Schon besser: Zweiter deutscher „Total Recall“-Trailer erschienen

Nachdem mich der erste Trailer zu Len Wisemans Science-Fiction-Remake „Total Recall“ mit Colin Farrell, Jessica Biel und Kate Beckinsale nicht sonderlich begeistert hat, macht der neue Trailer tatsächlich Lust auf mehr und lässt viele Gemeinsamkeiten zum Original erkennen, ohne den Eindruck einer 1:1-Kopie zu erwecken. Mein Interesse ist auf jeden Fall geweckt …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=TkmIphRGtP4]

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Im Kino gesehen: The Amazing Spider-Man

Okay, ich oute mich dann mal: Ich liebe Sam Raimis Spider-Man-Trilogie. Und ja, selbst den oft und viel gescholtenen dritten Teil. Dementsprechend hätte ich auch lieber eine weitere Fortsetzung als einen Neubeginn gesehen. Zumindest galt dies bis Mittwoch. Heute ich bin froh über den Neuanfang. Um die Spannung gleich zu Beginn dieser Review zu nehmen: Sam Raimis Spidey ist (und bleibt) klasse. Marc Webbs Spidey jedoch ist grandios!

Worum geht’s

Nach einem Einbruch im Arbeitszimmer seines Vaters wird Peter Parker (Andrew Garfield) als Kind von seinen Eltern bei seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und seiner Tante May (Sally Field) zurückgelassen. Kurze Zeit später sterben beide Elternteile einen tragischen Unfalltod. Jahre später entdeckt Peter in einer alten Tasche seine Vaters wissenschaftliche Aufzeichnungen. Diese führen ihn zu Dr. Connors (Rhys Ifans), einem ehemaligen Kollegen seines Vaters, der seit Jahren an artübergreifender Genetik arbeitet. Beim Besuch des Labors wird Peter von einer Spinne gebissen und entwickelt in den darauffolgenden Stunden außerordentliche Fähigkeiten. Fähigkeiten, die Peter dringend benötigt, da die Forschungen von Dr. Connors schon bald außer Kontrolle geraten …

Meine Meinung

Spider-Man ist zurück! Und er ist besser denn je! Auch wenn die Geschichte prinzipiell bekannt ist, bietet “The Amazing Spider-Man” neben einem neuen Schurken zahlreiche neue Ansätze – und eine wesentlich ernstere bzw. düstere Atmosphäre, die sich deutlich von Sam Raimis Comic-Verfilmungen unterscheidet. So schwebt zum Beispiel der mysteriöse Tod von Peters Eltern den gesamten Film lang wie eine düstere Wolke über den Figuren und lässt viel Raum für Spekulationen und eine (oder besser noch mehrere) Fortsetzung(en).

Das Hauptaugenmerk von “The Amazing Spider-Man” liegt eindeutig auf den Figuren und deren Entwicklung. Dementsprechend steht und fällt der Film mit seinen Darstellern – und hier hat Marc Webb mit Andrew Garfield und Emma Stone alles richtig gemacht. Andrew Garfields Darstellung wirkt wie eine reifere Version von Tobey Maguires Peter Parker. Ein Außenseiter, aber kein Loser. Verletzlich, aber nicht weinerlich. Die Sympathien sind Andrew Garfield stets sicher. Dasselbe gilt für Emma Stone als Gwen Stacy, die im Gegensatz zu Kirsten Dunsts Mary Jane Watson nicht nur schreien und zicken, sondern auch aktiv ins Geschehen eingreifen und Peter tatkräftig unterstützen darf.
Lediglich bei den Nebenrollen zieht Webbs Version trotz bekannter Namen wie Martin Sheen, Sally Field, Denis Leary, Rhys Ifans und C. Thomas Howell den Kürzeren: J.K. Simmons als Herausgeber J. Jonah Jameson bleibt einfach unerreicht.

Trotz der Ausrichtung auf die Charaktere kommt selbstverständlich auch die Action nicht zu kurz. Und auch diese kann rundum als gelungen bezeichnet werden. Trotz schneller Schnitte und imposanter Kameraschwenks bleibt das Geschehen stets übersichtlich, was ich gar nicht hoch genug bewerten kann. Die Effekte wirken größtenteils äußerst natürlich und beweisen eindrucksvoll, wie sehr sich die Traumfabrik in den letzten 10 Jahren weiterentwickelt hat.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann die etwas zu CGI-lastig geratene Echse. Diese ist zwar durchaus toll animiert (und ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht, wie man sie hätte besser darstellen können), wirkt aber dennoch einen Tick zu künstlich. Und dann wäre da noch Peters Einbruch in den Sicherheitsbereich des Labors, der mir ein wenig zu einfach geraten ist. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Auf sehr hohem Niveau …

Mein Fazit

Wie 2002 “Spider-Man” ist auch “The Amazing Spider-Man” lediglich die Geburtsstunde eines Helden – eine Geburtsstunde, die viel mehr Potenzial in sich trägt, als ich je zu hoffen vermocht habe. Marc Webb, Andrew Garfield und Emma Stone haben es tatsächlich geschafft, Sam Raimis ersten Teil zu übertreffen. Ich bin gespannt, ob die bereits angekündigte Fortsetzung das hohe Niveau halten kann. Bis dahin gebe ich jedem auch nur ansatzweise interessierten Kinogänger den Tipp: Lasst euch “The Amazing Spider-Man” nicht entgehen! Ach, und noch ein Tipp: Bleibt beim Abspann ruhig ein paar Sekunden sitzen. Es lohnt sich …

Meine Wertung: 9/10

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Auf DVD gesehen: Dexter – Season 1

Da wir mit der vierten Staffel von “Prison Break” einfach nicht vorankommen (Gott, hat sich diese Serie miserabel entwickelt), sind meine Freundin und ich vor kurzem ins “Dexter”-Universum eingestiegen. Die ersten drei Folgen hatte ich damals bereits in der Free-TV-Erstausstrahlung gesehen und für gut genug befunden, um die Serie komplett sehen zu wollen. Inzwischen stehen die ersten vier Staffeln in meinem Regal, so dass einem werbefreien Genuss nichts mehr im Wege stand …

Worum geht’s

Dexter Morgan (Michael C. Hall) ist gutaussehend, charmant und ein hervorragender Forensiker des Miami-Metro Police Departments. Niemand ahnt, dass sein freundliches Auftreten nur eine Fassade und Dexter in Wirklichkeit ein Serienkiller ist. Lediglich Dexters verstorbener Adoptivvater Harry hatte seine dunkle Seite rechtzeitig erkannt und Dexter beigebracht, seine tödlichen Triebe zu steuern. Und so tötet Dexter nur die Personen, die es nach Harrys Kodex verdient haben: Mörder, die der Justiz durch die Finger schlüpfen. Eine besondere Herausforderung stellt der so genannte “Kühllaster-Killer” dar, welcher seine Opfer blutleer und in ihre Körperteile zerlegt geradezu künstlerisch hinterlässt und der mit Dexter eine persönliche Schnitzeljagd beginnt …

Meine Meinung

Als Protagonisten einen Serienkiller zu wählen, darf ohne Zweifel als mutig bezeichnet werden. Und diesen Serienkiller so sympathisch erscheinen zu lassen, dass man als Zuschauer mit ihm mitfiebert und ihm seine Taten alles andere als übel nimmt, ist nahezu grandios. Ja, Dexter ist ein Mörder. Aber hey, wenn er schön töten muss, dann doch bitte die Richtigen! Fantastisch, wie die Serienmacher mit unserem Moralverständnis spielen, bis wir selbst nicht mehr zu wissen scheinen, was richtig und was falsch ist.

Als Glücksgriff erweist sich hierbei Dexter-Darsteller Michael C. Hall. Dieser spielt den sympathischen Serienkiller mit genau der richtigen Mischung aus Ernst und Augenzwinkern. Ein Highlight sind hierbei Dexters morbide Gedanken, welche oft von dem abweichen, was er laut aussprechen muss, um sein wahres Ich zu verbergen.

Doch nicht nur Dexter, auch die restlichen Charaktere hatte ich von der ersten Folge an in mein Herz geschlossen. Wobei ich zugeben muss, dass ich Dexters ordinäre Adoptivschwester Debra (Jennifer Carpenter) und seinen pietätlos-versauten Kollege Masuka (C.S. Lee) besonders liebgewonnen habe. Außerdem gibt’s ein Wiedersehen mit Julie Benz (Darla aus “Buffy – Im Bann der Dämonen” und “Angel – Jäger der Finsternis”), welche Dexters emotional gebrochene Alibi-Freundin Rita spielt, die einfach zum in den Arm nehmen niedlich verkorkst ist.

Ihr merkt schon: Die Figuren haben es mir angetan. Und auch die Story hat mich vollends überzeugt. Die Jagd nach dem Kühllaster-Killer ist spannend, bietet mehrere raffinierte Wendungen und gipfelt in einem emotional hoch dramatischen Finale. Ein Vorteil ist dabei sicherlich, dass die Staffel aus lediglich 12 Folgen besteht, so dass die Geschichte äußerst straff erzählt wird. Ein Nachteil ist, dass die Staffel viel zu schnell vorbei ist. Aber zum Glück sollte es ja nicht bei der einen bleiben …

Meine Wertung: 9/10

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Auf Blu-ray gesehen: Red Scorpion

Als Fan knackiger 80er-Jahre-Action muss man Joseph Zitos “Red Scorpion” angeblich gesehen haben. Nachdem ich das nun endlich getan habe, frage ich mich: Wieso?

An Dolph Lundgren kann es nicht liegen. Dieser läuft zwar einen Großteil des Films mit entblößtem und knackig durchtrainiertem Oberkörper durch die Gegend, präsentiert ansonsten aber maximal 1 1/2 Gesichtsausdrücke und wirkt als Tötungsmaschine mit Gewissen zuweilen unfreiwillig komisch.

An der Story kann es auch nicht liegen. Diese ist nämlich nicht nur einfältig (was ich bei 80er-Jahre-Action eigentlich als Pluspunkt empfinde), sondern auch noch extrem holprig und vor allem zäh inszeniert. Der Wandel vom Befehle ausführenden Elitesoldaten hin zum Kämpfer für die Unterdrückten wurde selten langweiliger und unglaubwürdiger dargestellt als hier.

Liegt’s also an der Action? Nun, diese ist zwar nicht schlecht (und vor allem handgemacht), aber viel zu rar gesät. Eine recht schicke Verfolgungsjagd zu Beginn, ein zwei bedeutungslose Keilereien in der Mitte und die kurze finale Schießerei (gewürzt mit ein paar Explosionen) am Ende hätten mich auch vor 20 Jahren nicht vom Hocker gerissen.

Insgesamt bietet “Red Scorpion” also nichts, was länger in Erinnerung bleibt oder gar das Gefühl hinterlässt, einen kultigen Actionfilm gesehen zu haben. Was bleibt, ist lediglich die Gewissheit, dass man auch als 80er-Jahre-Actionfilm-Fan nicht jeden Film dieser Ära gesehen haben muss …

Meine Wertung: 4/10

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Im Kino gesehen: Lockout

Ihr habt mal wieder Lust auf einen coolen Helden mit noch cooleren Sprüchen? Und euch schon immer gefragt, wie wohl eine Mischung aus “Escape From New York” und “Fortress 2” aussehen würde? Dann ist “Lockout” genau der richtige Film für euch!

Die Geschichte ist schnell und einfach zubereitet: Man nehme ein Hochsicherheitsgefängnis im Weltall, eine Präsidententochter auf humanitärer Erkundungstour, den obligatorischen Aufstand und einen in jeder noch so aussichtslosen Situation toughen Helden – fertig ist das Science-Fiction-Action-Rundum-Sorglos-Paket!

Auch wenn die zusammengeschusterte Story von “Lockout” bei Plagiatsjägern kaum eine Chance hätte und der Film wahrlich alles andere als innovativ ist, so gibt es doch ein echtes Highlight zu vermelden: Den von Guy Pearce verkörperten Snow. Dieser haut Feinden (als auch Verbündeten) Sprüche um die Ohren, die einen Joe Hallenbeck vor Neid erblassen lassen würden. Wie bei Hallenbeck (wem dieser Name nichts sagt, sei an dieser Stelle angeraten, sich verflixt noch mal endlich “Last Boy Scout” mit Bruce Willis anzuschauen) handelt es sich auch bei Snow keineswegs um einen unverwundbaren Übermenschen, sondern um einen Mann, dessen größte Stärke es ist, scheinbar unendlich einstecken und dennoch irgendwie weiterkämpfen zu können. Und so prügelt und schießt Guy Pearce sich Sprüche klopfend durch den Film, dass es eine wahre Freude ist.

Weniger erfreulich sind hingegen die viel zu hektisch geschnittenen Actionszenen und die teils doch arg billig aussehenden Effekte. Als Negativhighlight sei an dieser Stelle die anfängliche Verfolgungsjagd auf einem Motorrad genannt, die in erhöhter Geschwindigkeit runtergespult wird und mehr an ein (schlechtes) Videospiel als an einen Kinofilm erinnert. Insgesamt betrachtet geht die Action zwar in Ordnung, doch hätte mir eine ruhigere Kameraführung deutlich besser gefallen. Vielleicht werde ich aber auch einfach nur alt …

So oder so: “Lockout” weiß, auch aufgrund seiner knackigen Laufzeit von gerade mal knapp über 90 Minuten, gut zu unterhalten. Und zum Ende sogar mit einem kleinen Twist zu überraschen. Mehr sollte man von solch einem Film vielleicht auch gar nicht erwarten …

Meine Wertung: 6/10

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Explosionen, Schießereien, Prügeleien und coole Sprüche – die Entbehrlichen sind wieder da!

Sly vermöbelt Van Damme, Arnie reißt die Tür aus einem Smart und Chuck Norris ballert einhändig mit ’nem MG durch die Weltgeschichte – das kann nur eines bedeuten: Der Trailer zu „The Expendables 2“ ist da. Und er macht mächtig Laune!

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=-01tT4fQ1gM]

Nachtrag vom 06.06.2012: Den Trailer gibt’s nun auch in deutscher Sprache. Ich habe den Link entsprechend angepasst.

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Im Kino gesehen: Die Frau in Schwarz

Nachdem wir am Wochenende “Iron Man”, “Der unglaubliche Hulk”, “Iron Man 2”, “Thor” und “Captain America – The First Avenger” geschaut hatten, wollten meine hübschere Hälfte und ich am Sonntag als Finale den hochgelobten “The Avengers” schauen. Leider hatten wir das rege Zuschauerinteresse unterschätzt – und ganz ehrlich: Einen Film wie “The Avengers” schaut man nicht vom äußersten Rand aus! Zum Glück sind wir spontan. Und so saßen wir kurze Zeit später in “Die Frau in Schwarz” …

Worum geht’s

Der junge Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) wird in ein entlegenes Dorf geschickt, um den Nachlass einer jüngst verstorbenen Anwohnerin zu regeln. Die Bewohner reagieren auf seine Ankunft mit Abneigung und raten Kipps, schnellstmöglich nach London zurückzukehren. Im Haus der Verstorbenen angekommen, muss Kipps erfahren, dass die Warnungen nicht unbegründet waren. Eine schreckliche Tat liegt in der Vergangenheit verborgen – und ein Geist in Form einer Frau in Schwarz sinnt auf Rache …

Meine Meinung

Sehr schön! Regisseur James Watkins (“Eden Lake”) macht vieles richtig, was modernen Gruselfilmen weitestgehend abgeht. Er nimmt sich genügend Zeit für die Charaktere, baut einen gut funktionierenden Spannungsbogen auf und setzt auf Atmosphäre statt auf plumpe Effekte. Regen, Nebel, knarzende Türen, unheimliche Schatten … “Die Frau in Schwarz” ist ein in jeder Hinsicht erfreulich altmodischer Gruselfilm mit all seinen Stärken. Dass die Geschichte wenig innovativ und das Finale leicht vorhersehbar ist, nehme ich Watkins aufgrund der überdurchschnittlichen Inszenierung nicht übel.

Dass es dennoch nicht für den Gruselolymp reicht, liegt größtenteils am Hauptdarsteller. Bevor ihr jetzt denkt, ich würde verbal auf den armen Daniel “Harry Potter” Radcliffe einprügeln wollen: Dieser leistet durchaus gute Arbeit. Das Problem ist vielmehr, dass Radcliffe für die Rolle des verwitweten! Anwalts!! mit Kind!!! gefühlte 10 Jahre zu jung ist und der gesamte Film dadurch an Glaubwürdigkeit verliert. Dass mir das Ende einen Hauch zu kitschig ausgefallen ist, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt …

Mein Fazit

Überdurchschnittlicher Gruselfilm mit toller Atmosphäre, der darunter leidet, dass Hauptdarsteller Daniel Radcliffe schlicht und einfach zu jung für die Rolle ist.

Meine Wertung: 7/10

Nun entschuldigt mich, ich muss mich auf “The Avengers” vorbereiten. Und heute haben wir Karten reserviert …

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Colin Farrell im deutschen „Total Recall“-Trailer

Prinzipiell bin ich wirklich gewillt, Len Wisemans Remake zu mögen. Ehrlich. Doch der Trailer hinterlässt bei mir irgendwie gemischte Gefühle: Die Action sieht zwar nett aus, wirkt aber schon beinahe überzogen futuristisch. Colin Farrel ist bestimmt keine schlechte Wahl, schaut mir jedoch ein wenig zu debil in die Kamera. Und Kate Beckinsale hätte ich auch lieber als Melina statt als Lori gesehen. Mal abwarten, wie der fertige Film ausfällt. Paul Verhoevens Original mit Arnold Schwarzenegger wird ohnehin unerreicht bleiben …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=A1AfdM_qQeU]

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Auf Blu-ray gesehen: “Tucker & Dale vs Evil”

Was passiert, wenn (mehr oder weniger) gebildete Stadtbewohner in der Provinz an (mehr oder weniger) ungebildete Hinterwäldler geraten? Dem Gesetz des Backwood-Slashers nach werden sie entführt, gefoltert, schlussendlich getötet und, so der Drehbuchautor will, danach verspeist. Doch was passiert, wenn (mehr oder weniger) gebildete Stadtbewohner, die dieses Gesetz kennen, an (mehr oder weniger) ungebildete Hinterwäldler geraten, die absolut nichts Böses im Schilde führen?

Worum geht’s

Auf dem Weg zu ihrer neu erworbenen Waldhütte treffen die zwei liebenswürdigen Hillbillys Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine) auf eine Gruppe junger Studenten. Dale verguckt sich auf den ersten Blick in die hübsche Allison (Katrina Bowden), doch bereits die erste Kontaktaufnahme gerät aufgrund Dales Nervosität gegenüber hübschen Frauen zum Fiasko. Als Tucker und Dale wenig später beim Nachtangeln erneut auf Allison treffen, erschreckt sich diese und stürzt in den See. Ohne zu zögern springt Dale ins Wasser und rettet sie vor dem Ertrinken. Allisons Freunde jedoch interpretieren die Rettung als Entführung. In der Annahme, Allison sei in Gefahr, bereiten sie sich darauf vor, ihre Freundin vor den verrückten Hinterwäldlern zu retten – koste es, was es wolle …

Meine Meinung

Drehbuchautor und Regisseur Eli Craig hat seine Hausaufgaben gemacht: Genüsslich wird so ziemlich jedes Klischee dieses Genres bedient. Und auch wieder nicht, denn obwohl die Opfer nach dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip aufs Blutigste ums Leben kommen, krümmen die titelgebenden Hinterwäldler keiner Fliege auch nur ein Bein. Dass das Blut dennoch literweise fließt, verdanken wir abstrusen Unfällen und denkbar dämlich handelnden Möchtegern-Helden, die vor lauter Vorurteile kaum noch denken können. Während Tucker und Dale gar nicht begreifen, was um sie herum geschieht, wird aufgespießt, erschossen, verbrannt und zerhäckselt, dass es eine Freude ist. Lediglich im Finale liefert der Film eine recht unnötige Wendung und beugt sich mit einem Gut-gegen-Böse-Kampf den Regeln des Genres.

Dass “Tucker & Dale vs Evil” so gut funktioniert, liegt aber nicht nur an dem originellen Grundszenario, sondern zu einem großen Teil an der hervorragenden Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Alan Tudyk ist ohnehin für jeden Film eine Bereicherung und läuft in Verbindung mit dem herrlich sympathisch-naiv spielenden Tyler Labine zur Höchstform auf. Die Versuche der beiden, aus der Situation schlau zu werden oder sie dem Sherriff aus ihrer Sicht zu schildern, sind auch ohne Blut echte Highlights. Und ich hoffe doch sehr, dass wir von Tucker und Dale noch mehr zu sehen bekommen – z.B. in dem angedachten Sequel “Tucker & Dale go to Yale” …

Mein Fazit

Spaßig, spaßiger, “Tucker & Dale vs Evil” – wer auch nur ansatzweise ein Faible für Backwood-Slasher hat, darf sich diesen Film nicht entgehen lassen!

Meine Wertung: 8/10

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Im Kino gesehen: John Carter – Zwischen zwei Welten

Ich musste eben tatsächlich zweimal (und das sehr genau) hinschauen, um zu glauben, was ich da sehe: Meine letzte Review eines Kinofilms stammt tatsächlich vom 3. November 2011. November. 2011. Das ist selbst für meine Verhältnisse ein echtes Armutszeugnis, zumal ich in den vergangenen Monaten durchaus den einen oder anderen Film geschaut habe. Bevor sich mein Blog noch völlig von seinen Ursprüngen entfernt, schiebe ich hiermit mal lieber schnell eine Review zum Science-Fiction-Abenteuer “John Carter – Zwischen zwei Welten” nach …

Worum geht’s

Der mürrische Bürgerkriegsveteran John Carter (Taylor Kitsch) hat mit dem Krieg abgeschlossen. Sein Interesse gilt einzig und allein einer versteckten Goldmine. Als er in dieser von einem unbekannten Mann angegriffen wird, findet er sich plötzlich auf dem Planeten Barsoom wieder. Aufgrund der Schwerkraftbedingungen dieser ihm unbekannten Welt verfügt John über eine enorme Sprungkraft und übernatürliche Stärke. Kaum hat er sich an seine neuen Fähigkeiten gewöhnt, trifft John auf die Tharks, eine Kriegerrasse grüner Wesen mit vier Armen, von denen er kurzerhand versklavt wird. Doch es kommt noch schlimmer: Auf Barsoom tobt ein Bürgerkrieg zwischen den Zodangans und dem Volk Heliums, in dessen Verlauf John schon bald eine tragende Rolle spielt …

Meine Meinung

Zugegeben, ich hatte von “John Carter – Zwischen zwei Welten” bislang wenig bis gar nichts mitbekommen. Lediglich den Trailer hatte ich mir vor kurzem angeschaut und war von dem Gezeigten recht angetan, sah es doch stark nach einer Mischung aus “Star Wars” und “Flash Gordon” aus. Diese Mischung, zuzüglich einer Prise “Avatar”, bekam ich bei meinem gestrigen Kinobesuch dann auch serviert. Und zumindest aus technischer Sicht lässt sich an “John Carter” nur wenig aussetzen. Die Effekte bewegen sich allesamt auf hohem Niveau, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Die Erschaffung einer fremden, in sich stimmigen Welt kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Besonders die Tharks wissen zu gefallen, obgleich sie und deren Gemeinschaft nicht an die Na’vi aus “Avatar” heranreichen.

Dass der Funke bei mir dennoch zu keiner Zeit überspringen wollte, ist zum einen der reichlich wirr erzählten Geschichte (wer gegen wen und warum spielt dann irgendwann auch eher eine untergeordnete Rolle) und zum anderen den fehlenden Identifikationsfiguren geschuldet. John-Carter-Darsteller Taylor Kitsch ist zwar ein gutaussehender, durchtrainierter Kerl (und aus Frauensicht sicherlich einen Blick wert), versteht es aber nicht, seine Figur mit Leben zu füllen. Dasselbe gilt für Lynn Collins, die als kampferprobte Prinzessin zwar verdammt sexy aussieht, deren Figur sonst aber wenig bis gar nichts zu bieten hat.

Mit einem ordentlichen Spannungsbogen kann "John Carter – Zwischen zwei Welten” leider auch nicht aufwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne jemals zu fesseln oder zumindest an Dramaturgie zu gewinnen. Lediglich das Ende weiß dank einer kleinen Finte zu gefallen.

Über die Dialoge, die sich zuweilen unter dem Niveau von “Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger” befinden, breiten wir lieber ganz schnell den Mantel des Schweigens aus …

Mein Fazit

“John Carter – Zwischen zwei Welten” bietet ordentliche Schauwerte in Form guter Effekte und eines knackig aussehenden Hauptdarstellerpaares, lässt ansonsten aber so ziemlich alles vermissen, was einen guten Film ausmacht.

Meine Wertung: 5/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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