sklavisch. Eine mehr oder weniger zusammengewürfelte Gruppe, ein tödlicher Planet, düstere Atmosphäre, gefährliche Aliens – und mittendrin ein zynischer Riddick. Das ist zwar nicht besonders originell, wirkt dafür jedoch umso ehrlicher, da Twohy und Diesel den Fans letztlich exakt das geben, was sie sich nach „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ gewünscht hatten.

Dass es dennoch nicht zum ganz großen (B-Movie-)Wurf reicht, liegt nicht an den teils unterdurchschnittlichen Effekten. Auch nicht an den unnötigen Längen, die sich insbesondere im Mittelteil negativ bemerkbar machen. Und auch nicht an den Dialogen, die sich teilweise nur mit viel gutem Willen als solche bezeichnen lassen. Nein, es liegt schlicht und einfach an den fehlenden Riddick-Momenten. Momente, die so dämlich und gleichzeitig so cool sind, dass sie in Erinnerung bleiben. Zwar gibt es auch dieses Mal wieder den einen oder anderen trockenen Oneliner, doch die „Qualität“ der Sprüche aus den Vorgängern wird leider zu keiner Zeit erreicht.

Unterhaltsam ist der Film aber allemal. Nicht zuletzt dank der toll designten Kreaturen und David Twohys gutem Gespür für knackig inszenierte Actionszenen im Science-Fiction-Gewand. Ein weiterer Teil darf also gerne kommen. Dann aber bitte wieder mit etwas mehr Inhalt und erinnerungswürdigeren Einzelszenen.

Mein Fazit

Trotz seiner unübersehbaren Schwächen ist „Riddick – Überleben ist seine Rache“ ein unterhaltsamer Science-Fiction-Action-Horror-Mix, der die meisten Fans der Vorgänger zufrieden stellen dürfte.

Meine Wertung: 7/10

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Ein kurzes Fazit zu … „Fire With Fire“

Der Feuerwehrmann Jeremy (Josh Duhamel) wird unfreiwillig Zeuge, wie der Soziopath David Hagan (Vincent D’Onofrio) einen Ladenbesitzer und dessen Sohn kaltblütig ermordet. Um Jeremy bis zur Gerichtsverhandlung schützen zu können, wird er von Mike Cella (Bruce Willis) in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Doch Hagan kann ihn ausfindig machen und setzt seine Killer auf Jeremy und dessen Freunde an. Auf sich allein gestellt, dreht Jeremy den Spieß kurzerhand um und macht unerbittlich Jagd auf Hagan …

„Fire With Fire“ ist ein von Anfang bis Ende durchschnittlicher Selbstjustiz-Actionthriller, der dem Genre absolut nichts Neues hinzuzufügen weiß. Die Story ist komplett vorhersehbar, die Inszenierung nur leidlich spannend und die wenigen Actionszenen sind zwar solide, aber trotz überdurchschnittlicher Härte unspektakulär. Racheengel Josh Duhamel gibt sich redlich Mühe, wirkt jedoch ein wenig überfordert, während Rosario Dawson, Bruce Willis und Julian McMahon einen eher unterforderten Eindruck hinterlassen und irgendwie verschenkt wirken. Die besten Momente gehören ohnehin Vincent D’Onofrio als kaltblütigem Killer. Auch wenn dieser schon beinahe als Karikatur durchgehen könnte.

Ein typischer Film für einen verregneten Abend auf der Couch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Meine Wertung: 5/10

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Im Kino gesehen: The World’s End

2004 ließ Regisseur Edgar Wright die Freunde Simon Pegg und Nick Frost in „Shaun Of The Dead“ gegen Zombies antreten, 2007 folgte mit „Hot Fuzz“ der Kampf gegen schwer bewaffnete Kleinstädter. Mit „The World’s End“ legt das Dreiergespann nun den Abschluss der sogenannten „Blut und Eiscreme“-Trilogie vor. Die Erwartungen der Fan-Gemeinde waren riesig – und auch wenn diese nicht vollends erfüllt werden, haben Wright, Pegg und Frost einmal mehr einen herrlich schrägen und unterhaltsamen Film abgeliefert …

Worum geht’s

Als Jugendliche versuchten sich Gary King und seine Freunde an der „Goldenen Meile“, einer in Newton Haven legendären Kneipentour, die durch zwölf Pubs bis ins World’s End führt. Und scheiterten. 20 Jahre später trommelt Gary (Simon Pegg) seine Freunde von damals (Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman und Eddie Marsan) wieder zusammen, um diese unerledigte Angelegenheit ein für alle Mal abzuschließen. In Newton Haven angekommen, müssen die fünf Musketiere erkennen, dass die Stadt noch langweiliger geworden ist, als sie sie ohnehin in Erinnerung hatten. Nicht nur die Pubs sehen sich erschreckend ähnlich, auch die Einwohner verhalten sich nahezu emotionslos. Als Gary sich auf dem Klo mit einem Jugendlichen anlegt, was in einer gewalttätigen Auseinandersetzung mündet, kommt er einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur …

Meine Meinung

„The World’s End“ beginnt exakt so, wie ich es mir gewünscht hatte: Mit sympathischen Figuren, pointierten Dialogen und einer Prise Gesellschaftskritik. Die Einführung sowie die Wiedervereinigung der Figuren ist extrem witzig geraten und steckt voller schnippischer Dialoge, die man beim ersten Mal vermutlich gar nicht alle richtig zu würdigen weiß. Die Ankunft im Heimatort gerät zu einer Abrechnung mit der Globalisierung und der daraus resultierenden fehlenden Individualität. Dass sämtliche Pubs inzwischen so weit „verstarbuckt“ wurden, dass sie sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen und sich wie ein Ei dem anderen gleichen, wird hier grandios eingefangen und sorgt abermals für jede Menge Schmunzler. Und in den etwas leiseren Momenten des Films wird den Figuren beinahe beiläufig Tiefe verliehen, indem längst vergessen geglaubte Erinnerungen aus der Vergangenheit ans Tageslicht gebracht werden. So weit, so gelungen.

Leider verliert sich der Film ein wenig in sich selbst, je mehr die eigentliche Handlung an Fahrt aufnimmt. Zwar bereitet es weiterhin Spaß, der aus „Die Frauen von Stepford“, „Die Körperfresser kommen“ und „Das Dorf der Verdammten“ zusammengesetzten Geschichte zu folgen, doch regen einige Szene auch zum kräftigen Kopfschütteln an. Insbesondere Garys Verhalten lässt zeitweise jeglichen gesunden Menschenverstand vermissen, auch wenn versucht wird, dem Zuschauer die hinter seinen Taten stehende Logik aus Garys Sicht zu erklären. Und die finale Auseinandersetzung mit der für die Ereignisse verantwortlichen Macht ist so schräg, dass ich selbst heute, zwei Tage nach dem Kinobesuch, nicht weiß, was ich davon halten soll. Dennoch überzeugt auch die zweite Hälfte des Films, wenn auch mit Abstrichen, durch nette Seitenhiebe, zum Beispiel auf den anhaltenden Jugendwahn, ein flammendes Plädoyer für das Recht auf Fehler sowie den wohl gelungensten Cornetto-Auftritt der Trilogie.

Mein Fazit

Auch wenn „The World’s End“ nicht ganz die Klasse seiner Vorgänger erreicht, stellt der Film einen gelungenen Abschluss der „Blut und Eiscreme“-Trilogie dar. Für Fans des Wright-Pegg-Frost-Trios ohnehin ein Pflichttitel!

Meine Wertung: 7/10

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Ein kurzes Fazit zu … „White House Down“

Kurz nach „Olympus Has Fallen“ wird das Weiße Haus erneut von Terroristen eingenommen. Und wieder kann nur ein Mann die Katastrophe verhindern. In Roland Emmerichs Variante muss nun Channing Tatum den Tag retten. Stilecht im John-McClane-Gedächtnis-Unterhemd. Doch so ähnlich beide Filme auf den ersten Blick auch scheinen, sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Waren in „Olympus Has Fallen“ noch eine kleine Armee und gnadenlose Härte nötig, um das Weiße Haus einzunehmen, genügen in „White House Down“ eine Bombe und ein gutes Dutzend Krimineller, die laut Film Profis sein sollen, sich jedoch wie die letzten Deppen verhalten. Immerhin stehen sie damit auf einer Stufe mit dem Militär, welches selbst damit überfordert ist, mit einem Panzer ein Loch in einen Zaun zu schießen. Und mitten drin tummeln sich ein sympathischer, aber blasser Channing Tatum, Jamie Foxx als Kumpel Jesus Präsident und ein Rundgangsführer in Geiselhaft, der trotz zahlreicher Explosionen und Totesopfern die Terroristen ermahnt, doch bitte besser auf die wertvolle Inneneinrichtung zu achten.

Schon klar, die ganze Chose soll nicht so bierernst wie „Olympus Has Fallen“, sondern auch ein wenig lustig sein, doch die meisten der witzig gemeinten Szenen wie auch ein Großteil der Sprüche sind so dämlich und deplatziert, dass ich mich frage, ob Roland Emmerich beim Dreh einen lockeren Actionfilm oder ein Parodie im Sinn hatte. Für letzteres spricht, dass die Actionszenen zwar solide inszieniert sind, letztlich aber unspektakulär ausfallen und nicht mal im Ansatz in Erinnerung bleiben.

Sorry, Herr Emmerich, aber das war nichts …

Meine Wertung: 4/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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