Geschaut: „Boy Kills World“ (2023)

Als Junge (Cameron Crovetti, Nicholas Crovetti) muss er mitansehen, wie seine Mutter und seine kleine Schwester von der Tyrannin Hilda Van Der Koy (Famke Janssen) brutal ermordet werden. Jahre später kehrt er als durchtrainierte Kampfmaschine (Bill Skarsgård) zurück, um sich zu rächen und Hildas Herrschaft ein Ende zu setzen …

Ihr mögt völlig absurde Actionfilme, die absolut keinen Sinn ergeben, sich selbst nicht ernst nehmen und einfach nur Spaß machen? Herzlichen Glückwunsch, dann ist „Boy Kills World“ vermutlich genau euer Film. Im Grunde ist dieses blutige Schlachtfest ein einziges durchgeknalltes Beat ‚em up – und das nicht nur, weil die innere Stimme des taubstummen Helden aus einem ebensolchen stammt. Wie in einem Videospiel prügelt sich der Held durch unzählige unbedeutende Schergen und bekämpft den einen oder anderen Zwischenboss, um sich dann im Finale dem großen Endgegner zu stellen. Bis kurz vor Schluss ist der Film dabei laut, bunt und komplett überzeichnet, wird dann im Finale nach einem erfreulich unvorhersehbaren Twist aber plötzlich erstaunlich ernst und fast schon dramatisch. Der finale Kampf tut dann beim Zusehen tatsächlich weh und ist zudem erfreulich bodenständig inszeniert. Zumindest im Vergleich zum völlig überdrehten Rest des Films. Zugegeben, „Boy Kills World“ erfindet das Rad nicht neu und ist definitiv kein Film für die Ewigkeit. Unterhaltsam ist er aber allemal. Und für solch einen Blödsinn zudem überdurchschnittlich gut besetzt. Oder anders formuliert: Ich bin zufrieden. Sogar sehr zufrieden.

Meine Wertung: 7/10

Erneut geschaut: „Der göttliche Andere“ (2020)

Hach, wie schön: Gestern habe ich mal wieder nachgesehen, ob die Komödie „Der göttliche Andere“ inzwischen auf Blu-ray erschienen ist. Das ist zwar leider nicht der Fall, aber dafür lässt sich der Film inzwischen bei Apple TV kaufen. Und das sogar für schmale 4,99 Euro. Also hab ich gestern direkt zugeschlagen – und ihn eben erneut geschaut. Hach.

Worum geht’s

Gregory (Callum Turner) ist Reporter, ein hemmungsloser Zyniker und glaubt an so ziemlich nichts. Als er in Rom über die Papstwahl berichten soll, trifft er auf die lebensfrohe Maria (Matilda De Angelis) – und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Dummerweise steht Maria kurz davor, ihr Gelübde als Nonne abzulegen. Und dann wäre da auch noch Gott persönlich, dem es so gar nicht gefällt, dass auch Maria Gefühle für Gregory entwickelt …

Meine Meinung

Ich hätte schwören können, zu diesem Film bereits eine Review geschrieben zu haben. Habe ich aber nicht. Und das ist echt eine Schande, denn 2022 gehörte „Der göttliche Andere“ für mich zu den positivsten Überraschungen des Jahres. Und nachdem ich den Film nun erneut geschaut habe, hat sich an meiner Meinung nichts geändert: „Der göttliche Andere“ ist einfach toll! Zum einen, weil er im Kern eine wirklich bezaubernde Liebesgeschichte erzählt. Zum anderen, weil er so mutig ist, nebenbei auch noch überraschend ernste Religionskritik einfließen zu lassen. Und zu guter Letzt, weil er all das mit einem unfassbar absurden Humor würzt, den ich so nicht erwartet hatte. Was Gott sich alles einfallen lässt, nur um Gregory von Maria fernzuhalten, muss man selbst gesehen haben. Die Macher schrecken hierbei auch nicht davor zurück, die vierte Wand zu durchbrechen. Herrlich! Ach ja, und dann wäre da noch Matilda De Angelis. Keine Ahnung, ob es an ihrem Lächeln, ihrer generellen Mimik oder an der Stimme ihrer deutschen Synchronsprecherin liegt, aber selten konnte ich Liebe auf den ersten Blick in einem Film so gut nachvollziehen wie hier. Wäre dies hier kein Blog, sondern ein Podcast, würdet ihr an dieser Stelle nun ein verliebtes Seufzen hören.

Ihr merkt es hoffentlich: Ich bin schwer begeistert. Und ein wenig traurig, dass dieser Film so völlig unter dem Radar fliegt und ihn nur die wenigsten gesehen haben dürften. Aber hey, vielleicht ändern meine Worte ja etwas daran!

Meine Wertung: 9/10

Geschaut: „Wolf Like Me“ – Staffel 2

Fast drei Jahre ist es nun schon her, dass ich die erste Staffel von „Wolf Like Me“ geschaut habe. Und obwohl ich damals absolut begeistert davon war, und es auch heute immer noch bin, habe ich mir erst jetzt die zweite Staffel angeschaut. Keine Ahnung, wieso ich damit so lange gewartet habe. Vermutlich hatte ich Angst, die zweite Staffel würde nicht mit der ersten mithalten können. Und was soll ich sagen: Diese Angst war leider nicht unbegründet. Ja, die Figuren sind immer noch sympathisch. Und ja, die Dialoge sind immer noch bissig. Aber irgendwie haben die Macher dieses Mal keine gelungene Mischung aus Horror, Drama und Comedy gefunden. Mal ganz abgesehen davon, dass der Werwolf bei Licht und in voller Pracht einfach nur miserabel aussieht, gibt’s in der zweiten Staffel von allem zu viel. Zu viele Probleme. Zu viele dumme Entscheidungen. Zu viele Nebenfiguren, die eingeführt und direkt wieder fallengelassen werden. Und zu viele Handlungsstränge, die etwas anreißen, aber nicht aufgelöst werden.

Um fair zu bleiben: Alles in allem ist die zweite Staffel von „Wolf Like Me“ beileibe kein Totalausfall und immer noch solide Unterhaltung. Mit Blick auf die tolle erste Staffel ist sie dann aber leider doch eine ziemliche Enttäuschung. Dennoch hoffe ich auf eine dritte (dann gerne auch finale) Staffel. Das jetzige Ende ist nämlich einfach … unbefriedigend. Wie die gesamte zweite Staffel. Und wenn „Wolf Like Me“ für eines steht, dann dafür, niemals die Hoffnung auf ein echtes Happy End zu verlieren. Und das gilt auch für diese Serie. Sie hätte es verdient.

Meine Wertung: 6/10

Geschaut: „Fight or Flight“ (2024)

Ich: 2025 werde ich weniger Video-on-Demand-Spontankäufe tätigen!

Auch ich: Oh, ein neuer Actionfilm mit Josh Hartnett in der Hauptrolle. Shut up and take my money!

Und so saß ich heute Abend auf der Couch und schaute den herrlich absurden Actionfilm „Fight or Flight“. Was für ein wilder Ritt. Beziehungsweise Flug.

Worum geht’s

Der ehemalige Secret-Service-Agent Lucas Reyes (Josh Hartnett) erhält den Auftrag, einen Hacker namens Ghost aufzuspüren und zu verhaften. Bedauerlicherweise kennt niemand dessen wahre Identität Bekannt ist nur, dass Ghost einen bestimmten Flug von Bangkok nach San Francisco nehmen wird. Also besteigt auch Reyes den Flieger. Was er nicht weiß: Auf seine Zielperson ist ein Kopfgeld in Höhe von 10 Millionen Dollar ausgesetzt. Und so ziemlich jeder Passagier im Flugzeug ist ein professioneller Auftragskiller …

Meine Meinung

Was für ein herrlicher Blödsinn! Gut, die Story ist komplett Banane und ergibt vorne und hinten keinen Sinn. Und okay, spannend ist die Chose auch nicht. Und ja, die Figuren sind pure Abziehbilder und ebenfalls nicht der Rede wert. Aber verdammt, „Fight or Flight“ ist einfach eine Mordsgaudi! Zum einen, weil der Film sich zu keiner Zeit ernst nimmt und seine eigene Blödheit regelrecht zelebriert. Und zum anderen, weil Josh Hartnett komplett die Sau rauslässt und hier den Spaß seines Lebens hat. Wenn er sich im Drogenrausch durch das Flugzeug metzelt und mit einer Kettensäge Profikiller auseinandernimmt, ist das genau so blutig wie spaßig. Und erfreulicherweise überraschend übersichtlich gefilmt, sodass man als Zuschauer von der splatterigen Action auch tatsächlich etwas hat. Jetzt hoffe ich nur, dass die mehr als nur angedeutete Fortsetzung auch tatsächlich kommt – mit einem besseren Script und etwas mehr Budget könnte daraus ein richtiger Knaller werden.

Meine Wertung: 7/10

Mal wieder geschaut: „Die Dämonischen“ (1956)

Es gibt Filme, von denen ich im Grunde nur noch weiß, dass ich sie irgendwann schon mal gesehen habe. Don Siegels „Die Dämonischen“ ist solch ein Film. Zuletzt vor Jahrzehnten gesehen, erinnerte ich mich im Grunde nur noch an das Ende. Wie gut, dass sich Erinnerungen an alte Filme heutzutage recht einfach auffrischen lassen.

Worum geht’s

Der Arzt Dr. Miles Bennell (Kevin McCarthy) kehrt nach einem Medizinkongress in seine Heimatstadt zurück. Dort trifft er nicht nur auf seine frisch geschiedene Jugendliebe Becky (Dana Wynter), sondern auch auf zahlreiche Patienten, die glauben, dass ihre Mitmenschen durch Doppelgänger ersetzt wurden. Anfangs glaubt Dr. Bennell an eine Art von Massenhysterie – bis er im Haus seines Freundes Jack (King Donovan) einen leblosen Körper findet, der Jack bis aufs Haar gleicht …

Meine Meinung

Bei „Die Körperfresser kommen“ bzw. „The Body Snatchers“ dürften die meisten Menschen an Philip Kaufmans Verfilmung aus dem Jahr 1978 denken. Nicht zuletzt dank eines fantastischen Donald Sutherland und der ikonischen Schlussszene. Und ich will ehrlich sein: Mir geht es da nicht anders. Was fast ein wenig schade ist, da Don Siegels „Die Dämonischen“ nicht nur die bislang werkgetreueste Verfilmung von Jack Finneys bekanntem Roman darstellt, sondern sich auch heute noch wunderbar schauen lässt. Klar, die Effekte wirken inzwischen ziemlich angestaubt und unspektakulär, aber davon abgesehen hat der Film praktisch nichts von seiner Faszination verloren. Die Angst vor der Konformität, vor dem Verlust der Gefühle und somit der eigenen Menschlichkeit kommt nach wie vor wunderbar zur Geltung. Hinzu kommt, dass der Film nur wenige Minuten braucht, um in die Geschichte einzusteigen, und die Bedrohung sowie die Spannungskurve dann bis zum Finale konstant steigert. Kurz gesagt: Ein durch und durch gelungener Film und völlig zu Recht ein Klassiker des Science-Fiction-Kinos. Wer sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessiert, sollte sich von dem Alter nicht abschrecken lassen und dem Film eine Chance geben!

Meine Wertung: 8/10

Kurz abgehakt: „Der Exorzist – Bekenntnis“ (2023)

Zwei Mädchen verschwinden im Wald. Drei Tage später werden sie 50 Kilometer entfernt in einer Scheune gefunden, können sich aber nicht an die vergangenen Tage erinnern. Anfangs ist die Erleichterung groß, doch dann verhalten sich die Kinder von Tag zu Tag merkwürdiger …

Nope, das war nix. Obwohl der Film durchaus auch Positives zu bieten hat. Die Kinderdarsteller sind klasse, die Masken gelungen, die eine oder andere Szene ist sogar recht atmosphärisch geraten und generell sieht der Film erfreulich hochwertig aus. Das ändert allerdings nichts daran, dass „Der Exorzist – Bekenntnis“ komplett belanglos ist. Spannung? Fehlanzeige. Gruselig ist hier auch nichts. Die Story eiert mehr oder weniger ziellos vor sich hin. Und insbesondere zum Ende hin ergibt die Chose nur noch wenig bis gar keinen Sinn. Hinzu kommt, dass die Geschichte so holprig erzählt wird, dass ich regelmäßig das Gefühl hatte, als würden ganze Szenen komplett fehlen. Kurz: Als Horrorfilm unterdurchschnittlich, als Fortsetzung zu einem der besten Horrorfilme aller Zeiten eine Katastrophe.

Meine Wertung: 4/10

Fediverse

Kategorien

Archiv

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner