Moritz Bleibtreu im Kampf gegen den TV-Wahnsinn: Free Rainer

Der Alltag bietet heutzutage nicht mehr viele Herausforderungen. Das Alphamännchen erkämpft sich seinen Platz über das modernere Handy und Raubtieren begegnet man(n) höchstens in blondierter Form. Eine der wenigen noch existierenden Herausforderungen ist das Fernsehen. Wer es schafft, sich ohne zu verblöden das aus Call-In-Shows, Richtersendungen und sonstigem Trash-TV bestehende Programm über mehrere Tage anzuschauen, dem gebührt Respekt. „Free Rainer“ verrät, wie es dazu kommt, dass das Fernsehen ist, was es ist.

Worum geht’s

Eine Frau, drei Kandidaten, ein Spermatest. Der Mann, der das beste Sperma bietet, gewinnt eine Reise mit der jungen Frau – Zeugungsakt inbegriffen. Willkommen bei „Deutschland sucht das Superbaby“. Kreativer Kopf hinter dem Konzept: Der arrogante TV-Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu). Ständig unter dem Einfluss von Koks und Alkohol stehend, liefert Rainer seinem Sender die besten Quoten – bis er von der jungen Pegah (Elsa Sophie Gambard), deren Großvater sich aufgrund einer von Rainers Sendungen das Leben genommen hat, beinahe getötet wird. Gemeinsam beschließen Pegah und der ausgebrannte Rainer, dem TV-Wahnsinn entgegen zu wirken und das System hinter den TV-Quoten zu manipulieren, um so ein besseres TV-Programm zu erzeugen…

Meine Meinung

Kennt ihr jemanden, der eine Quotenbox bei sich stehen hat? Nein? Ich auch nicht. Verwunderlich ist das nicht, immerhin gibt es davon in Deutschland nur 5.500 Stück. Diese 5.500 Quotenboxen messen das Sehverhalten von ca. 13.000 Menschen. Und diese 13.000 Menschen entscheiden anhand von Hochrechnungen, was 80 Millionen Deutsche täglich zu sehen bekommen. Klingt abstrus? Ist aber so.

Genau dieses System kritisiert, wenn auch nicht ohne Fehler, Regisseur Hans Weingartner („Die fetten Jahre sind vorbei“) in seinem aktuellen Kinofilm. Und das mit Hilfe einer durchaus interessanten Geschichte. Doch nicht nur das TV-System, auch wir Zuschauer bekommen unser Fett weg. Die TV-Macher kritisiert Weingartner dafür, dass sie nur noch auf die Quoten achten und dafür auf Originalität und Vielfalt verzichten. Ganz zu schweigen von dem in Vergessenheit geratenen Informationsauftrag, den die Medien eigentlich erfüllen sollten. Wir hingegen müssen uns die Frage gefallen lassen, wie wir es soweit haben kommen lassen, dass das TV-Programm größtenteils aus einheitlichem Müll besteht. Wissen wir wirklich nichts Besseres mit unserer Zeit anzufangen, so dass wir es vorziehen, selbst den größten Mist zu schauen, statt den Fernseher einfach auszuschalten?

Auch wenn „Free Rainer“ wichtig und richtig ist, so hätte Weingartner dennoch auf die schablonenhafte Charakterzeichnung der Figuren und den doch arg erhobenen Zeigefinger verzichten können. Nötig hätte der Film das nicht gehabt. Auch ohne Moralkeule und mit weniger überzeichneten Figuren hätte „Free Rainer“ seine Wirkung nicht verfehlt. Hinzu kommt, dass der Film mit einer Laufzeit von 138 Minuten die eine oder andere Länge mit sich bringt, was sicherlich zu vermeiden gewesen wäre.

Moritz Bleibtreus Leistung extra zu erwähnen, erspare ich mir an dieser Stelle. Der Mann war schon immer ein Grund, ins Kino zu gehen. Stattdessen spreche ich lieber ein besonderes Lob für Elsa Sophie Gambard aus, die in „Free Rainer“ ihr Leinwanddebüt gibt und eine wirklich tolle Leistung abliefert. Bleibt zu hoffen, dass „Free Rainer“ nicht ihr erster und letzter Film sein wird.

Mein Fazit

Mehr Drama als Komödie, ist „Free Rainer“ eine zwar überzeichnete, aber dennoch erschreckend realistische Medien- und Gesellschaftskritik, die interessante Informationen zum TV-Wahnsinn und dem dahinter stehenden System liefert. Leider können weder das wichtige Thema noch die überzeugenden Darsteller verbergen, dass der Film ca. eine halbe Stunde zu lang geraten ist und der moralische Zeigefinger zu hoch erhoben wird.

Meine Wertung: 7/10

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Auch im Kino fröstelt es: Der Eisige Tod

Auch wenn viele Kinogänger über die ausufernde Gewaltdarstellung in Filmen wie „Saw III“ und „Hostel: Teil 2“ fluchen, so haben solche Filme doch auch etwas positives bewirkt, nämlich dass wir Filme, die mehr auf Suspense und Atmosphäre setzen, wieder mehr zu schätzen wissen. Neben dem herrlich altmodischen Grusler „Zimmer 1408“ buhlt auch „Der Eisige Tod“ um die Gunst des vom Terrorfilm gelangweilten Publikums.

Worum geht’s

Weihnachtszeit. Eine Studentin (Emily Blunt) möchte ihre Familie besuchen und geht dafür eine Fahrgemeinschaft mit einem Kommilitonen (Ashton Holmes) ein. Während der Fahrt muss sie feststellen, dass dieser wesentlich mehr über sie zu wissen scheint, als er vorgibt. Als er von der bekannten Route auf eine abgelegene Landstraße wechselt, werden die beiden in einen Unfall verwickelt und bleiben mit dem Wagen im tiefen Schnee stecken. Während die Studentin mehr und mehr an einem Zufall zweifelt, erscheinen die ersten Fremden auf der Straße…

Meine Meinung

„Wind Chill“, so der Originaltitel, ist ein raffiniertes kleines Filmchen, das geschickt mit den Ängsten des Publikums spielt. Wem wäre nicht mulmig zumute, würde er mit einem Fremden, der offensichtlich etwas zu verbergen hat, auf einer einsamen, verschneiten Straße festsitzen? Geht das erste Drittel noch als Thriller durch, bei dem man sich als Zuschauer fragt, was der Student seiner Mitfahrerin verheimlicht, bekommt der Film mit dem Eintreffen der Fremden eine neue Richtung und entwickelt sich zu einem reinrassigen Gruselfilm. Da ich nicht zu viel von der (ohnehin recht bekannten) Geschichte verraten möchte, beschränke ich mich darauf, dass die Masken der Geister sowie die Effekte gut gelungen sind und Regisseur Gregory Jacobs das Bestmögliche aus dem doch recht beschränkten Grundgerüst der ruhelosen Seelen herausgeholt hat.

„Der Eisige Tod“ bietet mit Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) und Ashton Holmes („A History Of Violence“) zwei ebenso talentierte wie sympathische Jungdarsteller, dank des doch recht unverbrauchten Szenarios eine gelungene Atmosphäre und eine langsam anziehende Spannungskurve – eigentlich alles, was einen guten Gruselfilm ausmacht. Eigentlich. Was ihm leider fehlt, und den Filmgenuss deutlich schmälert, ist ein angemessenes Finale. Dieses wird ebenso schnell wie unspektakulär abgearbeitet und hinterlässt einen gehetzten Eindruck. Es wirkt fast so, als hätten die Macher eine bestimmte Laufzeit nicht überschreiten dürfen und deswegen den Film schnell zu einem Schluss bringen müssen. Nach dem, was in der vorangegangenen Laufzeit geboten wurde, hätte ich ein bißchen mehr erwartet.

Mein Fazit

„Der Eisige Tod“ ist ein durchaus gelungener Gruselfilm, bei dem vorallem die Schauspieler und die Atmosphäre überzeugen können. Die Geschichte ist zwar alles andere als neu, erfüllt aber ihren Zweck, was ich von dem enttäuschenden Finale leider nicht behaupten kann.

Meine Wertung: 6/10

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Von Löwen und Lämmern – Robert Redfords unbequeme Wahrheit

Hollywood wird politisch. Nach dem von Peter Berg so spannend wie oberflächlich inszenierten „Operation: Kingdom“ folgt nun Robert Redfords „Von Löwen und Lämmern“. Ob Redford es schafft, die Probleme unserer Zeit adäquat auf die Leinwand zu bringen, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Worum geht’s

1 Stunde, 6 Menschen.

Senator Jasper Irving (Tom Cruise) bittet Reporterin Janine Roth (Meryl Streep) zu einem exklusiven Interview. Thema ist die neue Strategie in Afghanistan, die Irving dem amerikanischen Volk mit Roths Hilfe als Lösung für den Sieg gegen Terrorismus verkaufen möchte.

Währenddessen geraten die beiden Soldaten Rodriguez (Michael Peña) und Finch (Derek Luke) bei der Umsetzung dieser neuen Strategie in einen Hinterhalt. Verletzt und auf Hilfe wartend, werden sie auf einem verschneiten Berg von Feinden umzingelt.

Zur gleichen Zeit führt Professor Malley (Robert Redford) ein Gespräch mit seinem Studenten Todd (Andrew Garfield). Malley möchte Todd inspirieren, wieder mehr Engagement zu zeigen. Um dies zu erreichen, erzählt er ihm von den beiden hoffnungsvollen Studenten Ernest und Arian, die sich statt für die Politik für den Dienst an der Waffe entschieden.

Nach dieser Stunde stehen vier Charaktere vor einer Entscheidung – und der Zuschauer vor der Hoffnung, dass mindestens einer von ihnen die richtige trifft…

Meine Meinung

Selten steht in Filmen der Inhalt so sehr über der Form wie in „Von Löwen und Lämmern“. Der Film ist eine einzige große Botschaft, eine einzige große Aufforderung, ein einziger großer Spiegel, der uns vorgehalten wird. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass es an der Inszenierung etwas auszusetzen gäbe. Dem ist definitiv nicht so. Handwerklich solide, bisweilen sogar außerordentlich packend und emotional inszeniert und von hervorragenden Darstellern unterstützt, überzeugt der Film formal von der ersten bis zur letzten Minute. Doch ist es nicht die Form, die „Von Löwen und Lämmern“ sehenswert macht. Es ist der Inhalt.

Ehrlich gesagt hatte ich „nur“ mit einem festen Schlag in den Magen der aktuellen Politik gerechnet, doch Redford geht einen Schritt weiter. Einen großen Schritt. Auch wenn die Verlogenheit der Politik angeprangert wird, ist nicht sie es, der Redford die Schuld an der heutigen Situation gibt. Es ist auch nicht die Presse, die ihre journalistische Pflicht mehr und mehr zu vergessen scheint und sich vom enthüllenden Wahrheitsfinder zum tumben Sprachrohr entwickelt hat. Das Problem sind wir. Wir Menschen. Jeder einzelne von uns. Wir, die wir nicht bereit sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Wir, die wir zu ängstlich oder bequem sind, für das Richtige einzustehen. Wir, die wir lieber hinter vorgehaltener Hand über all das Schlechte in der Welt reden, statt Courage zu zeigen und sich zu erheben.

Redford entlarvt uns als das, was wir sind. Egoistische Wesen, die wider besseren Wissens falsche Entscheidungen treffen. Sei es aus Bequemlichkeit, aus Angst vor etwaigen Konsequenzen oder aus Gier nach Profit und Macht.

Am Ende des Films ist nur noch ein Charakter von Bedeutung. Ein Charakter, stellvertretend für uns alle. Ein Charakter, der uns die Wahl überlässt: Die Wahl zwischen dem einfachen und dem richtigen Weg.

Mein Fazit

Außerordentlich engagierter Film, dessen Botschaft den Wenigsten gefallen dürfte. Die Darsteller überzeugen ebenso wie Robert Redfords Regie, was in der Summe einen der besten und wichtigsten Filme des Jahres ergibt.

Meine Wertung: 9/10

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Unnötiges Remake: Invasion

Was haben „Die Dämonischen“ (1956), „Die Körperfresser kommen“ (1978) und „Body Snatchers – Angriff der Körperfresser“ (1993) gemeinsam? Richtig: Sie alle erzählen eine mehr oder weniger identische Geschichte, angepasst an den jeweiligen Zeitgeist. Wollen wir hoffen, dass unsere Zeit in 20 oder 30 Jahren nicht an der vierten Variante „Invasion“ gemessen wird.

Worum geht’s

Nach dem Absturz eines Space Shuttles beginnt die Psychiaterin Carol (Nicole Kidman), seltsame Veränderungen an ihren Patienten und den Menschen in ihrer Umgebung festzustellen. Das Verhalten der Betroffenen wird zunehmend emotionsloser, ja beinahe seelenlos. Gemeinsam mit ihrem Freund Ben (Daniel Craig) und dessen Kollegen Stephen (Jeffrey Wright) findet sie heraus, dass außerirdische Viren die Ursache für die Veränderungen sind. Ist man mit dem Virus infiziert und schläft ein, übernimmt es mit Erreichen der Tiefschlafphase den Wirt. Ausgerechnet Carols Sohn Oliver (Jackson Bond) scheint gegen das Virus immun zu sein…

Meine Meinung

So sehr es mich ja auch freut, dass der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel es nach Hollywood geschafft hat: Das Ergebnis enttäuscht auf ganzer Linie. „Invasion“ lässt jegliche Spannung, jegliche Bedrohung, jegliche Dramatik der Vorgänger völlig vermissen. Selbst der eher harmlose Ableger „The Faculty“ weiß mehr zu fesseln als Hirschbiegels Version der außerirdischen Übernahme.

Die Geschichte plätschert uninspiriert vor sich hin. Menschen verwandeln sich, fliehen, verstecken sich. Doch das alles geschieht so kühl und emotionslos (eigentlich ja schon fast wieder passend), dass es einem als Zuschauer schlicht und einfach egal ist. Auch fehlt ein durchgängiger Faden, der die Charaktere und die Geschichte zusammenhält. In der derzeitigen Fassung wirkt „Invasion“ wie ein, immerhin gut gefilmtes, Stückwerk.

Da Hirschbiegels Version in den Testscreenings gnadenlos durchgefallen ist, musste der Film mehrmals umgeschnitten werden. Interessant wäre, wie die Originalversion wohl ausgesehen haben mag. Vielleicht kommen wir ja auf DVD in den Genuss beider Versionen, so wie es auch bei „Exorzist: The Beginning“ geschehen ist.

Sicherlich hat der Film auch seine guten Szenen. Wenn während eines Essens im Fernsehen verkündet wird, dass Bin Laden und George W. Bush Frieden ankündigen und der Papst verspricht, für Verhütungsmittel in Afrika zu sorgen, fragt man sich als Zuschauer unweigerlich, ob der Preis für unsere Menschlichkeit wirklich gerechtfertigt ist. Allerdings sind solche Szenen äußerst rar gesät. Zu rar, um noch irgendwas retten zu können.

Mein Fazit

Uninspiriertes und innovationsloses Remake, das zwar schick gefilmt wurde, aber weniger wie ein fertiger Film, als vielmehr wie eine Ansammlung unabhängiger Szenen wirkt. Den Schauspielern ist dabei kein Vorwurf zu machen, liefern sie doch alle eine routinierte Leistung ab. Nicht mehr als Mittelmaß und kein Vergleich zu den Vorgängern.

Meine Wertung: 5/10

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Zum Träumen schön: Der Sternwanderer

Das Jahr neigt sich langsam aber unaufhaltsam dem Ende entgegen. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und so manch eine(r) hat bereits das eine oder andere Weihnachtsgeschenk vorbereitet. Damit wird es höchste Zeit, auch im Kino langsam umzuschwenken. Weg von den Action-Blockbustern und hin zu den besinnlicheren Filmen. Ja, die Zeit der Märchen und Weihnachtsfilme rückt näher – und findet in „Der Sternwanderer“ einen perfekten Vorboten.

Worum geht’s

Ein kleines Dorf in England: Der junge Tristan (Charlie Cox) ist unsterblich in die ihm unerreichbare Victoria (Sienna Miller) verliebt. Um ihr seine Liebe zu beweisen, verspricht Tristan Victoria, ihr einen abgestürzten Stern zu schenken, der kurz zuvor im benachbarten Stormhold auf die Erde gestürzt ist. Zu Tristans Überraschung handelt es sich bei dem Stern um die junge Yvaine (Claire Danes), die alles andere als erfreut darüber ist, einem Menschen als Geschenk für seine Angebetete zu dienen. Doch nicht nur Tristan hat Interesse an dem Stern: Die Söhne des verstorbenen Königs benötigen Yvaines Amulett, um die Thronfolge übernehmen zu können. Und die Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer) und ihre Schwestern ihr Herz, um dadurch ewiges Leben und immer währende Schönheit zu erlangen…

Meine Meinung

Es kommt selten vor, dass ich während eines Films nicht aufhören kann zu lächeln. Bei „Der Sternwanderer“ war es jedoch genau so. Zu sympathisch, zu unterhaltsam, ja, zu schön ist dieser Film, als dass ich mich vor der guten Laune hätte verschließen können – und wollen. Auf einen seichten Fantasyfilm hatte ich mich eingestellt, weit mehr habe ich bekommen.

„Der Sternwanderer“ bietet alles, was für einen gelungenen Märchen-Kinoabend benötigt wird. Sympathische wie skurrile Charaktere, eine romantische Geschichte über einen jungen Mann, der zum Helden wird, sowie einen Hauch von Abenteuer und Action. Befürchtungen, dass bei solch einer Mischung eine auf Zelluloid gebannte Kitsch-Postkarte entstanden ist, dürfen beruhigt daheim gelassen werden. Zahlreiche makabere und selbstironische Einfälle sorgen dafür, dass selbst der kitschigste Moment mit einem Grinsen quittiert wird und die Märchenwelt ihren Reiz behält.

A pro pos Reize: Dass Claire Danes zarte Geschöpfe spielen und den Beschützerinstinkt im Mann wecken kann, weiß ich bereits seit „Der Regenmacher“. Und auch hier kann man(n) nicht anders, als sich in ihre Figur zu verlieben. Hauptdarsteller Charlie Cox wirkt daneben etwas blass, meistert seine Rolle jedoch souverän genug, um sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Ein großes Lob gebührt den gut aufgelegten Nebendarstellern: Michelle Pfeiffer als böse Hexe, Robert De Niro als Luftpirat mit dunklem Geheimnis, Peter O’Toole als „liebender“ König, Rupert Everett als möglicher Thronfolger, Sienna Miller als eingebildete Herzdame, das Aufgebot an bekannten Namen kann sich wahrlich sehen lassen.

Mein Fazit

„Der Sternwanderer“ ist ein wunderschönes Märchen, das Romantik, Humor und Abenteuer perfekt miteinander vereint und sich selbst dabei nie zu ernst nimmt. Die Schauspieler hatten sichtlich Freude an ihrer Arbeit und befinden sich in bester Spiellaune, allen voran Michelle Pfeiffer und Robert De Niro. Ein Film für jeden, der mal wieder ein wenig träumen möchte.

Meine Wertung: 9/10

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Kurz vorgestellt: Until Death (DVD)

Erinnert ihr euch noch an Jean-Claude Van Damme? Bzw. kennt ihr ihn überhaupt? Richtig, das ist jener Mann, der 1988 in dem bis heute besten Kampfsportfilm „Bloodsport“ die Hauptrolle spielte. Und es ist der Mann, mit dem Regisseur Albert Pyun seinen ersten (und letzten) guten Film drehte: „Cyborg“. Nicht zu vergessen Roland Emmerichs „Universal Soldier“ und John Woos „Harte Ziele“.

Wie viele andere ehemalige Actionstars, trifft man Van Damme heute nur noch in der Videothek an. Sein neuester Film trägt den Titel „Until Death“ und handelt von einem Polizisten (Van Damme), der vom rechten Weg abgekommen ist, Drogen nimmt und bei seinen Mitmenschen alles andere als beliebt ist. Als er von seinem ehemaligen Partner (Stephen Rea) in eine Falle gelockt wird, überlebt er den finalen Kopfschuss zwar, muss sein Leben jedoch von vorne beginnen und erkennt dabei die Fehler, die er in den vergangenen Jahren gemacht hat. Ein Schelm, wer dabei an Harrison Ford und „In Sachen Henry“ denkt.

„Until Death“ bietet zwar einige kleine bis mittelgroße Schießereien, ist aber mehr Drama als Actionfilm. Wer auf einen neuen Van-Damme-Kracher hofft, kann sich das Geld also getrost sparen und sich stattdessen den neuesten Steven-Seagal-Reißer muahaha ausleihen. Da weiß man wenigstens, was man bekommt. muahaha²

Wer Van Damme auch in anderen Rollen als dem typischen Einzelkämpfer sehen mag, darf hingegen ruhig einen Blick riskieren. Auch wenn der Film meilenweit von einer Kinoauswertung entfernt ist, bietet er dennoch durchgängige Unterhaltung auf gehobenem Videotheken-Niveau. Und eines darf man auch ruhig mal anerkennen: Im Gegensatz zu anderen (zu recht vergessenen) ehemaligen Actionstars kann Van Damme durchaus ein gewisses Schauspieltalent vorweisen…

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Im Kino: Die Vorahnung

Kinobesuche müssen nicht zwangsläufig „nur“ unterhaltsam sein. Kinobesuche können auch lehrreich sein. Ich z.B. habe dank „Die Vorahnung“ zwei Dinge gelernt:

1. Geht man als Mann alleine in einen Sandra-Bullock-Film, muss man damit rechnen, angestarrt zu werden, als trage man seinen Hintern auf der Vorderseite.

2. Sind Menschen mit einem Film überfordert, halten sie nicht etwa die Klappe und konzentrieren sich umso mehr auf das Geschehen, nein, sie lassen sich alle zwei Minuten lauthals darüber aus, dass sie nicht verstehen, was da gerade auf der Leinwand vor sich geht.

Worum geht’s

Es ist ein ganz normaler Tag für Linda (Sandra Bullock) und ihre beiden Töchter Megan und Bridgette. Bis ein Polizist an ihrer Tür steht und Linda erklärt, dass ihr Mann Jim (Julian McMahon) während seiner Geschäftsreise bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Mit Hilfe ihrer Mutter bringt Linda den Tag hinter sich, schläft auf der Couch ein – und staunt nicht schlecht, als Jim am nächsten Morgen quicklebendig in der Küche steht. Linda glaubt an einen schlimmen Alptraum. Bis sie am nächsten Morgen erwacht und ihr Haus voller Trauergäste vorfindet…

Meine Meinung

Es gibt Filme, die ihre Geschichte mit einer oder mehreren Aussagen bereichern. Und es gibt Aussagen, um die irgendwie ein Film herum gestrickt wurde. „Die Vorahnung“ zählt eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Botschaft von „Die Vorahnung“ ist mehr als offensichtlich: Genieße jeden Tag, kämpfe um jeden Tag. Denn jeder Tag ist ein Geschenk.

Ich weiß: Klingt nach einer dieser typischen Lebensweisheiten, und wenn man ganz ehrlich ist, ist es auch nicht viel mehr. Und so ist es auch um „Die Vorahnung“ bestellt: Die Inhaltsangabe liest sich wie ein typischer Mystery-Film, und wenn man ganz ehrlich ist, ist er auch nicht viel mehr. Aber auch nicht weniger. Denn lässt man sich auf die Geschichte ein, wird man mit einem zwar verworrenen (bei den Zeitsprüngen ist erhöhte Aufmerksamkeit gefordert), aber auch interessanten und am Ende sogar spannenden Film belohnt. Zwar wird „Die Vorahnung“ aufgrund mangelnder Ideen und einer etwas trägen Inszenierung niemals in die Filmgeschichte eingehen, doch weiß er durchaus zu unterhalten.

Dies verdankt der Film zu einem großen Teil der sympathischen Sandra Bullock, die nicht nur fantastisch aussieht (man mag kaum glauben, dass diese Frau bereits 43 Jahre alt sein soll), sondern einmal mehr beweist, dass sie Filme problemlos alleine tragen kann. „Die Vorahnung“ ist eine One-Woman-Show, die zwar auch mit namhaften Nebendarstellern aufwarten kann, jedoch voll und ganz auf seine Hauptdarstellerin ausgelegt ist. Dementsprechend blass bleiben leider die Kinder, der Ehemann und die mögliche Geliebte, welche von Amber Valletta („Hitch – Der Date Doktor“) gespielt wird.

Ein besonderes Lob gebührt dem Ende, welches zum Glück anders daherkommt als von mir erwartet, und den Film konsequent zu seinem Schluss führt. Auch wenn man auf die letzte Einstellung hätte verzichten können, bleibt der Film durchaus seiner Linie treu, was längst nicht jeder Film von sich behaupten kann.

Mein Fazit

Solides Mystery-Drama um die typische Frage, wofür es sich zu leben und zu kämpfen lohnt. Sandra Bullock liefert eine hervorragende Performance, kann aber nicht verhindern, dass „Die Vorahnung“ mangels neuer Ideen und blasser Figurenzeichnung im Durchschnitt untergeht.

Meine Wertung: 6/10

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Finaler Rambo-Trailer erschienen: Live for nothing…or die for something! (Update)

Und da ist er endlich, der finale Rambo-Trailer. Einfach mit rechts auf den Link klicken und „Ziel speichern unter“ wählen, schon landet der gute John auf eurer Festplatte. Um den Trailer anschauen zu können, benötigt ihr allerdings den VLC media player: Mit QuickTime verträgt sich die Videodatei kurioserweise nicht.

Was mir nach wie vor fehlt, ist das typische Rambo-Theme von Jerry Goldsmith, ansonsten macht der Trailer einen netten Eindruck.

Gespannt wie Rambos Flitzebogen bin ich auf den deutschen Titel des Films: Einen „Rambo“ haben wir hier schließlich schon…

Update

Der Trailer steht nun auch in HD bereit:

480p
720p
1080p

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Kurz und knapp: Pornorama oder die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts

Wer auch immer sich diesen Titel hat einfallen lassen: Respekt!

Kurz zusammengefasst

Junger Beinahe-Polizist möchte in den 70ern einen Sexfilm drehen, um seinen älteren Bruder aus einer finanziellen Notlage zu befreien. Probleme bereiten ihm seine unerfahrene Crew (schon das zweite grandiose Wortspiel heute) und eine Hauptdarstellerin, die nur italienisch spricht und sich nicht ausziehen möchte…

Meine Meinung in aller Kürze

Unterhaltsam. Sehr unterhaltsam. Sympathische Charaktere, unverbrauchte Darsteller und eine witzige Story garantieren einen unterhaltsamen Kinobesuch. Hinzu gesellt sich eine kleine Liebesgeschichte, die dafür sorgt, dass auch Romantiker zufrieden gestellt werden.

Bedauerlich ist, dass „Pornorama“ nicht alle Möglichkeiten ausschöpft: Aus den 70ern im Allgemeinen und den Aufklärungsfilmen im Speziellen hätte man sicherlich noch weit mehr rausholen können. Doch vielleicht hätte der Film dann auch überfrachtet gewirkt, wer weiß.

So oder so habe ich mich gut unterhalten gefühlt – und dank der Ausschnitte aus den Aufklärungsfilmen sogar das Eine oder Andere gelernt! 😉

Meine Wertung: 7/10

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Kurz und knapp: Wintersonnenwende – Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts

Kurz zusammengefasst

Junger Teenager erfährt, dass er zu den „Uralten“ gehört, einer Gruppe von Kämpfern, deren Aufgabe es ist, die Menschheit vor dem Bösen zu bewahren. Um dies zu tun, muss der Sucher (besagter Teenager) durch die Zeit reisen und die sechs Zeichen des Lichts finden. Das Böse in Gestalt eines dunklen Reiters versucht hingegen mit allen Mitteln, den Sucher aufzuhalten und selbst in den Besitz dieser Zeichen zu kommen…

Meine Meinung in aller Kürze

Blicke ich auf den Film zurück, fallen mir lediglich zwei positive Punkte ein: Die größtenteils wirklich gelungenen Effekte und die bezaubernde Amelia Warner. Alles andere fällt in die Kategorien „langweilig“ und „unfreiwillig komisch“.

Von einer echten Bedrohung ist während der gesamten Laufzeit nichts zu spüren. Zu zahm fallen die einzelnen Herausforderungen und die Attacken des Reiters aus. Ganz zu schweigen davon, dass der dunkle Reiter, welcher anscheinend ausschließlich in Zeitlupe reiten kann, viel zu brav wirkt. Solch einen Mann möchte Frau ihrer Mutter vorstellen, aber sich vor ihm fürchten?

Doch nicht nur einen guten Bösewicht (welch ein Wortspiel), auch einen Spannungsbogen sucht man vergebens. Statt eine Geschichte zu entwickeln, hangelt sich der Film uninspiriert und holperig von Zeitreise zu Zeitreise, wobei der Ablauf stets identisch ist. So gestrafft und zusammengewürfelt, wie der fertige Film wirkt, beschleicht mich das Gefühl, dass 2/3 der Geschichte der Schere zum Opfer fallen mussten, um die gewollte Laufzeit erreichen zu können. Da ich den literarischen Ursprung nicht kenne, bleibt dies jedoch eine Vermutung – evtl. eignet sich ja schon der Roman eher zum Fisch einwickeln* als zum Lesen.

Kurz gesagt: Ein Film, gegen den „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ wie ein Meisterwerk wirkt.

Meine Wertung: 2/10

* Ich komme einfach zu keinem Ergebnis: Wird das Wort „einwickeln“ in diesem Zusammenhang groß oder klein geschrieben?

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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