Kurz abgehakt: „Dread“ (2009)

Die drei Studenten Quaid (Shaun Evans), Stephen (Jackson Rathbone) und Cheryl (Hanne Steen) planen eine Semesterarbeit über das Thema Angst und deren Entstehen. Doch während Stephen und Cheryl lediglich an einer aus Interviews bestehenden Videodokumentation interessiert sind, verfolgt der unberechenbare Quaid drastischere Ziele …

Puh, harter Tobak. Ein Wohlfühlfilm ist „Dread“ nicht. Definitiv nicht. Vielmehr ist er ein harter und überraschend kompromissloser Schlag in die Magengrube. Als perfides Psychospiel beginnend, entwickelt sich „Dread“ mehr und mehr in einen stetig unappetitlicher werdenden Terrorstreifen, der bei vielen Zuschauern durchaus nachwirken dürfte. Wie bereits „Midnight Meat Train“ beruht auch „Dread“ auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker – und fällt dementsprechend düster aus. Auch wenn mir sowohl die Geschichte, als auch der langsame Spannungsaufbau und der Fokus auf die Figuren ausgesprochen gut gefallen haben, so muss ich doch zugeben, dass ich mir „Dread“ vermutlich kein zweites Mal anschauen werde. Thematisch ist mir der Film tatsächlich zu düster, als dass ich ihn noch mal sehen müsste.

Meine Wertung: 8/10

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Kurz abgehakt: „Midnight Meat Train“ (2008)

Auf der Suche nach dem perfekten Foto streift der aufstrebende Fotograf Leon (Bradley Cooper ) jede Nacht durch die Stadt. Bei einem seiner Ausflüge wird er zufällig Zeuge, wie eine junge Frau von einer Gruppe Männer belästigt wird. Zwar kann Leon dem Mädchen helfen, doch wird am nächsten Tag ihre Leiche gefunden. Leon beginnt zu recherchieren und kommt einem geheimnisvollen Serienkiller (Vinnie Jones) auf die Spur, der seine Opfer in der nächtlichen U-Bahn tötet – und das aus einem ganz bestimmten Grund …

Wow! Selten habe ich einen so grandios gefilmten Horrorfilm gesehen. Gefühlt jede zweite Kameraeinstellung schreit förmlich danach, als Foto ausgedruckt und an die Wand gehängt zu werden. Für das Massenpublikum ist „Midnight Meat Train“ aufgrund seiner extremen und absolut kompromisslosen Brutalität dennoch nicht geeignet – zumindest nicht in der ungeschnittenen Fassung, die es definitiv in sich hat. Wer sich auf diese Brutalität einlässt, wird mit einer spannenden Geschichte (die übrigens auf einer Kurzgeschichte von Clive Barker beruht), einer extrem düsteren Atmosphäre, grandioser Kameraarbeit und tollen Darstellern belohnt. Als Haar in der Suppe fallen mir höchstens ein oder zwei CGI-Momente ein, die im Gegensatz zu den tollen handgemachten Effekten dann doch arg künstlich aussehen.

Nichtsdestotrotz: Ich bin begeistert!

Meine Wertung: 9/10

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Im Kino geschaut: „Star Wars: Die letzten Jedi“

Seit einem Jahr und zweieinhalb Monaten war ich nicht mehr im Kino. Bis heute. Denn seit heute läuft „Star Wars: Die letzten Jedi“ offiziell auf der großen Leinwand. Und wie es sich für einen alten „Star Wars“-Fan gehört, saß ich pünktlich zur Mitternachtsvorstellung im Kino. Inzwischen zeigt die Uhr 3:45 Uhr. Ich sitze wieder zu Hause und muss mich entscheiden, ob ich kurz zwei Stunden schlafen möchte oder stattdessen eine Review schreibe – und nach dieser direkt zur Arbeit gehe. Da ihr gerade diese Zeilen lest, ahnt ihr vielleicht bereits, wofür ich mich entschieden habe … 😉

Worum geht’s

Die Starkiller-Basis ist vernichtet, doch die Freude darüber währt nur kurz. Unter der Führung des Obersten Anführers Snoke (Andy Serkis) macht die Erste Ordnung gnadenlos Jagd auf den Widerstand. Während die von Generalin Leia (Carrie Fisher) angeführten Widerstandskämpfer versuchen, der Flotte von General Hux (Domhnall Gleeson) zu entkommen, bittet Rey (Daisy Ridley) den im Exil lebenden Luke Skywalker (Mark Hamill) um Hilfe. Doch dieser ist überzeugt davon, dass die Zeit der Jedi endgültig vorbei ist …

Meine Meinung

Puh, mir fehlen ein wenig die Worte. Und das ist leider nicht positiv gemeint. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen „Star Wars“-Film gesehen und bin nicht nur enttäuscht, sondern regelrecht … unzufrieden. Und je intensiver ich über den Film nachdenke, desto unzufriedener werde ich.

Dabei beginnt der Film durchaus vielversprechend mit einer gelungenen Raumschlacht und einem mal wieder extrem coolen, vielleicht sogar schon zu coolen Poe Dameron (Oscar Isaac). Schick anzusehen ist der packend inszenierte Beginn allemal und zeigt eindrucksvoll, was tricktechnisch so alles möglich ist.

Ist die erste Schlacht erst mal geschlagen, teilt sich der Film in drei parallel ablaufende Geschichten auf, was ihm definitiv nicht gut tut. So ist die Handlung rund um Finn (John Boyega) und Rose (Kelly Marie Tran) größtenteils überflüssig und bringt den Film nur minimal voran. Generell bremsen sich die drei Geschichten immer wieder gegenseitig aus, wobei ohnehin nur die Handlung rund um Rey, Ben bzw. Kylo Ren und Luke Skywalker wirklich interessant ausfällt und einige nette Überraschungen parat hält. Das Aufeinandertreffen von Rey und Ben markiert dann auch den spannendsten Moment des Films und stellt einen echten Höhepunkt dar.

Auch wenn dieser Höhepunkt gut als Finale gepasst hätte, ist „Die letzten Jedi“ danach (leider) noch nicht vorbei. Es folgen 40 weitere, überraschend holprig erzählte Minuten, in denen die Helden wieder zusammengeführt werden und eine letzte Schlacht bestreiten müssen. Allerdings verliert der Film hier ein wenig seine Nachvollziehbarkeit, wenn Figuren, Streitmächte und Explosionen immer genau dort auftauchen, wo sie für die Handlung gerade benötigt werden. Wieso, weshalb, warum – im Zweifel bitte nicht fragen, einfach hinnehmen.

Ebenfalls hinnehmen muss man den Humor, denn „Die letzten Jedi“ ist der bislang mit Abstand humorvollste „Star Wars“-Film und gleitet dabei teilweise auch schon mal ins Alberne ab. Ich fand’s jetzt nicht sooo schlimm, kann aber verstehen, wenn man sich daran stört. Stellenweise wirkt der Humor in der Tat ein wenig unpassend.

So, genug gemeckert, denn bei aller Kritik: Von einem Totalausfall ist „Die letzten Jedi“ zum Glück dennoch meilenweit entfernt. Der idealistischen und von Daisy Ridley toll gespielten Rey könnte ich stundenlang zugucken und auch Mark Hamill ist als granteliger Luke Skywalker eine helle Freude. Die Effekte sind erwartungsgemäß großartig, und auch wenn die Geschichte nicht optimal erzählt wird und zu viele unnötige Längen aufweist, erkenne ich durchaus an, dass die Macher versucht haben, sich nicht ausschließlich auf bewährten Pfaden zu bewegen. Wobei ich auch hier anmerken muss, dass viel Potenzial auf der Strecke bleibt und viele (bereits aus dem unmittelbaren Vorgänger offene) Fragen zu einfach aufgelöst werden. Verdammt, ich wollte doch nicht mehr meckern …

Mein Fazit

Tricktechnisch grandiose, aber etwas zu lang geratene und insbesondere zum Ende hin holprig erzählte Fortsetzung, deren drei Geschichten sich gegenseitig ausbremsen, statt sich voranzutreiben. Aber hey, Daisy Ridley und Mark Hamill rocken!

Meine Wertung: 6/10

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Das Leben findet einen Weg: Der erste Trailer zu „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ ist da!

Der Park ist Geschichte, nun sollen die noch lebenden Dinosaurier gerettet werden. Was, das erinnert euch ein bisschen an „Vergessene Welt: Jurassic Park“? Nun … ja schon … aber dieses Mal … gibt’s noch einen Vulkanausbruch dazu! „Jurassic Park“ trifft auf „Dante’s Peak“ könnte man sagen.

Was ich davon halten soll, weiß ich zwar noch nicht, aber da ich bislang alle „Jurassic Park“-Filme mehr als nur unterhaltsam fand, wird natürlich auch dieser geschaut. Zumal ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit Jeff Goldblum als Dr. Ian Malcolm freue. Auch wenn ich befürchte, dass sich sein Auftritt auf die Gerichtsverhandlung beschränken wird …

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=oLNVl6OHE6c]

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#Horrorctober-Film Nr. 6: „Patrick“ (2013)

Die junge Krankenschwester Kathy (Sharni Vinson) nimmt eine Stelle in einer Privatklinik an, die sich auf Komapatienten spezialisiert hat. Schnell wird Kathy klar, dass der leitende Arzt Dr. Roget (Charles Dance) die Abgeschiedenheit der Klinik nutzt, um unseriöse Experimente durchzuführen. Dabei schreckt er auch vor brutalen Methoden nicht zurück, wobei insbesondere der Körper des jungen Patrick (Jackson Gallagher) von Dr. Roget nicht geschont wird. Während Dr. Roget davon überzeugt ist, dass Patrick von den Experimenten nichts mitbekommt, erkennt Kathy Anzeichen dafür, dass Patrick bei vollem Bewusstsein ist. Und längst nicht so hilflos wie angenommen …

Okay, Hauptdarstellerin Sharni Vinson, die ich seit „You’re Next“ definitiv in mein Herz geschlossen habe, ist mal wieder eine Wucht – aber der Rest … puh. Ganz ehrlich, der Film ist so überzogen inszeniert, dass ich mich wiederholt gefragt habe, ob das noch gruselig oder bereits eine Parodie sein soll. Gute Ansätze sind dabei definitiv vorhanden. Nicht nur, dass die Klinik optisch durchaus zu überzeugen weiß, auch ist die Geschichte alles andere als uninteressant und entwickelt sich dann doch ganz anders, als ich erwartet hätte. Doch all die guten Ansätze werden durch Szenen ruiniert, die, auch dank des übertriebenen Scores, komplett over the top sind und dadurch (unfreiwillig?) komisch wirken. Irgendwie ein schräger Film. Und das ist dieses Mal leider kein Kompliment.

Meine Wertung: 5/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
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Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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