Nach einem langen Arbeitstag ist mein Kopf meist ziemlich leer. Also noch leerer als ohnehin schon. Und viel ist da oben im Grunde eh nie los. Zum Glück gibt’s da draußen mehr als genug Filme, die perfekt zu so einem Zustand passen. Und so fiel meine Wahl für die heutige Abendunterhaltung auf die Thrillerkomödie „F*** Marry Kill“, die zwar keine anspruchsvolle, aber immerhin lockere Unterhaltung versprach. Spoiler: Sie konnte ihr Versprechen nicht halten.
Worum geht’s
Ein Serienmörder hat es auf junge Frauen abgesehen, die er über Dating-Apps kennenlernt. Von dem True-Crime-Podcast „Mark My Murder“ hat er daher den Spitznamen „Swipe Right Killer“ erhalten. Dies kann Eva (Lucy Hale) jedoch nicht davon abhalten, sich nach ihrer Trennung wieder ins Dating-Getümmel zu stürzen. Schnell lernt sie drei vielversprechende Kandidaten kennen. Doch dann mehren sich die Anzeichen, dass jeder von ihnen der Serienkiller sein könnte …
Meine Meinung
„F*** Marry Kill“ hätte so vieles sein können. Ein kritischer Kommentar zu dem aktuellen Dating-Zeitgeist. Eine sarkastische Abrechnung mit dem True-Crime-Boom. Und eine clevere Satire, die gleichermaßen Vorurteile wie auch Thrillerklischees aufs Korn nimmt. Leider ist „F*** Marry Kill“ nichts davon. Was der Film stattdessen ist: nervig. Unfassbar nervig.
Jede, wirklich absolut jede Figur ist seltsam, unsympathisch oder nervtötend. Oder gleich alles drei zusammen. Die eine mehr, die andere weniger. Selbst vermeintliche Sympathieträger zeigen im Verlauf des Films Verhaltensmuster, die selbst mich schreiend davonlaufen lassen würden – und dabei bin ich selbst eine Red Flag auf zwei Beinen. Dementsprechend war es mir unmöglich, mit den Figuren zu lachen, geschweige denn mit ihnen mitzufiebern. Keine Ahnung, wann ich zuletzt so eine Abneigung verspürt habe.
Leider funktioniert „F*** Marry Kill“ auch abseits der Figuren nicht sonderlich gut. Für eine Komödie sind die Gags zu lau, für einen Liebesfilm fehlt den Figuren die Chemie untereinander und für einen Thriller bietet die Geschichte nicht genug Spannung. Zumal die Identität des Killers komplett hanebüchen ist. Zwischendurch gibt’s auch noch ein paar vermeintlich zeitgeistkritische Szenen (Stichwort Wokeness oder Not all Men), aber die wirken genauso deplatziert wie die unlustigen Texteinblendungen, mit denen im Film neue Figuren vorgestellt werden.
Zugegeben, die Grundidee ist ganz interessant. Und ja, ich habe schon schlechtere Filme gesehen. Aber das alleine ist noch lange kein Qualitätsmerkmal.
Meine Wertung: 4/10
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