The Fast And The Furious: Tokyo Drift

Nach „The Fast And The Furious“ und „2 Fast 2 Furious“ folgt nun mit „The Fast And The Furious: Tokyo Drift“ der dritte Teil der besonders beim jüngeren Publikum recht beliebten Raser- und Tuningreihe – und im Gegensatz zum Großteil der Weltbevölkerung gefällt mir jeder neue Teil ein bischen besser.

Worum geht’s: Der 17-Jährige Sean gerät an seiner Schule mit einem Football-Spieler aneinander, was in einem desaströsen Rennen endet. Um Sean vor dem Jugendgefängnis zu bewahren, wird er nach Tokyo zu seinem Vater geschickt. Entgegen der Vorgabe seines Vaters nie wieder in ein Auto zu steigen, landet Sean sofort in der dortigen Drift-Szene, verliebt sich ausgerechnet in die Freundin des Yakuza-Jünglings „DK“ und hat bald weitaus größere Probleme als das Jugendgefängnis…

Auch wenn die Story alles andere als originell oder komplex ausfällt, erfüllt sie dennoch ihren Zweck, denn dieser besteht ausschließlich darin, die Zeit zwischen den grandiosen Rennszenen zu überbrücken – und diese haben es wahrlich in sich: Ist das Eröffnungsrennen in den Staaten (quer durch eine sich im Bau befindliche Wohnanlage – toll choreographiert) noch ein typisches Wer-fährt-am-schnellsten-Rennen, geht es bei den Drift-Rennen in Tokyo darum, wer sein Fahrzeug unbeschadet (wer schon einmal „Need For Speed Underground“ gespielt hat, weiß, wie viel Zeit man durch auch nur kleine Kollisionen beim Driften verliert) durch die engen Parcours führen kann. Dementsprechend fallen auch die Rennen aus: Wenn in Zeitlupe zentimetergenau mit Höchstgeschwindigkeit an Wänden vorbei- oder durch eine Parkdeckauffahrt hindurchgedriftet wird, hat das einfach nur Stil und Klasse. Und wenn Sean mit seiner Herzdame (bzw. umgekehrt, da sie fährt) zu ruhigen Klängen im Konvoi eine vom Mondlicht ausgeleuchtete Bergstrasse hinabdriftet, kommt tatsächlich ein wenig Romantik auf.

Ebenso unterhaltsam wie die Rennen ist auch Seans Training: Da er zu Beginn vom Driften ungefähr so viel versteht wie George W. Bush von der Politik, muss er sich erstmal durch zahlreiche Übungsfahrten quälen, was mir sehr gut gefallen hat, da es doch ziemlich unglaubwürdig (so man denn bei solch einem Film überhaupt auf Realismus achten darf) gewirkt hätte, hätte er diesen Fahrstil binnen zwei Stunden erlernt.

Leider kann des Rest des Films die Qualität der Actionszenen nicht halten: Die Charaktere sind ebenso wie die Story alles andere als oscarreif und entspringen dem typischen Schema: Der rebellierende Außenseiter, der durch und durch fiese Möchtegernyakuza, dessen hübsche Freundin (natürlich früher auch eine Außenseiterin), der farbige neue Kumpel – von kleinen Ausnahmen (z.B. sieht Sean zu Beginn unbeteiligt zu wie ein anderer Außenseiter schikaniert wird) einmal abgesehen, bleiben alle Figuren seelenlose Abziehbilder ohne Ecken und Kanten. Und wenn Sean, um das große Finale einzuläuten, ohne Probleme zum Yakuza-Boss (DKs Onkel) geht und ihm vorschlägt, die Probleme doch einfach durch ein Rennen zu lösen, weiß man nicht, ob man weinen, lachen, oder am besten weinend lachen soll…

Das größte Problem des Films liegt jedoch in der Wahl der Darsteller: So lässig Lucas Black als Sean auch daherkommt, wer ist bitte auf die Idee gekommen, einen wie 30 aussehenden 23-Jährigen für die Rolle eines 17-Jährigen zu casten? Am besten stellt man sich während des gesamten Films einfach vor, dass alle Beteiligten fünf Jahre älter sind als im Film angegeben: Für den Film spielt das Alter eh keine Rolle und man muss sich nicht ständig fragen, woher die Teenager eigentlich ihre ganze Lebenserfahrung haben – bei mir hat dieser kleine Trick wundervoll funktioniert… 😉

Trotz dieser Kritikpunkte kann ich „Tokyo Drift“ jedem ans Herz legen, dem die Vorgänger gefallen haben und der die Fähigkeit besitzt, sein Gehirn an der Kinokasse abzugeben bzw. sich mittels legaler Drogen in einen Zustand zu versetzen, der es ihm ermöglicht, die Fahrszenen in voller Pracht mitzuerleben, während der Rest ausgeblendet wird.

Wertung: 7/10

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Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2

Nachdem 2003 wohl niemand so recht an den Erfolg eines Piratenfilms geglaubt hatte, mussten sich alle Skeptiker von „Fluch der Karibik“ eines Besseren belehren lassen: Der Film wurde ein kommerzieller Erfolg und öffnete damit die Türen zu der Fortsetzung der als Trilogie angelegten Reihe.

Auch diesmal bekommt es Jack Sparrow (Johnny Depp) mit einem handfesten Fluch zu tun: Um Captain seiner geliebten Black Pearl zu werden, ging Jack vor Jahren einen Handel mit Davy Jones (Bill Nighy) ein, welcher nun seinen Preis einfordert: Jacks Seele. Um seinem Schicksal zu entgehen, begibt sich Jack mit seiner Crew auf die Suche nach einer Kiste, deren Inhalt der Legende nach die Rettung versprechen könnte.
Zeitgleich werden Elizabeth (Keira Knightley) und Will (Orlando Bloom) an dem Tag ihrer geplanten Trauung von Cutler Beckett (Tom Hollander) gefangen genommen. Um ihre Begnadigung zu erwirken, sollen die beiden ihm Jacks magischen Kompass beschaffen, welcher wiederrum im direkten Zusammenhang mit der von Jack gesuchten Kiste steht…

Die Zeichen stehen gut für Jacks zweites Abenteuer: Mit Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy, Jonathan Pryce und Stellan Skarsgård hervorragend besetzt und unter der piratenerprobten Regie Gore Verbinskis geführt, verwies „Fluch der Karibik 2“ in den USA alle anderen Filme auf die hinteren Plätze und stellte neue Blockbuster-Rekorde auf – die Wahrscheinlichkeit, dass ihm dieses Kunststück auch in anderen Ländern gelingt, dürfte auch ohne magische Kristallkugel als sehr hoch eingeschätzt werden.

Die Fortsetzung verlässt sich auf die Tugenden seines Vorgängers und bietet eine gelungene Mischung aus skurrilen Charakteren, witzigen Dialogen, Slapstickeinlagen, tollen Actionszenen, schönen Effekten und einer interessanten Geschichte. Leider gelingt es Verbinski nicht, die Waage dieser Zutaten konstant zu halten: Während Anfang und Ende des Films schneller verfliegen als man „Aye Captain“ sagen kann, haben sich im Mittelteil leider einige Längen eingeschlichen, die dem Film einiges an Fahrt kosten. Statt auf eine Laufzeit von 2 ½ Stunden zu setzen, hätte man den einen oder anderen Handlungsstrang durchaus ein wenig kürzen und den Film dadurch straffen können.

Desweiteren nehmen die Slapstickeinlagen zuweilen etwas überhand: So lustig Johnny Depps Spiel als Jack auch anzusehen ist, irgendwann hat man sich daran satt gesehen, zumal seine Art in manchen Szenen zu aufgesetzt und dadurch unpassend wirkt.

Die Effekte hingegen sind einmal mehr vom Feinsten und machen deutlich, wie weit fortgeschritten die CGI-Entwicklung inzwischen ist: Das Gesicht von Davy Jones ist ebenso wie sein Kraken hervorragend animiert, lediglich seine Crew lässt zuweilen ein paar kleine Schwächen erkennen, welche aber wirklich nur bei genauerem Hinschauen auffallen.

Fazit: Wer an dem ersten Teil der Piratenmär Gefallen findet, wird sich auch im zweiten Teil sofort wohl fühlen. Sieht man von einigen Längen im Mittelteil sowie von den teils ausufernden Slapstickeinlagen ab, bekommt man einen durch und durch unterhaltsamen Sommer-Blockbuster geboten, der Lust auf den dritten Teil macht. Ob man sich an der Tatsache stört, dass „Fluch der Karibik 2“ kein abgeschlossener Film ist, sondern stattdessen ähnlich wie „Matrix: Reloaded“ mit einem Cliffhanger endet und man nun ein Jahr lang auf das Ende der Geschichte warten muss, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wertung: 7/10

P.S.: Wie bereits in „Fluch der Karibik“ wartet auch im zweiten Teil ein besonderes Schmankerl auf all diejenigen, die sich den Abspann bis zum Ende anschauen…

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Poseidon

Nach „Das Boot“ und „Der Sturm“ begibt sich Regisseur Wolfgang Petersen nun bereits zum dritten Mal ins kühle Nass – und erlebt seinen ersten kommerziellen Mißerfolg: Wie die Poseidon selbst, ist auch der Film im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gnadenlos untergegangen. Zu Recht?

Der Inhalt des Films entspricht dem des Originals: In einer Silvesternacht wird der Luxusliner Poseidon von einer meterhohen Riesenwelle erfasst und treibt, sich langsam mit Wasser füllend, Kiel oben auf dem Ozean. Während die meisten Passagiere im Ballsaal auf ihre Rettung warten möchten, nimmt eine kleine Gruppe selbige selbst in die Hand und macht sich zum Heck des Schiffes auf…

Damit hören die Gemeinsamkeiten zum Original aus dem Jahr 1972 allerdings auch schon auf: Weder die Charaktere noch der Weg in die Freiheit weisen große Parallelen auf, weswegen man „Poseidon“ weniger als Remake, sondern eher als Neuinterpretation betrachten sollte.

Wie erwartet, setzt Petersen in seiner Version mehr auf Effekte und Action als auf die Charaktere: Die von Josh Lucas („Stealth“) und Kurt Russel („Die Klapperschlange“) angeführte Gruppe (u.a. Richard Dreyfuss, Emmy Rossum, Kevin Dillon) besteht zwar aus den unterschiedlichsten Figuren, allerdings werden die zwischenmenschlichen Beziehungen und Konflikte auf ein Minimum reduziert. Auch wenn dies von Petersen, wie er in einem Interview zugibt, durchaus so gewollt ist um die Erzählgeschwindigkeit hoch zu halten, resultiert daraus der größte Schachpunkt des Films: Stirbt eine Person, nimmt man deren Ableben relativ gleichgültig zur Kenntnis – die Charaktere bleiben zu blass und eindimensional, als dass man sich mit ihnen identifizieren könnte.

Die Effekte und die Action hingegen haben es in sich: Vom schön gestalteten 360°-Schwenk um die Poseidon zu Beginn des Films über das hervorragend inszenierte Kentern des Schiffes bis hin zu den zahlreichen Explosionen bietet der Film alles, was man von einem typischen Blockbuster erwartet. Die Protagonisten arbeiten sich von Deck zu Deck nach oben (bzw. unten) und geraten ohne Verschnaufpause von einer ausweglosen Situation in die nächste. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang eine Szene, in der die Gruppe in einem engen Schacht festsitzt, während sich dieser langsam mit Wasser füllt – willkommen Herr Platzangst und Frau Panik!

Aufgrund der straffen Erzählstruktur kommt der Film gerade mal auf eine Laufzeit von 98 Minuten – für einen Blockbuster ist dies zwar äußerst wenig, bezogen auf den Film aber genau richtig, da so der Langeweile keine Chance gegeben wird sich einzuschleichen und man sich als Zuschauer trotz der Mängel auf Charakterebene stets gut unterhalten fühlt.

Bleibt die offene Frage: Ist „Poseidon“ der dank US-Kritiker und -Publikum befürchtete Totalausfall? Definitiv nein! Sieht man von der blassen Charakterzeichnung ab, bekommt man einen handwerklich perfekten Katastrophenfilm serviert, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber dennoch über die gesamte Laufzeit zu unterhalten weiß. Und mehr sollte man von einem Blockbuster nicht erwarten…

Wertung: 8/10

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Das Haus am See

12 Jahre nach ihrem Erfolg „Speed“ treffen Sandra Bullock und Keanu Reeves wieder aufeinander, diesmal jedoch in einem mystischen Liebesfilm, der die Romantiker vollends zufrieden stellen, dem aufmerksamen Kinobesucher aufgrund diverser Logikfehler jedoch das eine oder andere Kopfschütteln entlocken dürfte.

Kate (Sandra Bullock) verlässt beruflich bedingt ihren Wohnsitz am See und zieht in die Stadt, hinterlässt dem Nachmieter jedoch einen Brief, in dem sie darum bittet, etwaige Post an ihre neue Adresse nachzusenden und sich für die Pfotenabdrücke auf dem Boden entschuldigt, die sie selbst von ihrem Vormieter „geerbt“ hat. Ihr Nachmieter erscheint in Gestalt des Architekten Alex (Keanu Reeves), der verwirrenderweise feststellen muss, dass es keine Pfotenabdrücke auf dem Boden gibt – bis kurze Zeit später ein fremder Hund erscheint und eben diese Abdrücke hinterlässt, für die sich Kate in ihrem Brief entschuldigt. Kate und Alex beginnen sich zu schreiben und müssen erkennen, dass sie in unterschiedlichen Zeiten, Kate im Jahr 2006 und Alex im Jahr 2004, leben. Aus der ungewöhnlichen Brieffreundschaft wird schnell eine tiefe Liebe – doch wie soll sich diese Liebe erfüllen, wenn die Zeit ein nicht zu überbrückendes Hindernis darstellt?

Ich gebe zu, dass ich ein Problem damit habe, eine Review zu diesem Film zu schreiben, da ich mit dem Aufführen meiner Kritikpunkte gleichzeitig zu viel von dem Film verraten würde. Letztenendes kämpft der Film mit den gleichen Problemen, die (fast) jeder Film zu tragen hat, der sich mit dem Thema Zeitmanipulation befasst: Inwiefern beeinflusst eine Manipulation der Vergangenheit die Zukunft? Achtet man auf die logischen Konsequenzen, die sich aus dem Briefverkehr der beiden Protagonisten ergeben müssten, stellt man fest, dass die Geschichte schlicht und einfach nicht funktioniert.

Betrachtet man den Film jedoch romantisch und fernab jeglicher Logik, bekommt man einen durch und durch schönen Film geliefert: Die Chemie zwischen Sandra Bullock und Keanu Reeves stimmt nachwievor und die Szenen, in denen Kate in der bzw. ihrer Vergangenheit von Alex besucht wird, nicht ahnend, dass vor ihr die Liebe ihres Lebens steht, gehen einem auch als Mann ans Herz.

Die Grundaussage des Films ist es, die mir besonders gefallen hat: Manchmal ist es im Leben wichtig, sich in Geduld zu üben, möchte man das Richtige tun. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit halte ich es für wichtig, die Menschen ab und zu darauf hinzuweisen, dass es Dinge gibt, auf die es sich zu warten lohnt – und wenn es nicht die Liebe ist, worauf es sich zu warten lohnt, was dann?

Wertung: 7/10 (wobei reine Romantiker gerne noch ein oder zwei Pünktchen draufrechnen dürfen)

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Wolf Creek

Auf einer wahren Begebenheit beruhend, macht sich „Wolf Creek“ als neuester Ableger des modernen Terror-Horrors auf, dem Zuschauer das Fürchten zu lehren – mit Erfolg!

Die drei Rucksacktouristen Liz, Kristy und Ben machen während ihrer Durchreise einen Zwischenstop an dem im australischen Outback liegenden Krater „Wolf Creek“. Da der Wagen nach diesem Besuch nicht mehr anspringt, lassen sie sich von dem hilfsbereiten Einheimischen Mick abschleppen, nicht ahnend, dass Mick mit seinen Gästen ganz andere Pläne hat, als ihren Wagen zu reparieren…

Zugegeben: Die Story wird keinen Originalitätspreis gewinnen. Was den Film dennoch über den Durchschnitt hebt, ist die realistische, konsequente und kompromisslose Inszenierung, die sich wohltuend von Hochglanzfilmen wie dem Texas Chainsaw Massacre-Remake abhebt: Wie die Umgebung in der er spielt, wirkt der gesamte Film dreckig und staubig, während durch eine oft händisch geführte Kamera eine realistische, ja beinahe dokumentarische Atmosphäre erzeugt wird.

Leider vergeht sehr viel Zeit, bis der Film seine durch dieses Stilmittel erzeugte Atmosphäre voll ausspielen kann: Regie-Neuling Greg McLean nutzt die ersten 60 Minuten dazu, die Charaktere sowie die Gegend vorzustellen, was prinzipiell nicht verkehrt wäre, gäbe es denn etwas Interessantes zu erzählen: Leider entsprechen die Figuren nur dem 08/15-Schema, seien es die Party feiernden Twens oder die pöbelnden Kneipenbesucher, womit die Substanz fehlt, um damit eine volle Stunde zu füllen.

Dementsprechend zieht sich der Anfang ein wenig hin, was jedoch gleichzeitig dafür sorgt, dass der Schock um so größer sitzt, sobald Mick sein wahres Gesicht zeigt: Aufgrund der realistischen Inszenierung wirken seine Demütigungen und Foltermethoden, ebenso wie die darauf folgende verzweifelte Flucht durch das Outback, ungemein bedrückend.

Neben der Atmosphäre beweist McLean auch bei den, zumindest mir, unbekannten Schauspieler ein glückliches Händchen: Während man in den Augen der Opfer die Angst und Verzweiflung praktisch rauslesen kann, begeistert vorallem John Jarratt als einer der besten Psychopathen seit langem.

Mit ein wenig mehr Inhalt in den ersten 60 Minuten hätte aus „Wolf Creek“ DER Horrorfilm des Kinojahres 2006 (ja ja: Ich weiß, dass der Film bereits 2005 gedreht wurde – deswegen doch auch „Kinojahr“) werden können. Doch auch so kann ich den Film guten Gewissens jedem empfehlen, der sich auch nur ansatzweise für dieses Genre interessiert und sich durch eine eher ungewohnte Inszenierung nicht abschrecken lässt.

Wertung: 7/10

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Ultraviolet

Bevor ich mit der eigentlichen Kritik zu „Ultraviolet“ beginne, nutze ich diesen Moment, mich kurz über Kurt Wimmers vorletzten Film „Equilibrium“ zu äußern:

„Equilibrium“ ist ein leider relativ unbekannter Science-Fiction-Actionfilm, der sich zwar einer schon oft erzählten, wenngleich immer wieder gerne gesehenen, Geschichte eines totalitären Systems bedient, dafür aber mit einem hervorragenden Hauptdarsteller (Christian Bale), sehr guten Nebendarstellern (Sean Bean, Emily Watson, Taye Diggs) und sparsamen, dafür aber perfekt choreographierten Actionszenen aufwarten kann.

An dieser Stelle sei gesagt: Wer sich auch nur ansatzweise für Science-Fiction- und Actionfilme interessiert, sollte sich diese Perle zu Gemüte führen!

Leider hält „Ultraviolet“ in keinster Weise die Erwartungen, die durch „Equilibrium“ geweckt wurden:

In naher Zukunft versuchen Wissenschaftler, mit Hilfe der Gentechnik den ultimativen Soldaten zu erschaffen. Den Gesetzen der Einfallslosigkeit zufolge geht der Schuss selbstverständlich nach hinten los: Die ersten Menschen werden von dem künstlich erschaffenen Virus infiziert und bereits kurze Zeit später ist die Gesellschaft aufgeteilt in zwei Lager, die „gesunden“ Menschen und die im Untergrund lebenden, da gejagten, Hemophagen. Violet (Milla Jovovich), welche diese Untergrundbewegung einst gründete, kämpft mit allen Mitteln gegen ein System, in welchem Infizierte sofort exekutiert werden. Als sie von einer Waffe erfährt, die den Hemophagen die endgültige Niederlage bescheren soll, beginnt eine Schlacht, die die Zukunft für immer verändern soll…

Da das Studio den Film um knapp eine halbe Stunde kürzen ließ, kann ich leider nicht beurteilen, wie Wimmers ursprünglich gedachter „Ultraviolet“ ausgesehen hätte – vielleicht lässt Sony ja Gnade walten und Wimmer den Film auf DVD in seiner Version veröffentlichen. Was einem im Kino erwartet, ist eine endlose Aneinanderreihung sich ständig wiederholender Actionszenen, gepaart mit einer sehr künstlichen Optik und an aktuelle Videospiele erinnernden Special Effects.

Während die Action in „Equilibrium“ noch der Geschichte untergeordnet wurde, wird in „Ultraviolet“ praktisch keine Geschichte erzählt: Violet hetzt von Kampf zu Verfolgungsjagd zu Schießerei zu Kampf – die Beweggründe der Protagonisten sowie die Hintergrundgeschichte werden nur nebenbei erläutert, wenn nicht sogar nur angedeutet, so dass man sich als Zuschauer einen Großteil selbst zusammenreimen muss, sofern dies aufgrund der Storylöcher überhaupt möglich ist.

Die Actionszenen, welche wie bereits erwähnt den Großteil des Films ausmachen, sehen zwar recht ansprechend aus, ähneln sich aber zu sehr, um die gesamte Laufzeit über fesseln zu können: Spätestens beim dritten Kampf stellt sich eine gewisse Langeweile ein, auch wenn Wimmer wieder auf die in „Equilibrium“ eingeführte Gun-Kata, eine Mischung aus Kampfsport und Schusswaffengebrauch, zurückgreift.

Dass ich dennoch nicht eingeschlafen bin, lag alleine an Milla Jovovich, welche Wimmer durchaus gekonnt einzusetzen weiß: Es gibt keine Kameraeinstellung, die nicht ihrem überaus durchtrainierten Körper huldigt, welcher durch die hautenge Hose und das bauchfreie Oberteil sehr ansprechend in Szene gesetzt wird – da auch ich nur ein Mann bin, möge man mir verzeihen, dass ich dies durchaus positiv werte (auch wenn es den Film nicht rettet)…

Die Optik von „Ultraviolet“ wirkt sehr künstlich und einem Videospiel entsprungen: Da ich nicht weiß, ob dies an einem zu geringen Budget liegt oder ein Stilmittel ob der Comic-Herkunft sein soll, bewerte ich es weder positiv noch negativ – ob einem solch ein Stil zusagt, muss jeder selbst wissen, mich hat er durchaus angesprochen, da er sich von den typischen Hollywood-Produktionen abhebt. Genannt sei an dieser Stelle eine Verfolgungsjagd auf einem Motorrad, die dank eines Gravitationsgerätes nicht nur auf der Straße, sondern auch an den Fassaden der Häuser stattfindet: Künstlich, aber durchaus interessant gestaltet!

Fazit: Wer sich an der praktisch nicht vorhandenen Story nicht stört, sich nicht von der künstlichen Optik abschrecken lässt und endlosen Actionszenen gegenüber nicht abgeneigt ist, kann durchaus einen Blick riskieren, sollte aber dennoch nicht zu viel erwarten.

Wertung: 3/10

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Revenge Of The Warrior

Tony Jaa ist zurück: Der Mann, der bereits in „Ong-Bak“ demonstrierte, wie beeindruckend Martial Arts aussehen kann (und dass die Schwerkraft nur eine Ausrede der Schwerfälligen ist), schickt sich an, sein Können erneut unter Beweis zu stellen.

War es in „Ong-Bak“ noch der Kopf einer heiligen Statue, sind es in „Tom yum goong“ zwei Elefanten, die von skrupellosen Geschäftemachern gestohlen werden und unseren Helden zwingen, sich zahlreichen Gegnern zu stellen, um die Tiere zu retten.

Mehr gibt es zu der Geschichte auch nicht zu sagen, denn ehrlich gesagt dient dieser äußerst dürftige Handlungsfaden wie bereits in „Ong-Bak“ nur dazu, Tony Jaa einen Grund zu geben, uns mit seinem Können zu faszinieren – und das tut er: Während die typischen Straßengangs leichte Beute und nicht viel mehr als Dummys darstellen, sind besonders ein Kampf im Wasser gegen einen Capoeira-Kämpfer sowie die Erstürmung eines mehrstöckigen Restaurants hervorzuheben. Letztere Szene dauert mehrere Minuten und kommt ohne einen einzigen Schnitt aus: Tony Jaa nimm sich Gegnerwelle für Gegnerwelle an und erkämpft sich so jedes einzelne Stockwerk, während die Kamera ihm ohne Unterbrechung folgt – eine faszinierende Szene, die man gesehen haben sollte!

Je mehr der Film sich seinem Ende nähert, umso härter wird er: Sind die Kämpfe zu Beginn noch relativ harmlos, gibt es beim finalen Kampf, der wie eine Art „Kill Bill“ ohne Waffen wirkt, wirklich niemanden, der mit heilen Knochen davonkommt – und diejenigen, deren Knochen gebrochen sind, gehören definitiv zu den Glücklicheren…

Leider fehlt es dem Film an würdigen Gegnern, wodurch die Kampfszenen deutlich schwächer ausfallen als in „Ong-Bak“: Von dem bereits erwähnten Capoeira-Kämpfer einmal abgesehen, gibt es keine Gegner, die Jaas Kampfkunst viel entgegenzusetzen haben. Gerade das Finale mit den zwar großen, aber auch sehr tumben Gegnern fällt im direkten Vergleich zum Ong-Bak-Finale deutlich ab.

Weiterhin fällt negativ auf, dass der Film zu lange braucht, um an Fahrt zu gewinnen: Die ersten 45 Minuten ziehen sich ziemlich hin, was zwar aufgrund der dann gezeigten Action zu verschmerzen ist, aber dennoch vermeidbar gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz dürfte jeder, der sich auch nur ansatzweise für Kampfsport interessiert, an dem Film seine helle Freude haben – und Fans von „Ong-Bak“ schlagen eh blind zu (man verzeihe mir dieses Wortspiel)!

Wertung: 6/10

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Thumbsucker

Der erste Freitag des Monats, 22:45 Uhr – Sneak-Time im Kieler CinemaxX! Während die Trailer-Show beginnt, denke ich im Inneren über mögliche Kandidaten nach: „Wolf Creek“? „Poseidon“? „The Fast And The Furious: Tokyo Drift“? Das Licht erlischt und der Titel „Thumbsucker“ erscheint, ebenso ein großes ? in meinem sowie in den Gesichtern der meisten Anwesenden. Dann werden die Darsteller eingeblendet: Tilda Swinton, Vincent D’Onofrio, Keanu Reeves, Benjamin Bratt, Vince Vaughn – und ich schäme mich unweigerlich, von diesem Film noch nie etwas gehört zu haben…

Justin Cobb (Lou Taylor Pucci – von dem man hoffentlich noch mehr sehen wird) ist ein Teenager mit den typischen Problemen eines Teenagers: Die erste Liebe, Identitätsfindung, Abkapselung von den Eltern. Doch zusätzlich hat er noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen: Er lutscht an seinem Daumen! Sein spirituell veranlagter Zahnarzt (Keanu Reeves in einer ungewohnten Rolle) versucht, ihm diesen Tick mittels Hypnose auszutreiben, was jedoch nicht den erwünschten Erfolg bringt. Auf Anraten der Schuldirektorin, welche darin lediglich einen Beweis für Hyperaktivität sieht, nimmt Justin eine medikamentöse Behandlung auf, welche auch bald den erwünschten Erfolg mit sich bringt. Doch können Medikamente wirklich die Antworten auf die Fragen des Erwachsenwerdens bringen?

Ich würde „Thumbsucker“ am ehesten als „Donnie Darko ohne Mystik“ bezeichnen: Ein durchaus genialer, aber von seiner Umwelt unverstandener Teenager, eine ungewöhnliche und ruhige Inszenierung sowie der intensive Einsatz der Musik als Stilmittel drängen diesen Vergleich geradezu auf. Hinzu kommt, dass auch „Thumbsucker“ am Ende einige Fragen offen lässt und es dem Zuschauer überlässt, diese zu beantworten sowie über die Aussage des Films zu philosophieren.

Wie bei einem ruhigen Film üblich, steht und fällt die Qualität stark mit den Schauspielern: Lou Taylor Pucci liefert als Teenager eine beeindruckende Leistung, während Keanu Reeves als Zahnarzt zwar gewöhnungsbedürftig ist, aber dennoch glaubwürdig spielt und trotz nur kurzen Auftritten die wichtigste Rolle innehält. Tilda Swinton („Constantine“, „Die Chroniken von Narnia“) und Vincent D’Onofrio („Men In Black“, „The Cell“) als überforderte und selbst in einer Krise steckenden Eltern sowie Benjamin Bratt („Miss Undercover“, „Catwoman“) als drogenabhängiger TV-Star und Vince Vaughn („Psycho“, „Tödliches Vertrauen“) als Lehrer runden die Darstelleriege positiv ab.

Wenn ich mir die Reaktionen des Publikums nach Ende des Films erneut vor Augen führe, gehe ich davon aus, dass „Thumbsucker“ einer dieser Filme ist, denen man entweder gar nichts abgewinnen kann oder die man ob ihrer eigenen Art auf sich wirken lässt – ich scheine zur zweiten Gruppe zu gehören…

Wertung: 7/10

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American Dreamz – Alles nur Show

Wer kennt sie nicht, jene unsagbar schlechten Casting-Shows, welche uns die letzten Jahre mit unerträglicher Hartnäckigkeit vor den Fernseher zerren wollten. Von dem Casting, in dem sich jeder noch so talentfreie, kognitiv suboptimierte (vielen Dank nochmal für diesen Begriff, Herr Nuhr) Freak mal so richtig austoben und beleidigen lassen konnte, einmal abgesehen, gab und gibt es keinen verständlichen Grund, sich diese Hochburgen des Wahnsinns in voller Laufzeit anzutun.

Ähnlich denkt auch Martin Tweed (Hugh Grant), Moderator der beliebten Casting-Show „American Dreamz“. Doch da die Einschaltquoten nun einmal stimmen, geht es mit der nächsten Staffel in eine neue Runde – und da jede Staffel die vorangegangene übertreffen soll, muss etwas Besonderes her. Zum Glück befindet sich der Präsident (Dennis Quaid in einer grandiosen G.W. Bush-Imitation) gerade in einem Formtief, was seinen treuen Berater (Willem Dafoe) auf die Idee bringt, ihn als Gast-Juror in Tweeds Show auftreten zu lassen. Da „American Dreamz“ selbstverständlich auch im ansonsten vollkommen amerikafeindlichen Nahen Osten geschaut wird, bekommen ein paar Terroristen Wind von der Sache und schleusen einen Schläfer in die Sendung ein, der den Präsidenten im Finale mit einer Bombe töten soll. Doch bis es so weit ist, muss erst einmal der ganz normale Wahnsinn solch einer Show und deren Teilnehmer heil überstanden werden…

Regisseur Paul Weitz („American Pie“) entwickelt sich mehr und mehr zu einem meiner Lieblingsregisseure: Boten bereits „About A Boy“ und „Reine Chefsache“ eine gesunde Mischung aus Humor, satirischen Seitenhieben und ernster Aussage, hat er mit „American Dreamz“ seinen bislang besten Film abgeliefert: An jeder Ecke findet man Seitenhiebe auf die Politik, den Medienwahn und den American Way Of Life – dass dem Film in den Staaten kein Erfolg beschert war, ist in diesem Fall ein klares Anzeichen für Qualität: Es ist ja nichts Neues, dass die Amerikaner nicht gerne den Spiegel vorgehalten bekommen…

Während Hugh Grant wieder einmal beweist, dass er als egoistisches Arschloch zu Höchstform aufläuft, begeistert vorallem Dennis Quaid als Präsident: Mit kindlicher Naivität entdeckt er im Laufe des Films das Leben neu und wächst am Ende über sich hinaus – alleine seine Darstellung rechtfertigt den Kinobesuch!

Doch auch die restlichen Rollen sind perfekt besetzt: Willem Dafoe als verzweifelter Berater des Präsidenten, Mandy Moore als karrieregeiles Luder Sally !!!Kendoo!!!, Chris Klein als naiv-verliebter Kriegs“veteran“ oder Sam Golzari als so gar nicht amerikafeindlicher Schläfer Omer Obeidi, sie alle passen perfekt zu ihren Rollen. Ein Extralob gibt es von mir dafür, dass es vollbracht wurde, wirklich jedem Charakter Sympathie zu verschaffen: Selbst der ansonsten widerliche Martin Tweed und die bösen bösen Terroristen haben ihre menschlichen Seiten und irgendwie fällt es einem schwer, auch nur irgendwem in dem Film etwas Gemeines zu wünschen…

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bin ich von „American Dreamz“ restlos begeistert: Schon lange hat es kein Film mehr so gut verstanden, bissigen Humor mit Anspruch zu verbinden und gleichzeitig mit so gut aufgelegten Schauspielern aufzuwarten. Dafür gibt es von mir:

Wertung: 10/10

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Der Rosarote Panther

Wer erinnert sich nicht an den legendären Peter Sellers in seiner Paraderolle als Insp. Jacques Clouseau: Seine Darstellung des trotteligen, jedoch mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein, manch einer mag auch sagen Überheblichkeit, ausgestatten Polizisten, weiß auch heute noch uneingeschränkt zu begeistern und gilt als Klassiker der Filmgeschichte.

Diese Ehre dürfte Steve Martin nicht zuteil werden, denn auch wenn seine Interpretation nicht der befürchtete Totalausfall ist, so bleibt nicht viel mehr übrig, als eine mal mehr mal weniger lustige Nummernrevue. Aber der Reihe nach:

Der Fußballtrainer Yves Gluant wird während eines Spiels ermordet und der sich an seinem Finger befindliche Ring „Der Rosarote Panther“ gestohlen. Um den Fall heimlich lösen zu können und so den Ruhm zu kassieren, setzt Chief Insp. Dreyfus (Kevin Kline) seinen schlechtesten Mann auf den Fall an: Insp. Jacques Clouseau (Steve Martin). Der macht sich gemeinsam mit seinem ihm zur Seite gestellten Assistenten Ponton (Jean Reno) sofort ans Werk und lässt dabei natürlich nicht das kleinste Missgeschick aus…

Ein wenig erinnert „Der Rosarote Panther“ an die alten Nackte Kanone-Filme, ohne jedoch jemals deren Klasse zu erreichen: Steve Martin stolpert von einem Missgeschick ins nächste und schafft es natürlich, den Fall irgendwie zu lösen. Für sich alleine gestellt weiß der Film, so man keine zu hohen Ansprüche stellt und seichtem Humor gegenüber nicht abgeneigt ist, durchaus zu unterhalten, nur leider trägt der Film die große Bürde, sich mit dem Original von Blake Edwards messen zu müssen – und dabei versagt er auf ganzer Linie.

Sellers Clouseau war vielleicht ein wenig trottelig und litt an einem gehörigen Maß an Selbstüberschätzung, aber er bewahrte sich immer seine Würde. Martins Clouseau hingegen ist ein Trottel wie er im Buche steht, ein Polizist, mit dem man ob seiner Art schon beinahe Mitleid hat – und das hat dieser Charakter nicht verdient.

Was bleibt, sind aneinandergereihte Witze, von denen einige viel zu lange zelebriert werden und dadurch bereits wieder an Komik einbüßen, sowie durchaus akzeptable Schauspieler, die den Film allerdings auch nicht über das Mittelmaß hinaus retten können.

Wertung: 5/10

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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