Kurz abgehakt: „Underwater – Es ist erwacht“ (2020)

Als ihr Unterwasserlabor durch ein Beben schwer beschädigt wird, versuchen die wenigen Überlebenden die letzten funktionierenden Rettungskapseln zu erreichen. Auf dem Weg dorthin muss die Gruppe rund um Captain Lucien (Vincent Cassel) und Ingenieurin Norah (Kristen Stewart) feststellen, dass sie auf dem Meeresboden nicht allein ist …

Ich verrate euch jetzt was: Ich habe eine Schwäche für Horrorfilme, die auf dem, im oder auch unter Wasser spielen. Dementsprechend groß war meine Vorfreude, als ich von „Underwater – Es ist erwacht“ erfuhr, der nicht nur den Unterwasser-, sondern auch den Creature-Horror-Fan in mir bedient. Leider fällt das Ergebnis jedoch ein wenig ernüchternd aus. Nach einem furiosen Start wird der Film trotz guter Darsteller, bedrohlicher Atmosphäre und gelungener Effekte mit zunehmender Laufzeit leider immer beliebiger, was nicht zuletzt an den schwach ausgearbeiteten Figuren und einem Mangel an eigenen Ideen liegt. Genre-Liebhaber kommen bei dieser Mischung aus „Deep Star Six“, „The Descent“, „Cloverfield“ und „Alien“ dennoch auf ihre Kosten.

Meine Wertung: 6/10

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=mu1YnVcuNvM]

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Kurz abgehakt: „Knives Out – Mord ist Familiensache“ (2019)

Am Abend seines 85. Geburtstags nimmt sich der erfolgreiche Krimi-Autor Harlan Thrombey (Christopher Plummer) überraschend das Leben. Während die Polizei den Familienmitgliedern letzte Fragen zum Abend stellt, stößt Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) auf Ungereimtheiten und beginnt zu ermitteln …

Ich liebe klassische Krimis, bei denen man als Zuschauer rätseln darf, wer der Täter ist. „Knives Out – Mord ist Familiensache“ ist solch ein Krimi – und noch viel mehr. Er ist Krimi, Thriller, Komödie und Gesellschaftssatire in einem. Dazu noch clever geschrieben, ohne jegliche Längen inszeniert, grandios besetzt (u. a. mit Jamie Lee Curtis, Michael Shannon, Toni Collette, Don Johnson, Ana de Armas und Chris Evans) und mit sichtlicher Freude gespielt.

Das muss auch schon reichen, um euch von einem Kinobesuch zu überzeugen, denn ganz ehrlich: Je weniger man im Vorfeld weiß, desto besser. Vertraut mir einfach, dass es sich lohnt!

Meine Wertung: 9/10

Und falls ihr euch nun fragt, wieso ich „nur“ 9 Punkte vergebe: Auch wenn ich oft schmunzeln musste, hätte ich mir den Humor in „Knives Out“ insgesamt dann doch etwas abgedrehter gewünscht. So bleibt „Eine Leiche zum Dessert“ weiterhin mein Favorit – auch wenn dieser in eine etwas andere Richtung geht.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=GCuaZpSAw9g]

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Michelle – September 2019

„Was macht dieser „Einsiedler“ so anders, dass er immer wieder die menschliche Seite seiner Models einfängt?“

schrieb mir vor wenigen Tagen eine Fotografin bei Instagram, als wir uns darüber unterhielten, wieso es Menschen gibt, die den Wunsch haben, ausgerechnet mir beim Fotografieren über die Schulter zu schauen.

Zuallererst: Ich freue mich tierisch, dass meine Fotos anscheinend tatsächlich das zeigen, was ich auch zeigen möchte: den Menschen. Wenn das wirklich so rüberkommt, macht mich das sehr sehr glücklich!

Die Frage, was genau ich anders mache (oder ob überhaupt), kann ich euch jedoch nicht beantworten. Nicht, weil ich daraus ein Geheimnis machen möchte, sondern weil mir schlicht der Vergleich zu anderen Fotografen fehlt. Im Zweifel können euch die Models diese Frage besser beantworten als ich.

Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass ich absolut gar nichts Besonderes mache – ich behandle die Models einfach nur so, wie ich selbst auch behandelt werden möchte: wie einen Menschen. Und ich nehme mir Zeit. Viel Zeit. Insbesondere für das erste Shooting. Habe ich an einem Tag ein Shooting, ist dieser Tag hierfür grundsätzlich komplett geblockt. Keine Termine davor, erst recht keine Termine danach. Ich möchte den Kopf frei haben, um entspannt und ohne Zeitdruck in ein Shooting zu gehen. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jedes Shooting bei mir mehrere Stunden dauert. Aber ich möchte mir die Möglichkeit offen halten, in genau dem Tempo vorgehen zu können, das sich ergibt.

Außerdem versuche ich, die Menschen, die ich fotografiere, auch tatsächlich ein wenig kennenzulernen. Und dies gelingt mir nur, indem ich mit diesen Menschen auch ein wenig rede. Wie lange und worüber ist von Person zu Person unterschiedlich, aber die Themen ergeben sich glücklicherweise zwangsläufig von selbst. So ein Gespräch kann „oberflächlich“ (was keine Wertung sein soll) verlaufen, aber auch in die Tiefe gehen. Und damit das Gespräch nicht einseitig verläuft und einem Verhör gleichkommt, höre ich nicht nur zu (und ich höre wirklich zu, wie einige meiner Models schon erschrocken überrascht feststellten), sondern erzähle ebenso auch aus meinem Leben. Ich kann ja schlecht von einem Menschen erwarten, sich mir gegenüber zu öffnen, während ich selbst nicht bereit bin dasselbe zu tun. Schlussendlich möchte ich einfach nur, dass das Gespräch, so wie auch das gesamte Shooting, auf Augenhöhe stattfindet.

Dabei kann es selbstverständlich auch passieren, dass man total die Zeit vergisst. So wie mit Michelle im September. Es fing schon langsam an dunkel zu werden, als uns klar wurde, dass wir zwar stundenlang gequatscht, aber noch nicht ein einziges Foto geschossen hatten. Fürs gute Gewissen machten wir deshalb in kürzester Zeit ein paar Alibi-Fotos – Fotos, die ich im Nachhinein zu meinen Favoriten aus 2019 zähle.

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Kurz abgehakt: „Angel Has Fallen“ (2019)

Während eines Angelausflugs kommt es zu einem Drohnenanschlag, den nur Präsident Trumbull (Morgan Freeman) und Mike Banning (Gerard Butler) überleben. Da belastende Beweise gegen ihn auftauchen, hält das FBI Banning für den Täter. Doch dieser kann fliehen und setzt nun alles daran, die wahren Hintermänner ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen …

Nach „Olympus Has Fallen“ (der mir mit jedem Anschauen besser gefällt) und „London Has Fallen“ ist dies nun bereits der dritte Einsatz des unkaputtbaren Secret-Service-Agenten Mike Banning, wobei er sich dieses Mal in einer actionreichen „Auf der Flucht“-Variante austoben darf. Wobei „unkaputtbar“ nicht so ganz stimmt, denn wie wir zu Beginn des Films erfahren, hat Banning durchaus mit den Auswirkungen seiner bisherigen Einsätze zu kämpfen. Leider spielt dies für den Rest des Films keine Rolle mehr, so dass Gerard Butler sich einmal mehr als Ein-Mann-Armee (mit ein wenig Unterstützung) durch den Film schnetzeln darf. Die Chose wird dabei routiniert, aber komplett überraschungsfrei abgespult. Dasselbe gilt für die Action, die insgesamt zwar solide ausfällt, zuweilen jedoch etwas hektisch geschnitten ist und bei den CGI-Effekten einmal mehr enttäuscht. Aber das kennt man ja bereits aus den Vorgängern. Außerdem vergeht etwas zu viel Zeit, bis der Film so richtig in Schwung kommt – was durch einen gelungenen Showdown aber durchaus wieder ausgeglichen wird. Einen vierten Teil brauche ich nun aber wirklich nicht mehr.

Meine Wertung: 6/10

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=60tv7I3-y3E]

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Im Kino geschaut: „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“

Ursprünglich sollte dieser Beitrag unmittelbar nach dem Kinostart erscheinen, doch dann dachte ich mir, dass der Film definitiv auch noch 2020 im Kino laufen wird. Und womit könnte ich besser ins neue Blog-Jahr einsteigen, als mit meiner Review zum Finale der Skywalker-Saga?

Worum geht’s

In der Galaxie mehren sich die Gerüchte, dass Imperator Palpatine (Ian McDiarmid) die Zerstörung des zweiten Todessterns überlebt hat und im Geheimen nach neuer Macht strebt. Da Kylo Ren (Adam Driver) seine Rolle als Oberster Anführer der Ersten Ordnung gefährdet sieht, begibt er sich auf die Suche nach Palpatine. Doch auch die Rebellen haben von diesem Gerücht gehört – und so machen sich Rey (Daisy Ridley), Poe (Oscar Isaac) und Finn (John Boyega) auf den Weg, um eine mögliche Rückkehr Palpatines zu verhindern …

Meine Meinung

Von „Das Erwachen der Macht“ war ich damals recht angetan, von „Die letzten Jedi“ eher weniger. Das große Finale der Skywalker-Saga sortiert sich nun genau zwischen diesen beiden Filmen ein – oder anders formuliert: Die Geschichte der Skywalker-Familie hätte schlimmer enden können. Aber auch deutlich besser.

Es beginnt schon damit, dass die Rückkehr des Imperators erschreckend unspektakulär vonstattengeht. Dass Palpatine noch lebt, war seit dem Poster und dem Trailer zwar keine Überraschung mehr, doch wie diese Figur wieder ins Geschehen integriert wird, ist schon fast eine Schande und wirkt ein wenig so, als hätten die Macher nach Snokes Tod in „Die letzten Jedi“ nicht gewusst, wie sie diese Lücke nun schließen sollen. Die gewählte Hauruck-Einführung wirkt leider absolut nicht stimmig. Dabei hätte die Rückkehr des Imperators durchaus das Potential für einen Wow-Moment gehabt – wären z. B. die ersten Minuten aus „Der Aufstieg Skywalkers“ das Ende von „Die letzten Jedi“ gewesen, ich hätte dieses Ende und die Rückkehr Palpatines gefeiert. Aber hierzu hätte für diese Trilogie ein Gesamtkonzept existieren müssen – was bedauerlicherweise wohl nicht der Fall war.

Leider merkt man dies dem fertigen Film auch an. Insgesamt wird in „Der Aufstieg Skywalkers“ relativ viel Zeit dafür verwendet, Entscheidungen und Entwicklungen aus „Die letzten Jedi“ auf die eine oder andere Art zu korrigieren – was für mich, von der übereilten Einführung Palpatines mal abgesehen, auch erstaunlich gut funktioniert hat. Zugegeben, wirklich innovativ ist der Abschluss inhaltlich nicht geraten, doch aus dem Erbe, das „Die letzten Jedi“ hinterlassen hat, haben die Macher meiner Meinung nach noch das Beste herausgeholt.

Hierzu gehört für mich auch, dass der Film sich vornehmlich auf Rey und Ben aka Kylo Ren konzentriert. Zwar bekommen auch Poe und Finn genug Leinwandzeit spendiert (und dürfen endlich auch mal gemeinsam mit Rey als Team agieren), doch machen wir uns nichts vor: Viel mehr als bessere Sidekicks waren die beiden zu keiner Zeit. Die neue Trilogie ist ohne Zweifel die Geschichte von Rey und Ben, die sich nun zum letzten Mal ihrer Herkunft und ihrem Schicksal stellen müssen. Insbesondere Adam Driver läuft als innerlich zerrissener Ben hierbei einmal mehr zur Höchstform auf, während Daisy Ridleys Rey in vielerlei Hinsicht das Erbe Luke Skywalkers antritt und damit über den Tod des beliebten Jedi-Meisters hinwegtröstet.

Dass die Effekte auf dem aktuellen Stand der Technik sind, ist ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass auch in „Der Aufstieg Skywalkers“ erneut viel Abwechslung gepaart mit Fan-Service geboten wird. Das Highlight ist hierbei sicherlich der Lichtschertkampf zwischen Rey und Ben auf den Trümmern des zerstörten Todessterns. Dennoch muss ich zugeben, dass mich keine der Szenen so richtig mitgerissen hat – irgendwie fehlte mir einfach dieses kleine, erinnerungswürdige Etwas in der Inszenierung. Schwer zu beschreiben, aber vielleicht wisst ihr ja, was ich meine.

Nichtsdestotrotz hatte ich mit „Der Aufstieg Skywalkers“ definitiv meinen Spaß und verließ das Kino mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit. Eine Ära geht zu Ende – und ich bin wahrlich froh, dieses Ende im Kino erlebt zu haben.

Mein Fazit

Etwas mutloser Abschluss der Skywalker-Saga, der mich zwar nicht enttäuscht, aber leider auch nicht begeistert hat. Dennoch ein gelungenes Finale, das die Geschichte zu einem insgesamt dann doch überraschend versöhnlichen Ende führt.

Meine Wertung: 7/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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