Geschaut: „Die nackte Kanone“ (2025)

Es ist Samstag und ich habe Hausarrest. Modernen Hausarrest. Ich warte auf ein Paket. Sogar auf zwei Pakete. Von zwei unterschiedlichen Lieferdiensten. Also werde ich meine Wohnung heute wohl nicht verlassen können. Tja, dann muss ich den Tag wohl mit Filmen und Videospielen verbringen. Ärgerlich, aber nützt ja nix. Vorher gibt’s aber noch flott eine kurze Review zu dem neuen „Die nackte Kanone“. Die schiebe ich schon viel zu lange vor mir her.

Worum geht’s

Um einen Unfall, der sich als Mord entpuppt, der sich als Verschwörung entpuppt. Aber mal ehrlich: Wenn interessiert’s? Als ob es bei „Die nackte Kanone“ je um die Geschichte gegangen wäre. Die Story ist eh nur ein Alibi, um eine absurde Situation an die nächste zu reihen …

Meine Meinung

… und davon hat der Film reichlich. Und das Beste: Die Situationen sind nicht nur absurd, sondern auch überraschend witzig. Ich bin ehrlich: Als der Film angekündigt wurde, hatte ich so meine Zweifel. Wie vermutlich jeder. Aber Überraschung: Der Film funktioniert. Nicht immer perfekt, aber er funktioniert. Insbesondere zu Beginn reiht „Die nackte Kanone“ ganz im guten alten ZAZ-Stil Gag an Gag. Gut, nicht jeder davon zündet, aber die Trefferquote ist so hoch, dass ich in der ersten halben Stunde mehrmals Tränen in den Augen hatte. Vor Lachen. Nur um das klarzustellen. Leider kann der Film diese Gagdichte in der zweiten Hälfte nicht halten. Da gibt es dann auch immer mal wieder ein oder zwei Minuten, in denen humortechnisch eher wenig bis gar nichts passiert. Unterhaltsam bleibt der Film aber dennoch.

Die Witze decken dabei das gesamte Spektrum ab. Es gibt Slapstick, Wortspiele, Parodien und immer absurder werdende Running Gags. Das Niveau ist ebenso abwechslungsreich. Mal ist der Film herrlich infantil, dann aber auch wieder überraschend böse und fast schon politisch. Wobei letzteres die Ausnahme ist. Dafür trifft mindestens einer dieser Witze so sehr ins Schwarze, dass es schon weh tut. Und ja, ich habe meine Worte bewusst so gewählt.

Und wie schlägt sich Liam Neeson als Frank Drebin Jr.? Gut. Wirklich gut. Ja, er ist nicht Leslie Nielsen. Und ja, die Rolle ist anders angelegt. Weniger tollpatschig, mehr … ach, ich weiß auch nicht, wie ich das beschreiben soll. Fakt ist: Auch er spielt seine Figur mit stoischem Ernst und ist sich für keinen Gag zu schade. Genau so gehört sich das. Dasselbe gilt für Pamela Anderson, die nicht ganz an die wunderbare Priscilla Presley heranreicht, aber auch nicht wirklich weit entfernt ist. Doch doch, das passt schon alles.

Mein Fazit

„Die nackte Kanone“ ist kein perfekter Film, aber der perfekte Film, um dem Gehirn eine Auszeit zu gönnen und einfach mal wieder unbeschwert Spaß zu haben. Das Niveau der ersten beiden Teile wird zwar nicht erreicht, aber mit dem dritten kann er meiner Meinung nach gut mithalten. Definitiv eine positive Überraschung!

Meine Wertung: 7/10

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Und das Warten beginnt …

Ich habe eben in der Mittagspause einen Kleinbildfilm bei Rossmann abgegeben. Jetzt beginnt wieder dieses unerträgliche Warten auf die Fotos. Wäre ich nicht so faul ungeschickt, würde ich ja selbst entwickeln. Andererseits hat es mehrere Monate gebraucht, den Film vollzukriegen. Da kommt es auf zwei Wochen jetzt auch nicht mehr an …

PS: Ich werde meine kurzen Gedanken ab jetzt nicht mehr als Social Notes, sondern direkt im Blog posten. Ich hoffe, das ist für meine RSS- und E-Mail-Abonnenten okay. Falls nicht: Pech gehabt!

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Neu im Filmregal: Juli 2025

Der Juli ist so gut wie vorbei – und wieder einmal sind ein paar neue Filme in mein Filmregal gewandert:

Ultra HD Blu-ray

Die 12 Geschworenen (Mediabook)
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (Steelbook)
In a Violent Nature (Mediabook)
Mr. No Pain (Steelbook)
Over the Top (Mediabook)
Waterworld (Mediabook)
Zwei stahlharte Profis – Lethal Weapon (Steelbook)

Blu-ray

Das Geheimnis von Centreville (Mediabook)
Geballte Fäuste (Mediabook)
The Forever Purge

Insgesamt komme ich nun auf 4.574 Filme und Serien. Was so langsam zu einem Problem wird. Denn so sehr ich es auch liebe, Filme in physischer Form zu sammeln: Sie brauchen Platz. Viel Platz. Sehr viel Platz. Und dieser geht mir so langsam aus. Ich spiele daher immer öfter mit dem Gedanken, mir Filme künftig grundsätzlich digital zu kaufen und mich nur noch in Ausnahmefällen für Discs zu entscheiden. Aber irgendwie ist eine digitale Sammlung keine „echte“ Sammlung. Ach, verdammt. Ein schwieriges Thema …

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Ziemlich badass: Ein neuer Trailer zu „Predator: Badlands“ ist da!

Und verdammt, sieht der gut aus. Ich lehne mich mal ein wenig aus dem Fenster und sage voraus, dass die von Elle Fanning dargestellte Thia mein neuer Lieblings-Android werden wird. Sorry, Bishop.

Da fällt mir gerade ein, dass ich Dan Trachtenbergs „Predator: Killer of Killers“ noch immer nicht gesehen habe. Ich sollte diese Bildungslücke endlich mal schließen.

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Geschaut: „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (2025)

Als Danica (Madelyn Cline) und ihre Freunde nachts auf der Straße rumalbern, verursachen sie dabei einen schweren Autounfall, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kommt. Statt sich der Polizei zu stellen, vertuscht die Gruppe den Vorfall und beschließt, niemals wieder darüber zu reden. Ein Jahr später erhält Danica eine Karte mit dem Text „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Als kurz danach ihr Verlobter brutal ermordet wird, wird den Freunden klar, dass es sich bei der Karte nicht nur um einen blöden Scherz handelt. Da das Vorgehen des Killers frappierend an die Ereignisse aus 1997 erinnert, wendet sich die Gruppe an Julie (Jennifer Love Hewitt) und Ray (Freddie Prinze Jr.), die einzigen Überlebenden der damaligen Mordserie …

Ich mag „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Also das Original. Und auch die Fortsetzung „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ finde ich verdammt unterhaltsam. Dumm, aber unterhaltsam. Über den dritten Teil und insbesondere die famos vergeigte Serie hüllen wir hingegen mal lieber den berühmten Mantel des Schweigens. Wobei der dritte Teil mit einem fähigen Regisseur und einem größeren Budget durchaus hätte unterhaltsam werden können – ich meine, mal ehrlich: Ben Willis als Zombie? Die Idee hatte schon was. Aber darum soll es hier heute gar nicht gehen, sondern um das aktuelle Legacy-Sequel „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (origineller Titel, by the way). Und dieses ist … leider eine herbe Enttäuschung.

Versteht mich nicht falsch: Der Film ist nicht wirklich schlecht. Aber halt auch nicht wirklich gut. Er ist purer Durchschnitt mit Tendenz nach unten. Und stellenweise arg dumm. Nicht unterhaltsam-dumm, wie einst „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“, sondern ärgerlich-dumm. Zum Beispiel gibt es recht früh im Film einen leider viel zu eindeutigen (und völlig unnötigen) Hinweis auf die Identität des Killers, der dafür sorgte, dass ich den Rest des Films damit beschäftigt war, die immer lauter werdende Stimme in meinem Kopf zu unterdrücken, die da schrie „BITTE LASS DAS NICHT DEREN ERNST SEIN!“. Bedauerlicherweise war es deren Ernst, sodass mich die Auflösung nur noch verärgerte, aber nicht mehr überraschte. Das Motiv des Killers ist völlig an den Haaren herbeigezogen und ergibt mit Blick auf die Opfer nicht mal Sinn – was ich jetzt leider nicht weiter ausführen kann, ohne heftig zu spoilern. Und ich hasse Spoiler. Also müsst ihr mir da einfach vertrauen.

Außerdem ist „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ verdammt merkwürdig geschnitten. Und damit meine ich nicht nur, dass der Killer immer wieder völlig unbemerkt aus dem Nichts auftaucht, Nein, das geht so weit, dass schon mal zwei Personen miteinander kämpfen, Person A die Oberhand gewinnt und *Schnitt* sich in der nächsten Szene halbtot durch die Botanik schleppt. Wieso, weshalb, warum? Man weiß es nicht. Manchmal hatte ich echt das Gefühl, als würden mittendrin Szenen fehlen. Schräg.

Dennoch lässt sich ein gewisser Unterhaltungswert nicht absprechen. Die erste Hälfte des Films ist recht atmosphärisch, die Morde sind solide (wenn auch arg unblutig) und die neuen Figuren sind zwar dumm und nervig, dabei aber irgendwie auch überraschend sympathisch. Dies gilt insbesondere für die von Madelyn Cline gespielte Danica, die so ziemlich jedes Gen-Z-Klischee in sich vereint, dabei aber so überzieht, dass ich mehrmals breit grinsen musste. Und dann sind da ja auch noch die alten Haudegen Jennifer Love Hewitt (hach, was war ich damals verliebt) und Freddie Prinze Jr. (hach, was war ich damals neidisch wegen Sarah Michelle Gellar), die leider zwar eher kleine Rollen haben, diese aber gut mit Leben zu füllen wissen. Wirklich schön, die beiden mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

Leider ändert all dies nichts daran, dass der Film zum Ende hin völlig in sich zusammenfällt – sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch. Es ist wahrlich lange her, dass ich in einem Slasher ein so lahmes und spannungsarmes Finale gesehen habe.

Sei’s drum, die im Abspann angeteaserte Fortsetzung würde ich natürlich trotzdem schauen. Allerdings habe ich so meine Zweifel, dass diese tatsächlich grünes Licht bekommt. Wenn ich von meinem Kinobesuch auf die Allgemeinheit schließe, dann fällt das Interesse eher gering aus: Wir waren gerade mal sieben Personen im Saal – und das am ersten Wochenende. Das ist kein gutes Zeichen …

Meine Wertung: 5/10

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Gespielt: Diablo IV Season 9

Letzte Woche war es so weit: Am Dienstag, dem 1. Juli, startete um 19 Uhr die nunmehr neunte Season in „Diablo IV“. Und wie immer nutzte ich die neue Season, um meine Jägerin Buffy (keine Ahnung, wie ich auf diesen Namen gekommen bin) auferstehen zu lassen und ins Reich der Dämonen zu schicken. Am Samstagabend, also 4 Tage bzw. 47 Spielstunden später, hatte ich die letzte Etappe der Saisonreise abgeschlossen. Urlaub ist schon was Feines.

Dass ich die letzte Woche komplett in Sanktuario verbracht habe, bedeutet allerdings nicht, dass sich im Spiel selbst viel getan hat. Die neue Season-Thematik mit den horadrischen Mächten unterscheidet sich nicht großartig von dem, was die letzten Seasons bereits geliefert haben. Und speziell die dazugehörige Questreihe fand ich zum Ende hin sogar regelrecht nervig, weil sie auf der Zielgeraden im Grunde nur noch daraus besteht, mehr oder weniger motivationslos Relikte in Dungeons einzusammeln. Das hätten die Macher auch geschickter in die Story einbauen können. Die Änderungen der Alptraumdungeons finde ich hingegen ganz nett – insbesondere, dass man nun endlich von Dungeon zu Dungeon reisen kann, ohne einen Zwischenstopp in der Oberwelt einlegen zu müssen. Das wurde auch wirklich Zeit.

Im Grunde bietet Season 9 also dasselbe wie schon in den letzten Seasons: Eine nur bedingt interessante Questreihe, neue Mächte ohne großen spielerischen Mehrwert, ein paar Mechanikänderungen und ein paar Detailverbesserungen. Wirklich innovativ ist das alles nicht. Was mich aber ehrlich gesagt gar nicht weiter stört. Jenseits der Quests ist „Diablo IV“ für mich ein Spiel, das ich immer mal wieder für ein paar Stunden durchsuchte, während ich gleichzeitig Podcasts höre. Ein perfektes Hirn-ausschalten-und-nebenbei-spielen-ARPG für Casual Gamer wie mich. Nur die Drop-Rate für mythische Gegenstände sollte noch mal überdacht werden: Ich habe in dieser Season bislang nicht einen einzigen dieser Gegenstände gefunden – und ich habe schon zahlreiche Bosse gelegt. So eine schlechte Ausbeute hatte ich bislang noch nie.

Ach ja: Falls auch ihr in „Diablo IV“ gerne die Jägerin spielt und gelesen haben solltet, dass der grandiose Todesfalle-Build nach den letzten Patches nicht mehr spielbar ist: Das ist Quatsch. Ja, der Build wurde stark genervt, aber er lässt sich immer noch gut spielen. Auch in Qual IV. Und auch ohne Harlekinskrone.

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Geschaut: „Drop – Tödliches Date“ (2025)

Einige Jahre nach dem Tod ihres gewalttätigen Mannes wagt sich Violet (Meghann Fahy) endlich wieder auf ein Date. Zu ihrer Freude startet der Abend in dem noblen Restaurant ganz hervorragend. Der charmante Fotograf Henry (Brandon Sklenar) scheint tatsächlich der Volltreffer zu sein, den Violet sich erhofft hat. Doch dann erhält Violet während des Abendessens immer bedrohlichere Nachrichten auf ihrem Smartphone – und die Anweisung, Henry zu töten …

„Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“, „Happy Deathday“, „Happy Deathday 2U“, „Freaky“ – Regisseur Christopher Landon hat sich in den letzten Jahren zu einem meiner Lieblings-Regisseure entwickelt. Nicht etwa, weil seine Filme besonders anspruchsvolle Meisterwerke wären, sondern weil er mir mit seinen Filmen stets den unbeschwerten Spaß beschert, der heutzutage in Hollywood viel zu selten geworden ist. Und sein aktueller Thriller „Drop – Tödliches Date“ macht hier keine Ausnahme.

Nüchtern betrachtet ist die Story von „Drop – Tödliches Date“ ziemlicher Käse. Der Anfang kommt noch recht bodenständig daher, doch mit zunehmender Laufzeit wird das Geschehen immer absurder. Egal wohin Violet sich begibt, egal was sie versucht, der anonyme Texter weiß alles, sieht alles und scheint jeden ihrer Schritte voraussehen und abwehren zu können. Der ebenfalls allwissende Jigsaw wäre stolz auf ihn. Das alles ist natürlich Mumpitz hoch zehn. Und spätestens im actionreichen Finale wird jegliche Logik komplett über Bord geworfen. Aber der Punkt ist: Der Film funktioniert!

Zum einen, weil Violet und Henry wirklich grundsympathisch sind, und ich ihnen ein Happy End dementsprechend von Herzen gewünscht habe. Zum anderen, weil der Film von Anfang an eine bedrohliche Atmosphäre aufbaut, spannungstechnisch direkt in die Vollen geht und dementsprechend kaum Zeit zum Durchatmen oder gar Nachdenken lässt. Und zu guter Letzt, weil der Film viel hochwertiger aussieht, als er dürfte. Die Sets, die Kameraeinstellungen – „Drop – Tödliches Date“ bietet so einiges fürs Auge. Irgendwie hat Christopher Landon es geschafft, einen Film zu drehen, der inhaltlich ganz laut B-MOVIE!!! schreit, optisch jedoch wie eine edle Hochglanzproduktion aussieht. Respekt!

Ist „Drop – Tödliches Date“ ein Film für die Ewigkeit? Mit Sicherheit nicht. Aber er ist ein Film, den ich garantiert immer und immer wieder gerne sehen werde, weil er einfach Spaß und gute Laune macht. In diesem Sinne: Yahtzee!

Meine Wertung: 7/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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