Drei Filme im Kino gesehen, aber keine einzige Review geschrieben? Oh oh … Da mir gerade die notwendige Zeit fehlt, und wenig immer noch besser ist als nichts, hier immerhin ein paar kurze Worte zu meinen drei letzten Kinobesuchen:
Oblivion
Jeden Tag kämpft Jack (Tom Cruise) für die Rettung der Menschheit. Oder besser gesagt für das, was von ihr übrig geblieben ist. Nach einem Atomkrieg gegen außerirdische Angreifer ist die Erde nahezu unbewohnbar, die wenigen Überlebenden haben sich auf Raumstationen zurückgezogen. Um den Abbau der dringend benötigten Ressourcen sicherzustellen, kontrollieren, beschützen und reparieren Jack (Tom Cruise) und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) die technische Infrastruktur, die immer wieder von den außerirdischen Scavs angegriffen wird. Doch schon länger plagen Jack leise Zweifel an seiner Mission. Als ein Raumschiff mit menschlichen Überlebenden abstürzt, kommt Jack einem unfassbaren Geheimnis auf die Spur …
Lang lang ist’s her, dass ein Film mit Tom Cruise so euphorisch aufgenommen wurde. Und ich frage mich: Warum ausgerechnet dieser Film? Zugegeben, die Optik ist phänomenal. Jede Einstellung ist ein wahrer Augenschmaus und die visuellen Effekte sind ebenso wie die Soundeffekte über alle Zweifel erhaben. Doch ein episches Meisterwerk ist „Oblivion“ weiß Gott nicht. Dafür fehlt dem Film schlicht die Eigenständigkeit, denn letztlich ist „Oblivion“ nicht viel mehr als ein Best of zahlreicher mal mehr mal weniger bekannter Science-Fiction-Filme. Ich verzichte an dieser Stelle auf eine Aufzählung, da alleine die Nennung der Titel schon zu viel über die Story verraten würde. Diese ist nämlich gar nicht schlecht und zweitweise sogar recht überraschend – sofern man die offensichtlichen Vorbilder nicht kennt. Spaß bereitet der Film aber allemal. Gut geklaut ist halt immer noch besser als schlecht erfunden …
Meine Wertung: 7/10
Der unglaubliche Burt Wonderstone
Einst waren Burt (Steve Carell) und Anton (Steve Buscemi) die beliebtesten Magier in Las Vegas, heute sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Freude an der Magie haben die beiden bereits vor Jahren verloren. Als der aufstrebende Straßenmagier Steve Gray (Jim Carrey) auftaucht, ist es mit den gut besuchten Vorstellungen endgültig vorbei. Nach einem heftigen Streit infolge eines missglückten Tricks trennen sich die Wege von Burt und Anton. Doch den Zauber der Magie können die beiden nur gemeinsam wiederfinden …
Steve Carell als arroganter Entertainer, der seine Mitmenschen wie Dreck behandelt und dadurch alles zu verlieren droht. Steve Buscemi als optisch wenig ansprechender Naivling, der stets im Schatten seines besten Freundes steht. Und Jim Carrey als schmerzbefreiter merkbefreiter Magier, der sich für nichts zu schade ist, solange es nur die Sensationsgier des Publikums befriedigt. Mehr braucht es nicht für 100 Minuten beste Kinounterhaltung, die einige der bösesten Witze seit langem bietet und mir damit mehrfach Lachtränen in die Augen trieb. Gut, die Geschichte leidet wie so ziemlich jede Komödie an ihrer Vorhersehbarkeit, doch das mindert den Spaß bis hin zu dem obligatorischen Happy End nicht im Geringsten! Wer auch nur ansatzweise Interesse an (schwarzen) Komödien und Magie hat, sollte diesen Film auf keinen Fall verpassen!
Meine Wertung: 8/10
Mama
Nachdem er seine Frau erschossen hat, fährt der verzweifelte Familienvater Jeffrey (Nikolaj Coster-Waldau) mit seinen beiden Töchtern Victoria (Megan Charpentier) und Lilly (Isabelle Nélisse) in die Wildnis. Dort möchte er erst die beiden und dann sich selbst töten, doch ein Geist kommt ihm zuvor und nimmt sich der Kinder an. Jahre später werden Victoria und Lilly völlig verwildert gefunden. Ihr Onkel Lucas (ebenfalls Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Jessica Chastain) nehmen die beiden bei sich auf. Doch mit den beiden Mädchen haben sich Lucas und Annabel auch den beschützenden Geist in ihr Haus geholt. Und Mama reagiert sehr eifersüchtig auf die neuen Eltern …
Hach, es geht doch nichts über atmosphärische Gruselfilme der alten Schule. Und genau um solch einen handelt es sich bei „Mama“. Zumindest in den ersten 80 Minuten. Was Regie-Neuling Andrés Muschietti hier an Szenen auffährt, ist eine helle Freude. Mal unheimlich und bedrohlich, dann wieder einfühlsam und herzerwärmend, wechselt der Film gekonnt zwischen Gruselfilm und Drama hin und her – nicht zuletzt dank der tollen Darsteller, von denen insbesondere Megan Charpentier und Isabelle Nélisse als tragisches Geschwisterpaar sowie Jessica Chastain als Mutter wider Willen in Erinnerung bleiben. Zu schade, dass die Geschichte im letzten Drittel etwas konfus gerät und die Computereffekte im Finale die Oberhand gewinnen, wodurch der Film spürbar an Atmosphäre einbüßt. Dennoch schaffte es „Mama“, mir am Ende Tränen der Rührung in die Augen zu treiben. Und das schafft wahrlich nicht jeder Gruselfilm!
Meine Wertung: 7/10
Erinnert ihr euch noch an das Jahr 1995? 1995 war das Jahr, in dem Sylvester Stallone sich als Judge Dredd versuchte. Und scheiterte. Als Big-Budget-Trash betrachtet, ist Danny Cannons Comicverfilmung zwar durchaus unterhaltsam, doch der düsteren Vorlage wird der Film kaum gerecht. Zu weichgespült, zu bemüht auf cool getrimmt, mit einem äußerst nervigen Rob Schneider als Sidekick – und dann auch noch ein Judge Dredd, der die meiste Zeit des Films ohne Helm agiert. Nein, das war nicht der Film, den sich die Fans erhofft hatten. Ob der 2012 von Regisseur Pete Travis inszenierte „Dredd“ mit Karl Urban in der Hauptrolle besser abschneidet, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …
Meine Meinung
Sah der 95er „Judge Dredd“ noch vergleichsweise billig aus, so ist „Dredd“ eine optischer Augenschmaus. Das Design des Films ist schlicht hervorragend, wobei insbesondere die Szenen in Erinnerung bleiben, in denen die Wahrnehmung der Figuren durch die Droge Slo-Mo verzerrt ist. Die weichgezeichneten und knallbunten Szenen stellen einen starken Kontrast zu dem ansonsten düsteren und schmutzigen Look des Films dar und bieten zudem einige der besten 3D-Effekte der letzten Monate. Die zahlreichen Actionszenen sind gut und vor allem äußerst brutal inszeniert, haben allerdings außer Schießereien nicht viel zu bieten, was auf Dauer dann doch etwas monoton wirkt. Auf ein spektakuläres Action-Highlight muss man ebenso verzichten wie auf eine originelle Handlung oder einen stetig steigenden Spannungsbogen. Vielmehr wirkt der Film wie ein Videospiel, in dem sich der Held Level für Level durch dieselben Gegnerscharen kämpft, bis er dann dem Endgegner gegenüber steht. Prinzipiell ist dagegen nichts einzuwenden, doch hätte ich mir hierbei ein wenig mehr Abwechslung gewünscht.


