Wer nichts erwartet, wird auch nicht enttäuscht. Und manchmal sogar positiv überrascht. Ganz im Ernst: So abgrundtief schlecht, wie der Teenager-Grusler Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel gemacht wird, ist er nicht. Zugegeben, die Geschichte rund um ein paar Jugendliche, die sich durch den unbedachten Einsatz eines Hexenbretts ins Verderben stürzen, ist ideenlos. Unspektakulär. Vorhersehbar. Und in der Summe absolut belanglos. Aber nicht abgrundtief schlecht. Dafür ist der Film dann doch zu kurzweilig inszeniert und dank guter Kameraarbeit in seinen besten Momenten sogar fast so etwas wie atmosphärisch.
Nein, da habe ich wirklich schon schlechtere Filme gesehen. Deutlich schlechtere Filme …
Manuel Changho (Menggie Cobarrubias) ist ein korrupter Politiker, der sich nachts mit minderjährigen Prostituierten vergnügt. Gedeckt wird er dabei von seinem Chauffeur Marlon (Arnold Reyes), der Changhos Neigungen zwar verachtet, aufgrund seiner kranken Frau und der gemeinsamen Tochter Elvie (Ella Guevara) aber auf den Job angewiesen ist. Als Marlon eines Tages Elvie und Changhos Tochter Sophia von der Schule abholt, werden die drei von einer Entführerbande gestoppt, die es auf die Kinder abgesehen hat. Gemeinsam mit Changho und der Polizei versucht Marlon verzweifelt, seine Tochter zurückzubekommen. Doch schnell wird allen Beteiligten klar, dass es den Entführern um weit mehr geht, als nur um Geld …
Korruption, Kindesmissbrauch und die Hilflosigkeit der sozialen Unterschicht – nein, es sind keine einfachen Themen, die sich Regisseur Ron Morales für seinen zweiten Film ausgesucht hat. Und es ist durchaus beeindruckend, wie schonungslos und zugleich völlig selbstverständlich er diese Themen in Worte und Bilder fasst. Dabei verzichtet Morales glücklicherweise auf jegliche überstilisierten Bilder und verlässt sich optisch ganz auf das trostlose Bild der Realität, wodurch eine ebenso schmutzige wie glaubwürdige Stimmung entsteht. Dass mich „Graceland“ trotz des heiklen Themas, der gelungenen Atmosphäre und einiger menschlich zutiefst abstoßender Szenen, die sich mir tief in die Magengrube bohrten, nicht hundertprozentig packen konnte, liegt an den teilweise leider überfordert wirkenden Darstellern. Während Hauptdarsteller Arnold Reyes und Menggie Cobarrubias ihre Rollen durchaus glaubwürdig meistern, kratzen einige der Nebendarsteller zuweilen doch stark am Overacting, wodurch nicht nur ihre Rollen, sondern auch der Film einen Teil seiner Glaubwürdigkeit verliert.