Geschaut: „Hunting Season“ (2025)

11. April 2026 | Filme und Serien | 0 Kommentare

Samstag. 12 Uhr. Die Sonne lacht, der Himmel erstrahlt in einem satten Blau. Perfekte Voraussetzungen, um die Vorhänge runterzulassen und „Hunting Season“ zu schauen, den neuen Actionthriller mit Mel Gibson.

Worum geht’s

Die junge Tag (Sofia Hublitz) lebt mit ihrem Vater Bowdrie (Mel Gibson) zurückgezogen im Wald. Eines Tages entdeckt Tag beim Angeln eine schwer verletzte Frau (Shelley Hennig), die ans Ufer getrieben wurde. Da die Unbekannte ihn anfleht, sie nicht ins Krankenhaus zu bringen, versorgt Bowdrie sie vorerst selbst. Wie sich herausstellt, wurde January, so ihr Name, durch ihre Mitbewohnerin unbeabsichtigt in die Machenschaften des örtlichen Drogenkartells hineingezogen. Als dieses erfährt, dass January noch am Leben ist, setzt dessen Anführer Alejandro (Jordi Mollà) alles daran, die unliebsame Zeugin endgültig zu beseitigen …

Meine Meinung

Man mag von Mel Gibson als Person halten, was man will, aber eines lässt sich nicht leugnen: Der Mann hat Charisma und wertet alleine mit seiner Präsenz jeden noch so durchschnittlichen Film auf. Womit ich nicht sagen möchte, dass „Hunting Season“ diese Aufwertung unbedingt nötig gehabt hätte. Nein, das wäre dem Film gegenüber ziemlich unfair. Überraschenderweise hatte ich damit nämlich erstaunlich viel Spaß. Und das, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) er viel ruhiger ist, als ich vermutet hatte.

Im Grunde ist die Genre-Einordnung als Actionthriller eine Mogelpackung. Ja, der Film enthält entsprechende Elemente, nimmt sich aber viel Zeit für die Charaktere und deren Beziehungen zueinander. Irgendwie ist er also auch ein Drama. Und wenn Mel Gibsons Bowdrie am Ende zum letzten Gefecht aufbricht, wohl wissend, dass er dieses vermutlich nicht überleben wird, dann erinnert „Hunting Season“ sehr an einen Western – Mexican Standoff inklusive.

Das Wichtige aber ist: Obwohl der Film kein klassischer Actionthriller und eher ruhig inszeniert ist, habe ich mich zu keiner Minute gelangweilt. Ganz im Gegenteil, die Zeit verging wie im Flug. Ich mochte die eher indirekt angespannte Atmosphäre, die dazu im Kontrast stehende beschauliche Umgebung, das langsame Zueinanderfinden der Figuren – und ja, auch die kurzen Momente, in denen Bowdrie dann doch zeigen darf, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Denn wenn er einmal zuschlägt, dann erfreulich konsequent und ohne Gnade. So muss das sein.

Mel Gibson ist auf Darstellerseite ganz klar das Highlight des Films, aber auch Sofia Hublitz und Shelley Hennig haben bei mir einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen. Jordi Mollà als Antagonist hingegen fällt ein wenig ab – seine Darstellung war mir etwas zu überzogen und wollte für mich nicht so recht zum Rest des Film passen.

Insgesamt erfindet „Hunting Season“ das Rad keineswegs neu und hätte durchaus ein wenig mehr klassische Spannung vertragen können. Dennoch muss ich sagen, dass ich durchaus angetan von diesem Film bin. Ich wünschte, alle in den DTV-Bereich abgestiegenen Altstars würden auf diesem Niveau abliefern.

Meine Wertung: 7/10

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Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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