Hard Candy

Einen schwierigen Stoff hat sich David Slade da für sein Regiedebüt ausgesucht:

Der 32 Jahre alte Fotograph Jeff lernt im Chat die 18 Jahre jüngere Hayley kennen. Trotz des Altersunterschieds beschließen die beiden, sich in einem Café zu treffen. Es wird geredet, es wird gelacht, und kurze Zeit später finden sich die beiden in Jeffs Wohnung wieder. Nach ein paar Gläsern Alkohol verliert Jeff das Bewusstsein, findet sich gefesselt auf einem Stuhl wieder und muss erkennen, dass Hayley nicht das unschuldige Mädchen ist, für das sie sich ausgegeben hat…

Bevor man sich diesen Film anschaut, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass er definitiv nicht für die breite Masse konzipiert wurde: Es gibt nur zwei Darsteller (okay, es gibt insgesamt fünf, aber die restlichen drei spielen in dem Film eine so untergeordnete Rolle, dass sie zu vernachlässigen sind), der Film besteht größtenteils aus reinen Dialogen und behandelt mit Pädophilie und Selbstjustiz zwei Themen, die bereits jeweils für sich alleine kontrovers genug sind.

Was den Zuschauer in „Hard Candy“ erwartet, ist ein Kammerspiel von erschreckender Intensität, ein Psychothriller, dessen Folterszenen zu keiner Zeit Selbstzweck sind und aufgrund der Tatsache, dass sie von einem „Kind“ ausgeführt werden, umso erschreckender wirken, zumal die größte Folter in diesem Film psychologisch und nicht körperlich ausgeführt wird.

Hinzu kommt, dass man als Zuschauer nie weiß, wem man seine Sympathie entgegenbringen soll: Ist Jeff wirklich pädophil, ja ist er sogar ein Mörder, oder ist Hayley nur ein psychisch kranker Teenager?

Da der Film sich beinahe ausschließlich auf die Darsteller verlässt, gebührt ihnen ein besonderes Lob: Ellen Page („X-Men 3“) und Patrick Wilson („Das Phantom der Oper“) spielen ihre Rollen äußerst glaubwürdig und verstehen es zu jeder Zeit, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, wobei mir Wilsons Darstellung des gepeinigten Jeff ein wenig mehr zugesagt hat (was allerdings auch an der Rolle an sich liegen mag).

Wenn es etwas gibt, was man dem Film zur Last legen könnte, dann die Frage, wie es für Hayley rein körperlich möglich ist, Jeffs Körper zu transportieren: Schon ihn auf den Stuhl oder Tisch zu heben, dürfte sich als sehr schwer (im doppelten Sinn) erweisen…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass David Slade mit „Hard Candy“ ein beachtliches Regiedebüt abgeliefert hat, welches aufgrund seiner Thematik zwar für Diskussionen sorgen dürfte, durch sein minimalistisches Konzept aber weitaus tiefer unter die Haut geht, als manch anderer hochgelobter Film der letzten Zeit.

Wertung: 8/10

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The Sentinel – Wem kannst du trauen?

Drei Jahre ist es nun schon her, dass uns Michael Douglas mit seiner Anwesenheit auf der Leinwand beehrte – und auch wenn er in „The Sentinel“ gewohnt souverän spielt, stellt sich mir die Frage, ob er nicht vielleicht noch etwas länger hätte warten oder sich für seine Rückkehr zumindest eine andere Rolle hätte aussuchen sollen…

In „The Sentinel“ spielt Douglas Pete Garrison, einen Agenten des Secret Service, welcher sich ganz dem Schutz des Präsidenten (David Rasche – ja, genau: Sledge Hammer) verschrieben hat. Als es Anzeichen für ein Attentat und einen Verräter in den eigenen Reihen gibt, müssen sich sämtliche Agenten einem Lügendetektortest unterziehen. Da Garrison eine (verhängnisvolle?) Affäre mit der First Lady (Kim Basinger) hat, besteht er als einziger diesen Test nicht. Als vermeintlicher Verräter gejagt, macht er sich daran, seine Unschuld zu beweisen, den Verräter zu finden und das Attentat zu verhindern, stets verfolgt von seinem ehemals besten Freund David Breckinridge (Kiefer Sutherland) und seiner ehemaligen Schülerin Jill Marin (Eva Longoria).

Nach dem ersten Absatz mag man zwar das Schlimmste erwarten, aber eigentlich ist der Film nicht wirklich schlimm, sondern eher schlimm durchschnittlich: Es gibt nichts in dem Film, was man nicht schon in einem anderen Film (besser) gesehen hätte – ein wenig „Auf der Flucht“ dort, ein bischen „In The Line Of Fire“ hier, dazu noch ein Schuss „24“ und fertig ist der Fast Food-Film für zwischendurch. Nur zu blöd, dass es nicht mehr für die für einen Thriller wichtigste Zutat gereicht hat: Den Thrill.

Knapp eine Stunde dauert es, bis sich Garrison als vermeintlicher Verräter auf die Flucht begibt und der Film an Fahrt gewinnt – für einen Film dieser Art deutlich zu spät! Und selbst auf der Flucht will dann keine echte Spannung aufkommen, da die Geschichte viel zu gradlinig voranschreitet und es unserem Helden viel zu einfach macht. Ist das Finale dann erstmal überstanden, fragt man sich, ob der Film nicht auch gut einen TV-Film hätte abgeben können…

Schauspielseitig gibt es hingegen nichts zu beklagen: Michael Douglas spielt wie bereits erwähnt gewohnt souverän, während Kiefer Sutherland im Grunde nur einen umbenannten Jack Bauer spielt (was ja weiß Gott nichts Schlechtes ist). Kim Basinger und Eva Longoria dürfen gut aussehen (einmal für das reifere, einmal für das jüngere Publikum) und David Rasche beweist, dass er doch mehr kann, als mit seiner Susi zu sprechen: Ehrlich gesagt hat mir seine Darstellung des Präsidenten noch am besten gefallen – auch wenn ich die ganze Zeit auf eine kleine Anspielung auf seine Paraderolle gehofft hatte… 😉

Fazit: Ein durchschnittlicher Film, den man sich im Kino ansehen kann, aber gewiss nicht muss…

Wertung: 5/10

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The Da Vinci Code – Sakrileg

Ein Film, der anfing, nicht enden zu wollen…

Klären wir zunächst das Wichtigste: Ich haben den Roman nicht gelesen, kann also keinen Vergleich zwischen Roman und Film herstellen, weswegen sich meine FILMkritik ausschließlich um Ron Howards Interpretation des Stoffes dreht. Ob sein Werk der Vorlage gerecht wird, werde ich ggf. nachreichen, sobald ich das Buch, welches bereits seit Monaten auf meinem Nachttisch liegt, gelesen habe.

Doch worum geht es eigentlich, dass dieser Film bereits Wochen vor seinem Start so hohe Wellen schlug? Der Kurator des Pariser Louvre wurde ermordet, schaffte es aber, vor seinem endgültigen Ableben mysteriöse Symbole und Schriftzeichen auf dem Boden zu hinterlassen. Der gerade in Paris tätige Symbologe Robert Langdon wird zu Rate gezogen und kommt gemeinsam mit der Enkelin des Ermordeten einem Geheimnis auf die Spur, welches seit Jahrtausenden von der Kirche gehütet wird – und für das sie bereit ist, zu töten…

Zugegeben: Die Geschichte hat durchaus Potenzial, doch leider vermag der Film nur in den ersten 30 Minuten zu fesseln und geht alsbald in eine Schnitzeljagd über, die weder besonders spannend noch besonders interessant, aber immerhin kameratechnisch sehr schön eingefangen, erzählt wird. Was fehlt ist ein Spannungsbogen, z.B. in Form einer durch die Verschwörer immer größer werdende Bedrohung. So dümpelt die Geschichte vor sich hin, nicht wirklich langweilig, aber für einen Thriller definitiv zu langatmig und gedrosselt erzählt.

Hinzu kommt, dass der Film sehr vorhersehbar ist: Trotz Unkenntnis des Romans wird einem viel zu schnell klar, wer letztenendes die Fäden in der Hand hält und auf welche Erkenntnis das (kitschige) Ende zusteuert. Oder sollte ich sagen „auf welches Erkenntnis die (kitschigen) Enden zusteuern“? Denn ist die Identität des Drahtziehers geklärt und befinden sich unsere Helden in Sicherheit, folgen noch zwei weitere Geheimnisse, welche aufgrund der nun nicht mehr vorhandenen Bedrohung unnötig und zu aufgesetzt wirken, um noch fesseln zu können.

Worüber man kein schlechtes Wort verlieren kann, sind die Darsteller, welche ihre Rollen allesamt sehr gut ausfüllen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang Paul Bettany, der den Killer Silas perfekt verkörpert.

Was bleibt, ist ein zahnloser Thriller, der zwar mit einer interessanten Geschichte aufwarten kann, aber viel zu früh an Fahrt verliert und sein Potenzial damit verschenkt. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht…

Wertung: 5/10

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High Tension

Regel Nummer 1: Hunde überleben immer!
Regel Nummer 2: Kinder werden nicht getötet!

Nachdem ich im Kino von Alexandre Ajas “Hügel der blutigen Augen” begeistert war, musste ich mir zwangsläufig auch seinen von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeierten Vorgänger “High Tension” ansehen. Dies gestaltete sich allerdings schwieriger als erwartet, da der Film in Deutschland nur in einer gekürzten Fassung erhältlich ist, was sich ein krass-echter Kerl wie ich es sein tue natürlich nicht bieten lässt – zum Glück gibt es ja das Ausland und eine noch nicht völlig ausgereizte Kreditkarte…

Zum Inhalt: Die beiden Studentinnen Marie und Alex besuchen Alex Familie, welche tief in Frankreichs Pampa in einem alten Landhaus lebt. Doch bereits in der ersten Nacht bricht ein Fremder in das Haus ein, tötet Alex Eltern, den Hund (soviel zu Regel Nummer 1) sowie ihren kleinen Bruder (soviel zu Regel Nummer 2) und verfrachtet Alex in seinen Lieferwagen. Marie hingegen bleibt unentdeckt und nimmt die blutige Verfolgung auf…

Zugegeben: Einen Innovationspreis wird dieser Film niemals gewinnen, aber die atmosphärische Inszenierung sowie die kompromisslose Darstellung sorgen, vorallem alleine und im Dunkeln, für eine ungeheure Spannung, der man sich kaum entziehen kann und die der Film bis zum überraschenden Finale hin zu halten vermag. Sobald der Überfall beginnt, wird Marie keine Ruhe gegönnt und es entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel, welches man in dieser Intensität lange nicht mehr gesehen hat – was auch daraus resultiert, dass der Film völlig auf Humor verzichtet, wodurch er sich wohltuend von den meisten anderen Slashern der letzten Jahre unterscheidet.

Fazit: Für Menschen mit empfindlichem Magen sowie Einsteiger in dieses Genre ist “High Tension” zwar nicht unbedingt geeignet (dafür sollten dann eher harmlosere Vertreter hinzugezogen werden), aber alt eingesessene Hasen wie ich freuen sich über einen mehr als gelungenen Genre-Beitrag.

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Mission: Impossible 3

“Du musst mich töten, sonst sterbe ich!”

Wir schreiben das Jahr 2006 und befinden uns in einem frühen Donnerstag, um genau zu sein in dem 04.05.2006 um 2:55 Uhr morgens – und obwohl mich bereits in 4 Stunden der Wecker unsanft daran erinnern wird, dass ich gerade keinen Urlaub habe, möchte ich mich ein wenig zu Tom “Perlweiß würde alles dafür zahlen, mich als Werbeträger verwenden zu dürfen” Cruises neuen Film äußern, welchen ich gerade in einer Midnight Preview sehen durfte.

Allerdings habe ich ein kleines Problem: So gerne ich jetzt auch lästern und meckern würde, so ungerne gebe ich zu, dass sich der Film so gut wie keine Schwächen leistet.

Okay: Natürlich zeigt unser aller Lieblingstom auch in M:I:3 wieder seine makellos nachbearbeiteten Zähne und sein perfekt einstudiertes Prinz-Charming-Lächeln, aber ausnahmsweise macht er dies tatsächlich nur in den dafür vorgesehenen Szenen, welche zum Glück relativ rar gesät sind. Und auch wenn Klein-Tommy selbstredend wieder den Tag rettet, wird im dritten Teil der Serie Teamarbeit wieder groß geschrieben – und zwar nicht nur, weil es sich dabei um ein Hauptwort handelt!

Wenn man dem Film unbedingt etwas vorwerfen möchte, könnte man höchstens bemängeln, dass einige Twists dann doch zu vorhersehbar sind, es dem Film letztenendes an der nötigen Konsequenz mangelt und der Langley-Einbruch des ersten Teils wieder nicht übertroffen wird, aber hey: Es handelt sich immer noch um eine Hollywood-Cruise-Action-Produktion! Also wollen wir das mal nicht zu eng sehen, denn trotz der Vorhersehbarkeit wird der Film zu keiner Sekunde langweilig: Hervorragend choreografierte Actionszenen wechseln sich immer wieder mit ruhigen Passagen ab, die die Story (und diesmal hat der Film wieder eine Story) voran treiben. Die Locations sorgen für eine Menge Abwechslung im Agentenalltag und die Schauspieler leisten eine solide bis gute Arbeit – Actionherz, was willst du mehr?

Für Tips, wie ich nun noch den verflixten zweiten Teil irgendwie aus meinem Gedächtnis streichen kann, bin ich jederzeit dankbar…

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Unbekannter Anrufer

„Wieso hast du nicht nach den Kindern gesehen?“

Ich hatte die Hoffnung beinahe aufgegeben, aber es gibt sie noch: Jene kleinen, altmodischen Thriller, die es ohne Effekte und mit einfachen Mitteln schaffen, Spannung zu erzeugen und den Kinozuschauer im Kinositz zu fesseln. Dass es sich dabei um ein Remake des Klassikers „Das Grauen kommt um Zehn“ handelt und somit keine neue Geschichte erzählt wird, tut der Spannung keinen Abbruch…

Für alle, die nicht wissen, worum es geht:

Statt mit ihren Freunden die große Schulparty zu besuchen, muss die junge Jill, überzogener Handyrechnung sei Dank, in einem abgelegenen Haus babysitten. Doch nicht die Party besuchen zu können ist schon bald ihre geringste Sorge, denn bereits kurz nach ihrem Eintreffen beginnt ein Unbekannter damit, sie telefonisch zu belästigen. Da dieser Unbekannte Jill offensichtlich beobachtet, schaltet sie die Polizei ein, welche mit einer Fangschaltung das offenbart, was der Zuschauer bereits weiß: „Der Anruf kommt aus ihrem Haus…“…

Ja, der Film ist altmodisch. Ja, er fügt dem Thriller-Genre nichts neues hinzu. Aber: Er funktioniert!

Bereits in der Anfangssequenz wird klar, dass es Simon West („Con Air“, „Die Tochter des Generals“) mehr um Spannung als um eine plakative Darstellung von Gewalt geht: Eine junge Frau wird im Off ermordet, die Polizei rückt am nächsten Morgen an und stellt den Tatort sicher. Ein älterer, sichtlich erfahrener, Polizist betritt den selbigen, lässt seinen Blick schweifen und beginnt, trotz jahrelanger Erfahrung, mit Würgereflexen zu kämpfen. Während er vor der Haustür frische Luft schnappt, sieht man andere Polizisten die Reste von dem wegtragen, was einmal eine junge Frau gewesen ist – verteilt in mehreren schwarzen Plastiktüten. Kein Blut wird gezeigt, keine Leichenteile sind zu sehen, es wird alles der Phantasie des Zuschauers überlassen, was die Tat des Mörders umso grausamer wirken lässt.

Im Hauptplot selbst geht es dann recht routiniert, aber nicht minder spannend zu: Unter lautem Krach hervorspringende Katzen, bei Bewegung automatisch an- und abdimmende Lampen, unerwartete Besucher und natürlich die immer häufiger werdenden Anrufe sorgen dafür, dass man sich dem Film nur schwer entziehen kann.
Sobald Jill dann erfährt, dass ihr Peiniger sich bereits in dem Haus befindet, beginnt eine Jagd auf Leben und Tod – und damit komme ich zum größten Schwachpunkt des Films: Das Ende kommt zu abrupt, nämlich praktisch dann, wenn die Spannung gerade auf dem Höhepunkt angelangt ist. Wirkungsvoller wäre es wohl gewesen, den Mittelteil etwas zu kürzen und die Jagd dafür umso länger zu gestalten – das Haus hätte hierfür sicherlich viele Möglichkeiten geboten.

Nichtsdestotrotz hat Simon West mit diesem Film einen sehr guten Genre-Beitrag abgeliefert, der mit einem unerwartet beängstigenden Killer aufwartet: Die Ruhe, mit der er seine Opfer erst terrorisiert und dann jagt, zeugt von einer Selbstsicher- und Überlegenheit, die keine Zweifel daran aufkommen lässt, dass er sein Spiel als Gewinner verlassen wird.

Fazit: Für Freunde gepflegter Spannung trotz kleiner Schwächen uneingeschränkt zu empfehlen.

Wertung: 8/10

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Dämonisch

Bevor ich mit der eigentlich Kritik beginne, gibt es erstmal eine Anmerkung: „Dämonisch“ ist in meinen Augen ein Mysterythriller – nicht mehr und nicht weniger! Der Film ist kein Portrait eines Serienkillers, keine Aufarbeitung real geschehener Morde, kein realistischer Thriller – der Film ist ein Märchen für Erwachsene! Ihm zu unterstellen, er würde Morde rechtfertigen wollen (wie es in vielen Kritiken geschehen ist), halte ich für völlig fehl am Platz.

Also, worum geht’s: FBI-Agent Wesley Doyle (Powers Boothe) ist mit der Aufklärung mehrerer Morde durch die sogenannte „Hand Gottes“ beauftragt. Völlig im Dunkeln tappend, erscheint eines Tages ein junger Mann (Matthew McConaughey), der behauptet, die Identität des Killers zu kennen.
Von nun an erzählt der Film in Rückblenden die Geschichte des jungen Mannes, seines Bruders und seines Vaters (Bill Paxton), der sich aufgrund einer göttlichen Eingebung dazu berufen fühlte, Dämonen zu töten, welche in menschlicher Gestalt auf der Erde leben.

Kommen wir erstmal zum größten Kritikpunkt des Filmes: Der Spannung. Als wirklich spannend empfand ich den Film zu keiner Zeit. Wer also glaubt, mal wieder einen Film sehen zu können, bei dem man sich in den Kinosessel vergraben muß, ist hier fehl am Platz. Die Geschichte wird ruhig, unspektakulär und ohne einen Spannungsbogen aufzubauen erzählt. Paradoxerweise wird einem dennoch nicht langweilig, da der Film die fehlende Spannung durch eine tolle Atmosphäre wieder ausgleicht.
Womit wir auch schon beim größten Pluspunkt des Filmes wären: Die Atmosphäre wird wirklich hervorragend eingefangen! Der Film ist düster, bedrohlich und bedrückend. Wenn der Vater mit der Axt „Dämonen“ tötet, während seine Söhne, welche sich noch im Kindesalter befinden, daneben stehen, läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

Die Schauspieler agieren allesamt überzeugend. Vorallem Bill Paxton zeigt als gläuber Vater eine sehr gute Leistung und auch die Kinder, welche ja oft eher als nervig empfunden werden, spielen ihre Rollen glaubwürdig.

Fazit: Wer Akte X mag, wird den Film lieben. Alle anderen sollten sich auf einen ruhigen Mysterythriller einstellen und keinen Mainstream erwarten.

Zum Schluß noch eine Anmerkung zur FSK-Einstufung:
Den Entschluß, den Film ab 18 freizugeben, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich ist die Geschichte nicht für Kinder geeignet, aber da bei den Morden grundsätzlich abgeblendet wird, hätte eine FSK 16-Freigabe auch gereicht…

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Flug 93

11. September 2001
Vier Flugzeuge wurden entführt.
Drei erreichten ihre Bestimmung.
Ein Flug nicht.
Dies ist seine Geschichte.

Mit diesen Worten bereitete uns bereits der Trailer auf den Film vor, der sich als erster der Thematik des 11. September 2001 annimmt, über dessen Verlauf es nichts Unbekanntes mehr zu sagen geben sollte, weswegen ich mich direkt dem Film widme:

Egal wie man den Film betrachtet, er funktioniert: Sei es als Dokumentation, die die Geschehnisse des 11. September rekonstruiert und die Hilflosigkeit der Fluglinien und des Militärs zeigt, sei es als Drama über die entführten Passagiere, welche den Flug 93 dank ihrer Courage und Hoffnung vom eigentlich Ziel abbringen konnten oder als Thriller über einen perfekt geplanten Anschlag, der die Welt für immer verändern sollte.

Die glaubhaften Darsteller, die bedrohliche und, trotz bekannten Ausgangs, spannende Inszenierung sowie die realen Hintergründe sorgen dafür, dass der Film lange im Gedächtnis bleibt und seine Wirkung auch nach dem Kinobesuch nicht verliert.

Zum Schluß noch eine persönliche Anmerkung: Ob es moralisch bedenklich ist, solch eine Tragödie zu verfilmen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass auch der erfolgreichste Film unserer Zeit auf eine Tragödie und zahllose Tote aufbaut – und nur weil zwischen dem Untergang der Titanic und dem hier und jetzt eine längere Zeit liegt, macht dies den Tod nicht weniger grausam…

Wertung: 10/10

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Fediverse

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