IBM wirbt im TV für Bullshit-Bingo

Die meisten TV-Werbespots langweilen mich. Nur wenige amüsieren mich. Und nur alle Jubeljahre kommt es vor, dass mir mal einer aus der Seele spricht. Und weil das beim aktuellen IBM-Spot der Fall ist, ist er mir einen Beitrag wert.
 
Für alle, die nicht wissen, was Bullshit-Bingo (engl. Buzzword Bingo) ist, empfehle ich einen Blick in die Wikipedia.
 
Mal schauen, ob ich es nun endlich schaffe, genug Kollegen/-innen davon zu überzeugen, dieses grandiose Spiel auf der nächsten Personalversammlung zu spielen…

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Die Fremde in dir

Mal unter uns: Jeder hat sich doch schon einmal gewünscht, dem Trottel, der in der letzten Reihe…Moment, diese Einleitung kommt mir irgendwie bekannt vor! Hatte ich die etwa schon? Da war doch was…ah, ich hab’s: Bei „Death Sentence“! Na gut, dann lasse ich mir halt einen neuen Text einfallen. Was schreibe ich nur…ach, wisst ihr was: Ich lasse die Einleitung diesmal einfach weg.

Worum geht’s

Während eines abendlichen Spaziergangs werden Erica (Jodie Foster) und ihr Verlobter David (Naveen Andrews) von einer Gang überfallen. David stirbt, Erica überlebt schwer verletzt. Aus dem Krankenhaus entlassen, versucht sie, ihr Leben so gut wie möglich fortzuführen und ihren Verlust zu verarbeiten. Als Erica zufällig Zeugin eines Mordes wird, erschießt sie den Täter, verwischt die Spuren und verlässt unbemerkt den Tatort. Fortan streift sie nachts durch die Straßen, auf der Suche nach Verbrechern, gegen die die Polizei machtlos zu sein scheint. Schon bald wird der rechtschaffende Detective Mercer (Terrence Howard) auf Erica aufmerksam…

Meine Meinung

Selbstjustiz, die Zweite. Nach dem erst kürzlich angelaufenen „Death Sentence“ schicken sich nun Regisseur Neil Jordan („The Crying Game“) und Hauptdarstellerin Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“) an, der Thematik neue Seiten abzugewinnen. Während Kevin Bacons Rachefeldzug auf Action und die Spirale der Gewalt ausgelegt ist, liegt der Schwerpunkt bei „Die Fremde in dir“ auf dem persönlichen Schicksal der Protagonistin und den Reaktionen der Gesellschaft. Allerdings macht dies den Film weder interessanter noch anspruchsvoller – und auf keinen Fall unterhaltsamer.

Dass Selbstjustiz in einem Rechtsstaat nichts zu suchen hat, in gewissen Situationen jedoch naturbedingt Zustimmung hervorruft, ist wahrlich keine Neuigkeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Bürger Ericas Taten gutheißen, anstatt sie zu verurteilen. Neil Jordans Versuch, die Moral des Publikums im Laufe des Films zurecht zu rücken, schlägt aufgrund der charakterlosen Verbrecher und der viel zu plumpen Vorgehensweise vollkommen fehl. Als Beispiel sei an dieser Stelle eine im Radio geführte Diskussion zum Thema Selbstjustiz genannt.

Dass man als Zuschauer die Taten nicht als falsch anerkennen will, kann auch Jodie Foster nicht ändern. Zwar spielt sie das Opfer gewohnt souverän, doch kann sie bei den seelischen Folgen ihres Handelns nicht überzeugen. Von der inneren Zerrissenheit und der Abscheu gegen ihre eigenen Taten ist zwar viel zu sehen, aber nicht viel zu spüren.

Die Krone der Unglaubwürdigkeit wird dem Film durch ein Finale aufgesetzt, welches ich im günstigsten Fall als unpassend und um ungünstigsten Fall als bedenklich bezeichnen würde. Egal wie man das Ende bezeichnen möchte, es führt die Charaktere und den Film ad absurdum.

Zum Glück kann „Die Fremde in dir“ auf Thrillerebene überzeugen und sich dadurch über die Laufzeit retten. Ericas nächtliche Streifzüge wurden ebenso spannend inszeniert wie Detective Mercers Suche nach dem Vigilanten. Sicherlich werden hierbei keine neuen Akzente gesetzt, doch kann man sich immerhin über eine solide Inszenierung und einige interessante Dialoge zwischen Erica und Mercer erfreuen.

Mein Fazit

Konventioneller Thriller, der versucht, sich von anderen Genrevertretern abzusetzen, jedoch an seinen eigenen Ansprüchen und seinem vollkommen unpassenden Ende gründlich scheitert. Als Drama nicht erwähnenswert, als Thriller ganz passabel. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Wertung: 5/10

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Resident Evil: Extinction

Ich bin ein Mann. Man merkt es mir ob meiner Abneigung gegen Fußball und meinem Desinteresse für Autos vielleicht nicht immer an, aber ich bin ein Mann. Ich bin ein Mann, der Frauen mag. Ich bin ein Mann, der Horrorfilme mag. Ich bin ein Mann, der Frauen in Horrorfilmen mag. Ich bin ein Mann, der Frauen in Horrorfilmen mag und ein Faible für B-Movies hat. Müsste ich „Resident Evil: Extinction“ eigentlich lieben? Ja, müsste ich. Müsste.

Worum geht’s

Das/Der T-Virus hat sich ausgebreitet und die Welt ins Chaos gestürzt. Städte existieren nicht mehr, die Menschheit ist beinahe ausgerottet. Die wenigen Überlebenden reisen von Ruine zu Ruine, ständig auf der Suche nach Benzin und Lebensmitteln. Während der für das Alice-Projekt verantwortliche Dr. Isaacs (Iain Glen) im Auftrag der Umbrella Corporation an einer Möglichkeit arbeitet, die Zombie-Horden zu kontrollieren, schließt Alice (Milla Jovovich) sich dem Treck von Claire (Ali Larter) und Carlos (Oded Fehr) an. Gemeinsam wollen sie die Überlebenden nach Alaska führen. Doch Dr. Isaacs benötigt für seine Forschungen Alices Blut und eröffnet die Jagd auf Alice und ihre Freunde…

Meine Meinung

Seit Donnerstag sitze ich nun bereits an dieser Review. Dass ich dafür so lange brauche, liegt freilich nicht daran, dass der Film schlecht ist. Denn das ist er nicht. Vielmehr ist „Resident Evil: Extinction“ so dermaßen belanglos, dass ich einfach nicht weiß, was ich darüber schreiben soll, ohne meine Leser zu langweilen. Und nur damit eines ganz klar ist: „Resident Evil“ und „Resident Evil: Apocalypse“ halte ich für äußerst gelungen!

Der Film bietet gerade mal zwei sehenswerte Momente: Den gelungenen Anfang, in dem die Erinnerungen eines Alice-Klons getestet werden, und den Angriff der Zombies auf den Treck. Ansonsten besteht der Film aus einer belanglosen Story, belanglosen Dialogen, belanglosen Schockeffekten und belanglosen Actionszenen. Vorallem die Dialoge und die Schockeffekte scheinen sich in ihrer Belanglosigkeit übertreffen zu wollen. Wo ich gerade bei belanglosen Dingen bin: Belanglos sind auch die Charaktere und deren Beziehungen zueinander. Egal ob bereits bekannt oder neu eingeführt, Interesse für das Schicksal der Figuren wollte bei mir zu keiner Minute aufkommen. Wie gesagt: Belanglos.

Außerdem fühlt sich der dritte Teil nicht mehr nach „Resident Evil“ (gemessen an den Filmen) an – fragt mich bitte nicht warum. Boten die ersten beiden Teile immerhin noch ein Grundmaß an Atmosphäre, ist davon im dritten Teil trotz des relativ unverbrauchten Endzeit-Settings nicht mehr viel zu spüren.

Immerhin kann der Film optisch größtenteils überzeugen. Milla Jovovich und Ali Larter sind wie immer eine Augenweide, die Zombies sehen auf ihre Art ebenfalls klasse aus und auch die Wüstenkulisse weiß durchaus zu gefallen. Die einzig erwähnenswerte Actionszene wurde äußerst temporeich und erfreulich hart inszeniert. Diese Szene lässt erahnen, was mit anderen Schwerpunkten aus „Resident Evil: Extinction“ hätte werden können.

Mein Fazit

Handwerklich solide Fortsetzung, deren Story spannungs- und ideenlos vor sich hinplätschert und sich irgendwie nicht so recht in die Resident-Evil-Reihe einfügen möchte. Nach dem kurzweiligen zweiten Teil ein in jeglicher Hinsicht deutlicher Rückschritt.

Meine Wertung: 5/10

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Wes Cravens „Hügel der blutigen Augen“ als Director’s Cut mit neuer Synchro

Wenn in einem Horrorfilm aus atomar verseuchten Mutanten kurzerhand Außerirdische gemacht werden, kann man der für die Synchronisation zuständigen Firma nur eines bescheinigen: Absolute Unfähigkeit! Oder absolute Boshaftigkeit! Oder absolut boshafte Unfähigkeit!

Doch es gibt einen Gott – und der mag Horrorklassiker: Wie das Label Sunfilm laut Schnittberichte.com bekannt gegeben hat, wird der Neuauflage des Wes-Craven-Klassikers „Hügel der blutigen Augen“ neben der ungeschnittenen Fassung nicht nur ein schickes Steelbook, sondern auch eine neue Synchronisation spendiert. Diese wird dem Film dann hoffentlich seine Würde zurückgeben. Am 09. November 2007 ist es soweit. Yipeah!

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Die 10 besten Storytwists aller Zeiten

Zugegeben: Mit „die besten Storytwists“ meine ich selbstverständlich die Twists, die mir am besten gefallen. Und mit „aller Zeiten“ meine ich Stand heute. Ich wollte halt auch mal einen reißerischen Titel verwenden…

Wer die aufgeführten Filme noch nicht kennt, sollte übrigens alles tun, aber nicht weiterlesen: Die folgende Auflistung enthält massive Spoiler!

Platz 10: Planet der Affen (1968)

Raumfahrer George Taylor (Charlton Heston) stürzt auf einem fremden Planeten ab, der von sprechenden Affen beherrscht wird und auf dem Menschen wie Tiere gehalten werden. Am Ende stellt sich heraus, dass er durch die Zeit gereist ist und sich auf der Erde befindet, die durch Kriege vollkommen zerstört wurde.

Platz 9: Dämon

Det. John Hobbes (Denzel Washington) erzählt von seinem Kampf gegen den Geist eines Serienkillers und wie er diesen Kampf nur knapp überleben konnte. Am Ende stellt sich heraus, dass nicht John die Geschichte erzählt, sondern der Geist, der Johns Körper übernommen hat.

Platz 8: Angel Heart

Der heruntergekommene Privatdetektiv Harry Angel (Mickey Rourke) wird von Louis Cyphre (Robert De Niro) beauftragt, einen Mann namens Johnny Favourite zu finden. Am Ende stellt sich heraus, dass Louis Cyphre niemand Geringeres als der Satan ist und Harry sich selbst gesucht hat.

Platz 7: Zwielicht

Anwalt Martin Vail (Richard Gere) verteidigt den des Mordes angeklagten Aaron Stampler (Edward Norton), der sich an die Tat nicht erinnern kann. Eine Psychologin findet heraus, dass Aaron an einer gespaltenen Persönlichkeit leidet, weswegen er für nicht schuldfähig erklärt wird Am Ende stellt sich heraus, dass die zweite Persönlichkeit von Aaron nur gespielt und der Mord in vollem Bewusstsein geplant und ausgeführt wurde.

Platz 6: Arlington Road

Kein Twist im eigentlich Sinn, aber eines der besten Enden, die ich jemals gesehen habe: College-Professor Michael Faraday (Jeff Bridges) glaubt, dass seine Nachbarn Oliver (Tim Robbins) und Cheryl (Joan Cusack) Terroristen sind und einen Anschlag planen. Da Michael seine Frau bei einem Anschlag verloren hat, halten seine Freunde ihn jedoch für paranoid. Am Ende stellt sich heraus, dass Oliver und Cheryl tatsächlich Terroristen sind und Michaels Vergangenheit benutzt haben, um ihn die Tat durchführen und in der Presse als Täter dastehen zu lassen.

Platz 5: The Village

Völlig unterschätzter Film über ein kleines Dorf im 19. Jahrhundert, dessen Einwohner von unheimlichen Kreaturen daran gehindert werden, das Dorf zu verlassen. Am Ende stellt sich heraus, dass der Film in der heutigen Zeit spielt und sich die Gründungsväter eine eigene kleine Welt erschaffen haben, um der heutigen Gewalt zu entkommen.

Platz 4: Fight Club

Ein unter Schlafstörungen leidender Angestellter (Edward Norton) lernt den unkonventionellen Tyler Durden (Brad Pitt) kennen und gründet mit ihm einen Club, in dem Männer sich für Geld gegenseitig verprügeln können. Schon bald wird klar, dass Tyler den Fight Club benutzt, um terroristische Ziele zu verfolgen und aufgehalten werden muss. Am Ende stellt sich heraus, dass der Angestellte und Tyler Durden ein und dieselbe Person sind.

Platz 3: Psycho (1960)

Nachdem die junge Marion Crane (Janet Leigh) ihrem Arbeitgeber 40.000 Dollar gestohlen hat, steigt sie in einem kleinen Motel ab und wird dort von der herrschsüchtigen Mutter des Managers Norman Bates (Anthony Perkins) ermordet. Am Ende stellt sich heraus, dass Norman seine Mutter schon vor Jahren vergiftet hat und unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet.

Platz 2: The Sixth Sense

Der moderne Klassiker. Bruce Willis behandelt als Psychiater Dr. Malcolm Crowe einen kleinen Jungen, der behauptet, tote Menschen sehen zu können. Am Ende stellt sich heraus, dass Dr. Crowe selbst ein Geist ist.

Platz 1: Die üblichen Verdächtigen

Der verkrüppelte und leicht beschränkte Kleinganove Roger Kint (Kevin Spacey) sagt bei der Polizei über einen missglückten Coup aus, durch den sich fünf Kriminelle den Zorn des gesuchten Verbrecherkönigs Kaiser Soeze zugezogen haben und von ihm liquidiert wurden. Am Ende stellt sich heraus, dass Kint das Genie Kaiser Soeze ist.

Das soll es von meiner Seite aus gewesen sein. Und was ist mit euch? Welche Twists haben euch besonders gut gefallen und dürfen bei solch einer Auflistung auf gar keinen Fall fehlen?

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George A. Romeros „Day Of The Dead“ zum ersten Mal im Free-TV

Ich weiß, so langsam entwickelt mein Blog sich zu einer Werbeplattform des TV-Senders arte, aber was soll ich machen? Grund meiner heutigen Lobhudelei ist die Pressemitteilung, im Rahmen der Trash-Reihe den Romero-Klassiker „Day Of The Dead“ auszustrahlen. Und zwar, so berichtet zumindest Schnittberichte.com, in der unzensierten Originalfassung. Stattfinden soll dieses Ereignis am 26. Oktober 2007.

Ob der Film wirklich ungeschnitten ausgestrahlt wird, darf in der Tat bezweifelt werden. Immerhin steht „Day Of The Dead“ seit den Achtzigern auf der Liste beschlagnahmter Filme. Doch egal in welcher Fassung der Film gezeigt wird, ich ziehe meinen Hut vor arte: Diesen Film überhaupt in das Programm aufgenommen zu haben, verdient definitiv Anerkennung! Auch wenn er sicherlich viel zu gut für die Trash-Reihe ist…

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Im Kino: Disturbia

Remakes. Neuverfilmungen. Neuinterpretationen. Für die meisten Filmfans sind sie ein Fluch, ein Zeichen mangelnder Kreativität. Ich selbst stehe ihnen positiv gegenüber, bieten sie doch eine Chance, das nachwachsende Publikum auf alte Klassiker aufmerksam zu machen oder bereits erzählten Geschichten neue Facetten abzugewinnen. Und wenn der Versuch misslingt, kann man den Film immer noch meiden. Bei „Disturbia“ ist dies zum Glück nicht notwendig.

Worum geht’s

Weil er seinen Lehrer geschlagen hat, wird Teenager Kale (Shia LaBeouf) unter Hausarrest gestellt. Eine elektronische Fußfessel überwacht seine Position auf Schritt und Tritt und informiert die Polizei, sobald er sich zu weit von seinem Haus entfernt. Aus Langeweile beginnt Kale seine Nachbarn zu beobachten und glaubt schon bald, in dem unauffälligen Mr. Turner (David Morse) einen gesuchten Serienkiller gefunden zu haben. Gemeinsam mit seinem besten Freund Ronnie (Aaron Yoo) und der süßen Nachbarin Ashley (Sarah Roemer) beginnt Kale damit, Mr. Turner zu beschatten und Beweise gegen ihn zu sammeln…

Meine Meinung

Na, wer hat es erkannt? Richtig: „Das Fenster zum Hof“. So lautet das Original, das mit „Disturbia“ eine Frischzellenkur verpasst bekommen hat. Der Hitchcock-Klassiker aus dem Jahr 1954 mit James Stewart und Grace Kelly gilt völlig zurecht als einer der besten Suspense-Thriller und fesselt auch heute noch von der ersten bis zur letzten Minute.

Auch wenn „Disturbia“ nicht die Qualität des übergroßen Originals erreicht, kann man dennoch von einem durchaus gelungenen Thriller sprechen. Worauf die Geschichte hinausläuft, ist von Anfang an klar, und so konzentriert sich Regisseur D.J. Caruso auf den Weg, statt auf das Ziel. Gemächlich und beinahe nebensächlich baut er eine stetig wachsende Bedrohung auf, während er sich viel Zeit für die Einführung seiner Charaktere lässt, mit denen sich das Publikum schnell anfreundet und im späteren Verlauf mitfiebert.

Leider entpuppt sich der „spätere Verlauf“ als recht kurz, wenn nicht gar zu kurz. So gelungen und atmosphärisch die Suche nach den belastenden Beweisen inszeniert wurde, so unspektakulär fällt auch das Finale aus. Wie bereits „Unbekannter Anrufer“ endet auch „Disturbia“ unmittelbar nach dem Erreichen seines Zenits. Auch wenn man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, hätte ich mir einen etwas längeren und vorallem etwas unkonventionelleren Showdown gewünscht.

Nachwuchstalent Shia LaBeouf („Transformers“) ist zwar nicht James Stewart, versteht es aber dennoch, beim Zuschauer Verständnis für seine Figur hervorzurufen und das Publikum für sich zu gewinnen. David Morse („16 Blocks“) liefert eine gewohnt souveräne Leistung ab, während von Love Interest Sarah Roemer rollenbedingt wohl am ehesten die hübsche Optik in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Disturbia“ ist ein gelungener Thriller, der mit einem sympathischen Hauptdarsteller punkten kann und auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, ohne die älteren Generationen aus dem Blickwinkel zu verlieren. Die Atmosphäre ist ebenso stimmig wie David Morses Auftritt als psychopathischer Nachbar. Lediglich das konventionelle und viel zu schnelle Finale enttäuscht.

Meine Wertung: 7/10

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Im Kino: Shoot ‚Em Up

Aufgemerkt: Jeder, der sich nicht mit einem Film anfreunden kann, der lediglich aus Schießerei – Sprüche – Schießerei – Sprüche – Sex – Schießerei – Sprüche – Schießerei – Folter – Schießerei – Sprüche – Schießerei – Schießerei besteht, sollte an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören und auf meine Disturbia-Review warten. Allen anderen wünsche ich viel Spaß.

Worum geht’s

Eigentlich möchte Smith (Clive Owen) nur an der Bushaltestelle sitzen und seine Möhre essen. Doch dann rennt eine hochschwangere Fremde an ihm vorbei. Und ein Mann mit einer Pistole. Smith greift ein, kann jedoch nur das im Kugelhagel entbundene Baby retten. Verfolgt von dem Profikiller Hertz (Paul Giamatti) und dessen unzähligen Handlangern, versuchen Smith und die Prostituierte Donna (Monica Bellucci) herauszufinden, wer hinter dem Mordauftrag steckt…

Meine Meinung

Shoot ‚Em Up – der Titel ist Programm. Eine echte Handlung hat der Film nicht zu bieten. Stattdessen gibt es wilde Schießereien und makabere Sprüche satt. Wie in einer Schießbude nimmt sich Clive Owen die Schurken vor und lässt jeder längeren Actionsequenz einen zynischen Spruch folgen. Ein Killer nach dem anderen wird erschossen. Schnell. Blutig. Und völlig überzogen. Der Film nimmt sich zu keiner Minute ernst. Und er tut gut daran, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass „Shoot ‚Em Up“ als ernster Actionthriller funktioniert hätte. Der Realismus weicht Schießereien, die wirken, als wären sie einem Comic entsprungen. Einen Hang für das Durchgeknallte sollte man als Zuschauer also besser mitbringen, möchte man von dem Film nicht enttäuscht werden.

Die große Stärke des Films ist gleichzeitig auch seine Schwäche. So unterhaltsam und perfekt choreografiert die Schießereien auch sind, irgendwann stellt sich eine gewisse Monotonie gepaart mit einer Reizüberflutung ein. Zwar waren die Macher sichtlich bemüht, den Film durch unterschiedliche Umgebungen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, doch täuscht das nicht darüber hinweg, dass jede Actionszene im Endeffekt auf dasselbe hinausläuft. Als wirklich originell kann nur eine Schießerei in luftiger Höhe bezeichnet werden, in der sich Owen zahlreicher Fallschirmspringer entledigt. Alles andere ist business as usual.

Ebenfalls zweigeteilt bin ich bezüglich des Humors. Einerseits hat „Shoot ‚Em Up“ wirklich gelungene makabere Einfälle und zynische Sprüche zu bieten, doch andererseits wirkt Owens Coolness stellenweise viel zu bemüht. Dem Schauspieler selbst ist dabei kein Vorwurf zu machen, er mimt den namenlosen Helden gewohnt lässig und souverän. Man hätte ihm lediglich ein paar Sprüche weniger ins Drehbuch schreiben sollen. Manchmal ist weniger halt doch mehr.

Während Paul Giamatti seine Rolle als Profikiller sichtlich genießt, bleibt Monica Bellucci nicht viel mehr als ein hübsches Beiwerk. Der Versuch, ihrem Charakter ein wenig Tiefe zu verleihen, wird durch die darauf folgende Sexszene sofort ad absurdum geführt.

Mein Fazit

Ein Film für alle, denen „Crank“ nicht schnell genug war und zu wenig Action bot. Trotz der zu aufgesetzt wirkenden Coolness und der sich wiederholenden Schießereien kann „Shoot ‚Em Up“ dank flottem Tempo, makaberer Ideen und gut gelaunter Stars gerade noch überzeugen.

Meine Wertung: 6/10

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Das Bourne Ultimatum

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. „Die Bourne Identität“ und „Die Bourne Verschwörung“ waren bzw. sind nicht nur zwei hervorragende Agententhriller, sondern auch der Beweis dafür, dass das Deppenleerzeichen nicht mehr aufzuhalten ist. Dank des Titels „Das Bourne Ultimatum“ ist aus der Geschichte nun eine Deppenleerzeichen-Trilogie geworden.

Worum geht’s

Jason Bourne (Matt Damon) befindet sich weiterhin auf der Flucht. Und auf der Suche nach seiner wahren Identität und den Hintermännern, die für seine Lage und Maries Tod verantwortlich sind. Seine Nachforschungen führen ihn zu dem CIA-Abteilungsleiter Noah Vosen (David Strathairn) und einem Projekt namens BlackBriar. Von CIA-Agenten und Profikillern gejagt, erhält er unerwartet Hilfe von den CIA-Agentinnen Nicky Parsons (Julia Stiles) und Pamela Landy (Joan Allen)…

Meine Meinung

Klären wir das Wichtigste gleich zu Beginn: Ja, der Film kann die Qualität der Vorgänger halten und sie sogar übertrumpfen. „Das Bourne Ultimatum“ ist eine einzige Achterbahnfahrt. Spektakulär. Intelligent. Fesselnd. Wenn Jason Bourne seine Gegner austrickst und nach und nach die Geheimnisse des Treadstone-Projekts und dessen Nachfolger lüftet, ist pure Spannung angesagt. Und Verwirrung möglich. Wer sich leicht ablenken lässt oder die Vorgänger nicht kennt, dürfte schon bald Probleme damit bekommen, der Geschichte zu folgen. Zwar wird der Film niemals anstrengend, dort erfordert er von seinem Publikum eine konstante Aufmerksamkeit.

An Action wird alles geboten, was das Herz begehrt: Verfolgungsjagden zu Fuß, mit dem Auto und mit dem Motorrad. Hinzu kommen die aus den Vorgängern bekannten Mann-gegen-Mann-Kämpfe. Hart. Realistisch. Konsequent. Bei der Action ein Highlight zu benennen, ist mir ehrlich gesagt nicht möglich. Die Faszination geht von der gelungenen Mischung aus, sie ist das Highlight.

Matt Damon glänzt erneut als knallharter Ex-Agent. Seine Darstellung ist durchweg überzeugend, egal ob es sich um ruhige oder um actionreiche Szenen handelt. Neben den aus den Vorgängern bereits bekannten Gesichtern von Joan Allen und Julia Stiles gibt es mehrere Neuzugänge zu verzeichnen. Am bekanntesten dürften hiervon sicherlich David Strathairn („Good Night, and Good Luck“, „L.A. Confidential“) und Scott Glenn („Absolute Power“, „Backdraft“) sein. Sämtliche Darsteller machen ihre Sache sehr gut und verstehen es, ihre Rollen mit Leben zu füllen. In einem Kurzauftritt als Maries Bruder kann man Daniel Brühl bewundern. Allerdings ist dieser Auftritt wirklich kurz, so dass er kaum in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Das Bourne Ultimatum“ stellt ein gelungenes Finale der Trilogie dar und bringt die Geschichte zu einem krönenden Abschluss. Matt Damon überzeugt sowohl emotional wie auch physisch und hat in der Rolle des Jason Bourne vermutlich die Rolle seines Lebens gefunden.

Meine Wertung: 10/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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