Hard Candy

Einen schwierigen Stoff hat sich David Slade da für sein Regiedebüt ausgesucht:

Der 32 Jahre alte Fotograph Jeff lernt im Chat die 18 Jahre jüngere Hayley kennen. Trotz des Altersunterschieds beschließen die beiden, sich in einem Café zu treffen. Es wird geredet, es wird gelacht, und kurze Zeit später finden sich die beiden in Jeffs Wohnung wieder. Nach ein paar Gläsern Alkohol verliert Jeff das Bewusstsein, findet sich gefesselt auf einem Stuhl wieder und muss erkennen, dass Hayley nicht das unschuldige Mädchen ist, für das sie sich ausgegeben hat…

Bevor man sich diesen Film anschaut, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass er definitiv nicht für die breite Masse konzipiert wurde: Es gibt nur zwei Darsteller (okay, es gibt insgesamt fünf, aber die restlichen drei spielen in dem Film eine so untergeordnete Rolle, dass sie zu vernachlässigen sind), der Film besteht größtenteils aus reinen Dialogen und behandelt mit Pädophilie und Selbstjustiz zwei Themen, die bereits jeweils für sich alleine kontrovers genug sind.

Was den Zuschauer in „Hard Candy“ erwartet, ist ein Kammerspiel von erschreckender Intensität, ein Psychothriller, dessen Folterszenen zu keiner Zeit Selbstzweck sind und aufgrund der Tatsache, dass sie von einem „Kind“ ausgeführt werden, umso erschreckender wirken, zumal die größte Folter in diesem Film psychologisch und nicht körperlich ausgeführt wird.

Hinzu kommt, dass man als Zuschauer nie weiß, wem man seine Sympathie entgegenbringen soll: Ist Jeff wirklich pädophil, ja ist er sogar ein Mörder, oder ist Hayley nur ein psychisch kranker Teenager?

Da der Film sich beinahe ausschließlich auf die Darsteller verlässt, gebührt ihnen ein besonderes Lob: Ellen Page („X-Men 3“) und Patrick Wilson („Das Phantom der Oper“) spielen ihre Rollen äußerst glaubwürdig und verstehen es zu jeder Zeit, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, wobei mir Wilsons Darstellung des gepeinigten Jeff ein wenig mehr zugesagt hat (was allerdings auch an der Rolle an sich liegen mag).

Wenn es etwas gibt, was man dem Film zur Last legen könnte, dann die Frage, wie es für Hayley rein körperlich möglich ist, Jeffs Körper zu transportieren: Schon ihn auf den Stuhl oder Tisch zu heben, dürfte sich als sehr schwer (im doppelten Sinn) erweisen…

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass David Slade mit „Hard Candy“ ein beachtliches Regiedebüt abgeliefert hat, welches aufgrund seiner Thematik zwar für Diskussionen sorgen dürfte, durch sein minimalistisches Konzept aber weitaus tiefer unter die Haut geht, als manch anderer hochgelobter Film der letzten Zeit.

Wertung: 8/10

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The Sentinel – Wem kannst du trauen?

Drei Jahre ist es nun schon her, dass uns Michael Douglas mit seiner Anwesenheit auf der Leinwand beehrte – und auch wenn er in „The Sentinel“ gewohnt souverän spielt, stellt sich mir die Frage, ob er nicht vielleicht noch etwas länger hätte warten oder sich für seine Rückkehr zumindest eine andere Rolle hätte aussuchen sollen…

In „The Sentinel“ spielt Douglas Pete Garrison, einen Agenten des Secret Service, welcher sich ganz dem Schutz des Präsidenten (David Rasche – ja, genau: Sledge Hammer) verschrieben hat. Als es Anzeichen für ein Attentat und einen Verräter in den eigenen Reihen gibt, müssen sich sämtliche Agenten einem Lügendetektortest unterziehen. Da Garrison eine (verhängnisvolle?) Affäre mit der First Lady (Kim Basinger) hat, besteht er als einziger diesen Test nicht. Als vermeintlicher Verräter gejagt, macht er sich daran, seine Unschuld zu beweisen, den Verräter zu finden und das Attentat zu verhindern, stets verfolgt von seinem ehemals besten Freund David Breckinridge (Kiefer Sutherland) und seiner ehemaligen Schülerin Jill Marin (Eva Longoria).

Nach dem ersten Absatz mag man zwar das Schlimmste erwarten, aber eigentlich ist der Film nicht wirklich schlimm, sondern eher schlimm durchschnittlich: Es gibt nichts in dem Film, was man nicht schon in einem anderen Film (besser) gesehen hätte – ein wenig „Auf der Flucht“ dort, ein bischen „In The Line Of Fire“ hier, dazu noch ein Schuss „24“ und fertig ist der Fast Food-Film für zwischendurch. Nur zu blöd, dass es nicht mehr für die für einen Thriller wichtigste Zutat gereicht hat: Den Thrill.

Knapp eine Stunde dauert es, bis sich Garrison als vermeintlicher Verräter auf die Flucht begibt und der Film an Fahrt gewinnt – für einen Film dieser Art deutlich zu spät! Und selbst auf der Flucht will dann keine echte Spannung aufkommen, da die Geschichte viel zu gradlinig voranschreitet und es unserem Helden viel zu einfach macht. Ist das Finale dann erstmal überstanden, fragt man sich, ob der Film nicht auch gut einen TV-Film hätte abgeben können…

Schauspielseitig gibt es hingegen nichts zu beklagen: Michael Douglas spielt wie bereits erwähnt gewohnt souverän, während Kiefer Sutherland im Grunde nur einen umbenannten Jack Bauer spielt (was ja weiß Gott nichts Schlechtes ist). Kim Basinger und Eva Longoria dürfen gut aussehen (einmal für das reifere, einmal für das jüngere Publikum) und David Rasche beweist, dass er doch mehr kann, als mit seiner Susi zu sprechen: Ehrlich gesagt hat mir seine Darstellung des Präsidenten noch am besten gefallen – auch wenn ich die ganze Zeit auf eine kleine Anspielung auf seine Paraderolle gehofft hatte… 😉

Fazit: Ein durchschnittlicher Film, den man sich im Kino ansehen kann, aber gewiss nicht muss…

Wertung: 5/10

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Alibi – Ihr kleines schmutziges Geheimnis ist bei uns sicher

Es gibt Filme, die so unauffällig daherkommen, dass sie im Kino trotz guter Kritiken untergehen – einer dieser Filme ist die Krimi-Komödie „Alibi – Ihr kleines schmutziges Geheimnis ist bei uns sicher“:

Ray Elliott (Steve Coogan – „In 80 Tagen um die Welt“) hat ein neues Geschäftsfeld eröffnet: Er bietet seinen Kunden einen Alibi-Service, der es ermöglicht, den eigenen Partner ohne Risiko erwischt zu werden zu betrügen. Als einer seiner Klienten seinen Seitensprung aus Versehen tötet, Ray dank vertauschter Identität ganz oben auf der Liste der Verdächtigen landet, ein Auftragskiller seine Dienste für einen Mord buchen möchte und er selbst auf der Abschussliste eines Killers landet, muss er all sein Können aufbringen – und dann ist da auch noch seine neue Kollegin Lola (Rebecca Romijn – „X-Men“), die Gefühle in ihm weckt, die er längst verloren glaubte…

Ich gebe es zu: Ich mag solche Filme! Filme, die verworren sind, Filme, die viele kleine Geschichten erzählen, welche am Ende zusammenlaufen, Filme, die einen darüber grübeln lassen, ob und wie der Held es wohl schafft, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Und „Alibi“ ist ein Paradebeispiel für solch einen Film.

Bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt (James Marsden, Sam Elliott, Selma Blair, James Brolin, John Leguizamo, Jerry O’Connell, …), erzählt der Film die Geschichte eines Gauners, der sein Herz am rechten Fleck trägt und seinen Gegenspielern trotz seines unauffälligen Aussehens stets einen Schritt voraus ist.

Dass einem als Zuschauer eine gewisse Aufmerksamkeit abverlangt wird, liegt in der Natur dieser Filme, wobei es „Alibi“ hervorragend gelingt, diese Aufmerksamkeit durch eine zügige und unterhaltsame Inszenierung einzufordern, ohne dem Zuschauer das Gefühl zu geben, mit den zahlreichen Charakteren überfordert zu sein. Es macht einfach Spaß, die verschiedenen Personen kennenzulernen und zu rätseln, wie sie wohl in Rays Plan passen könnten…

Wer sich auch nur ansatzweise für Gaunerfilme interessiert und mal wieder einen Film sehen möchte, der sich wohltuend von den typischen Hollywood-Produktionen unterscheidet, dem sei „Alibi“ hiermit uneingeschränkt ans Herz gelegt.

Wertung: 8/10

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Slither – Voll auf den Schleim gegangen

Es gibt Filme, bei denen man sich fragen muss, ob und was sich die Verantwortlichen dabei bloß gedacht haben. Bei „Slither – Voll auf den Schleim gegangen“ muss man sich diese Frage auch stellen, allerdings nicht bezogen auf den Film, sondern bezogen auf den deutschen Untertitel: Solch einen Schwachfug hat dieser Film nämlich definitiv nicht verdient!

Zum Inhalt: Im benachbarten Wald einer Kleinstadt schlägt ein Meteorit ein, dessen parasitärer Inhalt alsbald Besitz von dem in der Stadt ansässigen Grant ergreift. In dessen Körper macht sich die außerirdische Lebensform nun auf, diverse Menschen als Brutkästen zu nutzen und schon bald wimmelt es in der Stadt von schleimigen Würmern und willenlosen Zombies. Sheriff Pardy, dessen Jugendliebe und Grants Ehefrau Starla, Bürgermeister MacReady sowie die junge Kylie versuchen verzweifelt, die Invasion zu stoppen…

Klingt nach einem typischen 80er-Jahre-Trash-Horrorfilm? Ist es auch, aber durchaus gewollt und verpackt im Mantel moderner A-Filme – und dieser Mantel steht dem Film verteufelt gut: Der Film nimmt sich glücklicherweise niemals ernst, sondern stellt eine reinrassige Horrorkomödie dar, die mit guten Effekten, einem tollen Hauptdarsteller und einem herrlich trockenen Humor zu punkten vermag.

Der aus „Body Snatchers“ und „Night Of The Creeps“ zusammengeklaute Film versteht es, trotz des Humors, welcher glücklicherweise niemals in Albernheiten abdriftet, Spannung und sogar ein wenig Grusel zu erzeugen – und trotz der 16er-Freigabe enthält der Film Szenen, deren Härte durchaus eine 18er-Freigabe rechtfertigen würden.

Absoluter Pluspunkt des Films ist jedoch Nathan Fillion: Der aus „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Firefly“ sowie dessen Kino-Ablegers „Serenity“ bekannte Darsteller trägt den Film dank seiner Mimik und Gestik beinahe alleine und macht Lust auf mehr. Alle anderen Darsteller leisten zweckmäßige Arbeit, fallen also weder besonders positiv noch negativ auf.

Fazit: Für Fans trashiger Horrorfilme ein Muss, alle anderen dürfen (wie eigentlich immer) gerne einen Blick riskieren.

Wertung: 9/10

Zum Schluss noch ein Hinweis: Wer den Film komplett sehen möchte, sollte bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben…

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The Da Vinci Code – Sakrileg

Ein Film, der anfing, nicht enden zu wollen…

Klären wir zunächst das Wichtigste: Ich haben den Roman nicht gelesen, kann also keinen Vergleich zwischen Roman und Film herstellen, weswegen sich meine FILMkritik ausschließlich um Ron Howards Interpretation des Stoffes dreht. Ob sein Werk der Vorlage gerecht wird, werde ich ggf. nachreichen, sobald ich das Buch, welches bereits seit Monaten auf meinem Nachttisch liegt, gelesen habe.

Doch worum geht es eigentlich, dass dieser Film bereits Wochen vor seinem Start so hohe Wellen schlug? Der Kurator des Pariser Louvre wurde ermordet, schaffte es aber, vor seinem endgültigen Ableben mysteriöse Symbole und Schriftzeichen auf dem Boden zu hinterlassen. Der gerade in Paris tätige Symbologe Robert Langdon wird zu Rate gezogen und kommt gemeinsam mit der Enkelin des Ermordeten einem Geheimnis auf die Spur, welches seit Jahrtausenden von der Kirche gehütet wird – und für das sie bereit ist, zu töten…

Zugegeben: Die Geschichte hat durchaus Potenzial, doch leider vermag der Film nur in den ersten 30 Minuten zu fesseln und geht alsbald in eine Schnitzeljagd über, die weder besonders spannend noch besonders interessant, aber immerhin kameratechnisch sehr schön eingefangen, erzählt wird. Was fehlt ist ein Spannungsbogen, z.B. in Form einer durch die Verschwörer immer größer werdende Bedrohung. So dümpelt die Geschichte vor sich hin, nicht wirklich langweilig, aber für einen Thriller definitiv zu langatmig und gedrosselt erzählt.

Hinzu kommt, dass der Film sehr vorhersehbar ist: Trotz Unkenntnis des Romans wird einem viel zu schnell klar, wer letztenendes die Fäden in der Hand hält und auf welche Erkenntnis das (kitschige) Ende zusteuert. Oder sollte ich sagen „auf welches Erkenntnis die (kitschigen) Enden zusteuern“? Denn ist die Identität des Drahtziehers geklärt und befinden sich unsere Helden in Sicherheit, folgen noch zwei weitere Geheimnisse, welche aufgrund der nun nicht mehr vorhandenen Bedrohung unnötig und zu aufgesetzt wirken, um noch fesseln zu können.

Worüber man kein schlechtes Wort verlieren kann, sind die Darsteller, welche ihre Rollen allesamt sehr gut ausfüllen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang Paul Bettany, der den Killer Silas perfekt verkörpert.

Was bleibt, ist ein zahnloser Thriller, der zwar mit einer interessanten Geschichte aufwarten kann, aber viel zu früh an Fahrt verliert und sein Potenzial damit verschenkt. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht…

Wertung: 5/10

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Date Movie

„Scary Movie 2“ war euch zu anspruchsvoll?
„Nicht noch ein Teenie-Film“ war auch zu tiefgründig?

Willkommen bei „Date Movie“!

Da der Film keinerlei Wert darauf legt, niveauvoll oder politisch korrekt zu sein, passe ich mich dem mal ausnahmsweise an:

Julia Jones ist fett, ungepflegt und legt die Männer reihenweise flach – was in diesem Zusammenhang bedeutet, sie in den Suizid zu treiben. Als Julia ihrem Traumprinzen begegnet, gibt es nur eine Lösung: Ab zu Hitch mit der Bitch! Einen Besuch in der Pimp My Car-Werkstatt und viele abgesaugte Liter Fett später steht Julia auch schon als Bachelor-Kandidatin vor ihrem Auserwählten. Verliebt, verlobt, verheiratet – doch vorher müssen noch die griechisch-indisch-japanischen Juden-Eltern der Tochter mit den Hippie-Eltern des Sohnes unter einen Hut gebracht, eine Hochzeitsparty mit Breitarsch Jell-O geplant und natürlich die ultimative Sex- und Silikonbombe Andy, welche ihren Ex-Freund nicht kampflos abgeben möchte, beseitigt werden!

Klingt schwachsinnig? Ist es auch! Und dabei leider nicht einmal witzig!

Eine Parodie jagt in den knapp 80 Minuten die nächste, leider ohne zu berücksichtigen, dass zu einem Witz normalerweise auch eine Pointe gehören sollte. Was bleibt ist eine Nummernrevue, die weit hinter ihren Möglichkeiten bleibt und dessen Witze nur selten bis gar nicht zünden, ja teilweise sogar nerven, weil sie grundlos in die Länge gezogen werden.

Ach ja: Wer dachte, dass mit den beiden oben genannten Filmen der Tiefpunkt des Beklopptenhumors erreicht sei, darf sich von „Date Movie“ eines besseren belehren lassen – aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt und spießig, um den diffizilen Humor eines Pickels zu erkennen, dessen Eiterstrahl beim Ausdrücken solch eine Wucht erzeugt, dass der bemitleidenswerte Pickelträger durch die Häuserwand geschleudert wird.

Das gibt einen Punkt für insgesamt zwei gelungene Lacher sowie einen für die halbnackte Sophie Monk – Frauen dürfen diesen Punkt gerne wieder von der Wertung abziehen!

Wertung: 2/10

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Das Omen (2006)

In der 6. Stunde am 6. Tag des 6. Monats wird er geboren…

1976 brachte Richard Donner mit „Das Omen“ einen Film in die Kinos, welcher sich neben Filmen wie „Der Exorzist“ und „Rosemaries Baby“ einen festen Platz im Olymp der religiös angehauchten Gruselfilme sichern konnte und dank seiner zeitlosen Inszenierung auch 30 Jahre später nichts von seiner Faszination verloren hat. Heute, marketingtechnisch geschickt auf den 6.6.06 gelegt, startet das Remake – und man fragt sich: Wieso?

Es gibt Filme, bei denen Remakes durchaus Sinn machen: Zum Beispiel lassen sich dank moderner Tricktechnik Szenen erzeugen, wie sie vor einigen Jahren undenkbar gewesen wären – als Beispiel sei an dieser Stelle „King Kong“ genannt. Ebenso gerechtfertigt sind Remakes, welche an das aktuelle Zeitgeschehen angepasst werden müssen, um die gewünschte Wirkung zu entfalten – siehe das Remake von „Dawn Of The Dead“.
Doch es gibt auch jene seltenen Filme, die selbst nach Jahrzehnten noch funktionieren wie am ersten Tag und bei denen ein Remake nur verlieren kann, und sei es noch so professionell gedreht. Auch dafür gibt es bereits ein prominentes Beispiel: „Psycho“ – und nun „Das Omen“.

Für alle, die die Geschichte noch nicht kennen: Das Ehepaar Robert und Katherine Thorn erwartet ein Kind, doch während der Geburt kommt es zu Komplikationen, in Folge dessen das Baby sein Leben verliert. Ein Priester bietet Robert die Möglichkeit, ein an demselben Tag geborenes Kind zu adoptieren, dessen Mutter bei der Geburt verstarb. Ohne Kenntnis seiner Frau, welche, wie Robert von dem Priester erfährt, durch die Komplikationen keine Kinder mehr bekommen kann, akzeptiert er den Vorschlag und nimmt das Baby als das Ihre an. Doch schon bald häufen sich seltsame Vorkomnisse: An Damiens fünften Geburtstag stürzt sich dessen Kindermädchen vom Haus, Tiere geraten in Damiens Gegenwart in Panik und sogar Katherine beginnt, sich vor ihrem eigenen Sohn zu fürchten. Als dann auch noch ein Priester versucht, Robert davon zu überzeugen, dass das Kind, welches er aufzieht, der Antichrist sei und ein Reporter ihm Fotos zeigt, auf denen man die Tode der Opfer vorhersehen kann, beginnt Robert, Nachforschungen über Damien anzustellen…

Wer die ’76er-Version von „Das Omen“ kennt, weiß, was einen erwartet: Das Remake gleicht dem Original wie ein Ei dem anderen und wurde nur marginal angepasst. Für diejenigen, die das Original noch nicht kennen, bietet der Film alles, was ein guter Gruselfilm bieten muss: Eine spannende Geschichte, eine bedrohliche Atmosphäre, geschickt platzierte (aber seltene) Schockmomente sowie eine handwerklich saubere Inszenierung mit guten Darstellern. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich bei dem Film um einen Grusel- und nicht um einen Horrorfilm handelt: Wie bereits beim Original liegt auch bei der aktuellen Version die Kraft in der Ruhe, was die MTV-Generation ein wenig abschrecken könnte. So dauert es seine Zeit, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt, welche teilweise mehr einem Krimi als einem Gruselfilm gleicht.

Wer wie ich das Original kennt, wird feststellen, dass das Remake zwar keineswegs schlecht, aber schlicht und ergreifend unnötig ist und mit Blick auf Richard Donners Klassiker keine rechte Daseinsberechtigung hat. Hierfür fehlte es dem Regisseur schlicht an Mut, um der Geschichte seinen Stempel aufzudrücken und neue Akzente zu setzen.

Wertung: 5/10

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Der Exorzismus von Emily Rose

Ich mag Horrorfilme, ich mag Gerichtsfilme – was also könnte mir mehr liegen, als ein im Horrorgenre angesiedelter Gerichtsfilm? Denn um nichts anderes handelt es sich bei diesem Film: Wer hofft, mit „Der Exorzismus von Emily Rose“ einen Horrorfilm im Stil eines „Der Exorzist“ zu sehen, dürfte die DVD alsbald recht enttäuscht wieder auswerfen.

Erzählt wird die Geschichte der 19-Jährigen Emily Rose, welche bei einem missglückten Exorzismus ums Leben kam. Für diesen Tod hat sich vor Gericht nun der Priester zu verantworten, der diesen Exorzismus durchführte – war Emily wirklich besessen? Hätte ihr Leben durch eine medikamentöse Behandlung gerettet werden können? Auch wenn Emilys Geschichte in Rückblenden aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, werden wir die Wahrheit niemals erfahren.

Doch ist es auch nicht die Frage, was nun tatsächlich geschah, sondern vielmehr die Frage nach der Möglichkeit und dem Glauben, die den Film antreibt: Darf ein Mensch verurteilt werden, wenn auch nur die Spur eines Zweifels an seiner Schuld besteht? Was sind wir bereit zu glauben? Und darf unser Glaube, oder besser unser Unglaube, über unser Urteilsvermögen bestimmen?

Intelligentes Kino, welches vieles dem Zuschauer überlässt und somit nicht für jeden geeignet ist – aber macht nicht gerade das den Reiz des Übernatürlichen aus?

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Silent Hill

Videospielverfilmungen sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits müssen sie es aus Gründen der Rentabilität schaffen, eine Geschichte zu erzählen (bereits daran scheitern einige), die auch für videospielunerfahrene Menschen interessant ist (und daran scheitern dann die meisten), andererseits dürfen sie sich nicht zu weit von ihrer Herkunft entfernen, da sonst die Zielgruppe verprellt wird. Vielen künstlerischen Totalausfällen stehen eine Hand voll relativ gelungener Beiträge gegenüber – „Silent Hill“ fällt zum Glück in die zweite Kategorie.

Wie bereits in den Spielen steht und fällt der Film mit der Bereitschaft, sich auf eine verworrene Geschichte bestehend aus Paralleluniversen, verschiedenen Zeitebenen und skurrilen Kreaturen einzulassen. Das Grundgerüst (Kind schlafwandelt und redet dabei von einem Ort Namens Silent Hill, zu dem sich die Mutter mit dem Kind aufmacht) tritt in dem Moment in den Hintergrund, in dem Silent Hill erreicht wird. Von hier an regieren abwechselnd Furcht und Verwirrung – bei der Protagonistin sowie beim Zuschauer: Solange die Sonne scheint, wird versucht, den eingestreuten Hinweisen nachzugehen und das Geheimnis um Silent Hill zu lösen – während der Dunkelheit hingegen regiert das pure Grauen, welches in Gestalt grausam entstellter Wesen über die Stadt hereinbricht.

So sehr ich die Regie von Christophe Gans („Crying Freeman“, „Pakt der Wölfe“) schätze, die düstere Atmosphäre von „Silent Hill“ bewundere und von dem Finale begeistert bin, umso mehr ärgern mich die unnötigen Schnitzer: So hätte auf den Subplot rund um den Ehemann, welcher sich auf die Suche nach Frau und Tochter begibt, getrost verzichtet werden können, da der Wechsel in unsere Realität die stimmige Atmosphäre jedes Mal erneut zunichte macht. Ebenso hätte dem Film eine etwas straffere Inszenierung nicht geschadet: Besonders im Mittelteil weist „Silent Hill“ einige Längen auf, die durchaus hätten vermieden werden können.

Was bleibt ist ein solider Beitrag zum Genre mit einem hervorragend gefilmten Finale, welches in seiner Art und Härte an „Hellraiser“ erinnert und für gewisse Längen entschädigt.

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Venom – Biss der Teufelsschlangen

Ja, okay, ich gebe es zu: Ich mag Slasher – seien es die älteren Exemplare wie die Freitag der 13.- und die Halloween-Reihe, oder die neueren Versionen wie „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ oder „Düstere Legenden“, die noch Jahre nach „Scream“ wie Pilze aus den Boden schossen. In den letzten Monaten jedoch war es wieder relativ ruhig in diesem Genre geworden, so dass ich mich auf „Venom – Biss der Teufelsschlangen“ umso mehr freute – und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht.

Zum Inhalt: Um den Seelen von Kriminellen den Aufstieg in den Himmel zu ermöglichen, wendet eine Voodoo-Priesterin ein Ritual an, in Folge dessen die dunklen Seiten der Seelen von Schlangen aufgenommen werden. Diese Schlangen werden in den Sümpfen Louisianas in einem Koffer aufbewahrt, doch aufgrund von geplanten Bauarbeiten sieht sich die Priesterin gezwungen, ein neues Versteck zu suchen. Es kommt wie es kommen muss: Auf einer Brücke gibt es einen Autounfall, die Schlangen können sich befreien und transferieren die dunklen Seelen in den unbeliebten, im Grunde jedoch anständigen, Truck-Fahrer Ray, welcher daraufhin als Untoter eine Spur des Grauens nach sich zieht und eine Jagd auf all jene beginnt, die sein Geheimnis aufdecken könnten.

Letztlich läuft es auch bei „Venom“ wieder auf das bewährte 10-Kleine-Negerlein-Prinzip hinaus, jedoch gibt es einiges, was diesen Film von anderen Genre-Vertretern positiv unterscheidet: Da hätten wir mit den Sümpfen Louisianas ein unverbrauchtes Setting, welches herrlich unheimlich daherkommt und wesentlich frischer wirkt als das x-te Campus-Gelände. Hinzu kommt, dass es diesmal kein Rätselraten um die Identität des Killers gibt: Viel wichtiger als der Killer an sich ist diesmal die Frage, wie man ein Wesen aufhalten soll, welches lediglich durch dunkle Magie angetrieben wird und über übermenschliche Fähigkeiten verfügt. Dass die Tötungsszenen relativ hart ausfallen und der Film weitestgehend auf Humor verzichtet, stellt sozusagen das Tüpfelchen auf dem i dar und sorgt für eine angenehm beunruhigende Atmosphäre.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist dies das unoriginelle und etwas plump daherkommende Ende – ein wenig mehr hätte ich mir dann doch gewünscht.

Slasher-Fans können ohne Bedenken zugreifen, alle anderen dürfen gerne einen Blick riskieren!

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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