Rewatches KW 19/2024

Nein, ich habe den Spaß am Bloggen nicht schon wieder verloren. Unglaublich, aber wahr: Ich habe in den letzten zwei Wochen nicht einen einzigen Film geschaut. Der Grund dafür: Diablo IV. Verdammt, macht mir dieses Spiel aktuell Spaß. So viel Spaß, dass ich derzeit fast jede freie Minute damit verbringe. Nichtsdestoweniger ist hier im Blog noch eine Woche offen. Eine Woche, die wieder einmal ausschließlich aus Rewatches bestand. Here we go:

Psycho II (1983)

Alfred Hitchcocks „Psycho“ ist ein Klassiker und gilt als einer der besten Filme aller Zeiten – und das vollkommen zu Recht! Auch wenn die 23 Jahre später entstandene Fortsetzung mit diesem Meisterwerk nicht ganz mithalten kann, so ist sie doch ein ganz hervorragender Thriller, der nicht nur mit einem abermals grandiosen Anthony Perkins, sondern insbesondere mit einer ebenso bösen wie spannenden Geschichte überzeugt. Wer den ersten Teil mag, und wer mag den nicht, der sollte auch Teil 2 gesehen haben!

Psycho III (1986)

In „Psycho III“ wird die Geschichte des Vorgängers nahtlos fortgesetzt, wobei Hauptdarsteller und Regisseur Anthony Perkins neben zahlreichen Anspielungen auf das Original auch jede Menge schwarzen Humor mit einfließen lässt. Das ist zwar durchaus unterhaltsam, lässt den Film aber leider auch etwas beliebig wirken. Oder anders formuliert: Zwar habe ich jedes Mal durchaus Spaß mit diesem Film, wirklich gebraucht hätte ich ihn aber nicht.

Chucky – Die Mörderpuppe (1988)

Kurz vor seinem Tod gelingt es dem Serienmörder Charles Lee Ray, seine Seele in eine Good-Guy-Puppe zu übertragen – und mordet als diese munter weiter. Was soll ich sagen: Chucky ist ohne Zweifel einer meiner absoluten Lieblinge. Die zynischen Sprüche und der makabere Humor sind einfach genau mein Ding – und von der Animatronic bin ich auch heute noch begeistert. Tja, ein echter Klassiker kommt nie aus der Mode!

Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (1990)

Nicht mehr ganz so düster, dafür noch schwarzhumoriger: „Chucky 2“ macht genau dort weiter, wo der erste Teil endete. Das ist vielleicht nicht originell, aber verdammt unterhaltsam. Und das Finale in der Puppenfabrik ist meiner Meinung nach das Highlight der kompletten Reihe. Ein starkes Sequel!

Chucky 3 (1991)

In „Chucky 3“ mordet sich der knuffige Serienkiller durch eine Militärakademie, hinterlässt dabei allerdings keinen bleibenden Eindruck. Klar, irgendwie macht der Film immer noch Spaß, aber im dritten Teil merkt man doch ziemlich deutlich, dass den Machern die Ideen ausgegangen sind. Solide. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Chucky und seine Braut (1998)

Chucky wird von seiner Ex-Freundin Tiffany erneut zum Leben erweckt – und bedankt sich, indem er sie tötet und auch ihre Seele in einen Puppenkörper überträgt. Vom Horror der Vorgänger ist in „Chucky und seine Braut“ nichts mehr zu spüren, hier geht es nur noch um Blut und Spaß. Auch wenn „Chucky und seine Braut“ mehr Komödie als Horror ist, so gilt dieser Film für viele Fans dennoch als bester Teil der Reihe. Ich persönlich mag die „ernsten“ Filme der Reihe zwar lieber, kann aber verstehen, wieso Chucky und Tiffany so beliebt sind – die beiden sind auf ihre schräge Art schon ein ziemliches Traumpaar.

Chuckys Baby (2004)

Aus zwei mach drei: Chucky und Tiffany bekommen ein Baby – was sie jedoch nicht daran hindert, weiter ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. „Chuckys Baby“ ist ein schwieriger Fall: Einerseits hat der Film ein paar witzige (Meta-)Einfälle, andererseits ist das Geschehen nun aber auch endgültig komplett drüber und ziemlich … langweilig. So richtig warmgeworden bin ich mit dem fünften Teil nie – und werde es wohl auch nicht mehr.

Curse of Chucky (2013)

Nachdem Teil 4 und 5 eher Komödien waren, geht es mit „Curse of Chucky“ wieder zurück zu den Ursprüngen der Reihe. Und das gleich doppelt. Nicht nur, dass dieser Film wieder deutlich ernster und unheimlicher daherkommt, er beleuchtet auch die Vergangenheit von Charles Lee Ray, was ich für einen cleveren Schachzug halte. Außerdem wird mit Nica eine verdammt sympathische Heldin eingeführt, die spannenderweise von Fiona Dourif gespielt wird – der Tochter des Chucky-Darstellers Brad Dourif. Für mich der bislang stärkste Film seit Teil 2.

Cult of Chucky (2017)

Seit den Ereignissen in „Curse of Chucky“ sitzt Nica in einer Nervenheilanstalt, doch Chucky hat noch eine Rechnung mit ihr offen. „Cult of Chucky“ ist ein zweischneidiges Schwert, da einerseits nur relativ wenig passiert, der Film andererseits aber viele Fäden aus den Vorgängern aufgreift und miteinander verbindet, was ihn durchaus zu etwas Besonderem macht. Wer die Vorgänger nicht kennt, braucht „Curse of Chucky“ allerdings gar nicht erst anmachen: Ohne Vorkenntnisse steht man hier komplett auf verlorenem Posten.

Revenge (2017)

Jen ist jung, hübsch, und hat eine Affäre mit dem verheirateten Richard. Als sie während eines Ausflugs von Richards Freund Stan vergewaltigt wird, beschließt Richard, das Problem auf seine Art zu lösen, und stößt Jen von einer Klippe in den vermeintlichen Tod. Doch Jen (selbst halbtot und blutüberströmt noch heißer als die Sonne: Matilda Anna Ingrid Lutz) überlebt – und zeigt den Männern, dass sie nicht nur jung und hübsch, sondern auch ausgesprochen tödlich ist. Es gibt viele Rape-and-Revenge-Filme, doch „Revenge“ nimmt definitiv eine Sonderrolle ein. Der Film ist böse, verdammt blutig, auf eine makabere Art humorvoll und dabei gleichzeitig unfassbar stylish. Für mich einer der besten Filme dieses Subgenres!

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Nein, Bücher und Hörbücher sind nicht dasselbe. Aber wen interessiert’s?

„Ich habe diesen Monat schon sieben Bücher gelesen.“

„Wow, wie machst du das? Ich bin ja schon froh, wenn ich eines pro Monat schaffe.“

„Na ja, ich lese die immer nebenbei.“

„Wie nebenbei?“

„Zum Beispiel während des Sports. Oder der Hausarbeit.“

„Also liest du keine Bücher, sondern hörst Hörbücher?“

„Ja. Das ist doch dasselbe.“

Es gibt Diskussionen, die ich einfach nicht verstehe. Wie zum Beispiel die Diskussion, ob es dasselbe ist, ein Buch zu lesen oder ein Hörbuch zu hören. Ich könnte es ja noch verstehen, wenn darüber diskutiert werden würde, worin die jeweiligen Vor- und Nachteile beider Varianten liegen, aber nein, insbesondere im Internet (wo sonst) kommt es gar nicht erst so weit. Wie so oft haben sich hier zwei Lager gebildet, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. So wirkt es zumindest auf mich. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Menschen, die Bücher lesen, sich oft intellektuell überlegen fühlen, während diejenigen, die Hörbücher bevorzugen, sich oft herabgesetzt fühlen. Vielleicht ist das auch ein Grund, wieso insbesondere Hörbuch-Anhänger so oft darauf bestehen, dass beides dasselbe ist.

Objektiv betrachtet ist vermutlich jedem klar, dass Bücher und Hörbücher natürlich nicht dasselbe sind. Ich persönlich bevorzuge es, Bücher ganz altmodisch selbst zu lesen. Zum einen, weil ich das Buch dann in meinem eigenen Tempo lesen kann, und mir im Kopf die Betonung einzelner Passagen oder die Stimmen der Protagonisten ganz anders vorstelle, als wenn ich den Text vorgelesen bekomme. Und zum anderen, weil ich beim Hören eines Hörbuchs gedanklich viel schneller abschweife (oder direkt einschlafe), als ich es beim Lesen tue. Beim Lesen kann ich mich stundenlang auf einen Text konzentrieren und darin versinken, beim Hören will mir das einfach nicht geling… oh, guckt mal: ein Eichhörnchen!

Viel interessanter als die Frage, ob jemand lieber Bücher liest oder Hörbücher hört, finde ich ohnehin, ob die Person sich die Zeit nimmt, um sich voll auf das jeweilige Werk einzulassen. Heutzutage scheint es üblich zu sein, alles immer nur noch nebenbei zu machen – und dabei im Zweifel auch nicht alles richtig mitzubekommen. Hauptsache man kann am Ende des Tages sagen, dass man das Buch konsumiert hat. Und ja, ich habe das Wort „konsumiert“ bewusst gewählt. Dasselbe gilt übrigens auch für Filme, Serien und Musik. Ich halte das für eine sehr traurige Entwicklung.

Darüber könnten wir mal häufiger diskutieren …

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Rewatches KW 18/2024

Seit Anfang April blogge ich wieder regelmäßig über Filme, beschränke mich dabei aber auf diejenigen, die ich zum ersten Mal schaue. Bis jetzt. Da dieses Blog ein Filmtagebuch sein soll, werde ich ab sofort jeden Film erwähnen. Zumindest kurz. Und sei es nur wöchentlich in Form einer Zusammenfassung. Los geht’s:

Turistas (2006)

In John Stockwells „Turistas“ geraten ein paar Rucksacktouristen in die Hände skrupelloser Organhändler. Der Thriller ist schick gefilmt, phasenweise ziemlich spannend und mit Melissa George, Josh Duhamel und Olivia Wilde gut besetzt, stellenweise aber auch etwas langatmig und zum Teil unnötig brutal – „Hostel“ lässt grüßen. Dennoch ein solider Film, den ich immer mal wieder gerne schaue.

A Lonely Place to Die – Todesfalle Highlands (2011)

Eine Gruppe von Bergsteigern entdeckt in den schottischen Highlands eine vergrabene Kiste, in der sich ein entführtes Mädchen befindet – klar, dass die Entführer das gar nicht gut finden. Nach „Turistas“ hatte ich direkt Lust auf einen weiteren Film mit Melissa George, und so landete „A Lonely Place to Die“ mal wieder in meinem Blu-ray-Player. Ein extrem spannender Thriller mit atemberaubenden Bilden, dem im Finale leider etwas die Puste ausgeht. Dennoch absolut empfehlenswert!

Die 12 Geschworenen (1997)

12 Geschworene sollen darüber entscheiden, ob ein 18-Jähriger seinen Vater ermordet hat, doch nur einer stimmt für nicht schuldig. William Friedkins fürs Fernsehen produziertes Remake ist nicht so stark wie das geniale Original (das meiner Meinung nach zu den besten Filmen aller Zeiten gehört), aber dennoch sehr gut, hervorragend besetzt und inhaltlich wohl leider zeitlos. Ein Kammerspiel, von dem sich jede Menge lernen lässt. Das Original sollte wirklich jeder Mal gesehen haben!

P2 – Schreie im Parkhaus (2007)

Als ihr Wagen nicht anspringt, bittet eine junge Frau den Wachmann um Hilfe, doch dieser entpuppt sich als brutaler Psychopath. „P2“ beginnt relativ harmlos, wird mit zunehmender Laufzeit aber immer garstiger und brutaler. Ein spannender kleiner Thriller mit guten Darstellern, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber auch beim wiederholten Ansehen auf eine makabere Art Freude bereitet.

Psycho (1998)

Fragt mich bitte nicht warum, aber ich hatte Lust, mir mal wieder Gus Van Sants „Psycho“-Remake anzuschauen. Und ich weiß noch immer nicht, was ich von dem Film halten soll. Einerseits ist er gut besetzt und kompetent gefilmt, andererseits ist diese 1:1-Kopie aber auch so unnötig wie der Penis am Papst. Keine Ahnung, was die Beteiligten sich dabei gedacht haben.

The Rock – Fels der Entscheidung (1996)

Muss ich zu diesem Action-Knaller noch großartig etwas schreiben? Ich denke nicht. Nicolas Cage und Sean Connery sind als ungleiches Duo ein Traum, der trockene Humor macht Spaß, die Action ist grandios und alleine der Score von Hans Zimmer ist ein Grund, den Film immer und immer wieder zu schauen. Ohne Zweifel Michael Bays bester Film.

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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