Blade – Die Jagd geht weiter

Am Montag war es also endlich soweit: Die US-Serie „Blade – The Series“ erblickte das Licht der deutschen TV-Welt. Unter normalen Umständen würde ich an dieser Stelle etwas über Darsteller, Charaktere, Geschichte und Inszenierung schreiben, doch stattdessen werde ich mich auf 10 Aussagen beschränken, die durch die erste Episode von „Blade – Die Jagd geht weiter“ (ich liebe deutsche Untertitel) bestätigt wurden:

1. „Blade: Trinity“ ist zwar keine Offenbarung, aber es geht noch wesentlich schlechter.

2. Egal ob im Kino oder im TV: Synchronsprecher müssen sorgfältig ausgewählt werden. Unmotivierte oder künstliche Sprecher ruinieren selbst den besten Ansatz.

3. Jeder Held ist nur so gut wie sein Bösewicht: Gegen Marcus Van Sciver wirkt ja selbst das Sandmännchen noch dämonisch.

4. In der Pilotfolge sollte der Hauptcharakter, die Bezeichnung verrät es bereits, einen Hauptteil der Zeit spendiert bekommen und nicht nur als Randfigur auftauchen.

5. Gute Effekte alleine reichen nicht aus – auch nicht bei TV-Serien.

6. Nicht jeder tätowierte Schwarze ist cool – und wenn ein pummelig wirkender, tätowierter, uncooler Schwarzer mit Babyface krampfhaft versucht cool zu wirken, wird es höchstens lächerlich.

7. Sticky Fingaz kann nicht kämpfen!

8. Sticky Fingaz ist nicht Wesley Snipes!

9. Sticky Fingaz ist nicht Blade!

10. Wesley Snipes ist Blade!

Selbstverständlich werde ich „Blade – Die Jagd geht weiter“ bis zum bitteren Ende verfolgen, jedoch nicht, weil ich masochistisch veranlagt bin, sondern weil tief in mir ein naiver Optimist schlummert, der darauf hofft, dass die Macher die Kurve noch kriegen.

In diesem Sinne: Drücken wir uns gegenseitig die Daumen und hoffen wir darauf, dass alles irgendwann gut wird!

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„Hostel: Teil 2“ zu brutal für Deutschland

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass meine in England bestellte DVD von „The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ seit Wochen auf sich warten lässt, ist nun das nächste traurige Gerücht aus der Schnittküche bestätigt worden:

„Hostel: Teil 2“ ist durch die FSK-Prüfung gerasselt, wurde entsprechend geschnitten und wird, wenn überhaupt, nur in den wenigsten deutschen Kinos in der vollständigen Fassung zu sehen sein.

Glaubt man den diversen Foren, wurde der Film um 1,5 bis 2 Minuten erleichtert, was ihn in dieser Form, zumindest für mich, ungenießbar macht.

Was bleibt, ist die winzige Hoffnung, den Film später auf DVD in der ungeschnittenen Fassung konsumieren zu können. Sollte dies mit der deutschen DVD nicht möglich sein, wird das Geld halt wieder nach England überwiesen – und wehe, es beschwert sich jemand über geringe Zuschauerzahlen und/oder niedrige DVD-Verkäufe in good old germany!

Btw.: Wer sich eine der zur Diskussion stehenden Szenen anschauen möchte, wird hier auf der offiziellen Sony-Seite fündig. Aber pssssst!

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Das perfekte Verbrechen

Im Schatten diverser Sommer-Blockbuster startete „Das perfekte Verbrechen“ eher unbemerkt in den deutschen Kinos: Sich gegen verfluchte Piraten oder Superspinner behaupten zu müssen, dürfte allerdings auch keine leichte Aufgabe sein.

Worum geht’s

Der hoch intelligente Ted Crawford (Anthony Hopkins) findet heraus, dass seine Frau ihn betrügt. Jeder andere Mann würde mit seiner Frau reden, sie ggf. verlassen, doch da es sich hierbei um einen Thriller handelt, schießt Crawford ihr kaltblütig in den Kopf. Statt die Tat zu vertuschen oder die Flucht zu ergreifen, wartet er neben seiner schwer verletzten Frau auf die Polizei, lässt sich widerstandslos verhaften und gibt noch am selben Abend ein Geständnis ab.
Der scheinbar wasserdichte Fall wird dem aufstrebenden Junganwalt Willy Beachum (Ryan Gosling) übergeben, doch bereits die Vorverhandlung wartet mit einer Überraschung auf: Der Angeklagte plädiert auf „Nicht schuldig“ und besteht darauf, sich vor Gericht selbst zu verteidigen. Zu spät erkennt Beachum, dass er nur ein weiteres Teil eines raffinierten Plans ist…

Meine Meinung

Auch wenn ich es eigentlich nicht machen sollte, beginne ich diesmal mit dem großen Kritikpunkt des Films: Seiner Vorhersehbarkeit. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich inzwischen zu viele Filme im Allgemeinen bzw. zu viele Justizfilme im Speziellen gesehen habe, aber überraschen konnte mich der Film an nur einer Stelle – und das vermutlich auch nur, weil ich mir über diese Stelle keine Gedanken gemacht hatte. Der gesamte Plan Crawfords war mir spätestens im Gerichtssaal klar, so dass sich die Spannung eigentlich nur noch darauf bezog, ob er damit durchkommen und wann bzw. ob Beachum ihn durchschauen würde.

Ansonsten macht der Film alles richtig, wobei die Dialoge zwischen dem arrogant-siegessicheren Crawford und dem immer nervöser werdenden Beachum naturgemäß die Highlights darstellen.

Neben den Szenen vor Gericht und den Thriller-Elementen behandelt Regisseur Gregory Hoblit (Zwielicht, Das Tribunal) die für dieses Genre typischen Moralfragen wie z.B. das Fälschen von Beweisen und präsentiert dem Zuschauer als Nebenplot eine kleine Liebesgeschichte. Diese mag auf den Einen oder Anderen vielleicht aufgesetzt wirken, doch ist sie notwendig, um Beachums Antrieb sowie seine Charakterwandlung vom auf die Karriere bedachten zum an die Gerechtigkeit glaubenden Anwalt anzustoßen.

Bezogen auf die Schauspieler lässt sich nichts Negatives von der Front berichten: Anthony Hopkins spielt zwar nur eine weitere Variation seiner Paraderolle, findet daran aber sichtlich Gefallen. Äußerst positiv überrascht wurde ich von Ryan Gosling, der seinen Charakter mit mehr Leben und vorallem Sympathie füllt, als ich es ihm zugetraut hätte. David Strathairn tritt leider nur als sympathische Nebenfigur auf, während Rosamund Pike erneut gut aussehen darf (und diese Aufgabe auch ohne große Probleme zu bewältigen weiß).

Mein Fazit

Gregory Hoblit bezeichnet seinen Film zu Recht als „Popcorn-Thriller mit Hirn“: Das Rad wird mit „Das perfekte Verbrechen“ zwar nicht neu erfunden, doch weiß der Film von Anfang bis Ende zu unterhalten und dürfte besonders Justizfilm-Einsteigern gefallen.

Wertung: 7/10

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Die Töchter des chinesischen Gärtners

Normalerweise sollte ich um diese Uhrzeit längst schlafen, doch heute muss ich mir vorher noch meinen Frust von der Seele schreiben, damit der Verdrängungsprozess sofort beginnen und der Film sich gar nicht erst in meinem Gedächtnis einbrennen kann.

Worum geht’s (Kurzfassung aus Rücksicht auf meine Leser – obwohl: Viel mehr passiert eigentlich auch nicht)

Junge Frau macht ein Praktikum bei einem chinesischen Botanik-Professor – Junge Frau und Tochter des Professors verlieben sich ineinander – Junge Frau beschließt, den Sohn des Professors zu heiraten, um der Tochter nahe zu sein – Liebe der jungen Frauen endet tragisch

Meine Meinung

Herrje, hier stimmt aber auch wirklich gar nichts: Die Charaktere sind in simples „gut“ und „abgrundtief-böse“ unterteilt, die Schauspieler agieren auf dem Niveau einer Kindergarten-Theatertruppe und die Dialoge lassen darauf schließen, dass der verantwortliche Schreiberling seine Texte noch mit Wachsmalstiften verfasst.

Hinzu kommt eine unvorstellbar dilettantische Inszenierung: Bei manchen/vielen/den meisten Szenen fragt man sich, wozu man diese nun eigentlich durchleiden musste, da sie weder die Geschichte vorantreiben noch sonst irgendwie von Bedeutung sind. Oft beschleicht einen das Gefühl, es handele sich bei „Die Töchter des chinesischen Gärtners“ ursprünglich um einen Kurzfilm, der lediglich sinnlos gestreckt wurde, um einen abendfüllenden Spielfilm zu kreieren. Und als sei dies noch nicht schlimm genug, wirken die seltenen bedeutenden Szenen so lächerlich, dass sie weder zum Nachdenken oder Trauern, sondern höchstens zum Lachen animieren.

Um dem Stil treu zu bleiben, können zu schlechter Letzt auch weder die Landschaftsaufnahmen (was hätte man für tolle Bilder in dem Garten einfangen können) noch der nervige 08/15-Score überzeugen.

Mein Fazit

„Homosexualität ist eine Krankheit – Ich bin die Medizin“

Dies scheint uns der Film in jeder überlangen Minute sagen zu wollen. Nicht, dass es sich hierbei um die Aussage des Films handeln würde: Es ist nur einfach so, dass man sich nach diesem Film wünscht, es würde die gleichgeschlechtliche Liebe nicht geben, nur um künftig von solchen Filmen verschont zu bleiben. Wie man es richtig macht, zeigt Ang Lee eindrucksvoll mit „Brokeback Mountain“.

Wertung: 1/10

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Star Wars: The Clone Wars – Erster Trailer erschienen

Der Sternenkrieg mag im Kino seinen Abschluss gefunden haben, im TV jedoch werden wir zum Glück weiterhin neue Geschichten aus dem Star Wars-Universum erleben dürfen. Neben einer Realserie wird fleißig an einem CGI-Ableger gearbeitet, zu dem man hier einen ersten Trailer bestaunen darf – möge die Macht mit den Machern sein!

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Lucky # Slevin

Das Leben ist unfair: Durchschnittliche Filme wie „The Reaping – Die Boten der Apokalypse“ oder „The Hills Have Eyes 2“ schaffen es ins Kino, ja selbst solchen Gurken wie „Fantastic Movie“ oder „Pathfinder – Die Fährte des Kriegers“ ist eine Kinoauswertung vergönnt. Und dann gibt es Filme, die definitiv ins Kino gehören, aber aus was für Gründen auch immer direkt auf Video erscheinen – „Lucky # Slevin“ ist einer dieser tragischen Fälle.

Normalerweise hätten schon die Darsteller zu einer Kinoauswertung führen müssen, ist der Film doch mit Josh Hartnett, Bruce Willis, Lucy Liu, Morgan Freeman, Ben Kingsley und Stanley Tucci hervorragend besetzt. Sei es wie es ist: Manche Dinge muss nicht nicht verstehen, es reicht, sie zu akzeptieren.

Worum geht’s:

Slevin (Josh Hartnett) hat gerade kein Glück: Seinen Job sowie seine Wohnung hat er verloren und noch dazu seine Freundin beim alten Rein-Raus-Spiel erwischt. Also besucht er seinen Freund Nick, wird jedoch bereits auf dem Weg dorthin überfallen und seiner Brieftasche beraubt. Kaum in Nicks Wohnung angekommen und mit der süßen Nachbarin Lindsey (Lucy Liu) angebandelt, wird Slevin von zwei Geldeintreibern für seinen verschuldeten Freund gehalten und zum einflussreichen Gangsterboss „Der Boss“ (Morgan Freeman) gebracht. Um seine (bzw. Nicks) Schulden zu begleichen, soll Slevin den Sohn des verfeindeten Gangsterbosses „Der Rabbi“ (Ben Kingsley) töten. Da er seine Identität nicht beweisen kann, muss sich Slevin auf die Forderung einlassen und gerät damit zwischen die Fronten zweier mächtiger Verbrechersyndikate. Schon bald haben auch der Cop Brikowski (Stanley Tucci) und der Profikiller Mr. Goodkat (Bruce Willis) ein Auge auf Slevin geworfen…

Meine Meinung:

Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, den Film so zu beschreiben, dass es ihm gerecht wird, ohne gleichzeitig zu viel von der Geschichte zu verraten: „Lucky # Slevin“ lebt von seinen Wendungen, und zwar auf erzählerischer wie auch auf inszenatorischer Ebene. Geht der Film bis zur ersten Stunde noch als schwarzhumorige Verwechslungskomödie durch, erfolgt ohne Vorwarnung ein eiskalter Stilbruch (achtet auch auf die Musik!), der den Film als knallharten Thriller zu seinem Ende führt. Einige Wendungen kann der aufmerksame Zuschauer zwar recht früh erahnen, doch gibt es genug Charaktere und Twists, deren Auflösung sich nicht vorhersehen lassen.

Was den Film neben seinen Wendungen noch auszeichnet, sind die hervorragenden Dialoge, die durchaus Erinnerungen an „Pulp Fiction“ wecken, ohne dabei wie ein billiger Abklatsch zu wirken. Besonders Slevins Gespräche mit Lindsey, den Handlangern vom „Boss“ und dem „Boss“ selbst sind zum Brüllen komisch geraten, ohne den Film dabei ins Lächerliche zu ziehen. Ein großes Kompliment geht an dieser Stelle an die Synchronisation, die bei „Lucky # Slevin“ hervorragend funktioniert.

Über die Schauspieler muss man nicht viele Worte verlieren: Josh Hartnett spielt erfolgreich gegen sein Netter-Junge-von-nebenan-Image an, Lucy Liu ist einfach nur zum Knuddeln und Bruce Willis beweist mal wieder, dass er nach wie vor der coolste Hollywood-Star ist (besonders in den Szenen, die es leider nicht in den Film geschafft haben, aber als Deleted Scenes auf der DVD anwählbar sind). Der restliche Cast spielt auf seinem gewohnt hohen Niveau und sorgt dafür, dass die Wahl der Darsteller rundum als gelungen bezeichnet werden kann.

Es bleibt also die Frage offen, wieso es diese Perle nicht in die Kinos geschafft hat – eine zufriedenstellende Antwort wird es wohl nie geben. Ich hoffe, dass „Lucky # Slevin“ zumindest auf DVD die Beachtung erfährt, die er verdient.

Wertung: 10/10

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Weiblich, silber, flach sucht…

Als staatlich geprüfter Filmfreak ist man es gewohnt, stets die selben Fragen beantworten zu müssen:

Bekommt man davon nicht quadratische Augen? Quatsch: Ist doch inzwischen alles in 16:9!
Hast du neben deinen DVDs keine anderen Hobbys? Klar, ich gehe gern ins Kino.
Machen Horrorfilme aggressiv und primitiv? ICH BIN NICHT AGGRESSIV, DU AR***!!!

Eine weitere Frage, die ich immer wieder höre, lautet:

Wo lässt du deine ganzen DVDs? Dort:

DVD-Sammlung

Da das Limit des Schrankes inzwischen definitiv erreicht ist, bin ich derzeit auf der Suche nach einer effektiveren Möglichkeit, meine DVDs zu archivieren. Für Tipps und Ratschläge bin ich nicht nur offen, sondern auch äußerst dankbar.

P.S.: Im geschlossenen linken Teil des Schrankes lagern übrigens meine PS2-, Xbox- und Xbox360-Spiele – aber das ist eine andere Geschichte… 😉

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Wenn die Fans John Rambo unterstützen,

dann kann nur Gutes dabei rauskommen: Wer sich bei dem vorletzte Woche von AICN veröffentlichten John Rambo-Clip gefragt hat, wie die Szenen wohl in Verbindung mit dem Original-Theme von Jerry Goldsmith wirken würden, der wird nun hier fündig.

Auch wenn die Musik lediglich unangepasst einkopiert wurde, wirkt das Ganz doch wesentlich stimmiger als das Original und lässt echtes Rambo-Feeling aufkommen.

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Stirb Langsam 4.0 – Stirb Deutsch

Wer sich so wie ich bereits auf John McLanes vierten Auftritt ab dem 27.06.2007 freut, dem sei diese Seite ans Herz gelegt: Es erwarten euch die drei Stirb Langsam 4.0-Trailer in deutscher Sprache.

Allerdings sollte ich euch vorwarnen: Wer die englischen Trailer bereits auswendig kennt, dem wird auffallen, dass aus dem Highlight

„You just killed a helicopter with a car.“
„I was out of bullets.“

ein

„Du hast gerade mit deinem Auto ’nen Hubschrauber gekillt.“
„Ach, sag bloß.“

geworden ist.

Lt. Fox musste dies leider so sein, da eine sinngleiche Übersetzung nicht lippensynchron gewesen wäre. Für uns bleibt ja noch die kleine Hoffnung, dass der fertige Film einen anderen Wortlaut spendiert bekommt.

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Jungbrunnen Deutschland

Die Haare werden grauer, der Bauch wird voluminöser, und so sehr ich es auch versuche, ich kann eine Tatsache nicht mehr leugnen: Ich werde alt. Um genau zu sein 30 Jahre alt, und das bereits nächsten Monat. Dennoch fühle ich mich derzeit wieder wie ein Teenager. Doch was ist passiert? Ist da eine neue Liebe im Spiel? Oder ein revolutionäres Haarfärbemittel? Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein wenig ausholen:

Wer wie ich mit den Action- und Horrorfilmen der 80er-Jahre aufgewachsen ist, kann sich sicher noch gut an die Hürden erinnern, die es zu überwinden galt, wollte man einen solchen Film in voller Länge sehen. Schließlich mussten wir noch ohne Internet und Importe auskommen (wie haben wir das damals bloß geschafft?). Hatte man diese Hürden erstmal überwunden, konnte man aufgrund der Qualität des meist unzählige Male kopierten VHS-Tapes nur noch erahnen, dass es sich bei dem Original um einen Farbfilm gehandelt haben musste. Dennoch war man froh und stolz, sich zur Elite der Schulhof-Freaks zählen zu dürfen und Filme wie „Tanz der Teufel“ oder „Hellraiser“ ungeschnitten gesehen zu haben.

Dann wurde es lockerer in Deutschland: 80er-Jahre-Klassiker und aktuelle B-Filme erschienen ungeschnitten auf DVD, ja selbst in den Kinos ging es kontinuierlich härter zur Sache. Für uns 80er-Jahre-Kinder waren Filme wie „Saw“, „Hügel der blutigen Augen“ oder „Hostel“ zwar nichts Besonderes, aber dem gemeinen Publikum wurden völlig neue Welten eröffnet – und was noch viel wichtiger ist: Sie schienen und scheinen ihm zu gefallen!

Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten, und so wie unverständlicherweise auch Schlaghosen wieder in Mode kamen, bekommen wir Filmfans es seit einiger Zeit wieder häufiger mit gekürzten Filmen zu tun: „The Punisher“, „The Hitcher“, „Return Of The Living Dead 4“, „Return Of The Living Dead 5“, „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“, „Saw 3“, „See No Evil“, … die Liste ist lang.

Konnte man sich bislang darauf verlassen, dass auf eine geschnittene Kinoauswertung eine ungeschnittene DVD-Fassung folgt, beginnt nun auch hier wieder das große Bangen: „Saw 3“ und „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ zum Beispiel werden in Deutschland nur in gekürzten Fassungen erhältlich sein. Wer den kompletten Film sehen möchte, muss zur Importfassung greifen, welche nur mit Glück eine deutsche Tonspur enthält.

Liebe Filmstudios,

auch wenn ich mich dadurch in die 80er zurückversetzt und entsprechend verjüngt fühle, bitte bitte bitte lasst dies nicht zur Gewohnheit werden und zeigt genug Mut, einen Film auch auf die Gefahr einer Indizierung hin ungeschnitten in Deutschland zu veröffentlichen. Wir Filmfans sind es, die euch seit Jahren im Kino den Rücken stärken. Wir Filmfans sind es, die eure Filme erst auf VHS, dann auf DVD und nun auf HD DVD oder Blu-ray kaufen. Und wir Filmfans sind es, die einen Film so sehen möchten, wie er vom Regisseur gedacht war – unabhängig davon, wie die FSK das beurteilt.

In diesem Sinne wünsche ich mir zu meinem dreißigsten Geburtstag von euch nur eines: Eine ungeschnittene Filmzukunft!

Im Voraus vielen Dank.
Euer Sven

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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