Im Kino gesehen: “Das Bourne Vermächtnis”

Bourne_A4_RGBDa Jason-Bourne-Darsteller Matt Damon ohne seinen Stamm-Regisseur Paul Greengrass kein Interesse an einem weiteren Kapitel der Agentenreihe hatte, die Serie aber viel zu erfolgreich war, um sie einfach einzustampfen, musste eine Lösung her. Diese zeigt sich nun in Form eines Bourne-Films ohne Jason Bourne, Doch kann das funktionieren?

Worum geht’s

Jason Bourne (Matt Damon, nur auf Bildern zu sehen) sorgt bei den Geheimdiensten für ziemlichen Wirbel. Das Blackbriar-Programm läuft Gefahr enttarnt zu werden, was NRAG-Chef Eric Byer (Edward Norton) auf den Plan ruft. Byer befürchtet, dass Zusammenhänge zu seinem geheimen Outcome-Programm aufgedeckt werden könnten und ordnet daher die Eliminierung aller Beteiligten an. Zu diesen gehört auch Spezialagent Aaron Cross (Jeremy Renner). Doch Cross lässt sich nicht so einfach ausschalten …

Meine Meinung

Jason Bourne heißt nun Aaron Cross – sonst ändert sich nix. Zumindest nicht viel. Während Jason Bourne auf der Jagd nach seiner eigenen Identität war, ist Aaron Cross auf der Jagd nach dringend benötigten Medikamenten. Denn Cross ist kein normaler Agent, sondern wurde im Rahmen des Outcome-Programms genetisch verändert, um stärker und intelligenter zu werden. Um diese außerordentliche Leistung beibehalten zu können, ist jedoch die regelmäßige Einnahme spezieller Pillen notwendig. Und um diese zu finden, hetzt Cross gemeinsam mit der von ihm geretteten Wissenschaftlerin Dr. Marta Shearing (Rachel Weisz) um den halben Globus.

2391_D037_00089RV2Und damit bin ich auch schon beim ersten Kritikpunkt: Im Vergleich zu Bournes Suche, die aufgrund der Ungewissheit stets interessant war, wirkt Cross’ Einsatz einfach nur beliebig. Von Anfang an ist klar worum es geht. Hier warten keine Überraschungen und keine Aha-Momente auf den Zuschauer. Das macht den Film zwar nicht unbedingt uninteressant, aber … nun ja, beliebig (man verzeihe mir die Wortwiederholung, aber ein passenderes will mir partout nicht einfallen). Da helfen auch stiefmütterlich eingestreute moralische Bedenken nichts.

Hinzu kommt, dass Jason Bourne es stets verstand, seinen Verfolgern durch Tricks und Taktik jederzeit einen Schritt voraus zu sein. Aaron Cross hingegen hat lediglich einen Zeitvorteil, lässt aber jegliche Raffinesse, die einen Top-Agenten (zumindest in Hollywood) ausmacht, vermissen.

2391_D095_00106_RV3Doch ich will nicht zu viel meckern, denn “Das Bourne Vermächtnis” (und ja, ich weiß, dass da eigentlich ein Bindestrich hingehört, aber hey, der Titel beinhaltet nun mal ein Deppenleerzeichen) macht auch vieles richtig. Die Story ist zwar nicht besonders innovativ, fügt sich aber nahtlos ins Bourne-Universum ein. Dass die neuen Charaktere nicht im Hauruck-Verfahren eingeführt werden, sondern sich viel Zeit dafür genommen wird, rechne ich den Machern ebenfalls positiv an. Und die Action, nicht ganz so unruhig wie in den Bourne-Filmen mit Jason Bourne, kann ebenfalls überzeugen – auch wenn die finale Jagd auf den Motorrädern gerne etwas kürzer hätte ausfallen dürfen und der Rutsch auf dem Treppenvorsprung nun wirklich arg überzogen wirkt.

Jeremy Renner und Rachel Weisz machen ihre Sache gut, auch wenn Renner niemals an Matt Damons Agentendarstellung heranreicht. Edward Norton spielt eiskalt wie schon lange nicht mehr und durch die Auftritte bekannter Gesichter wie Joan Allen, David Strathairn und Scott Glenn sowie der bekannten Endmelodie blitzt ab und zu sogar echte Bourne-Atmosphäre durch.

Mein Fazit

Solider Actionthriller im Agentenmilieu, der gerne etwas eigenständiger und vor allem origineller hätte sein dürfen. Dennoch hätte ich gegen ein Wiedersehen mit Aaron Cross oder gar einen gemeinsamen Auftritt mit Jason Bourne nichts einzuwenden. Fans der Bourne-Reihe können sich “Das Bourne Vermächtnis” auf jeden Fall bedenkenlos anschauen.

Meine Wertung: 6/10

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Fürs Kino vorgemerkt: Possession – Das Dunkle in Dir

Man nehme ein kleines Mädchen, eine mysteriöse Holzbox und einen darin gefangenen Dämon, der von dem kleinen Mädchen Besitz ergreift – fertig ist das Grundgerüst für einen soliden Gruselfilm. Prinzipiell reicht mir das bereits für einen Kinobesuch. Dennoch habe ich die begründete Hoffnung, dass es sich bei dem am 8. November startenden “Possession – Das Dunkle in Dir” um mehr als nur solide Kost handelt. Zum einen, weil der Film mit Jeffrey Dean Morgan einen äußerst sympathischen Hauptdarsteller und mit Regisseur Ole Bornedal (“Nachtwache”) und Produzent Sam Raimi (“Tanz der Teufel”) zwei in dem Genre nicht gerade unbekannte Namen zu bieten hat. Und zum anderen, weil der Trailer einfach verdammt atmosphärisch rüberkommt und mich so richtig fuchsig auf den Film gemacht hat:

Hoffentlich hält der Film, was Beteiligte und Trailer versprechen …

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Im Kino gesehen: The Cabin in the Woods

Horrorfilme laufen innerhalb ihrer jeweiligen Grenzen grundsätzlich nach demselben Schema ab. Nehmen wir z.B. die Backwood-Slasher: Eine Gruppe jugendlicher Großstädter, meist bestehend aus einem Sportler, der dazugehörigen Blondine, einem Bücherwurm/Nerd, einem Kiffer und einer Jungfrau, machen Urlaub im Niemandsland. Auf dem Weg dorthin machen sie Bekanntschaft mit mindestens einem, das Unglück bereits ankündigenden, verschrobenen Einheimischen. Am Ziel angekommen, werden sie schlussendlich von einem oder mehreren degenerierten Hinterwäldlern brutal ermordet. So lauten die Regeln. Das wissen die Fans. Das wollen die Fans.

Dass sich diese Regeln wunderbar aufs Korn nehmen lassen, hat der brüllend komische “Tucker & Dale vs. Evil” vor nicht allzu langer Zeit bereits bewiesen. Mit “The Cabin in the Woods” schickt sich nun der nächste Genre-Beitrag an, die bekannten Regeln für seine eigenen Zwecke zu nutzen …

Worum geht’s

Die Freunde Dana (Kristen Connolly), Jules (Anna Hutchison), Curt (Chris Hemsworth), Holden (Jesse Williams) und Marty (Fran Kranz) möchten ein ruhiges Wochenende verbringen. Da passt es nur allzu gut, dass sich Curts Cousin vor kurzem eine abgelegene Waldhütte gekauft hat. In der Hütte angekommen, entdecken die Freunde alsbald einen Kellerraum mit allerlei mysteriösen Objekten, die auf eine gruselige Vergangenheit der Hütte hindeuten. Was sie nicht ahnen: Jeder einzelne Schritt der Gruppe wird von den beiden Angestellten Hadley (Bradley Whitford) und Sitterson (Richard Jenkins) genau kontrolliert. Und geplant …

Meine Meinung

Machen wir uns nichts vor: Das Horrorgenre ist eingefahren. Und wir haben uns damit arrangiert. Ein Film, der nach Schema F beginnt, endet meist auch nach Schema F. Von ein zwei kleinen Variationen mal abgesehen. Gelungene Ausnahmen sind selten, dafür aber umso willkommener. “The Cabin in the Woods” ist eine dieser Ausnahmen. Was wie ein normaler Backwood-Slasher beginnt, endet wie … nun, wie etwas gänzlich anderes, was ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten möchte. Schließlich ist die Frage, wieso eine Firma eine Gruppe Studenten in den Wald lockt, um sie dort die Regeln des Horrorfilms durchleiden zu lassen, die zentrale Frage des Films. Der Weg zur Auflösung ist durchaus spannend (und natürlich blutig), doch ist die Auflösung selbst letztlich nicht so originell wie erhofft und wird sicherlich auch nicht jedermann gefallen. Dennoch ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das mich vollends zu überzeugen begeistern wusste.

Letztlich ist es jedoch auch nicht die Geschichte, die “The Cabin in the Woods” zu einer Empfehlung macht, sondern das humorvolle, jedoch zu keiner Zeit alberne Spiel mit den Erwartungen und die generelle Abrechnung mit dem einfallslosen Horrorgenre. Und ja, auch mit dessen Publikum. Durch den Kniff, den Film auf zwei Ebenen laufen zu lassen und uns somit nicht nur zum Zuschauer, sondern auch zum Zuschauer der Zuschauer und Produzenten zu machen, halten uns Drehbuchautoren Drew Goddard und Joss Whedon nicht nur einmal den Spiegel vors Gesicht. Und wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, was für eindimensionale Horrorfilme die Zuschauer in letzter Zeit ins Kino locken, dann kann ich nur sagen: Zu recht!

Doch bei all der Kritik an stereotypen Figuren, klischeereichen Handlungen und ideenlosen Gruselszenarien dürfen wir eines nicht vergessen: Fest eingefahrene Muster machen Filme wie “Tucker & Dale vs. Evil” oder eben “The Cabin in the Woods” erst möglich – und dafür sollten wir ihnen dankbar sein! Zumindest ein kleines bisschen …

Mein Fazit

Humorvolle und gleichzeitig spannende Abrechnung mit dem Horrorgenre, vollgestopft mit Zitaten und teils abstrusen Einfällen. Ein großer Griff in die Horrorsammlung, an dem besonders Fans von Horrorfilmen ihren Spaß haben werden!

Meine Wertung: 8/10

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Arnold Schwarzeneggers Comeback: “The Last Stand”

Teaser_Plakat(495x700)Viel zu lange ist es nun schon her, dass wir uns an Arnold Schwarzenegger in einer Hauptrolle erfreuen durften. 2013, und damit exakt zehn Jahre nach “Terminator 3 – Rebellion der Maschinen”, kehrt er als Kleinstadtsheriff, der sich mit einem gejagten Drogenboss und dessen Gangsterbande anlegt, endlich auf die große Leinwand zurück.

Zugegeben, ein wenig alt sieht Arnie ja schon aus. Und die Geschichte klingt auch alles andere als originell. Aber hey, Arnie ist nun mal Arnie! Und wie heißt es so schön: Spaß macht, was Spaß macht! Zumal Schwarzenegger von durchaus bekannten Gesichtern wie Forest Whitaker, Johnny Knoxville, Peter Stormare und Luis Guzmán unterstützt wird.

Inzwischen ist auch der deutsche Trailer draußen, der durchaus Lust auf den Film macht:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=wps-asDxoeY]

Bis zum 31.01.2013 müssen wir uns noch gedulden. Was meint ihr: Wird Arnies Comeback ein Volltreffer oder eher ein Blindgänger?

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Im Kino gesehen: “Total Recall” (2012)

Hauptplakat(494x700)CinemaxX Kiel. 15 Uhr. Ich sitze im Kino. Links neben mir eine kleine 3er-Gruppe. Rechts neben mir eine junge Dame. CinemaxX Kiel. 17 Uhr. Der Film ist vorbei. Die 3er-Gruppe steht auf, setzt sich in Bewegung und während sie an mir und meiner Sitznachbarin vorbeigeht, höre ich ein “Boah, jetzt waren wir wirklich nur vier Personen im Kino!”.

Okay, diese kleine Geschichte hat absolut nichts mit dem Film zu tun. Aber ich wollte sie einfach mal erzählen …

Worum geht’s

Gefälschte Erinnerungen, die sich von echten Erinnerungen nicht unterscheiden lassen – mit diesem Versprechen wirbt die Firma Rekall um Kunden. Um seinem tristen Leben zumindest für einen Augenblick zu entkommen, nimmt der einfache Arbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) das Angebot an und bucht ein Abenteuer als Geheimagent. Doch noch bevor die Erinnerungen implantiert werden können, stürmt eine Spezialeinheit das Rekall-Labor. Quaid handelt instinktiv, tötet die Spezialeinheit und flieht völlig verwirrt nach Hause. Dort wird er bereits von seiner Frau Lori (Kate Beckinsale) erwartet, die ihren völlig entsetzten Ehemann unverzüglich zu töten versucht. Quaid kann mit Hilfe der Untergrundkämpferin Melina (Jessica Biel) entkommen. Diese erklärt ihm, dass er in Wirklichkeit kein einfacher Arbeiter, sondern ein Geheimagent ist, dessen Gedächtnis vom zwielichtigen Cohaagen (Bryan Cranston) gelöscht wurde …

Szenenbild_18(700x465)Meine Meinung

Paul Verhoevens “Total Recall – Die totale Erinnerung” mit Arnold Schwarzenegger ist völlig zu recht ein Klassiker. Dies weiß auch Regisseur Len Wiseman, der mit seinem Remake optisch wie auch inhaltlich neue Wege beschreitet, das Original jedoch gleichzeitig durch zahlreiche Anspielungen ehrt. Der Mars wird nur am Rande erwähnt (ich sag’s ja, Anspielungen) und auch unnatürliche Mutationen gibt es im Remake, von einer dritten Brust (ich sag’s ja, Anspielungen) abgesehen, nicht zu sehen. Nein, in der 2012er-Version läuft alles etwas bodenständiger ab. Sofern man bei einem Science-Fiction-Actionfilm, in dem fliegende Autos von Roboterpolizisten gesteuert werden und die Erde durch die Mitte hindurch in unter 20 Minuten durchquert werden kann, von bodenständig sprechen kann. Auf jeden Fall geht es düsterer und ernster zur Sache als noch in dem durchaus comicartigen Original.Ob einem diese oder jene Variante mehr zusagt, dürfte im Auge des Betrachters liegen. Für mich haben beide Herangehensweisen ihre Reize und somit auch ihre Existenzberechtigung.

Szenenbild_12(469x700)Woran das Remake letztlich scheitert, und das tut es, sind dann auch nicht die inhaltlichen Änderungen. Vielmehr sind es die leider extrem blassen Figuren und die nach kurzer Zeit ermüdende Daueraction. Diese ist zwar technisch perfekt und erstaunlich übersichtlich inszeniert, kann aber dennoch zu keiner Zeit wirklich fesseln und wirkt bereits nach kurzer Zeit erschreckend monoton. Dies gilt übrigens für den gesamten Rhythmus des Films, den man kurz mit “zwei Minuten reden, 10 Minuten Action, zwei Minuten reden, 10 Minuten Action” beschreiben könnte. Ein wenig mehr Charaktertiefe und Hintergrundinformationen hätten dem Film definitiv gut zu Gesicht gestanden.

In Erinnerung bleiben letztlich nur die wunderbare bzw. wunderbar böse Kate Beckinsale, die von Jahr zu Jahr attraktiver zu werden scheint, und der ausufernde Lens-Flare-Einsatz, den Wiseman bei seinem nächsten Film hoffentlich wieder etwas zurückschraubt. Es sei denn, er möchte damit ins Guinness-Buch der Rekorde kommen …

Mein Fazit

Technisch perfektes Remake des Klassikers mit (zu) viel Action und (zu) wenig Inhalt. Kann man gucken, muss man aber nicht. Erst recht nicht im Kino.

Meine Wertung: 5/10

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Im Heimkino gesehen: American Pie – Das Klassentreffen

Da soll noch mal einer behaupten, dass wir Filmblogger den großen Filmstudios nichts bedeuten würden: Am Freitag wurde ich von dem Universal-Pictures-Presse-Team mit einer netten Karte und der Limited Collector’s Edition von “American Pie – Das Klassentreffen” überrascht. Eine Überraschung, über die ich mich sehr freue, zumal ich den Film im Kino leider verpasst und ohnehin auf meinem Wunschzettel stehen hatte …

Worum geht’s

Das Klassentreffen der 99er-Abschlussklasse steht kurz bevor. Die Freunde Jim (Jason Biggs), Oz (Chris Klein), Kevin (Thomas Ian Nicholas) und Finch (Eddie Kaye Thomas) beschließen, sich schon ein paar Tage früher in ihrer alten Heimat zu treffen, um gemeinsam in alten Erinnerungen zu schwelgen. Bereits am ersten Abend trifft die (mehr oder minder) gereifte Gruppe auf Stifler (Seann William Scott) – und das Chaos nimmt mal wieder seinen Lauf …

Meine Meinung

Junge, wie die Zeit vergeht. Als ich damals “American Pie” im Kino sah, war ich unverbrauchte 22 Jahre jung. Ein paar Jahre älter als Jim, Oz, Kevin, Finch und Stifler, aber dennoch jung genug, um mich mit der Truppe zu identifizieren. Und genau wie die Jungs bin auch ich älter, weiser und reifer geworden. Oder auch nicht. Denn genau so wie Jim und seine Freunde noch immer von einem Schlamassel in den nächsten geraten, kann ich noch immer herzhaft darüber lachen – und gleichzeitig mit deren Sorgen mitfühlen.

“American Pie – Das Klassentreffen” ist genau das, was ich von dem Film erwartet habe: Ein schon beinahe nostalgischer Trip voller sympathischer Figuren, schlüpfriger Witze und nur allzu menschlicher Probleme. Inhaltlich bleibt der Film seinen Vorgängern damit treu – mit dem Unterschied, dass es inzwischen nicht mehr um den ersten Sex oder eine Hochzeit, sondern um familiäre und berufliche Sorgen geht.

Beim Humor konnten die Macher zum Glück wieder eine Schippe zulegen. Während der Lach- und Schmunzelfaktor in “American Pie – Jetzt wird geheiratet” seinen Tiefpunkt erreicht hatte, kann Teil 4 wieder an den Witz der Erstlings anknüpfen, ohne dabei in allzu peinliche Situationen abzudriften.

Mein Fazit

Wer “American Pie” so wie ich damals im Kino gesehen hat, wird sich bei “American Pie – Das Klassentreffen” sofort heimisch fühlen. Altbekannte Gesichter und der typische Humor sorgen für viele Lacher und ein angenehmes Dauergrinsen. Wenn doch alle Klassentreffen so gelungen wären …

Meine Wertung: 8/10

Die Limited Collector’s Edition

Die Limited Collector’s Edition ist optisch einem großen Jahrbuch nachempfunden und sieht im Regal trotz Pappe durchaus schick aus. Neben der Blu-ray, dessen Bild und Ton dem aktuellen Stand moderner Kinoproduktionen entsprechen, enthält die Box noch eine Sammlerurkunde, eine bebilderte Übersicht der wichtigsten Figuren aus den “American Pie”-Filmen, ein Paar weiße Tennissocken, eine Dose Gleitgel, drei Kondome und selbstverständlich das Originalrezept für amerikanischen Apfelkuchen. Was will Mann mehr?

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Im Heimkino gesehen: Sand Sharks

Es gibt schlechte Filme, die man sich nicht ansehen sollte. Zum Beispiel “Mega Shark vs. Giant Octopus”. Und es gibt schlechte Filme, auf die man durchaus einen Blick werfen darf. Zum Beispiel auf “Sand Sharks”, der, im Gegensatz zu den meisten anderen Trash-Vertretern der jüngsten Vergangenheit, durchaus Unterhaltungswert besitzt.

Was hier geboten wird, ist so dilettantisch und skurril, dass es schon wieder Freude bereitet. Da wäre zum Beispiel Hauptdarsteller Corin Nemec (ja genau, der coole Parker Lewis aus der Schule), der spielt, als hätte er seinen Gehaltsscheck bereits kurz vor Drehbeginn in Drogen umgesetzt, um die ganze Chose für sich irgendwie erträglicher zu gestalten. Oder Brooke Hogan, die verzweifelt an dem Versuch scheitert, eine intelligente Frau mit trash-gerechten Riesenmöpsen darzustellen (und nein, an den Hupen scheitert sie nicht). Doch die beiden sind nichts gegen die 50 Statisten, die eine riesige Strandparty mit tausenden von Gästen simulieren sollen, was darin endet, dass beim großflächigen Angriff der titelgebenden Sand Sharks minutenlang dieselben drei Personen schreiend von links nach rechts und zurück rennen. Grandios!

Als inhaltliche Vorbilder für “Sand Sharks” dienen übrigens “Piranha 3D” und, jetzt kommt’s, “Der weiße Hai”. Manche Szenen wurden dabei beinahe 1:1 aus dem berühmten Spielberg-Klassiker übernommen – und wirken dadurch völlig deplatziert, da die Dialoge in diesen Szenen im Gegensatz zu den übrigen Dialogen so etwas ähnliches wie Sinn ergeben.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Trash bleibt Trash. Aber dieser hier ist wenigstens unterhaltsam und nimmt sich glücklicherweise in keiner Minute ernst. Dafür gibt es von mir verdiente 5/10 Punkte.

Und nun zum Abschluss noch der Trailer:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=sckSR_c3j7k]

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Im Kino gesehen: The Expendables 2

Wer hätte gedacht, dass ich jemals Chuck Norris auf der großen Leinwand sehen würde. Ich garantiert nicht. Und doch war mir dieses besondere Erlebnis gestern vergönnt – Sylvester Stallone und seinen Expendables sei Dank! Und zu meiner Erleichterung ist Chuck Norris längst nicht der einzige Kracher, den “The Expendables 2” zu bieten hat …

Worum geht’s

Da Barney Ross (Sylvester Stallone) den letzten Auftrag des undurchsichtigen Church (Bruce Willis) nicht zu dessen Zufriedenheit ausgeführt hat, bekommen er und sein Team einen neuen Job aufs Auge gedrückt. Gemeinsam mit der von Church gestellten Spezialistin Maggie (Nan Yu) sollen die Expendables ein Objekt aus einem abgestürzten Flugzeug bergen. Der Auftrag läuft nach Plan, bis der Terrorist Villain (Jean-Claude Van Damme) in Erscheinung tritt, das Objekt an sich nimmt und einen der Kameraden brutal hinrichtet. Von nun an gilt für die Expendables nur noch ein Motto: Suchen, finden, töten!

Meine Meinung

“The Expendables” war gut, aber keineswegs perfekt. Je öfter ich den Film schaue, desto deutlicher fallen mir all die Schwachpunkte auf, die ich beim Kinobesuch aufgrund der, Achtung Wortspiel, starken Besetzung euphorisch zu übersehen bereit war: Verwackelte und zu hektisch geschnittene Action, zu wenig treffsichere Sprüche und, was am schwersten wiegt, zu viel Leerlauf. “The Expendables 2” bessert all diese Kritikpunkte aus und ist nichts anderes als genau das Actionfeuerwerk, das der Vorgänger eigentlich sein wollte. Bereits die Eröffnungssequenz toppt praktisch die gesamte Action des Vorgängers. Und auch wenn Regisseur Simon West danach etwas auf die Bremse tritt, bleibt der Film auch in den restlichen 75 Minuten ein wahres Fest für Actionfans. Die zahlreichen Kämpfe sind hart, gut bis hervorragend choreografiert und erfreulich übersichtlich gefilmt, so dass der Actionfan vor Freude im Kinosessel auf und ab springt. Egal ob zu Land oder zu Wasser, mit Waffen oder blanken Fäusten, irgendein böser Bube haucht immer gerade seinen letzten Atem aus. Und wenn nicht, wird er es bald tun.

Selbstverständlich gibt es auch ruhige Szenen, doch wirken diese längst nicht so zäh und aufgesetzt wie im ersten Teil. Ganz im Gegenteil. Die, meist selbstironischen, Dialoge fügen sich stimmig in den sich selbst keineswegs ernstnehmenden Film ein und strotzen nur so vor Anspielungen und coolen Sprüchen. Okay, nicht jeder Spruch zündet, aber Blindgänger gibt es nun mal überall.

Auf Seiten der Darsteller bleibt alles beim, Achtung zweites Wortspiel, Alten. Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Terry Crews und Randy Couture kehren in ihre bekannten Rollen zurück, erhalten jedoch Unterstützung von den beiden Jungspunden Liam Hemsworth und Nan Yu, welche sich schlag- bzw. waffenkräftig in die Truppe einfügen. Die Cameos von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger wurden glücklicherweise kräftig aufgebohrt und mit Jean-Claude Van Damme und Scott Adkins bekommen die Expendables es mit zwei Gegenspielern zu tun, die zwar leider zu selten in Erscheinung, dafür aber umso skrupelloser auf- und vor allem zutreten. Das absolute Highlight ist jedoch, wie sollte es anders sein, der fantastische Auftritt von Chuck Norris. Jubelschreie, mehrfacher Szenenapplaus und Tränen in den Augen sind hier garantiert!

Egal ob Held oder Schurke, die Spielfreude steht allen Beteiligten ins (mal mehr mal weniger geliftete) Gesicht geschrieben. Und wenn Bruce Willis kurz vor dem Abspann anmerkt, dass dies alles Spaß gemacht hat, kann man ihm als Zuschauer nur zustimmen.

Mein Fazit

Knallharte Action und coole Helden – “The Expendables 2” ist ein Actionfilm aus dem 80er-Jahre-Lehrbuch und der vermutlich beste Actionfilm dieses Jahres. Einen intellektuellen Anspruch sucht man hier zwar vergebens, aber hey: Wenn ein Film so viel Freude bereitet, pfeife ich auf jeglichen Anspruch!

Meine Wertung: 9/10

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Alice im Monsterland: Der deutsche „Resident Evil: Retribution“-Trailer ist da

Man mag von der „Resident Evil“-Reihe halten was man möchte, aber als anspruchslose Horror-Action-No-Brainer betrachtet, bieten die Filme rund um die Machenschaften der Umbrella Corporation durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Der fünfte Teil mit dem Untertitel „Retribution“ wird erneut von Paul W.S. Anderson inszeniert und neben der wie immer viel zu attraktiven Milla Jovovich auch ein Wiedersehen mit Michelle Rodriguez, Sienna Guillory, Oded Fehr und Colin Salmon bieten. Interessant dürfte dabei sein, wie die bereits verstorbenen Charaktere wieder in die Geschichte eingebunden werden und welche Rolle sie spielen bzw. bislang spielten. Dem Trailer nach zu urteilen, ist so gut wie alles möglich. Was soll ich sagen – ich bin gespannt!

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=A2_wup1YOqA]

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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