Crystal Lake Memories – Die ganze Geschichte von Freitag der 13.

Hiermit möchte ich offiziell allen Horrorfans die Dokumentation „Crystal Lake Memories – Die ganze Geschichte von Freitag der 13.“ ans Herz legen.

In über sechs (humorvollen und extrem kurzweiligen) Stunden gibt’s unzählige Informationen und Anekdoten – nicht nur zu den Filmen, sondern auch zu der bei uns als „Erben des Fluchs“ bekannten TV-Serie. Darsteller, Regisseure, Drehbuchautoren, Maskenbildner – hier kommt jeder zu Wort, der etwas Interessantes und/oder Lustiges beizutragen hat.

Ist die Dokumentation vorbei, sind einem selbst die „misslungenen“ Filme der Reihe sympathisch. Für Jason-Voorhees-Fans (und solche, die es werden wollen) ein absolutes Muss!

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Im Kino gesehen: Fast & Furious 7

Was hatte ich mich auf „Fast & Furious 7“ gefreut. Endlich sollte der meiner Meinung nach stark unterschätzte und zeitlich zwischen Teil 6 und 7 angesiedelte „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ in die Reihe integriert werden. Und dann war da noch der düster dreinblickende Jason Statham, der im gelungenen Cliffhanger des sechsten Films als neuer Gegner eingeführt wurde. Was könnte da schon schiefgehen? Leider eine ganze Menge …

Worum geht’s

Den Terroristen Owen Shaw (Luke Evans) konnten Dominic Toretto (Vin Diesel) und seine Freunde aufhalten, haben damit aber den Zorn von Owens Bruder Deckard Shaw (Jason Statham) auf sich gezogen. Der hervorragend ausgebildete Ex-Agent befördert Hobbs (Dwayne Johnson) ins Krankenhaus, tötet Han (Sung Kang) und sprengt das Haus der Torettos in die Luft. Um Deckard zu fassen, gehen Toretto und sein Team auf ein Angebot des mysteriösen Mr. Nobody (Kurt Russel) ein. Dieser benötigt einen Computerchip, um ein modernes Überwachungssystem, das Auge Gottes, in Betrieb nehmen zu können. Mit diesem Überwachungssystem wäre es möglich, Deckard ausfindig zu machen und vom Gejagten zum Jäger zu werden. Allerdings befindet sich der Hacker Ramsey, die einzige Person, die weiß, wo sich dieser Chip befindet, in den Händen der Terroristen Jakande (Djimon Hounsou) und Kiet (Tony Jaa) …

Meine Meinung

„Fast & Furious 7“ beginnt vielversprechend. Deckard Shaw besucht in einer friedlichen Szene seinen im Koma liegenden Bruder im Krankenhaus. Erst beim Verlassen des Gebäudes erfährt das Publikum, dass Deckard das halbe Krankenhaus in Schutt und Asche gelegt hat, um seinen Bruder besuchen zu können – und es offenbar nichts und niemanden gibt, was ihn daran hindern kann, sein Ziel zu erreichen. Genau so führt man einen ernstzunehmenden Gegner ein! Leider ist von der durch Deckard Shaw ausgehenden Bedrohung im späteren Film nicht mehr viel zu spüren, so dass nicht nur dieser gelungene Einstieg, sondern auch Jason Statham komplett verschenkt wirkt. Dasselbe gilt für Djimon Hounsou, Tony Jaa und insbesondere Ronda Rousey, die zwar allesamt böse gucken dürfen, letztlich aber nicht viel mehr als größere Gastauftritte absolvieren und dem Team nur selten ernsthaft gefährlich werden.

Deutlich interessanter als die Gegner sind die scheinbar unmöglichen Missionen, die das Team erfüllen muss, um Deckard Shaw aufhalten zu können. Mal muss ein Hacker aus einem bewachten Konvoi befreit, mal ein Chip aus dem obersten Stock eines Hochhauses in Abu Dhabi gestohlen werden – wie es der Zufall will, während einer Party der Reichen und Schönen. Es hätte mich nicht gewundert, wären Toretto und sein Team dort auf Ethan Hunt gestoßen, an dessen Abenteuer der Film in seinen besten Momenten erinnert.

Leider steht diesen durchaus unterhaltsamen Episoden der Verzicht auf jeglichen Realismus im Weg. Was sich bereits im letzten Teil andeutete, wird im siebten Film der Reihe nun auf die Spitze und darüber hinaus getrieben. Dass Autos mit Fallschirmen aus einem Flugzeug geworfen werden und wie durch ein Wunder auf der Straße landen – geschenkt. Immerhin darf diese Szene in all ihrer Absurdität für einen durchaus gelungenen Witz herhalten. Doch dass ein Sportwagen zwischen den Etihad-Türmen umherspringt, Beifahrer während der Fahrt im Drift die Autos durch die Seitenscheiben wechseln und Sprengstoff im Sprung an anderen Fahrzeugen angebracht wird (ihr erinnert euch an die ähnlich alberne Szene in „Transporter – The Mission“?), ist so dermaßen dämlich, dass es keinen Spaß mehr bereitet.

Hinzu gesellt sich eine im letzten Drittel ausufernde und an die „Transformers“-Reihe erinnernde Materialschlacht, die umso stärker ermüdet, je länger sie dauert. Wenn hier alles in Schutt und Asche gelegt wird, ist das weder originell noch packend. Nicht zuletzt, da die Schnitte in den Actionszenen zuweilen recht hektisch ausfallen, so dass die Übersichtlichkeit nicht immer gegeben ist, was sich insbesondere in den an sich gut choreographierten Mann-gegen-Mann bzw. Frau-gegen-Frau-Kämpfen störend auswirkt.

Die Themen Freundschaft und Familie sind selbstverständlich auch in „Fast & Furious 7“ wieder die Eckpfeiler der Geschichte, wirken stellenweise jedoch unausgereift und aufgesetzt. Dass Mia zum Beispiel ihren Brian einmal mehr in den möglichen Tod schickt, wirkt mit Blick auf die Umstände alles andere als glaubhaft. Und der durchaus sentimentale Abschied in der Endsequenz ergibt mit Blick auf Paul Walkers tragischen Tod durchaus Sinn, will aber nicht so recht in den Kontext des Films passen. Hier merkt man als Zuschauer schon recht deutlich, dass das Team sich nicht von der Figur Brian O’Conner, sondern von seinem Freund und Kollegen Paul Walker verabschiedet. Unpassend? Vielleicht. Aber auch gnadenlos ehrlich. Und ein Beweis dafür, dass das Filmteam das Herz am rechten Fleck trägt.

Mein Fazit

Hoffnungslos übertriebenes Spektakel, das nach einem gelungenen Einstieg mit Vollgas ins Absurde rast und am Ende in seiner eigenen Action untergeht.

Meine Wertung: 6/10

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Blog-Parade: Hochgradig überfällige Buchverfilmungen

Ach herrje, der Micha hat mich für eine Blog-Parade nominiert. Mich. Wo doch (fast) jeder weiß, dass Blog-Paraden und ich ungefähr so gut zusammenpassen wie Danny Trejo und Jessica Alba. Aber gut, weil letztere Paarung in „Machete“ durchaus funktioniert hat, mache auch ich heute eine Ausnahme und nehme an dieser Blog-Parade teil. Nicht zuletzt, weil ich tatsächlich ein paar Bücher kenne, die ich schon seit Jahr(zehnt)en gerne als Film im Kino sehen würde …

F. Paul Wilson: Die Prüfung (1995)

Die junge Quinn möchte Medizin am Ingraham studieren. Durch einen Trick schafft sie es durch die Aufnahmeprüfung des exklusiven Instituts und scheint dadurch ihr Ziel erreicht zu haben. Doch schon bald muss Quinn feststellen, dass hinter den Mauern Ingrahams nicht alles mit rechten Dingen zugeht …
F. Paul Wilsons „Die Prüfung“ ist eines der wenigen Bücher, das ich nicht nur gerne, sondern auch öfter gelesen habe. Und das aus gutem Grund. Der Medizin-Verschwörungsthriller ist von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur und das bislang einzige Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe, weil ich es schlicht nicht zur Seite legen konnte. Und schon damals war ich der festen Überzeugung, dass sich diese Geschichte hervorragend für die große Leinwand eignet. Keine Ahnung, wieso Hollywood hier bislang noch nicht zugeschlagen hat.

F. Paul Wilson: Die Gruft (1984)

Seit einer furchtbaren Tragödie lebt Jack anonym im Untergrund. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich als Handyman, eine Art Privatdetektiv, der immer dann gerufen wird, wenn die gewöhnlichen bzw. legalen Mittel nicht ausreichen. Durch seine Aufträge kommt Jack einer mystischen Macht auf die Spur, deren Ziel es ist, die gesamte Menschheit zu vernichten …
Schon wieder F. Paul Wilson. Der Roman „Die Gruft“ steht hierbei stellvertretend für alle Handyman-Jack-Romane und im weiteren Sinne auch für Wilsons Widersacher-Zyklus, dessen Handlung im Lauf der Geschichte immer wieder Handyman Jacks Welt kreuzt und gemeinsam in einem großen Finale gipfelt. Wer sich auch nur ansatzweise für Geschichten interessiert, in denen Drama, Thriller, Action, Fantasy, Mystery und Horror Hand in Hand gehen, sollte diese Romane gelesen haben. Allerdings nur in der korrekten Reihenfolge und möglichst zügig hintereinander, da die Geschichten aufeinander aufbauen und die Handlung ansonsten schlicht zu verwirrend ist.
Während Handyman Jack in Hollywood bislang keine Rolle spielte, versuchten sich die Studios bereits 1983 an dem ersten Roman des Widersacher-Zyklus. Der damals noch unbekannte Michael Mann verfilmte die in der Nazizeit angelegte Geschichte mit Scott Glenn, Jürgen Prochnow, Ian McKellen und Gabriel Byrne in den Hauptrollen. „Die unheimliche Macht“ (im original „The Keep“) bekam durchaus positive Kritiken, floppte aber dennoch an den US-Kinokassen, ist bis heute nicht auf DVD geschweige denn Blu-ray erhältlich und nur mit viel Glück mal im TV zu sehen. Ein Glück, welches mir bis heute leider nicht hold war.

Richard Doetsch: Die 13. Stunde (2010)

Ein Flugzeugabsturz fordert 212 Tote. Unter ihnen hätte sich auch Nicholas Quinns Frau Julia befinden müssen, doch diese wird erschossen im Haus der Quinns aufgefunden und Nicholas als Tatverdächtiger festgenommen. Im Verhörraum der Polizei kommt ein Unbekannter auf Nicholas zu und bietet ihm die Chance, nicht nur Julias Mord, sondern auch den Absturz der Maschine zu verhindern. Doch er hat nur 13 Stunden Zeit …
Wer Zeitreise-Geschichten und Christopher Nolans „Memento“ mag, wird „Die 13. Stunde“ lieben. Und mehr möchte ich zu diesem Roman auch nicht schreiben, um nicht zu viel von der Handlung zu verraten. Dass diese durchaus kinotauglich ist, hat wohl auch 20th Century Fox erkannt und sich bereits vor einigen Jahren die Filmrechte gesichert. Wieso das Projekt bis heute nicht umgesetzt wurde, ist mir ein Rätsel.

So, das waren meine drei hochgradig überfälligen Buchverfilmungen. Neben mir waren noch Duoscope, Passion of Arts, Cellurizon und Der Filmaffe nominiert. Vergesst also nicht, auch bei denen vorbeizuschauen!

Ich hingegen nominiere hiermit Filmherum, Moviescape, Xanders Blog, Medienjournal und jeden, der zu diesem Thema etwas zu sagen hat!

P.S.: Sollte einer der von mir genannten Romane bereits verfilmt worden sein, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis! Manchmal entgeht einem ja die eine oder andere Information …

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The Boy Next Door

Erkenntnisse aus dem Stalker-Thriller „The Boy Next Door„:

Rob Cohen kann unterhaltsame Filme drehen, tut dies aber schon seit Jahren nicht mehr.

Jennifer Lopez sieht immer noch recht knackig aus, kann darstellerisch aber nach wie vor nur in seltenen Momenten überzeugen.

27-jährige Darsteller, die 19-jährige Teenager spielen, wirken zu 99% unglaubwürdig.

Es gibt einen Unterschied zwischen „altmodisch inszeniert“ und „langweilig inszeniert“.

Ein hoher Gewaltgrad im Finale kann ziemlich deplatziert wirken.

Und zu guter Letzt: Drehbücher dürfen alles, da logik, vernunft und kontinuität in Hollywood kleingeschrieben werden.

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Im Kino vorgelesen bekommen: „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“

Vor kurzer Zeit, in einem Kino, gar nicht weit entfernt …

[Projektix liest „Krieg der Sterne“]

Es herrscht Vorfreude. Die pünktlich erschienenen Zuschauer, deren Eintrittskarten am Eingang wachenden Auges kontrolliert wurden, haben ihren ersten Sieg gegen die nachrückenden Gäste errungen.

Während der Platzwahl ist es den gut gelaunten Zuschauern gelungen, einen Blick auf die ausgebreiteten Hilfsmittel der Comic-Lese-Gruppe Projektix zu werfen, den REQUISITEN, eine Sammlung, deren Umfang ausreicht, um ein ganzes Kinderzimmer zu füllen.

Angetrieben von einer bekannten Melodie, erheben sich Thies, Dirk, Jessica und Eric von ihren Plätzen in Richtung Bühne, als Sprecher der bekannten Figuren, die ihre Fans seit Jahrzehnten begeistern und dem Publikum auch an diesem Abend große Freude bereiten werden …

Donnerstagabend. 20:30 Uhr. Meine attraktivere Hälfte und ich sitzen im Kino. Doch zur Abwechslung schauen wir keinen Film, sondern lassen uns „Krieg der Sterne“ vorlesen. Um ganz exakt zu sein, wir lassen uns „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ vorlesen. In der Special Edition. Von der in Kiel beheimateten Comic-Lese-Gruppe Projektix, bestehend aus den Sprechern bzw. Darstellern Thies John, Dirk Rath, Jessica Dahlke, Eric Gabriel und dem für die Technik zuständigen Pierre Schmalfeldt.

Von allerlei Kinderspielzeug und zweckentfremdeten Alltagsgegenständen wie Pfannen, Mülleimern und ausgemusterten Sicherungen unterstützt, lesen die vier Sprecher die Originaldialoge des Films, schlüpfen in die absurdesten Kostüme und hauchen den Figuren dank verschiedener Dialekte gänzlich neues Leben ein. Selbstverständlich nicht, ohne dabei ab und an dezent vom Originaldrehbuch abzuweichen und einzelne Szenen respektvoll ins Lächerliche zu ziehen.

Was genau sich die Gruppe alles hat einfallen lassen, werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich werde nicht mal Beispiele bringen, denn oft ist es die Überraschung, die der Szene ihre Macht verleiht. Glaubt mir einfach, wenn ich schreibe, dass die Pointen zahlreich sind, zu 99% sitzen und man sich als Filmnerd zusätzlich über diverse Anspielungen auf andere Filmreihen freuen darf. Lediglich eine Idee mit eingespielten Liedern aus dem Pop- und Schlagerbereich nutzte sich meiner Meinung nach mit der Zeit etwas ab, aber das ist Meckern auf verdammt hohem Niveau.

„Ich kann so nicht manövrieren!“

Zur wohl größten Stärke der Gruppe gehört in meinen Augen, dass kleine Pannen und Aussetzer nicht nur charmant überspielt, sondern spontan in das Programm eingebunden werden. Oft war ich mir gar nicht sicher, ob die Szene in der dargestellten Form wirklich geplant oder schlicht improvisiert war. Dafür hatte ich in jeder Minute das Gefühl, dass hier mit viel Spaß und vor allem Herz gearbeitet wird. Und dieser Spaß überträgt sich definitiv auf die Zuschauer!

In diesem Sinne vielen Dank an die Projektix-Gruppe für den spaßigen Abend! Wir sehen uns spätestens bei eurer „Das Imperium schlägt zurück“-Lesung. Möge die Macht bis dahin mit euch sein!

P.S.: Falls ihr euch die Lesung nach all dem Lob gerne anschauen würdet, muss ich euch leider enttäuschen: Derzeit scheint es keine weiteren Vorstellungen zu geben, ich habe wohl die vorletzte (die letzte findet statt, während ich diese Zeilen tippe) erwischt. Ich drücke euch aber die Daumen, dass die Gruppe nur pausiert und ihre Tour demnächst fortsetzt. Besucht am besten regelmäßig die offizielle Projektix-Seite, dort findet ihr nicht nur künftige Termine, sondern auch diverse Hintergrundinformationen und Bilder.

Update vom 31.03.

Am 24. April gibt es einen Zusatztermin in der Wiker Post! Also: Karten reservieren! Hingehen! Spaß haben!

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“Mission: Impossible – Rogue Nation”: Nach dem Teaser folgt der Trailer!

Nachdem gestern der erste kurze Teaser veröffentlicht wurde, folgt bereits heute der komplette Trailer zur fünften scheinbar unmöglichen Mission. Und das sogar in deutscher Sprache.

Was der Trailer zeigt? Rasante Action, hübsche Frauen, coole Sprüche, witzige Szenen – und natürlich Tom Cruise. Oder anders formuliert: Eine Mischung, die mich definitiv ins Kino treiben wird!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=yfH0UNrMs4o]

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Ein kurzes Fazit zu … „Fifty Shades Of Grey“

Mauerblümchen Anastasia Steele (Dakota Johnson) darf ihre kränkelnde Mitbewohnerin vertreten und den mysteriösen Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) für eine Studentenzeitung interviewen. Voneinander angezogen, beginnen Ana und Christian eine Beziehung, die durch Christians Vorlieben alsbald auf eine harte Probe gestellt wird …

So sehen also die verfilmten SM-Fickelfantasien eines fünfzigjährigen Twilight-Groupies aus. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Dass ich Vorurteile habe, seit ich weiß, dass es sich bei „Fifty Shades Of Grey“ ursprünglich um nichts anderes als die Fan-Geschichte einer Beinahe-Fünfzigjährigen handelt, die so sehr von der Twilight-Saga begeistert war, dass sie sich genötigt fühlte, eine eigene Geschichte rund um Bella Swan und Edward Cullen zu schreiben. Oder dass der Film so ziemlich jedes meiner Vorurteile bestätigt.

Für Ana, die sich, so naiv wie wuschig, alles gefallen lässt, um ihren gutaussehenden, reichen Prinzen zu halten (nicht zuletzt, weil dieser im Inneren bestimmt ein total romantisches Kerlchen ist, dem nur die richtige Frau fehlt), würde jeder männliche Autor auf dem Scheiterhaufen des modernen Feminismus verbrannt werden. Und dass Christians sexuelle Vorlieben selbstverständlich das Ergebnis traumatischer Kindheitserlebnisse sind, ist schlicht ärgerlich und dürfte ein Schlag ins Gesicht derer sein, die solche Praktiken ausüben und dadurch einmal mehr in die Psycho-Ecke geschoben werden. Hinzu gesellen sich vermeintlich bedeutungsschwangere Dialoge („Ana.“ „Christian.“ … „Schläfst du jetzt mit mir?“ „Ich schlafe nicht mit jemandem. Ich ficke … hart.“), für die sich beim Vorlesen selbst ein Grundschüler schämen würde, und „skandalöse“ Sex-Szenen, die so harmlos sind, dass sie allenfalls prüde Amerikaner und verklemmte Christen erröten lassen dürften. Mal unter uns: Wer schon mal das Licht beim Sex angelassen hat, nicht ausschließlich die Missionarsstellung kennt und weiß, dass ein Körper beim Liebesspiel mehr als nur gestreichelt werden kann, wird von dem Gezeigten nicht überrascht werden.

Was bleibt, ist eine inhaltlich mehr als dürftige Geschichte. Und ein biederes Weltbild, welches mehr über die Autorin aussagt, als dieser lieb sein kann.

Meine Wertung: 3/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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