Geschaut: „Predator: Badlands“ (2025)

Es gibt doch nichts Schlimmeres, als wochenlang auf die Veröffentlichung eines Films zu warten, und dann arbeiten zu müssen, wenn der Tag endlich gekommen ist. Zum Glück konnte ich heute pünktlich um 16 Uhr Feierabend machen. Und da ich im Homeoffice war, direkt um 16:02 Uhr mit dem Film starten.

Worum geht’s

Um seinem Clan zu beweisen, dass er kein Schwächling ist, fliegt der junge Yautja Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) zu dem Planeten Genna. Dort möchte Dek einen Kalisk erlegen, eine legendäre Kreatur, vor der sich selbst Deks Vater fürchtet. Doch nicht nur der Kalisk, auch alle anderen Lebensformen auf Genna erweisen sich als ausgesprochen tödlich. Zu seinem Glück findet Dek auf seinem Weg Unterstützung in Form der defekten Androidin Thia (Elle Fanning) …

Meine Meinung

Regisseur Dan Trachtenberg hat es tatsächlich geschafft und den dritten guten Predator-Film in Folge abgeliefert! Wobei … ob „Predator: Badlands“ einem gefällt, hängt vermutlich ganz stark davon ab, ob man sich mit der neuen Ausrichtung anfreunden kann. Immerhin ist der Predator dieses Mal nicht der unheimliche Jäger, sondern der Sympathieträger des Films. Gut, Sympathieträger ist vielleicht etwas übertrieben. Diese Rolle gebührt der von Elle Fanning wunderbar quirlig dargestellten Androidin Thia. Der Predator Dek ist immer noch ein (meist) gnadenloser Jäger. Aber ein Jäger mit einer Hintergrundgeschichte. Mit einem Charakter. Und mit einer echten Entwicklung. Entmystifiziert das den Predator? Vielleicht ein bisschen. Es gibt ihm aber auch eine Tiefe, die der Figur (und dem ganzen Franchise) meiner Meinung nach nicht nur guttut, sondern die auch längst überfällig war.

Ein wenig unpassend wirkte auf mich eher der zeitweise fast schon zu fröhliche Humor. Und das unnötige CGI-Gehopse, welches der ansonsten tadellosen Action ein wenig die Wucht nimmt. Aber bitte nicht falsch verstehen: „Predator: Badlands“ ist meilenweit von dem humoristischen Totalausfall „Predator: Upgrade“ und dem typischen Marvel-CGI-Gekloppe entfernt. Ich rede hier maximal über leichte Abzüge in der B-Note.

Jetzt hoffe ich nur, dass die in „Predator: Badlands“ bereits angeteaserte Fortsetzung auch tatsächlich kommt. Ich würde mich wirklich freuen, mehr von dieser schrägen Patchwork-Familie zu sehen.

Meine Wertung: 8/10

Geschaut: „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ (2025)

Endlich habe ich es geschaut, das große Finale der „Mission: Impossible“-Reihe. Und nachdem ich es jetzt gesehen habe, habe ich beschlossen, dass die Reihe für mich mit „Fallout“ endet. Gut, eigentlich bereits mit „Rogue Nation“, aber „Fallout“ nehme ich als Epilog noch mit. Ihr ahnt es schon: „The Final Reckoning“ hat mir eher nicht sooo gut gefallen. Warum, wieso, weshalb, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Worum geht’s

Die „Entität“ genannte KI hat beinahe das gesamte globale Nuklearsystem übernommen. Während die Weltmächte kurz davor stehen, aufgrund der Bedrohung einen Präventivschlag durchzuführen, suchen Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team nach einer Möglichkeit, die Entität aufzuhalten und so eine nukleare Apokalypse zu verhindern …

Meine Meinung

„The Final Reckoning“ schließt mehr oder weniger nahtlos an „Dead Reckoning“ an, was auch zu erwarten war, da es sich hier weiterhin um einen Zweiteiler handelt. Daran ändert auch die Umbenennung von „Dead Reckoning Part One“ in „Dead Reckoning“ nichts. Bedeutet: Wer den Vorgänger nicht kennt, braucht sich das finale Finale gar nicht erst ansehen. Trotzdem besteht der Film zu einem großen Teil aus Erklärungen. Insbesondere im ersten Akt reiht sich Exposition an Exposition und Flashback an Flashback, um eine komplexe Geschichte vorzugaukeln und Verbindungen zu den Vorgängern herzustellen, die es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Für mich funktioniert die „Mission: Impossible“-Reihe immer dann am besten, wenn sie sich auf das Wesentliche konzentriert. Das „Epische“ wirkt hier auf mich eher unfreiwillig komisch. Dasselbe gilt für den unerträglich dick aufgetragenen Pathos und die bedeutungsschwangeren Dialoge, bei denen es mich nicht gewundert hätte, wenn plötzlich Vin Diesel ins Bild gesprungen wäre und sein bekanntes „Family“ und „One last ride“ in die Kamera gegrummelt hätte.

Ab der Mitte fängt sich der Film dann ein wenig, nicht zuletzt, da nun auch endlich die Action beginnt. Wobei es trotz der Laufzeit von fast drei Stunden im Grunde „nur“ zwei große Actionszenen gibt. Diese haben es dafür in sich. In der einen muss Ethan zu dem Wrack eines U-Boots tauchen und dort etwas aus dem Inneren bergen, während das U-Boot in Bewegung gerät und einen Abhang herunterzufallen droht. Und in der zweiten muss er von einem Doppeldecker in einen anderen klettern – selbstverständlich in der Luft und ohne Fallschirm. Diese beiden Szenen sind definitiv die Highlights des Films und zweifellos beeindruckend koordiniert und gefilmt. Und dennoch haben sie mich nicht gepackt. Weil sie, und das mag jetzt doof klingen, einfach zu viel des Guten sind. Im Grunde sind sie größere Variationen der Szenen aus „Rogue Nation“. Auch in diesem muss Ethan in der Luft und unter Wasser tätig werden – mit dem Unterschied, dass die Herausforderungen dort nicht so aufgeblasen und maßlos überzogen sind, und dadurch für mich viel besser funktionieren. Wie oft ich mir das Intro von „Rogue Nation“ auch anschaue, ich habe jedes Mal ein fettes Grinsen im Gesicht, wenn Tom Cruise an dem Flugzeug hängt. Gleichzeitig verspüre ich nicht das geringste Bedürfnis, mir die Doppeldeckerszene aus „Final Reckoning“ ein zweites Mal anzuschauen. Isso.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu der Story: Ich weiß, KI ist momentan das große Ding. Oder wird zumindest als das große Ding bezeichnet. Aber als Bedrohung im „Mission: Impossible“-Universum funktioniert eine KI für mich einfach nicht. Zumindest nicht so, wie es hier umgesetzt wurde. Die Entität ist einfach zu abstrakt und nicht greifbar – was schon fast ironisch ist, wenn man bedenkt, wie sie am Ende aufgehalten werden soll (Gott, ist das dumm). Ne ne, wenn ich Filme mit einer amoklaufenden KI sehen will, dann schaue „Eagle Eye“. Oder den Klassiker „WarGames“. Die sind zwar auch alles andere als realistisch (oder logisch), dafür aber deutlich kurzweiliger. Und ganz wichtig: Sie nehmen sich nicht so verdammt ernst.

Mein Fazit

Zu lang. Zu unausgeglichen. Zu pathetisch. Zu ernst. Das große Finale der „Mission: Impossible“-Reihe ist für mich trotz hervorragender Stuntarbeit eine riesige Enttäuschung. Sollte die Reihe wider Erwarten doch noch fortgesetzt werden, dann bitte BITTE ein paar Nummern kleiner.

Meine Wertung: 5/10

Geschaut: „Boy Kills World“ (2023)

Als Junge (Cameron Crovetti, Nicholas Crovetti) muss er mitansehen, wie seine Mutter und seine kleine Schwester von der Tyrannin Hilda Van Der Koy (Famke Janssen) brutal ermordet werden. Jahre später kehrt er als durchtrainierte Kampfmaschine (Bill Skarsgård) zurück, um sich zu rächen und Hildas Herrschaft ein Ende zu setzen …

Ihr mögt völlig absurde Actionfilme, die absolut keinen Sinn ergeben, sich selbst nicht ernst nehmen und einfach nur Spaß machen? Herzlichen Glückwunsch, dann ist „Boy Kills World“ vermutlich genau euer Film. Im Grunde ist dieses blutige Schlachtfest ein einziges durchgeknalltes Beat ‚em up – und das nicht nur, weil die innere Stimme des taubstummen Helden aus einem ebensolchen stammt. Wie in einem Videospiel prügelt sich der Held durch unzählige unbedeutende Schergen und bekämpft den einen oder anderen Zwischenboss, um sich dann im Finale dem großen Endgegner zu stellen. Bis kurz vor Schluss ist der Film dabei laut, bunt und komplett überzeichnet, wird dann im Finale nach einem erfreulich unvorhersehbaren Twist aber plötzlich erstaunlich ernst und fast schon dramatisch. Der finale Kampf tut dann beim Zusehen tatsächlich weh und ist zudem erfreulich bodenständig inszeniert. Zumindest im Vergleich zum völlig überdrehten Rest des Films. Zugegeben, „Boy Kills World“ erfindet das Rad nicht neu und ist definitiv kein Film für die Ewigkeit. Unterhaltsam ist er aber allemal. Und für solch einen Blödsinn zudem überdurchschnittlich gut besetzt. Oder anders formuliert: Ich bin zufrieden. Sogar sehr zufrieden.

Meine Wertung: 7/10

Geschaut: „Fight or Flight“ (2024)

Ich: 2025 werde ich weniger Video-on-Demand-Spontankäufe tätigen!

Auch ich: Oh, ein neuer Actionfilm mit Josh Hartnett in der Hauptrolle. Shut up and take my money!

Und so saß ich heute Abend auf der Couch und schaute den herrlich absurden Actionfilm „Fight or Flight“. Was für ein wilder Ritt. Beziehungsweise Flug.

Worum geht’s

Der ehemalige Secret-Service-Agent Lucas Reyes (Josh Hartnett) erhält den Auftrag, einen Hacker namens Ghost aufzuspüren und zu verhaften. Bedauerlicherweise kennt niemand dessen wahre Identität Bekannt ist nur, dass Ghost einen bestimmten Flug von Bangkok nach San Francisco nehmen wird. Also besteigt auch Reyes den Flieger. Was er nicht weiß: Auf seine Zielperson ist ein Kopfgeld in Höhe von 10 Millionen Dollar ausgesetzt. Und so ziemlich jeder Passagier im Flugzeug ist ein professioneller Auftragskiller …

Meine Meinung

Was für ein herrlicher Blödsinn! Gut, die Story ist komplett Banane und ergibt vorne und hinten keinen Sinn. Und okay, spannend ist die Chose auch nicht. Und ja, die Figuren sind pure Abziehbilder und ebenfalls nicht der Rede wert. Aber verdammt, „Fight or Flight“ ist einfach eine Mordsgaudi! Zum einen, weil der Film sich zu keiner Zeit ernst nimmt und seine eigene Blödheit regelrecht zelebriert. Und zum anderen, weil Josh Hartnett komplett die Sau rauslässt und hier den Spaß seines Lebens hat. Wenn er sich im Drogenrausch durch das Flugzeug metzelt und mit einer Kettensäge Profikiller auseinandernimmt, ist das genau so blutig wie spaßig. Und erfreulicherweise überraschend übersichtlich gefilmt, sodass man als Zuschauer von der splatterigen Action auch tatsächlich etwas hat. Jetzt hoffe ich nur, dass die mehr als nur angedeutete Fortsetzung auch tatsächlich kommt – mit einem besseren Script und etwas mehr Budget könnte daraus ein richtiger Knaller werden.

Meine Wertung: 7/10

Fast mal wieder geschaut: „Bloodsport II – Die nächste Herausforderung“ (1996)

Seit Ende letzten Jahres lassen sich bei Amazon Prime Video die (zu recht vergessenen) Fortsetzungen „Bloodsport II – Die nächste Herausforderung“ und „Bloodsport III“ bewundern. Und obwohl die Filme alles andere als qualitativ hochwertig und im Grunde purer Trash sind, hatte ich mich durchaus darauf gefreut, sie mal wieder sehen zu können. Nicht zuletzt, da solche Werke bei mir stets Erinnerungen an das goldene Zeitalter der Videotheken hervorrufen. Ach, was waren das für schöne, unschuldige Zeiten. Wo man jeden Film schaute und sich selbst über schlechte Film freute. Wir hatten ja sonst nix. Aber ich schweife ab …

Heute war es dann so weit, der Rewatch stand an. Doch der Filmabend lief anders als geplant. Hier die Kurzform: Film gestartet. Kurz gewundert. Laut gelacht. Langsam verzweifelt. Und dann nach 40 Minuten wieder ausgeschaltet.

Mal ganz abgesehen davon, dass „Bloodsport II – Die nächste Herausforderung“ tatsächlich noch trashiger ist, als ich ihn in Erinnerung hatte, ist die Bild- und Tonqualität des Films einfach nur ein schlechter Witz. Das Bild ist stark verrauscht und unfassbar unscharf, was mich vermuten lässt, dass es direkt von der alten VHS-Kassette übernommen wurde. Darüber hätte ich sogar noch hinwegsehen können, aber der Ton … meine Güte. Der Ton ist komplett asynchron und hinkt dem Bild teilweise um eine Sekunde hinterher. Witzigerweise wertet dies die miserablen Dialoge irgendwie sogar noch auf. Spätestens bei den Kämpfen ist’s dann allerdings nur noch störend, wenn Bild und Ton nicht zusammenpassen. Das war dann auch der Grund, wieso ich den Film vorzeitig abgebrochen habe.

Wirklich schade. Aber mal schauen, vielleicht gebe ich dem Film trotzdem noch mal ’ne Chance. Jetzt weiß ich ja, was mich (technisch) erwartet.

Geschaut: „Freelance“ (2023)

Kennt ihr das, wenn ihr im Grunde gesund seid, aber das Gefühl habt, ihr würdet etwas ausbrüten? Wenn ihr keine richtigen Kopfschmerzen habt, sich im Kopf aber alles irgendwie matschig anfühlt? So geht’s mir heute. Wieso ich das erwähne? Weil ich das neue Jahr eigentlich mit Alex Garlands „Civil War“ beginnen wollte, mich für einen Film dieses Kalibers heute aber irgendwie zu matt fühlte. Stattdessen wurde es nun Pierre Morels Actionkomödie „Freelance“. Und ich sag’s mal so: Dem hätte ich selbst mit 40 Grad Fieber problemlos folgen können.

Worum geht’s

Seit er bei seinem letzten Einsatz verletzt und fast sein gesamtes Team getötet wurde, lebt der ehemalige Special-Forces-Soldat Mason Pettits (John Cena) ein unspektakuläres Leben als mittelmäßiger Anwalt. Dies ändert sich, als sein Freund Sebastian Earle (Christian Slater) ihn darum bittet, die Reporterin Claire Wellington (Allison Brie) als Personenschützer nach Paldonien zu begleiten. Mason willigt ein, doch der vermeintlich einfache Auftrag gerät schnell außer Kontrolle. Kaum sind sie im Land angekommen, geraten Mason und Claire in einen Staatsstreich – und müssen sich ausgerechnet mit dem exzentrischen Diktator Juan Venegas (Juan Pablo Raba) durch den Dschungel Paldoniens schlagen …

Meine Meinung

Ich sag’s, wie es ist: „Freelance“ ist ein merkwürdiger Film. Ein wenig wirkt es so, als wären sich die Beteiligten selbst nicht sicher gewesen, was sie hier eigentlich drehen. Und so ist eine extrem unausgegorene Mischung entstanden, die es im Grunde niemandem recht machen kann. Für eine Komödie ist der Film nicht lustig genug, für einen Thriller nicht spannend genug und für einen Actionfilm nicht actionreich genug. Schlimmer noch, der Film steht sich durch seine Unentschlossenheit selbst im Weg. Mal ist „Freelance“ schon fast unerträglich albern, dann wieder überraschend brutal – und von der Geschichte her sogar ernst und gesellschaftskritisch. Nur leider passt all dies nicht zusammen. Zumindest nicht in dieser Form.

Ein Totalausfall ist „Freelance“ dennoch nicht, was nicht zuletzt an John Cena und Allison Brie liegt. Wirklich gefordert werden die beiden zwar nicht, aber die Chemie stimmt und insbesondere Cena ist durchaus für den einen oder anderen Schmunzler gut. Außerdem sind ein paar Szenen so dermaßen trashig inszeniert, dass es durchaus (unfreiwillig) unterhaltsam ist. Ob das fast zwei Stunden Lebenszeit rechtfertigt, überlasse ich euch.

Meine Wertung: 5/10

The Beekeeper (2024)

Wenn ich nicht gerade fotografiere, Filme schaue oder Videospiele spiele, sitze ich ganz klassisch in einem Büro, um mir meine Brötchen bzw. Blu-rays zu verdienen. Um genau zu sein, bin ich in der Finanzbranche tätig und arbeite dort seit Jahr(zehnt)en in den Bereichen Online-Banking und Phishing-Prävention. Wieso ich euch das erzähle? Nun, weil das gleich von Bedeutung sein wird. Nun aber erst mal zum Film selbst …

Worum geht’s

Der Bienenzüchter Adam Clay (Jason Statham) lebt zurückgezogen in der Scheune der so freundlichen wie fürsorglichen Eloise (Phylicia Rashad). Als Eloise einem Phishing-Betrug zum Opfer fällt und dadurch nicht nur all ihr eigenes Geld, sondern auch das Geld einer Stiftung verliert, die sie betreut, nimmt sie sich schockiert das Leben. Eloises Tochter Verona (Emmy Raver-Lampman) arbeitet zwar beim FBI, kann die äußerst professionell agierenden Täter jedoch nicht ausfindig machen. Muss sie aber auch gar nicht, denn Clay, der früher mal in einem Geheimprogramm für die Regierung tätig war und immer noch über entsprechende Kontakte verfügt, hat bereits seinen eigenen Rachefeldzug gestartet …

Meine Meinung

Ich sag’s, wie es ist: „The Beekeeper“ ist dumm. Richtig dumm. Die Story ist so hanebüchen wie überzogen, die Figuren sind flach und absolut überzeichnet und im Grunde ergibt hier nichts irgendeinen Sinn. Dabei fängt die Geschichte sogar recht bodenständig an. Klar, schon das Callcenter der Phishing-Betrüger ist eine einzige Karikatur, aber immerhin läuft der Betrug selbst überraschend akkurat ab. Wenn die Betrüger sich erst die technische Hilflosigkeit ihres Opfers zunutze machen und danach über emotionale Tricks zum finalen Betrug ausholen, dann ist das zwar stark verkürzt, von der Realität aber dennoch nicht weit entfernt. Leider beginnt der Film bereits unmittelbar danach damit, komplett freizudrehen. Adam Clay ist von der ersten Minute an eine unbesiegbare Kampfmaschine und sich seiner Überlegenheit jederzeit bewusst. Das sorgt durchaus für amüsante Szenen. Etwa wenn Clay die Rezeptionistin bittet, alle anderen Firmen aus dem Gebäude zu schicken, weil es im Callcenter gleich brennen wird. Diese Überheblichkeit gepaart mit der tatsächlichen Überlegenheit ist zwar durchaus spaßig anzuschauen, nimmt dem Film aber auch jegliche emotionale Grundlage. Dasselbe gilt für die Spannung, denn mal ernsthaft: Wenn eine Figur so eingeführt wird, muss man sich auch keine Sorgen um sie machen. Zumal sich Clays Überlegenheit wirklich durch den kompletten Film zieht und ebenbürtige Gegner im Grunde nicht vorkommen.

Hinzu kommt, das Drehbuchautor Kurt Wimmer es nicht bei einer gradlinigen Rachegeschichte belässt, sondern später einen Politthriller aus dem Hut zaubert. Klar, irgendwo müssen die zahlreichen Gegner für Clay ja herkommen, aber boah, das ist schon alles arg an den Haaren herbeigezogen. Aber hey, immer darf Clay dadurch nicht nur Betrüger, sondern auch das FBI, den Secret Service und diverse Spezialeinheiten auseinandernehmen. Selbst wenn sie im Grunde auf derselben Seite stehen. Wie sagt Clay es so schön selbst: Was muss, das muss. Wobei man von der Action dennoch nicht zu viel erwarten sollte. Zwar sind die zahlreichen Kämpfe und Schießereien sauber und mit angemessener Härte inszeniert, wirklich in Erinnerung ist mir aber nichts davon geblieben. Unspektakulär und gewöhnlich sind die Worte, die mir am ehesten dazu einfallen.

Aber jetzt kommt’s: Obwohl „The Beekeeper“ strunzdumm ist und im Grunde nichts bietet, um aus der Masse herauszustechen (abgesehen von seiner grenzenlosen Dummheit), hatte ich mit dem Film unheimlich viel Spaß. Und das dürfte nicht zuletzt meiner Arbeit geschuldet sein. Ich habe im Laufe der letzten Jahre mit mehreren Opfern ähnlicher Betrügereien gesprochen, daher weiß ich, wie verzweifelt Menschen in solchen Situationen sind. Und ich gebe es zu: Für mich hat sich lange nichts mehr so befriedigend angefühlt wie der Moment, in dem der von Statham gespielte Clay das Callcenter betritt und einem der Betrüger mit dessen Telefonhörer den Schädel einschlägt. Ich weiß, ich weiß: Das klingt brutal und besorgniserregend, aber keine Sorge: Außerhalb fiktionaler Werke bin ich absolut gegen Selbstjustiz und ein glühender Verfechter des Rechtsstaats. Aber hier, in diesem Kontext … RICHTIG SO, IHR MIESEN PISSER!

Madame Web (2024)

Eigentlich wollte ich heute „Godzilla Minus One: Schwarz-Weiß“ schauen. Bedauerlicherweise musste ich feststellen, dass der Film erst morgen freigegeben wird. Da ich nun eh schon enttäuscht und frustriert war, startete ich stattdessen die Comicverfilmung „Madame Web“. So schlecht, wie alle sagen, würde der Film schon nicht sein …

Worum geht’s

Cassandra „Cassie“ Webb (Dakota Johnson) arbeitet als Rettungssanitäter in New York. Während eines Einsatzes stürzt Cassie von einer Brücke ins Wasser und ertrinkt, kann aber von ihrem Kollegen Ben (Adam Scott) ins Leben zurückgeholt werden. Von diesem Moment an hat Cassie merkwürdige Visionen, die die Zukunft zu zeigen scheinen. Während einer dieser Visionen sieht Cassie, wie die Teenager Julia (Sydney Sweeney), Mattie (Celeste O’Connor) und Anya (Isabela Merced) von einem Unbekannten (Tahar Rahim) getötet werden. Cassie greift ein und kann die drei tatsächlich retten, doch der Angreifer bleibt ihnen auf den Fersen …

Meine Meinung

Wie sag ich’s jetzt, ohne meinen Ruf als Filmkenner zu verlieren … ach egal, ich hau es einfach raus: Wider Erwarten hatte ich tatsächlich Spaß mit „Madame Web“. Und versteht mich bitte nicht falsch: „Madame Web“ ist kein guter Film. Wirklich nicht. Aber ich halte ihn auch nicht für die Vollkatastrophe, als die er gerne bezeichnet wird.

Ja, die Figuren sind allesamt verdammt blass. Ja, der Schurke ist eine komplette Nullnummer. Ja, die Story passt auf einen Bierdeckel und ist zudem unausgegoren. Und ja, die Effekte sind zum Teil … nun ja, sie sind halt da. Und dennoch hatte ich mit der Chose meinen Spaß. Vielleicht, weil meine Erwartungen so niedrig waren wie schon lange nicht mehr. Vielleicht, weil ich Dakota Johnsons mürrische Art mochte. Vielleicht, weil die drei Mädels meinen Beschützerinstinkt angesprochen haben. Vielleicht, weil mich die Visionen ein wenig an „Final Destination“ erinnerten. Und vielleicht auch, weil ich manchmal ein trotziger Bock bin, wenn sich sonst alle einig sind.

Sei es, wie es ist: Insgesamt halte ich „Madame Web“ für deutlich stimmiger und unterhaltsamer als zum Beispiel den grandios vergeigten „Morbius“. Und auch wenn das Endergebnis meilenweit von einem guten Film entfernt ist, würde ich durchaus sagen, dass man ihn bei Netflix ruhig mal mitnehmen kann. Ganz ehrlich: Ich habe schon weitaus schlechtere Filme gesehen …

Bad Boys: Ride or Die (2024)

Bereits drei Tage ist es nun schon her, dass ich „Bad Boys: Ride or Die“ gesehen habe. Und ich weiß noch immer nicht, was ich von dem Film halten soll. Da ich befürchte, dass sich daran auch nichts mehr ändern wird, mache ich es heute kurz …

Worum geht’s

Es herrscht Aufregung im Miami Police Department: Der verstorbene Captain Howard (Joe Pantoliano) soll für das Kartell gearbeitet haben! Mike (Will Smith) und Marcus (Martin Lawrence) wollen den Namen ihres ehemaligen Chefs reinwaschen und beginnen auf eigene Faust zu ermitteln …

Meine Meinung

Wie ich oben bereits schrieb, habe ich keine Ahnung, was ich von „Bad Boys: Ride or Die“ halten soll. Ich sag’s, wie es ist: In der ersten halben Stunde war ich kurz davor, den Film kopfschüttelnd abzubrechen. Nicht nur, dass Marcus Burnett hier endgültig zur reinen Witzfigur verkommt und einfach nur noch nervt, die Geschichte schlägt auch eine esoterisch-übernatürliche Richtung ein, die für mich nicht nur nicht funktioniert, sondern meiner Meinung nach die komplette Reihe ins Lächerliche zieht und dadurch entwertet. Selbst die wie immer gute Chemie zwischen Will Smith und Martin Lawrence kann hier nichts retten. Ich habe echt keine Ahnung, was die Macher sich dabei gedacht haben.

Aber hey, gekauft ist gekauft, also blieb ich dran. Und das war auch gut so, denn nach rund 40 Minuten kriegt der Film tatsächlich doch noch die Kurve, fährt die Albernheiten und den Mumpitz spürbar zurück und liefert genau das, was ich von einem „Bad Boys“-Film erwarte: flotte Sprüche und coole Action. Insbesondere das in einem stillgelegten Alligator-Park stattfindende Finale macht einfach nur Spaß und ließ mich das erste Drittel fast vergessen. Wobei mein persönliches Action-Highlight eine Home-Invasion-Situation ist, die eine Nebenfigur ins Zentrum rückt, von der ich solch einen Tatendrang nicht unbedingt erwartet hätte. Herrlich!

Wer den Abspann komplett abwartet, wird übrigens mit einer Szene „belohnt“, von der ich nicht weiß, ob sie einfach nur als Witz gemeint ist oder den Quatsch des ersten Drittels tatsächlich bestätigen soll. Diesem Film ist einfach alles zuzutrauen. Und das ist leider nicht als Kompliment gemeint.

Tja, und nun sitze ich hier seit nunmehr drei Tagen und frage mich, ob ich den Film weiterempfehlen oder eher davon abraten soll. Ach, es ist kompliziert …

Deadpool & Wolverine (2024)

Neue Kinofilme starten grundsätzlich an einem Donnerstag. Grundsätzlich heißt, es gibt Ausnahmen. „Deadpool & Wolverine“ ist solch eine Ausnahme, der startete nämlich bereits heute – was mir sehr gelegen kam, schließlich habe ich mittwochnachmittags grundsätzlich frei. Also saß ich heute um Punkt 14 Uhr nach vielen vielen Monaten mal wieder im Kino. Ob der Film dem Hype meiner Meinung nach gerecht wird, erfahrt ihr … jetzt!

Worum geht’s

Wade Wilson (Ryan Reynolds) hat seinen Superheldenanzug abgelegt und führt ein glückliches Leben als Gebrauchtwagenverkäufer. Als ausgerechnet an seinem Geburtstag die TVA an seiner Tür anklopft, ist es mit dem ruhigen Leben schlagartig vorbei. Der TVA-Leiter Mr. Paradox (Matthew Macfadyen) erklärt Wade, dass der Tod von Wolverine (Hugh Jackman) ein Schlüsselereignis war, das nun die Vernichtung seines Universums zur Folge hat. Schnell wird Wade klar, dass es nur eine Möglichkeit gibt, die Vernichtung aufzuhalten und seine Freunde zu retten: Er muss im Multiversum einen Ersatz-Wolverine finden …

Meine Meinung

Es steht nicht gut ums MCU. Die Verantwortlichen rund um Kevin Feige scheinen nicht mehr zu wissen, wohin die Reise gehen soll, was inzwischen nicht mehr nur den Kritikern, sondern auch dem allgemeinen Publikum auffällt. Ich selbst finde Phase 4 und 5 zwar immer noch unterhaltsam, kann jedoch auch nicht leugnen, dass die Qualität spürbar nachgelassen hat. Richten sollen es nun ausgerechnet Deadpool und Wolverine, die bislang kein Teil des MCU waren, und die mit diesem Film ihr (offizielles) Debüt feiern. Und zu einem großen Teil gelingt es ihnen tatsächlich, wieder frischen Wind ins MCU zu bringen.

Wie schon in den beiden Vorgängern frotzelt und schnetzelt sich Deadpool durch den Film, als gäbe es kein Morgen. Körperteile fliegen durch die Luft, das Blut fließt in Strömen und ein nicht jugendfreier Kommentar jagt den nächsten. Wer befürchtet, Disney könnte Deadpool an die Leine gelegt haben, wird direkt in den ersten Minuten eines Besseren belehrt. Deadpool ist ganz der Alte – so macht das Spaß, so muss das sein! Dasselbe gilt für Wolverine, der zwar eine andere Variante darstellt, dem uns bekannten Wolverine aber verdammt ähnlich ist. Dem dauerquasselnden Deadpool und dem so wortkargen wie mürrischen Wolverine dabei zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig auf die Eier gehen, hat mir unheimlich viel Freude bereitet. Nicht zuletzt, da die Chemie zwischen Ryan Reynolds und Hugh Jackman (wenig überraschend) schlicht fantastisch ist. Dass die beiden hier den Spaß ihres Lebens haben, ist ihnen in jeder Minute anzumerken. Herrlich!

Leider empfand ich die Geschichte selbst als weniger gelungen. Ein wenig wirkte es auf mich, als diene die Geschichte nur als Alibi, um möglichst viele Anspielungen und Cameos unterzubringen. Und versteht mich bitte nicht falsch: Auch diese machen verdammt viel Spaß. Zumal die Anspielungen meist voll ins Schwarze treffen und einige absolut grandiose Cameos dabei sind, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte – und die sogar Sinn ergeben und etwas zur Handlung beitragen. Das ist teilweise schon Fan-Service in Perfektion. Dennoch muss ich leider zugeben, dass ich Teil 1 und 2 von der Geschichte her interessanter und auch deutlich emotionaler fand. Hinzu kommt, dass ich Charles Xaviers Zwillingsschwester Cassandra Nova als Antagonist für komplett verschenkt halte. Auf dem Papier ist sie sicherlich eine interessante Figur, doch im Film wirkte sie auf mich leider total beliebig und uninteressant. Schade.

Auch die Actionszenen haben mich nur bedingt überzeugt. Diese sind zwar ordentlich inszeniert, haben bei mir aber leider keinen Wow-Effekt auslösen wollen. Generell wirkte der Film an einigen Stellen auf mich so, als seien die Macher zu sehr auf Nummer sicher gegangen. Das ist nicht zwingend schlecht, schließlich hat mir der Film am Ende genau das gegeben, was ich sehen wollte. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass sich so langsam erste Abnutzungserscheinungen zeigen. Ein bisschen mehr Mut zum kreativen Wahnsinn wäre schon nett gewesen.

Nun aber genug gemeckert, sonst denkt ihr am Ende noch, der Film würde sich nicht lohnen. Das tut er nämlich zweifellos. Zumindest dann, wenn ihr mit Deadpools typischem Humor etwas anfangen könnt. Außerdem ist es von Vorteil, sich nicht nur mit den X-Men-Filmen von 20th Century Fox, sondern sich auch mit den Prä-MCU-Marvel-Filmen auszukennen. Wenn das auf euch zutrifft: Viel Spaß im Kino – ihr werdet ihn haben!

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