Angeschaut: „10 Cloverfield Lane“ (2016)

Eine Kollegin im Urlaub, zwei Kolleginnen krank – und schon hieß es für 1 1/2 Wochen „Sven allein im Büro“. Der daraus resultierende Stress auf der Arbeit sorgte dafür, dass mir abends schlicht die Energie für Filme fehlte. Inzwischen sind die Kolleginnen von den Toten auferstanden, so dass nun bei mir so langsam wieder Ruhe einkehrt. Diese habe ich am Wochenende direkt genutzt, mir einen „freien“ Sonntag gegönnt und diesen mit den drei „Cloverfield“-Filmen verbracht. Wie mir der zweite Teil der (bislang nur lose zusammenhängenden) Reihe gefallen hat, erfahrt ihr … jetzt!

Worum geht’s

Nach einem schweren Autounfall wacht Michelle (Mary Elizabeth Winstead) im Bunker des mysteriösen Howard (John Goodman) auf. Dieser erklärt ihr, dass es einen Angriff gab, die Luft verseucht wurde und die Oberfläche voraussichtlich für Jahre nicht bewohnbar sei. Obwohl der ebenfalls im Bunker lebende Emmett (John Gallagher Jr.) Howards Geschichte bestätigt, bleibt Michelle skeptisch. Zumal Howard immer öfter zu aggressiven Ausbrüchen neigt …

Meine Meinung

Zwei Jahre lang habe ich es geschafft, alles zu meiden, was mit „10 Cloverfield Lane“ im Zusammenhang steht. Dementsprechend hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet. Und das war auch gut so, denn der Film lebt davon, dass man als Zuschauer nicht weiß, was als nächstes passiert und worauf die ganze Chose hinausläuft. Daher fällt es mir ehrlich gesagt auch schwer, nun über „10 Cloverfield Lane“ zu schreiben, denn ich möchte nichts verraten, was euren Spaß trüben könnte.

Vielleicht nur so viel: Die Atmosphäre ist herrlich bedrückend und der Film insgesamt von Anfang bis Ende spannend. Sauspannend. Außerdem sind die Darsteller grandios. Insbesondere der undurchsichtige John Goodman und die taffe Mary Elizabeth Winstead, die ich bereits in „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ und „The Thing“ in mein Herz geschlossen hatte und die meinen positiven Eindruck mit „10 Cloverfield Lane“ definitiv bestätigt hat. Und das Finale hat mir gar so gut gefallen, dass ich tatsächlich laut juchzend auf der Couch saß. Alleine beim Gedanken daran bekomme ich schon wieder ein fettes Grinsen im Gesicht – und Lust, den Film gleich noch mal zu schauen.

So, das muss als Empfehlung definitiv reichen. Um es noch mal ganz eindeutig zu formulieren: Schaut! Euch! Diesen! Film! An!

Mein Fazit

Extrem spannendes Kammerspiel mit tollen Darstellern und einem Finale, das mich laut jubeln ließ. Toll!

Meine Wertung: 9/10

Kurz abgehakt: „Prometheus – Dunkle Zeichen“ (2012)

Bei einer Expedition entdecken die Archäologen Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) Hinweise auf den Ursprung der menschlichen Existenz. In der Hoffnung, dort die „Konstrukteure“ der Menschheit zu finden, reisen Shaw und Holloway gemeinsam mit mehreren Wissenschaftlern zu dem fremden Planeten LV-223. Auf dem Planeten gelandet, findet die Gruppe jedoch nur Hinweise auf eine untergegangene Zivilisation …

Das soll er also sein, der Anfang zur Vorgeschichte des unbestrittenen Science-Fiction-Klassikers „Alien“. Mal abgesehen davon, dass ich niemanden kenne, der nach dieser Vorgeschichte gefragt hätte, was hat Ridley Scott sich dabei bloß gedacht? Klar, die Optik stimmt. Und nach einem etwas zähen Einstieg wird der Film, trotz etwas konfuser Geschichte, auch tatsächlich spannend. Aber diese Figuren. Diese Figuren. Ich habe wahrlich nichts dagegen, wenn in Filmen mal dumm und/oder egoistisch gehandelt wird, aber hier wird der Bogen definitiv überspannt. Spätestens im Finale, in dem eine Person auf freiem Feld von einem heranrollenden Objekt getötet wird, weil besagte Person lieber geradeaus davon läuft, statt einfach mal zur Seite zu springen, wusste ich nicht mehr, ob ich mir gerade einen ernst gemeinten Science-Fiction-Film oder nicht doch eher eine Parodie anschaue.

Wirklich schade um die zweifellos vorhandenen guten Ansätze …

Meine Wertung: 5/10

Ihr entscheidet – ich schaue! #3

Pünktlich um Mitternacht startet hiermit die dritte Runde von „Ihr entscheidet – ich schaue!“. Sofern es in den letzten zwei Stunden nicht plötzlich zu einer überraschenden Massenabstimmung gekommen ist, habt ihr euch dieses Mal für „10 Clovierfield Lane“ entschieden – was ich persönlich sehr begrüße, da der dritte Teil wohl demnächst bei Netflix starten soll und ich diesen dann direkt werde schauen können.

Außerdem sehe ich Mary Elizabeth Winstead seit „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ und „The Thing“ unheimlich gerne, weshalb ich mich gleich doppelt darüber freue, dass die Wahl auf diesen Film gefallen ist. Danke euch! 🙂

Hier nun direkt die nächsten Filme, aus denen ihr wählen dürft – wählt weise! 😉

Welcher Film darf's als nächstes sein?

  • Ghost in the Shell (2017) (63%, 5 Votes)
  • Enemy (2013) (25%, 2 Votes)
  • Im Herzen der See (2015) (13%, 1 Votes)
  • Sausage Party (2016) (0%, 0 Votes)
  • Die Mumie (2017) (0%, 0 Votes)

Bislang haben abgestimmt: 8

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Angeschaut: „Nocturnal Animals“ (2016)

Puh, das war knapp! Jeweils innerhalb von zwei Wochen möchte ich über den Film schreiben, den ihr für mich aussucht – und heute, am letzten Tag, habe ich es gerade noch so geschafft. Ja ja, ich weiß, ihr hattet euch gleich für zwei Filme entschieden. Den zweiten („Everest“) hole ich schnellstmöglich nach, versprochen. Zu meiner Verteidigung: Ich hatte, ungelogen, 1 1/2 Wochen lang mit starken Dauerkopfschmerzen zu kämpfen. Und ja, ich geb’s zu: In dieser Zeit wollte ich keine Filme schauen, die ich noch nicht kenne.

So, genug gejammert und verteidigt, los geht’s mit meiner (überdurchschnittlich umfangreichen) Review zu „Nocturnal Animals“!

Worum geht’s

Überraschend erhält Susan (Amy Adams) Post von ihrem Ex-Mann Edward (Jake Gyllenhaal), zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Das Paket enthält Edwards ersten Roman „Nocturnal Animals“, welchen er Susan gewidmet hat und deshalb wünscht, dass sie ihn zuerst liest.

Bereits nach den ersten Seiten ist Susan von der brutalen Geschichte fasziniert. In dieser werden Tony (ebenfalls Jake Gyllenhaal), seine Frau Laura (Isla Fisher) und deren Tochter India (Ellie Bamber) während einer nächtlichen Fahrt von dem psychopathischen Ray (Aaron Taylor-Johnson) und dessen Freunden von der Straße gedrängt. Tony wird von den Männern in der Wüste ausgesetzt, die Frauen verschleppt. Am nächsten Tag finden Tony und der raubeinige Polizist Bobby Andes (Michael Shannon) ihre Leichen …

Während sie den Roman liest, erinnert Susan sich daran, wieso sie sich damals für Edward entschied, ihn dann aber später für einen anderen Mann verließ. Nach und nach wird ihr klar, dass die in „Nocturnal Animals“ erzählte Geschichte eine größere, sehr persönliche Bedeutung hat …

Meine Meinung

Wow, was für ein Film. Wobei, eigentlich sind es gleich zwei Filme in einem. Aufgeteilt in drei Ebenen. Klingt verwirrend, ist es aber nicht.

Den größten Teil des Films nimmt die Handlung des Romans „Nocturnal Animals“ ein. Dieser lässt sich am ehesten als klassischer Rape-and-Revenge-Stoff bezeichnen, auch wenn das schreckliche Verbrechen (zum Glück) nicht gezeigt wird. Die hier gezeigte Welt ist brutal, staubig, schmutzig – und voller Gefühle. Verzweiflung, Wut und Trauer sind ständige Begleiter des Geschehens.

Im Gegensatz dazu steht die (reale) Welt von Susan, die schon beinahe klinisch sauber und ohne jegliche Emotionen ist. Hier bleibt alles oberflächlich, nichts ist von echter Bedeutung. Wobei dies nur für die erste Ebene, die Gegenwart gilt. Durch Susans Erinnerungen an ihre Vergangenheit mit Edward, der zweiten Ebene, wird klar, dass auch sie mal ein anderes Leben kannte, dieses aber aufgab, weil es ihren Ansprüchen nicht genügte.

Anfangs scheinen beide Welten voneinander unabhängig zu sein, doch mit zunehmender Laufzeit wird klar, dass beide eine ähnliche Geschichte erzählen. Und unheimlich viel Spielraum für eigene Interpretationen lassen. Nein, „Nocturnal Animals“ ist kein Film zum Gucken und Abhaken. Vielmehr lädt der Film dazu ein, sich über zahlreiche Szenen Gedanken zu machen. Insbesondere über das Ende, dem ich gleich noch einen eigenen Absatz widme. Ganz wichtig: Diesen Absatz solltet ihr nur lesen, wenn ihr den Film geschaut habt!

„Ich glaube, du solltest über etwas anderes schreiben, als über dich selbst.“ rät Susan Edward an einer Stelle, woraufhin dieser erwidert „Niemand schreibt über was anderes als sich selbst.“. Spätestens nach diesem Dialog dürfte jedem klar sein, dass all die Gefühle, die Tony in dem Roman durchlebt, ein Spiegelbild der Gefühle sind, die Edward nach der Trennung von Susan verarbeiten musste. Die Verzweiflung ob des überraschenden Verlusts. Die Wut auf den Mann, der ihm alles genommen hat. Aber auch die Vorwürfe an sich selbst, für das, was ihm wichtig war, nicht genug gekämpft und dadurch versagt zu haben. Und natürlich auch die Selbstzweifel, als Mensch, und insbesondere als Mann, nicht gut genug zu sein.

„Ist das alles, was du mit deinem Leben vor hast? War’s das hier? Das ist es, oder was?“ fragt Susan Edward in derselben Szene. Und offenbart damit endgültig, dass Edward für sie nicht (mehr) gut genug ist. Gleich mehrfach wird Edward, insbesondere von Susans Mutter, als Schwächling bezeichnet, der Susan nicht genug bieten kann, was letztlich auch zur Trennung führt. Doch ist Edward wirklich schwach, nur weil er nicht nach dem strebt, was die Gesellschaft uns allen vorlebt? Die Gesellschaftskritik ist hier unübersehbar, zumal Susans Welt an Oberflächlichkeit nicht zu überbieten ist. Egal ob iPhone, Kollegin oder Partner, was nicht mehr hundertprozentig funktioniert, wird ohne zu zögern direkt ausgetauscht. Schöne heile Welt. Oder?

Die Welt in Edwards Roman „Nocturnal Animals“ hingegen zeigt ein anderes Bild. Hier wird nicht aufgegeben, sobald es mal nicht nach Plan läuft. Menschen werden nicht einfach fallengelassen, sondern unterstützen sich gegenseitig. Und leben ihre Werte, auch wenn diese moralisch fragwürdig bis abstoßend sind und dies gleich mehrfach Konsequenzen nach sich zieht. Ja, die Welt in „Nocturnal Animals“ ist rau, ungemütlich und bedrückend – aber sie ist ehrlich. Auf brutalste Art und Weise.

Beide Geschichten sind optisch eine Augenweide und auf ihre eigene Art spannend erzählt, zumal bis zum Ende hin offen bleibt, worauf das jeweilige Geschehen hinaus läuft und wie es für die Figuren endet.

Womit ich direkt zu den Darstellern komme – wobei ich gar nicht weiß, wen ich zuerst positiv erwähnen soll. Während Michael Shannon als knallharter Cop gewohnt souverän agiert, darf Aaron Taylor-Johnson eindrucksvoll beweisen, dass er weit mehr Talent in sich trägt, als ihm allgemein zugetraut wird. Seine Darstellung des psychopathischen Kriminellen ist abstoßend und faszinierend zugleich. Dass Amy Adams und Jake Gyllenhaal zu den Besten ihres Fachs gehören, ist kein großes Geheimnis. Dennoch möchte ich auch diese beiden positiv erwähnen, wobei mich insbesondere Adams kühle Art mal wieder extrem begeistert hat. Wie der von ihr gespielten Susan nach und nach klar wird, was aus ihr geworden ist, ist einfach beeindruckend gespielt.

Abschließend möchte ich noch den simplen, aber extrem eingängigen Score loben, den ich seit Sonntagabend hoch und runter höre. Es ist lange her, dass eine Filmmusik dies bei mir ausgelöst hat. Toll!

Das Ende - meine Interpretation

Am Ende hat Susan den Roman gelesen und möchte sich mit Edward in einem Restaurant treffen. Sie wartet – doch Edward erscheint nicht. Der Film endet.

Es gibt mehrere Theorien zu diesem Ende. Die wohl populärste ist die, dass der Roman eine Racheaktion von Edward ist, um Susan die Trennung von damals heimzuzahlen. Und sie dort im Restaurant hoffnungsvoll warten zu lassen, aber nicht zu erscheinen, ist der Abschluss dieser Rache.

Eine weitere Theorie lautet, dass der Roman als Abschiedsbrief zu verstehen ist und Edward nicht erscheint, weil er sich das Leben genommen hat. So wie auch Tony im Roman am Ende stirbt.

Ich werfe noch mal eine dritte Möglichkeit in den Raum: Meiner Meinung nach schreibt Edward den Roman, um Susan zu beweisen, dass sie sich in ihm geirrt hat. Zwar konnte er ihre Erwartungen damals nicht erfüllen, doch war er trotz aller Zweifel, auch der eigenen, stark genug, sich selbst treu zu bleiben, was letztlich zu diesem fesselnden, emotionsgeladenen Roman geführt hat. Dennoch ist Edward ein gebrochener, zutiefst verletzter Mann, der die Trennung nie überwunden hat. Deshalb bleibt er schlussendlich auch dem Treffen fern. Allerdings nicht, um Susan bewusst zu verletzen, sondern um zu verdeutlichen, dass der Mann, den Susan verlassen hat, damals innerlich gestorben ist. Und niemals zurückkehren wird.

Was haltet ihr von dieser Theorie?

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Mein Fazit

Faszinierende Mischung aus Rape-and-Revenge-Thriller und Beziehungsdrama, die mit tollen Darstellern, gelungener Gesellschaftskritik und einem unglaublich großen Interpretationsspielraum punktet. Ich bin begeistert!

Meine Wertung: 9/10

Media Monday #344

Neue Woche, neuer Media Monday. Und auch dieses Mal bin ich wieder (pünktlich) mit dabei, womit ich tatsächlich den kompletten Januar durchgehalten habe. Nur noch 11 weitere Monate und ich habe mindestens einen meiner Vorsätze für 2018 durchgezogen …

1. Die Oscar-Nominierungen sind raus. Ich für meinen Teil freue mich auf die Oscar-Verleihung, weil diese traditionell den Beginn einer Urlaubswoche für mich bedeutet. Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass ich den einen oder anderen der nominierten Filme bis dahin geschaut bekomme. Andererseits kenne ich „Get Out“ – vielleicht reicht das ja schon … 😉

2. Nachdem ich die Auflösung/den Twist von „Identität – Identity“ kenne, reizt mich der Film/die Serie so überhaupt nicht mehr, denn die Auflösung ist zwar durchaus originell, entwertet meiner Meinung nach aber die Figuren. Außerdem kommt die Auflösung viel zu früh, was mir die Spannung schon damals im Kino ruiniert hat.

3. Könnte es nicht bitte viel mehr Filme geben wie etwa „Happy Deathday“? Ich persönlich finde nämlich, dass sympathische Gute-Laune-Horrorkomödien mit einem gewissen Grundniveau viel zu selten das Licht der Welt erblicken.

4. Mit ____ habe ich mal wieder zu einem wirklich außergewöhnlichen Buch gegriffen, denn ____. Was soll ich sagen: Ich habe leider seit Ewigkeiten kein außergewöhnliches Buch mehr gelesen … 🙁

5. Eine „ältere“ Serie zu beginnen, von der es bereits X Staffeln gibt, ist für mich seit Jahren Standard. Serien von Anfang an zu verfolgen, ist bei mir hingegen eher die Ausnahme. Mal schauen, vielleicht fange ich irgendwann sogar noch mit „Game Of Thrones“ an. Oder mit „Breaking Bad“. Oder mit „Lost“. Oder mit …

6. Wenn schon alles adaptiert wird, wieso gibt es dann noch keine Umsetzung zu F. Paul Wilsons Handyman-Jack-Reihe? Schließlich schreit dieser Antiheld förmlich danach, auf die große Leinwand gebracht zu werden.

7. Zuletzt habe ich „Nocturnal Animals“ geschaut und das waren sehr intensive zwei Stunden, weil mich der Film in zahlreichen Momenten an mein eigenes Leben erinnert hat. Eigentlich wollte ich direkt danach noch einen zweiten Film schauen, aber dieser muss nun erst mal warten …

Kurz abgehakt: „Showgirls“ (1995)

Die junge Nomi (Elizabeth Berkley) reist nach Las Vegas und tanzt bzw. schläft sich hoch – von der einfachen Stripperin zum gefragten Showgirl. Ende der Geschichte.

In „Scream 2“ beantwortet Filmfreak Randy die Frage nach seinem Lieblingshorrorfilm mit „Showgirls. Wirklich beängstigend!“. Und jetzt weiß ich endlich auch, was er damit meint. Denn auch wenn „Showgirls“ kein Horrorfilm ist, gruselig ist er definitiv.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Darsteller, allen voran Elizabeth Berkley und Kyle WTF? MacLachlan, spielen, als stünden sie unter Drogen. Unter schlechten Drogen. Unter extrem schlechten Drogen. Eine Story ist praktisch nicht vorhanden – und falls doch mal so etwas wie eine Handlung durchschimmert, ist diese schlicht dämlich und nur selten nachvollziehbar. Der Film besteht praktisch nur aus Provokationen, Arschlöchern (im charakterlichen Sinn), schlechten Dialogen, unfreiwillig komischen Sexszenen (der Pool, DER POOL!) und Brüsten. Zugegeben, aus vielen und sehr schönen Brüsten. Das ist allerdings, und war es auch schon in der Zeit vor YouPorn, für einen unterhaltsamen oder gar interessanten Film schlicht nicht genug. Zumindest nicht für diejenigen unter uns, die ihre Pubertät bereits hinter sich haben.

Erschreckend, was für einen Unfug Paul Verhoeven und Joe Eszterhas da zusammengezimmert haben …

Meine Wertung: 2/10

Media Monday #343

Seit nunmehr exakt einer Woche plagen mich (inzwischen unfassbar nervige) Kopfschmerzen. Nehmt es mir also bitte nicht übel, wenn mein Text zum Media Monday #343 relativ kurz ausfällt. Ich möchte einfach nur so schnell wie möglich wieder zurück auf die Couch und mich hinlegen …

1. Psychopathen in Film und Fernsehen sind meistens interessanter als ihre Gegenspieler.

2. „Das Leben ist schön“ steht schon ewig auf meiner Liste, aber ich war bislang nie in der richtigen Stimmung für diesen Film.

3. Im Moment bin ich ja, was Videospiele angeht, voll und ganz dem Genre Rollenspiele verhaftet, denn außer „The Elder Scrolls V: Skyrim“ und „Diablo III“ spiele ich derzeit so gut wie nichts.

4. Anthologie-Serien, die je Folge oder Staffel eine eigenständige Geschichte erzählen kenne ich so gut wie keine. Spontan fällt mir nur „True Detective“ ein.

5. Seit „Get Out“ hat mich lange nichts mehr so begeistert, schließlich fand ich den Film so gut, dass ich ihn direkt zwei Mal hintereinander geschaut habe.

6. Lange Bahnfahrten nutze ich meistens, um Musik zu hören.

7. Zuletzt habe ich darauf verzichtet, Filme zu gucken, die ich noch nicht kenne und das war eine Entscheidung aus Vernunft, weil ich bedingt durch die Kopfschmerzen die Filme eh nicht genießen könnte.

Kurz abgehakt: „Das Grauen kommt um Zehn“ (1979)

Immer wieder ruft ein Unbekannter bei der Babysitterin Jill (Carol Kane) an und fragt sie, ob sie nach den Kindern gesehen habe. Jill alarmiert die Polizei, doch als diese herausfindet, dass die Anrufe aus demselben Haus kommen, ist es bereits zu spät. Zwar erscheint die Polizei gerade noch rechtzeitig, um Jill vor dem Angriff des Psychopathen zu retten und ihn festzunehmen, doch die Kinder sind bereits tot. Sieben Jahre später kann Curt (Tony Beckley) aus des psychiatrischen Anstalt fliehen – und dann klingelt bei Jill, inzwischen selbst Mutter, wieder das Telefon …

Der auch unter dem Originaltitel „When a Stranger Calls“ bekannte „Das Grauen kommt um Zehn“ ist definitiv ein merkwürdiger Zwitter von einem Film. So ist er in den ersten 20 und den letzten 15 Minuten ein extrem spannender Thriller und gehört in diesen Minuten definitiv zu dem Fesselndsten, was ich bislang aus dieser Zeit gesehen habe. In der Stunde dazwischen hingegen ist der Film ein behäbiges, schon beinahe analytisches Psychogramm eines sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlenden Mörders und seines Jägers. Leider wollen diese beiden Geschichten nicht wirklich ineinandergreifen, so dass „Das Grauen kommt um Zehn“ zwar definitiv ein ambitionierter Film ist, mich als Gesamtwerk trotz interessanter Ansätze und guter Darsteller jedoch weder als Thriller noch als Drama überzeugen konnte.

Ich geb’s nur ungern zu, aber das 2006er-Remake hat mir mit seiner schnörkellosen Art deutlich besser gefallen.

Meine Wertung: 5/10

Angeschaut: „Downsizing“ (2017)

Als ich Anfang des Monats „Happy Deathday“ im Kino schaute, wollte es der Zufall, dass unmittelbar nach dem Ende dieser Vorstellung die wöchentliche Sneak startete. Und da ich schon im Kino war, nahm ich diese dann auch gleich mal mit. Gezeigt wurde „Downsizing“, welcher morgen offiziell in Deutschland anläuft. Worum es in dem Film geht und ob sich der Besuch meiner Meinung nach lohnt, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Überbevölkerung und Ressourcenknappheit sind schon lange ein Problem, nun haben norwegische Forscher die Lösung gefunden: das Downsizing. Bei diesem Verfahren werden Menschen auf ungefähr 12 Zentimeter geschrumpft, wodurch sie zwangsläufig weniger Ressourcen benötigen bzw. verbrauchen. Positiver Nebeneffekt: Da zum Herstellen von Waren weniger Rohstoffe benötigt werden, ist das eigene Vermögen auf einen Schlag deutlich mehr wert.

Nachdem sie sich auf einer Feier mit ihrem geschrumpften Freund Dave (Jason Sudeikis) unterhalten haben, entscheiden sich auch Paul (Matt Damon) und Audrey (Kristen Wiig) dafür, sich dieser nicht umkehrbaren Prozedur zu unterziehen. Doch nach dem Downsizing muss Paul erkennen, dass diese Entscheidung nicht die Lösung aller Probleme war …

Meine Meinung

Ich beginne direkt mit einer Warnung: Solltet ihr euch „Downsizing“ anschauen wollen, weil ihr eine lockere Komödie wie „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ erwartet, in der sich kleine Menschen vor großen Gefahren retten müssen: lasst es! Die Verkleinerung der Menschen dient hier nicht als Witzelieferant, sondern lediglich als Mittel zum Zweck, um Protagonist Paul (und somit auch uns als Zuschauer) zum Nachdenken über sich selbst und die Welt im Allgemeinen zu bewegen. Dementsprechend ist „Downsizing“ trotz einiger lustiger Szenen auch keine echte Komödie, sondern eher ein Drama und eine Gesellschaftssatire, die mich das Kino ziemlich nachdenklich verlassen ließ.

Nachdenklich zum einen, weil in dem Film vieles angesprochen wird, was sich auf das reale Leben übertragen lässt. In einer Szene zum Beispiel wird die Frage aufgeworfen, ob verkleinerte Menschen bei Wahlen dasselbe Stimmrecht haben sollten wie „normale“ Menschen. Schließlich tragen kleine Menschen in ihre verkleinerten Welt deutlich weniger zur Gesellschaft bei. Wer jetzt spontan sagt „ja, stimmt eigentlich“, sollte sich überlegen, ob er auch bei uns dafür wäre, z. B. armen Menschen weniger Wahlrecht einzuräumen, nur weil ihre schwächere Kaufkraft weniger zur Wirtschaft beiträgt. Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele bringen, würde damit aber der Geschichte des Films vorgreifen, weshalb ich darauf verzichte. Glaubt mir einfach, wenn ich schreibe, dass es in dem Film viele solcher Situationen gibt. Glücklicherweise verzichtet der Film größtenteils darauf, die Antworten gleich mitzuliefern, so dass man als Zuschauer gezwungen ist, sich selbst mit gewissen Themen auseinanderzusetzen.

Nachdenklich zum anderen aber auch, weil der Film zwar handwerklich toll gemacht ist (die Verkleinerung zum Beispiel ist grandios inszeniert), die verschiedenen Schwerpunkte aber so unausgeglichen angelegt sind und die Geschichte teilweise so wirr erzählt wird, dass ich keine Ahnung habe, was ich von „Downsizing“ letztendlich halten soll. Für eine Komödie ist der Film nicht witzig genug, für eine Gesellschaftssatire nicht bissig genug. Am ehesten funktioniert „Downsizing“ noch als Drama, in dem ein Mann versucht, seinen Platz im Leben und letztlich auch sich selbst zu finden. Matt Damon spielt diesen Mann zwar gewohnt souverän, doch ist seine Figur stellenweise so naiv, verunsichert und beeinflussbar, dass sie schon wieder unglaubwürdig wirkt. Die von Christoph Waltz und Hong Chau gespielten Figuren sind da um Welten besser getroffen.

Selbst heute, ungefähr zwei Wochen später, habe ich mir noch kein abschließendes Urteil über „Downsizing“ gebildet. Aber ich denke nach wie vor über den Film nach. Vermutlich ist dies das größte Kompliment.

Mein Fazit

Gut gespielte, aber leider etwas unausgegorene Mischung aus Komödie, Drama und Gesellschaftssatire, bei der die Verkleinerung eigentlich nur eine unwesentliche Rolle spielt und lediglich der Auslöser für einen mal witzigen, meist aber eher bitteren Selbstfindungstrip ist.

Meine Wertung: 6/10

Deutscher Trailer zum Actionthriller „The Foreigner“ mit Jackie Chan und Pierce Brosnan erschienen

Klingt wie ein Film mit Steven Seagal, beginnt wie ein Film mit Arnold Schwarzenegger, ist aber der Trailer zum neuen Actionthriller von Regisseur Martin Campbell („GoldenEye“, „Casino Royale“), in welchem sich Jackie Chan nach dem Tod seiner Tochter auf einen Rachefeldzug begibt. Welche Rolle Pierce Brosnan dabei spielt, wird sich zeigen …

Der Trailer sieht schon mal mehr als vielversprechend aus – die Blu-ray wird definitiv zeitnah in meine Sammlung wandern!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=HLcu8QlJClo]

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