Im Kino gesehen: Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben

Ich verehre „Stirb langsam“. Ich liebe „Stirb langsam 2“. Und ich halte sowohl „Stirb langsam – Jetzt erst recht“ als auch „Stirb langsam 4.0“ für zwei ausgezeichnete Actionfilme, die zwar deutlich von der Ausgangssituation der ersten beiden Teile abweichen, aber dennoch (oder auch gerade deswegen) würdige Fortsetzungen darstellen und sich stimmig in das Gesamtbild einfügen. Wieso ich das schreibe? Damit ihr meine Review richtig einschätzen könnt und nicht denkt, ihr hättet es mit dem Verriss eines frustrierten Actionfans zu tun, der in den 80ern feststeckt und Fortsetzungen seiner Lieblinge generell ablehnt …

Worum geht’s

John McClane (Bruce Willis) reist nach Moskau, um seinem dort des Mordes angeklagten Sohn Jack (Jai Courtney) beizustehen. Noch nicht mal im Gerichtsgebäude angekommen, gerät John mitten in den Kugelhagel einer schwer bewaffneten Gruppe von Profikillern. Diese hat es auf den ebenfalls vor Gericht stehenden Yuri Komarov (Sebastian Koch) abgesehen, der Kenntnis von einer geheimen Akte mit brisanten Informationen hat, die den korrupten Politiker Chagarin (Sergei Kolesnikov) zu Fall bringen könnten. Komarov kann dem Anschlag dank Jack, der in Wirklichkeit CIA-Agent ist und dessen Verhaftung Teil eines Befreiungsplans war, entkommen. Kaum sitzen sie in ihrem Fluchtfahrzeug, treffen Jack und Komarov auf John, der sich den beiden ohne zu zögern anschließt. Nun ist es an Vater und Sohn, Komarov vor seinen Verfolgern zu schützen und mit seiner Hilfe an die geheimnisvolle Akte zu gelangen …

Meine Meinung

Nein, ich möchte diesen Verriss nicht schreiben. Ich möchte nicht schreiben, dass bei „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ alles misslungen ist, was nur misslingen konnte. Viel lieber würde ich schreiben, dass es sich bei dem nunmehr fünften Teil der Reihe um einen tollen Actionfilm handelt. Um eine würdige Fortsetzung, die den Titel „Stirb langsam“ zu recht trägt. Doch das kann ich leider nicht. Denn dieser Film ist genau der Totalausfall, den ich nie für möglich gehalten hätte.

Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht mal, wo ich eigentlich anfangen soll. Die Story ist so hanebüchen, so konstruiert, so voller offener Fragen und Logiklöcher, dass sich jeder B-Actionfilm dafür schämen würde. Und als wäre dies nicht schon schlimm genug, wird die ohnehin nicht schlüssige Geschichte auch noch so holprig erzählt, dass jegliche Entstehung eines roten Fadens im Keim erstickt wird. So müssen Handlungssprünge oder Motivation der handelnden Figuren ohne große Erklärung einfach akzeptiert werden. Und seien sie noch so abstrus.

Auch bei den Figuren versagt „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ auf ganzer Linie. Aus dem ehemals verletzlichen Polizisten John McClane, der immer wieder zur falschen Zeit am falschen Ort aufschlägt, ist eine Comicfigur geworden, die jede noch so lebensgefährliche Actionszene ohne große Blessuren übersteht. Damit ist John McClane zu einer Karikatur seiner selbst verkommen. Nicht mal der für McClane typische zynische Humor mag hier zünden, sondern muss platten Kommentaren weichen, die nicht nur nicht lustig sind, sondern oft erschreckend deplatziert wirken und sich zudem ständig wiederholen.

Die weiteren Figuren trifft’s kaum besser. Jai Courtney kann als Jack McClane zwar kräftig austeilen, bleibt als Figur jedoch blass und uninteressant. Von einer gelungenen Chemie zwischen Vater und Sohn kann keine Rede sein, was dazu führte, dass mich die gemeinsame Hatz quer durch Russland komplett kalt gelassen hat. Wenig überraschend kommt hinzu, dass es sich bei den zahlreichen Gegnern der beiden größtenteils um namenlose Zielscheibenfiguren handelt und selbst der Drahtzieher hinter der ganzen Chose absolut beliebig bleibt. Insbesondere letzteres ist einfach nur enttäuschend.

Falls ihr euch nun fragt, ob denn wenigstens die Actionszenen gelungen sind: Nein, sind sie nicht. Die hoch gelobte Verfolgungsjagd zu Beginn bietet zwar enorme Blechschäden, ist aber viel zu hektisch und unübersichtlich geschnitten, als dass man sie wirklich vollumfänglich genießen könnte. Die zahlreichen Schießereien sind solide, fallen letztlich jedoch uninspiriert und unspektakulär aus. Und das Finale ist so dermaßen überzogen, dass ich den Kinosaal am liebsten vorzeitig verlassen hätte. Als trauriger Höhepunkt sei an dieser Stelle die Szene genannt, in der John McClane in Zeitlupe aus einem Fenster springt und seinen Gegnern, die sich in einem abstürzenden Kampfhubschrauber befinden, im Sprung den Mittelfinger entgegen streckt. Würdeloser geht’s kaum.

Positiv kann ich dem Film lediglich anrechnen, dass Bruce Willis trotz allem irgendwie eine coole Sau ist. Und dass das Elend nach 97 Minuten bereits vorbei ist. Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke!

Mein Fazit

Völlig misslungene Fortsetzung, die all das vermissen lässt, was wir an der „Stirb langsam“-Reihe lieben und schätzen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Meine Wertung: 3/10 (mit ganz viel gutem Willen und Bruce-Willis-Bonus)

Weitere Meinungen aus der deutschen Blogosphäre:

ChristiansFoyer.de

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Spring Breakers: Der deutsche Trailer ist da!

Man nehme vier äußerst attraktive Mädels mit kleinkrimineller Veranlagung, denen außer ihrer Bikinis nichts geblieben ist. Hinzu packe man einen herrlich schmierigen James Franco, der die Notsituation dieser Mädels schamlos für seine kriminellen Geschäfte ausnutzt. Nun würze man das Geschehen mit Drogen, Sex und Gewalt – und fertig ist „Spring Breakers“!

Als politisch korrekter Kinogänger werde ich diese sexualisierte Zurschaustellung junger Damen selbstverständlich meiden. Als Mann jedoch habe ich den Kinostart am 21. März schon fest in meinem Kalender vorgemerkt …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=3BSen8NFj4M]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: Ein riskanter Plan

Ihr wählt, ich schaue und schreibe. So lautet meine jüngste Idee. Ihr habt euren Teil geleistet und euch für den Thriller “Ein riskanter Plan” entschieden. Nun bin ich an der Reihe. Eines kann ich schon mal vorwegnehmen: Ihr habt eine gute Wahl getroffen …

Worum geht’s

Ein Mann (Sam Worthington) betritt das New Yorker Roosevelt-Hotel. Er nimmt sich ein Zimmer in der 21. Etage, lässt sich ein luxuriöses Frühstück kommen und isst es in Ruhe auf. Danach beseitigt er all seine Fingerabdrücke, hinterlässt eine kurze Notiz auf dem Tisch und klettert hinaus auf das Fenstersims. Die Polizei wird benachrichtigt. Detective Jack Dougherty (Edward Burns) versucht den scheinbar Lebensmüden von seinem Vorhaben abzubringen, doch dieser möchte ausschließlich mit der Polizistin Lydia Mercer (Elizabeth Banks) reden. Mercer findet heraus, dass sie es mitnichten mit einem geistig verwirrten Selbstmörder, sondern mit dem Ex-Cop Nick Cassidy zu tun hat. Nick wurde vor einigen Jahren schuldig gesprochen den Millionär David Englander (Ed Harris) bestohlen zu haben und verbüßt seitdem eine Haftstrafe. Während der Beerdigung seines Vaters nutzte Nick einen Streit mit seinem Bruder Joey (Jamie Bell) zur Flucht. Nun steht er scheinbar ausweglos auf dem Fenstersims und droht damit in die Tiefe zu springen. Doch das ist nur Teil eines Plans, um die eigene Unschuld endgültig zu beweisen …

Meine Meinung

Gut geklaut ist halb gewonnen. Wer sich schon immer die Frage gestellt hat, was für ein Film wohl entstünde, wenn man den Thriller „Verhandlungssache“ mit „Mission: Impossible“ kreuzen würde, bekommt hier das Ergebnis präsentiert. Sowohl die Ausgangslage als auch die Dialoge erinnern zum Teil frappierend an den (übrigens hervorragenden) Geiselnehmerthriller mit Samuel L. Jackson und Kevin Spacey, während die Umsetzung des eigentlichen Plans direkt von Ethan Hunt und dessen Team hätte ausgeführt werden können. Das Ergebnis ist ein extrem kurzweiliger Thriller, der in vielen Momenten durchaus spannend ist, gleichzeitig allerdings ein ziemliches Glaubwürdigkeitsproblem hat. Denn so raffiniert der Plan auch ist, so unwahrscheinlich ist dessen erfolgreiche Durchführung. Einem Team von ausgebildeten Agenten traue ich solche Aktionen gerade noch so zu (oder lasse sie ihnen zumindest durchgehen), doch bei den Beteiligten handelt es sich nicht um ausgebildete Agenten, sondern um Durchschnittsbürger. Und da genügt mir auch die Erklärung nicht, dass die Aktion seit zwei Jahren geplant sei und die erforderlichen Schritte wiederholt geübt wurden.

Wer darüber hinwegsieht, dass die Durchführung des titelgebenden Planes ein wenig *räusper* unglaubwürdig ist, wird mit einem überdurchschnittlich unterhaltsamen Film belohnt, der raffiniert einen Cop-Thriller und einen Heist-Movie in sich vereint und neben der unverbrauchten Fenstersims-Szenerie gute (aber niemals aufdringliche) Actionszenen, eine Prise Humor und sympathische Figuren bzw. Darsteller zu bieten hat. Hier stechen besonders der gewitzte Jamie Bell und Genesis Rodriguez hervor, auch wenn letztere eher durch ihre Attraktivität und eine unnötige (aber wunderschön anzusehende 😉 ) Szene in Erinnerung bleibt, in der sie ihre Arbeitskleidung wechselt. Ein wahrer Glücksgriff ist einmal mehr Ed Harris, der den skrupellosen Immobilienhai Englander so überheblich spielt, dass man ihn einfach hassen muss. Sehr gefreut habe ich mich auch über das Wiedersehen mit William Sadler, den man meiner Meinung nach viel zu selten im Kino zu sehen bekommt.

Mein Fazit

Spannende und extrem kurzweilige Mischung aus „Verhandlungssache“ und „Mission: Impossible“, die, sofern man die Glaubwürdigkeit nicht hinterfragt, prächtig unterhält.

Meine Wertung: 7/10

Und nicht vergessen: Die nächste Abstimmung läuft bereits …

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Der Film und der Film zum Film: „Psycho“ und „Hitchcock“

Normalerweise veröffentliche ich Artikel über Filme, die ich bereits kenne, in meinen Kurzbeiträgen. Doch bei „Psycho“ möchte ich eine Ausnahme machen. Denn dieser Film ist völlig zu recht ein Klassiker der Filmgeschichte, funktioniert auch heute noch nahezu perfekt und hat sich einen ausgewachsenen Beitrag voll und ganz verdient. Hinzu kommt, dass am 14. März die Filmbiografie „Hitchcock“ in unseren Kinos startet, die die Entstehung eben dieses Klassikers thematisiert. Doch dazu unten mehr …

Worum geht’s

40.000 Dollar. Ein Moment der Schwäche. Diese Kombination lässt die bislang vorbildliche Angestellte Marion Crane (Janet Leigh) zu einer Diebin werden. Mit dem unterschlagenen Geld in ihrer Handtasche macht Marion sich auf den Weg zu ihrem Geliebten Sam (John Gavin). Als sie im Dunkeln in einen starken Regen gerät, hält Marion an dem abgelegenen Motel des jungen Norman Bates (Anthony Perkins). Ein fataler Fehler, denn Norman, der stark unter seiner dominanten Mutter leidet, verbirgt ein tödliches Geheimnis …

Meine Meinung – Vorsicht: Spoiler enthalten!

„Psycho“ wird häufig als die Mutter aller Slasher-Filme bezeichnet. Und das vollkommen zu recht. Denn auch wenn in dem Film lediglich zwei Morde stattfinden, ist das Grundprinzip mit dem psychopathischen Killer als Hauptfigur wegweisend für ein gesamtes Genre gewesen. Indem die vermeintliche Hauptfigur bereits nach der Hälfte der Laufzeit stirbt, geht „Psycho“ dabei sogar einen konsequenten Schritt weiter als viele der von ihm inspirierten Filme danach. Der Mord in der Dusche ist legendär und für Menschen, die den Film noch nicht kennen, auch heute noch eine echte Überraschung. Glaubt man bis dahin noch, es mit einem konventionellen Krimi zu tun haben, schlägt „Psycho“ ab diesem Moment eine vollkommen andere Richtung ein und beschert dem Publikum damit den ersten Plottwist des Films.

Was inzwischen leider nicht (mehr) überrascht, ist der zweite Plottwist. Und damit meine ich die Identität des Mörders. Dass sich diese recht schnell erraten lässt, ist jedoch ausschließlich den zahlreichen Nachahmern und unserer heutigen Thriller-Erfahrung geschuldet. Für damalige Verhältnisse ist die Auflösung schlicht genial und ein wahrer Schock – und selbst aus heutiger Sicht gelingt es Alfred Hitchcock hervorragend, genügend falsche Fährten zu legen, um im Zuschauer trotz Vorahnung leise Zweifel zu wecken und dadurch die Spannung aufrecht zu erhalten.

Ein weiteres Lob gebührt den beiden Hauptdarstellern. Anthony Perkins hat mit der Figur des innerlich zerrissenen Norman Bates die Rolle seines Lebens gefunden, in die er im Laufe der Jahre noch drei Mal schlüpfen durfte. Und Janet Leigh schafft es, ihre Figur, die sich in einer verführerischen Situation falsch entschieden hat, mit all ihren Zweifeln so sympathisch zu spielen, dass ihr grausames Schicksal umso schockierender wirkt.

Die einzige Kritik, die sich „Psycho“ gefallen lassen muss, ist der meiner Meinung nach zu ruhige Einstieg in die Geschichte. Zwar wirkt der Film niemals zäh, doch hätte die erste halbe Stunde, in der Marion ihre Spuren verwischt und vor der Polizei flieht, ruhig ein wenig straffer ausfallen können.

Mein Fazit

„Psycho“ ist auch heute noch ein packender Psychothriller und sollte jedem, der sich auch nur ansatzweise für Filme interessiert, bekannt sein. Alfred Hitchcock ist mit diesem Film nichts anderes als ein größtenteils zeitloses Meisterwerk gelungen!

Meine Wertung: 10/10

Der Film zum Film

Wie ich oben bereits schrieb, startet am 14. März „Hitchcock“ in den deutschen Kinos. Diese von Sacha Gervasi inszenierte und mit Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Toni Collette und Jessica Biel prominent besetzte Filmbiografie widmet sich der legendären Entstehung des Films „Psycho“ und ist der eigentlich Anlass, wieso ich mir diesen Klassiker mal wieder angeschaut habe. Das Thema, die Besetzung und nicht zuletzt der Trailer versprechen beste Kinounterhaltung – und nachdem ich mir „Psycho“ gerade wieder frisch in Erinnerung gerufen habe, freue ich mich gleich doppelt auf den Film!

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Heimkino gesehen: The Raid

Ursprünglich wollte ich diese kurze Review bereits am Montag geschrieben haben, doch irgendwie wollte mich die Muse an diesem Tag nicht küssen. Aus Montag wurde Dienstag. Aus Dienstag Mittwoch. Aus Mittwoch Donnerstag. Und ehe ich so richtig begriff, was hier gerade passiert, war auch schon der Freitag angebrochen. Doch wie heißt es so schön: Was lange währt, wird endlich gut fertig.

Worum geht’s

Der Gangsterboss Tama hat das oberste Stockwerk eines unübersichtlichen Appartementblocks für sich beansprucht und herrscht von dort mit skrupelloser Gewalt. Um das brutale Treiben ein für alle Mal zu beenden und Tama sowie seine Gang zu verhaften, wird ein Sondereinsatzkommando zu dem Gebäude geschickt. Der Plan sieht vor, sich still Stockwerk für Stockwerk nach oben durchzuschlagen. Im sechsten Stock wird die Eliteeinheit jedoch von Tamas Männern entdeckt und in einem blutigen Kampf gnadenlos dezimiert. Lediglich fünf Polizisten überleben und stehen nun einer gewaltigen Übermacht gegenüber. Unter ihnen befindet sich auch der junge Rama (Iko Uwais), dessen Überlebenswille lediglich von seinen Kampffähigkeiten übertroffen wird. Und der für diesen Einsatz ganz persönliche Gründe hat …

Meine Meinung

Yeah, genau so einen Film habe ich mal wieder gebraucht! „The Raid“ ist exakt auf ein spezielles Publikum ausgerichtet, befriedigt dessen Bedürfnisse nahezu perfekt und versucht gar nicht erst, sich bei dem restlichen Publikum anzubiedern. Charakterzeichnung? Fehlanzeige. Story? Nicht der Rede wert. Action? Praktisch ununterbrochen! „The Raid“ bietet sowohl blutige Schießereien als auch, sobald die Munition erst mal aufgebraucht ist, beeindruckende Kämpfe, die mit Messern und Fäusten ausgetragen werden. Diese Kämpfe sind hart, schnell, kompromisslos – und dürften dem einen oder anderen in ihrer Gewaltdarstellung wohl schon einen Schritt zu weit gehen. Wer sich jedoch auf den hohen Härtegrad einlässt, wird mit Martial Arts belohnt, wie es sie schon lange nicht mehr zu sehen gab. Besonders der finale Kampf zwischen Rama, Andi und Mad Dog ist schlicht fantastisch und ein Fest für Fans.

Und ja, bei solch einer gelungenen Action verzeihe ich es auch gerne, dass die Story auf einen Bierdeckel passt, die unnötige Familiengeschichte arg deplatziert wirkt und die Darsteller außerhalb der Actionszenen nicht so recht überzeugen können (freundlich ausgedrückt).

Die Blu-ray

Das Bild ist recht dunkel, wirkt leicht unscharf und stellenweise arg verrauscht. Allerdings entspricht es damit exakt dem Bild, das ich aus dem Kino in Erinnerung hatte. Dies sehe ich also als Stilmittel an. Kritisieren muss ich allerdings die unregelmäßig auftretenden Kompressionsartefakte, welche einer aktuellen Blu-ray-Veröffentlichung definitiv nicht würdig sind.

Am Ton hingegen lässt sich nicht viel bemängeln. Die (wenigen) Dialoge sind gut zu verstehen, der Raumklang kommt gut zur Geltung und die kräftigen Bässe unterstützen die Actionszenen mit ordentlichem Druck. So soll es sein!

Mein Fazit

„The Raid“ ist ein multipler Martial-Arts-Orgasmus mit zahlreichen Höhepunkten. Zumindest aus Action-Sicht betrachtet. Dass der Film bei der Story und den Figuren schwächelt, lässt sich nicht leugnen. Doch tut dies dem Spaß keinen echten Abbruch und sorgt lediglich für leichte Abzüge in der B-Note.

Meine Wertung: 8/10

Weitere Stimmen aus der deutschen Blogosphäre:

Filmblog Filmherum
Kais Trashcorner
Medienjournal

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Kino gesehen: Movie 43

Bitte? Wer spielt in der neuen Komödie „Movie 43“ mit? Hugh Jackman, Kate Winslet, Liev Schreiber, Naomi Watts, Anna Faris, Kieran Culkin, Emma Stone, Richard Gere, Kate Bosworth, Justin Long, Jason Sudeikis, Uma Thurman, Kristen Bell, Leslie Bibb, Christopher Mintz-Plasse, Chloë Grace Moretz, Gerard Butler, Seann William Scott, Johnny Knoxville, Halle Berry und Terrence Howard? Ist ja Wahnsinn! Das muss ja ein echter Pflichtfilm sein!

Ja und nein. Ja, weil „Movie 43“ zeitweise tatsächlich so komisch ist, dass man vor Lachen den nächsten Witz verpasst. Und nein, weil der Humor definitiv nicht massenkompatibel ist und es sich bei dem Film genau genommen um gar keinen echten Film, sondern lediglich um eine Ansammlung von Kurzfilmen handelt. Diese werden zwar von einer Rahmenhandlung zusammengehalten (ein Teenager sucht im Internet nach dem sagenumwobenen „Movie 43“ und stößt dabei auf zahlreiche skurrile Filmausschnitte), doch hätte auf diese ebenso gut verzichtet werden können, da sie zum Ende hin eh keine Rolle mehr spielt und sich damit selbst ad absurdum führt. Wobei die Alibihandlung damit eigentlich perfekt zu „Movie 43“ passt. Denn hier ist alles ziemlich absurd.

Der Stil und die Qualität der einzelnen Episoden schwanken erwartungsgemäß ein wenig. Manchmal auch ein wenig mehr. Während die Eröffnung mit Hugh Jackman und Kate Winslet schlicht grandios und an Absurdität (ich sag’s ja) kaum zu überbieten ist, überzeugt die zweite Geschichte mit Liev Schreiber und Naomi Watts durch ihre bitterböse Kritik an bestimmten Erziehungsmethoden. Danach geht das Niveau mit einem ganz besonderen Liebesbeweis, den Chris Pratt seiner geliebten Anna Faris erbringen möchte, erst mal auf Tauchfahrt. Freunde des gepflegten Fäkalhumors kommen hier voll auf ihre Kosten. Und selbst ich, der dieser Art von Humor sonst nicht sooo viel abgewinnen kann, konnte mir ob der Ernsthaftigkeit und Würde, mit der Pratt und Faris ihre Rollen spielen, das eine oder andere Lachen nicht verkneifen.

Über die weiteren Episoden möchte ich an dieser Stelle lieber nichts verraten, denn gerade aus der Frage, was sich die Macher wohl als nächstes haben einfallen lassen, bezieht „Movie 43“ einen großen Teil seines Reizes. Hier ist nichts und niemand sicher und erst recht nichts heilig (vom iBabe vielleicht mal abgesehen). Und auch wenn nicht alle Episoden hundertprozentig gelungen sind und nicht jede Pointe perfekt sitzt, erzeugt „Movie 43“ doch mehr Lacher, als man es von einer typischen Komödie gewohnt ist. Sofern man bereit ist, sich auf den eigenwilligen, ziemlich albernen und politisch ganz und gar nicht korrekten Humor einzulassen. Damit steht und fällt der gesamte Film.

Mein Fazit

Völlig durchgedrehte Komödie im Stil von „Kentucky Fried Movie“, die man vermutlich nur lieben oder hassen kann. Ich als alter Romantiker habe mich für die Liebe entschieden. Nicht zuletzt dank der tollen Darsteller, die sichtlich Freude daran hatten, in solch einem Blödsinn mitzuwirken.

Meine Wertung: 8/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Wieso „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ für mich keine Enttäuschung ist

Gestern habe ich es zeitlich tatsächlich doch noch irgendwie geschafft, mir „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ anzuschauen. Da ich bereits die Vorgänger im Kino gesehen hatte, durfte ich mir das große Finale natürlich nicht entgehen lassen. Wieso mir der Film trotz 11 Nominierungen für die Goldene Himbeere gefallen hat? Weil …

… Moment mal! Wer behauptet, dass mir der Film gefallen hat? Ich habe doch in der Überschrift lediglich geschrieben, dass ich von dem Film nicht enttäuscht wurde! Das bedeutet noch lange nicht, dass mir der Film gefallen hat! Also mal ehrlich … was? Wieso ich denn nun nicht enttäuscht wurde? Nun, weil …

… „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ genau der stinklangweilige und unfreiwillig komische Film geworden ist, den ich erwartet habe. Die Dialoge sind an Naivität schwer zu überbieten, die Effekte einer Hollywoodproduktion noch immer nicht würdig, Robert Pattinson ist als angeblicher Backfischschwarm blass wie eh und je, Taylor Lautner wartet wie immer nur darauf endlich die Hose runterzulassen und Kristen Stewart beweist einmal mehr, dass sie nur einen halben Gesichtsausdruck beherrscht, diesen inzwischen aber immerhin perfektioniert hat. Doch es gibt auch einen kleinen Lichtblick: Die finale Konfrontation weiß nämlich durchaus zu gefallen und bringt für einen kurzen Moment sogar so etwas wie Spannung in den Film. Auch wenn sich nur schwer leugnen lässt, dass Stephenie Meyer sich hierfür ordentlich bei den X-Men bedient hat …

Sei es wie es ist, die gute Nachricht lautet, dass „Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht – Teil 2“ nicht spürbar schlechter ist als seine Vorgänger. Die schlechte Nachricht lautet, dass er auch nicht wirklich besser ist.

Meine Wertung: 4/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Wieso „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ für mich eine Enttäuschung ist

Da der Film bereits seit einer gefühlten Ewigkeit im Kino läuft, verzichte ich heute auf eine Review und beschränke mich stattdessen auf die Kritikpunkte, die mir unmittelbar nach dem Film durch den Kopf schossen. Und bevor jetzt sämtliche Tolkien-Fans nur aufgrund der Überschrift auf mich einprügeln: Nein, ich halte „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ nicht für einen schlechten Film! Er ist durchaus unterhaltsam, in der letzten halben Stunde sogar recht spannend und für Fantasy-Fans vielleicht sogar ein Pflichtfilm. Dennoch habe ich den Kinosaal enttäuscht verlassen. Wieso? Weil …

… die Zwerge zu reinen Witzfiguren und Statisten degradiert wurden. Vom Anführer Thorin abgesehen, gewinnt keiner der Zwerge so recht an Kontur. Oft wirkte es auf mich gar so, als bestünde die einzige Daseinsberechtigung der Zwerge darin, sich möglichst einfältig anzustellen und ab und zu für einen Lacher zu sorgen. Und mit solchen Figuren soll ich mitfiebern? Wohl eher nicht …

… Peter Jackson es nicht geschafft hat, eine funktionierende Balance aus Humor und Ernst zu finden. Anders formuliert: Für Erwachsene ist der Film teilweise zu infantil, für Kinder jedoch teilweise zu düster. Das mag der Vorlage geschuldet sein, doch im Film hat diese Mischung aus albernem Humor und brutalen Kämpfen für mich leider nicht funktioniert.

… der Film zu viel CGI enthält. Setzte Peter Jackson bei „Der Herr der Ringe“ noch auf wunderbare Masken und Miniaturbauten, so scheint „Der Hobbit“ zu gefühlten 90% dem Computer entsprungen zu sein. Die Computertechnik hat sich zwar weiterentwickelt, doch an die gute alte Handarbeit kommt sie noch immer nicht ran. Und so wirkt „Der Hobbit“ leider wesentlich künstlicher als der große Bruder namens „Der Herr der Ringe“.

… HFR noch nicht ausgereift ist (und es vielleicht auch niemals sein wird). Für Landschaftsaufnahmen mag die Verdopplung der Bildrate von Vorteil sein, doch sobald Bewegungen ins Spiel kommen, ist es mit der Freude über das klare Bild vorbei. Diese sehen dank HFR aus, als würde der Film mit 1,5-facher Geschwindigkeit abgespielt werden. Je schneller die Bewegungen, desto stärker fällt dieser Effekt auf. Besonders die Kampszenen wirken dadurch wie ein Computerspiel und rissen mich mehrmals komplett aus dem Film. Meiner Meinung nach ist das Experiment HFR gründlich schiefgegangen.

Wie oben bereits geschrieben, ist „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ deshalb kein schlechter Film. Mehr als eine 6/10 wird er von mir jedoch vermutlich nicht bekommen, wobei ich mich mit meiner Wertung zurückhalten werde, bis ich irgendwann die 2D-Fassung ohne HFR gesehen habe. Erst dann werde ich ein abschließendes Urteil fällen …

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Im Kino gesehen: House At The End Of The Street

Wenn es etwas gibt, was ich an meiner CinemaxX GoldCard liebe, dann die Möglichkeit, Filme gucken zu können, ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Film das Eintrittsgeld wirklich wert ist. Im schlimmsten Fall ist der Kinobesuch eine Zeitverschwendung, im besten die Entdeckung einer kleinen Filmperle. Meistens jedoch ist es weder das eine noch das andere, sondern einfach nur ein durchschnittlicher Film ohne große Ausreißer nach oben oder unten. Willkommen in dem Haus am Ende der Straße …

Worum geht’s

Die Ärztin Sarah (Elisabeth Shue) zieht mit ihrer Tochter Elissa (Jennifer Lawrence) in eine beschauliche Kleinstadt. Das luxuriöse Haus können sich die beiden nur leisten, da die Bewohner des Nachbarhauses vor vier Jahren brutal von ihrer 13-jährigen Tochter Carrie Anne ermordet wurden. Dass das psychisch labile Mädchen seitdem vermisst wird, macht die Wohnlage umso unattraktiver. Nun lebt in dem Haus nur noch Carrie Annes älterer Bruder Ryan (Max Thieriot), der seit dem Tod seiner Eltern ein Leben als Eigenbrötler fristet. Als Elissa auf dem Heimweg von einem Regenschauer überrascht wird, trifft sie zufällig auf Ryan, der sie nach Hause fährt. Schnell freundet sie sich mit dem sensiblen Jungen an, der offensichtlich stark unter der Familientragödie leidet. Doch im Keller seines Hauses bewahrt Ryan ein Geheimnis, welches sich für Elissa zur tödlichen Gefahr entwickelt …

Meine Meinung

„House At The End Of The Street“ macht es mir nicht gerade einfach. Die erste Stunde, die weniger ein Thriller als vielmehr ein Außenseiterdrama ist, hat mir erstaunlich gut gefallen. Die Figuren sind zwar nicht besonders originell, aber durchaus sympathisch. Die Geschichte wird ruhig und in kleinen Schritten erzählt, ohne dabei zu langweilen. Und das Geheimnis des Hauses wird scheinbar recht früh aufgeklärt, was in mir die Hoffnung wachsen ließ, die Geschichte würde auf das typische Klischee-Ende verzichten. So weit so gut.

Doch dann kommt es zu dem so gar nicht überraschenden Plot Twist, den der geübte Kinogänger ohnehin von Anfang an vermutet hatte und auf den ich nur allzu gerne verzichtet hätte. Und schon geht es mit dem Film bergab. Nicht nur, dass sich „House At The End Of The Street“ zu einem komplett vorhersehbaren Thriller entwickelt (bzw. offenbart, dass es sich entgegen jeglicher Hoffnung die ganze Zeit um einen komplett vorhersehbaren Thriller gehandelt hat), mit fortschreitender Handlung öffnen sich auch immer größere Logiklöcher, die denkende Menschen nur schwer ignorieren können. Je mehr man über die Entwicklung der Geschichte grübelt, desto weniger Sinn ergibt sie. Doch nachdenken soll man zu diesem Zeitpunkt vermutlich ohnehin nicht mehr, sondern eher mit der rennenden und schreienden Jennifer Lawrence mitfiebern. Da auch das Finale komplett vorhersehbar bleibt, dürften jedoch nur Teenager ohne jegliche Thriller-Erfahrung so etwas wie Spannung verspüren. Alle anderen werden sich weder fragen, ob die Protagonistin überlebt, noch welche der Nebenfiguren das Ende des Films erleben, sondern lediglich bemüht aufmerksam auf den Abspann warten.

Mein Fazit

„House At The End Of The Street“ ist ein durchschnittlich inszenierter Thriller, dessen einzige Überraschung darin besteht, dass er trotz guter Voraussetzungen keine einzige Überraschung bietet. Für Thriller-Frischlinge sicherlich keine totale Zeitverschwendung, aber beileibe auch kein Film für die Ewigkeit.

Meine Wertung: 5/10

Zum Schluss hier noch der Link zur offiziellen Filmseite und der Trailer:

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=oQ6NxsxSwc8]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

1.259 Beiträge
1 Folgende(r)

Kategorien

Archiv

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner