Im Kino gesehen: Akte X – Jenseits der Wahrheit

Ob ihr es glaubt oder nicht: In jungen Jahren sah ich Fox Mulder sehr ähnlich. Heute, etliche Jahre, zahlreiche graue Haare und ein Doppelkinn (für das sich meine Kollegen extra den Doppelkinn-Blues haben einfallen lassen) später, ist von dieser Ähnlichkeit nicht mehr viel zu sehen. Dennoch fühle ich mich mit Fox Mulder nach wie vor verbunden, zumal „Akte X“ auch heute noch eine meiner Lieblingsserien ist. Dementsprechend groß war auch meine Freude über einen neuen Kinofilm. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden und wie stark sich Mulders neue Synchronstimme auf den Filmgenuss auswirkt, erfahrt ihr … jetzt:

Worum geht’s

Sechs Jahre sind vergangen, seit Fox Mulder (David Duchovny) für den angeblichen Mord an einem Regierungsangestellten vor Gericht gestellt wurde, mit Hilfe seiner Freunde floh und untertauchte. Dana Scully (Gillian Anderson) hat das FBI verlassen, arbeitet inzwischen als Ärztin in einem katholischen Krankenhaus und versucht dort verzweifelt, das Leben des todkranken Christian zu retten. Kurz vor einer wichtigen Entscheidung über Christians weitere Behandlung erscheint das FBI und bittet Scully um Hilfe. Im US-Bundesstaat Virginia ist eine FBI-Agentin verschwunden und sollte mit Hilfe des hellseherisch begabten Pater Joe (Billy Connolly) gefunden werden. Doch statt der Agentin wurde im Schnee lediglich ein abgetrennter Arm gefunden, der nicht der vermissten Person gehörte. Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) ist sich sicher, diesen Fall nur mit Mulders Hilfe lösen zu können …

Meine Meinung

Zuerst ein unschönes Detail: Der deutsche Titel „Jenseits der Wahrheit“ ist extrem unpassend. Ganz im Gegensatz zum Originaltitel „I Want To Believe“, der im wahrsten Sinne des Wortes Programm ist und exakt den Inhalt des Films widerspiegelt. Denn wenn es etwas gibt, worum sich der Film dreht, dann ist es der Glaube. Der Glaube an Hoffnung. Der Glaube an Vergebung. Der Glaube an Bestimmung. Der Glaube an Gott.

Nun eine enttäuschende Nachricht: „Jenseits der Wahrheit“ ist nicht mehr als eine solide Doppelfolge, die ohne weiteres auch im TV hätte ausgestrahlt werden können. Aber auch nicht weniger. Der zu lösende Fall ist solide, aber nicht herausragend. Spannung und Atmosphäre sind vorhanden, können jedoch längst nicht mit den Top-Folgen der Serie mithalten. Zumal besonders in der ersten Hälfte die eine oder andere Länge vorhanden ist, der Mystery-Anteil sich auf ein Minimum beschränkt und die Thriller-Elemente geringer als erwartet ausfallen. Stattdessen wird in dem, von einer kurzen Verfolgungsjagd zu Fuß abgesehen, ruhig inszenierten Film viel Wert auf die oben bereits genannten Glaubensfragen und auf die Beziehung zwischen Mulder und Scully gelegt, was sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken wird.

Nun eine schlechte Nachricht: Der Verzicht auf Mulders gewohnte Synchronstimme ist ein herber Verlust für den Film. Auch wenn Johannes Berenz sich bemüht und durchaus eine professionelle Leistung abgeliefert hat, die neue Stimme passt einfach nicht. Zu jung klingt sie. Zu weich. Zu unmännlich. Das ist nicht Fox Mulder. Sehr traurig, was hier aus Geiz und Gier verschenkt wurde.

Und nun endlich eine gute Nachricht: Die X-Akten sind zurück. Sechs Töne. Mehr sind nicht nötig, um das alte Akte-X-Feeling wieder aufleben zu lassen. Schön zu wissen, dass die Akte-X-Titelmelodie auch heute noch eine Gänsehaut verursacht. Ein paar Minuten später erscheinen Mulder und Scully – und es ist, als wären sie niemals von der Bildfläche verschwunden. Etwas reifer sind sie geworden, aber keineswegs müde. Die Chemie zwischen den beiden ist noch immer einzigartig, Mulders trockene Sprüche sorgen nach wie vor für zahlreiche Schmunzler und Scullys innerer Kampf zwischen der Wissenschaftlerin und der gläubigen Katholikin gehört auch heute noch zum Interessantesten, was die Serienlandschaft je hervorgebracht hat. Zahlreiche Details wie an der Decke hängende Bleistifte und Verweise auf die bisherigen Geschehnisse sorgen gemeinsam mit dem einen oder anderen Gastauftritt zusätzlich dafür, dass man sich als alter Akte-X-Fan sofort heimisch fühlt. Toll!

Mein Fazit

„Akte X“ habe ich erwartet, „Akte X“ habe ich bekommen. Mit all den gewohnten Stärken und einigen bekannten Schwächen. Allerdings sollte man nicht mit den falschen Erwartungen in den Film gehen und auf einen mit Überraschungen gespickten Thriller hoffen, sondern sich auf eine solide Doppelfolge in Überlänge einstellen. Auch wenn ich mir insgeheim mehr erhofft hatte, bin ich durchaus zufrieden und hoffe auf weitere Akte-X-Kinofilme – dann aber bitte wieder mit Mulders richtiger Synchronstimme.

Meine Wertung: 6/10

Im Kino gesehen: All The Boys Love Mandy Lane

Liebe Mandy,

seit Monaten verdrehst du nun schon diversen Männern den Kopf. Sei es, weil sie dich auf dem Fantasy Filmfest gesehen oder von dir in diversen Magazinen oder Internetforen gelesen haben. Und ich gebe es zu: Auch ich habe mich von deinen Bildern und den Berichten über dich berauschen lassen. Genau deswegen wollte ich dich ja auch kennen lernen – und ich finde es wirklich klasse von dir, dass du auch mich auf deine Party eingeladen hast!

Der Abend mit dir und deinen Freunden war auch wirklich sehr nett. Die Idee, in einem abgelegenen Landhaus zu feiern, hat mir wirklich gut gefallen. Diese Abgeschiedenheit sorgte zusammen mit dem durch die Sommerhitze verursachten Flimmern in der Luft für eine tolle Atmosphäre, die mich als Horrorfan sofort an die guten alten Slasher aus den 70ern und 80ern erinnerte. Du weißt, was ich meine, oder? Wirklich eine gute Wahl von dir, die Party dort stattfinden zu lassen!

Außerdem muss ich dir zu deinem grandiosen Musikgeschmack gratulieren: Wirklich tolle Lieder hast du mitgenommen, sehr stimmungsvoll! Zu schade, dass es die Lieder nicht gesammelt als Album zu kaufen gibt …

Auch finde ich es wirklich höflich von dir, dass du dir so viel Zeit genommen hast, mich deinen Freunden vorzustellen. Allerdings muss ich zugeben, dass sie nicht gerade die interessantesten Charaktere sind und mich des öfteren an farblose Abziehbilder erinnert haben. Außerdem trinken sie zu viel. Und nehmen ständig Drogen. Aber gut, es sind deine Freunde und nicht meine, also möchte ich nicht zu hart mit ihnen ins Gericht gehen. Zumal sie ja durchaus auch eine sensible Seite haben, wie Jakes Reaktion auf die Witze über seinen kleinen Penis gezeigt hat. Und ich denke mal, dass du dir deine Freunde nicht ohne Grund ausgesucht hast – schließlich wolltest du für mich sicherlich der interessanteste Mensch dort sein, was du definitiv geschafft hast.

Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die eigentliche Party früher beginnt.

Diese war dann auch ganz nett, aber letztlich haben mir ein wenig die Überraschungen gefehlt. Jene Überraschungen, die dafür sorgen, dass einem eine Party auf ewig in Erinnerung bleibt. Vielleicht bin ich einfach schon auf zu vielen Feten gewesen, aber etwas Besonderes hast du dir ja nicht unbedingt einfallen lassen. Jedenfalls nichts, was ich nicht schon auf zig anderen Partys erlebt hätte. Ehrlich gesagt hat mich deine Ideenlosigkeit schon ein wenig erschrocken. Selbst der als Partyknaller gedachte Einfall, den du zum Ende hin aus dem Hut gezaubert hast, konnte mich nicht vom Hocker reißen. Irgendwie war selbst der nämlich vorhersehbar und definitiv zu wenig, um mich für dich zu begeistern. Tut mir leid, dir das so offen und hart sagen zu müssen. Aber denk dran: Nur wahre Freunde sind so schonungslos ehrlich!

Niemand ist darüber trauriger als ich, aber Mandy, du und ich, das passt nicht so recht. Ich finde dich optisch wirklich sehr ansprechend und zuweilen auch recht interessant, aber das gewisse Etwas, das fehlt mir bei dir leider. Der Abend mit dir war wirklich nett. Aber leider auch nicht mehr. Also lass uns einfach Freunde bleiben, okay?

Liebe Grüße!
Sven

Im Kino gesehen: Funny Games U.S.

Wider Erwarten lief das 1:1-Remake des damals wie heute kontrovers diskutierten „Funny Games“ doch noch im CinemaxX Kiel an. Da ich das Original noch nicht kannte bzw. kenne, war dies eine gute Gelegenheit, sich endlich ein eigenes Bild zu machen …

Worum geht’s

Er sieht aus wie der nette Junge von nebenan. Und so denkt sich Ann (Naomi Watts) nichts dabei, als Peter (Brady Corbet) vor ihrer Tür steht und sie höflich um ein paar Eier bittet. Auch als Paul (Michael Pitt) hinzukommt, ahnt Ann noch nicht, was die folgende Nacht bringen wird. Erst als die beiden jungen Männer sich weigern zu gehen, Anns Mann George (Tim Roth) mit einem Golfschläger außer Gefecht setzen und das Paar zusammen mit dem kleinen Georgie (Devon Gearhart) ins Wohnzimmer bringen, begreift Ann, dass ihre Familie Teil eines makaberen Spiels geworden ist. „Wir wetten, dass ihr morgen früh kaputt sein werdet.“ Das Spiel beginnt …

Meine Meinung

Hmmm … hmmm … kennt ihr das Wort „Zwickmühle“? In der stecke ich nämlich gerade. Grund dafür ist weniger der Film, sondern vielmehr der Regisseur. Während ich diese Zeilen tippe, neige ich dazu, den Film für die Äußerungen seines Regisseurs bestrafen zu wollen. Ist das fair? Eigentlich nicht. Denn der Film ist wirklich sehenswert. Ich sag euch was: Ich komme später darauf zurück.

Das Grauen kommt auf leisen Sohlen. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn abgesehen vom Vorspann wird auf Musik fast vollständig verzichtet. Dadurch wirkt das Geschehen unheimlich beklemmend und trostlos, was eine hervorragende Atmosphäre erzeugt. So man denn gewillt ist, sich darauf einzulassen. Denn über eines sollte man sich im Klaren sein: Einen actionreichen Thriller darf man nicht erwarten. Auch auf Blut muss der interessierte Zuschauer trotz der 18er-Freigabe verzichten. Die Gewalt wird ausnahmslos ausgeblendet und nur über die Gesichter der Darsteller zum Publikum transportiert. Und diese machen ihre Sache wirklich gut, wobei besonders Naomi Watts und Michael Pitt zu erwähnen sind.

So weit so gut. Als spannender Thriller würde der Film zweifellos funktionieren. Doch Regisseur Michael Haneke geht es nicht darum, einen spannenden Film abzuliefern. Er möchte dem Publikum einen Spiegel vorhalten und auf den Konsum von Gewalt in Medien hinweisen. Also lässt er Paul ab und an mit dem Zuschauer reden. „Sie sind doch auf ihrer Seite, oder?“ fragt dieser grinsend in die Kamera. Ja, natürlich bin ich das. Doch selbst wenn nicht, wäre auch das okay. Denn das ist nur ein Film. Ein Film, lieber Herr Haneke.

„Ich sage immer, dass jeder, der sich diesen Film bis zum Schluss anschaut, ihn offensichtlich nötig gehabt hat.“

„Hollywood manipuliert doch ständig. Schauen Sie sich doch den Film „Air Force One“ an. Das ist reine amerikanische Polit-Propaganda. Aber es ist so verkauft worden, dass wir es gar nicht merken. Und das halte ich für sehr gefährlich.“

„Ich weiß nur, dass wir heute in einer Gesellschaft leben, in der wir Gewalt wahrnehmen, wie wir einen warmen Sommerwind wahrnehmen. Kaum etwas schockiert noch, kaum etwas bringt uns zum Nachdenken.“

Drei Zitate aus einem Stern-Interview. Ganz abgesehen davon, dass der Patriotismus in „Air Force One“ nun wirklich nicht zu übersehen war, kann jeder geistig normale Mensch zwischen gespielter und realer Gewalt unterscheiden. Und, das ist meine ganz persönliche Meinung, der Mensch braucht Gewalt und Horror. Denn trotz unserer Entwicklung haben wir eines nie verloren: Unsere niederen Instinkte. Und aus diesem Grund schauen wir Action- und Horrorfilme, die Gewalt zur Unterhaltung einsetzen. Um diese Instinkte zu befriedigen. Ist das verwerflich? Nein. Ist das primitiv? Vielleicht. Ist das menschlich? Ja.

Mein Fazit

Als Thriller durchaus sehenswert, sofern man sich für ruhige Filme begeistern kann. Als Aussage jedoch ist „Funny Games U.S.“ viel zu oberflächlich, um ihn ernst nehmen zu können …

Meine Wertung: 6/10

Daheim gesehen: The Contract

Ich mag John Cusack. Und ich mag Morgan Freeman. Und Survival-Thriller mag ich erst recht. Also müsste ich einen Survival-Thriller mit John Cusack und Morgan Freeman in den Hauptrollen doch eigentlich lieben, richtig? Falsch …

Worum geht’s

Profikiller Frank Carden (Morgan Freeman) wird in einen Autounfall verwickelt und landet im Krankenhaus. Zu seinem Unglück wird die örtliche Polizei ihrem schlechten Ruf nicht gerecht, findet seine wahre Identität heraus und beschließt, ihn dem FBI zu übergeben. Doch Franks Kollegen starten einen Befreiungsversuch, in dessen Verlauf Frank mitsamt des Wagens in einen Fluss stürzt. Aufgesammelt wird er von Ray (John Cusack) und dessen Sohn Chris (Jamie Anderson), die in den Wäldern gerade zum Camping aufbrechen wollten. Obwohl Frank ihn vor ihren Verfolgern warnt, beschließt Ray, den Profikiller nicht laufen zu lassen, sondern ihn den Behörden zu übergeben …

Meine Meinung

Schade. Wirklich sehr sehr schade. Der Film hätte wirklich Potential gehabt. Er hätte uns ein spannendes Psychoduell zwischen Freeman und Cusack bieten können. Und eine spannende Katz-und-Maus-Jagd durch die Wälder. Und eine spannende Verschwörungsgeschichte rund um Franks Auftrag samt des dazugehörigen Auftraggebers. Doch „The Contract“ liefert nicht einmal eines davon. Sicher, alles wird irgendwie angedeutet, aber nichts wird konsequent bis zum Ende geführt. Die Dialoge zwischen Frank und Ray liegen irgendwo zwischen „ganz nett“ und „absolut belanglos“, was besonders bei zwei großartigen Schauspielern wie Freeman und Cusack auf ganzer Linie enttäuscht. Die Actionszenen im Wald wurden zwar solide inszeniert (von dem Hubschrauberabsturz abgesehen, der wirkte auf mich eher lächerlich), sind aber keineswegs packend und zudem zu rar gesät, um den Actionfan bei der Stange zu halten. Bleibt noch Franks Auftrag und die dazugehörige Verschwörung, von der der Zuschauer leider nur erfährt, dass es sie gibt, nicht aber, wieso es sie gibt, was sich hinter ihr verbirgt und wer noch alles an ihr beteiligt ist.

Aber vielleicht ist das auch alles so gewollt, um dem Film einen realistischen Touch zu verleihen: Über Verschwörungen wird man niemals alles erfahren, ein Lehrer wird auch in Ausnahmesituationen niemals zum Ersatz-Rambo mutieren und zu oscarverdächtigen Dialogen wird es in solch einer Situation im wahren Leben vermutlich auch nie kommen. Zu schade, dass die Realität und der Unterhaltungsfaktor oft so weit voneinander entfernt liegen.

Bevor ich hier falsch verstanden werde: „The Contract“ ist beileibe kein schlechter Film geworden. Freeman und Cusack spielen ebenso solide wie die Nebendarsteller und als Gesamtwerk betrachtet bleibt der Film interessant genug, dass man nicht nach der Fernbedienung schielt, um dem Treiben vorzeitig ein Ende zu bereiten. Allerdings ist er gemessen an dem, was alles möglich gewesen wäre, eine herbe Enttäuschung.

Mein Fazit

Mittelmäßiger Survival-Thriller, der zu viel Potential verschenkt und sich nahtlos in die Reihe der „Kann-man-mal-gucken-muss-man-aber-nicht-Filme“ einreiht. Fans dürfen durchaus einen Blick riskieren, sollten aber nicht zu viel erwarten.

Seed

Dr. Uwe Boll hat es tatsächlich geschafft. Dr. Uwe Boll hat es geschafft, einen Film zu drehen, den ich mir freiwillig ein zweites Mal im Kino ansehen werde. Einen Film, der in seiner Darstellung die Grenze des guten Geschmacks mehrmals überschreitet und niemals die breite Masse erreichen wird, dessen ungeachtet aber wirklich sehenswert ist. Wer hätte das nach „House Of The Dead“, „Alone In The Dark“, „BloodRayne“ und „Schwerter des Königs – Dungeon Siege“ (Review folgt) gedacht…

Worum geht’s

Endlich ist es Detective Matt Bishop (Michael Paré) gelungen, den äußerst brutalen Serienkiller Max Seed (Will Sanderson) festzunehmen und auf den elektrischen Stuhl zu bringen. Doch Seed überlebt alle drei Hinrichtungsdurchgänge, was per Gesetz einer Begnadigung gleichkommt. Die Anwesenden beschließen, Seed für tot zu erklären und lebendig auf dem Friedhof zu begraben. Ein Fehler, der noch in der selben Nacht mehrere Todesopfer nach sich ziehen soll…

Meine Meinung

Mit „Seed“ ist Dr. Uwe Boll definitiv auf dem richtigen Weg. Allerdings ist auch noch einiges zu tun. So schafft Boll es leider noch immer nicht, seine Geschichte so zu erzählen, dass sie ein stimmiges Ganzes ergibt. Oftmals wirken die Szenen konzeptlos aneinander gereiht, was sich deutlich auf den Erzählfluss auswirkt. Dies und die Tatsache, dass die Figuren trotz guter Möglichkeiten nur oberflächlich charakterisiert werden, hat zur Folge, dass sich keine rechte Spannung aufbauen möchte. Lediglich das Ende lässt die Zuschauer bangen – zu wenig für einen Thriller über einen rachsüchtigen Serienkiller.

Was „Seed“ positiv von früheren Boll-Film unterscheidet, ist die gelungene Atmosphäre. In den Siebzigern und meist in der Dunkelheit spielend, erzeugt der Film eine so hoffnungs- und trostlose Grundstimmung wie schon lange kein Film mehr vor ihm. Auf die Spielereien einer modernen Inszenierung wurde zum Glück verzichtet, was „Seed“ wie ein Relikt aus einer anderen Zeit und dadurch unglaublich authentisch wirken lässt.

Authentisch ist auch die Gewalt im Film. Und Kompromisslos. Nein, „Seed“ ist wahrlich kein Film für Zartbesaitete. Boll nimmt keine Rücksicht auf sein Publikum, zeigt Seeds Greueltaten in vollem Ausmaß und lässt keinen Platz für Phantasie. „Höhepunkt“ des Films ist sicherlich eine Szene, in der Seed mit einem Hammer minutenlang den Kopf einer Frau malträtiert, bis nur noch eine blutige Masse übrig ist. Aus einer starren Kameraposition heraus und ohne Schnitte gefilmt, ließ mich diese Szene bei jedem Schlag erneut zusammenzucken. Nicht minder grauenvoll ist eine Szene, in der Seed erst verschiedene Tiere, dann ein Baby und zuletzt eine Frau in einer Kerkerzelle verhungern lässt. Ob solche Szenen in einem Film sein müssen, diese Frage wird jeder für sich selbst beantworten müssen.

Mein Fazit

„Seed“ ist ein kompromissloser und konsequenter Film, der von seiner stimmigen Atmosphäre lebt, dem Massenpublikum jedoch an vielen Stellen deutlich zu weit gehen dürfte. Für Genrefans absolut sehenswert, stellt „Seed“ Bolls bislang bestes („Postal“ habe ich noch nicht gesehen) Werk dar.

Meine Wertung: 7/10 (ja, richtig gelesen: SIEBEN von 10)

Von Löwen und Lämmern – Robert Redfords unbequeme Wahrheit

Hollywood wird politisch. Nach dem von Peter Berg so spannend wie oberflächlich inszenierten „Operation: Kingdom“ folgt nun Robert Redfords „Von Löwen und Lämmern“. Ob Redford es schafft, die Probleme unserer Zeit adäquat auf die Leinwand zu bringen, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Worum geht’s

1 Stunde, 6 Menschen.

Senator Jasper Irving (Tom Cruise) bittet Reporterin Janine Roth (Meryl Streep) zu einem exklusiven Interview. Thema ist die neue Strategie in Afghanistan, die Irving dem amerikanischen Volk mit Roths Hilfe als Lösung für den Sieg gegen Terrorismus verkaufen möchte.

Währenddessen geraten die beiden Soldaten Rodriguez (Michael Peña) und Finch (Derek Luke) bei der Umsetzung dieser neuen Strategie in einen Hinterhalt. Verletzt und auf Hilfe wartend, werden sie auf einem verschneiten Berg von Feinden umzingelt.

Zur gleichen Zeit führt Professor Malley (Robert Redford) ein Gespräch mit seinem Studenten Todd (Andrew Garfield). Malley möchte Todd inspirieren, wieder mehr Engagement zu zeigen. Um dies zu erreichen, erzählt er ihm von den beiden hoffnungsvollen Studenten Ernest und Arian, die sich statt für die Politik für den Dienst an der Waffe entschieden.

Nach dieser Stunde stehen vier Charaktere vor einer Entscheidung – und der Zuschauer vor der Hoffnung, dass mindestens einer von ihnen die richtige trifft…

Meine Meinung

Selten steht in Filmen der Inhalt so sehr über der Form wie in „Von Löwen und Lämmern“. Der Film ist eine einzige große Botschaft, eine einzige große Aufforderung, ein einziger großer Spiegel, der uns vorgehalten wird. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass es an der Inszenierung etwas auszusetzen gäbe. Dem ist definitiv nicht so. Handwerklich solide, bisweilen sogar außerordentlich packend und emotional inszeniert und von hervorragenden Darstellern unterstützt, überzeugt der Film formal von der ersten bis zur letzten Minute. Doch ist es nicht die Form, die „Von Löwen und Lämmern“ sehenswert macht. Es ist der Inhalt.

Ehrlich gesagt hatte ich „nur“ mit einem festen Schlag in den Magen der aktuellen Politik gerechnet, doch Redford geht einen Schritt weiter. Einen großen Schritt. Auch wenn die Verlogenheit der Politik angeprangert wird, ist nicht sie es, der Redford die Schuld an der heutigen Situation gibt. Es ist auch nicht die Presse, die ihre journalistische Pflicht mehr und mehr zu vergessen scheint und sich vom enthüllenden Wahrheitsfinder zum tumben Sprachrohr entwickelt hat. Das Problem sind wir. Wir Menschen. Jeder einzelne von uns. Wir, die wir nicht bereit sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wir, die wir zu ängstlich oder bequem sind, für das Richtige einzustehen. Wir, die wir lieber hinter vorgehaltener Hand über all das Schlechte in der Welt reden, statt Courage zu zeigen und sich zu erheben.

Redford entlarvt uns als das, was wir sind. Egoistische Wesen, die wider besseren Wissens falsche Entscheidungen treffen. Sei es aus Bequemlichkeit, aus Angst vor etwaigen Konsequenzen oder aus Gier nach Profit und Macht.

Am Ende des Films ist nur noch ein Charakter von Bedeutung. Ein Charakter, stellvertretend für uns alle. Ein Charakter, der uns die Wahl überlässt: Die Wahl zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg.

Mein Fazit

Außerordentlich engagierter Film, dessen Botschaft den Wenigsten gefallen dürfte. Die Darsteller überzeugen ebenso wie Robert Redfords Regie, was in der Summe einen der besten und wichtigsten Filme des Jahres ergibt.

Meine Wertung: 9/10

Unnötiges Remake: Invasion

Was haben „Die Dämonischen“ (1956), „Die Körperfresser kommen“ (1978) und „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ (1993) gemeinsam? Richtig: Sie alle erzählen eine mehr oder weniger identische Geschichte, angepasst an den jeweiligen Zeitgeist. Wollen wir hoffen, dass unsere Zeit in 20 oder 30 Jahren nicht an der vierten Variante „Invasion“ gemessen wird.

Worum geht’s

Nach dem Absturz eines Space Shuttles beginnt die Psychiaterin Carol (Nicole Kidman), seltsame Veränderungen an ihren Patienten und den Menschen in ihrer Umgebung festzustellen. Das Verhalten der Betroffenen wird zunehmend emotionsloser, ja beinahe seelenlos. Gemeinsam mit ihrem Freund Ben (Daniel Craig) und dessen Kollegen Stephen (Jeffrey Wright) findet sie heraus, dass außerirdische Viren die Ursache für die Veränderungen sind. Ist man mit dem Virus infiziert und schläft ein, übernimmt es mit Erreichen der Tiefschlafphase den Wirt. Ausgerechnet Carols Sohn Oliver (Jackson Bond) scheint gegen das Virus immun zu sein…

Meine Meinung

So sehr es mich ja auch freut, dass der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel es nach Hollywood geschafft hat: Das Ergebnis enttäuscht auf ganzer Linie. „Invasion“ lässt jegliche Spannung, jegliche Bedrohung, jegliche Dramatik der Vorgänger völlig vermissen. Selbst der eher harmlose Ableger „The Faculty“ weiß mehr zu fesseln als Hirschbiegels Version der außerirdischen Übernahme.

Die Geschichte plätschert uninspiriert vor sich hin. Menschen verwandeln sich, fliehen, verstecken sich. Doch das alles geschieht so kühl und emotionslos (eigentlich ja schon fast wieder passend), dass es einem als Zuschauer schlicht und einfach egal ist. Auch fehlt ein durchgängiger Faden, der die Charaktere und die Geschichte zusammenhält. In der derzeitigen Fassung wirkt „Invasion“ wie ein, immerhin gut gefilmtes, Stückwerk.

Da Hirschbiegels Version in den Testscreenings gnadenlos durchgefallen ist, musste der Film mehrmals umgeschnitten werden. Interessant wäre, wie die Originalversion wohl ausgesehen haben mag. Vielleicht kommen wir ja auf DVD in den Genuss beider Versionen, so wie es auch bei „Exorzist: The Beginning“ geschehen ist.

Sicherlich hat der Film auch seine guten Szenen. Wenn während eines Essens im Fernsehen verkündet wird, dass Bin Laden und George W. Bush Frieden ankündigen und der Papst verspricht, für Verhütungsmittel in Afrika zu sorgen, fragt man sich als Zuschauer unweigerlich, ob der Preis für unsere Menschlichkeit wirklich gerechtfertigt ist. Allerdings sind solche Szenen äußerst rar gesät. Zu rar, um noch irgendwas retten zu können.

Mein Fazit

Uninspiriertes und innovationsloses Remake, das zwar schick gefilmt wurde, aber weniger wie ein fertiger Film, als vielmehr wie eine Ansammlung unabhängiger Szenen wirkt. Den Schauspielern ist dabei kein Vorwurf zu machen, liefern sie doch alle eine routinierte Leistung ab. Nicht mehr als Mittelmaß und kein Vergleich zu den Vorgängern.

Meine Wertung: 5/10

Die Fremde in dir

Mal unter uns: Jeder hat sich doch schon einmal gewünscht, dem Trottel, der in der letzten Reihe…Moment, diese Einleitung kommt mir irgendwie bekannt vor! Hatte ich die etwa schon? Da war doch was…ah, ich hab’s: Bei „Death Sentence“! Na gut, dann lasse ich mir halt einen neuen Text einfallen. Was schreibe ich nur…ach, wisst ihr was: Ich lasse die Einleitung diesmal einfach weg.

Worum geht’s

Während eines abendlichen Spaziergangs werden Erica (Jodie Foster) und ihr Verlobter David (Naveen Andrews) von einer Gang überfallen. David stirbt, Erica überlebt schwer verletzt. Aus dem Krankenhaus entlassen, versucht sie, ihr Leben so gut wie möglich fortzuführen und ihren Verlust zu verarbeiten. Als Erica zufällig Zeugin eines Mordes wird, erschießt sie den Täter, verwischt die Spuren und verlässt unbemerkt den Tatort. Fortan streift sie nachts durch die Straßen, auf der Suche nach Verbrechern, gegen die die Polizei machtlos zu sein scheint. Schon bald wird der rechtschaffende Detective Mercer (Terrence Howard) auf Erica aufmerksam…

Meine Meinung

Selbstjustiz, die Zweite. Nach dem erst kürzlich angelaufenen „Death Sentence“ schicken sich nun Regisseur Neil Jordan („The Crying Game“) und Hauptdarstellerin Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“) an, der Thematik neue Seiten abzugewinnen. Während Kevin Bacons Rachefeldzug auf Action und die Spirale der Gewalt ausgelegt ist, liegt der Schwerpunkt bei „Die Fremde in dir“ auf dem persönlichen Schicksal der Protagonistin und den Reaktionen der Gesellschaft. Allerdings macht dies den Film weder interessanter noch anspruchsvoller – und auf keinen Fall unterhaltsamer.

Dass Selbstjustiz in einem Rechtsstaat nichts zu suchen hat, in gewissen Situationen jedoch naturbedingt Zustimmung hervorruft, ist wahrlich keine Neuigkeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Bürger Ericas Taten gutheißen, anstatt sie zu verurteilen. Neil Jordans Versuch, die Moral des Publikums im Laufe des Films zurecht zu rücken, schlägt aufgrund der charakterlosen Verbrecher und der viel zu plumpen Vorgehensweise vollkommen fehl. Als Beispiel sei an dieser Stelle eine im Radio geführte Diskussion zum Thema Selbstjustiz genannt.

Dass man als Zuschauer die Taten nicht als falsch anerkennen will, kann auch Jodie Foster nicht ändern. Zwar spielt sie das Opfer gewohnt souverän, doch kann sie bei den seelischen Folgen ihres Handelns nicht überzeugen. Von der inneren Zerrissenheit und der Abscheu gegen ihre eigenen Taten ist zwar viel zu sehen, aber nicht viel zu spüren.

Die Krone der Unglaubwürdigkeit wird dem Film durch ein Finale aufgesetzt, welches ich im günstigsten Fall als unpassend und um ungünstigsten Fall als bedenklich bezeichnen würde. Egal wie man das Ende bezeichnen möchte, es führt die Charaktere und den Film ad absurdum.

Zum Glück kann „Die Fremde in dir“ auf Thrillerebene überzeugen und sich dadurch über die Laufzeit retten. Ericas nächtliche Streifzüge wurden ebenso spannend inszeniert wie Detective Mercers Suche nach dem Vigilanten. Sicherlich werden hierbei keine neuen Akzente gesetzt, doch kann man sich immerhin über eine solide Inszenierung und einige interessante Dialoge zwischen Erica und Mercer erfreuen.

Mein Fazit

Konventioneller Thriller, der versucht, sich von anderen Genrevertretern abzusetzen, jedoch an seinen eigenen Ansprüchen und seinem vollkommen unpassenden Ende gründlich scheitert. Als Drama nicht erwähnenswert, als Thriller ganz passabel. Nicht mehr und nicht weniger.

Meine Wertung: 5/10

Im Kino: Disturbia

Remakes. Neuverfilmungen. Neuinterpretationen. Für die meisten Filmfans sind sie ein Fluch, ein Zeichen mangelnder Kreativität. Ich selbst stehe ihnen positiv gegenüber, bieten sie doch eine Chance, das nachwachsende Publikum auf alte Klassiker aufmerksam zu machen oder bereits erzählten Geschichten neue Facetten abzugewinnen. Und wenn der Versuch misslingt, kann man den Film immer noch meiden. Bei „Disturbia“ ist dies zum Glück nicht notwendig.

Worum geht’s

Weil er seinen Lehrer geschlagen hat, wird Teenager Kale (Shia LaBeouf) unter Hausarrest gestellt. Eine elektronische Fußfessel überwacht seine Position auf Schritt und Tritt und informiert die Polizei, sobald er sich zu weit von seinem Haus entfernt. Aus Langeweile beginnt Kale seine Nachbarn zu beobachten und glaubt schon bald, in dem unauffälligen Mr. Turner (David Morse) einen gesuchten Serienkiller gefunden zu haben. Gemeinsam mit seinem besten Freund Ronnie (Aaron Yoo) und der süßen Nachbarin Ashley (Sarah Roemer) beginnt Kale damit, Mr. Turner zu beschatten und Beweise gegen ihn zu sammeln…

Meine Meinung

Na, wer hat es erkannt? Richtig: „Das Fenster zum Hof“. So lautet das Original, das mit „Disturbia“ eine Frischzellenkur verpasst bekommen hat. Der Hitchcock-Klassiker aus dem Jahr 1954 mit James Stewart und Grace Kelly gilt völlig zurecht als einer der besten Suspense-Thriller und fesselt auch heute noch von der ersten bis zur letzten Minute.

Auch wenn „Disturbia“ nicht die Qualität des übergroßen Originals erreicht, kann man dennoch von einem durchaus gelungenen Thriller sprechen. Worauf die Geschichte hinausläuft, ist von Anfang an klar, und so konzentriert sich Regisseur D.J. Caruso auf den Weg, statt auf das Ziel. Gemächlich und beinahe nebensächlich baut er eine stetig wachsende Bedrohung auf, während er sich viel Zeit für die Einführung seiner Charaktere lässt, mit denen sich das Publikum schnell anfreundet und im späteren Verlauf mitfiebert.

Leider entpuppt sich der „spätere Verlauf“ als recht kurz, wenn nicht gar zu kurz. So gelungen und atmosphärisch die Suche nach den belastenden Beweisen inszeniert wurde, so unspektakulär fällt auch das Finale aus. Wie bereits „Unbekannter Anrufer“ endet auch „Disturbia“ unmittelbar nach dem Erreichen seines Zenits. Auch wenn man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, hätte ich mir einen etwas längeren und vorallem etwas unkonventionelleren Showdown gewünscht.

Nachwuchstalent Shia LaBeouf („Transformers“) ist zwar nicht James Stewart, versteht es aber dennoch, beim Zuschauer Verständnis für seine Figur hervorzurufen und das Publikum für sich zu gewinnen. David Morse („16 Blocks“) liefert eine gewohnt souveräne Leistung ab, während von Love Interest Sarah Roemer rollenbedingt wohl am ehesten die hübsche Optik in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Disturbia“ ist ein gelungener Thriller, der mit einem sympathischen Hauptdarsteller punkten kann und auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, ohne die älteren Generationen aus dem Blickwinkel zu verlieren. Die Atmosphäre ist ebenso stimmig wie David Morses Auftritt als psychopathischer Nachbar. Lediglich das konventionelle und viel zu schnelle Finale enttäuscht.

Meine Wertung: 7/10

Das Bourne Ultimatum

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. „Die Bourne Identität“ und „Die Bourne Verschwörung“ waren bzw. sind nicht nur zwei hervorragende Agententhriller, sondern auch der Beweis dafür, dass das Deppenleerzeichen nicht mehr aufzuhalten ist. Dank des Titels „Das Bourne Ultimatum“ ist aus der Geschichte nun eine Deppenleerzeichen-Trilogie geworden.

Worum geht’s

Jason Bourne (Matt Damon) befindet sich weiterhin auf der Flucht. Und auf der Suche nach seiner wahren Identität und den Hintermännern, die für seine Lage und Maries Tod verantwortlich sind. Seine Nachforschungen führen ihn zu dem CIA-Abteilungsleiter Noah Vosen (David Strathairn) und einem Projekt namens BlackBriar. Von CIA-Agenten und Profikillern gejagt, erhält er unerwartet Hilfe von den CIA-Agentinnen Nicky Parsons (Julia Stiles) und Pamela Landy (Joan Allen)…

Meine Meinung

Klären wir das Wichtigste gleich zu Beginn: Ja, der Film kann die Qualität der Vorgänger halten und sie sogar übertrumpfen. „Das Bourne Ultimatum“ ist eine einzige Achterbahnfahrt. Spektakulär. Intelligent. Fesselnd. Wenn Jason Bourne seine Gegner austrickst und nach und nach die Geheimnisse des Treadstone-Projekts und dessen Nachfolger lüftet, ist pure Spannung angesagt. Und Verwirrung möglich. Wer sich leicht ablenken lässt oder die Vorgänger nicht kennt, dürfte schon bald Probleme damit bekommen, der Geschichte zu folgen. Zwar wird der Film niemals anstrengend, dort erfordert er von seinem Publikum eine konstante Aufmerksamkeit.

An Action wird alles geboten, was das Herz begehrt: Verfolgungsjagden zu Fuß, mit dem Auto und mit dem Motorrad. Hinzu kommen die aus den Vorgängern bekannten Mann-gegen-Mann-Kämpfe. Hart. Realistisch. Konsequent. Bei der Action ein Highlight zu benennen, ist mir ehrlich gesagt nicht möglich. Die Faszination geht von der gelungenen Mischung aus, sie ist das Highlight.

Matt Damon glänzt erneut als knallharter Ex-Agent. Seine Darstellung ist durchweg überzeugend, egal ob es sich um ruhige oder um actionreiche Szenen handelt. Neben den aus den Vorgängern bereits bekannten Gesichtern von Joan Allen und Julia Stiles gibt es mehrere Neuzugänge zu verzeichnen. Am bekanntesten dürften hiervon sicherlich David Strathairn („Good Night, and Good Luck“, „L.A. Confidential“) und Scott Glenn („Absolute Power“, „Backdraft“) sein. Sämtliche Darsteller machen ihre Sache sehr gut und verstehen es, ihre Rollen mit Leben zu füllen. In einem Kurzauftritt als Maries Bruder kann man Daniel Brühl bewundern. Allerdings ist dieser Auftritt wirklich kurz, so dass er kaum in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Das Bourne Ultimatum“ stellt ein gelungenes Finale der Trilogie dar und bringt die Geschichte zu einem krönenden Abschluss. Matt Damon überzeugt sowohl emotional wie auch physisch und hat in der Rolle des Jason Bourne vermutlich die Rolle seines Lebens gefunden.

Meine Wertung: 10/10

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