FilmrĂŒckblick KW 20

Nachdem es in KW 19 mit Filmen mau aussah, habe ich letzte Woche wieder ein bisschen Zeit im Heimkino verbracht:

Mortal Kombat (2021)

Um sich den Sieg beim bevorstehenden Mortal Kombat zu sichern, schickt Shang Tsung (Chin Han) den Ninja Sub-Zero (Joe Taslim) zur Erde, um die dortigen Champions noch vor Beginn des Turniers zu töten.

Toll choreographierte und erfreulich brutale KĂ€mpfe, ĂŒberraschend sympathische Figuren, witzige Oneliner (Kano ist der Hammer und stiehlt echt jede Szene) – ja doch, ich hatte mit dem Reboot erstaunlich viel Spaß. Dass das titelgebende Turnier erst in der bereits angeteaserten Fortsetzung stattfinden wird und sich der Film dadurch eher wie ein Prequel anfĂŒhlt, ist zwar irgendwie schade, hat mich aber nicht wirklich gestört. Das originale Mortal-Kombat-Theme hingegen hĂ€tte gerne etwas öfter (bzw. ĂŒberhaupt mal) zum Einsatz kommen dĂŒrfen …

Meine Wertung: 8/10

Army of the Dead (2021)

Kurz bevor das von Zombies ĂŒberrannte, hermetisch abgeriegelte Las Vegas mit einer Atombombe zerstört werden soll, begibt sich der Ex-Söldner Scott (Dave Bautista) mit einem Team in die Stadt, um im Auftrag des Casino-Besitzers Bly Tanaka (Hiroyuki Sanada) dessen in einem Safe lagernden 200 Millionen Dollar zu sichern.

Gelungene Mischung aus Action-, Horror-, und Heist-Film (in dieser Reihenfolge), die mit gut aufgelegten Darstellern, jeder Menge schwarzem Humor und einem angemessenen Gore-Gehalt punktet, der mit zunehmender Laufzeit aber leider auch ein wenig die kreativen Ideen ausgehen. Dass speziell das Ende nicht so recht zum vorherigen Geschehen passen will, sorgt noch mal fĂŒr ein paar AbzĂŒge in der B-Note. Insgesamt aber dennoch ein großer Spaß!

Meine Wertung: 8/10

Verleugnung (2016)

Weil sie ihn in ihrem Buch als Holocaust-Leugner bezeichnet, reicht der selbst ernannte Historiker David Irving (Timothy Spall) in England eine Verleumdungsklage gegen die Professorin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) ein. Statt sich auf einen Vergleich zu einigen, zieht Lipstadt vor Gericht – und sieht sich plötzlich damit konfrontiert, beweisen zu mĂŒssen, dass der Holocaust tatsĂ€chlich stattgefunden hat.

Spannendes Justizdrama nach einem wahren Fall, dessen Thematik und grundsĂ€tzliche Aussage auch heute noch brandaktuell ist. Toll gespielt und teilweise recht bedrĂŒckend inszeniert – wer sich auch nur ansatzweise fĂŒr Gerichtsfilme (oder den Umgang mit Holocaust- bzw. Faktenleugnern) interessiert, sollte dem Film eine Chance geben.

Meine Wertung: 9/10

Unhinged – Außer Kontrolle (2020)

Als wÀre ihr Tag nicht schon mies genug, gerÀt Rachel (Caren Pistorius) an einer roten Ampel mit dem Psychopathen Tom Cooper (Russell Crowe) aneinander, der daraufhin Jagd auf sie und ihre Familie macht.

„Unhinged“ hĂ€tte ein richtig guter Thriller werden können – wĂ€ren da nicht der Anfang und das Ende. WĂ€hrend die ersten 5 Minuten komplett unnötig sind, viel zu viel ĂŒber Cooper verraten und dem Film dadurch einen betrĂ€chtlichen Teil der Spannung rauben, wird das Geschehen in den letzten 20 Minuten so unglaubwĂŒrdig, dass ich die ganze Chose leider nicht mehr ernst nehmen konnte. Wirklich schade, denn im Mittelteil macht der Film vieles richtig, bietet durchaus den einen oder anderen sowohl spannenden als auch ĂŒberraschenden Moment und kann zudem mit einem Russel Crowe punkten, der den Psychopathen so abgrundtief böse spielt, dass es eine wahre Wonne ist. Schade um das Potenzial. Wirklich sehr, sehr schade.

Meine Wertung: 6/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

FilmrĂŒckblick KW 18

Yummy (2019)

Eigentlich möchte Alison (Maaike Neuville) sich lediglich ihre BrĂŒste verkleinern lassen, doch als in der osteuropĂ€ischen Schönheitsklinik plötzlich Zombies durch die GĂ€nge schlurfen, mĂŒssen sie und ihr Freund stattdessen um ihr Leben kĂ€mpfen. Erfreulich absurd-makabere und kompromisslose Horrorkomödie mit schönen handgemachten Effekten – und der mit Abstand schlechtesten Synchronisation, die meine Ohren seit langer Zeit ertragen mussten. Aber gut, dafĂŒr kann der Film natĂŒrlich nichts – und auf eine gewisse Art war die Synchro ja irgendwie auch ganz unterhaltsam.

Meine Wertung: 7/10

Follow Me (2020)

WĂ€hrend sie einen exklusiven Escape Room in Russland spielen, mĂŒssen Cole (Keegan Allen) und seine Freunde feststellen, dass die RĂ€tsel tödliche Gefahren in sich bergen. „Escape Room“ trifft auf „Hostel“ und … nein, den anderen Titel zu nennen, wĂŒrde die ohnehin nur bedingt ĂŒberraschende Auflösung vorwegnehmen. Trotz einer (speziell fĂŒr Filmkenner) nicht zu leugnenden Vorhersehbarkeit und der zweifellos arg konstruierten Handlung ein durchaus atmosphĂ€rischer, böser kleiner Thriller.

Meine Wertung: 6/10

Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)

Teenagerin Nicole (Reese Witherspoon) verliebt sich in den charmanten David (Mark Wahlberg), nicht ahnend, dass dieser ein brutaler Psychopath ist. Ein typischer 90er-Thriller – und ja, das ist durchaus als Kompliment gemeint. Aus heutiger Sicht vielleicht etwas zu altbacken und unspektakulĂ€r, aber wer wie ich mit solchen Filmen aufgewachsen ist, wird ihn sicher auch heute noch zu schĂ€tzen wissen. Außerdem ist es irgendwie niedlich, die jungen Reese Witherspoon und Mark Wahlberg zu sehen. Hach, die Kleinen werden aber auch immer so schnell erwachsen …

Meine Wertung: 7/10

Guns Akimbo (2019)

Tja, hĂ€tte er mal lieber seine große Klappe gehalten: Weil er die Zuschauer des illegalen Streamingdienstes SKIZM, bei dem Kriminelle bis zum Tod gegeneinander antreten, beleidigt hat, bekommt der Nerd Miles (Daniel Radcliffe) Besuch vom Organisator. Dieser schraubt dem Hosenscheißer Waffen an die HĂ€nde und hetzt seine beste Killerin Nix (Samara Weaving) auf ihn – wĂ€hrend die Welt gebannt vom Bildschirm aus zuschaut. Zugegeben, subtiler Humor geht anders. Und ja, die immer mal wieder durchblitzende Gesellschaftskritik lĂ€sst sich nur mit Ă€ußerstem Wohlwollen als solche identifizieren. Aber hey, dafĂŒr macht der Film auf seine makabere, brutale und komplett sinnbefreite Art einfach nur Spaß – und so was muss halt auch einfach mal sein.

Meine Wertung: 8/10

SMS fĂŒr Dich (2016)

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Verlobten schickt Clara (Karoline Herfurth) zwecks TrauerbewĂ€ltigung Nachrichten an dessen Mobilfunknummer. Diese gehört inzwischen jedoch dem Journalisten Mark (Friedrich MĂŒcke), der sich prompt in die ihm unbekannter Absenderin verliebt. GrundsĂ€tzlich stehe ich deutschen Filmen eher skeptisch gegenĂŒber, aber Karoline Herfurth und insbesondere Nora Tschirner gehen einfach immer. Daher habe ich „SMS fĂŒr Dich“ einfach mal eine Chance gegeben – und wurde positiv ĂŒberrascht. Durchaus sympathisch und vergnĂŒglich, auch wenn die Amis es irgendwie einfach besser hinbekommen, den fĂŒr romantische Komödien typischen Kitsch und die unglaubwĂŒrdigen AbsurditĂ€ten organischer wirken zu lassen.

Meine Wertung: 7/10

Joker (2019)

Von der Gesellschaft enttĂ€uscht und im Stich gelassen, gibt der erfolglose Stand-up-Comedian Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) immer öfter seiner dunklen Seite nach – und wird so zum legendĂ€ren Joker. Die Bilder sind toll und Joaquin Phoenix spielt sich die Seele aus dem Leib, aber so richtig wollte der Funke bei mir dennoch nicht ĂŒberspringen. Die psychologischen und gesellschaftskritischen Aspekte werden viel zu oberflĂ€chlich behandelt, von den Unruhen auf den Straßen und der brodelnden AtmosphĂ€re habe ich absolut nichts gespĂŒrt und die Entwicklung vom isolierten EinzelgĂ€nger zum AnfĂŒhrer einer Revolution wirkte auf mich dann doch etwas zu weit hergeholt. Eine EnttĂ€uschung auf hohem Niveau.

Meine Wertung: 7/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Alles neu macht der Mai – oder auch: FilmrĂŒckblick KW 17

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin ĂŒbersĂ€ttigt. WĂ€hrend ich mich frĂŒher auf (fast) jeden neuen Film gefreut habe, platzt meine Watchlist dank Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, … inzwischen aus allen NĂ€hten. Von meinen noch nicht geschauten Filmen auf DVD und Blu-ray fange ich lieber gar nicht erst an. Dieser stĂ€ndige Nachschub an (oftmals „leider“ auch noch interessanten) Filmen sorgt dafĂŒr, dass es sich fĂŒr mich immer mehr wie Arbeit anfĂŒhlt, dem Nachschub Herr zu werden.

Das ist auch der Grund, wieso hier seit fast einem Jahr nichts passiert ist: Da ich schon mit dem reinen Schauen kaum bis gar nicht hinterherkomme, liegt meine Motivation, ĂŒber die „abgearbeiteten“ Filme auch noch zu schreiben, knapp ĂŒber Null. Andererseits macht es mich aber natĂŒrlich auch traurig, mein Blog so dahinsiechen zu lassen. Immerhin stecken hier viele Jahre Arbeit (und Erinnerungen) drin.

Daher werde ich jetzt mal einen Mittelweg versuchen, soll heißen: Ich veröffentliche wöchentlich eine kurze Zusammenfassung, welche Filme (und ggf. Serien) ich geschaut und wie sie mir gefallen haben. Die Betonung liegt hierbei auf „kurz“, denn ich werde jeweils nur ein … zwei … drei … wenige SĂ€tze schreiben. Sollte ich das BedĂŒrfnis verspĂŒren, ĂŒber einen Film doch mal mehr zu schreiben, kann ich diesem immer noch einen eigenen Blogbeitrag widmen.

Mal schauen, vielleicht kommt so ja auch die Motivation zurĂŒck. Schon wĂ€hrend ich diese Zeilen tippe, merke ich, dass mir das Bloggen ĂŒber Filme doch irgendwie fehlt … aber bevor ich jetzt rĂŒhrselig werde, lege ich lieber mit meinem ersten WochenrĂŒckblick los – wobei dieser tatsĂ€chlich extrem kurz ausfĂ€llt, denn letzte Woche habe ich gerade mal zwei Filme geschaut:

Run (2020)

Die auf den Rollstuhl angewiesene 17-jĂ€hrige Chloe (Kiera Allen) findet heraus, dass ihre Mutter (Sarah Paulson) ein dĂŒsteres Geheimnis vor ihr verbirgt. Bei den Kritikern kam dieser knackige Thriller zwar nur mĂ€ĂŸig gut an, doch bei mir hat er durchaus einen Nerv getroffen: Angenehm straff inszeniert (90 Minuten Laufzeit sei Dank), stark gespielt, trotz vorhersehbarer Auflösung hochspannend und zuweilen bitterböse – was soll ich sagen: Ich habe eine SchwĂ€che fĂŒr „kleine“ Thriller wie diesen!

Meine Wertung: 8/10

Die Mitchells gegen die Maschinen (2020)

Als eine KĂŒnstliche Intelligenz mit Hilfe von Robotern die Kontrolle ĂŒbernimmt, muss eine Durchschnittsfamilie ihren Road Trip unterbrechen, um die Menschheit zu retten. Toll und insbesondere originell animiertes Familienabenteuer, bei dem ich mehrmals vor Lachen TrĂ€nen in den Augen hatte, das aber durchaus auch rĂŒhrende Momente zu bieten hat. Ein echter Volltreffer – speziell fĂŒr (Film-)Nerds, die nicht nur die zahlreichen Anspielungen, sondern auch die Verbeugung vor dem Anderssein zu schĂ€tzen wissen dĂŒrften.

Meine Wertung: 9/10

Und das war’s auch schon fĂŒr diese Woche – wir lesen uns in sieben Tagen! Ach, und weil es heute so schön passt: May the 4th be with you!

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Better Watch Out“ (2016)

Der 12-jĂ€hrige Luke (Levi Miller) ist heimlich in seine fĂŒnf Jahre Ă€ltere Babysitterin Ashley (Olivia DeJonge) verliebt. Da Ashley kurz davor steht umzuziehen und die Stadt zu verlassen, nimmt Luke kurz vor Weihnachten all seinen Mut zusammen und offenbart ihr seine GefĂŒhle, die Ashley jedoch nicht erwidert. Als plötzlich Unbekannte vor dem Haus auftauchen und die beiden terrorisieren, sieht Luke seine große Chance gekommen, Ashley zu beweisen, dass er doch der Richtige fĂŒr sie ist …

Was. Zum. Teufel. Ich habe keine Ahnung, wieso ich diesen Film erst jetzt gesehen habe, aber ich könnte mich dafĂŒr ohrfeigen, mir damit so viel Zeit gelassen zu haben. Was ich damit sagen möchte: „Better Watch Out“ ist gut, RICHTIG gut, und zĂ€hlt fĂŒr mich zu den grĂ¶ĂŸten positiven Überraschungen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht zuletzt, da der Film nicht wirklich das ist, was man als Zuschauer zu Beginn vermutet. Die so spannende wie wendungsreiche Geschichte ist abgrundtief böse, der makabere Humor tiefschwarz und die Darsteller haben sichtlich Spaß an ihren Rollen. Ohne Übertreibung: Ich habe mich die kompletten 90 Minuten lang köstlich amĂŒsiert – in den letzten Minuten des Films dĂŒrfte ich so ein breites Grinsen im Gesicht gehabt haben, dass ich vermutlich auch als Joker durchgegangen wĂ€re. Da zĂŒcke ich doch gerne vergnĂŒgt die Bestwertung! 🙂

Meine Wertung: 10/10

„Better Watch Out“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

Auch wenn ich den Trailer hier wie immer verlinke: Tut euch selbst einen Gefallen und schaut ihn euch nicht an. Er verrĂ€t einfach zu viel von der Handlung …

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=OWoTkVbwRiQ]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Tyler Rake: Extraction“ (2020)

Als der Sohn eines indischen Drogenbarons von einem Konkurrenten entfĂŒhrt wird, engagiert die Familie den erfahrenen Söldner Tyler Rake (Chris Hemsworth), um den Jungen zu befreien. Der Befreiungsversuch gelingt, doch auf dem Weg aus der Stadt wird Tyler von seinem Auftraggeber verraten. Auf sich alleine gestellt und von den Gefolgsleuten zweier Kartelle gejagt, versucht Tyler, den Jungen irgendwie in Sicherheit zu bringen …

Ein aufrechter Söldner und Massen an Gegnern – manchmal braucht es nicht mehr fĂŒr einen unterhaltsamen Filmabend. „Tyler Rake: Extraction“ ist ein geradliniger Actionfilm alter Schule, der das Rad sicherlich nicht neu erfindet, mir aber dennoch unheimlich viel Spaß bereitet hat. Die wuchtige und erfreulich abwechslungsreiche Action ist knĂŒppelhart inszeniert, bleibt jederzeit erfreulich ĂŒbersichtlich und speziell die scheinbar schnittlose Sequenz im Mittelteil finde ich durchaus beeindruckend choreographiert. Die Figuren bleiben bei all dem Actiongewitter zwar etwas auf der Strecke, bekommen aber dennoch den einen oder anderen kleinen Moment zugesprochen – nicht genug, um ihnen wirkliche Tiefe zu verleihen, aber genug, um einem als Zuschauer nicht völlig egal zu sein. Wobei Chris Hemsworth, völlig zu recht, die Sympathien ja eh immer auf seiner Seite hat. Und mehr Tiefe können die Macher seiner Figur dann ja immer noch in der (hoffentlich demnĂ€chst bestĂ€tigten) Fortsetzung verleihen – ich wĂ€re definitiv wieder dabei!

Meine Wertung: 8/10

„Tyler Rake: Extraction“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=TBLSKAp6ngY]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ (2013)

Mit acht Jahren verletzt Prinzessin Elsa, die ĂŒber die Kraft verfĂŒgt, Schnee, Eis und Frost zu erzeugen, ihre kleine Schwester Anna versehentlich beim Spielen. Um andere Menschen vor Elsa zu schĂŒtzen, entscheidet sich die Königsfamilie fĂŒr ein zurĂŒckgezogenes Leben. Da Elsa die meiste Zeit in ihrem Zimmer verbringen muss und Anna die wahren GrĂŒnde hierfĂŒr nicht kennt, entzweien sich die Geschwister mit der Zeit. Als Elsa nach dem Tod der Eltern zur Königin gekrönt wird, kommt es wĂ€hrend der Feierlichkeiten zwischen den Schwestern zu einem Streit, in dessen Folge Elsa unbeabsichtigt einen ewigen Winter ĂŒber das Königreich ausbrechen lĂ€sst und sich in einen Eispalast zurĂŒckzieht. Nun liegt es an Anna und dem EisverkĂ€ufer Kristoff, das Königreich zu retten …

Nachdem ich ihn nun endlich gesehen habe, muss ich leider sagen: Ich habe keine Ahnung, wieso ausgerechnet dieser Animationsfilm so unfassbar erfolgreich war. Ja, die Technik ist beeindruckend, aber davon ab bietet „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ absolut nichts, was ich in anderen Film nicht schon besser gesehen hĂ€tte. Die Figuren sind sympathisch, haben aber keine echte Tiefe und wirken teilweise extrem beliebig und austauschbar. Speziell Kristoff ist nahezu eine 1:1-Kopie von Flynn aus „Rapunzel – Neu verföhnt“, wobei dessen Pferd Maximus deutlich mehr Charakter hat als Kristoffs Rentier Sven (das dafĂŒr definitiv den cooleren Namen trĂ€gt). Die Geschichte selbst reißt keine BĂ€ume aus, der Humor ist allzu deutlich auf die Kleineren unter uns ausgelegt und die Lieder wirken stellenweise so bemĂŒht in die jeweilige Szene integriert, als hĂ€tten die Macher zwingend möglichst viele Musical-Vorlagen schaffen wollen.

Versteht mich bei all dem Gemeckere bitte nicht falsch: Der Film ist dennoch kurzweilig, speziell fĂŒr Kinder durchaus unterhaltsam und tricktechnisch wie gesagt beeindruckend – aber zu den großen Meisterwerken des Animationsgenres zĂ€hlt er fĂŒr mich nicht.

Meine Wertung: 6/10

„Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ kann derzeit bei Disney+ geschaut werden.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=ddWbQLYjU3c]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „I, Tonya“ (2017)

Im Alter von 24 Jahren zĂ€hlt sie zu den besten EiskunstlĂ€uferinnen der Welt – bis ihre Karriere 1994 durch einen Zwischenfall wĂ€hrend der Vorbereitungen zur US-amerikanischen Meisterschaft jĂ€h beendet wird. In RĂŒckblenden erzĂ€hlen Tonya Harding (Margot Robbie), ihre Mutter LaVona (Allison Janney) und ihr Ex-Mann Jeff (Sebastian Stan), wie es so weit kommen konnte …

Ihr habt mit Eiskunstlauf nichts am Hut? Macht nix, ich auch nicht – und dennoch hatte ich mit dieser schwarzhumorigen Filmbiografie extrem viel Spaß. Wobei die Geschichte diesen trotz all ihrer AbsurditĂ€t eigentlich gar nicht hergibt. Tonya Harding, die der weißen Unterschicht angehört(e), erst von ihrer Mutter und spĂ€ter dann von ihrem Mann körperlich misshandelt wurde, hatte trotz ihres Talents wohl nie eine faire Chance. Und doch gelang es ihr, sich ganz nach oben zu kĂ€mpfen – ohne wirklich je dazuzugehören. Eine typische Aschenputtel-Geschichte, die in diesem Fall allerdings kein glĂŒckliches Ende nimmt. Die Komik entsteht dabei nicht zuletzt durch die verschiedenen Welten, die hier aufeinanderprallen: die White-Trash-Jugendliche mit dem losen Mundwerk und dem schlechten Umfeld auf der einen, die glattgebĂŒgelte Welt des professionellen Eiskunstlaufs auf der anderen Seite. Was dieser Kombination (und dem ĂŒber allem stehenden Klassenkampf) entspringt, ist teilweise so absurd, dass man kaum glauben mag, dass dies wirklich so passiert ist. Und mittendrin begeistern die fantastische Margot Robbie und eine nicht minder beeindruckende Allison Janney, die es irgendwie schafft, dass man als Zuschauer fĂŒr ihre eigentlich komplett unsympathische Figur irgendwie VerstĂ€ndnis entwickelt – grandios!

Meine Wertung: 9/10

„I, Tonya“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=FAflup9Wzig]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Game Night“ (2018)

Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) lieben Spieleabende mit ihren Freunden. Als Max‘ Bruder Brooks (Kyle Chandler) ĂŒberraschend zu Besuch kommt, lĂ€dt er die gesamte Gruppe zu einem ganz besonderen Krimi-Erlebnis ein, bei dem einer der Anwesenden im Laufe des Abends entfĂŒhrt wird, wĂ€hrend die restlichen Teilnehmer ihn anhand diverser Hinweise finden mĂŒssen. Als zwei vermummte Personen ins Haus eindringen und Brooks gewaltsam entfĂŒhren, gehen seine GĂ€ste davon aus, dass dies Teil des Spiels ist, und beginnen mit den Ermittlungen – nicht ahnend, dass sie gerade Zeuge einer echten EntfĂŒhrung geworden sind …

Was. FĂŒr. Ein. Spaß. Zugegeben, ich habe nicht wirklich viel erwartet, aber selbst wenn, wĂ€re ich vermutlich positiv ĂŒberrascht gewesen. „Game Night“ ist weit mehr als eine alberne Komödie und punktet mit sympathisch schrĂ€gen Figuren, trockenen Dialogen, ĂŒberzogener Situationskomik, grandiosen Running Gags, tiefschwarzem Humor und, jetzt kommt’s, einer erstaunlich intelligenten und tatsĂ€chlich ĂŒberraschenden, wenn auch natĂŒrlich absolut absurden Geschichte. Von der Besetzung begeistern insbesondere Jason Bateman und Rachel McAdams als von Gesellschaftsspielen besessenes Paar, wobei der heimliche Star des Film Jesse Plemons ist: Wie er den unfreiwilligen Außenseiter Gary spielt, der seit seiner Scheidung nicht mehr zu den geliebten Spieleabenden eingeladen wird, ist einfach unfassbar witzig und zugleich ziemlich tragisch. Dass speziell diese Figur nicht als bloßer Gag-Lieferant dient, rechne ich den Machern hoch an! Generell ist hier fast nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint – ein grĂ¶ĂŸeres Kompliment kann man einer vermeintlich simplen Komödie wie „Game Night“ eigentlich nicht machen.

Meine Wertung: 8/10

„Game Night“ kann derzeit bei Netflix geschaut werden.

Wie immer verlinke ich auch hier den Trailer, kann aber nur davon abraten ihn zu schauen. Lasst euch lieber komplett ĂŒberraschen – ihr werdet es nicht bereuen. Versprochen!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=aOOYdk-4nhg]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Servant – Staffel 1“

Seit sie ihren 13 Wochen alten Sohn Jericho verloren hat, leidet Dorothy (Lauren Ambrose) an einer schweren Psychose und hat den Bezug zur RealitĂ€t teilweise verloren. In der Hoffnung, damit Dorothys Trauma zu bewĂ€ltigen, kauft ihr Mann Sean (Toby Kebbell) auf Anraten einer gemeinsamen Freundin eine lebensechte Babypuppe. Als Dorothy wieder arbeiten möchte, engagiert das Paar die junge Leanne (Nell Tiger Free) als KindermĂ€dchen. Diese spielt perfekt mit und behandelt Jericho wie ein echtes Kind – zur großen Verwunderung Seans selbst dann, wenn Dorothy gar nicht im Haus ist …

Wer ein Apple-GerĂ€t sein Eigen nennt, hat derzeit die Möglichkeit, sich die Mystery-Serie „Servant“ auch ohne Abo anzuschauen – und wer M. Night Shyamalan mag, sollte diese Chance definitiv nutzen. Gerade mal 10 Folgen Ă  30 Minuten lang, eignet sich die erste Staffel von „Servant“ perfekt fĂŒr einen langen Mystery-Abend. Genre-Kenner erahnen zwar recht schnell, worauf die Chose hinauslĂ€uft, aber dennoch ist diese Mischung aus Drama, Thriller und Horror von Anfang bis Ende spannend, gut gespielt und zudem höchst atmosphĂ€risch inszeniert. Insbesondere Folge 1 und 9, bei denen M. Night Shyamalan nicht nur produziert, sondern auch Regie gefĂŒhrt hat, stechen positiv hervor, wobei speziell Folge 9 nichts fĂŒr schwache Nerven ist und einen menschlichen Horror zeigt, der selbst mich schlucken ließ. Wirklich schade ist eigentlich nur, dass die Staffel recht abrupt endet und viele Fragen offen lĂ€sst – bleibt zu hoffen, dass die bereits bestellte zweite Staffel diese auflöst …

Meine Wertung: 8/10

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Kurz abgehakt: „Sweetheart“ (2019)

Nach einem SchiffsunglĂŒck wird Jenn (Kiersey Clemons) an einer kleinen, tropischen Insel angespĂŒlt. Völlig auf sich gestellt, versucht die junge Frau lange genug zu ĂŒberleben, bis Hilfe eintrifft. Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet, denn jede Nacht kommt ein Monster an Land, das auf der Insel nach Nahrung sucht …

Zwar hatte ich vor einigen Wochen geschrieben, dass ich vorerst nur Filme vorstelle, die es bei einem der großen Streaming-Anbieter gibt, doch da ich gerade drei aktuelle Filme am StĂŒck geschaut habe, möchte ich meinen Senf auch hierzu kurz loswerden. Los geht’s mit dem gestern völlig ĂŒberraschend veröffentlichten Monster-Horrorfilm „Sweetheart“, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte, der aber direkt mein Interesse weckte – und ich sollte nicht enttĂ€uscht werden. Der Film bietet eine ĂŒberraschend clevere Heldin, nimmt sich selbst erfreulicherweise komplett ernst und verzichtet auf jeglichen erzĂ€hlerischen Ballast. Eine einsame Insel, ein unheimliches Monster, ein wehrhaftes Opfer – fertig ist der Film. Gerade mal knackige 82 Minuten ist diese aufs Wesentliche reduzierte Mischung aus „Cast Away“ und „Alien“ lang, wobei das Monster optisch eine schöne Hommage an „Der Schrecken vom Amazonas“ darstellt. Eine kleine Genre-Perle – nicht innovativ, aber in dem, was er sein möchte, nahezu perfekt.

Meine Wertung: 8/10

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=wlJwxYmfSuo]

Kommentieren | Permalink zum Beitrag

Fediverse

Kategorien

Archiv

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner