Im Kino gesehen: Django Unchained

Dieses Wochenende wird gut! Nicht nur, dass ich heute endlich „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ sehen werde (weil die HFR-Version heute nun endlich mal ohne Pause gezeigt wird), auch habe ich die beiden Neustarts „House At The End Of The Street“ und „Django Unchained“ bereits gesehen. Und das Beste kommt erst noch: Ich habe sogar genügend Zeit, die dazugehörigen Reviews zu schreiben! Yipeah! Los geht’s mit „Django Unchained“ …

Worum geht’s

Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) ist auf der Suche nach den steckbrieflich gesuchten Brittle-Brüdern. Da er jedoch nicht weiß, wie die Männer aussehen, befreit er den Sklaven Django (Jamie Foxx). Dieser wurde mit seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington) auf einer Plantage von den Brittle-Brüdern misshandelt und hat daher noch eine persönliche Rechnung zu begleichen. Tatsächlich können Dr. King Schultz und Django die Brittle-Brüder ausfindig machen und stellen. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich erst eine Partnerschaft, dann eine Freundschaft. Gemeinsam begeben sich Django und Dr. King Schultz auf die Suche nach Broomhilda, die seinerzeit nach einem gemeinsamen Fluchtversuch getrennt von Django verkauft wurde. Ihre Suche führt die beiden ungleichen Männer zu dem überheblichen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) und dessen Haussklaven Stephen (Samuel L. Jackson) …

Meine Meinung

Wie sage ich es nur am freundlichsten … ah, ich hab’s: „Django Unchained“ ist eine Enttäuschung. Kein schlechter Film. Sogar ein recht guter Film. Und dennoch eine Enttäuschung. Woran das liegt? Nun, auf jeden Fall nicht am ersten Drittel, in dem Django vom Sklaven zum Kopfgeldjäger reift. Dieses bietet genau das, was ich von dem Film erwartet habe: Zynischen Humor, skurrile Szenen, mehr oder weniger subtile Gesellschaftskritik und bissige Dialoge. Ja, das erste Drittel macht richtig Spaß. Nicht zuletzt dank Christoph Waltz, dessen Dr. King Schultz eine wahre Freude ist und Jamie Foxx bzw. Django trotz dunkler Hautfarbe einfach nur blass aussehen lässt.

Doch dann beginnt das zweite Drittel, in welchem Leonardo DiCaprio seinen großen Auftritt hat. Und der Film beginnt in der Belanglosigkeit zu versinken. Wobei dies keinesfalls DiCaprios Schuld ist. Dieser hat sichtlich Spaß an seiner Rolle, nur ist die Figur Calvin Candie schlicht und einfach uninteressant. Dies trifft leider auch auf die meisten Dialoge zu, in denen zwar viel gesprochen, aber nur wenig gesagt wird, und denen jeglicher Biss fehlt. Nein, das zweite Drittel macht nicht so richtig Spaß. Die einzigen Ausnahmen bilden der gelungene Kurzauftritt von Ur-Django Franco Nero und der wie immer grandiose Samuel L. Jackson, der durchaus einige Akzente setzen kann und somit über die vielen langatmigen Szenen hinwegtröstet.

Im letzten Drittel nimmt der Film dann wieder Fahrt auf, schafft es jedoch nicht, an die Klasse des ersten Drittels anzuknüpfen. Die Dialoge treten in den Hintergrund und machen Platz für blutige Schießereien, die es durchaus in sich haben und gerne ein wenig länger hätten dauern dürfen. Außerdem darf man sich als Zuschauer auf ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht freuen. Und darauf, dass Quentin Tarantino ganz offensichtlich auf explosive Abschiede steht.

Ach ja, wer wirklich jede Szene des Films sehen möchte, sollte übrigens den Abspann abwarten. Ist zwar nur ’ne Kleinigkeit, aber ich möchte es nicht unerwähnt lassen. Falls ihr den Abspann nicht abwarten möchtet (oder meine Review zu spät gelesen habt), findet ihr die Beschreibung wie immer bei mir in den Abspannszenen.

Mein Fazit

„Django Unchained“ ist ein guter Film, aber beileibe nicht das, was aus ihm hätte werden können. Der Beginn ist grandios, doch im Mittelteil baut der Film stark ab und wirkt zuweilen arg langatmig, was ich so von Quentin Tarantino nicht erwartet hätte. Egal, alleine Christoph Waltz und Samuel L. Jackson sind das Eintrittsgeld wert. Und Quentin-Tarantino-Fans schauen sich ohnehin jedes Werk des Meisters an. Insofern: Viel Spaß im Kino!

Meine Wertung: 7/10

Weitere Stimmen aus der deutschen Blogosphäre:

ChristiansFoyer.de
Die Academy (Dennis)
Die Academy (Heiko)
Die Academy (Stephan)
Filmblog Filmherum
Medienjournal
Nerdtalk.de
Review Corner

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Im Heimkino gesehen: Battleship

Im Kino hatte ich den Film trotz meiner ausgeprägten Vorliebe für hirnlose Effekte-Blockbuster leider verpasst, doch nun war es endlich so weit: Peter Bergs Science-Fiction-Actionfilm „Battleship“ stand auf meiner Möchte-ich-nun-endlich-mal-sehen-Liste ganz oben. Also Hirn aus, Fernseher und Subwoofer an – möge das Versinken der Schiffe beginnen!

Worum geht’s

Alex Hopper (Taylor Kitsch) ist ein Draufgänger. Und ein Taugenichts. Um aus ihm endlich einen verantwortungsbewussten Mann zu machen, schleift sein Bruder Stone (Alexander Skarsgård) ihn zur US-Navy, in der Alex trotz seines ungestümen Charakters schnell Karriere macht. Während eines Flottenmanövers landen urplötzlich außerirdische Kampfschiffe im Ozean und starten einen vernichtenden Angriff auf die Flotte. Als oberster noch lebender Offizier liegt es nun an Alex, seine Mannschaft und die Welt zu retten …

Meine Meinung

Meine Güte, was für ein Blödsinn. Ich bin nun wahrlich niemand, der bei einem Film wie „Battleship“ Logik oder gar Anspruch erwartet, aber der Film ist so haarsträubend, dass „Transformers“ daneben wie ein Nobelpreis-Kandidat wirkt.

Von den wirklich gelungenen Effekten einmal abgesehen, hinterlässt hier so ziemlich alles einen unfreiwillig komischen Eindruck. Testosteron gesteuerte Alphamännchen, die jeden Konflikt mit ihren Fäusten klären und damit in der Navy selbstverständlich eine Blitzkarriere hinlegen. Blondinen mit Brüsten so groß wie die Beine lang, die dieselbigen sofort breit machen, sobald eines der Testosteron gesteuerte Alphamännchen mit seinem Burrito wedelt. Riesige Kriegsschiffe, die sich in Ermangelung einer Handbremse durch Werfen des Ankers mal eben spontan in die nicht vorhandenen Kurven legen. Außerirdische, die … ach, ich könnte noch stundenlang so weitermachen.

Zugegeben, die ganze Chose hat schon einen gewissen Unterhaltungswert. Sofern man als Zuschauer bereit ist, auf sämtliche Naturgesetze und Regeln der Logik zu pfeifen. Spätestens wenn die letzten Überlebenden gemeinsam mit den Veteranen aus dem zweiten Weltkrieg auf der eigentlich stillgelegten USS Missouri zu AC/DCs Thunderstruck in die letzte Schlacht gegen die Außerirdischen ziehen, ist Spaß pur angesagt. Ja, die Szene ist extrem doof. Aber irgendwie auch verdammt cool! Und steht damit stellvertretend für den gesamten Film.

Was „Battleship“ leider völlig fehlt, ist jeglicher Funken an Spannung. Die Action- und Invasionsszenen sind zwar nett inszeniert und wirklich schick anzusehen, ließen mich aufgrund der nicht vorhandenen Figurenbindung aber dennoch kalt. Außerdem habe ich schmerzlich eine erkennbare Handschrift des Regisseurs vermisst, der letztlich „nur“ eine innovationslose Michael-Bay-Kopie abgeliefert hat. Andererseits kopiert der sich inzwischen ja auch nur noch selbst. Und wie heißt es so schön: Lieber gut geklaut als schlecht erfunden!

Die Blu-ray begeistert dafür mit tollem Bild und sattem Ton, dessen Subwoofer-Einsatz mir mal wieder vor Augen geführt hat, dass ich dringend aus meiner Mietwohnung aus- und in ein eigenes Haus einziehen muss. Meine Nachbarn dürften diesen Tag bereits herbeisehnen.

Mein Fazit

Peter Bergs „Battleship“ ist wie eine Folge „Ich bin ein Star – Holt mich hier aus!“: Es gibt keine Handlung, die Figuren sind allesamt erschreckend oberflächlich und die Dialoge unfassbar schlecht. Und dennoch ist das Gesamtpaket aufgrund seiner Absurdität irgendwie unterhaltsam.

Meine Wertung: 6/10

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Im Heimkino gesehen: Quarantäne 2 – Terminal

Immer diese unnötigen Remakes. Immer diese unnötigen Fortsetzungen. Immer diese unnötigen Remakes von unnötigen Fortsetzungen. Oder doch eher immer diese unnötigen Fortsetzungen von unnötigen Remakes? Oder vielleicht auch gar nichts davon? Fakt ist, dass es sich bei „Quarantäne 2 – Terminal“ um die Fortsetzung zu „Quarantäne“ handelt, der wiederum das Remake des Horrorfilms „[Rec]“ ist, dessen Fortsetzung „[Rec]²“ jedoch nichts mit „Quarantäne 2 – Terminal“ zu tun hat. Verwirrt? Macht nichts. Lest einfach weiter, dann wird alles gut (ohne Garantie) …

Worum geht’s

Eigentlich sollte es für Stewardess Jenny (Mercedes Masöhn) ein ruhiger Nachtflug werden, doch bereits kurz nach dem Start zeigt einer der Passagiere merkwürdige Krankheitssymptome und attackiert kurz darauf die Besatzung. Um das Leben der übrigen Passagiere nicht zu gefährden, landet der Kapitän die Maschine auf dem nächstgelegenen Flugplatz. Dort finden sich Crew und Passagiere in einem vom Militär hermetisch abgeriegelten Terminal wieder. Schnell wird den Eingeschlossenen klar, dass der im Flugzeug tobende Passagier mit einem hoch ansteckenden Virus in Berührung gekommen ist – und jeder von ihnen infiziert sein könnte …

Meine Meinung

Na bitte, es geht doch. War „Quarantäne“ noch ein recht unnötiges Remake ohne eigene Ideen, beweist dessen Fortsetzung genug Eigenständigkeit, um auch für Kenner des Originals interessant zu sein. Während „[Rec]²“ die Geschichte im Wohnhaus des Originals mit allerlei Dämonen fortführt, wechselt „Quarantäne 2 – Terminal“ kurzerhand den Standort aus und bedient sich einer etwas bodenständigeren Geschichte. Inwiefern diese mit dem Vorgänger zusammenhängt, wird nicht sofort verraten, sondern nach und nach aufgelöst. Auch wenn dem aufmerksamen Zuschauer das wie und warum recht früh klar sein dürfte, ist es schön zu sehen, dass sich die Macher durchaus Gedanken gemacht und auf ein weiteres 1-zu-1-Remake verzichtet haben. Dies trifft übrigens auch auf den Stil des Films zu, der sich vom Found Footage verabschiedet und das Geschehen stattdessen aus herkömmlicher Perspektive zeigt. Gegner der hektischen Wackelkamera dürfen also beruhigt aufatmen.

Der Wechsel vom Wohnhaus ins Flugzeug und später ins abgeschottete Terminal tut dem Film spürbar gut. Sowohl die Enge des Fliegers als auch das verlassene Terminal sorgen für eine gelungene Atmosphäre und bieten genügend Abwechslung. Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass Regisseur John Pogue es verpasst hat, bei der Inszenierung das Optimum herauszuholen. So wirken einige Szenen trotz spannender Ausgangssituation recht unspektakulär beziehungsweise beliebig und bieten leider nicht den Nervenkitzel, der möglich gewesen wäre. Nichtsdestoweniger lässt sich festhalten, dass Pogue bei seinem Regiedebüt vieles richtig macht und sich nur wenige Schnitzer erlaubt. Und das ist weiß Gott mehr, als viele andere Regisseure von Direct-to-Video-Produktionen von sich behaupten können …

Mein Fazit

Überraschend gelungene Fortsetzung mit guter Atmosphäre und schlüssiger Handlung, der jedoch der letzte Funken Spannung fehlt. Fans von Seuchenthrillern machen hier dennoch definitiv nichts verkehrt.

Meine Wertung: 7/10

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Im Heimkino gesehen: Killer Joe

Nachdem ich die außerordentlich lobende Review bei EquilibriumBlog.de gelesen hatte, stand für mich fest, dass ich „Killer Joe“ unbedingt sehen wollte. So schnell wie möglich. Wie es immer so ist, hat es dann doch ein wenig gedauert, bis ich mich dem Film endlich widmen konnte. Er drohte gar in Vergessenheit zu geraten. Bis eine weitere, ebenfalls außerordentlich lobende Review im Medienjournal erschien. Nun konnte mich nichts mehr halten. Ob ich genau so euphorisch wie Stefan und Wulf bin, erfahrt ihr, wenn das Licht ausgeht ihr weiterlest …

Worum geht’s

Der Kleinkriminelle Chris (Emile Hirsch) sitzt in der, nennen wir es beim Namen, Scheiße. Seine Mutter hat ihm seine Drogen geklaut, um damit die Reparatur ihres Autos zu finanzieren. Nun sitzt ihm sein Zulieferer, der gnadenlose Digger Soames (Marc Macaulay), im Nacken. Durch einen Zufall erfährt Chris, dass seine Mutter eine Lebensversicherung über 50.000 Dollar abgeschlossen hat, deren Begünstigte Chris‘ kleine Schwester Dottie (Juno Temple) ist. Gemeinsam mit seinem Vater Ansel (Thomas Haden Church) und dessen neuer Frau Sharla (Gina Gershon) beschließt Chris, seine laut einhelliger Meinung ohnehin nichtsnutzige Mutter ermorden zu lassen, um das Geld untereinander aufzuteilen. Den Job soll der Polizist und nebenbei als Auftragskiller arbeitende Joe Cooper (Matthew McConaughey) erledigen. Doch dieser hat klare Regeln, zu denen unter anderem auch die Vorauskasse gehört. Kein Geld, kein Job. Glücklicherweise erklärt Joe sich bereit, in diesem Fall eine Ausnahme zu machen. Wenn er Dottie als Pfand erhält …

Meine Meinung

Um die Spannung gleich am Anfang zu töten: Nein, ich bin nicht so euphorisch wie meine Kollegen. Zugegeben, die Darsteller sind klasse und Matthew McConaughey spielt den kultiviert-pervers-psychopathischen Killer Joe grandios. Auch ist die Atmosphäre schön düster und in ihrer Trostlosigkeit nur schwer zu überbieten. Dennoch hat mir etwas gefehlt. Und zwar ein stimmiger Erzählfluss. Jede Szene für sich ist durchaus gelungen, doch fügen sich die vielen gelungenen Szenen, ich kann es nicht anders beschreiben, nur selten zu einem stimmigen Film zusammen. Das mag von Regisseur William Friedkin so gewollt oder vielleicht auch der Tatsache geschuldet sein, dass es sich bei „Killer Joe“ um die Verfilmung eines Theaterstücks handelt, doch auf mich wirkte diese ruckartige Inszenierung der Handlung(en) unpassend.

Versteht mich bitte nicht falsch: „Killer Joe“ ist ein guter Film. Eine wirklich interessante Mischung aus Drama, Thriller und extrem schwarzhumoriger White-Trash-Komödie. Die Darsteller, allen voran Matthew McConaughey und Juno Temple, sind allesamt klasse, die Gewaltspitzen kommen unerwartet und wirken dadurch umso wuchtiger und die finale Familienzusammenkunft ist auf spannende Art und Weise so dermaßen erniedrigend und entlarvend zugleich, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder angewidert sein soll. Doch irgendwie wollte der Funke ob der oben bereits genannten Inszenierung trotz aller positiver Eigenschaften nie so recht überspringen. Schade.

Mein Fazit

Interessanter Thriller mit toller Besetzung, dessen ruckartiger Erzählfluss mir leider ein wenig die Freude an dem Film genommen hat. Eine Empfehlung ist „Killer Joe“ aber allemal!

Meine Wertung: 7/10

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Im Kino gesehen: Jack Reacher

Als bekannt wurde, dass Tom Cruise die Hauptrolle in dem Actionthriller Jack Reacher übernehmen würde, war das Gezeter groß. Zu unterschiedlich seien Tom Cruise und der titelgebende Romanheld. Ein 1,70 Meter kleiner Hänfling soll einen 1,96 Meter großen Hünen spielen? Für viele Fans undenkbar! Zu meinem Glück sind mir die Jack-Reacher-Romane gänzlich unbekannt, so dass ich mir solche Fragen nicht zu stellen brauchte und einfach nur den Film genießen konnte …

Worum geht’s

Scheinbar wahllos werden in Indiana fünf Menschen erschossen. Der Täter in Person des ehemaligen Militär-Scharfschützen James Barr (Joseph Sikora) ist schnell ermittelt. Obwohl alle Beweise gegen ihn sprechen, legt Barr kein Geständnis ab. Stattdessen verlangt er nach dem so genialen wie unberechenbaren Ex-Militärermittler Jack Reacher (Tom Cruise). Jack hat mit Barr noch eine offene Rechnung zu begleichen und hofft, ihn für dieses Massaker endgültig ins Gefängnis bringen zu können. Allerdings muss er schon bald feststellen, dass nichts so offensichtlich ist, wie es auf den ersten Blick scheint …

Meine Meinung

Wer nach dem Trailer einen Nonstop-Actionfilm mit einem Hauch von Thrill erwartet, sollte seine Erwartungen korrigieren. „Jack Reacher“ ist ein schon beinahe altmodischer Kriminalthriller, in dem die spannenden Ermittlungsarbeiten den größten Teil der Laufzeit für sich beanspruchen. Actionszenen gibt es zwar auch, doch sind diese, von einer unnötigen Verfolgungsjagd und dem packenden Finale einmal abgesehen, stets kurz und knackig gehalten. Der Fokus liegt eindeutig auf der Aufdeckung der Verschwörung. Und auf Jack Reacher, der nicht nur mit seinen Fäusten, sondern auch mit Worten gut kontern kann. Stets mit einem lässigen, aber niemals gewollt wirkenden Spruch auf den Lippen, lässt Jack Reacher keine Zweifel daran aufkommen, dass er seinen Gegnern überlegen ist.

Die Befürchtung, Tom Cruise könne diese Überlegenheit nicht auf die Leinwand transportieren, erweist sich als gänzlich unbegründet. Dank selbstsicherer Ausstrahlung und effektiver Kampftechnik wirkt Cruises Jack Reacher nahezu unantastbar, ohne dabei wie eine Karikatur zu wirken. Selbiges kann ich von dem Drahtzieher der Verschwörung leider nicht behaupten. Dieser soll vermutlich besonders bedrohlich und kaltblütig wirken, hinterlässt bei mir jedoch einen eher unfreiwillig komischen Eindruck.

Dass der Film knapp an einer höheren Wertung vorbeischrammt, verdankt er dann auch eben diesem Bösewicht, den ich leider zu keiner Zeit ernst nehmen konnte. Und der Tatsache, dass die Verschwörung uns Zuschauern von Anfang an klar ist, was die Spannung leider ein wenig ausbremst. Schöner hätte ich es gefunden, wenn die Macher von „Jack Reacher“ uns ein wenig länger im Dunkeln hätten tappen lassen.

Mein Fazit

Unterhaltsamer und spannender Kriminal-/Verschwörungsthriller mit interessanter Hauptfigur, bissigen Dialogen und knackigen Actionszenen. Für die sicherlich kommende Fortsetzung wünsche ich mir jedoch einen würdigen Gegenspieler.

Meine Wertung: 7/10

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Im Heimkino gesehen: [Rec]³ Génesis

rec3Aller guten Dinge sind drei. Und so habe ich gestern nicht nur “[Rec]” und “[Rec]²”, sondern bei der Gelegenheit auch gleich “[Rec]³ Génesis” geschaut, welcher sich in vielerlei Hinsicht von seinen Vorgängern unterscheidet. Ob der Film dennoch (oder vielleicht auch gerade deswegen) einen Blick wert ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen …

Worum geht’s

Es soll der schönste Tag ihres Lebens werden. Umgeben von ihren Familien und Freunden geben sich Clara (Leticia Dolera) und Koldo (Diego Martín) das Ja-Wort. Alles scheint perfekt. Doch plötzlich stürzt Koldos scheinbar betrunkener Onkel vom Geländer, rappelt sich wieder auf, beißt die ihm zu Hilfe eilende Frau und bespuckt weitere Gäste mit Blut. Innerhalb weniger Minuten sind die meisten Gäste infiziert und machen nun Jagd auf die wenigen Menschen, die sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten …

Meine Meinung

“[Rec]³ Génesis” ist ein deutlicher Schritt weg von den Wurzeln der Serie. Die engen Korridore des Wohnhauses weichen einer weitläufigen Anlage, die bedrohliche Atmosphäre wird durch Humor und deftige Splatterszenen entschärft und nicht zuletzt geht’s auch dem Found-Footage-Stil an den Kragen. Der Film beginnt zwar wie ein typischer Vertreter dieses Genres, doch mit dem Ausbruch der Infektion wird auch die Kamera zerstört und der Film wechselt in die gewohnte Erzählperspektive. Bereits diese Szene lässt erahnen, dass man “[Rec]³ Génesis” im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht allzu ernst nehmen sollte. Und spätestens wenn Koldo sich in einer Ritterrüstung Zombies mit einem Pürierstab entgegenstellt, der Kinderclown Spongejohn (“Ist so ‘ne Urheberrechtssache.”) sich mit einer Schrotflinte verteidigt und die Braut mit einer Kettensäge auf Zombiejagd geht, sollte auch der letzte Zuschauer erkennen, dass es hier nicht ausschließlich um gepflegten Horror, sondern ebenfalls um Spaß geht.

Womit ich keinesfalls sagen möchte, dass es sich bei “[Rec]³ Génesis” um eine Komödie handelt. Auch im dritten Teil der Serie, der, wie ein Fernseher im Hintergrund verrät, zeitgleich zu den Geschehnissen der ersten beiden Teile spielt, gibt es düstere Momente und gelungene Schreckszenen. Allerdings wirken diese durch die konventionelle Inszenierung und die humorigen Einlagen weit weniger verstörend als in den Vorgängern. Dies muss kein Nachteil sein – sofern man mit den richtigen Erwartungen an den Film heran geht. Ob einem die klaustrophobische Inszenierung der Vorgänger oder der humorige Stil des aktuellen Teils besser gefällt, entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Ich für meinen Teil bin froh darüber, dass die Serie sich weiter entwickelt und nicht zum Abklatsch ihrer selbst wird.

Was man dem dritten Teil allerdings vorwerfen kann, ist, dass er die in den Vorgängern erzählte Geschichte nicht voran bringt und eher wie ein eigenständiger Film denn wie ein dazugehöriger Teil der Serie wirkt. Doch vielleicht lässt sich das große Ganze auch erst in dem bereits angekündigten “[Rec] Apocalypse” erkennen …

Mein Fazit

Etwas konventionelle, aber durchweg unterhaltsame Fortsetzung, die außer dem Titel und den Infizierten nur wenig mit den Vorgängern gemeinsam hat und deren Stilbruch beim Publikum sicherlich gemischte Gefühle hinterlassen wird.

Meine Wertung: 7/10

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Im Heimkino gesehen: [Rec]²

rec2Durch Zufall bin ich letzte Woche auf den Trailer zu “[Rec]³ Génesis” gestoßen. Dieser gefiel mir so gut, dass ich es mir am liebsten sofort auf der Couch gemütlich gemacht und den Film geschaut hätte. Doch zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal Teil 2 gesehen hatte. Zum Glück war auch dieser Film bei Amazon sofort lieferbar …

Worum geht’s

Nachdem der Funkkontakt zu den eingeschlossenen Personen abgebrochen ist, wird eine Spezialeinheit unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Owen (Jonathan D. Mellor) in das unter Quarantäne gestellte Haus geschickt. Doch Dr. Owens Interesse gilt nicht den etwaigen Überlebenden, sondern der Dachgeschosswohnung und den darin verborgenen Geheimnissen des Vatikans …

Meine Meinung

Nichts hasse ich mehr als Fortsetzungen, die das offene Ende des Vorgängers ignorieren oder gar für nichtig erklären. Diesbezüglich macht der ebenfalls im Found-Footage-Stil gedrehte “[Rec²]” alles richtig. Die Handlung schließt unmittelbar an den ersten Teil an, greift die letzten Erkenntnisse auf und führt die Geschichte (mehr oder weniger) logisch fort. Daraus folgt, dass sich “[Rec]²” vom Infizierten-Horror entfernt und stattdessen die kirchliche Verschwörung rund um Dämonen und Besessenheit das Geschehen dominiert. Wer sich mit dem Story-Schwenk im Finale des ersten Teils nicht anfreunden konnte und einen gradlinigen Zombiefilm erwartet, sollte also tunlichst die Finger von der Fortsetzung lassen. Alle anderen dürfen sich über einen nach wie vor atmosphärischen Horrorfilm freuen, der zwar weniger spannend, dafür aber deutlich unheimlicher als der Vorgänger daherkommt. Denn auch wenn an der Decke krabbelnde und mit fremder Stimme sprechende Besessene wahrlich nichts originelles sind, so verfehlen sie dennoch ihre Wirkung nicht.

Abzüge bekommt “[Rec]²” für seine inhaltlichen Schwächen (man darf sich z.B. schon fragen, wieso der Vatikan für Experimente mit Besessenen ausgerechnet ein bewohntes Mietshaus wählt) und einen inszenatorischen Fehlgriff. Dieser besteht darin, dass die Handlung in der Mitte kurzzeitig unterbrochen wird, um das Geschehen aus einer anderen Perspektive erneut aufzugreifen. Auch wenn die beiden Handlungsstränge recht zügig miteinander vereint werden, kostet dies dem Film einiges an Spannung. Erschwerend kommt hinzu, dass die neu auftretenden Charaktere, welche selbstverständlich ebenfalls stets eine Kamera bei sich führen, recht nervig sind und außerordentlich dumm agieren. Auch wenn durch die neuen Figuren neue Kameraperspektiven ermöglicht werden, hätte ich auf diesen Handlungsstrang gut verzichten können …

Mein Fazit

Wenig originelle, dafür aber konsequent weitergesponnene Fortsetzung, die das Genre zwar nicht neu erfindet, sich aber auch nicht zu verstecken braucht.

Meine Wertung: 7/10

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Sollen wir beginnen? Der deutsche „Star Trek Into Darkness“-Teaser ist da!

Ich war nie ein großer „Star Trek“-Fan. Bis J.J. Abrams kam und 2009 einen der unterhaltsamsten Science-Fiction-Filme in die Kinos brachte, den ich bislang gesehen habe. Im Mai 2013 startet die von mir sehnsüchtig erwartete Fortsetzung „Star Trek Into Darkness“, zu der heute der erste Teaser veröffentlicht wurde. Und bereits dieser ist so gut, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wie ich die Zeit bis zum Kinostart überstehen soll. Aber seht und urteilt selbst:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=6927QNxye6k]

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Im Heimkino gesehen: Jack Brooks: Monster Slayer

Am Wochenende landete endlich der nun bereits fünf Jahre alte “Jack Brooks: Monster Slayer” in meinem Blu-ray-Player. Ein Film, der aufgrund seiner altmodischen Machart durchaus einen guten Ruf genießt. Doch kann die Horrorkomödie auch abseits der Effekte überzeugen?

Worum geht’s

Als kleiner Junge musste Jack (Trevor Matthews) hilflos mitansehen, wie seine Eltern und seine jüngere Schwester von einem Monster im Wald getötet wurden. Seitdem plagen ihn Schuldgefühle und unkontrollierte Wutausbrüche. Als Jacks Lehrer Professor Crowley (Robert Englund) von einer düsteren Macht erfasst wird, sich in ein Monster verwandelt und damit beginnt, seine Schüler zu infizieren, bekommt Jack die Chance, sich den Monstern und seinen eigenen Dämonen zu stellen …

Meine Meinung

“Jack Brooks: Monster Slayer” lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite bin ich von den Latex-Monstermasken, den handgemachten Effekten und dem wie (fast) immer tollen Robert Englund begeistert. Auf der anderen Seite kann ich jedoch nicht leugnen, dass der Film viel zu lange braucht, um Fahrt aufzunehmen. Das Finale ist ein großer (und überraschend brutaler) Spaß, doch vergehen bis dahin ca. 70 Minuten, in denen von Monstern so gut wie nichts zu sehen ist. Stattdessen darf sich der unsympathische Antiheld Jack von seinem Psychiater belehren und von seiner Freundin nerven lassen, während der arme Professor Crowley mehr und mehr zum Monster mutiert. Als langweilig empfand ich das Geschehen zwar nie, doch werde ich das Gefühl nicht los, keinen richtigen Film, sondern eher den Prolog eines Films gesehen zu haben. Einen Prolog, der durchaus Lust auf mehr macht, dem aber der durchgängige Unterhaltungsfaktor fehlt, um in einem Atemzug mit Klassikern wie “Tanz der Teufel” oder “Braindead” genannt zu werden …

Meine Wertung: 6/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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