V wie Vendetta: Schärfer als der Polizeistaat erlaubt

Nachdem letzte Woche das Kino im Mittelpunkt stand, kommt diese Woche mein HD-DVD-Player endlich mal wieder zum Einsatz, trudelten doch letzte Woche gleich vier neue HD DVDs bei mir ein. Los geht’s mit „V wie Vendetta“:

Worum geht’s

England hat sich zum totalitären Staat gewandelt, der die Bürger per manipuliertem Rundfunk und gnadenloser Polizeigewalt unter Kontrolle hält und Kritiker über Nacht spurlos verschwinden lässt. Auch die Eltern der jungen Eve (Natalie Portman) fielen dem Regime zum Opfer, was sie seitdem in Angst leben lässt. Dies soll sich ändern, als sie durch einen Zufall dem Widerstandskämpfer V (Hugo Weaving) begegnet, der eine ganz persönliche Rechnung mit dem System zu begleichen hat…

Der Film

Ähnlich wie „Equilibrium“ bietet auch „V wie Vendetta“ nichts Neues, kann jedoch mit einer tollen Ausstattung und einer guten Atmosphäre punkten. Die Actionszenen sind zwar rar gesät, wurden dafür aber umso knackiger inszeniert und wissen besonders im Finale zu begeistern. Hinzu kommen ausgezeichnete Darsteller wie John Hurt und Stephen Rea sowie eine selbst mit kahl rasiertem Kopf fantastisch aussehende Natalie Portman (hey Natalie, falls du das hier lesen solltest: Ich bin noch zu haben!).

Wertung: 8/10

Das Bild

Großes Lob an Warner: Der Bildtransfer ist wirklich hervorragend gelungen. Egal ob im dunklen Kellergewölbe oder bei den Massenszenen in den Straßen Londons, das Bild ist jederzeit sauber, knackig scharf und bietet tolle Farben. So und nicht anders hat ein Film in HD auszusehen!

Wertung: 9/10

Der Ton

Wie schon beim Bild gibt es auch beim Ton keinen Grund zu meckern: Sämtliche Szenen wurden gut abgemischt. Die Dialoge sind deutlich wahrzunehmen, während in den Actionszenen die hinteren Kanäle gut zur Geltung kommen und bei den Explosionen der LFE-Kanal das Geschehen druckvoll unterstützt. Leider liegt die deutsche Tonspur nur als Dolby Digital Plus vor, während man die englische Fassung auch in Dolby TrueHD genießen könnte.

Wertung: 8/10

Die Extras

Neben der In-Movie Experience mit Regisseur James McTeigue und den beiden Darstellern Natalie Portman und Hugo Weaving sind unter anderem der Kinotrailer, ein Making Of sowie ein Special über die Schießpulver-Verschwörung um Guy Fawkes auf der HD DVD enthalten.

Mein Fazit

Im Kino verpasst, hatte ich nun endlich die Gelegenheit, mir den Film auf HD DVD anzuschauen – und entgegen der meisten Kritikerstimmen hat er mich sehr gut unterhalten. Technisch bietet die HD DVD eindeutigen Referenzcharakter und sorgt mit dem tollen Bild für ein perfektes HD-Feeling.

Ultraviolet

Bevor ich mit der eigentlichen Kritik zu „Ultraviolet“ beginne, nutze ich diesen Moment, mich kurz über Kurt Wimmers vorletzten Film „Equilibrium“ zu äußern:

„Equilibrium“ ist ein leider relativ unbekannter Science-Fiction-Actionfilm, der sich zwar einer schon oft erzählten, wenngleich immer wieder gerne gesehenen, Geschichte eines totalitären Systems bedient, dafür aber mit einem hervorragenden Hauptdarsteller (Christian Bale), sehr guten Nebendarstellern (Sean Bean, Emily Watson, Taye Diggs) und sparsamen, dafür aber perfekt choreographierten Actionszenen aufwarten kann.

An dieser Stelle sei gesagt: Wer sich auch nur ansatzweise für Science-Fiction- und Actionfilme interessiert, sollte sich diese Perle zu Gemüte führen!

Leider hält „Ultraviolet“ in keinster Weise die Erwartungen, die durch „Equilibrium“ geweckt wurden:

In naher Zukunft versuchen Wissenschaftler, mit Hilfe der Gentechnik den ultimativen Soldaten zu erschaffen. Den Gesetzen der Einfallslosigkeit zufolge geht der Schuss selbstverständlich nach hinten los: Die ersten Menschen werden von dem künstlich erschaffenen Virus infiziert und bereits kurze Zeit später ist die Gesellschaft aufgeteilt in zwei Lager, die „gesunden“ Menschen und die im Untergrund lebenden, da gejagten, Hemophagen. Violet (Milla Jovovich), welche diese Untergrundbewegung einst gründete, kämpft mit allen Mitteln gegen ein System, in welchem Infizierte sofort exekutiert werden. Als sie von einer Waffe erfährt, die den Hemophagen die endgültige Niederlage bescheren soll, beginnt eine Schlacht, die die Zukunft für immer verändern soll…

Da das Studio den Film um knapp eine halbe Stunde kürzen ließ, kann ich leider nicht beurteilen, wie Wimmers ursprünglich gedachter „Ultraviolet“ ausgesehen hätte – vielleicht lässt Sony ja Gnade walten und Wimmer den Film auf DVD in seiner Version veröffentlichen. Was einem im Kino erwartet, ist eine endlose Aneinanderreihung sich ständig wiederholender Actionszenen, gepaart mit einer sehr künstlichen Optik und an aktuelle Videospiele erinnernden Special Effects.

Während die Action in „Equilibrium“ noch der Geschichte untergeordnet wurde, wird in „Ultraviolet“ praktisch keine Geschichte erzählt: Violet hetzt von Kampf zu Verfolgungsjagd zu Schießerei zu Kampf – die Beweggründe der Protagonisten sowie die Hintergrundgeschichte werden nur nebenbei erläutert, wenn nicht sogar nur angedeutet, so dass man sich als Zuschauer einen Großteil selbst zusammenreimen muss, sofern dies aufgrund der Storylöcher überhaupt möglich ist.

Die Actionszenen, welche wie bereits erwähnt den Großteil des Films ausmachen, sehen zwar recht ansprechend aus, ähneln sich aber zu sehr, um die gesamte Laufzeit über fesseln zu können: Spätestens beim dritten Kampf stellt sich eine gewisse Langeweile ein, auch wenn Wimmer wieder auf die in „Equilibrium“ eingeführte Gun-Kata, eine Mischung aus Kampfsport und Schusswaffengebrauch, zurückgreift.

Dass ich dennoch nicht eingeschlafen bin, lag alleine an Milla Jovovich, welche Wimmer durchaus gekonnt einzusetzen weiß: Es gibt keine Kameraeinstellung, die nicht ihrem überaus durchtrainierten Körper huldigt, welcher durch die hautenge Hose und das bauchfreie Oberteil sehr ansprechend in Szene gesetzt wird – da auch ich nur ein Mann bin, möge man mir verzeihen, dass ich dies durchaus positiv werte (auch wenn es den Film nicht rettet)…

Die Optik von „Ultraviolet“ wirkt sehr künstlich und einem Videospiel entsprungen: Da ich nicht weiß, ob dies an einem zu geringen Budget liegt oder ein Stilmittel ob der Comic-Herkunft sein soll, bewerte ich es weder positiv noch negativ – ob einem solch ein Stil zusagt, muss jeder selbst wissen, mich hat er durchaus angesprochen, da er sich von den typischen Hollywood-Produktionen abhebt. Genannt sei an dieser Stelle eine Verfolgungsjagd auf einem Motorrad, die dank eines Gravitationsgerätes nicht nur auf der Straße, sondern auch an den Fassaden der Häuser stattfindet: Künstlich, aber durchaus interessant gestaltet!

Fazit: Wer sich an der praktisch nicht vorhandenen Story nicht stört, sich nicht von der künstlichen Optik abschrecken lässt und endlosen Actionszenen gegenüber nicht abgeneigt ist, kann durchaus einen Blick riskieren, sollte aber dennoch nicht zu viel erwarten.

Wertung: 3/10

Slither – Voll auf den Schleim gegangen

Es gibt Filme, bei denen man sich fragen muss, ob und was sich die Verantwortlichen dabei bloß gedacht haben. Bei „Slither – Voll auf den Schleim gegangen“ muss man sich diese Frage auch stellen, allerdings nicht bezogen auf den Film, sondern bezogen auf den deutschen Untertitel: Solch einen Schwachfug hat dieser Film nämlich definitiv nicht verdient!

Zum Inhalt: Im benachbarten Wald einer Kleinstadt schlägt ein Meteorit ein, dessen parasitärer Inhalt alsbald Besitz von dem in der Stadt ansässigen Grant ergreift. In dessen Körper macht sich die außerirdische Lebensform nun auf, diverse Menschen als Brutkästen zu nutzen und schon bald wimmelt es in der Stadt von schleimigen Würmern und willenlosen Zombies. Sheriff Pardy, dessen Jugendliebe und Grants Ehefrau Starla, Bürgermeister MacReady sowie die junge Kylie versuchen verzweifelt, die Invasion zu stoppen…

Klingt nach einem typischen 80er-Jahre-Trash-Horrorfilm? Ist es auch, aber durchaus gewollt und verpackt im Mantel moderner A-Filme – und dieser Mantel steht dem Film verteufelt gut: Der Film nimmt sich glücklicherweise niemals ernst, sondern stellt eine reinrassige Horrorkomödie dar, die mit guten Effekten, einem tollen Hauptdarsteller und einem herrlich trockenen Humor zu punkten vermag.

Der aus „Body Snatchers“ und „Night Of The Creeps“ zusammengeklaute Film versteht es, trotz des Humors, welcher glücklicherweise niemals in Albernheiten abdriftet, Spannung und sogar ein wenig Grusel zu erzeugen – und trotz der 16er-Freigabe enthält der Film Szenen, deren Härte durchaus eine 18er-Freigabe rechtfertigen würden.

Absoluter Pluspunkt des Films ist jedoch Nathan Fillion: Der aus „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Firefly“ sowie dessen Kino-Ablegers „Serenity“ bekannte Darsteller trägt den Film dank seiner Mimik und Gestik beinahe alleine und macht Lust auf mehr. Alle anderen Darsteller leisten zweckmäßige Arbeit, fallen also weder besonders positiv noch negativ auf.

Fazit: Für Fans trashiger Horrorfilme ein Muss, alle anderen dürfen (wie eigentlich immer) gerne einen Blick riskieren.

Wertung: 9/10

Zum Schluss noch ein Hinweis: Wer den Film komplett sehen möchte, sollte bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben…

Matrix Revolutions

** Achtung Spoiler **

Als ich damals aus „Matrix Reloaded“ kam, war ich stinksauer darüber, was die Macher aus dem hervorragenden Potenzial gemacht hatten – doch es hieß von überall her „Das ist nur Teil einer Trilogie und als Ganzes zu betrachten!“, „Die Story ist so wahnsinnig vielschichtig und tiefschürfend, sie kommt nur noch nicht richtig zum Vorschein weil der dritte Teil fehlt“ oder „Du vergleichst ihn mit dem ersten Teil und hast zu hohe Ansprüche“, usw. usw.

Also gut, hier ist nun der dritte Teil. Meine Ansprüche waren durch „Matrix Reloaded“ auf Kellerniveau gesunken und die Vorstellung, dass alle Figuren sich weiterhin in der Matrix befinden und Neo nur ein Programm ist (so wie es in Reloaded schien), gefiel mir gar nicht so schlecht.

Und was ist? Nichts! Über 2 Stunden inhaltlich gähnende Leere, schwachsinnige Nebenplots und Actionszenen, die mir schon nach 1 Minute gehörig auf den Geist gingen!

Interessante Fragen wie „Wieso kann Neo in der Realität die Maschinen aufhalten?“ werden mit einem einfachen „Na, weil er der Auserwählte ist!“ beantwortet. Andere Fragen wie „Warum kann Smith aus der Matrix in die Realität wechseln?“ werden lieber erst gar nicht beantwortet…man fragt sich, ob sich die Macher überhaupt richtig mit dem Stoff befasst haben. Dass interessante Storyentwicklungen möglich gewesen wären, beweisen die zahlreichen Theorien, die nach „Matrix Reloaded“ von den (noch verbleibenden) Fans aufgestellt wurden.

Doch der Reihe nach:

Der Film beginnt damit, dass Neo sich immer noch im Koma befindet und in einer Zwischenwelt gefangen ist, die vom Merowinger beherrscht wird. Wieso Neo, der ja gar nicht mit der Matrix verbunden ist, in selbiger gefangen sein kann, wird nicht erklärt. Stattdessen gibt es mal wieder pseudo-philosophische Gespräche, einen kurzen Besuch beim Orakel (mitsamt schwachsinniger Erklärung, wieso das Orakel von einer anderen Schauspielerin gespielt wird) und eine (aus „Matrix“ geklaute) unnötige Action-Szene. Was dieser gesamte (unnötige) Nebenplot soll, wissen höchstwahrscheinlich nicht einmal die Macher selbst.

Nachdem Neo erfolgreich befreit wurde, gibt es einen weiteren Abstecher zum Orakel, in dem Neo erfährt, wieso er auch in der Realität die Maschinen kontrollieren kann. Spätestens jetzt verfliegt jegliche Hoffnung auf eine intelligente Geschichte, denn die Erklärung „Weil du der Auserwählte bist…“ zeugt nicht gerade von Kreativität.

Also auf zum Hauptplot: Neo und Trinity machen sich, weil Neo darin sein Schicksal sieht, auf in die Maschinenstadt. Währenddessen fliegen Morpheus und Niobe mitsamt der Crew zurück nach Zion, um beim anstehenden Angriff zu helfen.

Eben diese Schlacht um Zion ist es, die man als Zuschauer die nächsten 30 Minuten „bewundern“ darf. Tricktechnisch sicherlich auf der Höhe der Zeit, langweilt auch diese Actionszene, da kein Charakter mitkämpft, zu dem man im Laufe der Filme eine Beziehung aufgebaut hat. Dass es eine unnötige Schlachtrede (mitsamt lächerlicher „Roboterarme-in-die-Höh-Szene“) gibt, verwundert sicherlich niemanden, genau so wenig wie die Tatsache, dass dieser Kampf letzten Endes durch 2 Frauen und 1 Teenager gewonnen werden kann, während die ausgebildeten Soldaten wie die Fliegen fallen.

Neo hat inzwischen sein Augenlicht im Kampf mit dem in die Realität gewechselten Smith verloren, hat aber immer noch die Fähigkeit, seine Umgebung in einer Art Flammenoptik wahrzunehmen. Woher er diese Fähigkeit nimmt, wird natürlich ebenso wenig erklärt wie die Tatsache, dass der im Menschen steckende Smith in Neos Wahrnehmung eine Sonnebrille trägt.

So oder so: Neo besiegt den menschlichen Smith-Klon und kommt mit Trinity in der Maschinenstadt an (Neo hält mal eben mit der Hand ein paar Bomben auf). Dort verursachen die beiden aber einen Crash, dem Trinity zum Opfer fällt. Oder sagen wir: Sie hätte ihm mal zum Opfer fallen sollen! Denn statt einfach zu sterben, führt sie, mit mehreren Metallstäben im Körper, noch mal eben einen kitschigen 5-Minuten-Monolog, der an Nervigkeit kaum zu überbieten ist. Übrigens: Wieso Neo, wo er doch sonst alles in der Umgebung wahrnimmt, nicht sehen kann, dass seine Geliebte halbtot vor ihm liegt, wird, richtig geraten, nicht erklärt.

Neo spaziert also zur Obermaschine und schlägt vor, den inzwischen außer Kontrolle geratenen Smith aufzuhalten, sofern die Maschinen den Krieg gegen die Menschen einstellen. Natürlich schlägt die Maschine in den Handel ein (und hält sich auch daran, obwohl die Maschinen ohne die Menschen als Batterie gar nicht existieren können) und befördert Neo wieder in die Matrix, wo er sich ein letztes Mal Smith stellen muss.

Der nun folgende Kampf ist schlicht und ergreifend lächerlich und kein bisschen mitreißend. Neo und Smith bekämpfen sich fliegend wie weiland Superman in „Superman 2“ und nehmen dem Film damit das letzte bisschen Würde. Letzten Endes besiegt Neo Smith, indem er sich einfach opfert (wieso eigentlich nicht gleich so???) und somit den Menschen zum Frieden verhilft.

Zum Ende gibt es dann noch einen herrlich kitschigen Sonnenaufgang und die Voraussagung, dass wir Neo wiedersehen werden. Ich für meinen Teil hoffe, dass sich das Orakel wenigstens dieses eine Mal geirrt hat…

Fediverse

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