Wie einige von euch bei Twitter gelesen haben dürften, habe ich derzeit eine Wette mit meiner Freundin auszustehen. Es geht darum, bis zum 31.12.2010 auf den Kauf neuer Filme und Videospiele zu verzichten. Satte 190 Tage habe ich bereits durchgehalten. Und dabei besonders bei Angeboten so manch eine Träne weggedrückt. Selbstverständlich heimlich. Wie es sich für einen Mann gehört.
Dank einer, wie man so schön sagt, Lücke im System, darf ich mir Filme jedoch weiterhin schenken lassen. Zum Geburtstag. Zu Weihnachten. Zu Werbezwecken. Und hier kommt die Schnäppchenseite Gutschein-Codes.de ins Spiel: Empfehle ich euch an dieser Stelle meine Favoriten 2010, bekomme ich von Gutschein-Codes.de einen, ihr habt es bereits vermutet, Gutschein, um mir zumindest einen kleinen Teil meiner eigenen Filmwünsche zu erfüllen.
Deswegen nenne ich euch hier und jetzt einfach die Filme, die ich unbedingt haben möchte, aufgrund meiner Wette aber (derzeit) nicht kaufen darf:
Platz 1: “Kick-Ass”
Ein Superheldenfilm der anderen Art. Anfangs komisch, dann erstaunlich ernst und brutal. Einer der wenigen Filme, die von mir 10 von 10 Punkten bekommen haben und die ich an zwei Tagen hintereinander im Kino gesehen habe. Ganz ehrlich: Ich liebe diesen Film!
Platz 2: “District 9”
Ein Science-Fiction-Film der anderen Art. Anfangs thematisiert er die Apartheid, dann wandelt er sich zum knallharten Actionfilm. Gute Darsteller und grandiose Effekte inklusive. Toll!
Platz 3: “Inception”
Noch nicht erschienen, ist “Inception” dennoch ein Film, der in dieser Liste nicht fehlen darf. Auch wenn ich in “Inception” nicht das Meisterwerk sehe, für das viele ihn halten. Überdurchschnittlich intelligente Unterhaltung mit guter Action und zahlreiche Diskussionsmöglichkeiten bietet der Film allemal.
Platz 4 und 5 teilen sich “Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen” und “Daybreakers”
Da weder der Cop-Thriller “Bad Lieutenant” noch der Vampirfilm “Daybreakers” bei uns in Kiel im Kino anliefen, muss ich mich auf externe Reviews verlassen – und die versprechen zwei äußerst sehenswerte Filme mit guter schauspielerischer Leistung. Dementsprechend gierig bin ich auf diese Filme – hoffentlich ist das Jahr 2010 bald vorbei …
Phillip Noyce (“Die Stunde der Patrioten”, “Das Kartell”) als Regisseur eines Actionthrillers mit Angelina Jolie als CIA-Agentin Evelyn Salt, die unter Verdacht gerät, eine russische Doppelagentin zu sein. Das liest sich vielversprechend und ist im Großen und Ganzen auch recht unterhaltsam, fällt insgesamt aber zu uninspiriert und aufgesetzt aus. Zwar bietet der Film spannende Momente und gut inszenierte Action, leidet dabei aber unter einer Geschichte, die mit zunehmender Laufzeit immer unglaubwürdiger wird und zuweilen arg kitschig ausfällt. Langweilig ist das Geschehen zwar nie, wirklich mitreißend jedoch auch nicht. Hinzu kommt, dass “Salt” dank eines relativ offenen Endes eher wie die Einführung in eine Serie denn wie ein eigenständiger Film wirkt. Bleibt zu hoffen, dass es zu der geplanten Fortsetzung kommt …
Bei hoch gelobten und angeblich schwer zu verstehenden Filmen wie “Inception” oder davor “Shutter Island” frage ich mich immer, was eigentlich zuerst da war: Die seichte Kinounterhaltung oder der überforderte Kinozuschauer. Werden die Filme immer anspruchsloser, weil den Zuschauern nicht mehr zuzutrauen ist oder werden die Zuschauer immer unaufmerksamer, weil sie jahrelang darauf konditioniert wurden, ihr Gehirn beim Kauf der Kinokarten gleich mit abzugeben? Wir werden es vermutlich nie erfahren. Fakt ist, dass wir inzwischen einen Punkt erreicht haben, an dem Filme wie “Inception” als intelligente Meisterwerke bezeichnet werden. Und das nur, weil man ihnen aufmerksam folgen muss, um das Geschehen auf der Leinwand nachvollziehen zu können …
Worum geht’s
Eigentlich möchte Cobb (
Meine Meinung
Ist “Inception” optisch gelungen? Auf jeden Fall. Können die Darsteller in “Inception” überzeugen? Jederzeit. Ist “Inception” intelligenter als der übliche Hollywood-Film? Mit Sicherheit. Ist “Inception” der Geniestreich, auf den die Filmwelt gewartet hat? Keineswegs. Für einen Geniestreich fällt “Inception” in seiner Laufzeit zu unausgewogen, in seinen Actionszenen zu eintönig, in seinen emotionalen Szenen zu kühl und als Gesamtkonstrukt letztlich auch nicht intelligent genug aus.
Die erste Hälfte des Films nutzt Regisseur
In der zweiten Hälfte dominiert dann die Action. Während ein hervorragend gefilmter Kampf in Schwerelosigkeit durchaus Begeisterung weckt, wirken die übrigen Actionszenen, die fast ausschließlich aus sich wiederholenden Schusswechseln mit bewaffneten Bodyguards bestehen, erschreckend uninspiriert.
Statt “nur” einen spannenden, wenn auch etwas vorhersehbaren Heist-Film im Science-Fiction-Gewand zu drehen, bringt Nolan zusätzlich die menschliche Psyche mit ins Spiel. Was sich beim Thema “Träume und Unterbewusstsein” natürlich durchaus anbietet. Leider wirken gerade diese Szenen extrem oberflächlich und viel zu distanziert, so dass sich keine Bindung an und kein Mitgefühl für die Charaktere entwickelt.
Wer Angst hat, dem Film aufgrund seiner scheinbaren Komplexität nicht folgen zu können, sollte seine Furcht überwinden und dennoch beruhigt ins Kino gehen. Die unterschiedlichen Traumebenen sind deutlich voneinander abgegrenzt, so dass es kaum möglich ist, sich hier zu verirren. Alle weiteren Informationen zur Geschichte sollen an dieser Stelle ein Geheimnis bleiben, um den Kinospaß nicht zu trüben oder gar zu verderben …
Mein Fazit
Inhaltlich interessante und optisch ansprechende Mischung aus Heist, Action, Science-Fiction und Drama mit mehreren kleinen bis mittelgroßen Schönheitsfehlern, die keineswegs so intelligent ist, wie vielerorts berichtet wird.
Meine Wertung: 7/10
P.S.: Wer eine etwas anspruchsvollere, aber ebenfalls kritische Meinung zu “Inception” lesen möchte (ich selbst verstehe mich eher als das Fast-Food-Restaurant unter den Filmblogs), dem empfehle ich die